Es ist: 09-04-2020, 12:10
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Die Tafel des Schicksals - Die Löwen von Akkad Prolog 2
Beitrag #1 |

Die Tafel des Schicksals - Die Löwen von Akkad Prolog 2
EDIT 29.07.: Unterer Teil von NinSHubur nochmal nachgearbeitet.
EDIT: 31.07.: Vorschläge übernommen, die ich als stimmig empfand.
EDIT 19.08.: Übersehene notwendige Änderungen nachgeholt - beim erneuten Lesen habe ich das Gefühl, das Wort Schatten zu häufig benutzt zu haben. Achtmal kommt es auf zehn Normseiten vor. Ist das zuviel?

So, vollkommen neu geschrieben mit all den Vorgaben, die ich mir selbst gemacht habe und ohne Ballast - frisch aus der Feder. Ich habe noch nicht mal eine Nacht drüber geschlafen. Icon_ugly
Die dazugehörigen Kapitel müssen noch angepasst werden, daran arbeite ich aber zur Zeit nicht.
Viel Spaß beim Lesen. Und ich freue mich durchaus über Anmerkungen Wave

Die Tafel des Schicksals - Die Löwen von Akkad
Prolog


Admar der Dieb verschmolz mit den Schatten. Die kalte Mauer in seinem Rücken verhinderte nicht, dass er schwitzte. Und schwitzen war gefährlich.
Er wartete. Das lange Priestergewand kratzte auf seiner Haut und der dunkle Umhang behinderte seine Wendigkeit. Sein Blick glitt nach rechts. Dreizehn Schritte trennten ihn von dem hohen Bogentor des Tempels. Der Abendstern stand bereits weit hinter dem Zenith, gleich musste die Wachablösung beginnen.
Admar atmete langsam und gleichmäßig. Wieder überkam ihn dieser seltsame Druck in der Brust, den er nur verspürte, wenn sein Auftrag besonders brenzlig war. Mit Erstaunen hatte er zur Kenntnis genommen, warum die Götterbotin es nicht selbst tun konnte. Sie hatte ihn gewählt.
Admar grinste. Er war der Beste. Früher oder später kamen sie zu ihm - alle. Immer, wenn etwas wahrhaftig unmöglich erschien.
Eine Göttin. Das war selbst für Admar neu. Der Lohn würde gigantisch ausfallen.
Das Tor – die erste Hürde.
Admar schlich näher heran. Ein wohliges Glücksgefühl durchströmte ihn, als er die Lautlosigkeit und Eleganz seines Körpers spürte. Er liebte es, oh ja: Wenn die Sinne zu scharfem Verstand erwachten und seine Nerven in kalten Stein meißelten.
Zwei Mann erspähte er, unbeweglich rechts und links an den hohen Säulen. Nur Dolche und Standarten, keine Rüstungen und Speere. Nibru stand nicht im Krieg. Keine Gefahr für den Tempelschatz.
Vielleicht war da noch was drin für ihn, ein wenig Goldschmuck oder ein paar Lapislazuli-Siegel wären ein hübscher Beifang.
„Die Tafel aus Amber“, hatte NinShubur verlangt. „Sie hängt um den Hals der Statue des Enlil.“
Admar kannte sich nicht besonders gut mit Göttern aus, allein in Ki Engi besaßen sie an die 3000 verschiedene Namen und er hatte schon früh im Leben das Interesse an ihnen verloren. Er mied die Tempel wie Ungeziefer. Er wusste jedoch genug, um die Dreistigkeit zu erkennen, den obersten Gott des Landes in seinem eigenen Heiligtum zu bestehlen.
Er war kein Narr – der Handel mit dieser Götterbotin behagte ihm nicht sonderlich. Unberechenbar. Unbestechlich. Kein noch so geschicktes Schlupfloch, dass er zu seinem Vorteil ausnutzen konnte.
Verfluchte Leidenschaft. Der Ruhm des Diebes würde bis in alle Ewigkeit fortdauern.
Sein Ruhm.
Die Trommel setzte ein. Das Ritual für die Wachablösung begann. Admar spürte den Wind in seinem Gesicht.
Mit dem Wind. In seinem Kopf legte sich ein Hebel um und verbannte jedes Gefühl.
Wie ein Mann drehten sich die Wachsoldaten dem Klang der Trommel zu. Im Gleichschritt marschierten sie genau 25 Schritte in den Vorhof zur Wachstube und übergaben der Ablösung wie in einer heiligen Handlung die Standarten. Admar zog die Kapuze über den Kopf und löste sich aus den Schatten. Schnellen Schrittes trat er ganz offen mit gesenktem Kopf und verschränkten Armen durch das Tor, die Hände unter seinen weiten Ärmeln versteckt. Er eilte wie selbstverständlich dem Säulengang auf der rechten Seite entgegen. Sie mussten ihn für einen Priester halten. Vielleicht beachteten sie ihn nicht. Mit scharfem Auge erfasste er die Umgebung, den hell erleuchteten Vorhof und den Säulengang, die Schatten in den toten Winkeln, die ihm bei seinem Rückzug Schutz bieten würden. Niemals zuvor war er hier gewesen – immer und immer wieder hatte er sich den Plan des Tempels ins Gedächtnis gehämmert, bis dieser unauslöschlich darin verankert war. In der Dunkelheit jedoch wirkte alles verändert.
„Halt. Bleib stehen!“
Admar zuckte zusammen und gehorchte sofort. Er blickte zu dem Wächter hinüber und achtete darauf, dass sein Gesicht im Schatten der Kapuze blieb. Der Wächter näherte sich pflichtbewusst und baute sich breitbeinig vor ihm auf.
„Im Namen Enlils: Was ist dein Anliegen zu solcher Stunde, sprich schnell oder verlasse augenblicklich diesen Ort.“
Admar war darauf vorbereitet. Er zog ein Rollsiegel unter dem Umhang hervor und zeigte es dem Wächter.
„Ich bin Berater des Ur Enuru. Der Statthalter schickt mich mit einer Botschaft zu eurem Tempelvorsteher. Die Botschaft darf ich nur ihm persönlich überbringen.“
Der Wächter warf einen kurzen Blick auf das Siegel. Es war eine Fälschung, doch das konnte er bei Feuerschein unmöglich erkennen.
„In Ordnung.“ Admar wollte schon weiter, als der Wächter verkündete: „Ich bringe dich hin. Folge mir rasch.“
Admar unterdrückte einen Fluch. Es war nicht üblich, dass die Wache die Ablösung unterbrach. Er hätte gern vermieden, was er jetzt tun musste.
Er folgte dem Wächter durch den Säulengang, jeder Muskel seines Körpers angespannt. Der Gang machte einen Knick nach links und eine Mauer verdeckte sie vor den Blicken der Wachen im Vorhof. Auf der rechten Seite entdeckte er eine dunkle Nische. Er handelte wie immer schnell und routiniert.
Mit dem Wind. Er tauchte in den Südwind ein und verschmolz mit der Dunkelheit.
Der Wächter drehte sich um und fluchte. Admar packte ihn von hinten, presste eine Hand auf seinen Mund und durchstieß seine Kehle mit einem Dolch. Kein Schrei entfuhr den Lippen des Wächters und Admar ließ ihn lautlos zu Boden gleiten. Der Wind wehte mit einem stetigen Strom warmer Luft und gab ihm Deckung.
Mit dem Wind. Voller Leidenschaft hauchte er den Gruß der schwarzen Skorpione dem Toten entgegen und verließ die Nische.
Lautlos und sichtbar nur für die schärfsten Augen unter dem Himmel suchte er den Weg zum Zeremonienhof. Er durfte keine Zeit verlieren. Schon spürte er, wie die Magie an seinen Kräften zehrte. Voller Leidenschaft, wie er selbst.
Ewiges Feuer brannte in Schalen auf dem großen Hof und tauchte ihn in ein glühendes Ascheschwarz-Orange. Es war die Zeit nach den Nachtriten und vor dem Morgenritual. Admar erblickte keinen Menschen. Er hüllte sich in Stille und erfasste die Anwesenheit eines Grauens.
Instinktiv duckte er sich in eine Ecke, als er sie entdeckte: Anzû - die Wächter Enlils. Die gefürchteten Greife des Sturms. NinShubur hatte ihn darauf vorbereitet. Sie lauerten vor dem Heiligtum, bereit, jeden ungebetenen Gast mit ihren mächtigen Fängen in Stücke zu zerreißen. Admar hatte nicht glauben wollen, dass sie mehr waren als die kunstvollen Figuren auf den steinernen Tafeln der Bildhauer. Nun sah er sie leibhaftig vor sich: Übermannshoch hockten sie links und rechts neben dem Durchgang zum Heiligtum, mit Schwingen wie Gewitterwolken, die den Himmel verschlucken konnten. Die seltsam eckigen Köpfe erinnerten ihn an Löwen mit geifernden Fängen und gelben Augen. Ihr wachsamer Blick geisterte unablässig über den Hof.
Gezeugt durch den Samen des Wolkenbruchs, als Himmel und Gebirge sich vereinigten. Sturmgeboren. So erzählte man sich. Er konnte ihre Macht spüren. Es war die Macht des Herren des Windes, des Gottes Enlil selbst.
Admar, der Meister aller Diebe, begann zu zweifeln.
Verfluchte Göttin. Wie sollte ihm gelingen, was sie nicht vermochte? Er runzelte die Stirn. Sie hatte irgendwas vom Wesen des Windes gesagt, das ihr nicht zu eigen war, deshalb brauchte sie ihn. Er schob es beiseite – Götter erklärten sich nicht und wenn doch, verstand man sie nicht.
Er zog den Südwind wie ein Gewand um sich zusammen und verdichtete seine Tarnung. Das Feuer rauchte, der Geruch von Fischtran drang ihm in die Nase. Behutsam schlich Admar aus seiner Ecke lautlos die Mauer entlang, sich dem Feuerschein entziehend. Die Leidenschaft packte ihn – dieses Versteckspiel fing an ihm zu gefallen.
Aufmerksam beobachtete er die Anzû, während er sich Schritt um Schritt vorwärts arbeitete, geschickt jede Handbreit Schatten ausnutzend. Menschen hätten ihn niemals entdeckt, aber die scharfen Augen der Bestien waren schwer zu täuschen. Je mehr sich Admar näherte, desto stärker hüllte er sich in den Wind. Es zehrte an seinen Kräften. Er wusste nicht, ob sie die Magie spüren konnten.
Er schätzte vierzig Schritte bis zum Eingang zur Vorcella. Es gab nur diesen – vorbei an den Anzû.
Admar schlich sich konzentriert heran, kauerte dabei so dicht über dem Boden, wie es ihm möglich war. Verwoben in Wind und Schatten, lautlos wie ein Schakal in der Wüste, unberührt vom Sternenschein des endlosen Firmaments passierte er Säule um Säule. Er roch seinen eigenen Schweiß und fluchte innerlich ein weiteres Mal. Der Wind trug seinen Geruch den Bestien entgegen. Die Magie vermochte das nicht zu verhindern. Admar zog den Umhang so dicht um seinen Körper, wie er nur konnte und erreichte die letzte Säule.
„Zazu, komm schnell, hier liegt einer!“, ertönte ein Ruf.
Admar zuckte zusammen und blickte nach hinten. Der tote Wächter war gefunden. Er musste sich beeilen. Vielleicht suchten sie zuerst den Tempelvorsteher auf. Das würde ihm Zeit verschaffen. Ein Rauschen lenkte seine Aufmerksamkeit zurück auf die Anzû. Ein heiseres Krächzen ertönte. Die linke Bestie streckte sich. Zwei Schwingen breiteten sich aus und schlugen mehrfach durch die Luft. Dabei verdeckten sie die Augen der anderen Kreatur.
Sie waren abgelenkt - Admar sauste vorwärts, zehn Schritte bis zum Durchgang der Cella. Lautlos, in Wind und Dunkelheit gefangen, erreichte er ihn und huschte hinein. Der Wind gab ihn frei - Admar suchte sofort Deckung in einer Nische neben dem obersten Treppenabsatz und kauerte sich nieder. Atemlos verharrte er, das Blut schäumte in seinen Adern, Hitze stieg ihm ins Gesicht und sein Herz schien lauter zu klopfen als der Schlag eines Schmiedehammers auf einen Amboss.
„Wachen, Wachen!“, rief es draußen. Admar hörte schwere Schritte, Stimmen und das Klirren von Metall. Er hatte keine Zeit zu verlieren. Er zwang sich zur Ruhe und tastete nach der Treppe. Da erhob sich ein Brausen und Rauschen wie der Sturmwind selbst und Admar wandte sich um. Er erblickte die flügelschlagenden Anzû. Ein Brüllen wie der Schrei eines wütenden Löwen ertönte und überzog Admars schäumendes Blut mit eisiger Kälte.
Entdeckt, schoss es durch seinen Kopf, seine Beherrschung wollte schwinden, Angst erstickte mit einer wogenden Welle seine Leidenschaft und er drückte sich entsetzt zurück in die Nische.
Still, bezwang er mit Mühe seine Gefühle und kauerte sich so eng auf den Boden, wie er es vermochte.
Allmächtige Dämonen, sie werden mich zerreißen, schrillte ein Gedanke durch seinen Kopf. Es gab kein Schlupfloch. Keinen geheimen Ausweg. Er lauschte auf das Brausen des Flügelschlags und wartete auf die Wachen. Zu seiner Verwunderung entfernten sich die Geräusche. Die Bestien waren aufgeflogen und kreisten brüllend über dem Tempel, die Schritte der Wachen hörte er nicht mehr.
Admar konnte es kaum glauben – bekam er noch eine Gelegenheit? Hatten die Anzû ihn nicht wahrgenommen? Unten in der Cella würden sie ihn vielleicht gar nicht suchen. Niemand erwartete, dass ein Dieb soweit kam. Das war eine Hoffnung und Admar durchaus ein optimistischer Zeitgenosse.
Vorsichtig verließ er die Nische, sicher, dass niemand unten an der Treppe wartete, schlich lautlos die Stufen hinab in das untere Gewölbe und betrat voller Ehrfurcht die heilige Cella des Gottes Enlil.
Fackeln spendeten diffuses Licht und auf den roten Lehmziegeln sprangen Schatten wie Geister aus der Unterwelt zwischen den Fugen hin und her. Admar vergaß für einen Augenblick die Gefahr und hielt den Atem an. Gold, Karneol und Lapislazuli bedeckten den Schrein und den Thron, der darauf stand. Davor befanden sich unzählige Opfergaben und Beterstatuetten, verbunden mit Bitten und Wünschen an den Gott, der das Schicksal bestimmte. Doch der Thron war leer.
Admar fand eine Seitentür und öffnete sie so leise wie möglich. Dahinter erwartete ihn Dunkelheit. Er schlich zurück und nahm eine Fackel aus der Halterung. In dem Gemach war es angenehm kühl. Der Fackelschein fiel auf ein kunstvoll gezimmertes Bett mit Tuch aus feinstem Leinen bedeckt. Hierauf ruhte die steinerne Statue Enlils mit offenen Augen.
Admar durchzog ein mulmiges Gefühl. Es war nicht eben eine Kleinigkeit, einen Gott in seinem Schlafgemach zu stören. Er zitterte, als er den Fackelschein über den Körper des Gottes wandern ließ. Golden schimmerte die Schicksalstafel aus kostbarem Amber auf seiner Brust, aufgehängt an einem feingliedrigen Geschmeide aus Gold und Karneol. Begeisterung erfasste Admar. Dafür würde die Göttin einen hohen Preis bezahlen. Sorgsam löste er die Kette vom Hals des Gottes und barg sie in einer Tasche unter seinem Umhang. Jetzt zweifelte er nicht mehr daran, dass er hier heil herauskam. In Sicherheit konnte er die Tafel in Ruhe betrachten, er wollte wissen, wonach es NinShubur so sehr verlangte.
Admar machte sich auf den Rückweg. Die Kette in seinem Besitz verursachte ihm Unbehagen. So ein Götterding war bestimmt eine unberechenbare Sache. Besser, sie so schnell wie möglich loszuwerden. Er ließ die Fackel in der Cella zurück und schlich so leise er konnte die Treppe empor.
Mit jeder Stufe hörte er den Aufruhr, der draußen herrschte, näher kommen, klopfte sein Herz stärker, fühlte er die emporsteigende Angst vor dem Schrecken der Lüfte. Wiederum kauerte er sich in die Nische. Vorsichtig spähte er durch den Durchgang auf den Hof. Seine Hoffnung schien sich zu erfüllen. Sie suchten nicht im Heiligtum nach ihm. Die Luft war erfüllt von den Schreien der Anzû, die gesamte Priesterschaft schien auf den Beinen, er hörte ihre Schritte und ihre Stimmen, aber er sah keinen einzigen im Zeremonienhof.
Allmächtige!, hallte es in seinem Kopf und langsam schlich er zum Durchgang. Er brauchte einen Moment, musste den Wind erfassen, um seine Magie zu wirken, nur einen Augenblick, um seine Tarnung zu weben und erneut in den Schatten zu verschwinden.
Admar trat hinaus auf den Hof. Da erstarb der Wind.
Panik erfasste ihn, verzweifelt versuchte er, sich zu konzentrieren.
Mit dem Wind, mit dem Wind!, beschwor er die Macht, doch der Wind verriet ihn und blieb stumm.
Ein schreckenerregendes Gebrüll hob an. Schwingen wie Gewitterwolken brausten heran und Admar gewahrte, wie die Blitze aus zwei Paar gelber Augen schossen und ihn glühenheiß durchbohrten und dann erreichten ihn die Bestien und er spürte einen unbändigen Schmerz, als die riesenhaften Klauen seinen Körper in Stücke rissen.
- Allmächtige Dämonen! –

******

NinShuburs Gedanken wanderten unruhig durch die Wirbel der Zeiten, vor und zurück, und hielten sich an Dingen fest, die hätten sein können und nun vorerst nicht sein würden.
Ihr Verdacht war zur Gewissheit geworden: Es reichte nicht aus, das Wesen des Windes in sich zu tragen, um die geflügelte Brut des Sturms zu überwinden.
Die Tafel des Schicksals zierte erneut die Brust des Königs aller Götter. Das geschriebene Wort Nammus, das Gesetz, welches niemand verändern oder aufheben konnte. Und mit der Tafel hielt er das Schicksal über Götter und Menschen in seinen Händen.
NinShubur öffnete ein Zeitfenster und sah tausende von Sternenkreisen zurück in die Vergangenheit.
Der heilige Berg Duku, wo die reinen Wasser entspringen, leuchtete rotgolden in der Morgensonne. Sie sah sich selbst an der heiligen Quelle des Abzu sitzen und Lyra spielen, während ihr Mund die Worte sang, die Nammu in Gold geweint hatte.
Sie sah in die silbernen Augen einer hochgewachsenen Frau mit schwarzen Haaren, die ihren Körper wie einen Kokon umhüllten, sah, wie sie sich in einen Wasserdrachen verwandelte und mit anmutigem Flügelschlag in die Lüfte davonflog.
NinShubur lächelte. Das Zeitalter der Unschuld. Niemand schien sich daran zu erinnern. Aber NinShubur vergaß nicht. Der Rat der Götter hatte sich geirrt. Es war ein Fehler gewesen, Enlil die Tafel zu überlassen. Enlil missbrauchte seine Macht. Nammu hätte voraussehen müssen, dass der Rat versagt.
Was hätte alles sein können.
Admar der Dieb war ein Narr gewesen. Leicht zu verführen, wie alle Menschen. Niemand schien besser geeignet für den Auftrag als er. Warum war er gescheitert? Welche Eigenschaft hatte ihm gefehlt, um die Anzû zu täuschen?
Wenn der Wind stirbt, was bleibt dann von den Anzû?
Wenn der Wind stirbt.
Enlil.
Das Wesen des Windes, gepaart mit einer Verbindung zu Enlil.

Konnte das sein? Und wer würde das sein?
Und wenn es noch Zeitalter dauert – ich werde dich finden.
Wieder lächelte NinShubur. Sie sandte ihren Geist aus und machte sich auf die Suche.


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Beitrag #2 |

RE: Die Tafel des Schicksals - Prolog
An alle Neugierigen: Erst die Geschichte lesen.

Spoilers ahead. Ye be warned. (Click to View)

Und damit wünsch ich dir noch einen schönen Abend und bis in Kürze (dann mit einem anständigen Kommentar im Gepäck Icon_wink ).

Liebe Grüße
Lanna (die jetzt erstmal schmollen geht.) Icon_wink

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #3 |

RE: Die Tafel des Schicksals - Prolog
Hach Lanna, Icon_bussi

Aber Admar hat vielleicht noch eine Chance. cookie In Ki Engi landen die Menschen nämlich nach dem Tod im Land ohne Wiederkehr. In Irkalla. Die Sumerer glaubten nicht an eine Wiedergeburt und nicht an ein endgültiges Ausgelöschtsein. Sie stellten sich das Jenseits wie das Diesseits vor - nur düster, staubig, wo die Totengeister missmutig umherschlurfen ( Formulierung stammt aus einem sumerischen Text). Dieses Setting spielt eine Rolle im zweiten Teil. Und später in Tuairtha, meiner keltisch-germanischen Welt. Irkalla ist die Unterwelt, die von sieben Mauern umgeben ist und sieben Tore besitzt. Dort herrschen der Unterweltsgott Nergal und seine Gemahlin Ereshkigal. Und laut Überlieferung ist eine Göttin von dort entkommen - aber nur, weil jemand anderer an ihre Stelle trat. Stoff für Geschichten Icon_cuinlove

Liebe Grüße von slainte music


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Beitrag #4 |

RE: Die Tafel des Schicksals - Prolog
So, liebe slainte,

dann werde ich mich jetzt mal etwas gesitteter zu Wort melden.
Wegen Garrett: Ich war fest davon überzeugt, dass wir mal über die Thief-Reihe gesprochen hätte, bzw. irgendwo gelesen zu haben, dass du sie gespielt hast. Sonst hätt ich vielleicht eine kleine Erklärung dazu abgegeben *hust*
Hol ich das schnell nach:
Garrett ist ebenfalls ein Meisterdieb – für mich der beste von allen. (Gut, so viele kenn ich nun auch wieder nicht, aber er ist schon sehr cool). Die Kombination: Dieb als Hauptfigur, dann die Art, wie Admar so ist, und schließlich auch der leicht Computerspielhafte Aufbau der Szene (nicht negativ gemeint!), haben mich da direkt die Brücke schlagen lassen. Allerdings bin ich bei solchen Spontan-Assoziationen ziemlich speziell und würde mich nicht wundern, wenn niemand sonst das so sieht wie ich *lach*

Also als Kurzgeschichte hätte mich dieser Prolog restlos begeistert, selbst mit Admars Tod am Ende. Denn bei einer Kurzgeschichte wäre es sowieso vorbeigewesen. Als Prolog für einen Roman finde ich es aber wirklich schade, dass diese geniale Figur eingeführt wird (in die ich mich fast direkt verliebt habe Icon_cuinlove (Nein, was red ich – der erste Satz, da hatte er mich schon ...)), und dann verschwindet.
Du hast mir Admar quasi zu gut nahegebracht *lach*

Ich bin im Allgemeinen kein Freund von Prolog-Figuren, die fein ausgearbeitet sind, aber dann nie wieder auftauchen. Allerdings geschieht es auch eher selten, dass ich wirklich so begeistert von einer Prolog-Figur bin. Eine echte Zwickmühle. Ich müsste dir fast raten, Admar ein bisschen weniger toll zu gestalten, damit ich zufrieden bin Mrgreen Icon_ugly
Andererseits kann ich mir auch einfach vorstellen, das wäre eine Kurzgeschichte nur über ihn. Dann passt es wieder. (Keine Sorge, es haben schon einige Menschen aufgegeben, mich verstehen zu wollen – einschließlich mir selbst *grins*)

Was ich sagen will? Keine Ahnung. Mir gefällt Admar und ich weine ihm noch ein bisschen nach. Und hoffe, ihn irgendwann in Irkalla wiederzusehen. (Klingt nach nem netten Ort für eine Zweitwohnung. Missmutig herumschlurfende Totengeister Icon_lol )

Und jetzt beginne ich meine finstre Rache an dir und mache mich an die Textarbeit Icon_fies

Zitat: Admar, der Dieb, verschmolz mit den Schatten.
Ja, damit hast du mich echt schon am Haken gehabt. Natürlich hätte es auch blöd weitergehen können, aber statt einfach nur kurz reinzugucken (was ich eigentlich gestern Abend vorhatte), hab ich direkt richtig weitergelesen. Ich liebe Diebe. Und mit dem Schatten verschmelzen liebe ich auch.
Allerdings bin ich mit mir selbst uneins, ob die Erwähnung des Diebes notwendig ist. Mein Kritiker sagt: Nö, wird ja später noch klar, klingt hier wie Erklärung für den Leser. Aber weil ich halt weiß, dass genau diese Erwähnung seines Berufes mich zum Weiterlesen verleitet hat, müsst es schon drin bleiben. Ich grüble mehr, ob die Kommata notwendig sind oder nicht.
Mit Kommata wirkt es wirklich arg nach eingeschobener Lesererklärung, so: Admar – OBACHT, der Typ ist ein Dieb – verschmolz mit den Schatten. (Zumal man später ja erfährt, dass er gar kein einfach Dieb ist, sondern der Meister aller Meisterdiebe!).
Deshalb tendiere ich eigentlich eher zu »Admar der Dieb verschmolz mit den Schatten.«
Ich weiß jetzt nicht, wie flüssig das von der Leserschaft aufgenommen wird, aber für mich wäre das dann weniger Leserinfo als einfach der Eigenname von dem Typ, so wie Karl der Große eben. Admar der Dieb.
(erwähnte ich, dass ich extrem pingelig sein werde? *lach*)

Zitat: und der dunkle Umhang war ihm viel zu warm.
das klingt nicht so gut, finde ich, vor allem, weil man durch das Schwitzen ja schon davon ausgeht, dass ihm warm ist. Vielleicht ein bisschen bildhafter: »und unter dem dunklen Umhang staute sich die Hitze« oder sowas? Das »war ihm zu warm« klingt so simpel, so schlicht. Ich finde, das passt nicht ganz zu deinem sonstigen Stil.

Zitat: den er nur verspürte, wenn seine Mission besonders brenzlig war.
»Mission« ist ein zu modernes Wort (in meinen Ohren) – da bin ich recht empfindlich, weil ich es früher selbst benutzt habe, inzwischen aber immer direkt an Computerspiele denken muss. Mir gefällt da »Auftrag« besser als Alternative. (Oder hier auch »Vorhaben« oder »Aufgabe«)
Ist aber natürlich Geschmackssache, ich sags nur mal.

Zitat: Mit Erstaunen hatte er zur Kenntnis genommen, warum die Götterbotin es nicht selbst tun konnte. Sie hatte ihn gewählt.
Und warum kann die Götterbotin es nicht selbst tun? Wenn solche Dinge aufgeworfen werden, komm ich mir als Leser immer bissl außen vor vor, wenn es nicht (oder erst viel später) auch aufgeklärt wird. Das »Warum« ist an diesem Punkt ja auch unwichtig. Wichtig scheint mir nur, dass Admar ausgewählt wurde, weil die Götterbotin es nicht selbst kann.
Würde also flüssiger finden: »zur Kenntnis genommen, dass die Götterbotin«
Allerdings fände ich es ohnehin schöner, wenn da ein direkter Übergang bestünde zum vorigen Satz, also sowas wie:
»wenn eine besonders brenzlige Aufgabe vor ihm lag. Eine Aufgabe, der selbst die Götterbotin nicht gewachsen war. Und sie hatte ihn ausgewählt.«
So in der Richtung, weißt du, was ich meine?
Oder eben kurz (in ein oder zwei Sätzen) tatsächlich die Gründe der Götterbotin ausführen, wobei das vermutlich nicht in deinem Sinne ist.

Zitat: Admar grinste. Er war der Beste.
Ja, gesundes Selbstbewusstein gehört zu jedem guten Dieb dazu Mrgreen

Zitat: Ein wohliges Glücksgefühl durchströmte ihn, als er die Lautlosigkeit und Eleganz seines Körpers spürte.
Bei anderen Figuren würde ich das anstreichen, weil es meistens doch recht unnatürlich wirkt, wenn man so über sich selbst denkt. Aber zu Admar – einem Typ, der sich kurz vorher noch ohne Zurückhaltung als »den Besten« beschrieben hat – passt es wie die Faust aufs Auge Pro

Zitat: Wenn die Sinne zu scharfem Verstand erwachten und seine Nerven in kalten Stein meißelten.
Pro

Zitat: Zwei Mann standen unbeweglich rechts und links an den hohen Säulen. Nur Dolche und Standarten, keine Rüstungen und Speere. Nibru stand nicht im Krieg.
(ich nehm mal an Wortwiederholungen mit, was mir auffällt. Wenn sie dich nicht stören, lass die Anmerkungen dazu einfach links liegen)
das erste »standen« könnte man ersetzen durch »(ver-)harrten (aus)« oder »flankierten den Eingang«
das zweite könnte man ersetzen durch »befand« oder »war«

Zitat: „Die Tafel aus Amber“, hatte NinShubur verlangt, „sie hängt um den Hals der Statue des Enlil.“
Ich würde hier hinter »verlangt« eher einen Punkt setzen (und dann »Sie« natürlich groß), weil ich auch ohne den Einschub schreiben wüde: »Die Tafel aus Amber. Sie hängt ...«

Zitat: Er mied die Tempel wie Ungeziefer.
Pro

Zitat: Jetzt war es zu spät zur Umkehr.
Der Satz passt für mich nicht. Ich versuche mal zu schildern, wie die Situation auf mich wirkt: Admar ist Dieb aus Leidenschaft, er sucht die Herausforderung. Er ist stolz, alles zu schaffen, und positiv aufgeregt, wenn er eine neue Chance bekommt, zu beweisen, dass er der Beste ist. Es reizt ihn, in den Tempel einzubrechen, etwas zu vollbringen, was niemand sonst bisher gewagt/ geschafft hat.
ABER: Dass er diesen Handel ausgerechnet mit einer Göttin hat, behagt ihm nicht. Ihm ist es lieber, wenn er sich bei Problemen doch irgendwie herauswinden kann.

Deshalb würde ihm eine Umkehr ja nicht helfen. Der Handel ist schon geschlossen, das unangenehme liegt im Moment quasi hinter ihm. Vor ihm liegt die Mission, die ihm ewigen Ruhm bringt. Also das positive an diesem Handel, den er ja aus irgendwelchen Gründen (ewiger Ruhm, Reichtum, Stolz) überhaupt mal eingegangen sein muss.

Dass er hier an Umkehr denkt, nimmt ihn ein bisschen sein Selbstbewusstsein, weil es so wirkt, als würde die Herausforderung ihn abschrecken, obwohl eigentlich (wenn ich es richtig verstehe), die Tatsache, dass eine Göttin seine Auftraggeberin ist, ihn abschreckt.

Vielleicht eher: »Jetzt war es zu spät für Zweifel«?

Zitat: In seinem Kopf legte sich ein Schalter um und verbannte jedes Gefühl.
den sich umlegenden Schalter empfinde ich als zu modern (weil ich es mit Maschinen verbinde und Maschinen mit Industrie oder zumindest mal Steampunk). Allerdings fällt mir auch keine Alternative ein – vielleicht hast du da noch eine andere Forumlierung auf Lager (falls es dich überhaupt stört)

Zitat: Im Gleichschritt marschierten sie genau 25 Schritte in den Vorhof zum Wachhäuschen
»Wachhäuschen« ist für mich auch recht modern, vielleicht passt auch »Wachstube«? Oder steht da wirklcih so ein 1x1qm kleines Häuschen im Hof? Kann ich mir bei einer Tempelanlage eigentlich nicht vorstellen.

Zitat: Sie mussten ihn für einen Priester halten. Vielleicht beachteten sie ihn nicht.
Hier hab ich mich ja beim ersten Lesen schon geärgert, dass er ein solches Unterfangen startet und sein Plan dann auf »Vielleicht sehen sie mich nicht« basiert. Ich dachte: Mensch, Admar! Das kannst du doch besser! ... aber zum Glück geht sein Plan ja dann noch ein Stück weiter *lach*

Zitat: Admar war darauf vorbereitet.
Und ich hab an ihm gezweifelt. Tut mir Leid! *grins*

Zitat: Er hätte gern vermieden, was er jetzt tun musste.
Weil es Bonuspunkte gibt, wenn man das Level schafft, ohne jemanden zu töten *nick* Klappt halt leider nicht immer.
(Es soll nicht klingen, als würde ich mich darüber lustig machen. Kam mir nur direkt in den Kopf, weil ich halt von Anfang an diese Assoziation hatte. Aber es hat mich nicht gestört. Gar nicht. Weil es einfach auch zu Admar passt, dass er nicht töten will. Er ist ein Dieb, kein Mörder. Gute Diebe müssen nicht töten, weil sie nicht entdeckt werden. Es geht gegen seine Berufsehre. Aber wenn es notwendig ist, tut er es halt. Der Charakterzug gefällt mir.)

Zitat: Mit dem Wind. Er tauchte in den Südwind ein und verschmolz mit der Dunkelheit.
Da hat Admar mein Herz endgültig und restlos erobert. Weil es nicht einfach nur eine bildhafte Umschreibung für »Er trat in die Schatten« ist, sondern weil er tatsächlich mit der Dunkelheit verschmilzt. Ich war total überrascht, dass es in dieser Welt tatsächlich Magie gibt. Echte Magie. Und dann noch so coole.
(Ich hab selbst zwei Charaktere in angefangenen Geschichte, die das können. Der eine ist auch passenderweise ein Meuchelmörder und Dieb, braucht allerdings keinen Wind, sondern nur die Schatten, in die er eintaucht und an einer anderen Stelle halt wieder rauskommt. Schattenspringen heißt es bei mir - ich selbst finde sowas immer schwer zu beschreiben, bei dir ist es absolut gelungen Pro )

Zitat: Schon spürte er, wie die Magie an seinen Kräften zehrte. Voller Leidenschaft, wie er selbst.
Pro

Zitat: ein glühendes Ascheschwarz-Orange.
Pro

Zitat: Die gefürchteten Greife des Sturms.
vom Gefühl hätte ich »Greifen« geschrieben, bin mir bei diesen Fabelwesen aber nie sicher, weil die teilweise ganz seltsame Deklinationen haben.

Zitat: links und rechts neben dem Eingang zum Heiligtum mit Schwingen wie Gewitterwolken
Ich würde ein Komma zwischen »Heiligtum, mit« machen, auch wenn ich nicht sicher bin, ob da eins sein muss. Aber ich finde es besser zu lesen, weil sonst schnell das Heiligtum die Schwingen bekommt, so Bezugsmäßig.

Zitat: mit Schwingen wie Gewitterwolken, die den Himmel verschlucken konnten.
Icon_cuinlove

Zitat: Gezeugt durch den Samen des Wolkenbruchs, als Himmel und Gebirge sich vereinigten. Sturmgeboren. So erzählte man sich. Er konnte ihre Macht spüren. Es war die Macht des Herren des Windes, des Gottes Enlil selbst.
Richtig stimmungsvoll, diese kleine Erklärung. Gefällt mir! Pro

Zitat: Admar, der Meister aller Diebe, begann zu zweifeln.
Pro

Zitat: Wie sollte er schaffen, was sie nicht vermochte?
»schaffen« fällt ein bisschen aus dem Stil raus, finde ich – wobei Admar selbst ja nicht so gehoben denkt. Trotzdem fände ich »Wie sollte ihm gelingen« stimmiger, harmonischer zu dem »vermochte«, als Gegensatz

Zitat: Sie hatte irgendwas vom Wesen des Windes gesagt
»irgend-« kann man zwar benutzen (ich mach es selbst mehr als genug *lach*), finde es aber immer bissl umgangssprachlich. Hier in den Stil würde mMn »etwas« besser passen.

Zitat: Er zog den Südwind wie ein Gewand um sich zusammen und verdichtete seine Tarnung.
Pro - mit wenigen Worten Magie beschrieben. Selbsterklärend und geheimnisvoll. Toll!

Zitat: Je mehr sich Admar näherte, desto stärker hüllte er sich in den Wind.
statt »mehr« fände ich »weiter« besser, möchte aber den Vorschlag machen: »Je näher Admar ihnen kam«

Zitat: Es gab nur diesen – vorbei an den Wächtern.
statt »Wächter« würde ich »Anzû« schreiben. So oft werden sie ja nicht erwähnt, dass du da unbedingt Synonyme für brauchst, und gerade »Wächter« hast du halt am Anfang sehr häufig für die Bezeichnung der Wachen, deshalb find ich es hier im ersten Moment auch irritierend, ob damit jetzt die Anzû gemeint sind oder doch menschliche Wächter, die auch noch da stehen.

Zitat: Verwoben in Wind und Schatten, lautlos wie ein Schakal in der Wüste, unberührt vom Sternenschein des endlosen Firmaments
Ja, Admar ist schon sehr überzeugt von sich selbst. Zurecht. So cool wie er ist.

Zitat: Admar zog den Umhang so dicht um seinen Körper, wie er nur konnte und erreichte die letzte Säule.
Komma zwischen »konnte, und« (abschließenden Komma für den Nebensatz »wie er nur konnte«)

Zitat: Zwei Schwingen breiteten sich aus und schlugen mehrfach hin und her.
eher »auf und ab«

Zitat: Admar schoß vorwärts, zehn Schritte bis zum Eingang der Cella.
»schoss«
(ich schreib zur Zeit ständig »floss« mit ß und hab keine Ahnung warum ... irgendwie sieht das »oß« in meinen Augen richtig aus *lach*)

Zitat: Lautlos, in Wind und Dunkelheit gefangen erreichte er den türlosen Eingang und huschte hindurch
Es kann an mir liegen: ich habe »türlos« im ersten Moment so interpretiert, dass es keine Tür in der Mauer gibt, und dachte, Admar könnte auch noch durch Wände gehen. Direkt drauf ist mir klar geworden, dass der Durchgang einfach offen ist, also weder Wand noch Tür, und dass da jeder durchgekommen wäre *lach* Mag allein an dieser Erfahrung liegen, aber irgendwie fände ich »Durchgang« statt »Eingang« passender (und dann vielleicht »hinein« statt »hindurch«, um das »durch« nicht zu doppeln.)
außerdem finde ich »gefangen« seltsam. Admar kontrolliert doch diese »Gefangenschaft«, er ist Wind und Dunkelheit nicht ausgeliefert, sondern nutzt sie, um sich zu schützen. Vielleicht eher: »eingehüllt« oder »verborgen«, »gewoben«
Mein Gefühl verlangt noch dazu ein Komma zwischen »gefangen, erreichte«, bin aber nicht sicher, ob es ein Muss-Komma oder ein Kann-Komma ist. Falsch wäre es auf keinen Fall, eins zu setzen.

Zitat: Atemlos verharrte er, das Blut schäumte in seinen Adern, Hitze stieg ihm ins Gesicht und sein Herz schien lauter zu klopfen als der Schlag eines Schmiedehammers auf einen Amboss.
Sehr gut! Anwendung von Magie ist kein Klacks, sie verlangt einen Preis, hinterlässt Spuren beim Anwender. Ich liebe solche Konsequenzen.

Zitat: Ein Brüllen wie der Schrei eines wütenden Löwen ertönte und das Blut Admars gefror in seinen Adern.
Durch das Bild kurz vorher, wo ihm Hitze ins Gesicht steigt und das Blut schäumt, finde ich das gefrierende Blut hier eher unpassend. Ich würde da entweder den Gegensatz stärker herausarbeiten:
»und die Hitze floss aus Admar heraus, ließ Kälte zurück, die sein Blut gefror« (nur als Beispiel)
oder ein anderes Bild für seinen Schreck suchen (zumal erfrierendes Blut eher abgelutscht ist – ich mag es aber trotzdem).

Zitat: schrillte ein Gedanke in seinem Kopf.
wo denn sonst? *zwinker*

Zitat: Die Bestien waren aufgeflogen und kreisten brüllend über dem Tempel
Das ist die einzige Stelle, die mich von der Logik her gestört hat, wobei ich nicht ausschließe, dass du es später noch aufklären wirst: Warum fliegen die Anzû weg? Es wirkt so, als sei ihre wichtigste (und einzige?) Aufgabe, den Tempelschatz zu schützen. Da ist es ziemlich fahrlässig, dass sie einfach abhauen (weil eine Leiche gefunden wurde?).
Wie gesagt, das ist eine Stelle, da fällt mir keine Erklärung zu ein, denke aber trotzdem, dass der Autor sich was dabei gedacht haben könnte. Dass vielleicht auch nur zufällig irgendwo etwas anderes passiert ist, dass wichtig genug ist, die Anzû wegzulocken.
Wenn es allerdings tatsächlich nur wegen der Leiche ist, finde ich das bissl mau. Die Wächter sind ja da, um sich darum zu kümmern. Die Anzû sollten diesen Eingang bewachen. Da haut man nicht mal einfach ab, weil es anderswo Ärger gibt. Finde ich zumindest.

Zitat: Admar konnte es kaum glauben – bekam er noch eine Chance?
»Chance« ist noch eines meiner No-Go-Wörter in Fantasygeschichten. »Gelegenheit« würde es mMn genauso tun. (ist halt wieder Geschmackssache – wie das meiste, das ich hier anmerke)

Zitat: Das war eine Hoffnung und Admar durchaus ein optimistischer Zeitgenosse.
Mrgreen Pro

Zitat: auf den roten Lehmziegeln sprangen Schatten wie Geister aus der Unterwelt zwischen den Fugen hin und her.
Pro

Zitat: bedeckten den Schrein und den Thron, der darauf stand. Davor standen unzählige Opfergaben
Der Thron steht auf dem Schrein?
Statt »stand« vielleicht »der darauf errichtet (worden) war«

Zitat: Der Fackelschein fiel auf ein kunstvoll gezimmertes Bett mit Tuch aus feinstem Leinen bedeckt. Hierauf ruhte die steinerne Statue Enlils mit geschlossenen Augen.
Ich hab jetzt so gar keine Ahnung von dem Götter-/Tempelkult, aber im ersten Moment stellte ich mir hier so eine bewegliche Götterstatue vor (mit Bein- und Armgelenken, wie eine Barbiepuppe quasi), die von den armen Priestern jeden Morgen auf den Thron gesetzt und jeden Abend zurück ins Bett gelegt wird Mrgreen
Und irgendwie skurril, dass da Tücher auf dem Bett liegen. Das ist also ein richtiges Bett, aus Holz und so – kein Stück Stein, aus dem die Form eines Bettes mit einem Gott darauf gemeißelt wurde? Also Statue und Bett sind nicht miteinander verbunden? Und die Statue wird manchmal auf den Thron gesetzt?
(Oder erwacht der Gott manchmal zum Leben und setzt sich selbst auf den Thron? Wird er womöglich nur im Schlaf zu einer Statue? Da gibt es so viele Möglichkeiten!)
Ich finde es nicht nötig, dass diese Fragen innerhalb des Prologs geklärt werden, aber meine Neugier ist schon geweckt. Ich vermute, um solche Dinge wird es später in der Geschichte noch hin und wieder gehen, aber magst du mir das schonmal hier erklären?

Zitat: Vorsichtig nestelte er die Kette vom Hals des Gottes
»nesteln« will mir hier nicht recht passen, das klingt so unbedarft, dabei weiß Admar doch sicherlich genau, was er tut. »Vorsichtig löste er« fände ich seinem Stand als Meisterdieb angemessener.

Zitat: Die Kette in seinem Besitz verursachte ihm Unbehagen.
Am Anfang hab ich ja die Sache mit der Umkehr kritisiert. Hier passt es sehr gut, das Unbehagen.

Zitat: Er brauchte einen Moment, musste den Wind erfassen, um seine Magie zu wirken, nur einen Augenblick, um seine Tarnung zu weben und erneut in den Schatten zu verschwinden.
Admar trat hinaus auf den Hof. Da erstarb der Wind.

Pro (also, erzähltechnisch gesehen. Als emotionaler Leser hasse ich den Wind für seine Hinterhältigkeit. Einfach mal aufhören zu wehen. Gerade jetzt! Was soll denn das?)

Zitat: Mit dem Wind, mit dem Wind!, beschwor er die Macht, doch der Wind verriet ihn und blieb aus.
statt »aus« vielleicht »stumm«, würde mir besser gefallen, ohne sinnvolle Begründung.
(sehr schön übrigens Admars aufkeimende Verzweiflung eingefangen, mit dem doppelten »Mit dem Wind« - ohne ein Wort drüber zu verlieren, merkt man direkt, wie Admar seine Fassung verliert)

Zitat: als die riesenhaften Klauen seinen Körper in Stücke rissen …
Mach ruhig einen normalen Punkt ans Ende. Ich kann zwar verstehen, warum man da Auslassungspunkte setzt (hab das früher auch oft gemacht), aber inzwischen finde ich, dass es ein bisschen unsicher wirkt, ob beim Leser auch wirklich der richtige Eindruck entsteht. Mit einem Punkt fände ich es entschiedener.
Ist ja schließlich vorbei für den armen Admar ( Smiley_frown ), da darf dann ruhig auch ein abschließender Punkt seinen Tod besiegeln.


Wegen der Anzû, die plötzlich wegfliegen und Admar so fast einen Sieg ermöglichen, habe ich übrigens zwischendurch mal den Verdacht, dass NinShubur da ihre Finger im Spiel hat. Dass sie irgendeine göttliche Ablenkung geschickt hat, die die Anzû so zornig gemacht hat, um Admar seine Aufgabe zu erleichtern. Immerhin wäre es ja in ihrem Sinn, wenn er erfolgreich ist. Bin da aber selbst nicht von überzeugt – für mich würde es als Erklärung ausreichen, wenn das später nicht noch geklärt wird.


Zitat: während ihr Mund die Worte sang, die Nammu in Gold geweint hatte.
Pro

Zitat: Admar, der Dieb, war ein Narr gewesen.
Ey! Icon_aufsmaulIcon_ugly

Zitat: Wenn der Wind stirbt, wodurch sind dann die Anzû?
Dem Satz fehlt etwas oder ich verstehe nicht, was du sagen willst.
Wodurch sind die Anzû ... was? Aufgewacht? Wütend geworden? Hungrig?

Zitat: Wieder lächelte NinShubur. Sie sandte ihren Geist aus und machte sich auf die Suche.
Und wenn es noch Zeitalter dauert – ich werde dich finden.
Sie schloss das Fenster.

Ich würde sie das Fenster vorher schon schließen lassen. Und zwar bei

Nammu hätte voraussehen müssen, dass der Rat versagt.
Was hätte alles sein können.
Sie schloss das Fenster.
Admar, der Dieb, war ein Narr gewesen.

weil ich finde, das es dort besser passt – mit dem Gedanken an Admar wendet sie sich von der Vergangenheit ab, der Gegenwart zu. Und weil ich finde, dass der vorletzte Satz ein besserer letzter Satz ist.
Vielleicht sogar umdrehen:

Wieder lächelte NinShubur.
Und wenn es noch Zeitalter dauert – ich werde dich finden.
Sie sandte ihren Geist aus und machte sich auf die Suche.

Weil jemand, der sich auf die Suche macht, einen hervorragenden Abschluss für einen Prolog bietet. Diese kleine Geschichte ist damit beendet, aber die beginnende Suche lässt den Leser gleichzeitig wissen, dass noch viel vor ihm liegt, dass da eine andere Geschichte gerade erst losgeht.

Bei »Sie schloss das Fenster« ... das klingt zu endgültig, finde ich (auch wenn es »nur« auf das Zeitfenster bezogen ist). Klappe zu, Affe tot. Da schwebt nicht dieses Versprechen nach mehr Geschichte, nach mehr Rätseln und Abenteuern und Aufklärung mit.


Ich vermute, dir ist aufgefallen, dass viele meiner Anmerkungen schlicht Lob waren, oder wirklich Geschmackssache, wo ich dir meine Meinung nicht aufdrücken sondern lediglich mitteilen will. Ich erwarte auf gar keinen Fall, dass du da alles änderst – nimm dir wirklich nur das raus, wo du auch selbst hinterstehst, und vergiss den ganzen Rest.

Ich war echt überrascht. Du weißt ja, dass ich mit den Ausschnitten bisher nicht so recht warmgeworden bin, aber ich interessiere mich schon für dein Werk. Deshalb hab ich eben auch hier reinschauen wollen und konnte nicht glauben, dass das noch die gleiche Geschichte sein soll. Vor allem inhaltlich, aber auch stilistisch, finde ich es sehr viel ansprechender (ich bin einfach ein großer Dieb-Fan, Schatten, Schleichen, Stehlen ... da fühl ich mich wohl).

Obwohl Admar stirbt, bringst du dem Leser mit diesem Prolog einen starken Konflikt nahe (DEN Hauptkonflikt der Geschichte?). Da ist eine Göttin, die einem anderen Gott das Schicksal stehlen will. Ohne großes Geschwurbel und siebentausend Namen drum herum *grins*
Das Geschehen hat Zeit, sich zu entfalten und es sind nur relavante Informationen drin. Vielleicht liegt es daran, dass Admar nichts mit Göttern und Politik zu tun hat, dass du hier gar nicht erst in Versuchung warst, all das zu erläutern.
Als Einstieg auf jeden Fall verdammt gut! (auch wenn Admar stirbt ...)
Für mich liegen da echt Welten zwischen diesem und dem vorigen Prolog. Eine ganz andere Atmosphäre, eine andere Geschichte.

Ich kann da gar nicht mehr viel anderes zu sagen. Mir hat es extrem gut gefallen.
Sehr gerne gelesen!

Liebe Grüße
Lanna

EDIT: Ich hab dich zu viel gelobt .... 27 Grafiken statt der erlaubten 25 - das Problem hatte ich schon eine Weile nicht mehr. Verflucht seist du, Daumenhoch-Smiley!)

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What's funny is how many people choose to be stupid.«
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Beitrag #5 |

RE: Die Tafel des Schicksals - Prolog
Uiii Lanna,

slainte wird ganz klein, versteckt sich hinter der nächsten Ecke und lugt ganz, ganz vorsichtig heraus. Bin ich hier richtig?

Über Deinen ersten Kommi habe ich herzlich gelacht, der ist einfach nur köstlich! Aber jetzt ... jetzt wird es unheimlich!
Ich habe Lanna abgeholt und das mit dem allerersten Satz! Icon_shockedIcon_uglyMrgreenIcon_lolIcon_cuinloveIcon_bussi
Sooooooviel Lob! Süße Rache. Ich liebe Deine Art, Dich zu rächen Icon_ugly

Erstmal habe ich Deinen Kommi abgespeichert, wie ich es mit allen Kommentaren mache, damit ich sie später, bevor ich die Kapitel neu schreibe, nochmal durchgehen kann. Aber jetzt verfasse ich direkt die Antwort für Dich - und zwar in Hochstimmung! Icon_lol
Zitat:Wegen Garrett: Ich war fest davon überzeugt, dass wir mal über die Thief-Reihe gesprochen hätte, bzw. irgendwo gelesen zu haben, dass du sie gespielt hast.
Mein Gedächtnis hängt manchmal ein wenig, aber ich kann mich daran tatsächlich nicht erinnern. Der Name Garrett ist sicher schon mal irgendwo aufgetaucht, aber ich habe ihn nie in den Zusammenhang eines Computerspiels gebracht. Eigentlich spiele ich ja nicht - eigentlich *hrrrmpf*. Die Grafik von Garrett ist echt schick.
Zitat:Also als Kurzgeschichte hätte mich dieser Prolog restlos begeistert, selbst mit Admars Tod am Ende.
Tatsächlich war das meine Intention, den Prolog wie eine Kurzgeschichte zu schreiben - dabei habe ich in meinem ganzen Leben noch keine Kurzgeschichte geschrieben. Nachdem ich das Ende des ersten Teils ausgearbeitet hatte, war einfach klar, was unbedingt in den Prolog muss, damit es eine runde Sache wird. Da schließt sich dann der Kreis.
Zitat:Du hast mir Admar quasi zu gut nahegebracht *lach*
slainte klopft sich auf die Schulter. Ich habe Dich eingefangen wie eine Spinne in ihrem Netz! Hahaha! Pffhhh, ich bin immernoch sprachlos.hurra
Zitat:Ich bin im Allgemeinen kein Freund von Prolog-Figuren, die fein ausgearbeitet sind,
Ups, Admar ist eigentlich überhaupt nicht ausgearbeitet. Er ist Mittel zum Zweck. Und er hat seine Sache sehr gut gemacht, besser, als ich dachte. Ich hatte ihn einfach so im Gefühl. Ich brauchte jemanden, der die Schicksalstafel versucht, zu stehlen und dabei scheitert. Jemand, der richtig gut ist. Jemand ohne Geschichte, weil ich nichts erklären musste. Jemand, der einfach handelt. Ich brauchte ihn, um die schwarzen Skorpione einzuführen. Ganz am Rande, mit seinem Gruß. Damit habe ich geschafft zu erklären, dass es da einen Bund gibt, dessen Mitglieder magische Fähigkeiten besitzen. Das ist sehr, sehr wichtig für den weiteren Verlauf. Aber Admar hat keine Hintergrundgeschichte (nur der Geheimbund), keine Eltern, kein Alter, keine Herkunft - sprich: Ich habe ihn einfach so aus dem Ärmel gezaubert. Und deshalb musste er auch wieder verschwinden.
Der Geheimbund spielt aber eine wichtige Rolle. Da gibt es allerdings nicht nur Diebe drin, sondern Leute mit ganz unterschiedlichen Motivationen. Die Magie haben sie aber alle gemeinsam. Leider darf ich nicht spoilern - es juckt mich in allen zehn Fingern, das zu tun, aber ich würde alle und mich selbst um die Geschichte betrügen - vielleicht verfehle ich am Ende mein Ziel.
Zitat:Andererseits kann ich mir auch einfach vorstellen, das wäre eine Kurzgeschichte nur über ihn. Dann passt es wieder. (Keine Sorge, es haben schon einige Menschen aufgegeben, mich verstehen zu wollen – einschließlich mir selbst *grins*)
Warum? Ich verstehe Dich ausgezeichnet. Und ich verspreche Dir jetzt eine Geschichte mit Admar als Hauptfigur. Schließlich hatte er ja ein Leben vor dem Raub der Tafel Icon_ugly Aber ich verspreche nicht, dass ich es genausogut nochmal hinkriege - obwohl ich ein wenig das Gefühl habe, mich langsam zu steigern. Schaun wir mal Icon_wink
Zitat:Ich weiß jetzt nicht, wie flüssig das von der Leserschaft aufgenommen wird, aber für mich wäre das dann weniger Leserinfo als einfach der Eigenname von dem Typ, so wie Karl der Große eben. Admar der Dieb.
Es ist tatsächlich sein Eigenname. Passt auch, weil in Sumer ja alle nach ihren Eigenschaften benannt werden. Ich habe das ohne Kommas auch ausprobiert, aber das sah so merkwürdig nackt aus. Das Beispiel Karl des Großen ist gut - ich werde die Kommas streichen.
Zitat:Zitat: und der dunkle Umhang war ihm viel zu warm.
das klingt nicht so gut, finde ich, vor allem, weil man durch das Schwitzen ja schon davon ausgeht, dass ihm warm ist. Vielleicht ein bisschen bildhafter: »und unter dem dunklen Umhang staute sich die Hitze« oder sowas? Das »war ihm zu warm« klingt so simpel, so schlicht. Ich finde, das passt nicht ganz zu deinem sonstigen Stil.
Das ist Admars Empfindung und nicht die des Erzählers. Und der denkt nicht in meinem Erzählstil. Sondern eben simpel und schlicht. Geradlinig, würde ich sagen. Außerdem gibt es auch kalten Schweiß, und dann friert man dabei. Ich lasse mir das nochmal durch den Kopf gehen.
Zitat:Mir gefällt da »Auftrag« besser als Alternative. (Oder hier auch »Vorhaben« oder »Aufgabe«)
Akzeptiert!
Zitat:Und warum kann die Götterbotin es nicht selbst tun? Wenn solche Dinge aufgeworfen werden, komm ich mir als Leser immer bissl außen vor vor, wenn es nicht (oder erst viel später) auch aufgeklärt wird. Das »Warum« ist an diesem Punkt ja auch unwichtig. Wichtig scheint mir nur, dass Admar ausgewählt wurde, weil die Götterbotin es nicht selbst kann.
Würde also flüssiger finden: »zur Kenntnis genommen, dass die Götterbotin«
Ich schreibe nicht gerne "dass". Und das "Warum" verleiht nach meinem Gefühl dem Ganzen nochmal eine eigene Tiefe. Ja, klar stoß ich den Leser mit der Nase drauf, damit er warum fragt Icon_fies Aber ich möchte das so stehen lassen. Ich hadere noch ...
Zitat:»wenn eine besonders brenzlige Aufgabe vor ihm lag. Eine Aufgabe, der selbst die Götterbotin nicht gewachsen war. Und sie hatte ihn ausgewählt.«
So in der Richtung, weißt du, was ich meine?
Oder eben kurz (in ein oder zwei Sätzen) tatsächlich die Gründe der Götterbotin ausführen, wobei das vermutlich nicht in deinem Sinne ist.
Hmm, da muss ich auch nochmal tiefer in mich gehen, ich finde jetzt Dein Beispiel hakelig. Aber es stimmt schon, die beiden Sätze haben ja eigentlich nichts miteinander zu tun, nur passt es für mich wieder zu Admars Art, zu denken. Schnörkellos.
Und, nein, ich will es nicht erklären. Würde hier den Handlungsfluss vollkommen zerstören. Ich hoffe, dass es im Prolog insgesamt deutlich wird, zumindest so, dass der Leser erstmal zufrieden ist und weiterliest. Im Laufe der Geschichte wird es vollkommen klar werden. Also Geduld.Mrgreen

Zitat:Zitat: Admar grinste. Er war der Beste.
Ja, gesundes Selbstbewusstein gehört zu jedem guten Dieb dazu Mrgreen
Zitat: Ein wohliges Glücksgefühl durchströmte ihn, als er die Lautlosigkeit und Eleganz seines Körpers spürte.
Bei anderen Figuren würde ich das anstreichen, weil es meistens doch recht unnatürlich wirkt, wenn man so über sich selbst denkt. Aber zu Admar – einem Typ, der sich kurz vorher noch ohne Zurückhaltung als »den Besten« beschrieben hat – passt es wie die Faust aufs Auge Pro
Dankeschön. So hat er sich mir präsentiert und ich fand es gut.
Zitat:Zitat: Wenn die Sinne zu scharfem Verstand erwachten und seine Nerven in kalten Stein meißelten.
Pro
Dabei habe ich zuerst an Drahtseile gedacht. Aber die gab es ja nicht und außerdem ist das etwas abgedroschen. In Stein gemeißelt passt voll in die Zeit. Dankeschön.
Zitat:(ich nehm mal an Wortwiederholungen mit, was mir auffällt. Wenn sie dich nicht stören, lass die Anmerkungen dazu einfach links liegen)
das erste »standen« könnte man ersetzen durch »(ver-)harrten (aus)« oder »flankierten den Eingang«
das zweite könnte man ersetzen durch »befand« oder »war«
Und wie sie mich stören! Wird natürlich geändert. Ich Blindfisch.
Zitat:Zitat: „Die Tafel aus Amber“, hatte NinShubur verlangt, „sie hängt um den Hals der Statue des Enlil.“
Ich würde hier hinter »verlangt« eher einen Punkt setzen (und dann »Sie« natürlich groß), weil ich auch ohne den Einschub schreiben wüde: »Die Tafel aus Amber. Sie hängt ...«
Hmm, dann müsste ich hinterher oder vorher erklären, dass NinShubur gesprochen hat. Wie würde das aussehen:
NinShubur hatte nur eines verlangt: "Die Tafel aus Amber. Sie hängt um den Hals ... "
Ich weiß nicht, meine Variante gefällt mir besser, aber auch darüber muss ich länger nachdenken.
Zitat:Dass er hier an Umkehr denkt, nimmt ihn ein bisschen sein Selbstbewusstsein, weil es so wirkt, als würde die Herausforderung ihn abschrecken, obwohl eigentlich (wenn ich es richtig verstehe), die Tatsache, dass eine Göttin seine Auftraggeberin ist, ihn abschreckt.

Vielleicht eher: »Jetzt war es zu spät für Zweifel«?
Ja, hier stimme ich Dir vollkommen zu. Der Satz ist unglücklich und ich habe nicht so richtig gesehen, warum. Das ändere ich in jedem Fall. Wobei ein wenig angekratztes Selbstbewusstsein ja nur heilsam ist - aber nicht hier an dieser Stelle. Mrgreen
Zitat:Zitat: In seinem Kopf legte sich ein Schalter um und verbannte jedes Gefühl.
den sich umlegenden Schalter empfinde ich als zu modern (weil ich es mit Maschinen verbinde und Maschinen mit Industrie oder zumindest mal Steampunk).
Joa, auch hier gebe ich Dir recht. Da fällt mir sicher was besseres ein.
Zitat:»Wachhäuschen« ist für mich auch recht modern, vielleicht passt auch »Wachstube«? Oder steht da wirklcih so ein 1x1qm kleines Häuschen im Hof? Kann ich mir bei einer Tempelanlage eigentlich nicht vorstellen.
Wieso 1x1 qm? Das kann ein Vorbau an einer Mauer oder vor einem anderen Raum sein. Die Tempel waren ja in diesen kriegerischen Zeiten ohnehin halbe Festungen. Warum sollte es nicht auch kleine Wachhäuschen im Vorhof gegeben haben, so als repräsentatives Element? Aber Wachstube finde ich genausogut, und wenn es Dich glücklich macht, kann ich das einfach austauschen.
Zitat:Ich dachte: Mensch, Admar! Das kannst du doch besser! ... aber zum Glück geht sein Plan ja dann noch ein Stück weiter *lach*
Wie schön das klappt, Gefühle beim Leser zu erwecken Schulterklopf.
Zitat:Zitat: Mit dem Wind. Er tauchte in den Südwind ein und verschmolz mit der Dunkelheit.
Da hat Admar mein Herz endgültig und restlos erobert. Weil es nicht einfach nur eine bildhafte Umschreibung für »Er trat in die Schatten« ist, sondern weil er tatsächlich mit der Dunkelheit verschmilzt. Ich war total überrascht, dass es in dieser Welt tatsächlich Magie gibt. Echte Magie. Und dann noch so coole.
(Ich hab selbst zwei Charaktere in angefangenen Geschichte, die das können. Der eine ist auch passenderweise ein Meuchelmörder und Dieb, braucht allerdings keinen Wind, sondern nur die Schatten, in die er eintaucht und an einer anderen Stelle halt wieder rauskommt. Schattenspringen heißt es bei mir - ich selbst finde sowas immer schwer zu beschreiben, bei dir ist es absolut gelungen Pro )
Hach, Du machst mich aber glücklich! Icon_bussi Aber ich muss mich echt dazu zwingen, minimalistisch zu bleiben, oft ist weniger echt wirkungsvoller und hier bin ich einfach nur froh, dass es funktioniert hat. Ich zittere vor dem Rest der Geschichte. Weil ich das an den richtigen Stellen einfach so machen muss - hoffentlich gelingt mir das. Aber ganz ohne Beschreibungen und Erklärungen wird es nicht funktionieren. Ich muss da eine gute balance finden, so
dass sich niemand langweilt oder belehrt fühlt. Pfffhhh.
Zitat:Zitat: Schon spürte er, wie die Magie an seinen Kräften zehrte. Voller Leidenschaft, wie er selbst.
Pro
Zitat: ein glühendes Ascheschwarz-Orange.
Pro
Superfreu!
Zitat:Zitat: Die gefürchteten Greife des Sturms.
vom Gefühl hätte ich »Greifen« geschrieben, bin mir bei diesen Fabelwesen aber nie sicher, weil die teilweise ganz seltsame Deklinationen haben.
Ich glaube, das ist richtig, Greifen wäre im Fall von "eines Greifen".
Zitat:Zitat: links und rechts neben dem Eingang zum Heiligtum mit Schwingen wie Gewitterwolken
Ich würde ein Komma zwischen »Heiligtum, mit« machen, auch wenn ich nicht sicher bin, ob da eins sein muss. Aber ich finde es besser zu lesen, weil sonst schnell das Heiligtum die Schwingen bekommt, so Bezugsmäßig.
Jepp!
Zitat:Zitat: mit Schwingen wie Gewitterwolken, die den Himmel verschlucken konnten.
Icon_cuinlove
Zitat: Gezeugt durch den Samen des Wolkenbruchs, als Himmel und Gebirge sich vereinigten. Sturmgeboren. So erzählte man sich. Er konnte ihre Macht spüren. Es war die Macht des Herren des Windes, des Gottes Enlil selbst.
Richtig stimmungsvoll, diese kleine Erklärung. Gefällt mir! Pro
Zitat: Admar, der Meister aller Diebe, begann zu zweifeln.
Pro
Freu, freu, superfreu!!! slainte tanzt im Kreis herum
Zitat:Zitat: Wie sollte er schaffen, was sie nicht vermochte?
»schaffen« fällt ein bisschen aus dem Stil raus, finde ich – wobei Admar selbst ja nicht so gehoben denkt. Trotzdem fände ich »Wie sollte ihm gelingen« stimmiger, harmonischer zu dem »vermochte«, als Gegensatz
Okay, kann man machen.
Zitat:Zitat: Sie hatte irgendwas vom Wesen des Windes gesagt
»irgend-« kann man zwar benutzen (ich mach es selbst mehr als genug *lach*), finde es aber immer bissl umgangssprachlich. Hier in den Stil würde mMn »etwas« besser passen.
Aber für mich passt das Umgangssprachliche zu Admar. Nicht zuviel davon, aber er ist kein Gelehrter. Und er bewegt sich nicht in gehobenen Kreisen - außer er arbeitet. Bis jetzt jedenfalls nicht. Aber das ist es ja - er ist eben nicht ausgearbeitet, sondern rein aus dem Bauch heraus entstanden. Deshalb weiß ich es nicht. Ich werde es wissen, wenn ich die Geschichte für Dich schreibe. Icon_smile
Zitat:Zitat: Er zog den Südwind wie ein Gewand um sich zusammen und verdichtete seine Tarnung.
Pro - mit wenigen Worten Magie beschrieben. Selbsterklärend und geheimnisvoll. Toll!
Das erschien mir fast zu simpel. Aber ich wollte auch hier zwingend im Handlungsfluss bleiben - und da wurde es eben kurz.
Zitat:Zitat: Je mehr sich Admar näherte, desto stärker hüllte er sich in den Wind.
statt »mehr« fände ich »weiter« besser, möchte aber den Vorschlag machen: »Je näher Admar ihnen kam«
Weiter wäre ein Gegensatz zu näherte und irgendwie lustig. Bei Deinem Vorschlag stört mich das ihnen kam. Es ist ja klar, wem er sich da näherte. Aber an der Stelle möchte ich sowieso noch feilen, die ist insgesamt nicht so gelungen.
Zitat:Zitat: Es gab nur diesen – vorbei an den Wächtern.
statt »Wächter« würde ich »Anzû« schreiben. So oft werden sie ja nicht erwähnt, dass du da unbedingt Synonyme für brauchst, und gerade »Wächter« hast du halt am Anfang sehr häufig für die Bezeichnung der Wachen, deshalb find ich es hier im ersten Moment auch irritierend, ob damit jetzt die Anzû gemeint sind oder doch menschliche Wächter, die auch noch da stehen.
Okay, solange klar wird, dass die Anzû eben auch Wächter sind, kann ich das ändern.
Zitat:Zitat: Admar zog den Umhang so dicht um seinen Körper, wie er nur konnte und erreichte die letzte Säule.
Komma zwischen »konnte, und« (abschließenden Komma für den Nebensatz »wie er nur konnte«)
Huch, ersetzt hier nicht das "und" das Komma? Ich lern das nie, nie, nich'!
Zitat:Zitat: Zwei Schwingen breiteten sich aus und schlugen mehrfach hin und her.
eher »auf und ab«
Weiß nicht. Die Anzû hocken ja aufgerichtet, und es sind Schwingen wie Vogelschwingen. Wenn ein Vogel sich streckt, dann schlägt er doch auch ... ja wie eigentlich? Es passt beides nicht, weder hin und her noch auf und ab Icon_ugly Ich lass mir was einfallen.
Zitat:Zitat: Admar schoß vorwärts, zehn Schritte bis zum Eingang der Cella.
»schoss«
Ja logisch! Blöde, alte Rechtschreibung, sie holt mich immer wieder ein.
Zitat:aber irgendwie fände ich »Durchgang« statt »Eingang« passender (und dann vielleicht »hinein« statt »hindurch«, um das »durch« nicht zu doppeln.)
Ja, prima, dann kann ich auch später den "Ausgang" streichen, das hat mich sowoeso gestört, weil erst Eingang, beim Hinausgehen Ausgang ist irgendwie unglücklich. Danke - slainte trällert ein Lied
Zitat:außerdem finde ich »gefangen« seltsam. Admar kontrolliert doch diese »Gefangenschaft«, er ist Wind und Dunkelheit nicht ausgeliefert, sondern nutzt sie, um sich zu schützen.
Aber kontrolliert er sie vollkommen? Und kontrolliert nicht die Magie ihn auch? Es ist ein Geben und Nehmen. Magie hat ihren Preis. Sie ist an Bedingungen geknüpft. Dein Einwand ist berechtigt. Das muss ich genauer wissen und erarbeiten.
Zitat:Mein Gefühl verlangt noch dazu ein Komma zwischen »gefangen, erreichte«, bin aber nicht sicher, ob es ein Muss-Komma oder ein Kann-Komma ist. Falsch wäre es auf keinen Fall, eins zu setzen.
Ja, da muss eins. Schnüff.
Zitat:Zitat: Ein Brüllen wie der Schrei eines wütenden Löwen ertönte und das Blut Admars gefror in seinen Adern.
Durch das Bild kurz vorher, wo ihm Hitze ins Gesicht steigt und das Blut schäumt, finde ich das gefrierende Blut hier eher unpassend. Ich würde da entweder den Gegensatz stärker herausarbeiten:
»und die Hitze floss aus Admar heraus, ließ Kälte zurück, die sein Blut gefror« (nur als Beispiel)
oder ein anderes Bild für seinen Schreck suchen (zumal erfrierendes Blut eher abgelutscht ist – ich mag es aber trotzdem).
Ich finde gefrierendes Blut sehr passend, auch wenn abgelutscht, genau wie aufsträubende Nackenhaare, weil es realistisch ist. Aber Dein Vorschlag ist auch hier gut. Ich schau mal, wie ich das mache.
Zitat:Zitat: schrillte ein Gedanke in seinem Kopf.
wo denn sonst? *zwinker*
Hach, klar, aber jetzt ist der Satz zu kurz und stört mein Rythmusgefühl beim Lesen Icon_lol Ich lass mir was einfallen.
Zitat:Da ist es ziemlich fahrlässig, dass sie einfach abhauen (weil eine Leiche gefunden wurde?).
Eher, weil da einer frei rum läuft, der augenscheinlich ein Mörder ist. Ich weiß nicht, ob ich das überhaupt aufklären muss, weil Admar es nunmal so erlebt. Der weiß ja auch nicht, was die Wachen beschlossen haben, kann nur Vermutungen darüber anstellen. Das ist aber ohnehin die kniffligste Stelle für mich gewesen, Admar an den Anzû vorbeizubekommen, ohne dass sie ihn bemerken, und auf dem Rückweg eben nicht. Wenn es nicht glaubwürdig ist, ist es eben Mist. Ich denke drüber nach, ob mir da nicht was besseres einfällt.
Zitat:Zitat: Admar konnte es kaum glauben – bekam er noch eine Chance?
»Chance« ist noch eines meiner No-Go-Wörter in Fantasygeschichten. »Gelegenheit« würde es mMn genauso tun. (ist halt wieder Geschmackssache – wie das meiste, das ich hier anmerke)
Okay.
Zitat:Zitat: bedeckten den Schrein und den Thron, der darauf stand. Davor standen unzählige Opfergaben
Der Thron steht auf dem Schrein?
Statt »stand« vielleicht »der darauf errichtet (worden) war«
Hmm, blöde Dopplung. Und ja, der Thron steht auf dem Schrein. Vielleicht sollte ich besser schreiben Thronstuhl. Der musste mobil sein, weil das Abbild des Gottes zu Zeremonien oder zur Waschung rausgetragen wurde - mit dem Thron.
Zitat:Zitat: Der Fackelschein fiel auf ein kunstvoll gezimmertes Bett mit Tuch aus feinstem Leinen bedeckt. Hierauf ruhte die steinerne Statue Enlils mit geschlossenen Augen.
Ich hab jetzt so gar keine Ahnung von dem Götter-/Tempelkult, aber im ersten Moment stellte ich mir hier so eine bewegliche Götterstatue vor (mit Bein- und Armgelenken, wie eine Barbiepuppe quasi), die von den armen Priestern jeden Morgen auf den Thron gesetzt und jeden Abend zurück ins Bett gelegt wird Mrgreen
Also die Statue ist aus Stein. Keine Gelenke. Wobei ich jetzt tatsächlich auch nicht weiß, ob es eine sitzende Figur war, die sie dann ins Bett gelegt haben Icon_confused
Die Sumerer glaubten daran, dass die Götter in ihren Abbildern tatsächlich anwesend waren. Der Tempel war der Haushalt der Götter, mit Allem, was zu so einem Haushalt gehört. Die Götter erhielten regelmäßig ihre Speisungen, Waschungen, wurden zur Präsenz nach draußen getragen und zu Feierlichkeiten auch gern mal durch die Stadt. Sie wurden an und ausgekleidet und abends ins Bett gelegt - in ein richtiges Bett, was allerdings eine Ausstattung hatte, die einem Gott eben entsprach. Sie wurden eigentlich den ganzen Tag über von endlos vielen Priestern und Bediensteten hoffiert.
Der Tempel war allerdings noch viel mehr: Umschlagplatz aller Güter, Lebensmittel, Vieh, Land, Bankhaus und Geldverleihungsinstitut. Also ein riesiger Wirtschaftsapparat, mit der vollen Kontrolle durch die Priesterschaft. Soviel in Kürze - sonst ufer ich gleich aus *hust*
Zitat:Zitat: Vorsichtig nestelte er die Kette vom Hals des Gottes
»nesteln« will mir hier nicht recht passen, das klingt so unbedarft, dabei weiß Admar doch sicherlich genau, was er tut. »Vorsichtig löste er« fände ich seinem Stand als Meisterdieb angemessener.
Ich kenn mich mit Meisterdieben nicht so aus - wenn Du das sagst, glaube ich Dir. Wird geändert.
Zitat:Da erstarb der Wind.
Pro (also, erzähltechnisch gesehen. Als emotionaler Leser hasse ich den Wind für seine Hinterhältigkeit. Einfach mal aufhören zu wehen. Gerade jetzt! Was soll denn das?)
Ich wollte zeigen, dass diese Art von Magie nur funktioniert, wenn der Wind weht, wenigstens als leises Lüftchen. Das ist später wichtig, und deshalb muss es jetzt Admar zum Verhängnis werden. Die Gefahr ist natürlich, es später wie ein Zufall zu benutzen, aber da ich ja klug bin, werde ich das auf jeden fall vermeiden, jepp
Zitat:Zitat: Mit dem Wind, mit dem Wind!, beschwor er die Macht, doch der Wind verriet ihn und blieb aus.
statt »aus« vielleicht »stumm«, würde mir besser gefallen, ohne sinnvolle Begründung.
(sehr schön übrigens Admars aufkeimende Verzweiflung eingefangen, mit dem doppelten »Mit dem Wind« - ohne ein Wort drüber zu verlieren, merkt man direkt, wie Admar seine Fassung verliert)
Kann man machen. Und dankeschön.
Zitat:Ist ja schließlich vorbei für den armen Admar ( Smiley_frown ), da darf dann ruhig auch ein abschließender Punkt seinen Tod besiegeln.
Wenn es Dich tröstet Icon_ugly
Zitat:Wegen der Anzû, die plötzlich wegfliegen und Admar so fast einen Sieg ermöglichen, habe ich übrigens zwischendurch mal den Verdacht, dass NinShubur da ihre Finger im Spiel hat. Dass sie irgendeine göttliche Ablenkung geschickt hat, die die Anzû so zornig gemacht hat, um Admar seine Aufgabe zu erleichtern. Immerhin wäre es ja in ihrem Sinn, wenn er erfolgreich ist. Bin da aber selbst nicht von überzeugt – für mich würde es als Erklärung ausreichen, wenn das später nicht noch geklärt wird.
Aber NinShubur ist das Wesen des Windes nicht zu eigen, deshalb braucht sie ja Admar. Ich habe das vorher auch überlegt, ob sie das mit Absicht gemacht hat, und es würde auch passen. Aber das wäre zu einfach. NinShubur hat keine genauen Kenntnisse, deshalb ist Admar nichts weiter als ein Versuchskaninchen, der ihr über einiges Aufschluss gibt. Aber auch nach seinem Tod ist sie nicht sicher, wie es funktionieren könnte. Sie hat eine Idee - aber keine Ahnung, ob sie damit richtig liegt. Vielleicht muss ich das noch besser herausarbeiten. Ich möchte aber, das der Leser das selbst erkennt, ich will das nicht beschreiben. Mal sehen.
Zitat:Zitat: während ihr Mund die Worte sang, die Nammu in Gold geweint hatte.
Pro
Danke. Es heißt ja (auch in unserer Zeit noch) Bernstein sind die Tränen der Götter. Ich musste das einfach aufgreifen.
Zitat:Zitat: Admar, der Dieb, war ein Narr gewesen.
Ey! Icon_aufsmaulIcon_ugly
Aus NinShuburs Sicht. Er ist auf sie hereingefallen.
Zitat:Zitat: Wenn der Wind stirbt, wodurch sind dann die Anzû?
Dem Satz fehlt etwas oder ich verstehe nicht, was du sagen willst.
Wodurch sind die Anzû ... was? Aufgewacht? Wütend geworden? Hungrig?
Hungrig, ja, sowieso *lach*. Mir ist einfach die richtige Formulierung nicht eingefallen. Die Anzû sind Sturmvögel oder Drachen, je nachdem, es gibt verschiedene. Der Wind jeglicher Art ist ihr Element. Sie sind damit Wesensverwand zu Enlil, der ja der Gott des Windes und der Luft überhaupt ist. Ich wollte ausdrücken: Was bleibt von ihnen übrig, wenn das Wesen des Windes nicht existiert? Wenn es keinen Wind gibt? Da muss etwas anderes sein. Da bleibt eigentlich nur noch die Verbindung zum Gott selbst. So denkt NinShubur. Hach, da muss ich nochmal ran, aber das kriege ich hin.
Zitat:Zitat: Wieder lächelte NinShubur. Sie sandte ihren Geist aus und machte sich auf die Suche.
Und wenn es noch Zeitalter dauert – ich werde dich finden.
Sie schloss das Fenster.
Ich würde sie das Fenster vorher schon schließen lassen. Und zwar bei

Nammu hätte voraussehen müssen, dass der Rat versagt.
Was hätte alles sein können.
Sie schloss das Fenster.
Admar, der Dieb, war ein Narr gewesen.
Da hatte ich es zuerst stehen. Irgendwie habe ich dann das Gefühl gehabt, es vergeht zu wenig Zeit, bis sie das Fenster wieder schließt. Aber Du hast recht und ich werde es wieder ändern.
Zitat:Wieder lächelte NinShubur.
Und wenn es noch Zeitalter dauert – ich werde dich finden.
Sie sandte ihren Geist aus und machte sich auf die Suche.

Weil jemand, der sich auf die Suche macht, einen hervorragenden Abschluss für einen Prolog bietet. Diese kleine Geschichte ist damit beendet, aber die beginnende Suche lässt den Leser gleichzeitig wissen, dass noch viel vor ihm liegt, dass da eine andere Geschichte gerade erst losgeht.
Ja, so mache ich es. Danke.
Zitat:Ich war echt überrascht. Du weißt ja, dass ich mit den Ausschnitten bisher nicht so recht warmgeworden bin, aber ich interessiere mich schon für dein Werk. Deshalb hab ich eben auch hier reinschauen wollen und konnte nicht glauben, dass das noch die gleiche Geschichte sein soll. Vor allem inhaltlich, aber auch stilistisch, finde ich es sehr viel ansprechender (ich bin einfach ein großer Dieb-Fan, Schatten, Schleichen, Stehlen ... da fühl ich mich wohl).
Und ich war erst überrascht Icon_lol. Aber es ist und bleibt genau diese Geschichte. Und ich fürchte, es wird nicht so ganz ohne komplizierte Namen und die eine oder andere Beschreibung auskommen, aber ich kann das jetzt sicher besser machen. slainte hat viel gelernt - das meiste durch so tolle Kommentatoren wie Dich.
Zitat:Obwohl Admar stirbt, bringst du dem Leser mit diesem Prolog einen starken Konflikt nahe (DEN Hauptkonflikt der Geschichte?). Da ist eine Göttin, die einem anderen Gott das Schicksal stehlen will. Ohne großes Geschwurbel und siebentausend Namen drum herum *grins*
Der Hauptkonflikt besteht in mehreren Ebenen. Da gibt es die götliche, also NinShuburs Konflikt, da gibt es die allgemeine menschliche Ebene, deren Konflikt die Zerrissenheit durch die andauernde Zerstörung der Ordnung ist, auf der jede Gesellschaft aufbaut und dann gibt es die persönliche Ebene, innerhalb der meine Protas und Antas ihre ganz eigenen Konflikte austragen müssen. Alles ist miteinander verwoben und wirkt sich aufeinander aus. Die göttliche Ebene hat mir die meisten Bauchschmerzen gemacht. Wie schnell wird das kitschig, kann man eine Allesmacht kreieren oder langweiligen, unglaubwürdigen Mist fabrizieren. Aber meine Götter sind nicht unfehlbar - auch wenn die Menschen sich niemals trauen würden, sie in Frage zu stellen. Niemals? Nicht ganz. Icon_ugly
Zitat:Ich kann da gar nicht mehr viel anderes zu sagen. Mir hat es extrem gut gefallen.
Sehr gerne gelesen!
hurra
Puh, was für einen Scheiß tue ich mir da an? Das Niveau zu halten wird mich noch umbringen *lach, Augen verdreh*

Lanna, vielen, lieben Dank für Deinen ausführlichen Kommi, ich bin einfach nur glücklich und VOLL motiviert!

Liebe Grüße von slainte music


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Beitrag #6 |

RE: Die Tafel des Schicksals - Prolog
Bam.
Volltreffer.

Ich mag dich.
Ich mag deine Geschichte.

Anfangs dachte ich mir "Schon wieder ein Dieb. Hrmpf."
Aber ich bin Vorurteilsmensch, ich mach das immer. Und ich freu mich wie ein Schnitzel, dass ich hier gut daran tat, weiter zu lesen.


Fangen wir beim Namen der Story an, kombiniert mit dem ersten Satz gleich mal schön Aussagekräftig. Es geht um einen wichtigen Gegenstand, der wird geklaut/soll geklaut werden. "Schicksal" wird eigentlich inflationär an jeden dritten Titel geklatscht, hier mag ich es trotzdem.

Was den Anfang angeht, kann man nicht viel sagen, gut umgesetztes übliches Dieb-Szenario mit einem von sich selbst sehr überzeugten Protagonisten.
Gefallen hat mir sofort, dass der Auftrag von einer Göttin kommt, das verspricht gleich schonmal Tragweite und eine gewisse Größe der Story.


Zitat:Nibru stand nicht im Krieg. Keine Gefahr für den Tempelschatz.

Du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr mich kleine Sätze wie dieser hier freuen. Ich habe oben das Wort "Versprechen" benutzt. Das hier ist noch so eins. Du erklärst, dass es ein Land gibt, eine Nation, gibst ihr einen Namen und stellst gleich noch in den Raum, dass es Möglichkeiten zum Krieg gibt, also auch andere Nationen. Obendrein ist dieser in den Gedanken der Menschen und würde nebenbei auch das Leben im Tempel beeinflussen.


Zitat:Er war kein Narr – der Handel mit dieser Götterbotin behagte ihm nicht sonderlich.

Einer der wenigen Kritikpunkte: Das kauft ihm keiner ab. Der Mann hat an dem einen Auftrag mehr Spaß als er mit drei Göttinnen in anderen nächtlichen Aktivitäten haben könnte. Zum Vergleich:

Zitat:Ein wohliges Glücksgefühl durchströmte ihn, als er die Lautlosigkeit und Eleganz seines Körpers spürte. Er liebte es, oh ja: Wenn die Sinne zu scharfem Verstand erwachten und seine Nerven in kalten Stein meißelten.

Das ist wie zu sagen, dass es dem kleinen Bruder nicht behagt, die Süßigkeiten des großen Bruders zu klauen, während er noch voll davon ausgeht, dass er in ein paar Minuten Zucker im Mund hat.
Ich weiß zwar, was du da eigentlich sagen willst, aber ein Bisschen ungeschickt ausgedrückt ist es trotzdem. "Er war sich des Risikos durchaus bewusst, aber" wäre für mich hier eher eine passende Formulierung.


Zitat:Mit dem Wind.

Wenn man einen Leitspruch schon beim ersten Mal erkennt Icon_smile
#JustReaderThings


Zitat:Er hätte gern vermieden, was er jetzt tun musste.

Ich stör mich an dem Satz, kann aber schlecht beschreiben warum. Einerseits nimmt er die nächsten beiden Absätze vorweg, andererseits (was an sich eh witzig ist), verliert er wegen diesem Satz durch den Mord seine Sympathie nicht.
Man stelle sich das im Gerichtssaal vor, "Herr Richter, ich habe den Mann zwar für Geld erschossen, aber ich hätte es gern vermieden." "Na wenn das so ist."
Funktioniert trotzdem, ich mag ihn auch noch, wenn der Priesterwächter tot ist.
Versteh mich nicht falsch, der Satz muss da hin, kann mir die Stelle anders auch nicht vorstellen und habe keine konstruktive Kritik, aber er spoilert einerseits und ist andererseits irgendwo fürchterlich heuchlerisch Icon_slash


Zitat:Schon spürte er, wie die Magie an seinen Kräften zehrte.

Meh. Bis zu dem Punkt fragt man sich, ob er einfach nur geschickt ist und "mit den Schatten verschmilzt" oder tatsächlich mit den Schatten verschmilzt. Zu diesem Zeitpunkt denkt man, die Antwort wäre gegeben, er nutzt Schattenmagie. Später erfährt man, dass es Windmagie ist und die Schatten tatsächlich diebisches Talent. Das verwirrt ein Bisschen. Allerdings, lieber so als mit zu viel Erklärung. Ist "Mit dem Wind" jetzt tatsächlich sein Mantra, oder eine Art Zauberformel? Fragen, die heute gern unbeantwortet bleiben können, wenn wir die Aussicht hätten später eine Antwort zu erhalten. Diese Hoffnung stirbt am Ende des Kapitels aber abrubt :D
Womit wir beim nächsten Punkt wären:


Zitat: Anzû - die Wächter Enlils.

Wunderschön vorgestellt, lauernde mächtige Raubtiere, majestätisch beschrieben, den Göttern verbunden und sie versprechen bei Unachtsamkeit einen schnellen Tod. Hier wieder ein Versprechen und dann hältst du es später auch noch <3


Zitat:Sie hatte irgendwas vom Wesen des Windes gesagt, das ihr nicht zu eigen war, deshalb brauchte sie ihn.

Mit dem Wind.
Ich mochte den Leitspruch ohnehin schon, und dann bekommt er auch noch Relevanz.
Ab diesem Punkt hätte sich meine Freundin langsam neben mir auf dem bett ausziehen und mit ihrer Unterwäsche nach mir werfen können und ich hätte trotzdem weiter gelesen.


Zitat:dieses Versteckspiel fing an ihm zu gefallen.

Mir auch.


Zitat:Der Wind trug seinen Geruch den Bestien entgegen.

Hier ein versprechen, das mehr oder weniger gehalten wird, schließlich wissen wir nicht, wodurch ihn die Greifen am Ende erwischen, beziehungsweise gehen davon aus, dass göttliche Mächte darauf mehr Einfluss hatten als Körperflüssigkeiten.
Mich stört irgendwo, dass man mit Windmagie nicht beeinflussen kann, wohin sich ein Geruch ausbreitet.


Zitat: „Zazu, komm schnell, hier liegt einer!“, ertönte ein Ruf.

Ist er jetzt in einem abgeschotteten Bereich oder nicht? Ich versuche mir die ganze Zeit vorzustellen, wie dieser Tempel organisiert ist. Bis zu dem Zeitpunkt dachte ich, dass es einen Bereich gibt, zu dem nur die Tempelvorsteher Zutritt haben, der auch den Tempelschatz beinhaltet und eh gefährlich ist, weil zwei riesige Donnergreifen drin sitzen, die offensichtlich nicht darauf trainiert sind, alles was Priesterroben trägt als non-food zu klassifizieren. Nope, da rennen Leute rum, die alle paar Minuten in die dunklen Ecken schaun, ob da einer liegt.

Zitat:Davor standen unzählige Opfergaben und Beterstatuetten, verbunden mit Bitten und Wünschen an den Gott, der das Schicksal bestimmte.

Gehört zu dem oben dazu, das klingt hier als ob täglich haufenweise Normalbürger in diesen Keller reingehen, ein Bisschen beten, eine Bitte vorbringen und beim Gehen eine Opfergabe da lassen. Bis zu dem Zeitpunkt war die Tafel sowas wie der Kaiser von China: Keiner siehts, keiner kommt näher als fünfhundert Meter in die Nähe und wer mit ihm reden will muss vorher zum Gott erklärt werden oder von vornherein schon einer sein.
Ich weiß, ich häng mich an Kleinstigkeiten auf, aber je näher etwas an Perfektion ist, desto mehr stören mich die winzigsten Staubkörner drauf Icon_smile


Zitat: Entdeckt, schoß es durch seinen Kopf, seine Beherrschung wollte schwinden, Angst erstickte mit einer wogenden Welle seine Leidenschaft und er drückte sich entsetzt zurück in die Nische.

Du beschreibst wunderschön das Gefühl, das der oben erwähnte kleine Bruder hat, wenn er den großen Bruder im Gang hört, aber dummerweise schon die Hand voller Süßigkeiten :D Gerade noch aufgeregte Freude, dann plötzlich Todesangst.


Zitat:Mit dem Wind, mit dem Wind!, beschwor er die Macht, doch der Wind verriet ihn und blieb aus.
Ein schreckenerregendes Gebrüll hob an. Schwingen wie Gewitterwolken brausten heran und Admar gewahrte, wie die Blitze aus zwei Paar gelber Augen schossen und ihn glühenheiß durchbohrten und dann erreichten ihn die Bestien und er spürte einen unbändigen Schmerz, als die riesenhaften Klauen seinen Körper in Stücke rissen …

Besser hätte es nicht enden können. Nochmal den Leitspruch, hier als Zauberpsruch, nochmal die Greifen, das tödliche Versprechen von vorhin wird gehalten, Irrtum der Götterbotin als Trugschluss des leichtgläubigen Lesers und ein schöner "das hier ist kein Kindermärchen"-Tod für den ersten Charakter, was obendrein die Tafel rettet, die im Rest der Story schon allein durch Erwähnung ihres Namens eine Rolle spielen kann.


Der Rest is blanke Exposition, die an der Stelle aber gern sein darf und auch hin passt.

Zitat:Wenn der Wind stirbt, wodurch sind dann die Anzû?
Wenn der Wind stirbt.
Enlil.

Schöner Gedankenzug, nachvollziehbar, kurz prägnant und fasst schön das gelesene zusamen.



Zitat:Aber Admar hat vielleicht noch eine Chance. cookie In Ki Engi landen die Menschen nämlich nach dem Tod im Land ohne Wiederkehr. In Irkalla. Die Sumerer glaubten nicht an eine Wiedergeburt und nicht an ein endgültiges Ausgelöschtsein. Sie stellten sich das Jenseits wie das Diesseits vor - nur düster, staubig, wo die Totengeister missmutig umherschlurfen ( Formulierung stammt aus einem sumerischen Text). Dieses Setting spielt eine Rolle im zweiten Teil. Und später in Tuairtha, meiner keltisch-germanischen Welt. Irkalla ist die Unterwelt, die von sieben Mauern umgeben ist und sieben Tore besitzt. Dort herrschen der Unterweltsgott Nergal und seine Gemahlin Ereshkigal. Und laut Überlieferung ist eine Göttin von dort entkommen - aber nur, weil jemand anderer an ihre Stelle trat. Stoff für Geschichten Icon_cuinlove

Bin nicht so drin in Sumerischer Mythologie, irgendwo im Hinterkopf find ichs aber tatsächlich schade, dass du dir nicht alles selbst ausgedacht hast.
Bezüglich Admar: Tot ist bitte tot. Ich mags immer garnicht, wenn ich eine schöne Todes-Szene hab und die dann dadurch ruiniert wird, dass sie garkeine ist. Ned ist tot, Dumbledore ist tot, Brom ist tot und Arthas ist es mittlerweile auch. Und es macht die Geschichten unendlich viel besser. Sogar Gandalfs Rückkkehr hat mich irgendwo gestört^^

Wann gibts mehr? Wo und wann spielt "mehr"? o.O
Wenn ich den Thread so lese gabs wohl schon mal mehr, mag mir da jemand nen Link zu geben?

9,5/10, want more of.

"Zu jeder Zeit, an jedem Ort, bleibt das Tun der Menschen das gleiche."

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Beitrag #7 |

RE: Die Tafel des Schicksals - Prolog
Hallo SirJasonCrage,

wir hatten noch nicht das Vergnügen, deshalb erstmal ein Willkommen hier im Forum. Auf jeden ordentlichen Kommentar gibt es von mir eine ordentliche Antwort, ich habe allerdings Deine Vorstellung bereits gelesen und werde dazu später auch noch etwas sagen. Los geht's:

Zitat:Ich mag dich.
Ich mag deine Geschichte.
Es freut mich sehr, dass Du meine Geschichte magst, aber ob Du mich magst, ist eine ganz andere Hausnummer. Du kennst mich nicht und ich Dich nicht. Und das ist für meinen Text auch nicht wichtig. Bleiben wir also dabei.

Zitat:Anfangs dachte ich mir "Schon wieder ein Dieb. Hrmpf."
Aber ich bin Vorurteilsmensch, ich mach das immer. Und ich freu mich wie ein Schnitzel, dass ich hier gut daran tat, weiter zu lesen.
Wie schön, dass ich bei der Stange halten konnte. Ich habe noch niemals über einen Dieb geschrieben. Es war ein spontaner Einfall und eine Notwendigkeit, um im Prolog für die Geschichte einen wichtigen Grundstein zu legen, der es mir ermöglicht, den Bogen zum Ende zu schlagen. Dass mir das scheinbar so gut gelungen ist, macht mich stolz.
Zitat:Fangen wir beim Namen der Story an, kombiniert mit dem ersten Satz gleich mal schön Aussagekräftig. Es geht um einen wichtigen Gegenstand, der wird geklaut/soll geklaut werden. "Schicksal" wird eigentlich inflationär an jeden dritten Titel geklatscht, hier mag ich es trotzdem.
Ich schreibe einen historischen Fantasyroman. Die Tafel des Schicksals ist Teil der sumerischen und akkadischen Mythologie und ich arbeite eine phantastische Story drumherum. Da ich zuvor niemals irgendetwas geschrieben habe, ist es für mich eine absolute Herausforderung und es wird sich noch zeigen, ob ich das überhaupt gemeistert kriege.
Zitat:Gefallen hat mir sofort, dass der Auftrag von einer Göttin kommt, das verspricht gleich schonmal Tragweite und eine gewisse Größe der Story.
Es gibt drei Konfliktebenen in dieser Geschichte: Einmal die göttliche, eine allgemeine menschliche und eine ganz persönliche der Darsteller. Alle wirken sich aufeinander ausund sind miteinander verknüpft.
Zitat: Zitat:Nibru stand nicht im Krieg. Keine Gefahr für den Tempelschatz.


Du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr mich kleine Sätze wie dieser hier freuen. Ich habe oben das Wort "Versprechen" benutzt. Das hier ist noch so eins. Du erklärst, dass es ein Land gibt, eine Nation, gibst ihr einen Namen und stellst gleich noch in den Raum, dass es Möglichkeiten zum Krieg gibt, also auch andere Nationen. Obendrein ist dieser in den Gedanken der Menschen und würde nebenbei auch das Leben im Tempel beeinflussen.
Schön, dass mir das gelungen ist. Ich habe versucht, komplett minimalistisch zu sein und nur die notwendigsten Infos in möglichst wenig Sätze zu verpacken - ich wollte hier den Fokus auf der Handlung haben und nichts erklären. Ich bin da noch nicht wirklich gut drin. Falls Du noch andere Kapitel von dieser Geschichte lesen willst, wirst Du merken, dass dort sehr viele Beschreibungen und Namen drin sind, die einige Leser schon komplett verwirrt haben. Aber ich musste lernen, meinen Stil zu entwickeln und einen Blick dafür bekommen, wo welche Informationen passen und wo nicht, das ist schwer umzusetzen bei einer solch komplexen Geschichte.
Zitat: Zitat:Er war kein Narr – der Handel mit dieser Götterbotin behagte ihm nicht sonderlich.
Einer der wenigen Kritikpunkte: Das kauft ihm keiner ab. Der Mann hat an dem einen Auftrag mehr Spaß als er mit drei Göttinnen in anderen nächtlichen Aktivitäten haben könnte.
Doch, genau so ist es. Der Mann hat eine Leidenschaft, aber er wird niemals alles dafür tun. Er ist nicht lebensmüde. Es gibt Aufträge, die sind einfacher für ihn und trotzdem hinterlassen sie ein gutes Gefühl bei ihm. Dieser Auftrag reizt ihn ungemein, sonst hätte er ihn nicht angenommen. Aber er ist kein Dummkopf. Götter sind nunmal unberechenbar, und das ist ihm vollkommen bewusst. Daher gibt es auch den Zweifel - der aber nicht stark genug war, um ihn von dem Auftrag abzuhalten.
Zitat: Zitat:Ein wohliges Glücksgefühl durchströmte ihn, als er die Lautlosigkeit und Eleganz seines Körpers spürte. Er liebte es, oh ja: Wenn die Sinne zu scharfem Verstand erwachten und seine Nerven in kalten Stein meißelten.
Das ist wie zu sagen, dass es dem kleinen Bruder nicht behagt, die Süßigkeiten des großen Bruders zu klauen, während er noch voll davon ausgeht, dass er in ein paar Minuten Zucker im Mund hat.
Ich weiß zwar, was du da eigentlich sagen willst, aber ein Bisschen ungeschickt ausgedrückt ist es trotzdem. "Er war sich des Risikos durchaus bewusst, aber" wäre für mich hier eher eine passende Formulierung.
Hier widerspreche ich Dir. Eine Formulierung mit aber finde ich extrem öde. Außerdem beschreibe ich hier seine Leidenschaft, die mit diesem speziellen Job nix zu tun hat sondern in ihm steckt.
Zitat: Zitat:Er hätte gern vermieden, was er jetzt tun musste.
Versteh mich nicht falsch, der Satz muss da hin, kann mir die Stelle anders auch nicht vorstellen und habe keine konstruktive Kritik, aber er spoilert einerseits und ist andererseits irgendwo fürchterlich heuchlerisch Icon_slash
Ich verstehe das heuchlerisch hier nicht, aber ansonsten stimmt es schon, es spoilert - aber hier ist es für mich genau das richtige MIttel, eben weil der Dieb sympathisch bleibt, obwohl er mordet. Er tut, was er gleubt, tun zu müssen, und das ist nur konsequent.
Zitat:Ist "Mit dem Wind" jetzt tatsächlich sein Mantra, oder eine Art Zauberformel? Fragen, die heute gern unbeantwortet bleiben können, wenn wir die Aussicht hätten später eine Antwort zu erhalten. Diese Hoffnung stirbt am Ende des Kapitels aber abrubt :D
Das ist der Gruß und die magische Formel der schwarzen Skorpione. Die werden in der Geschichte eine wichtige Rolle spielen. Mit Admar konnte ich sie direkt in einem Satz unterbringen, ohne etwas erklären zu müssen. Jegliche Erklärung wäre im Prolog eine Handlungsbremse. Und wenn unbeantwortete Fragen bleiben, wird der Leser vielleicht weiterlesen. Icon_smile
Zitat: Zitat: Anzû - die Wächter Enlils.


Wunderschön vorgestellt, lauernde mächtige Raubtiere, majestätisch beschrieben, den Göttern verbunden und sie versprechen bei Unachtsamkeit einen schnellen Tod. Hier wieder ein Versprechen und dann hältst du es später auch noch <3
Dankeschön.
Zitat:Mich stört irgendwo, dass man mit Windmagie nicht beeinflussen kann, wohin sich ein Geruch ausbreitet.
Magie ist nichts unfehlbares, es wäre sehr schnell langweilig, wenn sie alles könnte. Und auch die Skorpione vermögen nicht alles - wie auch die Götter nicht Icon_cool
Zitat: Zitat: „Zazu, komm schnell, hier liegt einer!“, ertönte ein Ruf.


Ist er jetzt in einem abgeschotteten Bereich oder nicht? Ich versuche mir die ganze Zeit vorzustellen, wie dieser Tempel organisiert ist. Bis zu dem Zeitpunkt dachte ich, dass es einen Bereich gibt, zu dem nur die Tempelvorsteher Zutritt haben, der auch den Tempelschatz beinhaltet und eh gefährlich ist, weil zwei riesige Donnergreifen drin sitzen, die offensichtlich nicht darauf trainiert sind, alles was Priesterroben trägt als non-food zu klassifizieren. Nope, da rennen Leute rum, die alle paar Minuten in die dunklen Ecken schaun, ob da einer liegt.
Das ist doch offensichtlich: Die vermissen ihren Wächter, der zur Wachablösung nicht zurückgekehrt ist.
Zitat: Zitat:Davor standen unzählige Opfergaben und Beterstatuetten, verbunden mit Bitten und Wünschen an den Gott, der das Schicksal bestimmte.
Gehört zu dem oben dazu, das klingt hier als ob täglich haufenweise Normalbürger in diesen Keller reingehen, ein Bisschen beten, eine Bitte vorbringen und beim Gehen eine Opfergabe da lassen. Bis zu dem Zeitpunkt war die Tafel sowas wie der Kaiser von China: Keiner siehts, keiner kommt näher als fünfhundert Meter in die Nähe und wer mit ihm reden will muss vorher zum Gott erklärt werden oder von vornherein schon einer sein.
Nein, das ist anders: Die Opfergaben werden nicht von den Opfernden ins Heiligtum gebracht. Dort dürfen nur authorisierte Personen rein. Die opfernde Normalbevölkerung hat also sozusagen Überbringer, die die Gaben dort postieren. Die werden von den Anzû natürlich durchgelassen, weil Tempelbedienstete.
Zitat: Zitat: Entdeckt, schoß es durch seinen Kopf, seine Beherrschung wollte schwinden, Angst erstickte mit einer wogenden Welle seine Leidenschaft und er drückte sich entsetzt zurück in die Nische.
Du beschreibst wunderschön das Gefühl, das der oben erwähnte kleine Bruder hat, wenn er den großen Bruder im Gang hört, aber dummerweise schon die Hand voller Süßigkeiten :D Gerade noch aufgeregte Freude, dann plötzlich Todesangst.
Icon_uglyDankeschön.
Zitat: Zitat:Mit dem Wind, mit dem Wind!, beschwor er die Macht, doch der Wind verriet ihn und blieb aus.
Ein schreckenerregendes Gebrüll hob an. Schwingen wie Gewitterwolken brausten heran und Admar gewahrte, wie die Blitze aus zwei Paar gelber Augen schossen und ihn glühenheiß durchbohrten und dann erreichten ihn die Bestien und er spürte einen unbändigen Schmerz, als die riesenhaften Klauen seinen Körper in Stücke rissen …


Besser hätte es nicht enden können. Nochmal den Leitspruch, hier als Zauberpsruch, nochmal die Greifen, das tödliche Versprechen von vorhin wird gehalten, Irrtum der Götterbotin als Trugschluss des leichtgläubigen Lesers und ein schöner "das hier ist kein Kindermärchen"-Tod für den ersten Charakter, was obendrein die Tafel rettet, die im Rest der Story schon allein durch Erwähnung ihres Namens eine Rolle spielen kann.
Das freut mich, das es so rüberkommt, es ist genau das, was ich machen wollte.
Zitat: Zitat:Wenn der Wind stirbt, wodurch sind dann die Anzû?
Wenn der Wind stirbt.
Enlil.
Schöner Gedankenzug, nachvollziehbar, kurz prägnant und fasst schön das gelesene zusamen.
Damit bin ich noch nicht zufrieden. Die Bedeutung ist zu unklar, zwar in meinem Kopf, aber die Worte drücken noch nicht aus, was ich eigentlich will.
Ich arbeite dran Icon_wink
Zitat:Bin nicht so drin in Sumerischer Mythologie, irgendwo im Hinterkopf find ichs aber tatsächlich schade, dass du dir nicht alles selbst ausgedacht hast.
Meine Intention von Anfang an war, die Lebenswirklichkeit der sumerischen und akkadischen Völker einzufangen, deren Hochkultur von vielen vergessen scheint, die aber so fortschrittlich war und gleichzeitig so erstaunlich unglaublich durch den Alltag in dieser religiös fanatischen Götterwelt und einer Ordnung, die einen undurchdringlichen Dschungel von Bürokratie nach sich gezogen hat geppaart mit Korruption, mafiösen Strukturen und andauernden Kriegen. Ich arbeite nun schon das achte Jahr daran. Die Forschung kann viele Dinge nicht mehr ergründen, aber vieles ist doch entdeckt worden und ich habe so nah wie möglich an den Wahrscheinlichkeiten die politischen Wirren und historischen Personen rekonstruiert, wie es mir möglich war. Aber ich wollte kein reines historisches Ding daraus machen, dazu ist die Mythologie viel zu reizvoll und ich sowieso der Fantasy verhaftet. Ich habe kein Problem damit, dass Du es schade findest. Ich finde es phantastisch. Icon_wink
Zitat:Bezüglich Admar: Tot ist bitte tot. Ich mags immer garnicht, wenn ich eine schöne Todes-Szene hab und die dann dadurch ruiniert wird, dass sie garkeine ist. Ned ist tot, Dumbledore ist tot, Brom ist tot und Arthas ist es mittlerweile auch. Und es macht die Geschichten unendlich viel besser. Sogar Gandalfs Rückkkehr hat mich irgendwo gestört^^
Nein, nach dem Glauben dieser Völker war Tod eben nicht tot, das ist historisch belegt durch zahlreiche Tontafeln und mythologischen Geschichten, die die Schreiber damals konstruiert haben. Und deshalb ist es für mich absolut legitim, das zu benutzen. Icon_ugly
Zitat:Wann gibts mehr? Wo und wann spielt "mehr"? o.O
Wenn ich den Thread so lese gabs wohl schon mal mehr, mag mir da jemand nen Link zu geben?
Es gibt hier im Forum diverse Kapitel, wenn Du über die Suche "Tafel des Schicksals" eingibst, wirst Du sie finden. Aber sei gewarnt: Ich bin ein Schreiberneuling und ich habe erst jetzt den Stil gefunden, den ich versuchen möchte, beizubehalten. Die Kapitel könnten also etwas anstrengend zu lesen sein - und sind weiterhin als Entwürfe zu sehen. Bis zur Endfassung braucht es noch Jahre Mrgreen

So, soweit von mir, vielen Dank, dass Du Dir die Mühe gemacht hast, mich zu kommentieren.
Auf Deine Vorstellung möchte ich allerdings auch zu sprechen kommen:
Für mich hast Du Dich da etwas im Ton vergriffen. Auf mich wirkst Du mit Deinen Äußerungen dort äußerst arrogant, und hättest Du mir keinen Kommi dagelassen, so hätte ich darauf nicht reagiert. Ich hab für sowas einfach keine Zeit. Wir haben hier einen wirklich sehr guten Umgangston und legen Wert darauf, dass der Andere bei aller Kritik immer ein positives Gefühl für sich selbst hat und von der Kritik etwas mitnimmt, um dazuzulernen. Und auch die Kommentierenden lernen durch ihre Kommentare, wenn der Verfasser sich nämlich nach einem Kommentar erklärt. Ich habe hier endlos viel gelernt und bin dankbar dafür. Ich hoffe, dass der gute Umgangston hier die Oberhand behält und wünsche mir daher von Dir, dass Du ein wenig Dein Ego vergisst und noch einmal etwas entgegenkommender "Hallo" sagst. Darüber wären noch mehr als nur ich glücklich und Missverständnisse würden ausgeräumt.

Noch einmal vielen Dank.

Liebe Grüße von slainte music


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Beitrag #8 |

RE: Die Tafel des Schicksals - Prolog
Zitat:Du kennst mich nicht und ich Dich nicht.

Da hab ich evtl. ein bisschen dick aufgetragen. Ich will hier aber trotzdem behaupten, dass es wenig gibt was so viel über einen Menschen aussagt wie ein Textstück, das sein Herzblut beinhaltet.


Zitat:weil der Dieb sympathisch bleibt, obwohl er mordet. Er tut, was er gleubt, tun zu müssen, und das ist nur konsequent.

Das tat Adolf auch.
Ich weiß, der Hitlerhammer ist immer unfair, aber du versuchst hier zu rechtfertigen, dass jemand für seine Arbeit, also für Geld, in kauf nimmt andere Menschen töten zu müssen. Und das freche daran ist, dass dir das auch noch gelingt :D Das meine ich mit heuchlerisch.


Zitat:Fragen, die heute gern unbeantwortet bleiben können, wenn wir die Aussicht hätten später eine Antwort zu erhalten.

Zitat:Die werden in der Geschichte eine wichtige Rolle spielen. Mit Admar konnte ich sie direkt in einem Satz unterbringen, ohne etwas erklären zu müssen. Jegliche Erklärung wäre im Prolog eine Handlungsbremse. Und wenn unbeantwortete Fragen bleiben, wird der Leser vielleicht weiterlesen.

Die beiden Punkte ergänzen sich und machen aus meiner Kritik automatisch ein Lob^^


Zitat: Das ist doch offensichtlich: Die vermissen ihren Wächter, der zur Wachablösung nicht zurückgekehrt ist.

Uff, die vermissen den aber reichlich früh, vielleicht soll ja warten und den Boten ja auch wieder rausbegleiten. Außerdem fände ich in dem Fall ein "Da liegt er" passender als "Da liegt einer". Klar erkennt der Schreihals nicht sofort, wer da liegt, würde für mich trotzdem eher passen.



Die Sache mit den Opfergaben und den Überbringern war eine Lösung, die sich erst in meinem Kopf gebildet hat, als ich den Text schon abgeschickt hatte^^


Zitat:Damit bin ich noch nicht zufrieden. Die Bedeutung ist zu unklar

Oben denkt Admar noch, dass Götter nie erklären, was sie denken. Ich finde die abgehackt stichpunktartige Erwähnung der Gedankenpunkte thematisch passend.
Klar muss man für die Bedeutung ein Bisschen nachdenken, aber es bedeutet eben, dass man nur über Windmagie reinkommt, beim rauskommen Enlil aber alle Windmagie abschaltet, außer den Dingen, die noch direkter mit ihm verbunden sind. Denke ich zumindest. Wenn ich damit falsch liege, ist es für mich jedenfalls zu unklar und du hast hier recht :D



Wenn ich ganz ehrlich bin, interessieren mich die antiken Völker in letzter Zeit immer mehr. Momentan bin ich von Rom begeistert, habe auch schon eine ähnliche Struktur in die Vorgeschichte zu meiner eigenen Story eingebaut. Wenn man dann weiter zurück geht kommt erst Griechenland und dann wirds immer spärliche mit den geschichtlichen Belegen. Babylon interessiert natürlich wegen Bartimäus, aber auch Fate/Zero mit Gilgamesh hat mein interesse geweckt. Umso trauriger ist natürlich, dass wir so wenig Informationen über diese antike Kultur haben. Ein Grund mehr, warum mich dein Setting interessiert.


Zitat:Nein, nach dem Glauben dieser Völker war Tod eben nicht tot, das ist historisch belegt durch zahlreiche Tontafeln und mythologischen Geschichten, die die Schreiber damals konstruiert haben. Und deshalb ist es für mich absolut legitim, das zu benutzen.

Am Ende ist es deine Geschichte. Für mich sind Koitus und Exitus eben wichtige Konstanten der Fantasy, daher dieser Appell^^. (Wenn ich so darüber nachdenke, wäre es mit den Regeln der Magie in meiner Story sogar möglich jemanden wiederzubeleben D: )


Zitat:wenn Du über die Suche "Tafel des Schicksals" eingibst, wirst Du sie finden.

Ah. Wird sich irgendwie damit verbinden lassen müssen, dass ich mich in Drachenkönigs Son-Geschichte auch noch weiter einlesen wollte, aber die Textmengen hier im Forum sind zum Glück ja handliche Portionen Icon_smile



Mein Ego ist Teil von mir, ich müsste mich verstellen um es abzustreifen und das gehört für mich ins unehrliche.
Einerseits finde ich es nicht schlimm, wenn nicht jeder mein Freund sein kann, andererseits ist es doch schön, wenn alle von meinen tatsächlichen Forumsbeiträgen positiv überrascht sind, weil sie nach der Vorstellung ganz was anderes erwartet haben.
Ich meine, stell dir das Gegenteil vor ^^

Im Nachhinein wäre "es kann passieren, dass man sich bei mir zwischen den Zeilen beleidigt fühlt und auch mich werden manche Kritiken vielleicht im Stolz kränken, aber im Gegenzug lernt man etwas, das ist den Kratzer mehr als wert" eine schlauere Formulierung gewesen, als dass ich drei Mal das Wort Beleidigungen in den Text stopfe, aber niemand ist perfekt. Hier stehe ich klar zu meinen Fehlern und lasse den Text unverändert.

Nimm diesen Thread hier als persönliche Vorstellung, das wäre für mich jedenfalls ein gelungener Start für uns beide Icon_smile

"Zu jeder Zeit, an jedem Ort, bleibt das Tun der Menschen das gleiche."

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Beitrag #9 |

RE: Die Tafel des Schicksals - Prolog
Hi slainte,

ich halt meine Rückmeldung kurz, sonst verlier ich selbst den Überblick. Wie ja schon gesagt: Absolut deine Entscheidung, wo du meiner Meinung bist und wo nicht. Wäre auch schlimm, wenn alle so schreiben würden, wie ich das verlange Mrgreen

Kurz zuerst eine Sache, auch auf die Gefahr hin, so zu wirken, als würde ich mich immer und überall einmischen Icon_ugly :

Ich finde nicht, dass Admar heuchlerisch durch den Mord wirkt. Er ist kein Meuchelmörder, der für Geld mordet und dann sagt, es täte ihm Leid. Er ist ein Dieb, der hier die Wahl hat, entdeckt zu werden (was womöglich seinen eigenen Tod bedeuten würde) oder eben zu morden. Er hängt an seinem Leben und wählt den Mord. Nicht wegen des Geldes, sondern um sich selbst aus dem Schlamassel zu ziehen. Deshalb kann er das mMn durchaus ernst meinen, dass er es nicht gerne tut. Er tut es, weil er muss. Nicht weil er Spaß daran hat.

Nun zu deiner Antwort:

Zitat: Ups, Admar ist eigentlich überhaupt nicht ausgearbeitet. Er ist Mittel zum Zweck. Und er hat seine Sache sehr gut gemacht, besser, als ich dachte. Ich hatte ihn einfach so im Gefühl. Ich brauchte jemanden, der die Schicksalstafel versucht, zu stehlen und dabei scheitert. Jemand, der richtig gut ist. Jemand ohne Geschichte, weil ich nichts erklären musste. Jemand, der einfach handelt. Ich brauchte ihn, um die schwarzen Skorpione einzuführen. Ganz am Rande, mit seinem Gruß. Damit habe ich geschafft zu erklären, dass es da einen Bund gibt, dessen Mitglieder magische Fähigkeiten besitzen. Das ist sehr, sehr wichtig für den weiteren Verlauf. Aber Admar hat keine Hintergrundgeschichte (nur der Geheimbund), keine Eltern, kein Alter, keine Herkunft - sprich: Ich habe ihn einfach so aus dem Ärmel gezaubert.
Ja, war vielleicht blöd von mir ausgedrückt. Ob und wie viel Hintergrundgeschichte eine Figur hat, ist mir beim Lesen herzlich egal, solange sie lebendig und nachvollziehbar rüberkommt. Solange sie ein stimmiges Bild ergibt und so wirkt, als tue sie das, was sie tut, weil es zu ihrem Charakter passt und nicht weil der Autor es möchte.
Ich arbeite selbst so, dass ich mir so gut wie nie im Voraus Gedanken zu meinen Figuren mache. Was ich für die Geschichte brauche, ergibt sich mit der Zeit.
Und ich glaube, genau dieser Punkt – dass du Admar eben nicht ausgearbeitet hast und deshalb in Versuchung gekommen wärst, jeden Fitzel seines Hintergrundes auch einzuarbeiten – hat ihn so greifbar für mich gemacht. Weil es eben genau der Admar ist, der er in diesem Moment ist. In diesem Moment spielt keine schwere Kindheit eine Rolle, nicht der Wunsch des Vaters, dass er bitteschön Priester werden möge, nicht die Schicksalhaften Irrungen, die ihn in die Arme der Schwarzen Skorpione getrieben haben ... alles nur beispielhaft, aber du verstehst?
Admar lebt in diesem Augenblick FÜR diesen Augenblick. Er ist nur im Hier und Jetzt – und genau das hat mir so gut gefallen. Weil er in diesem Umfeld absolut glaubwürdig und durchdacht wirkt.
Dadurch lesen sich die wenigen Infos, die im Text sind, auch viel angenehmer, weil sie direkt etwas mit dieser Situation zu tun haben und persönlich im Moment wichtig für Admar sind.

Ich bin mir auch im Klaren, dass man diese Vorgehensweise bei einem Text wie deinem – mit diesem riesigen historischen, politischen, religiösen und familiären Hintergrund – nicht dauerhaft durchziehen kann. Aber es ist halt genau die Art Geschichte, die ich mag Icon_smile

Zitat: Und ich verspreche Dir jetzt eine Geschichte mit Admar als Hauptfigur. Schließlich hatte er ja ein Leben vor dem Raub der Tafel Icon_ugly Aber ich verspreche nicht, dass ich es genausogut nochmal hinkriege - obwohl ich ein wenig das Gefühl habe, mich langsam zu steigern.
Ich fühle mich wirklich geehrt Smiley_emoticons_blush – aber schreib diese Geschichte nur, wenn du auch selbst Lust drauf und Spaß dran hast! Es gibt nichts Schlimmeres, als eine Geschichte schreiben zu müssen, hinter der man nicht stehen kann. Und ich weiß ja, an was für einem Mammutprojekt du jetzt schon arbeitest Icon_smile

Zitat: Aber ich möchte das so stehen lassen.
das ist jetzt auf keine konrekte Anmerkung bezogen, sondern allgemein: Wann und Wo auch immer du diesen Gedanken hast, bleib auf jeden Fall bei deiner Version! Ändere nur, wo du selbst auch dahinterstehen kannst. Ich weiß von mir selbst, dass ich mit ein bisschen Abstand zu meinen eigenen Geschichten Änderungen eher durchführen kann, aber selbst dann gibt es immer Dinge, die ich genau so haben möchte, wie sie sind. Und da will ich niemandem das Gefühl geben, dass er seine eigene Geschichte gegen seinen Instinkt verändern zu müssen.



Lanna schrieb:„Die Tafel aus Amber“, hatte NinShubur verlangt, „sie hängt um den Hals der Statue des Enlil.“
Ich würde hier hinter »verlangt« eher einen Punkt setzen (und dann »Sie« natürlich groß), weil ich auch ohne den Einschub schreiben wüde: »Die Tafel aus Amber. Sie hängt ...«
slainte schrieb:Hmm, dann müsste ich hinterher oder vorher erklären, dass NinShubur gesprochen hat. Wie würde das aussehen:
NinShubur hatte nur eines verlangt: "Die Tafel aus Amber. Sie hängt um den Hals ... "
Ich weiß nicht, meine Variante gefällt mir besser, aber auch darüber muss ich länger nachdenken.
Kleines Missverständnis: Mir ging es nicht darum, »hatte NinShubur verlangt« wegzulassen. Das sollte nur als Erklärung dienen, warum da ein Punkt hinter »verlangt« müsste, statt des Kommas. Weil man – wenn man den Einschub theoretisch weglassen würde, auch einen Punkt setzen würde statt eines Kommas. Also das kann genau so bleiben, wie es ist, nur eben Punkt statt Komma hinter »verlangt«
Lanna schrieb:»Wachhäuschen« ist für mich auch recht modern, vielleicht passt auch »Wachstube«? Oder steht da wirklcih so ein 1x1qm kleines Häuschen im Hof? Kann ich mir bei einer Tempelanlage eigentlich nicht vorstellen.
slainte schrieb:Wieso 1x1 qm? Das kann ein Vorbau an einer Mauer oder vor einem anderen Raum sein. Die Tempel waren ja in diesen kriegerischen Zeiten ohnehin halbe Festungen. Warum sollte es nicht auch kleine Wachhäuschen im Vorhof gegeben haben, so als repräsentatives Element? Aber Wachstube finde ich genausogut, und wenn es Dich glücklich macht, kann ich das einfach austauschen.
Für mich ist ein Wachhäuschen so ein winziges Kabuff, wo eine Person drinsteht, die aus nem Fenster guckt und die Leute durchwinkt. Keine Ahnung warum und ob ich womöglich der einzige Mensch bin, der dieses Bild hat. Klar, dass es auch anders aussehen kann – und wenn es für dich passt, ist das ja auch okee Icon_smile Ist halt nur mein Eindruck gewesen, und ich bin bloß ein einzelner Leser. Ich find solche Hinweise nur wichtig, wenn sie von mehreren Lesern kommen, weil ich mir dann als Autor Gedanken machen sollte, ob ich nicht ein falsches Bild zeichne. Aber solange da nur hin und wieder einer daherkommt, der es nicht genauso sieht wie die anderen, kannst du diese Laberbacke auch einfach ignorieren Mrgreen

Zitat: Aber für mich passt das Umgangssprachliche zu Admar.
Dazu gab es ja ein paar Stellen.
Und ich stimme dir da zu, zu Admar passt das eher umgangssprachliche – das zieht sich ja konsequent durch den ganzen Text (finde ich), ich hab nur das angemerkt, das mir persönlich nicht ganz stimmig erschien. Aber das ist ja, wie wirklich fast alles in meinem Kommentar, auch wieder Geschmackssache. Wenn es für dich passt, lass es genau so!


Lanna schrieb:Zitat: Wenn der Wind stirbt, wodurch sind dann die Anzû?
Dem Satz fehlt etwas oder ich verstehe nicht, was du sagen willst.
Wodurch sind die Anzû ... was? Aufgewacht? Wütend geworden? Hungrig?
slainte schrieb:Hungrig, ja, sowieso *lach*. Mir ist einfach die richtige Formulierung nicht eingefallen. Die Anzû sind Sturmvögel oder Drachen, je nachdem, es gibt verschiedene. Der Wind jeglicher Art ist ihr Element. Sie sind damit Wesensverwand zu Enlil, der ja der Gott des Windes und der Luft überhaupt ist. Ich wollte ausdrücken: Was bleibt von ihnen übrig, wenn das Wesen des Windes nicht existiert? Wenn es keinen Wind gibt? Da muss etwas anderes sein. Da bleibt eigentlich nur noch die Verbindung zum Gott selbst. So denkt NinShubur. Hach, da muss ich nochmal ran, aber das kriege ich hin.
Ah, da hab ich auf dem Schlauch gestanden. Jetzt verstehe ich die Formulierung und mit diesem Verständnis finde ich sie absolut passend. Warte da mal ab, ob noch mehr Leser drüber stolpern oder ob ich die einzige bleibe. Bei sowas darf man sich echt nicht an meiner Meinung allein orientieren.
Also leg den Einwand mal zur Seite und schau, wie andere auf die Stelle reagieren Icon_wink

Zitat: slainte hat viel gelernt - das meiste durch so tolle Kommentatoren wie Dich.
Smiley_emoticons_blush Das tut echt gut zu hören, weil ich selbst ja so oft zweifle ... vielen, vielen Dank dir Icon_bussi
(Und ich hoffe natürlich, dass du noch ganz lange ganz viel Spaß an deinem Werk haben wirst und es irgendwann stolz hin Händen halten kannst. Oder zumindest in seiner Gesamheit auf dem Monitor hast Mrgreen - egal wie oft die Meckertante Lanna aus ihrem Loch kriecht und sich über Namen und Politik beschwert Icon_wink )


Zitat: Puh, was für einen Scheiß tue ich mir da an? Das Niveau zu halten wird mich noch umbringen *lach, Augen verdreh*
*lach* ganz ehrlich? Ich find es auch teilweise echt anstrengend, wenn man so viel Lob bekommt Icon_ugly Ich mein, im ersten Moment (und auch im zweiten und dritten und meistens noch Tage und Wochen später) ist es TOLL! - aber sobald ich dann an einer neuen Geschichte / dem nächsten Kapitel setzt, taucht der Spielverderber auf, der mir ins Ohr flüstert: So gut bekommst du das sowieso nicht mehr hin, alles danach kann nur noch schlechter werden.
Für solche Fälle muss man einfach immer eine Fliegenklatsche bereit liegen haben, und diesen kleinen Spielverderber gegen die Wand schlagen. Mrgreen


Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #10 |

RE: Die Tafel des Schicksals - Prolog
Hey Lanna,

habe von Deinen Vorschlägen etliche übernommen, weil ich es als gut empfand. Bei einigen Formulierungen habe ich noch mal ganz andere gewählt. Letzten Endes kommt der Feinschliff zum Schluss. Und der ist ja noch lange ncht in Sicht Mrgreen

Danke für Deine Mühe, und, klar hab' ich Bock drauf, eine Geschichte mit Admar zu schreiben! Icon_ugly

Liebe Grüße von slainte music


Mich kann man nicht komprimieren!

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