Es ist: 14-11-2019, 23:10
Es ist: 14-11-2019, 23:10 Hallo, Gast! (Registrieren)


Im Schatten des Mondes - Kapitel 01
Beitrag #1 |

Im Schatten des Mondes - Kapitel 01
Verzeichnis

Kapitel 01
Kapitel 02
Kapitel 03
Kapitel 04


So, Zeit für etwas episch großes.

Ich schreibe schon recht lange an dieser Geschichte, Kritik bekomme ich dabei bis jetzt nur von meinen Freunden. Die haben beim lesen leider a) rosarote Brillen auf und wissen b) durch mich viel zu viel über meine Welt, als dass ihnen Wissenslücken auffallen könnten, die den normalen Leser im Text stören könnten.

Hier stelle ich also um Kritiken zu sammeln und hoffentlich auch etwas Lob zu ernten "Im Schatten des Mondes" ein, Kapitel für Kapitel.

Zum Umfang: Zur Zeit sind 22 Kapitel fertig, je nach Reaktionen/meiner eigenen Geduld werde ich in unregelmäßigen Abständen die Geschichte fortsetzen.
Die Kapitel wirken am Anfang unzusammenhängend, weil ich mit mehreren Handlungssträngen loslege, nach zehn Kapiteln ist aber alles verknüpft...
Woraufhin ich wieder mit neuen Figuren loslege :D

Das mit den BB-Codes wird eine Heidenarbeit, aber alles kursive sind Gedanken, die komplett kursiven Kapitel sind Erinnerungen eines Charakters, und deshalb auch in Ich-Perspektive geschrieben.

Wenn jemand die ganze Geschichte (bis zum momentanen Endpunkt) am Stück haben will, PN an mich.





Im Schatten des Mondes

Kapitel 1 – Erinnerung der Seele


Ich stand auf einem der mannshohen Felsen, von denen das Kahl-Plateau übersät war und blickte über die große steinerne Fläche, die sich vor mir ausbreitete. Die Sonne ging gerade auf und ihr Licht tauchte alles in blutrote Farbe, so wie wir es im Laufe des Tages noch tun würden. Noch war die Luft frisch und rein. Der Wind, der mir ins Gesicht wehte, trug nichts weiter als den Geruch einiger Vögel mit sich. In wenigen Stunden würden sich der Gestank von Schweiß, Exkrementen und einer unfassbaren Menge Blut damit vermischen. Ich genoss daher jeden Atemzug, als hätte ich noch nie zuvor saubere Luft in meinen Lungen gehabt.
„Kommst du?“ Traygon war mir natürlich gefolgt. „Ein Großteil der Lords ist schon im Zelt.“
Ich drehte mich um und ging an ihm vorbei um in das Zeltlager hinunter zu springen, das sich soweit das Auge reichte zwischen all den anderen Felsbrocken erstreckte, die auf dieser Seite die Grenze der großen Fläche bildeten, die unser Schlachtfeld werden sollte.
„Ich hoffe, die fangen nicht ohne uns an. Am Ende kommt eine dumme Idee dabei heraus.“
Traygon kicherte. „Der ganze Feldzug war eine dumme Idee, daran werden wir heute auch nichts mehr ändern.“ Die Soldaten in Hörweite, die mit missmutigen Gesichtern von ihren Zelten saßen, nickten zustimmend. Es war nicht gut für die Moral, wenn er in seiner Position als Reichsheld so etwas sagte, aber seit der Niederlage vor Gardonis war diese ohnehin nicht mehr zu retten.
Wir erreichten das große Zelt von Prinz Targos recht schnell. Im direkten Vergleich hatte der rot angemalte Drachenkopf, durch den man es betrat, immer viel furchteinflößender ausgesehen als Kherzal selbst, der sonst neben dem Zelt schlief. Jetzt musste ich bei dem Anblick nur an das ängstliche Fiepen denken, mit dem er seinen Reiter vom Schlachtfeld getragen hatte.
Die Männer, die im Zelt standen diskutierten bereits und beleidigten sich gegenseitig laut, als ich eintrat. Einige der Lords bemerkten mich und wurden still, aus Respekt davor, dass ich unsere Armee vor Gardonis vor der Auslöschung bewahrt hatte, andere ließen sich nicht in ihrem Gezänk bremsen. Ich gab mir einen Wolfskopf und bellte ein paar Mal laut, dann beruhigten sich auch die letzten Gespräche. Wieder in komplett menschlicher Gestalt, bat ich Traygon darum, die Situation zu erläutern.
„Manche unter euch haben dies wohl durch Späher bereits erfahren, aber die Orks haben weiteren Zulauf bekommen. Nachdem Malak’Kathur selbst gestern zu den Truppen gestoßen ist, die uns seit Gardonis verfolgen, haben sich ihm in der Nacht zwei seiner Häuptlinge aus der Weite angeschlossen. Zusammen mit den Truppen, die wegen uns von den Plünderungen in den Küstenländern zurückkehren mussten, hat er jetzt geschätzt sechshunderttausend Soldaten.“ Wir hatten nur halb so viele Männer, an denen im Gegensatz zu unseren Feinden das Wort ‚Soldaten‘ völlig vergeudet war.
„Immerhin haben wir damit das Ziel des Feldzugs erreicht und die Raubzüge gestoppt. Wir sollten stolz auf uns sein!“ Es war ein übergewichtiger Lord aus den Steinländern, der da spottete.
Ein Ritter aus den Scherbenländern ignorierte den Standesunterschied und widersprach. „Das einzige verdammte Ziel dieses Feldzugs war es, die Abenteuerlust des Prinzen zu sättigen. Wir sollten unseren Erfolg feiern, er war das Abenteuer offensichtlich satt!“ zustimmendes Gemurmel breitete sich aus.
„Ich schlage vor, wir tun es ihm gleich und sehen zu, dass wir nach Hause kommen.“ Gorn Rohrholdt war als Heerführer so vorsichtig wie im Kampf mit dem Speer. Ich hatte seit meiner Jugend im Bruderturm Respekt vor dem Mann, aber hier musste ich ihm widersprechen.
„Das werden wir nicht tun. Unser Heer kann nicht vor dieser grünen Horde davonlaufen. Orks sind schneller und brauchen weniger Rast. Wenn wir weiter fliehen, holen sie uns ein wenn wir müde sind und massakrieren oder versklaven uns bis zum letzten Mann.“
„Dann teilen wir uns eben auf. Jeder nimmt seine Leute und schlägt sich selbst durch.“ Lord Squerats Vorschlag fand zu viel Anklang für meinen Geschmack. Der Mann war klein, buckelig und hatte ein deformiertes Gesicht, aber sein strategisches Wissen hatte zu viel Gewicht bei den Männern, als dass ich ihn einfach ignorieren könnte.
„Nein. Wir bleiben zusammen und treten den grünen heute hier entgegen. Unser Heer bekommt ein paar Stunden Ruhe, während der Feind seit Tagen marschiert und auch heute keine Pause bekommen wird.“ Erst bekam ich nur allgemeines Gemurmel als Antwort, dann antwortete mir Lord Squerat.
„Ich bin Euch nicht unterstellt, Sir. Ihr und euer schattiger Freund mögt Reichshelden sein, aber damit steht Ihr neben der Befehlskette und nicht über ihr. Jeder Mann hier untersteht nur seinem Lehnsherr und meiner hat während der Schlacht von Gardonis auf seiner geflügelten Echse das Weite gesucht. Ich werde mir das als Vorbild nehmen.“ Er schickte sich an, das Zelt zu verlassen. Ich ließ mir Krallen wachsen, versperrte der kleinen Missgeburt mit einem Arm den Weg und rief an ihm vorbei in den Raum.
„Falls wirklich jemand auf die Idee kommt, seine Männer zusammenzutrommeln und zu desertieren, werde ich eigenhändig seine Truppen zerfleischen und ihm die Gedärme durch den Hals herausreißen.“
Squerats Antwort war erst frustriertes, wütendes Geheul, dann fing er sich wieder zeigte mit dem Finger auf mich. „Ihr treibt uns alle in den Tod! Euer Onkel wäre sicherlich dazu in der Lage, die Hälfte der Orks alleine zu zerreißen und euer Vater würde mit seinem taktischen Geschick eine Schlachtsituation herleiten, in der sein Kampfgeschick ausreicht um den Sieg herbeizuführen, aber ihr seid lediglich dazu in der Lage eine Handvoll führerloser Lords einzuschüchtern. Ihr seid der falsche Crage um diese Schlacht zu gewinnen!“ Ich war kurz davor, ihn als Antwort einfach zu töten, als mir ein Geruch in die Nase stach, den ich wirklich nicht ausstehen konnte.
„Ich dachte eigentlich, dass es in unserer Familie drei Männer gibt, die es allein mit einem Heer aufnehmen können, Lord Squerat.“ Mein kleiner Bruder erhellte das Zelt nach seinem eintreten mit seinen leuchten rot-orangenen Roben und seinen ebenfalls feurig gefärbten Haaren. So wie man mich und Traygon als „Biest“ und „Schatten“ kannte, war Kastef seit seiner Ernennung zum Reichshelden als „Flamme“ gefürchtet. Es gab nur einen Magier im Reich, der es mit Kastefs unmenschlichem Mana aufnehmen konnte und sie beide galten als monströse Verstöße gegen die Gesetze der Magie. Seine Beherrschung des Feuers wurde nur noch von seiner Arroganz übertroffen.
„Was machst du hier?“ herrschte ich ihn an. Kurz huschte der übliche Hass über sein Gesicht, den mein kleiner Bruder für mich hegte, dann setzte er ein noch süffisanteres Grinsen auf als sonst.
„Prinz Targos hat in Sardula die Macht Kherzals und die Manareserven der Stadt genutzt um einen alten Teleport-Kreis zu benutzen. Anschließend hat er seinem Vater erzählt, was geschehen ist und König Morthas hat uns gesandt um euch zu retten.“
„Heißt das, der Prinz ist zurückgekehrt?“ Gorn sah tatsächlich hoffnungsvoll aus.
„Nein, aber er lässt ausrichten, dass er nur geflohen ist um euch allen Hilfe schicken zu können.“ Nicht einmal Kastef selbst konnte bei diesen Worten ein Lachen unterdrücken. Von außerhalb des Zeltes hörte ich außerdem ein tiefes Lachen, das ich erkannte.
„Wer gehört noch zu dieser Verstärkung?“ als hätte er nur auf das Stichwort gewartet, betrat ein Zwerg das Zelt, dessen roter Bart ihm bis über den Bauchnabel hing. Arûndil Batoras, bekannt als „Zwerg“ lief mit scheppernden, kurzen Schritten an mir vorbei und stellte sich wortlos zu den versammelten Lords. Ihm folgte Aros Wulf, der ehemalige Paladin. Passend zu seiner gold-weißen Rüstung trug er auf dem Rücken seine große goldene Axt, wegen der er auch als Reichsheld „Axt“ bekannt war. Als letztes kam Larsiel, dessen Blick zwischen den Spitzen Ohren zu jedem Zeitpunkt klar vermittelte, dass er lieber bei seinem Volk in den Wäldern südlich Galirias wäre, als in der unwürdigen Gesellschaft all dieser stinkender und ungehobelter Menschen. Der „Elf“ blickte kurz verächtlich in die Runde und stellte sich dann zu den anderen Reichshelden. Es war still im Zelt, denn es geschah nicht oft, dass sechs Reichshelden auf einmal im selben Raum waren. Schließlich ergriff Aros Wulf das Wort.
„Das ‚Bollwerk‘ ist ebenfalls hier und wir wurden mitsamt einer neuen Konstruktion hierher teleportiert, einem fliegenden Schiff. Auf dem Schiff sind einige Magier, die es in der Luft halten und knapp 100 weitere, die wir für die Schlacht einsetzen können. Das Oberkommando für die Schlacht wurde durch König Morthas Kathrogonn an Sir Jason Crage übertragen. Wie lautet Euer Befehl?“
Ich hatte also sieben Reichshelden, ein fliegendes Schiff, fast hundert Magier und geschätzt 300.000 demoralisierte Soldaten. Meine Befehle waren schnell gegeben.

"Zu jeder Zeit, an jedem Ort, bleibt das Tun der Menschen das gleiche."

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Beitrag #2 |

RE: Im Schatten des Mondes - Kapitel 01
Hi Jason und willkommen im Forum Icon_smile
(darf man schlicht Jason sagen oder bestehst du auf SirJasonCrage?)

Wenn du möchtest, kannst du dich hier vorstellen und uns ein bisschen was über dich erzählen, vielleicht auch nochmal deine Kommentar-Anleitung posten, damit auch Leser anderer Teilstücke wissen, wer du bist und worauf es dir ankommt Icon_wink

Zu deiner Geschichte selbst sage ich jetzt (möglicherweise vorerst) nichts, ich hab sie nämlich noch nicht gelesen Icon_wink Deinen Vortext dazu schon, und wegen deines Problems mit dem BB-Code kann ich dir nur dieses Makro empfehlen. Es funktioniert in Word und Open Office, in Libre Office hab ich es noch nicht ausprobiert.
Es erkennt automatisch fett, kursiv und unterstrichen in deinem Dokument, löscht die Formatierung und ersetzt sie durch die jeweiligen HTML-Tags. Ich empfehle allerdings, nicht zu viel Text auf einmal durchlaufen zu lassen, weil es dann schonmal eine Weile dauern kann. Ansonsten aber sehr praktisch Icon_wink

Ob ich deine Geschichte kommentieren werde, weiß ich noch nicht. Normalweise entscheide ich das nach dem Lesern, aber ich bin auch einer von denen, die sehr gerne mit Fehlerlisten arbeiten Mrgreen , wobei das je nach Autor relativ wenig mit Rechtschreibfehlern zu tun hat. Dass du sagst, welche Art von Kommentaren du dir wünschst, bzw. nicht wünschst, finde ich gut - da hab ich mir schon ein ums andere Mal hier gedacht: Hätt ich das vorher gewusst, hätt ich mir die Mühe gespart Icon_wink
Allerdings hat hier jeder Kommentator einfach auch seine persönliche Art und ich für meinen Teil lese/kommentiere Geschichten schlicht und ergreifend nicht so, wie du es dir wünschst. Du gibst da sehr strenge Richtlinien, und ich fühle mich dadurch eher abgeschreckt und verunsichert, ob da ein Kommentar, der anders geschrieben ist als nach diesem Schema, überhaupt aufgenommen wird.
Kann sein, dass ich da mit meinem Eindruck allein dastehe, aber gerade weil du dich so viel damit auseinandergesetzt hast, wollte ich dich zumindest wissen lassen, wie es bei mir angekommen ist. Ich für meinen Teil fühle mich da sehr stark bevormundet, und das mag ich generell nicht.

Ich lass es jetzt mal ein paar Tage sacken und les deine Geschichte dann mal ohne das Vorwort. Und schau, wie's mir gefällt Icon_smile

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

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What's funny is how many people choose to be stupid.«
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Beitrag #3 |

RE: Im Schatten des Mondes - Kapitel 01
Du darfst mich nennen wie du willst, ich bin da sehr frei. (Hat auch schon mal jemand wörtlich genommen und mich von da an immer Alfred genannt :D )

Meh, da hab ich als Autor mal wieder versagt.
Oben meinte ich ja "würde mir eure Kritiken auch so wünschen".
Da schwingt zwar mit, dass ich euch zu nichts zwingen möchte, durch die detaillierte Ausführung erwecke ich dann aber natürlich den gegenteiligen Eindruck -.-
Ich editier das mal nochmal deutlich oben rein.

Lass dir mit dem Lesen ruhig Zeit, es gibt für jeden Text einen perfekten Moment, in dem man auch Laune darauf hat Icon_smile

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Beitrag #4 |

RE: Im Schatten des Mondes - Kapitel 01
Zitat:Meh, da hab ich als Autor mal wieder versagt.
Nein, das wollte ich wirklich nicht sagen Icon_wink Hätt ich geglaubt, dass du jedem hier deine Vorgehensweise aufzwingen willst, hätte ich mich gar nicht dazu gemeldet, sondern dich als arroganten Schnösel abgestempelt und links liegen gelassen Mrgreen
Auf mich wirkte es nur ein bisschen so, und bevor ich da etwas falsch verstehe und es zu unnötigen Missverständnisse kommt, wollte ich das Thema einfach mal ansprechen. Ich wollte dich nur darauf hinweisen, welche Eindruck entstehen könnte (hab hier schon so einiges erlebt Icon_ugly )
(Ich bin aber auch ein Mensch, der sich beim Schreiben von Kommentaren sehr schwer tut, weil ich oft unheimliche Selbstzweifel hab und mich frage, ob das so und so dem Autor überhaupt hilft. Deshalb fühle ich mich von solchen Aussagen vielleicht besonders stark angesprochen und "unter Druck gesetzt")

Es freut mich auf jeden Fall, dass man mit dir über sowas friedlich und gesittet sprechen kann. Ich hoffe, du lebst dich gut im Forum ein Icon_wink

Liebe Grüße
Lanna

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Beitrag #5 |

RE: Im Schatten des Mondes - Kapitel 01
So, erneut ein Hallo von mir unter diesem Text, dieses Mal aber mit einer Meldung zur Geschichte selbst Icon_smile

Der Kommentar wird ein wenig experimentell, weil ich meine Fehlerliste normalerweise als roten Faden nutze, also schaun wir mal, was bei rumkommt *lach*

High Fantasy, Schlachten, Magie und Drachen sind auf jeden Fall mal Wohlfühlfaktoren für mich, in diesem Punkt hat mich die Welt also schonmal angesprochen. Womit ich leider gar nicht warm werde, sind die Figuren – dazu muss ich sagen, dass ich ein sehr charakterbezogener Leser und Schreiber bin und es deshalb für mich sehr wichtig ist, irgendeine Person in einer Geschichte zu mögen. Muss nichtmal der Protagonist sein.
Der kommt bei mir, in diesem Fall, leider gar nicht an, sein erster Eindruck auf mich ist der eines arroganten, überheblichen Schwätzers, der (bisher) nicht beweist, dass er wirklich so ein toller Hecht ist. Klar, der erste Teil hier ist nicht so lang, dass da unglaublich viel passieren kann, aber gerade deshalb würde ich an den Anfang einer Geschichte eher eine Szene setzen, in der man etwas von dem Protagonisten mitbekommt. Seine Gedanken, Vorstellungen, wie er so tickt oder einfach wie er in einer (Stress/Konflikt-)Situation reagiert. Sein Auftritt wird hier mMn überschattet von der Vielzahl der (unbedeutenden?) Personen, die ebenfalls ihren ersten Auftritt haben. Jason gerät da für meinen Geschmack zu sehr in den Hintergrund.

Du verwendest den Großteil des Platzes für eine Diskussion zwischen Lords, deren Namen ich mir gar nicht erst zu merken versuche, weil es zu viele auf zu engem Raum sind, die dann noch dazu blass bleiben, weil sie nur jeweils einen Satz sagen. Auch merke ich mir ihre ihre jeweilige Einstellung zu irgendwelchen politischen Vorkommnissen nicht, die ich nicht einordnen kann, weil ich keine Ahnung habe, was los ist. Und zu diesen Lords wirfst du noch eine Gruppe »Reichshelden«, die vom Prinzip her recht interessant klingen, mir hier aber sehr lieblos und einfallslos vorgestellt scheinen.
Da marschiert einer nach dem anderen rein, der Erzähler verliert zwei Sätze zu jedem und ich vergesse sie genauso schnell wie die Lords.
Mit »Zwerg« und »Elf« kann man sich zwar die beiden gut merken, originell sind diese Namen aber nicht. Wieso bekommen der Prota und sein Kollege solch bildliche Namen wie Biest und Schatten, aber Zwerg und Elf heißen einfach Zwerg und Elf? Das finde ich schade, weil sie dadurch zu reinen Stereotypen degradiert werden, die keine eigene Persönlichkeit haben, sondern bloß Stellvertreter für eine ganze Rasse sind.

Die Diskussion der Lords kommt mir ein bisschen wie Kindergarten vor. Jeder sagt was, keiner führt weitere Argumente für seinen Vorschlag an, keiner scheint irgendein Ziel zu verfolgen (außer das, seinen einen Satz loszuwerden), keiner reagiert auf das, was die anderen sagen.
Ich will jetzt auf keinen Fall raten, die Diskussion auszubauen – mit sowas kann man mich nämlich jagen gehen *lach* - aber so, wie es im Moment da steht, wirkt das echt, als würde jeder Teilnehmer nur deshalb etwas sagen, damit du ihn »vorstellen« kannst. Damit er eine Erwähnung bekommt.
Einer »spottet«, einer »ignoriert Standesunterschiede und widerspricht«, ein Vorschlag »findet Anklang«, aber mehr als diese Behauptungen kommen bei mir nicht an. Reagiert denn keiner auf den Spott? Empört sich niemand über das Ignorieren der Standesunterschiede? Wenn es so unwichtig ist, dass es nichtmal eine Reaktion hervorruft, warum erwähnst du es dann überhaupt?
Die einzige wirkliche Interaktion findet zwischen dem Ich-Erzähler und Lord Squerat statt, auf die solltest du dich vielleicht konzentrieren.
(Ich muss übrigens immer an Sasquatch denken, bei dem Namen, weil ich ihn beim ersten Mal als »Sesquat« gelesen hab Mrgreen )

Auch für die Reichshelden würde ich mir mehr Zeit nehmen. Das erinnert schon arg an das Meeting in Bruchtal im Herrn der Ringe. Nur dass es dort vorher lange genug Zeit gab, sich überhaupt mal für die Geschichte zu interessieren, während du hier mit Charakteren nur so um dich wirfst, auf den ersten zwei Seiten.
Vor allem bei Elf und Zwerg finde ich es sehr schade, dass sie im Prinzip nur zwei Abziehbilchen sind. Typisch Elf und typisch Zwerg eben. Selbst wenn sich das im späterern Verlauf noch auflöst und du die beiden vom Klischee abweichen lässt, ist der erste Eindruck bei mir doch eher ein Augenrollen. Müssen Zwerge denn immer bärtig sein? Müssen Elfen immer arrogant und überheblich auf den Abschaum um sich herum hinabblicken?
In zwei Sätzen kann man natürlich keine Individueen erschaffen. Gerade deshalb hätte ich mir gewünscht, die Reichshelden vielleicht nicht alle auf einmal und nicht in dieser »Vorstell«-Situation kennenzulernen. Wenns ein Roman werden soll, hast du ja am Anfang mehr als zwei Seiten Zeit, deine Figuren vorzustellen. Und es würde eben helfen, wenn Elf und Zwerg auch bildhaftere Namen hätten. Irgendwas, das nach Persönlichkeit klingt, so wie Biest, Schatten, Flamme oder Bollwerk.

Also ich würde hier entscheiden, was du am Anfang der Geschichte darstellen willst: Die Hauptfigur (mit Traygon), die politische Situation oder die Gruppe Reichshelden, um die es vermutlich in der Geschichte gehen wird. Wenn du all diese Themen in die ersten Absätze quetschst, bekommt keins davon den Raum, den es eigentlich verdient hätte.

Im Moment ist das einzige Interessante für mich die kurze Erwähnung der Gestaltwandel-Fähigkeiten, über die Jason offenbar verfügt. Aber die wird so nebenbei erwähnt, die habe ich beim ersten Lesen überlesen.
Und die Neugier, warum Schatten wohl Schatten heißt. Ich hoffe mal nicht, weil er Jason wie ein Schatten folgt, sondern weil er eben was Schattenhaftes an sich hat. Da fällt mir auf, dass Traygon – als eher wichtige Person der Geschichte? - gar nicht beschrieben wird. Fände ich persönlich wichtiger als die paar Stichworte zu den jeweiligen Lords.
(Und ich persönlich werd wohl Schwierigkeiten mit Traygon und Targos bekommen, die sind für mich zu ähnlich vom Namen her. Bin da aber leicht zu verwirren)

Dass mich politische Machtspielchen nicht interessieren, dafür kannst du ja nix Icon_wink allerdings finde ich die Art, wie du es hier darstellst, nicht ansprechend. Die Lords zicken sich bissl an, aber es kommt auch keiner mit konkreten Vorschlägen, Plänen, Strategien oder nur Argumenten. Als hätten sie gerade erst erfahren, dass da tausende von Orks herumrennen. Die sitzen doch schon länger da, der Prinz scheint auch nicht erst vor 5 Minuten geflohen.
Und was sich mir nicht erschließt: Angeblich steht Jason außerhalb der Befehlskette, aber er hat trotzdem den Befehl? Oder wieso akzeptieren (fast) alle widerstandslos, dass er da den Ton angibt? Wer hatte denn bisher den Befehl (nach der Flucht des Prinzen) und wenn es Jason war, wieso hat Squerat sich bisher nicht darüber beschwert aber jetzt tut er es? Und wenn sein Vorschlag, zu desertieren, so viel Anklang findet, wieso mischt sich niemand sonst ein und sagt Jason, dass er das Maul halten soll?
Ich nehme an: Weil es sonst unübersichtlich werden würde *lach*
Aber nur deshalb dürfen Darsteller in einer Geschichte nicht schweigen. Wenn du diese Auseinandersetzung zwischen Jason und Squerat haben möchtest, lass sie sie doch unter vier Augen führen. Oder lass die ganze Versammlung weg und Jason regt sich in einem Gespräch mit Traygon über die Unfähigkeit der Lords auf.
Ich persönlich mag das nicht, wenn eine stumme Menge unbeteiligte Statisten im Hintergrund einer Szene herumsteht, nur um manchmal zustimmend zu murmeln oder so. Klar, wenn das das einfache Volk wäre. Aber das hier sind ja offenbar alles Männer, die in irgendeiner Weise Anführer sind. Die sollten ihre Meinung vertreten können. Und wenn viele von ihnen der Meinung sind, Rückzug wäre die beste Möglichkeit, dann sollten sie das auch zum Ausdruck bringen.
ALLE ihre Truppen kann Jason ja kaum ermorden.

Ich hab ein bisschen die Befürchtung, es wird in Richtung »Superhelden« gehen (das war mein erster Eindruck von dem Aufmarsch dieser Reichshelden) und Jason wirkt mir wie ein »Ich bin so toll und kann alles«-Charakter, weil er keine Probleme zu haben scheint. Squerats Widerspruch wird ja quasi im Keim erstickt, alle zittern vor dem mächtigen Biest, und jetzt hat er noch ein Schiff voller Magier, so dass die anstehende Schlacht auch ein Kinderspiel wird. Das läuft für meinen Geschmack zu glatt, da entsteht keine echte Reibung.
Selbst der übermächtige Typ, der Jason hasst (Flamme), kämpft im Moment auf der gleichen Seite. Also ich seh da noch nicht wirklich, in welche Richtung die Geschichte sich entwickeln soll, worin der Konflikt besteht. Es könnte ein Intrigenspiel werden, ein Schlachtenepos, eine Weltenrettung, die typische Questreise, oder auch ein persönliches Drama, wenn ein gefeierter, mächtiger Reichsheld stürzt und alles verliert. Je nachdem würde mich der Fortlauf dann auch mehr oder weniger interessieren Icon_wink

Dann noch zu meinem persönlichen Steckenpferd, den Namen. »Jason« ist mir da sehr negativ aufgefallen, weil alle anderen Namen eindeutig Fantasynamen sind. Sogar Kastef, der Bruder von Jason. Warum hat dann Jason diesen englischen Namen? Warum haben seine Eltern seinem Bruder nicht auch einen englischen Namen gegeben? Und wieso hat niemand sonst, weder Personen noch Länder oder Städte, einen englischen Namen?
Ich gebe zu, ich bin da echt pingelig, aber sowas stört mich einfach. Vor allem, wenn es die Hauptperson ist, die diesen »besonderen« Namen hat.

Zu guter vorletzt möchte ich noch einwerfen, dass 300.000 Soldaten auf einem Felsplateau recht schwer zu ernähren sein dürften. Sowas wird in Fantasy gerne unterschlagen und ich weiß nicht, ob es »normale« Leser überhaupt stört, aber ich persönlich mag es gerne realistischer. Nun weiß man hier nicht, über welche Möglichkeiten die Magier verfügen, ob sie Nahrung herbeizaubern können, Weizen wachsen lassen oder sonst was. Deshalb auch nicht als Kritik, nur als Hinweis, falls du dir zur realistischen Darstellung Gedanken machen möchtest Icon_wink

Und zum Schluss noch zum Text selbst: Ein paar Komma- und Rechtschreibfehler sind drin, aber im Großen und Ganzen sicher und flüssig geschrieben. Einige Formulierungen sind nicht so meins und gerade bei der Diskussion der Lords fehlt mir ein bisschen die Variation in der wörtlichen Rede (die klingen alle recht gleich). Alles in allem nicht ganz mein Geschmack vom Stil, aber eben angenehm zu lesen.

Ich würde auch noch in den zweiten Teil reinschauen, kann aber nicht versprechen, dass ich mit Jason warm werde. Dafür müsst ich eben ein bisschen mehr über ihn und seine Kameraden erfahren. Das fände ich wichtiger als die fruchtlose Diskussion der Lords, wer da auf wessen Seite und unter wessen Befehl steht.

Oh, und bevor ich es vergesse: Ich finde das Kursive sehr unangenehm zu lesen. Hab eine Zeitlang selbst alles in Kursiv geschrieben, aber inzwischen benutz ich es nur noch für Gedanken und Betonungen. Hast du einen besonderen Grund, warum du hier alles kursiv setzt?

Liebe Grüße
Lanna

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Beitrag #6 |

RE: Im Schatten des Mondes - Kapitel 01
Hallo Lanna, freut mich sehr zu sehen, dass du dein Versprechen hältst Icon_smile

Zitat:Das mit den BB-Codes wird eine Heidenarbeit, aber alles kursive sind Gedanken, die komplett kursiven Kapitel sind Erinnerungen eines Charakters, und deshalb auch in Ich-Perspektive geschrieben.

Das mal vorweg als antwort auf die Frage am Schluss, ich weiß eh, dass ich im ersten Post viel zu viel drin hab und das wichtige dann übersehen wird Icon_slash


Blutklinge bin ich up to date, aber nach dem ersten Lesen bin ich grad so drauf, dass ich nur einzelne Dinge raussuchen kann, die ich noch mehr mag als den Rest. Da muss ich erst noch nach Stellen finden, die ich bemängeln kann :D
Mehr dazu wenn ich mal mehr Zeit hab zusammengefasst unter dem aktuellen Kapitel deiner Geschichte. (Heut den Umzug hinter mich gebracht und mich gleich gefreut dass a) das Internet geht und b) eine Bewertung da ist <3 )



Zitat:High Fantasy, Schlachten, Magie und Drachen sind auf jeden Fall mal Wohlfühlfaktoren für mich, in diesem Punkt hat mich die Welt also schonmal angesprochen.

Ich fang meine Kommentare zu anderen Geschichten ja meist damit an, dass ich irgendwo Bezüge zu Dingen suche, die ich kenne. Diese Bezüge wollte ich hier liefern. In meinem Fantasy-Setting soll man sich wohl fühlen, das Vertraute ist da und man tastet sich langsam in die Eigenheiten und Kanten der Geschichte voran, die anders sind. So zumindest der Plan. Dumm nur, dass dir meine Charaktere eher auf den Keks gehen :D


Zitat:sein erster Eindruck auf mich ist der eines arroganten, überheblichen Schwätzers, der (bisher) nicht beweist, dass er wirklich so ein toller Hecht ist.

Punkt für dich. Du wirst die meisten meiner PoV-Charaktere nicht mögen, weil du aufmerksam genug liest um zu merken, dass ich meine Leute über ihre Fehler definiere. Ich will gar keine Figur, die per Definition das Herz des Lesers hat oder haben soll. Ich mag übrigens bei Blutklinge auch noch niemanden und es stört mich nicht im geringsten^^


Zitat:Du verwendest den Großteil des Platzes für eine Diskussion zwischen Lords, deren Namen ich mir gar nicht erst zu merken versuche, weil es zu viele auf zu engem Raum sind, die dann noch dazu blass bleiben, weil sie nur jeweils einen Satz sagen.

Ich orientier mich hier an George und gebe den Charakteren Namen, auch wenn sie im Rest des Buches kaum vorkommen. Wenn du in deinem eigenen Kopfkino statt "Lord Rohrholdt" einfach nur "einer der Lords" registrierst ist das ok.


Zitat:Mit »Zwerg« und »Elf« kann man sich zwar die beiden gut merken, originell sind diese Namen aber nicht. Wieso bekommen der Prota und sein Kollege solch bildliche Namen wie Biest und Schatten, aber Zwerg und Elf heißen einfach Zwerg und Elf? Das finde ich schade, weil sie dadurch zu reinen Stereotypen degradiert werden, die keine eigene Persönlichkeit haben, sondern bloß Stellvertreter für eine ganze Rasse sind.

Den Streit führe ich schon länger mit mir selbst. Es gibt immer einen Zwerg und einen Elf bei den Reichshelden. Wenn einer stirbt bekommt ein neuer seinen Posten. Ob die jetzt alle ihren eigenen Spitznamen bekommen oder den "Zwerg" und den "Elf" durchreichen, ist ein Thema, mit dem ich mir selbst viel zu uneins bin, als dass ich dir da ne zufriedenstellende Antwort geben könnte :D Ich nehme zur Kenntnis, dass es dich so wie es im Text ist stört. Der Zwerg wäre übrigens in der anderen Variante der "Amboss", der Elf wäre als "Schmalklinge" bekannt.


Zitat:Die Diskussion der Lords kommt mir ein bisschen wie Kindergarten vor. Jeder sagt was, keiner führt weitere Argumente für seinen Vorschlag an, keiner scheint irgendein Ziel zu verfolgen (außer das, seinen einen Satz loszuwerden), keiner reagiert auf das, was die anderen sagen.

Die Diskussion der Lords ist deswegen ein Kindergarten, weil führerlose Männer sich immer wie im Kindergarten benehmen.
Ich habe hier die Wahl zwischen weiterem Ausfüllen eines Gesprächs, das dank Ankunft der Reichshelden eh keinen Einfluss auf den Rest der Story hat, oder ich lasse es weg. Im ersten Entwurf dieses Kapitels trafen sich Traygon und Jason nach dieser Besprechung auf dem Felsen und fassten diese dann für den Leser zusammen, bis Kastef eintrifft und selber noch ein bisschen mehr Exposition gibt.
Den Entwurf fand ich selber dermaßen Grütze, dass ich Kap1 komplett neu geschrieben habe^^
Ich finde aber auch, dass man genug von Jason sieht um ihn beurteilen zu können. Du beurteilst ihn auch richtig, willst aber von einem Protagonisten nicht denken, dass du damit recht haben könntest. Gerade in den ersten zehn Kapiteln arbeite ich eigentlich daran, dem Leser sein "Ich sehe die Geschichte aus seiner Sicht, er gehört zu den Guten." zu nehmen.


Zitat:Auch für die Reichshelden würde ich mir mehr Zeit nehmen. Das erinnert schon arg an das Meeting in Bruchtal im Herrn der Ringe. Nur dass es dort vorher lange genug Zeit gab, sich überhaupt mal für die Geschichte zu interessieren, während du hier mit Charakteren nur so um dich wirfst, auf den ersten zwei Seiten.

Ich habe schon oft überlegt, Kapitel 1 und Kapitel 4 (2 und 3 stellen andere Handelsstränge vor) zusammenzulegen, weil Kap1 so nur leere Hüllen hinstellt. Andererseits mag ichs irgendwie einfach so wie es gerade ist. Die Meinungen meiner Leser gehen da auch weit auseinander. Ich stell heut mal noch die nächsten drei Kapitel rein und wir verschieben das auf die Beurteilung von Kap4. Mich interessiert, wie du hinterher denkst, wenn die Charaktere auch mal Showtime hatten.


Zitat:Im Moment ist das einzige Interessante für mich die kurze Erwähnung der Gestaltwandel-Fähigkeiten, über die Jason offenbar verfügt. Aber die wird so nebenbei erwähnt, die habe ich beim ersten Lesen überlesen.

Das ist volle Absicht :D
Ich hasse das immer, wenn in Geschichten jemand etwas erwähnt, das für jeden Anwesenden in der Szene offensichtlich und bekannt ist, nur damit der Leser mit der Nase drauf gestoßen wird. Ich hoffe, dass ich dir da noch öfter Momente geben werde, in denen du dich nach ein paar Zeilen am Kopf kratzt, wait what denkst und die Passage nochmal liest.


Zitat:Und die Neugier, warum Schatten wohl Schatten heißt. Ich hoffe mal nicht, weil er Jason wie ein Schatten folgt, sondern weil er eben was Schattenhaftes an sich hat. Da fällt mir auf, dass Traygon – als eher wichtige Person der Geschichte? - gar nicht beschrieben wird. Fände ich persönlich wichtiger als die paar Stichworte zu den jeweiligen Lords.

Wegen seinem Spitznamen spoiler ich dich mal nicht^^
Was Beschreibungen angeht hab ich so meine Macken. Ich finde nie so recht den richtigen Augenblick um da ne Vollbeschreibung von Kopf bis Fuß über Kleidungsstil, Augenfarbe, Bewaffnung usw. hinzulegen.
Dazu kommt, dass wir in den kursiven Kapiteln die Geschichte aus Jasons Augen erleben, der seinen besten Freund nicht mehr als besonderes Ereignis wahrnimmt, das im Gedächtnis abgespeichert werden muss. Traygon war da, end of memory. Wenn dem PoV etwas an einem Charakter auffällt, erwähne ich das. Wenn den PoV etwas stört, mache ich das deutlich. Wenn jemand neues in sein Blickfeld kommt, wird er für den Leser dadurch sichtbar, dass der PoV ihn mustert.
Ich versuche immer, meine Beschreibungen in den Fluss einzureihen, was oft natürlich dazu führt, dass wenig beschrieben wird. Ich rechtfertige mich damit, dass sowieso jeder sein eigenes Bild von den Charakteren im Kopf hat :D
Jason bekommt z.B. immer wieder kleinere Beschreibungen, weil ich im Gegensatz zu seiner Vergangenheit (wie hier) seine "Gegenwart" in der Story gern durch die Augen anderer Charaktere beschreibe, die seinen Weg kreuzen.


Zitat:Absatz über die Absurdität von Jasons Autorität

Ich antworte eh eher auf den Absatz an sich als auf Einzelheiten:
Macht ist ein Schatten an der Wand, um George hier zu zitieren.
In der Schlacht vor diesem Kapitel ist der Befehlshaber geflohen, die Truppen haben sich zurückgezogen und fliehen schlecht organisiert aber irgendwie doch im Verbund.
Die einzelnen Lords treffen sich nach etwas Organisationsschwierigkeiten im Zelt und diskutieren (keine Befehle --> Diskussion), wie sie weiter vorgehen sollen.
Später im Setting kommt noch auf, dass Jasons Vater zu den mächtigsten Männern im Reich gehört, vom politischen Standpunkt. das vergrößert den Schatten ein Bisschen, den er wirft.
Dazu kommt, dass er allein als Kämpfer jemand ist, der leicht eine große Zahl Soldaten töten kann, an seiner Drohung gegenüber Squerat ist drchaus etwas dran.
Gehör geschenkt wird ihm ohnehin, weil er dem Heer den Rückzug gesichert hat in der Schlacht bei Gardonis. Was im Zelt geschieht ist seine "Machtergreifung". Dadurch, dass sowieso einige der Anwesenden seiner Meinung sind (zusammen bleiben und kämpfen), sein Ansehen bei den Truppen gut ist und der Mann selbst mehr als die Hälfte der anwesenden töten könnte, wehrt sich keiner direkt in der Szene. Wie viele Leute trotzdem den Plan hatten, zu verschwinden, werden wir nie erfahren. Ihn laut zu äußern wäre jedoch töricht gewesen.
Für alle, die sich vielleicht trotzdem mit ihm angelegt hätten, kommt die stumme Drohung dazu, die hinter Jason an der Zeltwand lehnt und in deinen Augen zu wenig beschrieben wird.
Lord Squerat bekommt in der Hauptstory auch noch einen Auftritt und darf im Nachhinein diese Szene aufschlüsseln, aber mit Erklärungen halte ich es wie mit Beschreibungen: Begründet und im Fluss.

Sichtbare Gründe für den Leser sollte aber sein:
Respekt wegen der letzten Schlacht
Die Drohung gegenüber Squerat und dem Rest
Zerstrittenheit der Lords, wodurch einige ohnehin seiner Meinung sind

Als Mensch, der Charisma zu seinen wenigen Stärken zählt, weiß ich aus Erfahrung, wie schnell man eine Führerlose Gruppe hinter sich bringt, indem man sich einfach vor sie stellt.


Zitat:Ich hab ein bisschen die Befürchtung, es wird in Richtung »Superhelden« gehen (das war mein erster Eindruck von dem Aufmarsch dieser Reichshelden) und Jason wirkt mir wie ein »Ich bin so toll und kann alles«-Charakter, weil er keine Probleme zu haben scheint. Squerats Widerspruch wird ja quasi im Keim erstickt, alle zittern vor dem mächtigen Biest, und jetzt hat er noch ein Schiff voller Magier, so dass die anstehende Schlacht auch ein Kinderspiel wird. Das läuft für meinen Geschmack zu glatt, da entsteht keine echte Reibung.
Selbst der übermächtige Typ, der Jason hasst (Flamme), kämpft im Moment auf der gleichen Seite. Also ich seh da noch nicht wirklich, in welche Richtung die Geschichte sich entwickeln soll, worin der Konflikt besteht. Es könnte ein Intrigenspiel werden, ein Schlachtenepos, eine Weltenrettung, die typische Questreise, oder auch ein persönliches Drama, wenn ein gefeierter, mächtiger Reichsheld stürzt und alles verliert. Je nachdem würde mich der Fortlauf dann auch mehr oder weniger interessieren

Den Punkt bitte auch für Kap4 merken Icon_smile Du stellst viele Fragen, die beantwortet werden.


Zitat:Dann noch zu meinem persönlichen Steckenpferd, den Namen. »Jason« ist mir da sehr negativ aufgefallen, weil alle anderen Namen eindeutig Fantasynamen sind. Sogar Kastef, der Bruder von Jason. Warum hat dann Jason diesen englischen Namen? Warum haben seine Eltern seinem Bruder nicht auch einen englischen Namen gegeben? Und wieso hat niemand sonst, weder Personen noch Länder oder Städte, einen englischen Namen?
Ich gebe zu, ich bin da echt pingelig, aber sowas stört mich einfach. Vor allem, wenn es die Hauptperson ist, die diesen »besonderen« Namen hat.

Schuldig in allen Punkten der Anklage. Du bist zwar die erste, die nicht positiv auf den Namen reagiert, aber deine Begründung ist schlüssig und mehr als "deal with it" kann ich zu meiner Verteidigung nicht vorbringen D:
Ich hoffe nur, dass dich "Cor de Maizier" und "Berndt" später nicht so sehr stören, dass du den Tab schließt und nicht mehr weiter liest :D


Zitat: Zu guter vorletzt möchte ich noch einwerfen, dass 300.000 Soldaten auf einem Felsplateau recht schwer zu ernähren sein dürften. Sowas wird in Fantasy gerne unterschlagen und ich weiß nicht, ob es »normale« Leser überhaupt stört, aber ich persönlich mag es gerne realistischer. Nun weiß man hier nicht, über welche Möglichkeiten die Magier verfügen, ob sie Nahrung herbeizaubern können, Weizen wachsen lassen oder sonst was. Deshalb auch nicht als Kritik, nur als Hinweis, falls du dir zur realistischen Darstellung Gedanken machen möchtest

Magier können nichts stoffliches entstehen lassen und waren vor Ankunft des Luftschiffs auch nicht großartig zahlenmäßig vertreten. Dass es an Nahrung fehlt, lässt sich einerseits leicht an der Stelle einfügen an der ich am Anfang eh schon beschreibe, dass die Soldaten missmutig sind. Wird notiert.


Zitat:Und zum Schluss noch zum Text selbst: Ein paar Komma- und Rechtschreibfehler sind drin, aber im Großen und Ganzen sicher und flüssig geschrieben. Einige Formulierungen sind nicht so meins und gerade bei der Diskussion der Lords fehlt mir ein bisschen die Variation in der wörtlichen Rede (die klingen alle recht gleich). Alles in allem nicht ganz mein Geschmack vom Stil, aber eben angenehm zu lesen.

Phew, es gibt doch lobenswertes :D
Da bin dann aber voll gespannt, wie dir 2,3 und 4 gefallen, ich hab Anfangs nämlich immer das Feedback genau andersrum bekommen, weil meine Freunde an der Story interessiert waren und den Schreibstil aber noch recht klobig fanden. Nachdem ich Kap1 ja dann komplett neu geschrieben habe, steckt da schon weit mehr Erfahrung drin als in den Kapiteln danach^^


Zitat: Ich würde auch noch in den zweiten Teil reinschauen, kann aber nicht versprechen, dass ich mit Jason warm werde. Dafür müsst ich eben ein bisschen mehr über ihn und seine Kameraden erfahren. Das fände ich wichtiger als die fruchtlose Diskussion der Lords, wer da auf wessen Seite und unter wessen Befehl steht.

Würde mich freuen, lass dir aber so viel Zeit, wie du brauchst Icon_smile

Liebe Grüße
Jason

"Zu jeder Zeit, an jedem Ort, bleibt das Tun der Menschen das gleiche."

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Beitrag #7 |

RE: Im Schatten des Mondes - Kapitel 01
Da ich gerade etwas Zeit habe dachte ich, ich ergreife mal die Gelegenheit und gebe mein Feedback, erstmal den "First Read", später am Tage werde ich den Rest dazu editieren.

Fangen wir mal an - ich muss ehrlich sagen, dass ich überhaupt nicht weiß, wo ich mich rein geographisch befinde, was mich stört. Du leitest mit einer steinernen Eben eine, von der ich gerade mal weiß, dass sie steinig ist, und dass das Heerlager in einem Kessel liegen muss. Aber wie weit erstreckt sich das Tal? Wie ist der Bewuchs, auf welchen Höhenmetern befinden wir uns, liegt diese Eben weit ab von der Zivilisation oder am Rande derselbigen? Du lässt vor dem Auge des Lesers kein konkretes Bild entstehen, bevor du ihn weiter führst.

Das selbe Problem ist mir beim Lager selbst und bei der Runde der diskutierenden Truppenführer aufgefallen. Ich würde empfehlen immer mindestens einen deskriptiven Satz dazu fallen zu lassen, wie sich die Situation dem Auge darbieten würde, bzw. was dem Betrachter als signifikantes Detail auffallen würde. Stehen die Truppenführer, sitzen sie? Gibt es einen Tisch um den sie versammelt sind, oder drängeln sie sich in einer losen Gruppe zusammen?

Was mir ebenfalls beim ersten Lesen aufgefallen ist, ist dass du gern vorraussetzt, dass er Leser von einem Detail auf das andere schließt, und zwar in extrem langen und komplizierten Satzketten. Sehr eindrücklich war dabei diese Stelle:

Zitat:Wir erreichten das große Zelt von Prinz Targos recht schnell. Im direkten Vergleich hatte der rot angemalte Drachenkopf, durch den man es betrat, immer viel furchteinflößender ausgesehen als Kherzal selbst, der sonst neben dem Zelt schlief. Jetzt musste ich bei dem Anblick nur an das ängstliche Fiepen denken, mit dem er seinen Reiter vom Schlachtfeld getragen hatte.

Die Schlussfolgerungskette ist hier sehr lang und für den Leser erstmal unzugänglich.
-> Wir haben ein Zelt
-> auf dem Zelt ist ein roter Drachenkopf
-> durch diesen betritt man das Zelt
->RÜCKSPRUNG zum Drachenmotiv
-> Sprung zu einem echten Drachen, ohne dass der Leser zuvor mit der Tatsache vertraut gemacht wurde, dass in deiner Fantasygeschichte Drachen vorkommen
-> der gemalte Drachenkopf sieht furchteinflößender aus als ein echter Drache
-> dieser Drache schläft neben dem Zelt
-> der Drache hat ein Herrchen, das er vom Schlachtfeld getragen hat
-> GROSSER GEDANKENUMWEG
-> Das Herrchen muss wohl Prinz Targos sein, da wir seinen Namen aber nur einmal gehört haben und gerade erst erfahren haben dass er ein Prinz ist und dass ihm dieses Zelt gehört.

Das sind eine riesige Menge Fakten, die du in einem winzigen Absatz verpackst in der Hoffnung, dass der Leser sie alle mitbekommt, und in der richtigen Reihenfolge in seine Gedanken einsortiert. Eine organischere Logik sähe so aus:

-> Wir haben ein Zelt
-> auf dem Zelt ist ein roter Drachenkopf
-> durch diesen betritt man das Zelt
-> Satzende.
-> Normalerweise liegt neben dem Zelt ein Drachen, Hint auf Größe und Aussehen des Drachen, der Leser arrangiert sich zunächst mit der Tatsache, dass es Drachen in dieser Geschichte gibt.
-> Dieser Drache gehört dem Prinz
-> Der Drache ist jetzt nicht da
-> Satzende
-> Der Drache hat den Prinzen nach seiner Verletzung davon getragen
-> angedeuteter Hinweis darauf, dass dies die Heerorganisation ins Chaos gestürzt hat, um die Streiterei später bereits jetzt einzuführen

Dann ist mir ein Fakt noch besonders aufgefallen:
Zitat: Lord Squerats Vorschlag fand zu viel Anklang für meinen Geschmack. Der Mann war klein, buckelig und hatte ein deformiertes Gesicht, aber sein strategisches Wissen hatte zu viel Gewicht bei den Männern, als dass ich ihn einfach ignorieren könnte.

Du bringst hier unmittelbar die Fakten dass der Mann klein und buckelig ist mit der Tatsache zusammen, dass der MC ihm antagonistisch gegenüber steht. Das erste, was man dadurch abliest, ist dass der MC Menschen anhand ihres Aussehens beurteilt - mir persönlich SEHR unsympathisch.

Fazit des First Read: Hier ist irgendwie jeder ein Arschloch, angesichts der Tatsache dass es sich um zerstrittene Truppenführer ohne einen Heerführer handelt, an allen Enden Leute desertieren oder sich schon als tot sehen und die Übermacht der Gegenseite gewaltig ist, mag man das verzeihen. Der abwesende Truppenführer schickt dann als Reaktion die Gefährten aus Herr der Ringe vorbei (sorry, erster Eindruck), um mal eben die doppelte Mannzahl als Übermacht zu plätten. Ich hoffe der Feuermagier kann ordentlich kokeln, or that ain't pretty.

Ich werde später meine Eindrücke vom zweiten Durchgang hinzufügen.
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Zweiter Durchgang+Zitate:
Ehrlich gesagt komme ich immer noch nicht in Jasons Perspektive hinein. Seine Gedanken sind größtenteils zu abstrakt und zu wenig unmittelbar für eine Perspektive aus der ersten Person.

Und der Mann kann Vögel riechen... wat?

Traygon sagt, dass ein Großteil der Lords schon im Zelt ist, aus der Erinnerung weiß ich, das niemand mehr dazu stößt. Fehlt da wer? Wer?

Es ist gut zu zeigen, dass einige Männer dem MC Respekt zollen. Weniger gut, wie der Grund für diesen Respekt beschrieben wird. Ich erwarte mehr Emotionen von diesen Leuten, wenn sie tatsächlich so demotiviert sind und die Disziplinlosigkeit bis zum offenen Desertieren angewachsen ist.

Zitat:Ich gab mir einen Wolfskopf und bellte ein paar Mal laut, dann beruhigten sich auch die letzten Gespräche.

Warum? Ein General ist kein Zirkustier. Mit diesem Stunt untergräbt er meiner Meinung nach nur seine eigene Autorität. Es heißt nicht umsonst "Hunde die bellen beißen nicht". Sollte es eine Methodik sein, seine Charaktereigenschaft des Gestaltwandlers anzubringen, passt sie hier thematisch nicht. Es wird keinerlei emotionale Reaktion auf diesen Trick beschrieben.

Es ist gut, die Teilnehmer des Gespräches einzeln zu beschreiben, aber jede Beschreibung hat zu wenig Fleisch. Zwei Varianten stehen offen - entweder, die Hauptakteure unter den Truppenführern zuerst beschreiben und dann ihr Gespräch schildern, oder dem Leser zumuten, dass er zwischen den einzelnen Sätzen längere Beschreibungen in sich aufnimmt. Was hier Not tut sind Schilderungen der geographischen Zugehörigkeit (Scherbenländer ect.) oder zumindest von etwaigen Allianzen.

Squerat klingt relativ sympathisch. Hat der MC nichts anderes drauf als mit überlegener Stärke Widerstand niederzubrüllen? Er wirkt dadurch gerade schwach und unfähig, eine Argumentation zu führen. Hat er keine Argumente? Kann er nicht an Ehre, Anstand oder zumindest Trotz appellieren? Das einzige, was er bewirken wird, ist, dass ihm jemand richtig saftig in den Rücken fällt. Ich würde Squerat momentan dafür applaudieren. Jemand aufgrund seiner körperlichen Gebrechen zu beschimpfen ist ein ekelhafter Charakterzug.

Kastef erscheint als ein sehr interessanter Charakter. Die anderen Helden erscheinen mir auch beim zweiten Lesen nicht überzeugend. Sie passen so gar nicht in das restliche Bild.

Fazit:
Der Einstieg ist im Grunde sehr gut und bietet sehr viel Potential für die Weiterführung der Geschichte. Wir haben ein Heer mit vielen zerstrittenen Parteien, einen unbarmherzigen Feind, einen unwilligen Helden und jede Menge düstere Stimmung. Eigentlich gibt es hier nur eine Frage und einen übergreifenden Kritikpunkt. Frage: Ist Jason wirklich so, wie er hier wirkt, das heißt oberflächlich, zynisch, wenig wortgewandt, unsicher über seine Wirkung auf andere, aber mit Kampferfahrung und taktischem Weitblick? Wenn ja, dann ist er so wie er sein soll. Wenn nein müsstest du überlegen, welche dieser Eigenschaften man wie besser rüber bringt.
Übergreifender Kritikpunkt: Mangel an Hintergrundinformationen, vor allem im emotionalen Bereich, aber auch im Setup von Geographie und Bevölkerung, und damit verbunden teilweise zu knappe oder verschachtelte Formulierungen.

Ich werde auf jeden Fall den nächsten Teil lesen, schon um zu sehen was aus Kastef wird : D Und vielleicht wird Jason -mir ja mit etwas Zeit auch sympathisch.

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Beitrag #8 |

RE: Im Schatten des Mondes - Kapitel 01
Mich freut so viel an deinem Post, ganz voran natürlich, dass du dir die Zeit genommen hast^^

Was die Beschreibungen angeht, bin ich ganz schlecht :D Ich beschreibe immer lieber, was passiert, als wie es aussieht. Ein Bisschen Autor-Philosophie steckt auch noch dahinter, weil ich die Dinge ja aus der Sicht eines Charakters beschreibe. Wenn jetzt jemand zwar zum ersten Mal vorkommt, und dabei eine Halle betritt, die er jeden Tag betritt, dann verschwendet er keinen Gedanken mehr daran, wie diese aussieht.
Konkret in dem Fall hier steht Jason da ja um die Aussicht zu genießen, da wäre eine Beschreibung durchaus angebracht... Ist aber eine Krankheit, die ich nicht ausgemerzt bekomme. Vllt. notier ich echt mal im Hintergrund, dass ich bei allem ne Beschreibung hin setz, egal wie klein und scheinbar unbedeutend Icon_slash

Dass du geographisch nicht weißt wo wir sind würde sich aber auch nicht ändern, wenn ich dazu schreibe, dass wir auf dem Kontinent Kudros, östlich der freien Städte, im Nordosten von Gardonis sind, oder? Mal ganz davon abgesehen, dass ich das wirklich weder in Jasons Gedanken, noch im Dialog unterkriegen würde, ohne dass es erzwungen wirkt.


Zu den Dingen, die mich voll freuen, ist dass du nachdenkst beim lesen und trotz verpackter Information alles aus dem Satz saugst, was er vermitteln soll. Ich weiß, dass du mir eigentlich von solchen Sätzen abraten willst, aber dadurch, dass du ihn verstanden hast, ermutigst du mich eher. Sorry Icon_lol


Jason stört sich weniger an Squerats Äußerem als an dessen Vorschlag. Gleichzeitig hast du aber Recht, er verachtet ihn auch wegen seines Körpers.


Zitat:Der abwesende Truppenführer schickt dann als Reaktion die Gefährten aus Herr der Ringe vorbei (sorry, erster Eindruck), um mal eben die doppelte Mannzahl als Übermacht zu plätten. Ich hoffe der Feuermagier kann ordentlich kokeln, or that ain't pretty.

Hihi, das war irgendwo schon Absicht, dass das an die Standardgefährten erinnert.
Nachdem Lanna ja auch schon Predictions rausgehauen hat für die Schlacht, bin ich gespannt, wie die Kommentare zu Kapitel vier ausfallen (nachdem ich in kap 2 und 3 erst andere Handlungsstränge einführe)


Zitat:Ehrlich gesagt komme ich immer noch nicht in Jasons Perspektive hinein. Seine Gedanken sind größtenteils zu abstrakt und zu wenig unmittelbar für eine Perspektive aus der ersten Person.

Ich versuche absichtlich mit ein paar Fantasy-Klischees zu brechen. Eine Erfahrung, die ich beim Lesen gemacht habe, ist dass ich generell auf der Seite des PoV-Charakters stehe. Jason soll dem entgegenwirken und auch Seth, ein anderer PoV ist definitiv kein Held. Andererseits will ich eigentlich nicht, dass man ihn hasst.

Ich versuche, die Geschichte möglichst wenig aus seiner Sicht zu erzählen (die kursiven Kapitel ausgenommen, die spielen ca. 15 Jahre vor der eigentlichen story), sondern eher aus Sicht der anderen PoV-Charaktere, von denen manche seine Feinde sind und andere für ihn kämpfen.


Zitat:Und der Mann kann Vögel riechen... wat?

Ja, kann er. Gestaltwandler, kann was immer er will :D
Man soll da drüber stolpern und sich fragen, ob das ne Bedeutung hat. Im Zelt dann mit dem Zirkustrick wird im Nachhinein klar, dass er eben halb Tier ist. Womit wir zu deinem nächsten Punkt kommen:


Zitat:Warum? Ein General ist kein Zirkustier. Mit diesem Stunt untergräbt er meiner Meinung nach nur seine eigene Autorität. Es heißt nicht umsonst "Hunde die bellen beißen nicht". Sollte es eine Methodik sein, seine Charaktereigenschaft des Gestaltwandlers anzubringen, passt sie hier thematisch nicht. Es wird keinerlei emotionale Reaktion auf diesen Trick beschrieben.

Ja, es sollte eine Möglichkeit sein, seine Eigenschaft als Gestaltwandler zu zeigen, wenn auch eine sehr plumpe D: Ich dachte mir, in einem Zelt voller schreiend-streitender Männer verschafft sich ein weiterer Mann durch mehr Geschrei nicht wirklich Gehör, also greift er zu exklusiveren Mitteln.
Dass keiner verstört oder erschrocken reagiert liegt daran, dass Jasons Fähigkeiten hinlänglich bekannt sind. Was ich hier mit dem Mangel an Reaktionen auch irgendwie rüberbringen wollte Icon_slash
Außerdem ist er kein General, er steht außerhalb der Befehlskette. Gewissermaßen ist er tatsächlich eine Art Zirkustier, das der Prinz auf seinem Spaß-Feldzug dabei haben wollte.


Zitat:Traygon sagt, dass ein Großteil der Lords schon im Zelt ist, aus der Erinnerung weiß ich, das niemand mehr dazu stößt. Fehlt da wer? Wer?

Erwischt. Für solche Sachen stell ich Texte in Foren rein^^
Ich lasse mich, auch als Mensch, ungern auf definitive Aussagen ein. In dem Fall war das einfach ein "Alle ist unwahrscheinlich, es wird schon jemand verletzt oder sonst wie unpässlich sein, nach einer verlorenen Schlacht."
Andererseits, wenn es keine Bedeutung hat, warum rein schreiben? Entweder ich lass es weg, oder ich schreibe irgendwie, dass alle da sind, denen es möglich ist.


Zitat:Es ist gut, die Teilnehmer des Gespräches einzeln zu beschreiben, aber jede Beschreibung hat zu wenig Fleisch. Zwei Varianten stehen offen - entweder, die Hauptakteure unter den Truppenführern zuerst beschreiben und dann ihr Gespräch schildern, oder dem Leser zumuten, dass er zwischen den einzelnen Sätzen längere Beschreibungen in sich aufnimmt. Was hier Not tut sind Schilderungen der geographischen Zugehörigkeit (Scherbenländer ect.) oder zumindest von etwaigen Allianzen.

Uff. Ich versuche, möglichst selten einfach nur "einen Mann" reden zu lassen. Bei mir kriegt jeder einen Namen (sofern dieser dem PoV-Charakter bekannt ist), ein Minimum an Hintergrund und Eigenschaften und einen Eintrag in meine Notizen. Egal wie unwichtig er ist, egal wie hoch seine Wahrscheinlichkeit ist, wieder vorzukommen. Gorn Rohrholdt, z.B. wird im Rest der Geschichte nicht mehr erwähnt. Sein Sohn ist aber mit einem anderen PoV befreundet, der in Kapitel 11 vorgestellt wird.
Es ist nicht wichtig, sich alle Namen zu merken. In anderen Büchern würde da nur "ein weiterer Lord mischte sich ein" stehen, anstatt eines Namens. Die Beschreibung ist so genau, wie sie für den PoV-Charakter sein muss. Fetter Lord aus den Steinländern, den Jason nicht beim Namen kennt? Jason klassifiziert ihn als "fetter Lord" und denkt nicht weiter darüber nach. Speermeister vom Bruderturm, auf dem Jason einen Großteil seiner Jugend verbracht hat? Jason verschwendet keinen Gedanken an dessen Äußeres, weil ihm der Name reicht.
Was die Beschreibungen angeht, kann ich nicht jeden einzelnen dieser Charaktere immer gleich voll beschreiben, zumal ich nach "wir lesen, was der PoV sieht" das jedes mal machen müsste, wenn der Charakter vorkommt. Beschreibungen kommen, wenn dem Charakter, aus dessen Sicht wir die Geschichte sehen, etwas ins Auge fällt. Wenn ihm etwas wichtig ist, sehen wir es durch seine Augen genau. Andersherum: Was der Charakter seit Jahren weiß, wird er für den Leser nicht extra nochmal in Gedanken ausformulieren.

Was die geographischen Erwähnungen angeht, versuche ich in Kapitel eins neugierig zu machen. Ich könnte stundenlang auf die Allianzen, Streitigkeiten und die Geschichte zwischen den einzelnen Ländern eingehen, aber hier tut es nichts zur Sache. Jason hat auch keinen Grund gerade über die politischen Verhältnisse zuhause zu sinnieren, zumal im Laufe der Geschichte aufkommen wird, dass er sich um Politik generell selten Gedanken macht.


Zitat:Hat der MC nichts anderes drauf als mit überlegener Stärke Widerstand niederzubrüllen? Er wirkt dadurch gerade schwach und unfähig, eine Argumentation zu führen. Hat er keine Argumente? Kann er nicht an Ehre, Anstand oder zumindest Trotz appellieren?

Hier funktionierts ganz gut. Zumal seine Drohung auch nicht leer ist.


Zitat:Kastef erscheint als ein sehr interessanter Charakter. Die anderen Helden erscheinen mir auch beim zweiten Lesen nicht überzeugend. Sie passen so gar nicht in das restliche Bild.

Reichshelden sollen ja auch außergewöhnlich sein :O
Von Kastef kriegst du noch viel zu sehen Icon_smile


Zitat:Frage: Ist Jason wirklich so, wie er hier wirkt, das heißt oberflächlich, zynisch, wenig wortgewandt, unsicher über seine Wirkung auf andere, aber mit Kampferfahrung und taktischem Weitblick?

Er hat keinen taktischen Weitblick und reißt die Macht hier eigentlich nur an sich, weil er sich darüber nicht im klaren ist. Jason leidet ganz hart an Danning-Kruger-Syndrom. Du wirst auch später noch viel Freude daran haben, dich über ihn aufzuregen. Ansonsten triffst du es ganz gut und ja, es ist Absicht.
Ich hab auch schon mal zwei Freunden fasziniert dabei zugehört, wie sie sich fast eine halbe Stunde lang gestritten haben, weil der eine auf seiner Seite steht und ihn der andere ihn als Kind im Körper eines Kriegers sieht.


Was die Hintergrundinformationen angeht, habe ich wieder eine starke Autor-Philosophie, nach der ich gern viel Information sehe, aber in kleinen Häppchen. Was für uns Fantasy ist, ist für die Menschen in der Geschichte Alltag und sollte von diesen auch wie solcher behandelt werden.
Falls sich jemand während des Lesens einen Stift zur Hand nimmt und eine Karte malt um mitzukommen, wird er im Lauf der Zeit trotzdem ein recht akkurates Bild hinbekommen, aber nicht von Anfang an.

Zu deinem Fazit: Was du Potential nennst, nenne ich immer Versprechen an den Leser. Für diese ist das Kapitel vordergründig da und bis jetzt erfülle die recht gut.
Ob dir Jason ans Herz wachsen wird, kann ich nicht sagen. Und das ist genau das, was ich erreichen will. (genau genommen kann ich es mittlerweile ganz gut abschätzen, aber vielleicht täusche ich mich ja :D)


Weils mir beim Drüberlesen auffällt und ich zu faul bin, es an der richtigen Stelle einzuschieben: Der Mangel an Emotionen ist noch so eine Schreibkrankheit von mir. Andererseits ist Jason jetzt nicht so der emotionale Mann, noch weniger ist er sensibel bezüglich der Gefühle anderer. Ich kann dir nur wirklich nicht sagen, ob das zu dem Zeitpunkt, an dem ich seine Kapitel geschrieben habe Absicht war, oder ob ich nur im Nachhinein rechtfertige, was ich geschrieben habe Icon_lol

"Zu jeder Zeit, an jedem Ort, bleibt das Tun der Menschen das gleiche."

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Beitrag #9 |

RE: Im Schatten des Mondes - Kapitel 01
Hallo nochmal!

Vielleicht kann ich ein paar Punkte genauer ausführen:

Zitat:Dass du geographisch nicht weißt wo wir sind würde sich aber auch nicht ändern, wenn ich dazu schreibe, dass wir auf dem Kontinent Kudros, östlich der freien Städte, im Nordosten von Gardonis sind, oder? Mal ganz davon abgesehen, dass ich das wirklich weder in Jasons Gedanken, noch im Dialog unterkriegen würde, ohne dass es erzwungen wirkt.

Ich rede dabei weniger von konkreten Angaben, wie man sie auf einer Karte findet, sondern eher von einer rein subjektiven Einordnung der Umgebung. So ziemlich jeder hat eine Vorstellung davon, wo er ist, wenn man beispielsweise von einer schroffen, windigen Meeresküste schreibt. Diese Bilder sind größtenteils aus Filmen und eigenen Erfahrungen zusammengesetzt und treffen eigentlich immer grob den Kern der Sache, ohne in allzulange, ausschweifende Paragraphen zu münden. Als Faustregel kann man sich eigentlich merken, dass alles, was so groß wie oder größer als ein Einfamilienhaus ist, Aufmerksamkeit erregt (Seen, Flüsse, Siedlungen, große Tierherden), und alles, was größer ist als ein Berg, zur Kulisse wird (Bergketten, Täler, Meere, Ebenen, Hochplateus). Das kann man je nach Komplexität und Lust mit beliebig vielen Details würzen. Daran kann man sich recht gut entlang hangeln, und der Leser weiß auf Anhieb, was ihn erwartet, zum Beispiel:

"MC der Ruchlose blickte sich um. In der Ferne zeichneten sich die schneebedeckten Gipfel der Blabla-Berge ab (Kulisse), durchbrochen von tiefen Schluchten und Tälern (Aufmerksamkeit). Er selbst stand auf einer saftigen Bergwiese (Details) und überdachte seinen Plot."

"MC der Ruchlose blickte sich um. Rings um ihn erstreckte sich, soweit das Auge reichte, nur tristes graues Sumpfland (Kulisse), nur stellenweise durchbrochen von Gruppen schwarzer, morscher Bäume (Aufmerksamkeit). Die Luft stank nach Fäulnis und Verwesung (Details). MC überdachte seinen Plot."

Zweimal das selbe mit unterschiedlichen Effekten und imo ein ganz guten Vorstellung davon, wo man ist.

Wenn du Angst hast, dass die Ortsbeschreibung zu wenig mit dem Protagonist zu tun hat und sich nicht organisch einfügt, versuche, über seine Emotionen oder seine Interaktionen anzuknüpfen.

"Jason hatte sich in den Schatten eines großen Findlings zurückgezogen, der ihn vor den eisigen Winden aus dem Norden schützte und ihn gleichzeitig vor etwaigen Spähern verbarg."

Damit weiß der Leser sowohl, dass es arschkalt ist, als auch, dass Krieg ist und Späher unterwegs sind, als auch, dass Jason praktisch denkt, als auch, dass es hier verdammt große Riesensteine gibt.

Zitat:Jason stört sich weniger an Squerats Äußerem als an dessen Vorschlag. Gleichzeitig hast du aber Recht, er verachtet ihn auch wegen seines Körpers.

Du solltest das meiner Meinung nach argumentativ zweiteilen, weil es meinem Leseverständnis nach ungünstig wirkt - man sollte erfahren, wie Jason über Squerats aussehen denkt, und davon unabhängig, wie er von seinen Plänen denkt.


Nochmal zu der ganzen Vogel-Riech-Sache. Ich kann verstehen, dass du die Fähigkeiten des MC etablieren willst, und der scharfe Geruchssinn ist dafür gut. Auf der anderen Seite ist dieses Bisschen Informationen einfach zu random und fast schon unfreiwillig komisch. Warum riecht er ausgerechnet die Vögel, aber nicht ungefähr 300.000 ungewaschene Männerkörper, die vermutlich zu 1/3 auch krank sind oder völlig verängstigt, zwei Dinge, die den Körpergeruch eines Menschen noch penetranter machen? Ich würde an dieser Stelle viel eher darauf eingehen, zumal du damit eine gute Gelegenheit hast, das Aggressionspotential deines Hauptcharakters auszubauen. Ich jedenfalls wäre auch immer sehr aggressiv, wenn alles um mich herum stinken würde wie zehn Tage tote Füße. Und dann noch ein riesiger, vermutlich stinkender Drache? Der MC müsste ihn noch Wochen nachdem er weg ist riechen können! Oder das Potential im Zelt, wenn er verängstigte von nicht verängstigten Menschen unterscheiden kann, nur am Geruch!

Jetzt zur POV. Ich kann verstehen, dass POV viel mehr Identifikationspotential hat - das musst du tatsächlich entsprechend kontern, und ich gebe zu, das ist nicht einfach. Ehrlich gesagt hast du aber schon mit dem "Igitt alles stinkt"-Punkt und dem irrationalen Hass auf Squerats Aussehen zwei Punkte geschaffen, die normalerweise für Distanz sorgen sollten. Außerdem eine Warnung vorweg: Aus dem Fanfictionbereich weiß ich, dass sich manche Leute einfach mit ALLEM solidarisieren, selbst wenn es sexy Voldemort ist, der fröhlich Menschen foltert. Du hast einerseits die Möglichkeit, dass der Held sich selbst in zweifel zieht, oder die Möglichkeit, dass entsprechende Nebencharaktere, wie Squerat, auf den Helden und seine Vorstellungen reagieren. Da du das imo schon gut hinkriegst, sehe ich da eigtl keine Probleme.

Zitat:Ich dachte mir, in einem Zelt voller schreiend-streitender Männer verschafft sich ein weiterer Mann durch mehr Geschrei nicht wirklich Gehör, also greift er zu exklusiveren Mitteln.

Wie wäre es statt dem Bellen mit einem richtig schönen, lauten Heulen? Bellen hat immer die Assoziation von Hunden, aber Heulen die Assoziation von Wölfen. Vielleicht sollte er auch nicht seinen ganzen Kopf verwandeln, sondern einfach nur ein paar richtig große, spitze Zähne danach zeigen und ein Statement machen, zum Beispiel: "Ich spreche jetzt."
Das mit der Reaktion ist so eine Sache - auch eine Nicht-Reaktion ist eine Reaktion. Das heißt, wenn du die Reaktion der Leute einfach auslässt, fragt der Leser sich nur, ob etwas fehlt. Erst wenn du ihm erzählst, dass die Leute wissen, was es damit auf sich hat, kann er das auch einordnen. Das ist wie mit der Tageszeit - wenn du dem Leser nicht sagst, dass es Nacht ist, geht er nicht unbedingt automatisch davon aus, dass Tag ist - er sammelt seine Informationen dann an anderer Stelle, zum beispiel anhand der Information, dass die Geschäfte geöffnet haben, dass die Straßen bevölkert sind, oder dass der MC zur Arbeit geht. Bei manchen Details ist es wichtig, den Leser nicht hängen zu lassen, weil er sonst aus dem Lesefluss fällt.

Zitat:Was die Beschreibungen angeht, kann ich nicht jeden einzelnen dieser Charaktere immer gleich voll beschreiben, zumal ich nach "wir lesen, was der PoV sieht" das jedes mal machen müsste, wenn der Charakter vorkommt. Beschreibungen kommen, wenn dem Charakter, aus dessen Sicht wir die Geschichte sehen, etwas ins Auge fällt. Wenn ihm etwas wichtig ist, sehen wir es durch seine Augen genau. Andersherum: Was der Charakter seit Jahren weiß, wird er für den Leser nicht extra nochmal in Gedanken ausformulieren.

Vielleicht liegt es auch gar nicht so sehr an der Menge als daran, wie du die Charaktere beschreibst. Wenn wir uns das nochmal genau ansehen, fällt mir folgendes auf.

Zitat:„Immerhin haben wir damit das Ziel des Feldzugs erreicht und die Raubzüge gestoppt. Wir sollten stolz auf uns sein!“ Es war ein übergewichtiger Lord aus den Steinländern, der da spottete.
Ein Ritter aus den Scherbenländern ignorierte den Standesunterschied und widersprach. „Das einzige verdammte Ziel dieses Feldzugs war es, die Abenteuerlust des Prinzen zu sättigen. Wir sollten unseren Erfolg feiern, er war das Abenteuer offensichtlich satt!“ zustimmendes Gemurmel breitete sich aus.
„Ich schlage vor, wir tun es ihm gleich und sehen zu, dass wir nach Hause kommen.“ Gorn Rohrholdt war als Heerführer so vorsichtig wie im Kampf mit dem Speer. Ich hatte seit meiner Jugend im Bruderturm Respekt vor dem Mann, aber hier musste ich ihm widersprechen.

"ABC" Es war ein Charakter A, der da spottete.
Ein Charakter B mit Eigenschaft A und B widersprach. "XYZ!"
"WTF!" Charakter C war so, so und so.

Wenn wir uns die reine Form mal ansehen, fällt auf, dass die Statements der Charaktere losgelöst von ihren Beschreibungen sind. Das fällt mir hier auf, weil es den Fluss zerreißt und wie ein nachträglicher Einfall wirkt. Eventuell würde ich das lieber so formulieren:

Zitat:„Immerhin haben wir damit das Ziel des Feldzugs erreicht und die Raubzüge gestoppt. Wir sollten stolz auf uns sein!“, spottete ein übergewichtiger Lord aus den Steinländern. „Das einzige verdammte Ziel dieses Feldzugs war es, die Abenteuerlust des Prinzen zu sättigen", widersprach ein Ritter aus den Scherbenländern und ignorierte dabei völlig ihren Standesunterschied. "Wir sollten unseren Erfolg feiern, er war das Abenteuer offensichtlich satt!“ Zustimmendes Gemurmel breitete sich aus.
„Ich schlage vor, wir tun es ihm gleich und sehen zu, dass wir nach Hause kommen.“, sagte nun Gorn Rohrholdt. Es war typisch für ihn, so zu reagieren, denn er war als Heerführer so vorsichtig wie im Kampf mit dem Speer. Ich hatte seit meiner Jugend im Bruderturm Respekt vor dem Mann, aber hier musste ich ihm widersprechen.

Das liest sich für mich weniger abgehakt und flüssiger, weil es die Charaktere und die Art, wie sie es sagen, in das Gespräch mit einbezieht, statt ihre Statements einzeln auszuformulieren und dann nachträglich zu etablieren, um wen es sich denn handelt.

Ein Problem ist hier nach wie vor, dass ich nichts mit Scherbenländern und Steinländern anfangen kann. Ich könnte mir maximal vorstellen, dass in ersterem viel kaputte Keramik herumliegt, damit erschöpft sich meine Vorstellung. Nicht, weil es keine guten Namen sind, sondern weil sie nicht etabliert wurden. Hier sollte die erste Beschreibung greifen.

"Hier im Zelt waren sie alle versammelt. Die Ritter der Scherbenländer, dunkelhäutige Krieger aus dem südlichsten Teil der Provinz. Die Truppen aus den Steinländern, stolze Krieger zu Pferd, die aus dem Norden zu ihnen gestoßen waren. Und natürlich die Ritter von Pain, die ihre Keksgewehre geschultert hatten und grimmig drei blickten, weil der Glühwein alle war."

Du weißt hoffentlich, worauf ich hinaus will. Ich sehe ein, dass das konterintuitiv wirkt für dich als Kenner deines Worldbuilding und für den Protagonist. ich kann dich aber beruhigen, der Leser kriegt davon überhaupt nichts mit. Solange du ihm nicht Dinge beschreibst, die er schon lange weiß, sondern Details, die er noch nicht kennt, wird er sie nicht als störend auffassen.

Was den Mangel an Emotionen angeht: http://mosaik.homepage.t-online.de/gfkgef.htm oder einfach mal den Thesaurus quälen und sich einen Überblick verschaffen, ob man nicht vielleicht Emotionen findet, die man normalerweise außer Acht lässt.
Es gibt eine sehr große Fülle an nicht so plakativen Emotionen, die man einbauen kann. Langeweile beispielsweise, das Gefühl genervt zu sein. Auch Charaktere, die ausgeglichen erscheinen, haben natürlicher weise einfache, aber eher hintergründige Emotionen, auf die man trotzdem zurückgreifen kann.

So, ich hoffe das klärt nochmal ein paar Punkte besser. Ich werde dann mal sehen, wann ich zum zweiten Teil komme. Ich finde es gar nicht so schlimm, dass man Jason nicht leiden können darf, wichtig ist halt nur, dass er auch wirklich so rüberkommen soll. Da kann ich ihn ja jetzt ganz getrost hassen bis zum Umfallen : D

Aquarius fears little in life ? except running out of liquor.

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Beitrag #10 |

RE: Im Schatten des Mondes - Kapitel 01
Hallo Jason,

ich wollte Deine Geschichte schon mehrfach kommentieren und habe es nach dem Anlesen stets wieder sein lassen, und das hat einen ziemlich blöden Grund:
Es ist die Ich-Form, die mich abschreckt. Ich kann das gar nicht mal so genau begründen, nur, dass im letzten Jahr nahezu alle geposteten Geschichten von Forumsneulingen in der Ich-Form waren und mich das ernsthaft gestört hat. Vielleicht, weil ich zu dicht an Figuren dran bin, die ich noch gar nicht kenne und von daher nicht weiß, ob ich überhaupt so dicht an ihnen dransein möchte. Diese Ich-Form setzt bei mir eine Art Sympathie voraus, die ich oftmals für die Charas gar nicht aufbringen kann, und deshalb fällt es mir dann schwer, weiterzulesen. Ist aber scheinbar eine seltsame Marotte, von der ich vorher gar nicht wusste, dass ich sie habe Icon_panik
Von daher habe ich mich jetzt einfach überwunden, und so kriegst Du jetzt den Kommi, den ich schon lange schreiben wollte.

Zitat:Ich stand auf einem der mannshohen Felsen, von denen das Kahl-Plateau übersät war und blickte über die große steinerne Fläche, die sich vor mir ausbreitete. Die Sonne ging gerade auf und ihr Licht tauchte alles in blutrote Farbe, so wie wir es im Laufe des Tages noch tun würden. Noch war die Luft frisch und rein. Der Wind, der mir ins Gesicht wehte, trug nichts weiter als den Geruch einiger Vögel mit sich. In wenigen Stunden würden sich der Gestank von Schweiß, Exkrementen und einer unfassbaren Menge Blut damit vermischen. Ich genoss daher jeden Atemzug, als hätte ich noch nie zuvor saubere Luft in meinen Lungen gehabt.
Ich weiß noch nicht, wer "ich" ist, aber denkt dieser "ich" tatsächlich an die kommenden Schrecken in diesen Horrorvisionen, wenn er doch gleichzeitig die saubere Luft atmet und geniesst? Es wäre mir vollkommen unmöglich, diese Luft auch nur wahrzunehmen, stattdessen hätte ich wahrscheinlich schon den Gestank in der Nase, den es noch gar nicht gibt, aufgrund der Vorstellung.
Zweimal hintereinander "noch" würde ich vermeiden.

Zitat:„Kommst du?“ Traygon war mir natürlich gefolgt.
Das "natürlich" kann ich hier nicht verstehen und finde es überflüssig.

Zitat:Ich drehte mich um und ging an ihm vorbei, um in das Zeltlager hinunter zu springen, das sich, soweit das Auge reichte, zwischen all den anderen Felsbrocken erstreckte, die auf dieser Seite die Grenze der großen Fläche bildeten, die unser Schlachtfeld werden sollte.
Diesen Satz würde ich teilen, einmal, um die Kommas zu reduzieren, und dann, um ihn schneller fassbar zu machen.
Perfekter würde ich es finden, wenn ich aus den Augen von "ich" sehen könnte, was er sieht - Du schreibst zwar aus seiner Perspektive, aber diese Beschreibung wirkt nicht wie er, sondern wie der Erzähler, der mir das Umfeld erklären will.
Inhaltlich finde ich es bedenklich, dass es ein Zeltlager in unmittelbarer Nähe eines großen Schlachtfeldes gibt, auf dem die Schlacht stattfinden soll. Wie nun, wenn der Feind einfach keinen Bock auf diese schön ausgesuchte Fläche hat und den Gegner durchschaut - und stattdessen lieber das Zeltlager angreift, anstatt dumpf auf eine ungeschützte, offene Fläche zu marschieren, die vom Lager des Gegners flankiert wird? Steine hin, Steine her, wenn der Gegner das tut, ist er dämlich.
Zitat:Traygon kicherte. „Der ganze Feldzug war eine dumme Idee, daran werden wir heute auch nichts mehr ändern.“
Das klingt, als ist er nicht ernsthaft betroffen von der Situation. Der Satz ist ganz okay, nur das "kichern" passt für mich nicht. Wenn die Charas die Situation nicht ernst nehmen, wie soll ich als Leser das dann tun?
Zitat:Im direkten Vergleich hatte der rot angemalte Drachenkopf, durch den man es betrat, immer viel furchteinflößender ausgesehen als Kherzal selbst, der sonst neben dem Zelt schlief. Jetzt musste ich bei dem Anblick nur an das ängstliche Fiepen denken, mit dem er seinen Reiter vom Schlachtfeld getragen hatte.
Kherzal? Ist das das Pferd von diesem Prinzen? Nein, ein Pferd fiept nicht und schläft auch nicht. Erst beim nochmaligen Lesen glaube ich, dass es ein Drache sein muss. Ein fiepender Drache? Icon_wink

Zitat:Die Männer, die im Zelt standen diskutierten bereits und beleidigten sich gegenseitig laut, als ich eintrat. Einige der Lords bemerkten mich und wurden still, aus Respekt davor, dass ich unsere Armee vor Gardonis vor der Auslöschung bewahrt hatte, andere ließen sich nicht in ihrem Gezänk bremsen. Ich gab mir einen Wolfskopf und bellte ein paar Mal laut, dann beruhigten sich auch die letzten Gespräche. Wieder in komplett menschlicher Gestalt, bat ich Traygon darum, die Situation zu erläutern.
Was sind das für Männer, die sich gegenseitig laut beleidigen? Warum? Stehen sie nicht vor einem gemeinsamen Problem?
Oder geht es hier um Konkurrenz, Streit um Vorherrschaft, den Thron? Dann würde ich das hier erwähnen.
Mit dem "ich gab mir einen Wolfskopf" kann ich überhaupt nichts anfangen. Im Nachhinein ist klar, dass er die Gestalt zumindest teilweise wechselt.
Zitat:„Immerhin haben wir damit das Ziel des Feldzugs erreicht und die Raubzüge gestoppt. Wir sollten stolz auf uns sein!“ Es war ein übergewichtiger Lord aus den Steinländern, der da spottete.
Dieser Satz und der nachfolgende Absatz ist mir suspekt.
Warum spottet der Mann? Es sollte wichtig sein, plündernde Orks von Raubzügen abzuhalten und das Volk zu schützen. Und dann gibt es da welche, die das Ganze für eine Laune des Prinzen, der scheinbar dabei draufgegangen ist, halten?
Okay, später muss ich erkennen, dass der Prinz gar nicht tot ist, sondern geflohen. Dann würde ich das hier schon deutlich machen.
Zitat:„Das werden wir nicht tun. Unser Heer kann nicht vor dieser grünen Horde davonlaufen. Orks sind schneller und brauchen weniger Rast. Wenn wir weiter fliehen, holen sie uns ein wenn wir müde sind und massakrieren oder versklaven uns bis zum letzten Mann.“
Den feinen Lords ist es also vollkommen egal, was mit den Menschen ist, deren Ortschaften da geplündert wurden, sie denken nur an sich selbst und trauern noch nicht mal um den Prinzen - gibt es da einen König, der ein Interesse daran hat, die Meute zur Rechenschaft zu ziehen, die offenbar nicht in der Lage waren, den Thronerben oder zumindest seinen Bruder zu schützen?

Wir haben also Orks, die stumpfdumm auf ein Schlachtfeld rennen werden, um alles niederzumetzeln, was ihnen in die Quere kommt. Schade, dass Du dieses Klischee bedienst. Ich habe es dutzend Male so präsentiert bekommen und finde es leider überhaupt nicht spannend. Dazu kommt, dass es keinen persönlichen Bezug zu diesen Ereignissen gibt - für keinen hängt irgendwas davon ab, ob er nun diese Schlacht schlagen muss oder nicht, keinen verbindet ein persönliches Schicksal mit diesem Geschehen. Sie könnten alle einfach abhauen, dann würde es die Schlacht gar nicht geben. Mir fehlt die Motivation. Jemand, der gezwungen ist, diese Schlacht zu schlagen, weil er sonst alles, aber auch alles verliert. Jemand, dem es wert ist, diese Schlacht zu schlagen.
Zitat:„Das werden wir nicht tun. Unser Heer kann nicht vor dieser grünen Horde davonlaufen. Orks sind schneller und brauchen weniger Rast. Wenn wir weiter fliehen, holen sie uns ein wenn wir müde sind und massakrieren oder versklaven uns bis zum letzten Mann.“
Genau. Es geht nur um das eigene Leben - hey, das sind Krieger, Soldaten, da geht es immer um das eigene Leben. Aber diese hier sind zudem noch feige - Beruf verfehlt Icon_wink

Zitat:Unser Heer bekommt ein paar Stunden Ruhe, während der Feind seit Tagen marschiert und auch heute keine Pause bekommen wird.
Zitat:Nachdem Malak’Kathur selbst gestern zu den Truppen gestoßen ist, die uns seit Gardonis verfolgen, haben sich ihm in der Nacht zwei seiner Häuptlinge aus der Weite angeschlossen.
Da ist ein Widerspruch. Die Orks sind ihnen auf den Fersen. Und die sind schnell, " ... holen sie uns ein wenn wir müde sind und massakrieren oder versklaven uns bis zum letzten Mann."
Genau. Und deshalb ist es total unglaubwürdig, dass dieses Heer ein paar Stunden Ruhe bekommen kann. Oder die Orks sind ihnen doch nicht so dicht auf den Fersen, dann verstehe ich aber die Angst nicht, dass Heer könnte eingeholt werden.

Zitat:Squerats Antwort war erst frustriertes, wütendes Geheul, dann fing er sich wieder zeigte mit dem Finger auf mich. „Ihr treibt uns alle in den Tod! Euer Onkel wäre sicherlich dazu in der Lage, die Hälfte der Orks alleine zu zerreißen und euer Vater würde mit seinem taktischen Geschick eine Schlachtsituation herleiten, in der sein Kampfgeschick ausreicht um den Sieg herbeizuführen, aber ihr seid lediglich dazu in der Lage eine Handvoll führerloser Lords einzuschüchtern. Ihr seid der falsche Crage um diese Schlacht zu gewinnen!“ Ich war kurz davor, ihn als Antwort einfach zu töten, als mir ein Geruch in die Nase stach, den ich wirklich nicht ausstehen konnte.
Auch hier kann ich nicht verstehen, was eigentlich vorgeht. Ein desertierter Lehnsherr, okay, das ist frustrierend für Squerat, aber was ist das mit der Erwähnung des Vaters und Onkels? Warum will Crage ihn einfach töten, wo er doch auf jeden Mann angewiesen ist. Um eine Schlacht zu gewinnen, aber warum muss er das?
Ich denke, es ist nicht wichtig, im ersten Kapitel mit der Tür ins Haus zu fallen und tausend Erklärungen abzugeben. Aber den Leser bei der Stange zu halten, das ist wichtig. Mir würden Andeutungen darüber genügen, was hier eigentlich auf dem Spiel steht. Also persönlich für Deinen Helden. Darüber erfahre ich aber nichts, und damit kann ich auch nicht mitfühlen und diese ganze Schlacht ist mir herzlich egal. Mir fehlt der Konflikt, in dem Dein Held steckt. Icon_nosmile

Positiv finde ich Deinen Erzählstil an sich. Und Du hast eine Menge Fantasy da drin, die ziemliches Potential bietet und neugierig macht.
Die Gestaltwandlung von Crage z.B., oder dieses Portal, oder auch das "Bollwerk" - schöne Elemente, die mich in einer Geschichte verzaubern.
Aber solange ich nicht mitfiebern kann, wird es für mich schnell uninteressant. Du könntest mir sogar diese dummen Orks verkaufen - die mich so langweilen - wenn die Motivation der Handelnden Tiefe hat und erfahrbar ist. Und zwar von Anfang an.

Es gibt noch mehr, was ich dazu sagen könnte, aber das schaffe ich jetzt einfach nicht. Vielleicht kannst Du was hiervon gebrauchen, dann nimm es mit.
Ich habe in die anderen Kapitel schon mal reingeschaut, wird aber dauern, bis ich mich damit richtig auseinandersetzen kann.

Liebe Grüße von slainte music


Mich kann man nicht komprimieren!

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