Es ist: 22-11-2019, 05:33
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Blutklinge (1/10)
Beitrag #1 |

Blutklinge (1/10)
Hinweis: Stellenweise geht es in dieser Geschichte recht blutig zu. Wer das nicht so gut verträgt, sollte vom Lesen vielleicht absehen.

Vorweg:
Während des 11. MoPros hatte ich nochmal Lust auf eine Fantasy-Geschichte. Deshalb habe ich mir selbst kurzerhand ein paar Figuren und die Welt aus einer meiner zahlreichen Romanideen geklaut – und das ist dabei herausgekommen.
An Kritik nehme ich alles, was ich kriegen kann, Rechtschreibung (hoffentlich nichts mehr drin), Formulierungen, Logik, und was euch sonst noch so auffällt. Spezielle Fragen habe ich keine – und ich wünsche euch viel Spaß mit Makku. Beim Schreiben hatte ich ihn Icon_smile

An die alten Hasen: Es ist leider keine Geschichte aus Khonar, aber es gibt Magie und Elfen. Und hoffentlich auch ein bisschen Spannung Icon_wink


überarbeitet: 29.08.




~*~*~

Blutklinge

~*~

Die dreckigen Stoffbahnen des Zeltes hielten die Hitze nicht ab, die sich wie ein Leichentuch über den Lärm und die Stimmen von draußen gelegt hatte. Durch die Schlitze zwischen den Leinenstreifen stahl sich hin und wieder ein Lufthauch und trug den Geruch von Schweiß, Wein und Waffenfett hinein. Der Lockruf einer Brise – warmer Wind auf klebrig feuchter Haut, der Abkühlung bringen würde, Erlösung von der drückenden Schwüle, wenn auch nur für wenige Momente.
Normalerweise wäre Makku jetzt hinausgegangen. Nicht durch den Vordereingang des Zeltes, nicht auf den offenen Platz, um den herum sich die Lager der Söldner scharten. Nicht mit den Armen bis zu den Ellbogen vor Blut triefend und dem Kittel übersät mit Spritzern menschlicher Innereien.
Er hätte sich durch die Lücke nach hinten hinaus geschlichen wie ein verschämter Dieb, obwohl niemand hier die Wichtigkeit seines Tuns in Abrede stellte. Außer den drei Spähern des Königs vielleicht, die vor einigen Tagen mit gerümpften Nasen zu dem stinkenden Tross gestoßen waren und sich offensichtlich für etwas Besseres hielten. Noch hatten sie keine Vorstellung davon, wie dieser Ort selbst starke Männer brechen konnte. Aber bald würden auch sie Abend für Abend zurückkehren, erschöpft und ausgezehrt von den Streifzügen durch die Sümpfe um Groenshafen. Vorausgesetzt sie gerieten nicht in die Fallen der Feen und siechten dahin wie krankes Vieh, mit unaufhaltbarem Gift in ihren Adern.
Makku hatte für die Männer des Königs noch weniger übrig als für die Situation, in der er sich befand. In einem zu heißen Zelt, das nach schwärendem Fleisch stank, mit der Illusion von kühlem Wind nur eine Armlänge entfernt, den er nicht auf seiner Haut spüren konnte, weil ihm die Zeit fehlte.
Missmutig betrachtete er den ausgeschlachteten Körper vor ihm auf der metallenen Bahre. Herz, Leber, Milz und Lunge schwammen bereits in einem Bottich und warteten darauf, zu kostbaren Ingredienzien verarbeitet zu werden. Die restlichen Organe und das Knäuel aus Gedärm sammelte sich in einem zweiten Bottich und verpesteten das Zelt mit erbärmlichem Gestank.
Zwischen den Rippen des Kadavers klaffte ein rotschwarzes, tiefes Loch, um das vereinzelt Fliegen surrten. Darin lag ein faustgroßer Beutel gefüllt mit Quellsalz, der begierig die Farbe seiner Umgebung aufsog. Beide Beine und der rechte Arm waren bearbeitet und bestanden lediglich noch aus blutgefleckten Knochen, nur der linke Arm lag weitestgehend unversehrt vor Makku. Arbeit, die schnellstmöglich getan werden musste – das zeigten die trocknenden Wundränder, das gerinnende Blut und die zunehmende Anzahl an Fliegen.
Es war das einzige Gute an diesem toten Stück Land. Die Leere hatte sich bereits so tief eingenistet, dass nicht einmal kleinstes Getier lange überlebte. Nur die Feen. Irgendwo inmitten der Ödnis hüteten sie ihren Quellstein: flüssiges Mana, zu Kristall erstarrt. Die Quelle ihres Lebens, ihrer Macht. Magie in reinsten Form.
Nur deswegen hatte Xephos sie hergeführt. Auf Befehl des Küstenfürsten Galbûn, der offenbar den Argwohn des Königs geweckt hatte mit seiner an Besessenheit grenzenden Gier nach Quellsteinen. Im Moment wies allerdings nichts darauf hin, dass ihre Suche erfolgreich sein würde und sie diesen Sumpf in absehbarer Zeit wieder verlassen konnten.
Er musste sich mit den Umständen abfinden, ob sie ihm gefielen oder nicht.
Also schob Makku den Gedanken an frische Luft beiseite und wandte sich stattdessen wieder dem Kadaver zu. Über dem Gesicht war ein dreckiges Tuch ausgebreitet, wie bei jedem Toten, den er auseinandernahm. Sie fürchteten nichts mehr, weder Schmerzen noch das Ende. Beobachteten nur stumm jeden Schritt, jeden Handgriff. Er ertrug ihre Blicke nicht.
Eine Schwäche, die ihm schon manchen Spott eingebracht hatte. Die meisten Stimmen verstummten allerdings, wenn er dann – wie auch jetzt – mit dem großen Ledermesser die Hautschicht vom Muskelgewebe trennte. Sorgfältig setzte er die Klinge an der Schulter an, ein tiefer Schnitt, so dass er ins Fleisch greifen und mit einem kleineren Messer die Haut lösen konnte. Anders als ein Gerber legte er dabei Wert darauf, die Oberhaut nicht von dem Fettgewebe zu trennen. Er benötigte ausreichend dickes Trägermaterial, um seine Ausbeute später entsprechend nutzen zu können.
Stück für Stück ließ er das Messer von der Schulter bis zur Elle wandern und spürte mit jedem Zentimeter mehr den Schweiß, der ihm die nackten Oberarme hinabrann. Es war einfach zu heiß und zu feucht in diesem götterverlassenen Sumpf.
Trotzdem erlaubte Makku sich keine Pause, nachdem er den ersten Streifen Haut mit einem reißenden Geräusch vollständig vom Arm gelöst hatte. Behutsam ließ er ihn in einen dritten Bottich gleiten, zu seinen Artgenossen, die bereits in dem Wasserbad lagen, um eine weitere Austrocknung zu verhindern. Natürlich hatte er der Flüssigkeit neben Weingeist, Essigsalz und Knochenöl auch eine Prise Manastaub beigegeben - anders war die Lagerung und eine problemlose Nutzung der Hautstücke unter den vorherrschenden Bedingungen nicht zu gewährleisten.
Im vierten und letzten Bottich schließlich landete das Muskelgewebe, das den mit Abstand am wenigsten aufdringlichen Geruch verbreitete.
Diese Meinung teilte der Söldner, der in sein Zelt stürmte, vermutlich nicht. Er kam keinen Meter weit, bevor er stehenblieb, als sei er gegen eine Wand geprallt. Abscheu zog über sein Gesicht und er würgte, wich zurück. Makku hoffte, er würde ihm nicht auf den Boden kotzen. Die Männer im Lager waren sicherlich nicht für ihre Zimperlichkeit bekannt, aber dieses Zelt schlug fast allen auf den Magen.
»Eine Verletzte«, brachte der Söldner schließlich hervor. Sein Blick klebte stur an Makku, damit er sich nur nicht aus Versehen umsah. »Feengift. Der Kommandant befiehlt, dass Ihr sie behandelt.«
Makku runzelte die Stirn. Wenn Xephos für nötig hielt, seinen ausdrücklichen Befehl zu übermitteln, konnte es nur um eine Entscheidung der Blutklinge gehen. Der Bote jedenfalls schien selbst nicht mehr zu wissen. Er wandte sich ruckartig um und stolperte mehr aus dem Zelt, als dass er ging. Dabei rempelte er Ilnor an, der gerade hereinhumpelte, um sich zum Dienst zu melden.
Anders als bei den Söldnern oder den Toten, empfand Makku die Gesellschaft des Krüppels die meiste Zeit über als recht angenehm. Auch wenn der Kerl nicht glücklich gewesen war, als man ihn zum Helfer des Nekromanten degradiert hatte. Aber mit seinem kaputten Bein, das er kaum noch zum Gehen nutzen konnte, so verdreht war das Knie und so krumm das Schienbein nach dem Bruch, kam das Schlachtfeld für ihn nicht mehr in Frage. Als Feldscher verfügte er über genügend Wissen, um nicht vollkommen sinnlos im Weg herumzustehen und er erledigte seine Arbeit gewissenhaft.
So humpelte er auch dieses Mal direkt herbei, als Makku ihn an die Bahre winkte. Gemeinsam breiteten sie ein Tuch über dem Kadaver aus, bevor Ilnor ihm half, Blut und andere Verschmutzungen zumindest notdürftig von seinen Armen zu waschen. Nicht dass es notwendig gewesen wäre. Aber Makku mochte es nicht, wenn sich das Blut zweier verschiedener Menschen auf seiner Haut mischte.
»Feuer und Schlafmohn«, wies er Ilnor an. Von Anfang an hatten sie sich mit knappen Worten verstanden – ein weiterer Punkt, den er schätzte.
Während der Krüppel ein Feuer unter dem Wasserkessel entfachte, um die Werkzeuge zu reinigen, schob Makku die Bahre mit dem Kadaver an den Rand des Zeltraums, der mit seinen zwei Mannslängen an jeder Wand trotzdem zu klein für diese Art von Arbeit war. Ständig stand etwas im Weg, die Bottiche, die kleinen Fässer mit unterschiedlichen Flüssigkeiten, eine Truhe voller Schriftrollen und Aufzeichnungen, seine Werkzeugkiste, oder einfach Ilnor, der ihm fast vor die Füße sprang, auf der Suche nach Schlafmohn. Für die Toten, die die meiste Zeit über auf seinem Tisch lagen, brauchte er das Gebräu nicht.
Als Makku eine zweite – leere – Bahre in die Raummitte schob, hatte der Krüppel das Betäubungsmittel gefunden. Und von draußen drang Geschrei herein. Vertraut – Schmerz und Wahnsinn in einer starken Stimme – und fremd zugleich. Was genau ihm daran seltsam vorkam, konnte er allerdings erst sagen, als die Stoffbahn am Eingang zurückgezogen wurde. Zwei Männer traten ein, rückwärts gehend und die Beine einer Frau haltend, die sich wie von Sinnen wand, schrie und kreischte wie ein wildes Tier und selbst in diesem deliriösen Zustand vermutlich das halbe Lager auseinandergenommen hätte, wenn nicht noch zwei weitere Männer ihre Arme gehalten hätten. Wie ein Stück Vieh schleiften sie die Frau herein, an der keine äußeren Verletzungen zu sehen waren.
Ihr schlanker, kampferprobter Körper steckte in einer Rüstung aus Lederbändern, die diesen Namen nicht verdiente. Mehr nackte Haut als Schutz – bedeckt von Blut, Dreck, Schweiß und dunkler Farbe, die irgendwann einmal kunstvolle Muster geformt hatte. Jetzt war das alles zu einer schmierigen Paste verlaufen, die das rundliche Gesicht in eine Fratze verwandelte, aus der wilde Katzenaugen wie geschliffene Smaragde funkelten.
Sie schrie und kämpfte und hätte vermutlich – so wie alle anderen hier – einen Dolch in ihrem Herzen dem Behandlungstisch eines Nekromanten vorgezogen. Selbst zu viert hatten die Söldner Mühe, sie auf die Bahre zu hieven und ihre Gliedmaßen lange genug still zu halten, dass Makku die Lederfesseln um ihre Gelenke schlingen und zuziehen konnte.
Nur zu gerne würde er glauben, irgendein toter Gott hätte Xephos ins Hirn gespuckt. Eine Waldelbe im Todeskampf anzuschleppen. Ihr Leben retten zu wollen. Kein Mensch bei klarem Verstand kam auf eine solche Idee.
Der Kommandant befiehlt, dass Ihr sie behandelt.
Natürlich. Weil Xephos genau wusste, dass Makku freiwillig keinen Finger für eine dreckige Wilde krumm gemacht hätte. Nicht solange er die Blutklinge hinter dieser irrsinnigen Anweisung vermutete.
Aber Befehl war Befehl. Fragen stellen konnte er, wenn ihr Hauptmann persönlich eintreffen würde. Und über die gewünschte Art der Behandlung war kein Wort gefallen.
Mit einem schwachen Hauch Genugtuung schlang Makku der Waldelbe einen Lederriemen um den Hals und befestigte ihn an der Bahre. So schnitt sie sich bei jedem Aufbäumen, jedem Versuch, ihren Fesseln zu entkommen, selbst die Luft ab. Es dauerte nur wenige Herzschläge, bis sie begriff – selbst im Wahn, den der Schmerz durch ihren Körper jagte. Aber es hielt sie nicht davon ab, sich die Lungen aus dem Leib zu schreien.





»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #2 |

RE: Blutklinge (1/10)
Hallo Lanna.

Ich bin in den letzten Tagen noch einmal meine Finanzen durchgegangen, und da ich leider feststellen musste, dass ich nicht einmal fünfhundert, fünfzig oder fünf, geschweige den fünftausend Euro auf dein Schweizer Konto überweise kann, habe ich beim Ikea-Regale verprügeln dübeln festgestellt, dass (ist das zu fassen? Die Word-Autokorrektur wollte mir ein s klauen!) mir nur die zweite Möglichkeit bleibt: Ein Kommentar. Oder vielleicht auch mehrere.

Das ist ja nicht mein erster Kommentar unter einer deiner Geschichten, also weißt du ja, wie es abläuft und ich hoffe mal, dass sich unter dem ganzen Geschwafel von mir etwas Brauchbares verbirgt. Wenn nicht, eine Tonne gibt’s hiermit offiziell dazu.

(31-07-2015, 13:34)Lanna schrieb: Die dreckigen Stoffbahnen des Zeltes hielten weder die Hitze ab, noch den Lärm und die Stimmen von draußen. Selbst der Geruch, der steter Begleiter einer Söldnergruppe war – nach Schweiß, Blut, Wein und Waffenfett –, stahl sich durch die Schlitze zwischen den Leinenstreifen.
Ja, erster Satz und so, ich weiß …
Aber irgendwie stört mich hier etwas. Beim ersten Lesen dachte ich noch, es wäre der Satzbau, und wahrscheinlich ist es immer noch so, und das bedeutet, dass es ein Problem meiner persönlichen Präferenzen ist.
Für mich würde sich „Die dreckigen Stoffbahnen des Zeltes hielten weder die Hitze noch den Lärm und die Stimmen von draußen ab. Selbst der Geruch nach Schweiß, Blut, Wein und Waffenfett, der steter Begleiter einer Söldnergruppe (hier vllt. Truppe?), stahl sich durch die Schlitze zwischen den Leinenstreifen.“ angenehmer lesen. Ist aber, wie gesagt, nur Geschmackssache, deine Variante ist ja auch korrekt.

Zitat: Eine Illusion von frischer Luft, nach der Makku sich sehnte wie nur selten in seinem Leben.
Um das „irgendwie“ weiter oben zu rechtfertigen – das ist der Satz, der diffus in meinem Kopf schwirrt und mit dem ich ein Problem habe, das ich nicht fassen kann. Vielleicht ist es das „wie nur selten in seinem Leben“, aber ich weiß einfach nicht, was mich daran stört. Klar, es ist stickig in dem Zelt und normalerweise macht ihm das nichts aus. Nur gerade eben nicht. Und genau das bringt der Satz auch rüber … Ach verdammt. Ich weiß nicht.

Zitat:Normalerweise wäre er jetzt hinausgegangen. Nicht durch den Vordereingang des Zeltes, nicht auf den Platz, um den herum sich die Lager der Söldner scharten. Nicht mit den Armen bis zu den Ellbogen vor Blut triefend und dem Kittel übersät mit Spritzern menschlicher Innereien.
Mmm, lecker. Icon_ugly
Ein bisschen irritiert mich das „um den herum“ – ein Platz ist ja eine offene Fläche (die ich mehr mit „auf dem“ verbinde), und du meinst es wohl so, dass sie die Ränder des Platzes mit ihren Zelten vollgestellt haben?

Zitat:Außer vielleicht die drei Späher des Königs,
Ich bin mir nicht sicher, aber vielleicht „Außer den drei Spähern […]“? Obwohl, klingt irgendwie falsch.

Zitat:Aber sie durchsuchten auch nicht seit Wochen schon die Sümpfe von Groenshafen. Gerieten nicht immer wieder in die Fallen der Feen, siechten nicht dahin wie krankes Vieh, mit unaufhaltbarem Gift in ihren Adern.
Diese Feen scheinen ja außerordentlich nette Wesen zu sein … (Und ihre Magie, soweit ich den zweiten Teil gelesen habe, außerordentlich … tiefgreifend.)

Zitat:Makku hatte für die Männer des Königs noch weniger übrig als für die Situation, in der er sich befand. In einem zu heißen Zelt, das nach schwärendem Fleisch stank, (und)? mit einer kühlen Brise nur eine Armlänge entfernt, die er nicht genießen konnte, weil ihm die Zeit fehlte.
Missmutig warf er einen Blick auf den ausgeschlachteten Körper vor ihm auf der Bahre. Herz und Lunge lagen in einem Bottich, die restlichen Organe und das Knäuel aus Gedärm in einem anderen. Es stank erbärmlich.

Wiederholung von „stank“. Das kursive „und“ empfinde ich als überflüssig.

Zitat:Arbeit, die schnellstmöglich getan werden musste – das zeigten die trocknenden Wundränder, das gerinnende Blut und die zunehmende Anzahl an Fliegen.
So, und an dieser Stelle muss ich mal ein paar dumme Fragen loswerden. Was macht so ein Nekromant eigentlich? Er hat medizinische Kenntnisse und wird bisweilen mit Heilaufträgen beglückt, soviel habe ich verstanden. Er nimmt Tote aus, aber wozu braucht er die ganzen Organe und andere Körperteile, die er da sammelt? Verwertet er die, häuft er sie aus reinem Interesse an, geht es um die Feenmagie? Forschung?
(Kann sein, dass ich einfach auf dem Schlauch stehe. Oder dass all diese Fragen im Lauf der Geschichte beantwortet werden. Dann darfst du das alles ignorieren und wissend lächeln Icon_wink)

Zitat:Er benötigte ausreichend dickes Trägermaterial, um seine Ausbeute später entsprechend nutzen zu können.
Deshalb diese Fragen vor allen Dingen – ich frage mich hier automatisch, was er damit noch vorhat. Wozu er das alles braucht.

Zitat:Behutsam ließ er ihn in einen dritten Bottich gleiten, zu seinen Artgenossen, die bereits in dem Wasserbad lagen, um eine weitere Austrocknung zu verhindern.
Pro

Zitat:Natürlich hatte er der Flüssigkeit einige Öle, Chemikalien und nicht zuletzt eine gute Portion Magie beigegeben – anders war eine Konservierung der Haut unter den vorherrschenden Bedingungen nicht zu gewährleisten.
Er verfügt also auch über magische Fähigkeiten? (Du siehst, ich habe absolut keine Ahnung, was so ein Nekromant macht. Abgesehen von dem üblichen Bild eines Zauberers, der fröhlich und mit einer Portion Wahnsinn gewitzt Tote wiederbelebt oder zumindest nicht ganz so nette Dinge mit ihnen anstellt.)

Zitat:Noch keinen Meter hinein blieb der Söldner stehen, als sei er gegen eine Wand gerannt, und verzog das Gesicht.
Vielleicht „Nach nicht einmal einem ganzen Meter“? Ist aber wohl wieder Geschmackssache.

Zitat:Er würgte, wich zurück und Makku hoffte, er würde ihm nicht auf den Boden kotzen. Sein Gegenüber war – wie die meisten hier im Söldnerlager – nicht für Zimperlichkeit bekannt, aber dieses Zelt mieden sie fast alle.
Das ist klar aus dem Vorherigen hervorgegangen, würde ich nicht noch einmal erwähnen.

Zitat:»Eine Verletzte«, brachte der Mann schließlich hervor. Sein Blick blieb stur auf Makku gerichtet, damit er sich nur nicht aus Versehen umsah. »Feengift. Der Kommandant befiehlt, dass Ihr sie behandelt.«
Vielleicht ohne das „nur“?

Zitat:Nicht, dass es notwendig gewesen wäre.
Komma, glaube ich.

Zitat:Zwei Männer traten ein, rückwärts gehend und die Beine einer Frau haltend, die sich wie von Sinnen wand, schrie und kreischte wie ein wildes Tier und selbst in diesem deliriösen Zustand vermutlich das halbe Lager auseinandergenommen hätte, wenn nicht noch zwei weitere Männer ihre Arme gehalten hätten.
Urgh. Diese Feenmagie ist echt übles Zeug, und das weiß man schon, bevor man Teil 2 gelesen hat.

Zitat:Ihr schlanker, kampferprobter Körper steckte in einer Rüstung aus Lederbändern, die diesen Namen nicht verdient hatte. Mehr nackte Haut als Schutz – bedeckt von Blut, Dreck, Schweiß und dunkler Farbe, die irgendwann einmal kunstvolle Muster gezeigt hatte.
Wieder so eine persönliche Präferenz: Vielleicht statt „gezeigt“ „geformt“? Weil Farbe in der Regel nicht so direkt etwas „zeigt“. Da denke ich immer an Bildschirme und so was Icon_ugly

Zitat:Welcher tote Gott nur hatte Xephos ins Hirn gespuckt, dass er eine verletzte Waldelbe anschleppte? Und von ihm offenbar erwartete, sie zu retten.
Icon_lol Pro

Zitat:Mit einem schwachen Hauch von? Genugtuung schlang Makku der Waldelbe einen Lederriemen um den Hals und befestigte ihn an der Bahre. So schnitt sie sich bei jedem Aufbäumen, jedem Versuch, ihren Fesseln zu entkommen, selbst die Luft ab. Es dauerte nur wenige Herzschläge, bis sie begriff – selbst im Wahn, den der Schmerz durch ihren Körper jagte. Aber es hielt sie nicht davon ab, sich die Lungen aus dem Leib zu schreien.
Klingt nach einer wirksamen Methode Icon_wink

Joah, das wäre es schon. Ich denke, du hast es gemerkt – bis auf ein paar Kleinigkeiten hat mich dein Text begeistert. Und mich davon überzeugt, dass ich, ob nun blutig oder nicht, mehr davon möchte. Ich möchte wissen, was es mit dieser Feenmagie nun wirklich auf sich hat. Warum Makku diese Waldelbe retten soll. Und auch insgesamt, wie es überhaupt weitergeht.
Und zum Abschluss noch das eine Wort, dass mir im Kopf herumgeistert, wenn ich an diese Geschichte denke: Paskudny.
Ich hoffe mal, in der ganzen Lobhudelei und der verzweifelten Suche nach Dingen, die ich anmerken kann, ist etwas Brauchbares dabei.

Viele Grüße,
Eselfine


We are all accidents
Waiting
Waiting to happen
Radiohead, "There There"

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Beitrag #3 |

RE: Blutklinge (1/10)
Hey Fine!

Da warst du ja schnell Icon_smile Und deshalb sehe ich auch - ausnahmsweise - darüber hinweg, dass mein Konto leerbleibt Icon_ugly Wenn ichs mir recht überlege, sind mir Kommentare sowieso lieber Mrgreen

Zitat:(ist das zu fassen? Die Word-Autokorrektur wollte mir ein s klauen!)
Traue niemals einer Autokorrektur!

Zitat:Ja, erster Satz und so, ich weiß …
Aber irgendwie stört mich hier etwas. Beim ersten Lesen dachte ich noch, es wäre der Satzbau, und wahrscheinlich ist es immer noch so, und das bedeutet, dass es ein Problem meiner persönlichen Präferenzen ist.
Für mich würde sich „Die dreckigen Stoffbahnen des Zeltes hielten weder die Hitze noch den Lärm und die Stimmen von draußen ab. Selbst der Geruch nach Schweiß, Blut, Wein und Waffenfett, der steter Begleiter einer Söldnergruppe (hier vllt. Truppe?), stahl sich durch die Schlitze zwischen den Leinenstreifen.“ angenehmer lesen. Ist aber, wie gesagt, nur Geschmackssache, deine Variante ist ja auch korrekt.
Jup, der erste Satz und so ...
Ganz glücklich bin ich damit selbst nicht, kanns aber ähnlich wenig daran festmachen wie du.
Im ersten Teil wollt ich die Hitze ein bisschen hervorheben, deshalb die eher ungewöhnliche Satzstellung (und nebenbei steh ich manchmal auf ungewöhnliche Satzstellungen *lach*). In Kombination mit dem zweiten Einschub vielleicht etwas viel. Vielleicht merkt man auch noch zu stark, dass ich einfach nur reinkommen wollte, in die Geschichte. Ich überleg sowieso schon, ob mir nicht was Griffigeres einfällt, und werd da wahrscheinlich nochmal nacharbeiten.
Aus der Söldnergruppe wird auf jeden Fall eine -truppe, weiß gar nicht, wo das G da herkommt. War bestimmt die böse Autokorrektur Icon_ugly

Zitat:Um das „irgendwie“ weiter oben zu rechtfertigen – das ist der Satz, der diffus in meinem Kopf schwirrt und mit dem ich ein Problem habe, das ich nicht fassen kann. Vielleicht ist es das „wie nur selten in seinem Leben“, aber ich weiß einfach nicht, was mich daran stört. Klar, es ist stickig in dem Zelt und normalerweise macht ihm das nichts aus. Nur gerade eben nicht. Und genau das bringt der Satz auch rüber … Ach verdammt. Ich weiß nicht.
Ehrlich gesagt hab ich den Satz im Moment nur noch drin, weil ich ihn als Übergang brauche für den Abschnitt: "Normalerweise wäre er jetzt hinausgegangen", weil der Makku so schön beschreibt (finde ich *lach*).
Eventuell warte ich auch noch weitere Kommentare ab, bevor ich mich entscheide, aber ändern werde ich hier mit ziemlicher Sicherheit noch was.
(Ist immer gut, wenn man selbst so ein Gefühl hat, und es von Lesern bestätigt bekommt, dass da wirklich was nicht stimmt.)

Zitat:Ein bisschen irritiert mich das „um den herum“ – ein Platz ist ja eine offene Fläche (die ich mehr mit „auf dem“ verbinde), und du meinst es wohl so, dass sie die Ränder des Platzes mit ihren Zelten vollgestellt haben?
Ja, also quasi eine Lichtung im Zeltewald. Wobei es hauptsächlich darum geht, dem Leser mitzuteilen, das sich dort ein Lager mit Zelten befindet. Krieg ich bestimmt auch anschaulicher hin

Zitat:Ich bin mir nicht sicher, aber vielleicht „Außer den drei Spähern […]“? Obwohl, klingt irgendwie falsch.
Hm ... "Niemand tut etwas außer die/den Späher" ... ich schau mal im Duden. Scheint tatsächlich Dativ sein zu müssen. Aber da stimm ich dir zu, das klingt falsch. Wobei das zum Teil am "vielleicht" liegt, finde ich. "Niemand stellte ... in Abrede. Außer den drei Spähern des Konigs vielleicht ..." Ach, schwierig. Eventuell schreib ich einfach "Nur die drei Späher" - ich lass mir das mal durch den Kopf gehen.

Zitat:Diese Feen scheinen ja außerordentlich nette Wesen zu sein … (Und ihre Magie, soweit ich den zweiten Teil gelesen habe, außerordentlich … tiefgreifend.)
Die Welt entstand in einer meiner "Gegen das Klischee"-Phasen. Da kommen die skurillsten Dinge bei rum Mrgreen

Zitat:So, und an dieser Stelle muss ich mal ein paar dumme Fragen loswerden. Was macht so ein Nekromant eigentlich? Er hat medizinische Kenntnisse und wird bisweilen mit Heilaufträgen beglückt, soviel habe ich verstanden. Er nimmt Tote aus, aber wozu braucht er die ganzen Organe und andere Körperteile, die er da sammelt? Verwertet er die, häuft er sie aus reinem Interesse an, geht es um die Feenmagie? Forschung?
(Kann sein, dass ich einfach auf dem Schlauch stehe. Oder dass all diese Fragen im Lauf der Geschichte beantwortet werden. Dann darfst du das alles ignorieren und wissend lächeln :Icon_wink: )
*wissend lächel* Mrgreen
Nein, nicht komplett. Also was er mit seiner Ausbeute anstellt, das erfährt man noch (zumindest zum Teil).
"Nekromant" benutze ich viel zu gerne in meinen Welten, dafür dass die so Benannten nie Tote zum Leben erwecken oder nur mit ihnen reden oder sowas. Hier in der Welt ist es eine Mischung aus Heiler und Magier (Makkus magische Fähigkeiten lernt man noch kennen), der sich eben viel mit den Toten, mit totem Gewebe und der magischen Manipulation dieses Gewebes beschäftigt. Ich kann selbst gar nicht einschätzen, ob das im Laufe der Geschichte auch so rüberkommt, dass man hinterher sagen kann "Ah, DAS macht also ein Nekromant", weil Makku schon auch ein kleiner Allrounder ist *lach*
Also wenn diesbezüglich noch was unklar ist später, oder sonstwas, ruhig immer anmerken. Ich finds immer ganz interessant zu wissen, wo solche Begrifflichkeiten Probleme verursachen, bzw. auch wo Erwartungen enttäuscht oder erfüllt wurden.

Zitat:
Zitat:Nicht, dass es notwendig gewesen wäre.
Komma, glaube ich.
Musste jetzt selbst nachschlagen: Das Komma kann man wohl setzen, muss man aber nicht. In meinem Kopf klingt es ohne besser, deshalb lass ichs mal so Icon_smile

Zitat:Wieder so eine persönliche Präferenz: Vielleicht statt „gezeigt“ „geformt“? Weil Farbe in der Regel nicht so direkt etwas „zeigt“. Da denke ich immer an Bildschirme und so was
Absolut! Ich hab auch schon selbst überlegt, was ich statt "gezeigt" schreiben könnte, aber meinst du, mir wär was eingefallen? *lach* Manchmal find ich die einfachsten Wörter nicht. "geformt" ist perfekt!


(Stellen, zu denen ich nichts gesagt habe, werden entweder sofort geändert, oder ich warte noch auf weitere Meinungen und wäge dann ab Icon_smile )

Freut mich, dass ich dich direkt mit dem ersten Teil reinziehen konnte! Auch wenn es - oder gerade weil es? - ein bisschen paskudny ist Icon_ugly Ich schreib sowas manchmal einfach gerne und hoffe dann immer, dass ich neben dem Blutdurst der Leser auch Interesse wecken kann *lach*
Brauchbar sind deine Anmerkungen auf jeden Fall. Auch wenn ich sie nicht alle direkt umsetzte, abgespeichert sind sie. Gerade mit dem Anfang bin ich inzwischen nicht mehr so glücklich, will aber auch keine zu großen Änderungen durchführen. Da kann es also ein bisschen dauern, bis ich was Gutes zusammengebastelt hab.

Ganz liebe Grüße
Lanna

NACHTRAG:
Habe mal den Anfang geändert von


1. Version schrieb:Die dreckigen Stoffbahnen des Zeltes hielten weder die Hitze ab, noch den Lärm und die Stimmen von draußen. Selbst der Geruch, der steter Begleiter einer Söldnertruppe war – nach Schweiß, Blut, Wein und Waffenfett –, stahl sich durch die Schlitze zwischen den Leinenstreifen. Eine Illusion von frischer Luft, nach der Makku sich sehnte wie nur selten in seinem Leben.
Normalerweise wäre er jetzt hinausgegangen.

auf

2. Version schrieb:Die dreckigen Stoffbahnen des Zeltes hielten die Hitze nicht ab, die sich wie ein Leichentuch über den Lärm und die Stimmen von draußen gelegt hatte. Durch die Schlitze zwischen den Leinenstreifen stahl sich hin und wieder ein Lufthauch und trug den Geruch von Schweiß, Wein und Waffenfett hinein. Der Lockruf einer kühlen Brise, die Abkühlung versprach, ein Ende der drückenden Schwüle, wenn auch nur für wenige Momente.
Normalerweise wäre Makku jetzt hinausgegangen.

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

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Beitrag #4 |

RE: Blutklinge (1/10)
Hallo Lanna,

neugierig bin ich auf Makku, und Deine einleitende Warnung hat mich nicht vom Lesen abgehalten, obwohl ich schon erstmal die Stirn gerunzelt habe - ich bin halt kein Fan von blutigen Geschichten. Scheußlichkeiten gibt es nunmal, aber ich finde es immer angenehmer, wenn bei solchen Dingen nicht in allen Einzelheiten beschrieben wird, wie was passiert. Viel wichtiger ist allerdings die Frage, ob es für die Handlung Relevanz hat - dann kann ich soviel meckern wie ich will - dann muss es einfach sein. Icon_smile
Ich habe bereits alle vier Teile gelesen und bin gespannt, wie es weitergeht - trotz der Scheußlichkeiten Icon_wink
Alles sind nur meine Empfindungen, Ideen und Vorschläge, also vergiss, was Du davon nicht gebrauchen kannst.
Mich hat dieser erste Teil übrigens sofort an "Das Knochenmädchen des Nekromanten" erinnert. Dein Erzählstil ist direkt wiedererkennbar. Pro
Zitat:Die dreckigen Stoffbahnen des Zeltes hielten die Hitze nicht ab, die sich wie ein Leichentuch über den Lärm und die Stimmen von draußen gelegt hatte. Durch die Schlitze zwischen den Leinenstreifen stahl sich hin und wieder ein Lufthauch und trug den Geruch von Schweiß, Wein und Waffenfett hinein. Der Lockruf einer kühlen Brise, die Abkühlung versprach, ein Ende der drückenden Schwüle, wenn auch nur für wenige Momente.
Den ersten Satz finde ich prima. Er löst bei mir ein unangenehmes Stressgefühl aus, sagt mir, ich möchte auf gar keinen Fall an diesem Ort sein, an dem es viel zu heiß, stickig und laut ist. Und Leichentuch lässt mich nichts Gutes ahnen Pro
Aber die beiden Sätze danach passen für mich nicht, und zwar inhaltlich. Eine Hitze, die wie ein Leichentuch über dem Platz liegt und dann gibt es eine kühle Brise, und dass nur für kurze Momente? Meine Erfahrung mit so schwerer Hitze ist eine andere. Gestern gab es sie hier im Norden: Drückende Hitze, die einen fast erstickt hat. Und es gab eine Brise, bzw. sogar richtigen Wind: Aber der war heiß. Ich denke, wenn die Hitze so schwer ist, dass sie wie ein Leichentuch über Allem liegt, dann gibt es keine Abkühlung nur für einen Augenblick. Leichentuch ist da ein zu starker Ausdruck.
Zitat:Normalerweise wäre Makku jetzt hinausgegangen. Nicht durch den Vordereingang des Zeltes, nicht auf den offenen Platz, um den herum sich die Lager der Söldner scharten. Nicht mit den Armen bis zu den Ellbogen vor Blut triefend und dem Kittel übersät mit Spritzern menschlicher Innereien.
Schönes Stilmittel hier, die Verneinungen. Pro Ich würde nur "Eingang" schreiben, da Makku sich ja durch die Schlitze hinausstehlen möchte, und da sind wir gleich bei der nächsten Anmerkung:
Zitat:Er hätte sich durch eine der Lücken geschlichen wie ein verschämter Dieb, obwohl niemand hier die Wichtigkeit seines Tuns in Abrede stellte.
Ich würde hier schreiben:
Er wäre zwischen den Stoffbahnen hinten hinausgeschlichen ... Oder so.
Weil Du dann im Bild vom ersten Satz bleibst. Lücke assoziiert bei mir eben eine sichtbare Lücke - und nicht sich überlappende Zeltwände.
Zitat:Außer den drei Späher des Königs vielleicht, die mit gerümpften Nasen zu dem stinkenden Tross gestoßen waren und sich offensichtlich für etwas Besseres hielten.
Ein "n" bei Spähern fehlt. Stinkender Tross - slainte schüttelt sich Kein Ort zum Träumen Icon_lolPro
Zitat:Aber sie durchsuchten auch nicht seit Wochen schon die Sümpfe von Groenshafen. Gerieten nicht immer wieder in die Fallen der Feen, siechten nicht dahin wie krankes Vieh, mit unaufhaltbarem Gift in ihren Adern.
Hier würde ich das Stilmittel von oben nicht wiederholen, so nah beieinander. Das raubt ihm die Einzelstellung und damit die Ausdruckskraft. Nach meinem Empfinden.
Zitat:Makku hatte für die Männer des Königs noch weniger übrig als für die Situation, in der er sich befand. In einem zu heißen Zelt, das nach schwärendem Fleisch stank, mit einer kühlen Brise nur eine Armlänge entfernt, die er nicht genießen konnte, weil ihm die Zeit fehlte.
Oha, die Männer des Königs müssen wahrhaft grässlich sein. Mrgreen Sehr schöne Beschreibung von Makkus Innenleben. Nur die kühle Brise würde ich aus obigen Gründen streichen.
Zitat:Zwischen den Rippen klaffte ein rotschwarzes, tiefes Loch, um das Fliegen surrten.
Das finde ich jetzt unglaubwürdig. Sengende Hitze, ein Stoffzelt mit sich überlappenden Bahnen (nach meiner Vorstellung), ein Eingang, totes, stinkendes Fleisch, und da schwirren ein paar Fliegen rum. Hier würde ich eine ganze Wolke von Fliegen erwarten. Vor Allem die kleinen, die kommen überall durch. Und liegt der Platz nicht nahe den Sümpfen? Vielleicht würden es ein paar feinmaschige Moskitonetze tun.
Zitat:Darin lag ein faustgroßer Beutel gefüllt mit Quellsalz, der sich bereits der Farbe seiner Umgebung angepasst hatte. Beide Beine und der rechte Arm waren bearbeitet und bestanden lediglich noch aus blutgefleckten Knochen, nur der linke Arm lag weitestgehend unversehrt vor Makku.
Arbeit, die schnellstmöglich getan werden musste – das zeigten die trocknenden Wundränder, das gerinnende Blut und die zunehmende Anzahl an Fliegen.
Ich habe keine Ahnung, was ein Nekromant so treibt. Ich kenne sie nur aus Oblivion und Skyrim, und dort ist alles sehr eklig und ich sehe immer zu, die so schnell wie möglich plattzumachen und die Orte zu verlassen. Deswegen würde ich mich hier über einen Hinweis freuen, zu welchem Zweck er diese Sache so unbedingt erledigen muss. Später erwähnst Du ja eine Ausbeute, die er nutzen will, aber wofür? Menschliche Ersatzteile? Das heißt, der Tote ist gerade eben erst gestorben? Bei der Hitze hält er sich sicher nicht mal ne Stunde bei geöffnetem Körper. Und die Fliegen übertragen Bakterien, vielleicht Viren, legen ihre Eier ab - slainte ekelt sich - aber das soll nur eine Anmerkung zur Logik des Umfeldes sein. Icon_cool
Zitat:Also schob Makku den Gedanken an frische Luft beiseite und wandte sich stattdessen wieder dem Kadaver zu.
Lieber ohne Füllwort:
Makku schob den Gedanken an frische Luft beiseite ...
Zitat:Die meisten Stimmen verstummten allerdings, wenn er dann – wie auch jetzt – mit dem großen Ledermesser die Hautschicht vom Muskelgewebe trennte.
Meine auch.
Zitat:Stück für Stück ließ er das Messer von der Schulter bis zur Elle wandern und spürte mit jedem Zentimeter mehr den Schweiß, der ihm die nackten Oberarme hinabrann. Es war einfach zu heiß und zu feucht in diesem götterverlassenen Sumpf. Vor allem für einen Nekromanten.
Also mitten im Sumpf - da gibt es auch noch andere Schwärme von Insekten als nur Fliegen. Z.B. Moskitos, Blutsauger, die an seinen schwitzenden Oberarmen sitzen und saugen, was das Zeug hält Mrgreen
Warum ist es vor Allem für einen Nekromanten zu heiß? Wo unterscheidet er sich da von den anderen, die mit Sicherheit das auch nicht so einfach wegstecken?
Zitat:Trotzdem erlaubte Makku sich keine Pause, nachdem er den ersten Streifen Haut mit einem reißenden Geräusch vollständig vom Arm gelöst hatte.
Hier mag ich weder das Trotzdem, noch das nachdem.
Zitat:Natürlich hatte er der Flüssigkeit einige Öle, Chemikalien und nicht zuletzt eine gute Portion Magie beigegeben – anders war eine Konservierung der Haut unter den vorherrschenden Bedingungen nicht zu gewährleisten.
Das Natürlich ist überflüssig.
Zitat:Im vierten und letzten Bottich schließlich landete das Muskelgewebe, das den mit Abstand am wenigstens aufdringlichen Geruch verbreitete.
Fehler eingeschlichen Icon_wink. Bei dem Gestank kann er die einzelnen Gerüche noch so deutlich auseinanderhalten? Ein Genie! -lach-
Zitat:Wie schlimm es um seine Atemluft tatsächlich stehen musste, wurde Makku allerdings erst bewusst, als ein Mann in sein Zelt stürmte. Noch keinen Meter hinein blieb der Söldner stehen, als sei er gegen eine Wand gerannt, und verzog das Gesicht. Er würgte, wich zurück und Makku hoffte, er würde ihm nicht auf den Boden kotzen. Sein Gegenüber war – wie die meisten hier im Söldnerlager – nicht für Zimperlichkeit bekannt, aber dieses Zelt mieden sie fast alle.
Hier, finde ich, bremst Du die Handlung aus mit dem ersten Satz, der eigentlich überflüssig ist, denn Du hast schon vollkommen klar gemacht, wie es um die Luft bestellt ist. Und es wird nochmal durch den Söldner unterstrichen. Ich würde es hier zeigen und nicht erzählen:
Ein Söldner stürmte in das Zelt. Er war noch keinen Meter weit gekommen, da blieb er stehen, als sei er auf eine Wand geprallt. Er verzog das Gesicht, würgte und wich zurück. Makku hoffte, er würde ihm nicht auf den Boden kotzen.
"Oh, so arg ist es?"
Sein Gegenüber war – wie die meisten hier im Söldnerlager – nicht für Zimperlichkeit bekannt, aber dieses Zelt mieden sie fast alle.
»Eine Verletzte«, brachte der Mann mühsam hervor, seinen Blick stur auf Makku gerichtet, damit er sich nur nicht aus Versehen umsehen musste.

Nur als Beispiel, ein paar Wörterchen habe ich zusätzlich geändert. Icon_wink
Zitat:Dabei rempelte er Ilnor an, der gerade hereinschlüpfte, um sich zum Dienst zu melden.
Glücklich war der Krüppel nicht gewesen, als man ihn zum Helfer des Nekromanten degradiert hatte. Aber mit seinem kaputten Bein, das er kaum noch zum Gehen nutzen konnte, so verdreht war das Knie und so krumm das Schienbein nach dem Bruch, kam das Schlachtfeld für ihn nicht mehr in Frage.
"hereinschlüpfte" passt für mich nicht auf einen Krüppel, der kaum noch gehen kann. Und mich stört das "gerade". Insgesamt ist mir das hier zu viel Beschreibung. Makku denkt hier sicher nicht über die Situation von Ilnor nach, er wird bei einer Arbeit unterbrochen, ist schlechter Stimmung, kriegt einen ungewöhnlichen Auftrag vom Kommandanten - er wird Ilnor höchstens am Rande wahrnehmen.
Zitat:Als Feldscher verfügte er über genügend Wissen, um nicht vollkommen sinnlos im Weg herumzustehen und er erledigte seine Arbeit gewissenhaft.
Meinst Du Feldscherer?
Zitat:Während der Krüppel ein Feuer unter dem Wasserkessel entfachte, um die Werkzeuge zu reinigen, schob Makku die Bahre mit dem Kadaver an den Rand des Zeltraums, der mit seinen zwei Mannslängen an jeder Wand trotzdem zu klein für diese Art von Arbeit war.
Ist das wichtig, dass die Zeltwand zwei Mannslängen groß ist? In diesem Teil hier bin ich einfach furchtbar weit weg von Makku. Auch die nachfolgenden Beschreibungen bringen ihn nicht näher. Warum bindest Du sie nicht in aktive Handlung ein? Er braucht Platz für eine zweite Bahre und muss alle möglichen Dinge dafür zur Seite räumen. Dann wird es automatisch klar, wie eng es in dem Zelt sein muss.
Lass ihn Platz im Zelt schaffen und dabei über den seltsamen Auftrag des Kommandanten nachdenken. Verflechte dabei die Dinge (Fässer, Bottiche, Truhen, etc. ), die er herumräumt, mit seinen Gedanken an das, was da kommen mag. Vielleicht auch schon mal ne Info über Feengift. Ilnor kann ihm ja dabei gern aktiv vor die Füsse laufen, er hat ja den Auftrag bekommen, Schlafmohn zu besorgen. Icon_wink
Zitat:Vertraut – Schmerz und Wahnsinn in einer starken Stimme – und fremd zugleich. Was genau ihn daran störte, konnte er allerdings erst sagen, als der Vorhang am Eingang zurückgezogen wurde.
Der erste Satz sagt mir, dass Makku vertraut ist mit Schmerz und Wahnsinn - was mir seinen Job und seine Abgebrühtheit nahe bringt. Pro Der zweite Satz ließ mich schlucken. Weil Makku hier das Fremde als etwas Störendes empfindet. Das kommt so rüber, als ob das genauso ist, als wenn er bei seiner Arbeit gestört wird, oder die Hitze und der Gestank ihn stören, als wenn er davon genervt ist, dass es eben nicht nur wie Wahnsinn und Schmerz klingt. Als wenn er genervt davon ist, dass hier etwas kommt, was von der Norm abweicht und wahrscheinlich seine Aufmerksamkeit verlangt, die er nicht bereit ist, zu geben. Hier wirkt er für mich einfach nur gefühlskalt und unsympathisch. Abgestumpft.
Ich weiß nicht, wie ich das besser ausdrücken soll, ich hätte hier eine Reaktion der Überraschung erwartet, ein menschliches Gefühl, eine Regung, die seiner Frage nach dem Fremden Ausdruck verleiht, vielleicht einen Funken Mitleid - aber es lässt ihn vollkommen kalt und er denkt nur an die Mühe, die ihm das vielleicht bereiten könnte.
Das ist gruseliger als der ganze blutige Schweinkram, den Du oben beschreibst. Aber ich bin auch ein Weichei - vielleicht muss Deine Figur aus irgendeinem Grunde so sein. Icon_confused
Zitat:Zwei Männer traten ein, rückwärts gehend und die Beine einer Frau haltend, die sich wie von Sinnen wand, schrie und kreischte wie ein wildes Tier und selbst in diesem deliriösen Zustand vermutlich das halbe Lager auseinandergenommen hätte, wenn nicht noch zwei weitere Männer ihre Arme gehalten hätten. Wie ein Stück Vieh schleiften sie die Frau herein, an der keine äußeren Verletzungen zu sehen waren.
Die Beschreibung dieser Frau finde ich hier sehr lebensnah. Pro
Diese Männer sind mir jetzt mindestens genauso unsympathisch wie Makku - mit vier Mann und trotzdem müssen sie sie wie ein Stück Vieh hereinschleifen. Icon_igitt
Zitat:Jetzt war das alles zu einer schmierigen Paste verlaufen, die das rundliche Gesicht in eine wilde Fratze verwandelte, aus der ebenso wilde Katzenaugen wie geschliffene Smaragde funkelten.
Wie muss ich mir das vorstellen? Die Katzenaugen sind klar, aber wo sind die geschliffenen Smaragde? In den Augen? Als so ne Art Piercing im Gesicht?
Zitat:Xephos’ Befehl ergab bei diesem Anblick Sinn.
Warum?
Später lässt Du mich wissen, dass Makku nicht versteht, warum der Kommandant die Elbe nicht verrecken lässt. Erst viel später erfährt er den Grund dafür.
Zitat:Die Waldelbe schrie und kämpfte und hätte vermutlich – so wie alle anderen hier – einen Dolch in ihrem Herzen dem Behandlungstisch eines Nekromanten vorgezogen.
Der Einschub stört mich hier. Durch ihn geht die Unmittelbarkeit der Handlung wieder verloren. Sie hieven sie auf die Bahre, haben Mühe dabei, selbst Makku, der sie zügig mit den Lederfesseln fixieren muss.
Zitat:Welcher tote Gott nur hatte Xephos ins Hirn gespuckt, dass er eine verletzte Waldelbe anschleppte? Und von ihm offenbar erwartete, sie zu retten.
Warum toter Gott? Und hier wird deutlich, warum der Satz oben mit Xephos stört (Xephos’ Befehl ergab bei diesem Anblick Sinn.)
Zitat:Mit einem schwachen Hauch Genugtuung schlang Makku der Waldelbe einen Lederriemen um den Hals und befestigte ihn an der Bahre.
Okay, Makku ist ein brutaler Sadist. Icon_nosmile

Am Ende dieses Kapitels hätte ich mir etwas gewünscht, was mich unmittelbar neugierig aufs nächste macht. Tatsächlich habe ich weitergelesen, weil ich wissen wollte, was das mit der Elbe auf sich hat und mit den Feen. Aber diese scheußliche Szene am Schluss hat es mich fast vergessen lassen, dass da ein paar ungeklärte Fragen sind.
Ich ziehe mal ein Fazit:
Durch viele Einschübe, Füllwörter und Erklärungen bremst Du die Handlung aus. Mir fehlt sowohl Motivation als auch Konflikt von Makku. Was will er? Wo liegt sein Problem? Da reicht mir nicht, dass er in einem Zelt voller Fliegen bei seiner scheinbar alltäglichen Arbeit steckt - das ist vorübergehend.
Ich werde mit Makku nicht warm und er hat für mich nichts, absolut gar nichts an sich, was mich neugierig auf ihn macht. Auch die anderen Beteiligten sind eher farblos und absolut austauschbar. Von der Elbe erfahre ich rein gar nichts - abgesehen von ihrem derzeitigen Zustand. Auch nicht, warum Makku sie lieber tot sieht.

So Lanna, ich bin durch mit diesem Anfang Deiner Geschichte und es tut mir leid, dass ich eigentlich die Falsche bin, um sie zu beurteilen, weil es so gar nicht mein Ding ist. Obwohl das auch wieder nicht stimmt - aber für mich wird sie erst wieder interessant, als Dein Elb auftaucht, um an der Seite der Elbe zu bleiben.

Trotzdem hoffe ich, dass ein wenig nützliches in meinem Kommi steckt und werde auf jeden Fall noch weiterlesen.
Icon_bussi Liebe Grüße von slainte music


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Beitrag #5 |

RE: Blutklinge (1/10)
Hiho slainte!

Ich freu mich, hier von dir zu lesen – auch wenn wir zu einigen Dingen wohl einfach unterschiedliche Einstellungen haben Icon_wink Trotzdem habe ich natürlich versucht, deine Anmerkungen umzusetzen oder zumindest für mich selbst zu klären, warum ich bestimmte Dinge tue / schreibe, wie ich es eben tue.
Wie gewöhnlich gerate ich schnell ins Labern, also wunder dich nicht, wenn die Antwort etwas länger ausfällt *lach*

slainte schrieb:Scheußlichkeiten gibt es nunmal, aber ich finde es immer angenehmer, wenn bei solchen Dingen nicht in allen Einzelheiten beschrieben wird, wie was passiert. Viel wichtiger ist allerdings die Frage, ob es für die Handlung Relevanz hat - dann kann ich soviel meckern wie ich will - dann muss es einfach sein.
Das ist direkt der erste Punkt: Ich beschreib solche Sachen manchmal einfach total gerne. Ich les es manchmal auch »gerne« im Sinne von: mit Interesse, wie andere Autoren Ekel und Abscheu wecken können oder eklige Situationen trotzdem noch anregend beschreiben. Immerhin ist hier der auszuschlachtende Kadaver schon tot. In meinen guten Zeiten hätte der arme Kerl noch gelebt Mrgreen
Wobei es auch hier am Anfang am schlimmsten ist – weil ich hier Makku bei der Arbeit zeigen wollte und die ist nunmal blutig. Kann da aber eben auch gut verstehen, wenn man als Leser sagt: Nä, das dient keinem Zweck, das ist reine Provokation des Autors und hat eigentlich nichts in der Geschichte zu suchen.

slainte schrieb:Mich hat dieser erste Teil übrigens sofort an "Das Knochenmädchen des Nekromanten" erinnert. Dein Erzählstil ist direkt wiedererkennbar.
Ja, und meine Vorliebe für Nekromanten -.- *lach*
Ich freu mich, dass mein Stil Wiedererkennbarkeit hat – zumindest in den Standard-Fantasy-Geschichten. Auch wenn ich bissl aufpassen muss, dass sich die Geschichten nicht zu sehr gleichen irgendwann.

Die kühle Brise
Ich habe am Anfang geändert zu:
Zitat: Der Lockruf einer Brise – warmer Wind auf klebrig feuchter Haut, der Abkühlung bringen würde, Erlösung von der drückenden Schwüle, wenn auch nur für wenige Momente.
und später:
Zitat: mit der Illusion von kühlem Wind nur eine Armlänge entfernt, den er nicht auf seiner Haut spüren konnte, weil ihm die Zeit fehlte.

Leider erlebe ich gerade wieder am eigenen Leib, dass es ab einer bestimmten Temperatur + Luftfeuchtigkeit egal ist, wie heiß der Wind eigentlich ist: JEDER Luftzug auf verschwitzter Haut fühlt sich im ersten Moment wie Abkühlung an. Also in der Sahara unter segender Sonne, da ist heißer Wind vielleicht heißer Wind, aber in sumpfigem Klima empfinde ich Wind schon als Erleichterung.

(Fehler werden selbstredend stummschweigend korrigiert Icon_ugly )

Die Lücke
Die hab ich mal gelassen, denn eigentlich gefällt mir die Vorstellung, dass Makku tatsächlich zwei Stoffbahnen leicht auseinandergezogen hat, so dass dort eine (dauerhafte) Lücke ist, durch die er immer rauskann. Hab die Formulierung deshalb mal geändert in:

Zitat: Er hätte sich durch die Lücke nach hinten hinaus geschlichen wie ein verschämter Dieb


slainte schrieb:
Lanna schrieb:Aber sie durchsuchten auch nicht seit Wochen schon die Sümpfe von Groenshafen. Gerieten nicht immer wieder in die Fallen der Feen, siechten nicht dahin wie krankes Vieh, mit unaufhaltbarem Gift in ihren Adern.
Hier würde ich das Stilmittel von oben nicht wiederholen, so nah beieinander. Das raubt ihm die Einzelstellung und damit die Ausdruckskraft. Nach meinem Empfinden.
Ich muss zugeben, dass ich Stilmittel so gut wie nie bewusst einsetze. Die kommen einfach Mrgreen Auf die Schnelle fällt mir hier nichts ein, wie ich das anders formulieren könnte, aber ich markier mir die Stelle und denke da mal noch ausführlicher drüber nach.

Fliegen + Insekten
Da habe ich eine kurze Erklärung zu eingefügt und gleichzeitig auch das Ziel der Söldnersuche eingebracht:
Zitat: und die zunehmende Anzahl an Fliegen.
Es war das einzige Gute an diesem toten Stück Land. Die Leere hatte sich bereits so tief eingenistet, dass nicht einmal kleinstes Getier lange überlebte. Nur die Feen. Irgendwo in all der Ödnis hüteten sie ihren Quellstein: flüssiges Mana zu Kristall erstarrt. Die Quelle ihres Lebens, ihrer Macht. Magie in reinsten Form.
Nur deswegen hatte Xephos sie hergeführt. Und im Moment wies nichts darauf hin, dass sie diesen Sumpf in absehbarer Zeit verlassen würden. Er musste sich mit den Umständen abfinden, ob sie ihm gefielen oder nicht.
Also schob Makku den Gedanken an frische Luft beiseite

Dadurch hoffe ich den roten Faden ein bisschen zu spannen, denn dieser Quellstein ist der Grund, aus dem sie sind wo sie sind und tun was sie tun. Der äußere Hauptkonflikt, quasi.

slainte schrieb:Ich habe keine Ahnung, was ein Nekromant so treibt. [...] Später erwähnst Du ja eine Ausbeute, die er nutzen will, aber wofür? Menschliche Ersatzteile? Das heißt, der Tote ist gerade eben erst gestorben? Bei der Hitze hält er sich sicher nicht mal ne Stunde bei geöffnetem Körper. Und die Fliegen übertragen Bakterien, vielleicht Viren, legen ihre Eier ab - slainte ekelt sich - aber das soll nur eine Anmerkung zur Logik des Umfeldes sein.
Auch dazu habe ich eine kurzen Satz eingefügt:
Zitat: Herz, Leber, Milz und Lunge lagen in einem Bottich und warteten darauf, zu kostbaren Ingredienzien verarbeitet zu werden. Die restlichen Organe und das Knäuel aus Gedärm sammelte sich in einem zweiten Bottich und verpesteten das Zelt mit erbärmlichem Gestank.
Was Makku mit Haut und Muskeln anstellt, wir im Lauf der nächsten Seiten ja gezeigt, deshalb denke ich, ist es überflüssig, das hier extra zu erwähnen.

Dass sich ein Körper bei solcher Hitze »nicht hält« - ich weiß nicht, sooo schnell setzt die Verwesung ja auch nicht ein. Die Organe müssen nicht frisch sein, aber es gilt (wird später auch erwähnt): Je frischer, umso besser zu verarbeiten. Und Makku verfügt ja auch über ein bisschen Magie, die ihm da hilft, wenn das Zeug austrocknet.

slainte schrieb:
Lanna schrieb:Zitat:Stück für Stück ließ er das Messer von der Schulter bis zur Elle wandern und spürte mit jedem Zentimeter mehr den Schweiß, der ihm die nackten Oberarme hinabrann. Es war einfach zu heiß und zu feucht in diesem götterverlassenen Sumpf. Vor allem für einen Nekromanten.
[...] Warum ist es vor Allem für einen Nekromanten zu heiß? Wo unterscheidet er sich da von den anderen, die mit Sicherheit das auch nicht so einfach wegstecken?
Direkt wird diese Frage nicht geklärt: Zum einen ist es für ihn halt mehr Aufwand, seine Leichenteile frisch zu halten und überhaupt die Leichen zu verarbeiten, weil alles so schnell »verdirbt«. Zum anderen basiert Nekromanten-Magie meistens auf Kälte, so dass das Heiß-Feuchte hinderlich beim Zaubern ist. Der zweite Punkt wird so nie ausgesprochen, aber Makkus Magie beschreibe ich als »Kühle«, vielleicht kann man sich das dann denken.

slainte schrieb:Bei dem Gestank kann er die einzelnen Gerüche noch so deutlich auseinanderhalten? Ein Genie! -lach-
Bei Makku spielen Gerüche und Geschmack tatsächlich eine wichtige Rolle bei seiner Wahrnehmung von Magie. Deshalb kann er da schon mehr Nuancen unterscheiden als ein »normaler« Mensch Icon_wink

slainte schrieb:
Lanna schrieb:Zitat:Wie schlimm es um seine Atemluft tatsächlich stehen musste, wurde Makku allerdings erst bewusst, als ein Mann in sein Zelt stürmte. Noch keinen Meter hinein blieb der Söldner stehen, als sei er gegen eine Wand gerannt, und verzog das Gesicht. Er würgte, wich zurück und Makku hoffte, er würde ihm nicht auf den Boden kotzen. Sein Gegenüber war – wie die meisten hier im Söldnerlager – nicht für Zimperlichkeit bekannt, aber dieses Zelt mieden sie fast alle.
Hier, finde ich, bremst Du die Handlung aus mit dem ersten Satz, der eigentlich überflüssig ist, denn Du hast schon vollkommen klar gemacht, wie es um die Luft bestellt ist. Und es wird nochmal durch den Söldner unterstrichen. Ich würde es hier zeigen und nicht erzählen:
Ich mag Überleitungen, muss ich gestehen.
»Ein Mann stürmte in sein Zelt« wäre mir hier zu abrupt, so ganz ohne Ankündigung und ohne Bezug zu dem Vorherstehenden. Kann aber auch verstehen, dass es hier zu lang ist, zu stark wiederholend.
Ich hab es mal geändert in:
Zitat: Im vierten und letzten Bottich schließlich landete das Muskelgewebe, das den mit Abstand am wenigsten aufdringlichen Geruch verbreitete.
Diese Meinung teilte der Söldner, der in sein Zelt stürmte, vermutlich nicht. Er kam keinen Meter weit, bevor er stehenblieb, als sei er gegen eine Wand geprallt. Abscheu zog über sein Gesicht und er würgte, wich zurück. Makku hoffte, er würde ihm nicht auf den Boden kotzen. Sein Gegenüber war – wie die meisten hier im Söldnerlager – nicht für Zimperlichkeit bekannt, aber dieses Zelt schlug fast allen auf den Magen.


slainte schrieb:
Lanna schrieb:Zitat:Dabei rempelte er Ilnor an, der gerade hereinschlüpfte, um sich zum Dienst zu melden.
Glücklich war der Krüppel nicht gewesen, als man ihn zum Helfer des Nekromanten degradiert hatte. Aber mit seinem kaputten Bein, das er kaum noch zum Gehen nutzen konnte, so verdreht war das Knie und so krumm das Schienbein nach dem Bruch, kam das Schlachtfeld für ihn nicht mehr in Frage.
"hereinschlüpfte" passt für mich nicht auf einen Krüppel, der kaum noch gehen kann. Und mich stört das "gerade". Insgesamt ist mir das hier zu viel Beschreibung. Makku denkt hier sicher nicht über die Situation von Ilnor nach, er wird bei einer Arbeit unterbrochen, ist schlechter Stimmung, kriegt einen ungewöhnlichen Auftrag vom Kommandanten - er wird Ilnor höchstens am Rande wahrnehmen.
»hereinschlüpfen« ist in »hereinhumpeln« geändert.
Allerdings finde ich es gerade hier schwierig, deine Kritik nachzuvollziehen. Später im Fazit sagst du, die anderen Personen seien »eher farblos und absolut austauschbar«. Gerade in dieser Szene finde ich dagegen, dass ich Ilnor ein bisschen Persönlichkeit verleihe – und genau das kritisiert du.
Dass die Söldner austauschbar sind, ist von mir gewollt. Bis zum Ende bekommt keiner der normalen Söldner – außer Ilnor – einen Namen, weil sie für Makku eben genau das sind: Namenlose, austauschbare Söldner. Er beschäftigt sich nicht mit ihnen, redet nicht gerne mit ihnen – was auf Gegenseitigkeit beruht *lach* - und fühlt sich nicht dazugehörig. Was er auch nicht will.
Ich finde, das zeigt ein Stück weit eine menschliche Seite an Makku, wenn er sich über Ilnor Gedanken macht: Obwohl er recht abfällig über Ilnor erzählt (zumindest sollte das »Krüppel« darauf hinaus), erkennt er doch auch an, dass Ilnor »brauchbar« ist. Freunde sind die zwei nicht, aber Ilnor ist schon ein Bezugspunkt für Makku, jemand, von dem er sich anerkannt fühlt (das wird später auch noch konkret angesprochen, ganz kurz), der ihn nicht wie einen Aussätzigen behandelt.
Zudem sagt der Absatz mMn auch etwas über den Ruf der Nekromanten aus. Das sind Menschen, die anderen das Leben retten – aber trotzdem ist es eine »Degradierung«, für so einen zu arbeiten. Nichts, worauf man stolz sein kann.
(Oh, und seltsame Befehle kommen von Xephos öfter mal, da zerbricht Makku sich meistens nicht groß den Kopf drüber *lach*)

Also so als Einzelkritik könnte ich es verstehen, wenn hier zu stark auf Ilnor eingegangen wird, aber gerade in der Kombination, dass die Figuren zu blass bleiben, kann ich es nicht.

slainte schrieb:
Lanna schrieb:Zitat:Als Feldscher verfügte er über genügend Wissen, um nicht vollkommen sinnlos im Weg herumzustehen und er erledigte seine Arbeit gewissenhaft.
Meinst Du Feldscherer?
Ich kenn es nur als »Feldscher«, hab mal nachgeschaut und Duden sagt, es gibt beides; »Feldscherer« ist wohl die ältere Version. Persönlich finde ich »Feldscher« aufgrund der einen Silbe weniger etwas griffiger.

slainte schrieb:Ist das wichtig, dass die Zeltwand zwei Mannslängen groß ist? In diesem Teil hier bin ich einfach furchtbar weit weg von Makku. Auch die nachfolgenden Beschreibungen bringen ihn nicht näher. Warum bindest Du sie nicht in aktive Handlung ein? Er braucht Platz für eine zweite Bahre und muss alle möglichen Dinge dafür zur Seite räumen. Dann wird es automatisch klar, wie eng es in dem Zelt sein muss.
Umgebungsbeschreibungen und ich werden wohl nie Freunde. Früher hab ich sie gar nicht für nötig gehalten, sofern sie nicht unmittelbar etwas mit der Handlung zu tun hatten. Dann hab ich eine Zeitlang versucht, Handlung um die Umgebungsbeschreibung herum zu erschaffen. Aber seit Kumen-Esh – wo ich Tonnen von Beschreibungen einbauen muss und einfach nicht jeden Raum mit Handlung versehen kann – neige ich dazu, einfach mal ein paar Sätze nur zur Umgebung oder zur Personenbeschreibung zu verlieren.
Inzwischen gefällt mir das eigentlich ganz gut, weil Handlung eben auch aufbläht. Warum sollte ich Makku hier sätzelang durch sein Zelt stolpern lassen, wenn ich in einem Satz kurz ein Bild wiedergeben kann?
Zumal da ja Ordnung in seinem Zelt herrscht, nur eben kein Platz. Und das »kein Platz« ist nur, damit die Autorin beschreiben kann, was ein Nekromant so an seinem Arbeitsplatz aufbewahrt.
Also wichtig ist das alles nicht, was hier beschrieben wird. Es soll nur ein Bild schaffen, gerade auch von dem Berufsbild »Nekromant«, wo ja auch nach Details verlangt wird.
Ich würd da gerne noch auf weitere Rückmeldungen warten, aber bevor ich unnötige Handlung einbaue, würde ich eher den einen Satz Beschreibung rausstreichen, wenn es so sehr stört.

slainte schrieb:
Lanna schrieb:Zitat:Vertraut – Schmerz und Wahnsinn in einer starken Stimme – und fremd zugleich. Was genau ihn daran störte, konnte er allerdings erst sagen, als der Vorhang am Eingang zurückgezogen wurde.
Der erste Satz sagt mir, dass Makku vertraut ist mit Schmerz und Wahnsinn - was mir seinen Job und seine Abgebrühtheit nahe bringt. Der zweite Satz ließ mich schlucken. Weil Makku hier das Fremde als etwas Störendes empfindet. Das kommt so rüber, als ob das genauso ist, als wenn er bei seiner Arbeit gestört wird, oder die Hitze und der Gestank ihn stören, als wenn er davon genervt ist, dass es eben nicht nur wie Wahnsinn und Schmerz klingt. Als wenn er genervt davon ist, dass hier etwas kommt, was von der Norm abweicht und wahrscheinlich seine Aufmerksamkeit verlangt, die er nicht bereit ist, zu geben. Hier wirkt er für mich einfach nur gefühlskalt und unsympathisch. Abgestumpft.
Ich weiß nicht, wie ich das besser ausdrücken soll, ich hätte hier eine Reaktion der Überraschung erwartet, ein menschliches Gefühl, eine Regung, die seiner Frage nach dem Fremden Ausdruck verleiht, vielleicht einen Funken Mitleid - aber es lässt ihn vollkommen kalt und er denkt nur an die Mühe, die ihm das vielleicht bereiten könnte.
Das ist gruseliger als der ganze blutige Schweinkram, den Du oben beschreibst. Aber ich bin auch ein Weichei - vielleicht muss Deine Figur aus irgendeinem Grunde so sein.
Also dass Makku gefühlskalt wirkt, ist durchaus beabsichtigt. Und mir ist auch klar, dass er nicht der Sympathischste ist. Aber ich glaube, wenn man Jahrelang Leuten Schmerzen zufügen muss, sich mehr mit Toten umgibt als mit Lebenden, kaum Dank für seinen Einsatz bekommt und dann auch noch viele der Patienten auf dem Tisch einfach sterben ... da muss man sich irgendwann einfach abschotten.
Zumal Makku sich hier nicht unter Freunden befindet, was soll er (aus seiner Sicht) da unnötig Gefühle rein investieren. Hier noch dazu in eine Person, die er bisher nichtmal gesehen hat. Schreie bedeuten Arbeit ohne ein Dankeschön. Vielleicht im Endeffekt sogar ohne Zweck, wenn der Patient trotzdem stirbt. Makku hat das zu oft erlebt, um Gefühle zu investieren.
Wobei ich das »stören« allerdings auch nicht so stark gemeint habe, wie es bei dir ankommt.
Wenn mich an einer bestimmten Sache »etwas stört« bedeutet das eher, dass ich dass Gefühl habe, etwas stimmt damit nicht, ohne dass ich es konkret festmachen kann. Das hat für mich nichts mit genervt sein zu tun, oder mit tatsächlichem Ärger.
Ein friedlicher Wald, in dem keine Vögel singen, das wäre für mich auch »eine Idylle, an der etwas stört.« - nämlich der fehlende Gesang.
Also das war nicht negativ gemeint, sondern sollte eher Makkus Verwunderung ausdrücken
Also kein »Mein Gott, kann die Frau nicht aufhören zu schreien, das stört mich bei der Arbeit« (das kommt ja erst später Mrgreen ), sondern mehr ein: »Was genau ist es, was diese Stimme von den »normalen« Stimmen unterscheidet«.
Schwierig zu erklären – ich kann das »etwas stört mich daran« nämlich nur mit dieser Bedeutung, dass man nicht genau festmachen kann, warum eine eigentlich normale Situation einem unnormal erscheint.

slainte schrieb:Die Beschreibung dieser Frau finde ich hier sehr lebensnah.
Diese Männer sind mir jetzt mindestens genauso unsympathisch wie Makku - mit vier Mann und trotzdem müssen sie sie wie ein Stück Vieh hereinschleifen.
Naja, das sind Söldner, die – das wird im Folgenden hoffentlich klar – auch schon gegen Waldelben gekämpft haben, die ihre Gefangenen nicht mit Samthandschuhen anfassen und denen persönlich das Überleben dieser Waldelbe am Arsch vorbeigeht. Die Arme ist im Moment eben für alle ein Ärgernis *lach*
(Zumal sie sich ja auch so heftig wehrt, dass den Männern kaum eine andere Wahl bleibt.)

slainte schrieb:
Lanna schrieb:Zitat:Jetzt war das alles zu einer schmierigen Paste verlaufen, die das rundliche Gesicht in eine wilde Fratze verwandelte, aus der ebenso wilde Katzenaugen wie geschliffene Smaragde funkelten.
Wie muss ich mir das vorstellen? Die Katzenaugen sind klar, aber wo sind die geschliffenen Smaragde? In den Augen? Als so ne Art Piercing im Gesicht?
Hm ... »Augen wie funkelnde Smaragde« ist so ein ausgelutschter Vergleich, dass ich eher wegen dieser Unoriginalität mit Kritik gerechnet hätte, muss ich gestehen. Ich kann aber auch nicht ganz nachvollziehen, wie du darauf kommst, sie hätte tatsächlich Smaragde im Gesicht?
Würde »aus der ebenso wilde Katzenaugen grün wie geschliffene Smaragde funkelten« helfen? Wobei Smaragde halt immer grün sind und das Bild dadurch noch einen Zacken ausgelutschter (durch Redundanz) würde ... *hm*

slainte schrieb:
Lanna schrieb:Zitat:Xephos’ Befehl ergab bei diesem Anblick Sinn.
Warum?
Später lässt Du mich wissen, dass Makku nicht versteht, warum der Kommandant die Elbe nicht verrecken lässt. Erst viel später erfährt er den Grund dafür.
Ja, das ist eine Stelle, mit der ich selbst nicht so glücklich war. Nicht der Befehl selbst ergibt Sinn, sondern dass Xephos ihn überhaupt übermittelt hat.
Habe das geändert in:
Zitat: Xephos’ Bedürfnis, seinen ausdrücklichen Befehl zu übermitteln, ergab bei diesem Anblick Sinn.

slainte schrieb:
Lanna schrieb:Zitat:Die Waldelbe schrie und kämpfte und hätte vermutlich – so wie alle anderen hier – einen Dolch in ihrem Herzen dem Behandlungstisch eines Nekromanten vorgezogen.
Der Einschub stört mich hier. Durch ihn geht die Unmittelbarkeit der Handlung wieder verloren. Sie hieven sie auf die Bahre, haben Mühe dabei, selbst Makku, der sie zügig mit den Lederfesseln fixieren muss.
Aber irgendwo muss ich ja die Ansätze von Erklärungen unterbringen. Hier ist halt wichtig, die Beziehung Waldelben – Menschen (speziell diese Söldner und Makku) anzudeuten, den Leser wissen zu lassen, dass man Waldelben hier nicht positiv gegenüber eingestellt ist.
Das ist für mich einer der Konflikte (ich würde sogar sagen, Makkus innerer Hauptkonflikt), die dir fehlen: Makku muss jemandem das Leben retten, dem er lieber einen Dolch ins Herz stoßen würde. Wenn das kein Interessenskonflikt ist, was dann?

slainte schrieb:
Lanna schrieb:Zitat:Welcher tote Gott nur hatte Xephos ins Hirn gespuckt, dass er eine verletzte Waldelbe anschleppte? Und von ihm offenbar erwartete, sie zu retten.
Warum toter Gott? [...]
Weil es in der Welt nur tote Götter oder verschwundene Götter gibt. Da verschwundene eher selten spucken, musste ein toter herhalten Mrgreen

slainte schrieb:
Lanna schrieb:Zitat:Mit einem schwachen Hauch Genugtuung schlang Makku der Waldelbe einen Lederriemen um den Hals und befestigte ihn an der Bahre.
Okay, Makku ist ein brutaler Sadist.
Naja, muss man ein Stück weit sein, wenn man Leben rettet, indem man erstmal unsägliche Schmerzen zufügt.
Und er hat was gegen Waldelben, da darf er doch bissl Spaß an seiner Arbeit haben Icon_wink

slainte schrieb:Am Ende dieses Kapitels hätte ich mir etwas gewünscht, was mich unmittelbar neugierig aufs nächste macht. Tatsächlich habe ich weitergelesen, weil ich wissen wollte, was das mit der Elbe auf sich hat und mit den Feen.
Teil 1-4 sind keine abgeschlossenen Einheiten, sondern ergeben zusammen ein »Kapitel«, das ich nur aus Platzgründen unterteilen musste. Im Dokument geht es hier nahtlos weiter, deshalb auch kein Cliffhanger oder sowas.
Allerdings verstehe ich nicht, warum du dir etwas wünchst, das neugierig macht und direkt drauf sagst, dass die Waldelbe dich neugierig gemacht hat. Die taucht doch erst ganz am Ende auf, wie kann dann die Frage, was jetzt mit ihr geschieht, nicht unmittelbar neugierig machen?

slainte schrieb:Durch viele Einschübe, Füllwörter und Erklärungen bremst Du die Handlung aus. Mir fehlt sowohl Motivation als auch Konflikt von Makku. Was will er? Wo liegt sein Problem?
Dass ich dazu neige, träge zu erzählen, ist mir bewusst, daran möchte ich eigentlich nichts ändern. Ich persönlich mag keine aktionsreichen Anfänge, ich stelle meine Figur lieber erst gemütlich vor und zeige sie in ihrem Umfeld, bevor sich sie handeln lasse. Bei den Füllwörtern markier ich mir mal alles, warte aber noch weitere Meinungen ab.
Was ich nicht ganz verstehe, ist einerseits deine Kritik an zu viel Erklärung, andererseits die Bitte nach mehr Erklärung.
Außerdem finde ich (nachdem ich die halbe Nacht drüber nachgedacht und etliche Absätze dazu in meiner ersten Antwortversion geschrieben habe), dass Makkus Konflikt recht deutlich ist: Er muss einer Waldelbe das Leben retten, die er lieber töten würde.
Eine noch stärkeren, inneren Interessenkonflikt kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. (weiter unten dazu mehr)

Den äußeren Konflikt der Geschichte würde ich wohl formulieren als: Xephos und Makku suchen nach etwas im Sumpf. (Nach der Überarbeitung wird direkt klar, dass sie einen Quellstein suchen, der Koflikt ist also, ob sie ihn finden oder nicht.)

Ich bin ein kompletter Bauchschreiber und wenn ich so eine Geschichte geschrieben habe, erscheint sie mir rund. Ich kann das nicht abstellen, ich kann mir nicht vorstellen, was man da ändern müsste, um Neugier zu wecken, um die Konflikte noch deutlicher herauszustellen. Also selbst wenn ich jetzt absolut mit deiner Meinung konform gehen würde, könnte ich im Moment trotzdem nichts an der Geschichte ändern, weil ich nicht sehe, was.
Für mich ist Makku alles andere als eine blasse Figur, er agiert in einem konfliktreichen Umfeld, hat kleine Macken und einen konkreten Konflikt, vor dem er am Ende des Abschnittes steht.

Fragen, die für mich in diesem ersten Abschnitt auftauchen:
Wieso wird ein Nekromant nicht anerkannt? (okay, Antwort: weil eklig)
Was tut ein Nekromant eigentlich so?
Was suchen die Söldner in den Sümpfen? Bzw. Nach der Überarbeitung: Werden sie den Quellstein finden?
Was sind das für Feen? (offenbar keine Standard-Feen, die sind eher selten die Bösen)
Was stellt Makku mit den Kadavereinzelteilen an?
Wieso will Xephos, dass die Waldelbe gerettet wird? (Wo Waldelben eher unbeliebt zu sein scheinen)
Was hat Makku gegen Waldelben?
Wird Makku die Waldelbe retten (können)?
Wer ist diese Waldelbe?
Wird das Wetter irgendwann besser? Mrgreen

slainte schrieb:Ich werde mit Makku nicht warm und er hat für mich nichts, absolut gar nichts an sich, was mich neugierig auf ihn macht.
Joa, das Risiko ist mir bewusst. Makku ist kein Herzchen, soll auch nicht sympathisch sein. Ich persönlich finde ihn schon recht interessant, aber ich bin ja auch der Autor *lach*
Ich denk mir beim Schreiben nicht: Wie könnte ich den Leser neugierig machen, wie die Hauptperson interessant? Ich kann das auch im Nachhinein nicht ausklamüsern, was ich jetzt anders machen müsste, um Makku interessant(er) zu gestalten. Für mich hat er im ersten Teil hier direkt zwei merkwürdige Gegensätze in sich: 1. Er ist vollkommen abgebrüht, erträgt es aber nicht, in das Gesicht einer Leiche zu sehen und 2. Er nimmt da Kadaver aus, ist über und über mit Blut verschmiert, schüttelt sich aber bei der Vorstellung, dass sich das Blut zweier verschiedener Menschen auf seiner Haut mischt.
Noch dazu ist er ein Magier in einem Sumpf voller offenbar recht aggressiver und unfreundlicher Feen, der eine Waldelbe retten soll, die er aufgrund ihrer Abstammung hasst, und die offenbar zu den Feinden der Menschen zählt (sonst würde man sie nicht so behandeln). Also noch mehr Konflikt und Gegensätze und Neugierigmacher ... ich weiß nicht, was das sein sollte.

Klar, wenn du sagst, du brauchst eine sympathische Hauptperson – okee, da hat Makku dann verschissen, das soll er nicht sein Icon_wink Aber dass er / seine Situation (sobald die Waldelbe auftaucht) nicht neugierig macht ... das kann ich nicht nachvollziehen.

slainte schrieb:Auch die anderen Beteiligten sind eher farblos und absolut austauschbar.
Sämtliche Söldner in dieser Geschichte sollen das sein, weil sie für Makku auch nicht mehr sind. Dass Ilnor austauschbar ist, finde ich nicht – natürlich könnte jede andere Figur diese Rolle übernehmen, aber er hat doch schon eine eigene Persönlichkeit, auch wenn sie nicht so stark durchkommt. Er ist aber auch nur eine Randfigur und für Makku nur soweit wichtig, wie sie zusammenarbeiten müssen.

slainte schrieb:Von der Elbe erfahre ich rein gar nichts - abgesehen von ihrem derzeitigen Zustand. Auch nicht, warum Makku sie lieber tot sieht.
Dass die Waldelbe nichts über sich preisgibt ... nunja, das liegt an ihrer Situation. Sie liegt wahnsinnig vor Schmerzen und sterbend auf einer Bahre und keiner hat eine Ahnung, warum sie hier ist. Wie soll ich da mehr Informationen über sie einbringen?
Sie ist offenbar eine Kriegerin (Berufsmäßig) und eine Kämpferin (charakterlich), und sie hat irgendwas mit Xephos zu schaffen, der sie retten will, obwohl Menschen und Elben keine Freunde zu sein scheinen.
Warum Makku Waldelben hasst, wird später noch thematisiert. Wenn auch nur eher subtil und am Rande ... aber Allgemein genießen Waldelben halt keinen guten Ruf unter Menschen (was die Reaktionen der Söldner zeigen) und wer rettet schon gerne seinem Feind das Leben?


Also vor allem dein Problem mit Makku beschäftigt mich, weil es mir gar nicht vorstellen kann, was ich anders machen müsste, um es für dich passend zu gestalten. Der Konflikt ist für mich da, und Makkus Motivation ... ich weiß nicht ...
Er ist ein Nekromant, der seine Arbeit gut machen will. Und er dient Xephos. Seine konkrete Motivation würde ich hier also formulieren als: »Makku will Xephos Befehl ausführen, die Waldelbe zu retten« - während ihn das gleichzeitig in einen inneren Konflikt bringt, weil er für sich selbst viel lieber die Waldelbe töten würde. Und das wiederum würde ihn auch ohne Xephos Befehl in Konflikt mit seiner Motivation bringen, seine Arbeit gut zu machen. Denn wenn ein Patient stirbt, hat er seine Arbeit definitiv nicht gut gemacht.
Auf die Gesamtsituation betrachtet wäre die Motivation vielleicht: Makku möchte die Söldner so lange am Leben und Kampffähig halten, bis sie den Quellstein gefunden haben. (Das wäre vor der Überarbeitung schwammiger gewesen, weil es da nur um »etwas« ging, das gesucht wurde, nicht um ein konkretes Objekt).

Aber über diese Gesamtsituation denkt Makku nicht nach. Xephos ist der Planer, der Anführer, der Organisator. Makku will einfach nur seine Ruhe haben, um seine Arbeit zu machen. Am Anfang ist die Hitze ein Ärgernis (Konflikt: Arbeit gut machen oder persönliche Bedürfnisse befriedigen), dann die Waldelbe (Konflikt: Arbeit gut machen / Befehl befolgen oder ... persönliche Bedürfnisse befriedigen Mrgreen ).
Und dass er seine Arbeit gegen alle Widrigkeiten zu ende bringen will, lässt sich mMn aus dem Text lesen. Sonst würde er den Kadaver Kadaver sein lassen und rausgehen und sich abkühlen.

Das soll jetzt nicht pampig oder verbohrt klingen – ich bin nur echt ratlos, was ich konkret ändern müsste, damit Makkus Motivation und Konflikt erkennbar werden.

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #6 |

RE: Blutklinge (1/10)
Hi Lanna,

gedauert hat es, sorry, aber jetzt bin ich ganz bei Dir Icon_smile
Ich hoffe, ich kriege jetzt alle Änderungen auch mit, die Du gemacht hast, damit ich nicht Sachen anspreche, die schon gelaufen sind.
Zitat:Die dreckigen Stoffbahnen des Zeltes hielten die Hitze nicht ab, die sich wie ein Leichentuch über den Lärm und die Stimmen von draußen gelegt hatte. Durch die Schlitze zwischen den Leinenstreifen stahl sich hin und wieder ein Lufthauch und trug den Geruch von Schweiß, Wein und Waffenfett hinein.
Beim nochmaligen Lesen finde ich am Anfang die "Stoffbahnen" überflüssig, da reicht vielleicht "Bahnen". Weil Du danach von Leinenstreifen sprichst, wird ja klar, dass es Stoff ist. Aber das ist jetzt ein wenig pingelig und eigentlich egal.
Deine Änderung des Anfangs wegen der Hitze und der kühlen Brise gefällt mir sehr gut und ist toll formuliert. Das ist stimmig in meinem Gefühl - ich bin direkt reingezogen und spüre das bis unter die Haut. Pro
Zitat:Die Lücke
Die hab ich mal gelassen, denn eigentlich gefällt mir die Vorstellung, dass Makku tatsächlich zwei Stoffbahnen leicht auseinandergezogen hat, so dass dort eine (dauerhafte) Lücke ist, durch die er immer rauskann. Hab die Formulierung deshalb mal geändert in:
Er hätte sich durch die Lücke nach hinten hinaus geschlichen wie ein verschämter Dieb
Okay. Das passt gut in den Textfluss, aber da habe ich gleich noch eine Anmerkung: Wieso verschämter Dieb? Sind Diebe nicht nur verschämt, wenn sie erwischt wurden und sich den Ruf ruinieren? Icon_ugly
Zitat: Hier würde ich das Stilmittel von oben nicht wiederholen, so nah beieinander. Das raubt ihm die Einzelstellung und damit die Ausdruckskraft. Nach meinem Empfinden.

Ich muss zugeben, dass ich Stilmittel so gut wie nie bewusst einsetze. Die kommen einfach Mrgreen Auf die Schnelle fällt mir hier nichts ein, wie ich das anders formulieren könnte, aber ich markier mir die Stelle und denke da mal noch ausführlicher drüber nach.
Vielleicht so:
Aber sie hatten auch nicht den leisesten Schimmer, wie es war, seit Wochen die Sümpfe von Groenshafen zu durchkämmen, immer wieder in die Fallen der Feen zu geraten, wie Vieh dahin zu siechen mit dem unaufhaltbaren Gift in den Adern. Nur ein Vorschlag, das ist immerhin nur noch ein "nicht". Icon_wink
Zitat:Zitat: und die zunehmende Anzahl an Fliegen.
Es war das einzige Gute an diesem toten Stück Land. Die Leere hatte sich bereits so tief eingenistet, dass nicht einmal kleinstes Getier lange überlebte. Nur die Feen. Irgendwo in all der Ödnis hüteten sie ihren Quellstein: flüssiges Mana zu Kristall erstarrt. Die Quelle ihres Lebens, ihrer Macht. Magie in reinsten Form.
Nur deswegen hatte Xephos sie hergeführt. Und im Moment wies nichts darauf hin, dass sie diesen Sumpf in absehbarer Zeit verlassen würden. Er musste sich mit den Umständen abfinden, ob sie ihm gefielen oder nicht.
Also schob Makku den Gedanken an frische Luft beiseite
Ja, das ist für mich eine sehr gelungene Änderung. Sehr spannend ist hier "die Leere", die ich gern später erklärt haben möchte, und natürlich! der Quellstein. Das ist die ganze Motivation, die mir fehlte. Jetzt bin ich echt neugierig. Eine spannende Sache. Pro
Zitat:Auch dazu habe ich eine kurzen Satz eingefügt:
Zitat: Herz, Leber, Milz und Lunge lagen in einem Bottich und warteten darauf, zu kostbaren Ingredienzien verarbeitet zu werden. Die restlichen Organe und das Knäuel aus Gedärm sammelte sich in einem zweiten Bottich und verpesteten das Zelt mit erbärmlichem Gestank.
Was Makku mit Haut und Muskeln anstellt, wir im Lauf der nächsten Seiten ja gezeigt, deshalb denke ich, ist es überflüssig, das hier extra zu erwähnen.
Ja, auch das finde ich gut gelöst. Schafft für mich Klarheit.
Zitat: [...] Warum ist es vor Allem für einen Nekromanten zu heiß? Wo unterscheidet er sich da von den anderen, die mit Sicherheit das auch nicht so einfach wegstecken?
Direkt wird diese Frage nicht geklärt: Zum einen ist es für ihn halt mehr Aufwand, seine Leichenteile frisch zu halten und überhaupt die Leichen zu verarbeiten, weil alles so schnell »verdirbt«. Zum anderen basiert Nekromanten-Magie meistens auf Kälte, so dass das Heiß-Feuchte hinderlich beim Zaubern ist. Der zweite Punkt wird so nie ausgesprochen, aber Makkus Magie beschreibe ich als »Kühle«, vielleicht kann man sich das dann denken.
Okay, auf mich wirkt das, als wäre ihm diese Hitze selbst körperlich zuviel, aber es bezieht sich also auf seine Tätigkeit. Jetzt habe ich es. Icon_wink
Zitat:Ich mag Überleitungen, muss ich gestehen.
»Ein Mann stürmte in sein Zelt« wäre mir hier zu abrupt, so ganz ohne Ankündigung und ohne Bezug zu dem Vorherstehenden. Kann aber auch verstehen, dass es hier zu lang ist, zu stark wiederholend.
Ich hab es mal geändert in:
Zitat: Im vierten und letzten Bottich schließlich landete das Muskelgewebe, das den mit Abstand am wenigsten aufdringlichen Geruch verbreitete.
Diese Meinung teilte der Söldner, der in sein Zelt stürmte, vermutlich nicht. Er kam keinen Meter weit, bevor er stehenblieb, als sei er gegen eine Wand geprallt. Abscheu zog über sein Gesicht und er würgte, wich zurück. Makku hoffte, er würde ihm nicht auf den Boden kotzen. Sein Gegenüber war – wie die meisten hier im Söldnerlager – nicht für Zimperlichkeit bekannt, aber dieses Zelt schlug fast allen auf den Magen.
Die Szene mit dem Söldner liest sich jetzt unmittelbarer, das finde ich gut. Was mich nun stört, ist der Einschub mit den Bindestrichen. Der ist eigentlich überflüssig, weil Du ja ... aber dieses Zelt schlug fast allen auf den Magen. schreibst.
Zitat:Später im Fazit sagst du, die anderen Personen seien »eher farblos und absolut austauschbar«. Gerade in dieser Szene finde ich dagegen, dass ich Ilnor ein bisschen Persönlichkeit verleihe – und genau das kritisiert du.
'Tschuldigung, da habe ich mich nicht gut ausgedrückt. Icon_nosmile Ilnor ist in der Tat der einzige (ausser Makku), der hier Profil bekommt. Mich hat im Lesefluss die Information über ihn an dieser Stelle ausgebremst. Ich war halt im Kopf von Makku verhaftet und habe mir vorgestellt, dass er gerade andere Dinge gedanklich wälzt, als über Ilnor, der ja für ihn alltäglich ist. Ist es an dieser Stelle notwendig, die Beschreibung einfließen zu lassen? Wird es denn wichtig, dass Ilnor ein Ausgemusterter ist? Klar hast Du Dir was dabei gedacht, und ich sage ja nur, wie es mir damit gegangen ist. Aber wenn es für Dich so okay ist, mach Dir keinen Kopf darüber und lass es so.
Zitat:Ich finde, das zeigt ein Stück weit eine menschliche Seite an Makku, wenn er sich über Ilnor Gedanken macht: Obwohl er recht abfällig über Ilnor erzählt (zumindest sollte das »Krüppel« darauf hinaus), erkennt er doch auch an, dass Ilnor »brauchbar« ist. Freunde sind die zwei nicht, aber Ilnor ist schon ein Bezugspunkt für Makku, jemand, von dem er sich anerkannt fühlt (das wird später auch noch konkret angesprochen, ganz kurz), der ihn nicht wie einen Aussätzigen behandelt.
Okay, das ist akzeptiert. Wunderbar, dass Makku eine menschliche Seite hat - grins - . Ich folger daraus, dass Makku über Xephos Befehl dann nicht wirklich beunruhigt ist, aber anders fände ich es spannender Icon_ugly
Zitat:Inzwischen gefällt mir das eigentlich ganz gut, weil Handlung eben auch aufbläht. Warum sollte ich Makku hier sätzelang durch sein Zelt stolpern lassen, wenn ich in einem Satz kurz ein Bild wiedergeben kann?
Zumal da ja Ordnung in seinem Zelt herrscht, nur eben kein Platz. Und das »kein Platz« ist nur, damit die Autorin beschreiben kann, was ein Nekromant so an seinem Arbeitsplatz aufbewahrt.
Okay, das ist ja Geschmacksache. Lass es so, wenn Du es so magst.
Zitat:Was genau ihn daran störte, konnte er allerdings erst sagen, als der Vorhang am Eingang zurückgezogen wurde.
Wobei ich das »stören« allerdings auch nicht so stark gemeint habe, wie es bei dir ankommt.
Dann passt vielleicht "irritierte" besser als störte?
Zitat:Naja, das sind Söldner, die – das wird im Folgenden hoffentlich klar – auch schon gegen Waldelben gekämpft haben, die ihre Gefangenen nicht mit Samthandschuhen anfassen und denen persönlich das Überleben dieser Waldelbe am Arsch vorbeigeht.
Ja, da hast Du wohl recht. Ich bin zu zartfühlend, um das realistisch zu sehen und mache gern vor der schrecklichen Wirklichkeit die Augen zu. Ich zittere schon davor in meiner eigenen Geschichte: Es geht vor Allem wie so oft um Krieg. Da komme ich um so manche Beschreibung nicht drumrum. Icon_confused
Zitat:Ich kann aber auch nicht ganz nachvollziehen, wie du darauf kommst, sie hätte tatsächlich Smaragde im Gesicht?
Icon_lol Weil ich Dumpfbacke das genauso gelesen habe. Durch das "ebenso ... wie" hatte ich die Vorstellung von Katzenaugen UND Smaragden und nicht, dass die Katzenaugen wie Smaragde sind.
Zitat:Ja, das ist eine Stelle, mit der ich selbst nicht so glücklich war. Nicht der Befehl selbst ergibt Sinn, sondern dass Xephos ihn überhaupt übermittelt hat.
Habe das geändert in:
Zitat: Xephos’ Bedürfnis, seinen ausdrücklichen Befehl zu übermitteln, ergab bei diesem Anblick Sinn.
Das verstehe ich leider immer noch nicht. Warum ergibt das hier Sinn? Es ergibt doch nur Sinn, weil Qai die Tochter des Lanneq ist, was Makku aber noch nicht weiß und ich als Leser auch nicht. Oder meinst Du da was anderes? Vielleicht, weil ihr Leben am seidenen Faden hängt und ohne Makku verloren ist? Das könnte Xephos total egal sein, es ist ja nur eine Waldelbe. So denkt jedenfalls Makku. Glaube ich. Von daher passt der Satz sinngemäß einfach nicht. Oder stehe ich gerade total auf dem Schlauch? Das ist eine meiner offensichtlichsten Eigenschaften Mrgreen
Zitat: Lanna schrieb:Zitat:Die Waldelbe schrie und kämpfte und hätte vermutlich – so wie alle anderen hier – einen Dolch in ihrem Herzen dem Behandlungstisch eines Nekromanten vorgezogen.
Der Einschub stört mich hier. Durch ihn geht die Unmittelbarkeit der Handlung wieder verloren. Sie hieven sie auf die Bahre, haben Mühe dabei, selbst Makku, der sie zügig mit den Lederfesseln fixieren muss.

Aber irgendwo muss ich ja die Ansätze von Erklärungen unterbringen. Hier ist halt wichtig, die Beziehung Waldelben – Menschen (speziell diese Söldner und Makku) anzudeuten, den Leser wissen zu lassen, dass man Waldelben hier nicht positiv gegenüber eingestellt ist.
Huh, nein, ich meine den Einschub in den Bindestrichen Smiley_emoticons_blush Immer diese unqualifizierten Erklärungen meinerseits. Ich finde, es macht keinen Unterschied, wenn Du
Die Waldelbe schrie und kämpfte und hätte vermutlich einen Dolch in ihrem Herzen dem Behandlungstisch eines Nekromanten vorgezogen.
schreibst. Außer, das es sich flüssiger liest. Ich kann mir schon denken, dass dies auch sonst jedermann vorziehen würde - bei der Beschreibung, die Du oben abgeliefert hast Icon_ugly
Zitat:Das ist für mich einer der Konflikte (ich würde sogar sagen, Makkus innerer Hauptkonflikt), die dir fehlen: Makku muss jemandem das Leben retten, dem er lieber einen Dolch ins Herz stoßen würde. Wenn das kein Interessenskonflikt ist, was dann?
Doch, das ist ein handfester Konflikt, da stimme ich Dir absolut zu.
Zitat:Weil es in der Welt nur tote Götter oder verschwundene Götter gibt.
slainte wird noch neugieriger. Da habe ich ein Dutzend Fragen auf einmal. Mrgreen Ich hoffe, die Erklärung dafür kommt später noch? Ich bin voll gespannter Erwartung.
Zitat:Teil 1-4 sind keine abgeschlossenen Einheiten, sondern ergeben zusammen ein »Kapitel«, das ich nur aus Platzgründen unterteilen musste. Im Dokument geht es hier nahtlos weiter, deshalb auch kein Cliffhanger oder sowas.
Das habe ich nicht gerafft und daher als Kapitel assoziiert. Da kommen ja noch einige Infos und dann sind einige meiner Anmerkungen gar nicht unbedingt mehr stichhaltig.
Zitat:Allerdings verstehe ich nicht, warum du dir etwas wünchst, das neugierig macht und direkt drauf sagst, dass die Waldelbe dich neugierig gemacht hat. Die taucht doch erst ganz am Ende auf, wie kann dann die Frage, was jetzt mit ihr geschieht, nicht unmittelbar neugierig machen?
Das macht mich nicht neugierig genug an dieser Stelle, ich habe ja noch überhaupt keinen emotionalen Bezug zu ihr. Ich sehe aber die Verachtung, die Makku für sie empfindet. Warum soll ich Partei für sie ergreifen? Was mich viel neugieriger macht, ist der Quellstein und die Mission, um die es da geht. Die aber zur Zeit meines Kommis gar nicht erwähnt waren. Was Du schön geändert hast - freu -.
Das ist aber tatsächlich dem Ende dieses Teils hier geschuldet, die Waldelbe macht mich in den nächsten Teilen natürlich neugierig. Aber ich bin eben fehlerhafter Weise davon ausgegangen, dass hier ein Kapitel zu Ende ist, und dann hätte es eben nicht gereicht. Huch, habe ich das irgendwie verständlich machen können? Icon_panik
Zitat:Dass ich dazu neige, träge zu erzählen, ist mir bewusst, daran möchte ich eigentlich nichts ändern. Ich persönlich mag keine aktionsreichen Anfänge, ich stelle meine Figur lieber erst gemütlich vor und zeige sie in ihrem Umfeld, bevor sich sie handeln lasse. Bei den Füllwörtern markier ich mir mal alles, warte aber noch weitere Meinungen ab.
Okay. Meinetwegen sollst Du ja auch nicht Deine Erzählweise ändern, es ist halt ein anderer Blickwinkel und wenn er für Dich nicht passt, ist es in Ordnung.
Zitat:Ich bin ein kompletter Bauchschreiber und wenn ich so eine Geschichte geschrieben habe, erscheint sie mir rund. Ich kann das nicht abstellen, ich kann mir nicht vorstellen, was man da ändern müsste, um Neugier zu wecken, um die Konflikte noch deutlicher herauszustellen. Also selbst wenn ich jetzt absolut mit deiner Meinung konform gehen würde, könnte ich im Moment trotzdem nichts an der Geschichte ändern, weil ich nicht sehe, was.
Das habe ich mit meinen Anmerkungen jetzt hoffentlich gerade rücken können. Du hast genau das eingefügt, was mir gefehlt hat. Und so finde ich es sehr stimmig und habe Spaß daran, weiterzulesen - habe ich ja auch bereits getan. Pro
Zitat:1. Er ist vollkommen abgebrüht, erträgt es aber nicht, in das Gesicht einer Leiche zu sehen und 2. Er nimmt da Kadaver aus, ist über und über mit Blut verschmiert, schüttelt sich aber bei der Vorstellung, dass sich das Blut zweier verschiedener Menschen auf seiner Haut mischt.
Das habe ich fast übersehen vor lauter glibschigen Menschenteilen Mrgreen Ich muss mich wahrscheinlich erst an Deinen Nekromanten gewöhnen - cookie
Zitat:Auf die Gesamtsituation betrachtet wäre die Motivation vielleicht: Makku möchte die Söldner so lange am Leben und Kampffähig halten, bis sie den Quellstein gefunden haben. (Das wäre vor der Überarbeitung schwammiger gewesen, weil es da nur um »etwas« ging, das gesucht wurde, nicht um ein konkretes Objekt).
Genau. Das hat mir gefehlt. Das macht plötzlich Sinn, dass sie da in dem Sumpf sitzen und das alles auf sich nehmen.
Zitat:Das soll jetzt nicht pampig oder verbohrt klingen – ich bin nur echt ratlos, was ich konkret ändern müsste, damit Makkus Motivation und Konflikt erkennbar werden.
Hast Du aber gut gelöst. Für meinen Geschmack jedenfalls. Ich hoffe, ich war nicht zu anstrengend?
Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Liebe Grüße von slainte music


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Beitrag #7 |

RE: Blutklinge (1/10)
Hi nochmal, slainte!

Ich bin grade echt super happy, dass meine Änderungen so gut ankommen Icon_smile Und erleichtert, dass dieses Riesenproblem, dass ich in meiner Verzweiflung gesehen habe, gar nicht so Riesen- war Icon_ugly Ich neige manchmal dazu, Dinge zu überdramatisieren, in Phase, in denen mich ohnehin Selbstzweifel plagen. So eine hatte ich für mein Antwortschreiben erwischt, inzwischen geht es mir mit meinem Text und deinen Anmerkungen dazu aber auch schon viel besser Icon_smile

Danke schön auch, dass du dich nochmal so ausführlich meldest, das will ich natürlich nicht unbeantwortet lassen!

Zitat:
Zitat:Die dreckigen Stoffbahnen des Zeltes hielten die Hitze nicht ab, die sich wie ein Leichentuch über den Lärm und die Stimmen von draußen gelegt hatte. Durch die Schlitze zwischen den Leinenstreifen stahl sich hin und wieder ein Lufthauch und trug den Geruch von Schweiß, Wein und Waffenfett hinein.
Beim nochmaligen Lesen finde ich am Anfang die "Stoffbahnen" überflüssig, da reicht vielleicht "Bahnen". Weil Du danach von Leinenstreifen sprichst, wird ja klar, dass es Stoff ist. Aber das ist jetzt ein wenig pingelig und eigentlich egal. [...]
Ich muss ja gestehen, dass ich hier während der Änderungen in den Rhythmus und den Klang der Wörter verliebt habe. Stoffbahnen, Stimmen, Schlitze, Schweiß - Leichentuch, Lärm, Leinenstreifen, Lufthauch.
Da hab ich zum Teil bewusst drauf geachtet (unter anderem deshalb ist der Blutgeruch rausgeflogen), deshalb könnnte ich (im Moment) maximal "Stoff" aus "Stoffbahnen" machen. Ich finde aber auch "Bahnen des Zeltes" eher irritierend, weil ein Zelt ja nicht zwangsläufig aus einzelnen Bahnen besteht sondern auch ein ganzes Stück Stoff sein könnte. Hm.

Zitat:Okay. Das passt gut in den Textfluss, aber da habe ich gleich noch eine Anmerkung: Wieso verschämter Dieb? Sind Diebe nicht nur verschämt, wenn sie erwischt wurden und sich den Ruf ruinieren?
Weil ... ähm ... weil Makku sich schämen würde, wenn er ein Dieb wäre? Icon_ugly Nein, ehrlich gesagt, keine Ahnung, ich find das Wort einfach cool, irgendwie.
Aber auch ein Dieb kann sich ja schämen, dass er andere bestiehlt - auch wenn es das in meinen Fantasywelten nie geben wird, weil dort alle Diebe Dieb aus Leidenschaft sind *hust* Ich überlege aber, ob mir da ein ähnlich schönes Wort einfällt, das vielleicht besser passt *lach*

Stilmittelwiederholung
Ich hab jetzt eine Zeit rumgewerkelt und bin zu diesem Ergebnis gekommen:

Noch hatten sie keine Vorstellung davon, wie dieser Ort selbst starke Männer brechen konnte. Aber bald würden auch sie Abend für Abend zurückkehren, erschöpft und ausgezehrt von den Streifzügen durch die Sümpfe um Groenshafen. Vorausgesetzt sie gerieten nicht in die Fallen der Feen und siechten dahin wie krankes Vieh, mit unaufhaltbarem Gift in ihren Adern.

100% zufrieden bin ich noch nicht (aber das bin ich selten direkt nach einer Änderung *lach*), aber es stimmt schon, die erneute Verwendung der ganzen "nichts" las sich echt nicht so gut.

Zitat:Sehr spannend ist hier "die Leere", die ich gern später erklärt haben möchte, und natürlich! der Quellstein. Das ist die ganze Motivation, die mir fehlte. Jetzt bin ich echt neugierig. Eine spannende Sache.
Das freut mich echt riesig! Ich hab zwischendurch wirklich befürchtet, ich müsste da im Prinzip den ganzen Plot umwerfen, um das zu retten - und dann ist es mit ein paar richtigen Hinweisen hier und da getan Icon_smile Icon_bussi
Die Leere wird aber nur am Rande noch eine Rolle spielen, sie gehört eher zur Hintergrundeinrichtung dieser Welt, aber wenn ich deine Neugier am Ende der Geschichte stillen soll, falls noch Fragen offen sind - immer raus damit Icon_wink (ja, ich weiß, eigentlich sollten Geschichten für sich stehen, aber das hab ich schon lange aufgegeben, wenn ich in meinen größeren Welten Kurzgeschichten spielen lasse *lach*)

Zitat:Die Szene mit dem Söldner liest sich jetzt unmittelbarer, das finde ich gut. Was mich nun stört, ist der Einschub mit den Bindestrichen. Der ist eigentlich überflüssig, weil Du ja ... aber dieses Zelt schlug fast allen auf den Magen. schreibst.
Okee, die Bindestriche sind jetzt auch raus, du hast mich überzeugt Icon_wink (eigentlich verwende ich die eh viel zu oft in der Geschichte *hust*)
geändert in:
Die Männer im Lager waren sicherlich nicht für ihre Zimperlichkeit bekannt, aber dieses Zelt schlug fast allen auf den Magen.

Zitat:'Tschuldigung, da habe ich mich nicht gut ausgedrückt. :Icon_nosmile: Ilnor ist in der Tat der einzige (ausser Makku), der hier Profil bekommt. Mich hat im Lesefluss die Information über ihn an dieser Stelle ausgebremst. Ich war halt im Kopf von Makku verhaftet und habe mir vorgestellt, dass er gerade andere Dinge gedanklich wälzt, als über Ilnor, der ja für ihn alltäglich ist. Ist es an dieser Stelle notwendig, die Beschreibung einfließen zu lassen? Wird es denn wichtig, dass Ilnor ein Ausgemusterter ist? Klar hast Du Dir was dabei gedacht, und ich sage ja nur, wie es mir damit gegangen ist. Aber wenn es für Dich so okay ist, mach Dir keinen Kopf darüber und lass es so.
Vielleicht hab ich es auch einfach schlecht verstanden Icon_wink Jetzt weiß ich auf jeden Fall, was du meinst, und kann es auch nachvollziehen.
Ich bin allerdings mit mir selbst uneins, ob ich den Abschnitt rausnehme, eine andere Stelle für ihn suche oder doch stehen lasse. Im Prinzip könnte ich ihn rausnehmen, Ilnor spielt keine größere Rolle, auch seine Vergangenheit nicht.
Was mir daran gefällt ist eben dieser Gegensatz zwischen Makkus Blick auf die namenlosen Söldner (die er nur über ihre aktuelle Tätigkeit definiert) und dann eben dieser Blick auf Ilnor, der für Makku sowohl Namen wie auch Vergangenheit hat.
Über den "Wert", den diese indirekte Charakterisierung Makkus hat (vor allem im Verhältnis zum Raum, den die Erklärung zu Ilnor einnimmt), lässt sich streiten. Er ist vermutlich recht gering *lach*
Also diese Anmerkung ist auf keinen Fall vergessen, ich weiß nur selbst noch nicht genau, ob und wie und wo ich sie umsetze. Eventuell fliegt mir bei späteren Überarbeitungen noch eine kleine Erleuchtung zu

Zitat:Ich folger daraus, dass Makku über Xephos Befehl dann nicht wirklich beunruhigt ist, aber anders fände ich es spannender
Ja, kann ich absolut verstehen. Deshalb nehme ich mir immer wieder vor, keine Geschichten mehr zu schreiben, in denen Personen vorkommen, die für mich schon länger existieren und Vergangenheit und Zukunft haben, von der der Leser innerhalb der Geschichte nichts mitbekommt. Aber wie das mit Vorsätzen so ist ... halt ich mich nicht dran.
Also ich verstehe hier absolut, dass es spannungstechnisch schlauer wäre, die Aufmerksamkeit mehr auf den Befehl zu lenken, aber das würde für mich einfach nicht zu der Bezeihung Xephos/Makku passen.
Aber - um das mal gesagt zu haben, weil ich so oft behaupte, ich würde mir solche Anmerkungen für andere Geschichten mitnehmen - bei Kumen-Esh springe ich immer wieder über meinen Schatten und passe die Charaktere der Geschichte an. Nicht andersrum, wie ich es sonst immer tue. Also das ist keinesfalls vergebene Mühe, der Lanna etwas über Spannung beibringen zu wollen - hoffe ich Icon_ugly

Zitat:
Zitat:Was genau ihn daran störte, konnte er allerdings erst sagen, als der Vorhang am Eingang zurückgezogen wurde.
Dann passt vielleicht "irritierte" besser als störte?
geändert in:
Was genau ihm daran seltsam vorkam, konnte er allerdings erst sagen

Zitat:
Zitat: Ich kann aber auch nicht ganz nachvollziehen, wie du darauf kommst, sie hätte tatsächlich Smaragde im Gesicht?
:Icon_lol: Weil ich Dumpfbacke das genauso gelesen habe. Durch das "ebenso ... wie" hatte ich die Vorstellung von Katzenaugen UND Smaragden und nicht, dass die Katzenaugen wie Smaragde sind.
Ah! Ja, das kann man echt falsch lesen - darauf bin ich überhaupt nicht gekommen, weil für mich ja natürlich klar war, was ich mit dem Satz sagen will *lach* Also so dumpfbackig ist das nicht Icon_wink
Ich überlege -
die das rundliche Gesicht in eine wilde Fratze verwandelte, aus der genauso / nicht wenigerwilde Katzenaugen wie geschliffene Smaragde funkelten.
oder ich stelle den Satz bissl um -
aus der ebenso wilde Katzenaugen funkelten(,) wie geschliffene Smaragde.
Ja, ich glaub ich versuch es mal mit Option 2.

Zitat:
Zitat: Xephos’ Bedürfnis, seinen ausdrücklichen Befehl zu übermitteln, ergab bei diesem Anblick Sinn.
Das verstehe ich leider immer noch nicht. Warum ergibt das hier Sinn? Es ergibt doch nur Sinn, weil Qai die Tochter des Lanneq ist, was Makku aber noch nicht weiß und ich als Leser auch nicht. Oder meinst Du da was anderes? Vielleicht, weil ihr Leben am seidenen Faden hängt und ohne Makku verloren ist? Das könnte Xephos total egal sein, es ist ja nur eine Waldelbe. So denkt jedenfalls Makku. Glaube ich. Von daher passt der Satz sinngemäß einfach nicht. Oder stehe ich gerade total auf dem Schlauch? Das ist eine meiner offensichtlichsten Eigenschaften
Erstmal: Ich mag Leute, die hin und wieder auf dem Schlauch stehen, dann komme ich mir nicht ganz so einsam-dumm vor, wenn ich es mal wieder tue Mrgreen
Also, was ich meine:
Xephos übermittelt Makku den Befehl, eine Verletzte zu behandeln. Diesen Befehl hält Makku im ersten Moment für überflüssig, denn warum sollte er die Verletzte NICHT behandeln? Dafür ist er da, das ist sein Job.
Quasi als würde der Bäckermeister dem Gesellen sagen: "So, aus der Teiglieferung machst du mir gleich Brötchen". Der Geselle denkt sich: "Ja klar, ich mach seit Wochen Brötchen aus Teig, warum befiehlst du mir das extra?"
Als Makku dann aber sieht, dass die Verletzte eine Waldelbe ist, wird ihm klar, dass Xephos DESHALB diesen Befehl mitgeschickt hat, weil es bei einer Waldelbe eben keine Selbstverständlichkeit ist, sie zu retten.
So als hätte der Geselle an diesem Tag auf einmal Biscuit-Teig auf seinem Tisch und ihm wird klar: "Achso, deshalb hat der Meister ausdrücklich Brötchen verlangt. Normalerweise hätte ich aus dem Biscuit-Teig ja Kuchen gemacht". (Er weiß zwar nicht, warum er aus Biscuit-Teig Brötchen machen soll, aber er weiß, warum der Meister für nötig hielt, ihm zu sagen, was er mit dem Teig machen soll)
Bzw. auf Makku übertragen: Normalerweise hätte er der Elbe die Kehle aufgeschnitten, deshalb ergibt es Sinn, dass Xephos ihm ausdrücklich befohlen hat, sie zu retten. Ohne dass klar ist, WARUm Xephos sie retten lassen will.

Nach einigem Hin und Her und Ausprobieren hab ich es jetzt mal geändert in:

[...] aus der ebenso wilde Katzenaugen funkelten, wie geschliffene Smaragde.
Der Kommandant befiehlt, dass Ihr sie behandelt.
Natürlich war Xephos davon ausgegangen, seinen Nekromanten nur mit ausdrücklichem Befehl dazu bringen zu können, eine Waldelbe zu behandeln. Zu retten.
Sie schrie und kämpfte[...]

Zitat:
Zitat:Die Waldelbe schrie und kämpfte und hätte vermutlich – so wie alle anderen hier – einen Dolch in ihrem Herzen dem Behandlungstisch eines Nekromanten vorgezogen.
Huh, nein, ich meine den Einschub in den Bindestrichen :Smiley_emoticons_blush: Immer diese unqualifizierten Erklärungen meinerseits. Ich finde, es macht keinen Unterschied, wenn Du
Die Waldelbe schrie und kämpfte und hätte vermutlich einen Dolch in ihrem Herzen dem Behandlungstisch eines Nekromanten vorgezogen.
schreibst. Außer, das es sich flüssiger liest. Ich kann mir schon denken, dass dies auch sonst jedermann vorziehen würde - bei der Beschreibung, die Du oben abgeliefert hast
Ich glaub, ich bin an unserem kleinen Verständigungsproblem nicht ganz unbeteiligt *lach* Irgendwie hab ich alles komplizierter aufgefasst, als du es eigentlich meinst.
Meinen Einschub hier will ich aber glaub ich erstmal behalten. Mir ist es schon wichtig, diesen Kontrast darzustellen: Eigentlich wollen alle Söldner die Waldelbe tot sehen (ist ja auch ein Unterschied, ob ich jemanden nur schlecht behandel, oder ob ich ihm den Tod wünsche), trotzdem wird sie behandelt, ohne dass jemand die genauen Gründe kennt. Gerade auch, weil es später darum geht, dass die Waldelben sowas wie "Verbündete" sind - trotzdem werden sie von den Söldnern gehasst, das Bündnis spielt sich eher auf hohe politischer Ebene ab, im Fußvolk ist man sich weiterhin Spinnefeind.
Oh, da fällt mir auf: Meinen wir eigentlich das gleiche? *lach* Ich merke nämlich gerade, dass man den Einschub auf zwei Arten lesen kann:
1) Jeder Söldner in dieser Situation hätte einen Dolch in seinem Herzen dem Behandlungstisch vorgezogen
2) Jeder Söldner hätte vorgezogen, dass die Elbe einen Dolch in ihr Herz bekommt statt auf dem Behandlungstisch zu landen.
Version 2 ist das, was ich aussagen wollte.
Irgendwie hab ich das Gefühl, dass wir teilweise echt meilenweit aneinander vorbeigeredet haben Mrgreen

Zitat:
Zitat:Weil es in der Welt nur tote Götter oder verschwundene Götter gibt.
slainte wird noch neugieriger. Da habe ich ein Dutzend Fragen auf einmal. Mrgreen Ich hoffe, die Erklärung dafür kommt später noch? Ich bin voll gespannter Erwartung.
Wieder muss ich dich enttäuschen Icon_nosmile Götter spielen hier gar keine Rolle, das ist nur der bereits etwas umfangreicheren Welt im Hintergrund geschuldet, dass hier solche Andeutungen drin sind. Aber ich persönlich mag sowas gerne, wenn durchschimmert, dass eine durchdachte Welt dahintersteht, auch wenn man nicht alles von ihr mitbekommt. Also solche weltinternen Flüche und Beschimpfungen, Redewendungen, Bräuche ...
(Wobei die Götter nichtmal in dem Roman, für den die Welt eigentlich gedacht war, eine Rolle gespielt hätten, also die sind schon quasi schon Hintergrund für den Hintergrund *lach* und vor allem die "toten Götter" gehören eigentlich in ein anderes Projekt.)

Zitat:
Zitat: Teil 1-4 sind keine abgeschlossenen Einheiten, sondern ergeben zusammen ein »Kapitel«, das ich nur aus Platzgründen unterteilen musste. Im Dokument geht es hier nahtlos weiter, deshalb auch kein Cliffhanger oder sowas.
Das habe ich nicht gerafft und daher als Kapitel assoziiert. Da kommen ja noch einige Infos und dann sind einige meiner Anmerkungen gar nicht unbedingt mehr stichhaltig.
Das find ich hier im Forum auch immer schwierig, gerade mit dem Trennen von Teilen tue ich mich meist schwerer als mit allem anderen sonst. Ich für meinen Teil markiere Kapitelenden, bzw. das Ende einer Erzähleinheit immer irgendwie (meist mit sowas ~*~ in der Richtung), aber das merkt man natürlich erst, wenn man bei der Markierung angekommen ist.
Wie man veranschaulicht, dass der nächste Teil direkt anschließt, da ist mir leider noch keine gute Idee gekommen. Ich hätte Teil 1-4 mit 1.1, 1.2 , 1.3 und 1.4 bezeichnen können Icon_confused aber irgendwie sträube ich mich auch davor, meinen Kurzgeschichten "Kapitel" zu geben. Puh, echt schwierig.
Man könnte auch unten dann ein [...] setzen, wenn es direkt weitergeht, aber das könnte auch schnell falsch verstanden werden, als sei da ein Stück Text ausgelassen.
Also wenn da jemand eine gute Lösung hat, immer her damit! Icon_ugly

Zitat:Das habe ich mit meinen Anmerkungen jetzt hoffentlich gerade rücken können. Du hast genau das eingefügt, was mir gefehlt hat. Und so finde ich es sehr stimmig und habe Spaß daran, weiterzulesen - habe ich ja auch bereits getan.
Ja, ich bin auf jeden Fall froh, dass wir nochmal ausführlich drüber gesprochen haben Icon_smile Und natürlich, dass ich einiges offenbar doch irgendwie (unbewusst) verstanden habe und umsetzen konnte. Also nochmals ganz lieben Dank dir, auch für die Rückmeldung.

Zitat:Ich hoffe, ich war nicht zu anstrengend?
Absolut nicht! Ich hab mir die Überarbeitung selbst anstrengender gemacht als sie hätte sein müssen Icon_wink

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
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Beitrag #8 |

RE: Blutklinge (1/10)
Hallo Lanna,

nochmal ne ganz kurze Rückmeldung von mir.
Zitat:Noch hatten sie keine Vorstellung davon, wie dieser Ort selbst starke Männer brechen konnte. Aber bald würden auch sie Abend für Abend zurückkehren, erschöpft und ausgezehrt von den Streifzügen durch die Sümpfe um Groenshafen. Vorausgesetzt sie gerieten nicht in die Fallen der Feen und siechten dahin wie krankes Vieh, mit unaufhaltbarem Gift in ihren Adern.
Das liest sich schon mal super viel besser für mich.Pro
Zitat:Was genau ihm daran seltsam vorkam, konnte er allerdings erst sagen
Da kommt Makku doch gleich nicht mehr ganz so abgestumpft daher. Pro
Zitat:Normalerweise hätte er der Elbe die Kehle aufgeschnitten, deshalb ergibt es Sinn, dass Xephos ihm ausdrücklich befohlen hat, sie zu retten. Ohne dass klar ist, WARUm Xephos sie retten lassen will.
Okay, jetzt habe ich es kapiert. Aber das sagt der Satz in seiner Knappheit für mich nicht ganz verständlich aus. Aber warte mal ab, wie es anderen damit geht.
Zitat:Der Kommandant befiehlt, dass Ihr sie behandelt.
Natürlich war Xephos davon ausgegangen, seinen Nekromanten nur mit ausdrücklichem Befehl dazu bringen zu können, eine Waldelbe zu behandeln. Zu retten.
Ah, okay, die Infos hier erklären es ausreichend. Pro Aber der Satz liest sich jetzt seltsam. Vielleicht:
Natürlich wusste Xephos, dass es einen ausdrücklichen Befehl brauchte, damit sein Nekromant eine Waldelbe behandelte. Um sie zu retten.
Vielleicht fällt Dir auch noch was besseres ein.
Zitat:[...] aus der ebenso wilde Katzenaugen funkelten, wie geschliffene Smaragde.
Das macht leider keinen Unterschied zu vorher. Aber wenn Du das "ebenso" weglässt, wird es sofort verständlich Icon_wink
Ich würde es umstellen:
... aus der wilde Katzenaugen wie geschliffene Smaragde funkelten.

Fertig. Liebe Grüße von slainte music


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Beitrag #9 |

RE: Blutklinge (1/10)
So, slainte, dann auch noch kurz zu dir.
(Ich muss ein bisschen aufpassen, den Überblick nicht zu verlieren, wenn ich zwischen den Teilen immer hin und her springe *lach*)

Ich hab schon Fine gesagt: Ihre und deine Kommentare "abzuarbeiten" macht mir sehr viel Spaß und ich freu mich natürlich vor allem, wenn sich die Änderungen dann auch lohnen Icon_smile

Zitat:
Zitat: Der Kommandant befiehlt, dass Ihr sie behandelt.
Natürlich war Xephos davon ausgegangen, seinen Nekromanten nur mit ausdrücklichem Befehl dazu bringen zu können, eine Waldelbe zu behandeln. Zu retten.
Ah, okay, die Infos hier erklären es ausreichend. Pro Aber der Satz liest sich jetzt seltsam. Vielleicht:
Natürlich wusste Xephos, dass es einen ausdrücklichen Befehl brauchte, damit sein Nekromant eine Waldelbe behandelte. Um sie zu retten.
Vielleicht fällt Dir auch noch was besseres ein
Jessas, man sollte nicht meinen, dass ein Satz allein so viele Probleme machen kann *lach* Mir selbst gefällt der Infinitiv und die ganzen "zu"s da auch nicht so recht, aber dank Saryn sträube ich mich gegen zwei "dass" Sätze direkt nacheinander. Ich setze mich da nochmal hinter, hab einige Ansätze im Kopf, aber im Moment noch nichts, das wirklich funktioniert.

Zitat: [...]
Zitat: aus der ebenso wilde Katzenaugen funkelten, wie geschliffene Smaragde.
Das macht leider keinen Unterschied zu vorher. Aber wenn Du das "ebenso" weglässt, wird es sofort verständlich Icon_wink
Ich würde es umstellen:
... aus der wilde Katzenaugen wie geschliffene Smaragde funkelten.
das "ebenso" brauchte ich ja wegen der "wilden Fratze", auf die sich die "ebenso wilden Augen" beziehen. Aber ich sehe ein, dass das nicht so gut funktioniert, wie ich mir das dachte, deshalb ist jetzt die "wilde Fratze" nur noch eine "Fratze" und das "ebenso" wird gestrichen. Wird ja hoffentlich auch so klar, dass Makku die Waldelbe für ziemlich wild hält Icon_ugly

Liebe Grüße
Lanna

Nachtrag:
"Der Anblick erklärte, warum Xephos dem Boten seinen ausdrücklichen Befehl mitgegeben hatte. Er wusste genau, dass sein Nekromant freiwillig keinen Finger für eine Wilde krumm machen würde."
Erstmal. Zufrieden bin ich immer noch nicht Icon_ugly

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Beitrag #10 |

RE: Blutklinge (1/10)
Kleine Meldung zum Überarbeitungsfortschritt Icon_smile

Ich habe:

versucht in allen Teilen die Stares zu reduziert und variieren, also alle Arten von "Blicken", ob gerichtet, fixiert oder verfolgend, "ansehen", "anstarren", die ganze Palette eben. In den letzten sind noch ein paar drin, ich arbeite dran.

Speziell in Teil 1:

Eine kleine Zusatzinfo zur Motivation des Königs und Galbûns eingefügt:
Zitat:Es war das einzige Gute an diesem toten Stück Land. Die Leere hatte sich bereits so tief eingenistet, dass nicht einmal kleinstes Getier lange überlebte. Nur die Feen. Irgendwo inmitten der Ödnis hüteten sie ihren Quellstein: flüssiges Mana, zu Kristall erstarrt. Die Quelle ihres Lebens, ihrer Macht. Magie in reinsten Form.
Nur deswegen hatte Xephos sie hergeführt. Auf Befehl des Küstenfürsten Galbûn, der offenbar den Argwohn des Königs geweckt hatte mit seiner an Besessenheit grenzenden Gier nach Quellsteinen. Im Moment wies allerdings nichts darauf hin, dass ihre Suche erfolgreich sein würde und sie diesen Sumpf in absehbarer Zeit wieder verlassen konnten.
Er musste sich mit den Umständen abfinden, ob sie ihm gefielen oder nicht.

Makkus Macke mit dem Tuch über dem Gesicht um eine Kleinigkeit erweitert:
Zitat:Also schob Makku den Gedanken an frische Luft beiseite und wandte sich stattdessen wieder dem Kadaver zu. Über dem Gesicht war ein dreckiges Tuch ausgebreitet, wie bei jedem Toten, den er auseinandernahm. Sie fürchteten nichts mehr, weder Schmerzen noch das Ende. Beobachteten nur stumm jeden Schritt, jeden Handgriff. Er ertrug ihre Blicke nicht.
Eine Schwäche, die ihm schon manchen Spott eingebracht hatte.


Testweise das Konservierungsbad, in dem Makku die Haut aufbewahrt, näher spezifiziert (zu einer größeren Änderung fehlt mir noch die Idee):
Zitat:Trotzdem erlaubte Makku sich keine Pause, nachdem er den ersten Streifen Haut mit einem reißenden Geräusch vollständig vom Arm gelöst hatte. Behutsam ließ er ihn in einen dritten Bottich gleiten, zu seinen Artgenossen, die bereits in dem Wasserbad lagen, um eine weitere Austrocknung zu verhindern. Natürlich hatte er der Flüssigkeit neben Weingeist, Essigsalz und Knochenöl auch eine Prise Manastaub beigegeben - anders war die Lagerung und eine problemlose Nutzung der Hautstücke unter den vorherrschenden Bedingungen nicht zu gewährleisten.

Versucht, den Konflikt Blutklinge-Makku, schon früh anzudeuten:
Zitat: »Feengift. Der Kommandant befiehlt, dass Ihr sie behandelt.«
Makku runzelte die Stirn. Wenn Xephos für nötig hielt, seinen ausdrücklichen Befehl zu übermitteln, konnte es nur um eine Entscheidung der Blutklinge gehen. Der Bote jedenfalls schien nicht mehr zu wissen. Er wandte sich ruckartig um und stolperte mehr aus dem Zelt, als dass er ging.

Ilnors Anwesenheit und damit Makkus Gedanken über ihn stärker an Makku und die Situation gebunden:
Zitat: Doch bevor er sich Gedanken dazu machen konnte, wandte der Bote sich ruckartig um und stolperte mehr aus dem Zelt, als dass er ging. Dabei rempelte er Ilnor an, der gerade hereinhumpelte, um sich zum Dienst zu melden.
Anders als bei den Söldnern oder den Toten, empfand Makku die Gesellschaft des Krüppels die meiste Zeit über als recht angenehm. Auch wenn der Kerl nicht glücklich gewesen war, als man ihn zum Helfer des Nekromanten degradiert hatte.

Dieses fucking Befehlssache nochmal geändert (zum letzten Mal, ich schwöre, Alter! *schnauf*) und gleichzeitig die Blutklinge involviert:
Zitat:Sie schrie und kämpfte und hätte vermutlich – so wie alle anderen hier – einen Dolch in ihrem Herzen dem Behandlungstisch eines Nekromanten vorgezogen. Selbst zu viert hatten die Söldner Mühe, sie auf die Bahre zu hieven und ihre Gliedmaßen lange genug still zu halten, dass Makku die Lederfesseln um ihre Gelenke schlingen und zuziehen konnte.
Nur zu gerne würde er glauben, irgendein toter Gott hätte Xephos ins Hirn gespuckt. Eine Waldelbe im Todeskampf anzuschleppen. Ihr Leben retten zu wollen. Kein Mensch bei klarem Verstand kam auf eine solche Idee.
Der Kommandant befiehlt, dass Ihr sie behandelt.
Natürlich. Weil Xephos genau wusste, dass Makku freiwillig keinen Finger für eine dreckige Wilde krumm gemacht hätte. Nicht solange er die Blutklinge hinter dieser irrsinnigen Anweisung vermutete.
Aber Befehl war Befehl. Fragen stellen konnte er, wenn ihr Hauptmann persönlich eintreffen würde.

Ich befürchte glaube, die Blutklinge wird jetzt erstmal als eigenständige Person wahrgenommen, fände das persönlich aber besser, als wenn sie zu wenig Persönlichkeit zeigt. Gerade in Makkus Gedanken gefällt mir das eigentlich ganz gut, je länger ich drüber nachdenke *lach*

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

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