Es ist: 22-11-2019, 06:48
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Blutklinge (2/10)
Beitrag #1 |

Blutklinge (2/10)
überarbeitet: 29.08.




Noch bevor Makku etwas sagen musste, war Ilnor herbei und legte ihr ein Stück Holz in den Mund. Augenblicklich versackten ihre Schreie in hektischem Keuchen, als sie darauf biss. Ihr Leib zuckte noch immer und von der Haut war unter der schmierigen Paste kaum etwas zu erkennen.
»Einen Eimer Wasser«, wies er Ilnor an. »Besser zwei.«
Eilig humpelte der Krüppel zur Pumpe, auf die Makku bestanden hatte. Wenn er schon wochenlang unter diesen Umständen arbeiten musste, wollte er nicht jeden Tag das Wasser bis zu seinem Zelt schleppen müssen.
»Das ist die Verletzte, mit der der Kommandant euch geschickt hat?«, vergewisserte er sich bei dem einzigen Söldner, der nicht sofort das Weite gesucht hatte. »Eine dreckige Wilde?«
Das Gesicht seines Gegenübers verriet, dass er keine Erklärung geben konnte. Er verstand die Entscheidung offenbar genauso wenig wie Makku selbst. Er nickte nur.
Seit sie das Lager vor über drei Monden aufgeschlagen hatten, waren ihnen keine Waldelben begegnet. Was gut war, in Zeiten, in denen nicht einmal der König sich festlegte, ob er sie gerade als Feind oder als Freund betrachtete. Darüber würde Nihel ihren Hauptmann sicherlich in Kenntnis gesetzt haben – aber Xephos schien es reichlich egal, was die Späher des Königs über ihn berichteten.
Unwillig schüttelte Makku den Kopf. Das war nicht sein Kampf. Mit der Politik der Höfe wollte er wo wenig wie möglich zu schaffen haben. Seine Welt bestand aus Blut und Schmerz und einem irrsinnigen, aber unmissverständlichen Befehl, den er befolgen würde.
Er nahm den Eimer in Empfang, den Ilnor heranschleppte. Der erste Wasserschwall entlockte der Waldelbe ein Stöhnen und weichte den Dreck auf, der zweite spülte die schmierige Paste großflächig von ihrem sehnigen Leib. Sonnenbraune Haut kam zum Vorschein, beinahe makellos an den Beinen, narbig an Armen und Bauch, teils Kampfverletzungen, teils selbstzugefügte Muster. Darunter zeichneten sich deutlich die angespannten Muskeln ab, wie eine Drohung, dass keine Fesseln diesen Körper würden halten können. Ohne Stiefel, ohne Waffen, mit Lederriemen an jedem Gelenk – und trotzdem unverkennbar eine Kriegerin.
Makku hatte schon Männer und Frauen in schlimmerem Wahn auf seinem Tisch gehabt und wusste eigentlich, dass niemand von ihnen aufspringen und weglaufen konnte. Aber einer Waldelbe traute er alles zu. Selbst – oder gerade – im Todeskampf.
Vielleicht blieb der Söldner deshalb. Oder Xephos wollte sichergehen, dass ihm die Wilde nicht aus Versehen unter dem Messer starb. Die Versuchung war groß.
Doch weil Befehl eben Befehl war und Makku nicht wegen einer Waldelbe am Galgen enden wollte, konzentrierte er sich auf seine Arbeit. Die befallene Stelle am linken Oberschenkel war kaum zu übersehen. Als sei das Bein nur ein Sack, in dem junge Katzen ertränkt werden sollten, drückte dort das Feengift von innen nach außen. Darüber spannte sich ein dunkles, pulsierendes Netz, wie vergossene Tinte, die langsam, aber unaufhaltbar durch die Adern sickerte.
Noch hatte es sich nicht weit genug ausgebreitet, dass er guten Gewissens den einfachen Weg wählen und gleich das ganze Bein abhacken konnte. Ein Schritt, der hin und wieder notwendig war, damit die Feenmagie nicht auf den Torso übergriff. Oder wenn der Patient den Aufwand nicht wert war. In diesem Fall ging Makku jedoch davon aus, Xephos eine Freude zu machen, wenn er bei seiner Rückkehr eine zweibeinige Waldelbe vorfand.
Auch wenn die Vorstellung ihn lockte, ließ er das Knochenbeil an seinem Platz und tastete stattdessen die betroffene Stelle ab. Auf seiner Haut brannte die Magie, stach unter seinen Fingernägeln wie winzige Widerhaken. Die Schreie der Waldelbe gellten zwischen seinen Ohren, während er sich auf das Gift konzentrierte. Die Adern waren befallen, Sehnen und Muskeln, aber nicht der Knochen. Gut – das würde seine Arbeit leichter machen.
»Trollmesser«, wies er Ilnor an, der bereits die Werkzeugkiste angeschleppt hatte. »Und gib ihr endlich vom Mohn.«
Das Geschrei war nicht mehr auszuhalten.
Er nahm das Messer entgegen – eine scharfe Schneide aus Trollzahn, magisch versiegelt und knapp eine halbe Elle lang – und überprüfte ein weiteres Mal den befallenen Bereich. Der Mohn würde nicht gegen den Schmerz helfen, der auf die Waldelbe zukam. Er war in erster Linie dazu gedacht, ihre Muskeln zu betäuben und den Widerstand so gering wie möglich zu halten. Den meisten nahm er auch das Bewusstsein.
Vorsichtshalber schlang Makku allerdings einen weiteren Lederriemen um ihr Bein, oberhalb des Knies, während Ilnor gemeinsam mit dem Söldner seine liebe Mühe hatte, der Waldelbe auch nur einen Schluck Mohn einzuflößen. Sie schrie und keuchte, wann immer sie sich die Luft abschnitt bei dem Versuch, den Männerhänden auszuweichen. Für sie stand ganz offensichtlich außer Frage, ob sie es mit Freund oder Feind zu tun hatte.
Und natürlich weigerte sie sich, in die erlösende Dunkelheit zu fliehen. Sie stöhnte und japste, während ihre Muskeln unter Makkus Fingern erschlafften, die Kraft schwand. Zufrieden setzte er das Messer auf die sonnenbraunen Haut, an der Innenseite des Oberschenkels.
»Salz.«
Ilnor humpelte davon, als die Klinge sich leicht senkte und in einer geraden Linie über die Haut glitt. Makku hörte das Klappen eines Truhendeckels, das Keuchen der Waldelbe, die das Stück Holz zwischen ihren Zähnen vermutlich bald durchgebissen hatte. Rot rann das Blut aus dem Schnitt, über die Innenseite des Schenkels, von wo aus es auf den Metallboden der Bahre tropfte. Erst nur in dünnen Fäden, die schnell breiter wurden, zu unermüdlichen Rinnsalen.
Jetzt war Eile geboten. Routiniert stieß Makku das Messer seitlich in das Bein, so tief, dass es auf Knochen traf. Mit kurzen, ruckartigen Bewegungen führte er es an der vorgezogenen Linie entlang, bis zu der Stelle, an der er den Riemen über dem Knie befestigt hatte. Die Klinge drehen – die Waldelbe wimmerte, denn gegen diesen Schmerz kam keine Betäubung an – und nach oben ziehen. Ein schmatzendes Geräusch, als das Messer ihr Bein verließ. Das Blut floss unerbittlich über die Bahre. Seine Sanduhr, die keinen Raum für Fehler ließ.
Ilnor tauchte neben ihm auf, einen faustgroßen Beutel Quellsalz in der Hand, wie der, der im Moment im Bauchraum des Kadavers auf weitere Behandlung wartete. Der Söldner harrte am Kopfende aus und sah abwechselnd von der Waldelbe zu Makku, dann zu dem blutenden Schenkel und wieder zurück. Wohl war ihm nicht, aber er hielt sich gut.
Das Messer sank erneut in Fleisch, auf der Oberseite dieses Mal. Mehr als ein Viertel des Schenkels würde er nicht herausschneiden können – die Wunde wäre zu groß und die Waldelbe so gut wie tot. Vielleicht wünschte sie genau das, während er erneut Muskeln und Sehnen zerteilte, mit der Klinge über den Knochen schabte und ihr unsäglichen Schmerz bereitete. Noch immer weigerte sie sich, den letzten Rest ihrer Selbstbestimmung aufzugeben, egal welchen Preis sie dafür zahlen musste. Allerdings würde ihr der Blutverlust wohl bald keine Wahl mehr lassen. Makku zog das Messer aus ihrem Bein und warf einen Blick auf die dunkle Lache, die nur langsam floss. Am Ende der Bahre, deren Metallboden leicht in diese Richtung abfiel, lief das Blut über ein Loch ab, in einen Eimer, der die kostbare Flüssigkeit auffing.
Ein beherzter Schnitt durchtrennte das letzte Stück Gewebe.
Er legte die Klinge ab und grub die Finger tief in die Wunden, packte den gelösten Fleischklumpen mit beiden Händen. Das allgegenwärtige Wimmern und Keuchen stockte, als er das befallene Stück Schenkel mit einem heftigen Ruck herauswuchtete.
Fleisch, Muskeln, Sehnen und Adern, über ein Pfund, das nach Feenmagie stank, so stark, dass Makku würgte. Wie ein Schwall verpesteter Luft stieg der Gestank aus dem klaffenden Krater auf, aus dem unablässig Blut strömte. Ihm blieb keine Zeit, sich zu sammeln und durchzuatmen.
Er legte den Fleischklumpen in einen Kasten aus Wacholderholz, den Ilnor bereitgestellt hatte, nahm dem Krüppel den Beutel ab und öffnete ihn. Mit der rechten Hand griff er in das Salz, spürte den Biss der Feenmagie im fremden Blut auf seiner Haut, zwischen seinen Fingern, bevor er sie in das tiefrote, fransige Loch hineinlegte. Der Schmerz war unangenehm, aber ertragbar. Nichts im Vergleich zu der Qual, die die Waldelbe erlitt. Ihre Atmung ging nur noch stoßweise, ihr Leib zuckte, soweit es die Fesseln zuließen, und ihre Katzenaugen waren starr und glasig an die Decke des Zeltes gerichtet. Eine dicke Fliege umkreiste das filzige Haar.





»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #2 |

RE: Blutklinge (2/10)
Hallo Lanna.

Weiter geht’s, nicht dass du auf komische Ideen kommst, jenes Konto betreffend … Icon_ugly
Und da es so heiß ist, möchte ich dich gleich vorwarnen – auf meiner kleinen Fahrradtour heute sind sicher 70% meiner grauen Zellen geschmolzen, es ist also jetzt noch weniger da als normalerweise.

(31-07-2015, 13:35)Lanna schrieb: Augenblicklich versackten ihre Schreie in hektischem Keuchen, als sie darauf biss.
Das „versackten“ passt irgendwie nicht so richtig. Vielleicht eher erstickten? Aber das ist auch nicht so toll …
Insgesamt würde ich den gesamten Satz ein wenig umstellen. So was wie Ihre Schreie gruben sich tief in das Holz, wurden zu einem hektischen Keuchen […].

Zitat:Ihr Leib zuckte noch immer, aber so konnte Makku sich zumindest konzentrieren. Auf die Haut, von der die Waldelben-Rüstung einiges preisgeben würde, wenn nicht überall die schmierige Paste verteilt wäre.
Auch das hier empfinde ich als ein bisschen umständlich formuliert. Vielleicht hätte ich es zusammengefasst in einem Satz? Der Leser weiß ja, dass die Elfe die Rüstung nur zur Abdeckung einiger weniger Stellen nutzt, also würde ich es hier nicht noch einmal erwähnen.
Ihr Leib wand sich noch immer unter den Schlingen, aber ohne ihre ohrenbetäubenden Schreie konnte sich Makku wenigstens konzentrieren. Mit zusammengekniffenen Augen observierte er ihre Haut […]. Oder so was.
(Ich habs heute mit Vorschlägen, obwohl ich das nicht so gerne mache. Nu ja.)

Zitat:»Das ist die Verletzte, mit der der Kommandant euch geschickt hat?«, vergewisserte er sich bei dem einzigen der Söldner, der nicht sofort das Weite gesucht hatte. »Eine dreckige Wilde?«
Bei dem einzigen Söldner, es ist ja klar, dass die Söldner sie angeschleppt haben.

Zitat:Seit sie das Lager vor über drei Monden aufgeschlagen hatten, waren ihnen keine Waldelben begegnet.
Uh, die hängen da aber lange rum, am Rand dieser gefährlichen Sümpfe. Erfährt man eigentlich noch, was die da genau vorhaben? So eine Information würde mir nämlich noch fehlen.

Zitat:Achselzuckend nahm Makku den ersten Eimer in Empfang, den Ilnor heranschleppte.
Hier stört mich das „achselzuckend“. Klar, der Söldner hat auch keine Ahnung. Aber der fragt ja nichts, und ein Achselzucken ist für mich eine Reaktion auf eine Frage oder Aussage, eine Art Antwort, und nicht einfach nur eine zufällige Geste, um Gedanken, die der Gegenüber gar nicht wahrnimmt, zu unterstreichen.

Zitat:Die Waldelbe stöhnte auf, als er das Wasser über ihr ausschüttete, die Schmutzschicht von ihrer Haut löste und erste, hellere Flecken freilegte. An ihrem linken Oberschenkel glaubte er Zucken unter der Haut zu erkennen. Trotzdem wartetet er, bis Ilnor die zweite Ladung Wasser brachte und spülte eine weitere Lage Dreck fort.
Wieder finde ich den ganzen Vorgang etwas umständlich beschrieben. Ich hätte es mir kürzer, prägnanter gewünscht (und ja, wieder ein Vorschlag. Und das um diese Uhrzeit …)
Das Stöhnen der Waldelbe ging im Rauschen des Wasserschwalls unter, mit dem er die Schmutzschicht auf ihrer Haut einweichte und erste, hellere Flecken freilegte. Ihr linker Oberschenkel schien von innen heraus lebendig zu sein und die zweite Ladung Wasser, die ihm Ilnor keuchend in die Hand drückte, brachte ihm Gewissheit.

Zitat:Der Söldner stand noch immer direkt neben der Bahre und beobachtete wie gebannt den sehnigen Leib, der unter all dem Schmutz zum Vorschein kam. Narbige Haut, teils Kampfverletzungen, teils selbstzugefügte Muster – außer diesem Schmuck und den Lederstreifen trug die Waldelbe nichts an sich. Die Waffen waren ihr vermutlich abgenommen worden, ebenso die Stiefel, um eine Flucht zu erschweren.
Hier betonst du zum dritten Mal, dass die Elbe fast nackt ist. Finde ich überflüssig. Die Beschreibung der Haut würde ich in den vorherigen Satz einfügen, wenn er den Dreck wegspült.

Zitat:Makku hatte schon Männer und Frauen in schlimmerem Wahn auf seinem Tisch gehabt und wusste eigentlich, dass niemand von ihnen aufspringen und weglaufen konnte. Aber einer Waldelben traute er alles zu. Selbst – oder gerade – im Todeskampf.
Vielleicht blieb der Söldner deshalb – zu seinem Schutz – oder Xephos wollte sichergehen, dass ihm die Wilde nicht aus Versehen unter dem Messer starb. Die Versuchung war groß.
Einer Waldelbin? Oder eher einem Waldelben?
Der Einschub „zu seinem Schutz“ stört mich etwas. Vielleicht ganz einfach direkt an den Satz anhängen?

Zitat:Doch weil Befehl eben Befehl war und Makku nicht wegen einer Waldelbe am Galgen enden wollte
Geschmackssache, aber vielleicht „und Makku nicht aufgrund einer Waldelbe am Galgen enden wollte“?

Zitat:Als sei das Bein nur ein Sack, in dem junge Katzen ertränkt werden sollten, drückte dort etwas von innen nach außen, spannte die Haut über winzige Ausbeulungen.
Das Bild mit den jungen Katzen finde ich gut Pro

Zitat:Ohne den Dreck war auch die Verfärbung der Adern deutlich sichtbar.
„Ohne den Dreck“ empfinde ich als etwas unglücklich formuliert. Vielleicht „Unter der sauberen Haut“? Aber dann hast du eine Dopplung mit dem vorherigen Satz drin … Hm.

Zitat:Wie ein dunkles Netz, das pulsierte und pochte und sich langsam, aber unaufhaltbar weiter ausbreitete.
Das hier würde ich an den vorherigen Satz anfügen, so im Sinne von „Unter der sauberen Haut war auch die Verfärbung der Adern deutlich sichtbar, ein dunkles, pulsierendes Netz, wie vergossene Tinte, die sich langsam, aber unaufhaltbar weiter einen Weg durch die Blutbahnen fraß.“ Oder so.

Zitat:Nach unten kein Problem, da würde es helfen, ihr einfach das ganze Bein abzuhacken, was vermutlich Xephos nicht gefallen würde.
Der Satz fällt ein wenig aus dem Schema. Ja, Makku ist missmutig und macht das auch deutlich, aber hier fehlt mir die Vollständigkeit des Satzes – ach, keine Ahnung, es ist zu warm, um das zu beschreiben Icon_ugly
Ich probiere es mal mit einem Vorschlag, vielleicht wird dadurch deutlich, was ich meine.
„Das Knie wäre kein Problem, da wäre es am einfachsten, ihr das ganze Bein abzuhacken. Makku war sich allerdings sicher, dass das Xephos nicht gefallen würde – immerhin hatte er diese Waldelbe zu ihm geschickt mit dem Befehl, sie zu retten, sie zu heilen, soweit das möglich war, nicht, sie zu einem Krüppel zu machen.“

Zitat:Wenn die Feenmagie allerdings ihren Torso erreichte, konnte er sie gleich in den Sumpf werfen.
Wirklich nettes Zeug, diese Feenmagie.

Zitat:Makku gefiel diese Vorstellung.
Sie ihn den Sumpf zu werfen? Hier würde ich vielleicht noch einmal auf das „Befehl ist Befehl“ eingehen, denn sonst fehlt hier (für mich hitzegeschmolzenes Leserdummerchen) der Übergang, warum er sich die Heilung trotzdem antut.

Zitat:Die Schreie der Waldelbe gellten zwischen seinen Ohren, während er sich auf das Gift konzentrierte.
Wieder so eine Geschmackssache: „gellten zwischen seinen Ohren“, vielleicht stattdessen „in seinen Ohren“? Ich nutze „gellen“ nicht so häufig, also habe ich keine Ahnung, wie man es in einen Satz einbaut …

Zitat:Erst die Betäubung durchbrach ihren Widerstand. Zwar stöhnte und japste sie noch immer, aber unter seinen Fingern spürte Makku die Muskeln erschlaffen, die Kraft schwinden. Zufrieden setzte er das Messer auf der sonnenbraunen Haut an, an der Innenseite des Oberschenkels.
Mohn – korrigiere mich, wenn ich mich täusche, ich habe nämlich das Gefühl, dass du weitaus besser Bescheid weißt – wird doch zur Betäubung eingesetzt, und eine Betäubung bedeutet doch, dass man weniger bzw. keinen Schmerz mehr spürt? Warum heißt es dann weiter oben, dass der Mohn zwar ihren Widerstand brechen wird, aber nicht den Schmerz nehmen wird? Hier würde ich deutlicher machen, dass der Schmerz so groß ist, dass auch der Mohn dagegen kaum helfen wird, ihr aber die Kontrolle über die Muskeln entzieht.

Zitat:Er hörte Ilnors Humpeln, als die Klinge sich senkte
Wie kann man Humpeln hören? Da muss er ja ganz schön unregelmäßig trampeln.

Zitat:Das Keuchen der Waldelbe, die sich wieder stärker wand und das Stück Holz zwischen ihren Zähnen vermutlich bald durchgebissen hatte.
Hier würde ich vielleicht das „wieder stärker“ herausnehmen, das klingt ein bisschen so, als würde sie sich erst ganz wenig winden, dann mehr und sich dann regelrecht über die Bahre schlängeln – du willst gar nicht wissen, was ich hier gerade für Bilder im Kopf habe Icon_ugly

Zitat:Rot rann das Blut aus dem Schnitt, über die Innenseite des Schenkels, auf die Bahre unter ihren Beinen. Erst nur dünne Fäden, die breiter wurden, zu Rinnsalen und schließlich zu einem unermüdlichen Strom.
Wieder kann ich nicht genau sagen, was mich hieran stört. Also wieder der Versuch eines Vorschlags: „Rot rann das Blut aus den Schnitt, suchte sich seinen Weg über die Innenseite des Schenkels auf die Bahre unter ihrem Körper. Erst waren es nur dünne Fäden, die sich zunehmend zu Rinnsalen weiteten, doch dann wurde daraus ein unermüdlicher Strom.“
(Weißt du, ich mache nicht so gern Vorschläge. Ich will das ja nicht für dich schreiben. Aber ich kann einfach nicht ausdrücken, was mir hier solche Probleme bereitet.)

Zitat:Routiniert stieß Makku das Messer tiefer, bis es auf Knochen traf, an dem er sich orientierte.
Urghs, man kann es scharren hören …
Inwiefern stößt er das Messer denn? Ich habe hier das Bild eines Stiches im Kopf, also mit der Messerspitze, aber ich glaube, er nutzt die Schneide, oder?

Zitat:Der Söldner harrte am Kopfende aus und sah abwechselnd von der Waldelbe zu Makku, dann zu dem blutenden Schenkel und wieder zurück. Wohl war ihm nicht, aber er hielt sich gut.
Hier dachte ich zunächst, du meinst Ilnor und habe mich über den Wechsel von „Gehilfen“ zu „Söldner“ gewundert, aber dann ist mir wieder eingefallen, dass der Söldner ja auch noch da ist. Würde ich vielleicht mit einem Absatz deutlicher machen.

Zitat:Das Messer sank erneut in Fleisch, auf der Oberseite dieses Mal. Mehr als ein Viertel des Schenkels würde er nicht herausschneiden können – die Wunde wäre zu groß und die Waldelbe so gut wie tot. Vielleicht wünschte sie sich genau das, während er erneut Muskeln und Sehnen zerteilte, mit der Klinge über den Knochen schabte und ihr unsäglichen Schmerz bereitete.
Warte mal. Was meinst du mit Oberseite? Hier kann ich dir nicht so recht folgen. Ich dachte, er hätte das Fleisch von der Oberseite des Schenkels herausgeschnitten? Der Seite, die oben liegt, wenn die Elbe auf dem Rücken liegt?
Vielleicht „unsägliche Schmerzen“? Ist auch bloß Geschmackssache, wenn du mich fragst.

Zitat:warf einen kurzen Blick auf die dunkle Lache, die nur langsam floss. Am Ende der Bahre, deren Boden leicht in diese Richtung abfiel, lief das Blut über ein Loch ab, in einen Eimer, der die kostbare Flüssigkeit auffing.
„warf einen Blick“ finde ich ausreichend. Einen Blick auf etwas werfen ist ja bereits eine flüchtige Handlung, wenn ich einen Blick auf die Uhr werfe, muss ich entweder noch einmal hingucken oder es ist ein Loch drin Icon_ugly
Inwiefern hat eine Bahre einen Boden? Das ist doch so eine transportable Stoffbahn, aufgespannt zwischen zwei Metallstangen, vielleicht auch Holz. Ansonsten würde ich das Ding nicht Bahre nennen, sondern Tisch, und der hat dann eine Platte.

Zitat:Mit beiden Händen packte er den Fleischklumpen, den er aus dem Schenkel geschnitten hatte, die Finger tief in die Wunden gegraben und das Keuchen und Wimmern der Waldelbe wie Teil seiner Welt im Kopf.
Vorschlag: „Mit beiden Händen packte er den Fleischklumpen, den er aus dem Schenkel geschnitten hatte, grub die Finger tief in die Wunden, während das Schmatzen des blutigen Gewebes/Fleisch/irgendwas, was du noch nicht verwendet hast und das Wimmern und Keuchen der Waldelbe die gesamte Welt seiner Wahrnehmung ausmachten.“
Oder so was. Ich bin mir nicht sicher, wie ich „wie Teil seiner Welt im Kopf“ verstehen soll, das liest sich so, als wäre dir da was abhanden gekommen.

Zitat:Es stockte, als er das befallene Stück Schenkel mit einem heftigen Ruck herauswuchtete.
Bezieht das sich auf das Wimmern und Keuchen?

Zitat:Dann nahm er dem Krüppel den Beutel ab und öffnete ihn.
Der Salzbeutel? Würde ich hier noch einmal erwähnen. Oder habe ich hier was übersehen?

Zitat:Mit beiden Händen griff er hinein, spürte den Biss der Feenmagie im fremden Blut auf seiner Haut, zwischen seinen Fingern, bevor er die rechte Hand in das tiefrote, fransige Loch hineinlegte. Der Schmerz war unangenehm, aber ertragbar.
Warte. Er hat den Fleischklumpen in die Wacholdertruhe gepackt? Aber es geht um den Beutel mit Quellsalz? Irgendwie komme ich hier nicht mehr mit Icon_confused

So, da wären wir. Hat ein bisschen länger gedauert, als ich dachte, dieses ganze Studienplatzgedöns ist doch ziemlich ablenkend. Mal abgesehen von der Hitze, die keinen vernünftigen Gedanken zulässt …
Insgesamt habe ich den Eindruck, dass du ein bisschen verformulierst. Also, zu umständlich, wenn es einfacher gegangen wäre, und damit einiges an Tempo aus der Geschichte nimmst. Leider ist das ziemlich anstrengend für den Leser.
Ansonsten gefällt mir der Eindruck, den man hier von der Feenmagie bekommt, und mal sehen, wie es weitergeht. Wenn ich dazu komme, kommentiere ich die anderen Teile auch noch, aber das kann etwas dauern 

Viele Grüße,
Eselfine


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Beitrag #3 |

RE: Blutklinge (2/10)
EDIT: Die Zitate funktionieren nicht. Frag mich nicht, warum ...
EDITEDIT: Repariert! Icon_smile


Hi Fine!

Ich gehe jetzt nicht auf jede Anmerkung einzeln ein, wenn das okee ist - ich habe auf jeden Fall einiges davon eingearbeitet oder auch als Anstoß genommen, ein paar Stellen umzuändern. Andere Sachen hab ich (erstmal) gelassen.
Mir ist selbst aufgefallen, wie sehr ich hier zum Schwafeln neige, aber irgendwie mag ich das auch. Fällt mir da schwer, einen Mittelweg zu finden. Vorschläge finde ich persönlich in diesem Zusammenhang immer toll, weil ich die ja gar nicht als "So wäre es viel besser" sehe, also als Anmaßung des Lesers oder so, sondern eben als Beispiel, als Verdeutlichung. Also da brauchst du dir bei mir keinen Kopf machen, ich arbeite ja auch so gerne mit Vorschlägen, weil ich das Gefühl hab, mich in der Theorie nicht so gut ausdrücken zu können Icon_wink

Das Bild "wie vergossene Tinte" finde ich übrigens richtig, richtig toll und hab mich erdreistet, es genau so zu übernehmen Mrgreen

Zitat:
Zitat:Seit sie das Lager vor über drei Monden aufgeschlagen hatten, waren ihnen keine Waldelben begegnet.
Uh, die hängen da aber lange rum, am Rand dieser gefährlichen Sümpfe. Erfährt man eigentlich noch, was die da genau vorhaben? So eine Information würde mir nämlich noch fehlen.
Ursprünglich erfuhr man es erst später, aber dank einer Anmerkung von slainte hab ich jetzt im ersten Teil einen Absatz dazu eingefügt:
Nur die Feen. Irgendwo in all der Ödnis hüteten sie ihren Quellstein: flüssiges Mana zu Kristall erstarrt. Die Quelle ihres Lebens, ihrer Macht. Magie in reinsten Form.
Nur deswegen hatte Xephos sie hergeführt. Und im Moment wies nichts darauf hin, dass sie diesen Sumpf in absehbarer Zeit verlassen würden. Er musste sich mit den Umständen abfinden, ob sie ihm gefielen oder nicht.

Damit der Leser von Anfang an weiß, warum sie überhaupt da hocken Icon_smile

Eselfine schrieb:
Zitat:Routiniert stieß Makku das Messer tiefer, bis es auf Knochen traf, an dem er sich orientierte.
Urghs, man kann es scharren hören …
Inwiefern stößt er das Messer denn? Ich habe hier das Bild eines Stiches im Kopf, also mit der Messerspitze, aber ich glaube, er nutzt die Schneide, oder?
Ich dachte das so: Er macht erstmal einen oberflächlichen Schnitt, um den Bereich zu "markieren", den er herausschneiden muss. Dann stößt er das Messer senkrecht tief ins Fleisch (bis zum Knochen), um auch Muskeln und so zu durchtrennen. Wobei mir gerade auffällt, dass zwischen Haut und Knochen gar nicht sooo viel Material ist ... so schwierig, von außen zu sagen (genau so wie ich das Gewicht total ins Blaue rein geschätzt habe *lach*). Hm ... also ich lass das erstmal so, schaue aber bei der nächsten Überarbeitung nochmal drauf und probiere ein bisschen aus.

Eselfine schrieb:
Zitat:Das Messer sank erneut in Fleisch, auf der Oberseite dieses Mal. Mehr als ein Viertel des Schenkels würde er nicht herausschneiden können – die Wunde wäre zu groß und die Waldelbe so gut wie tot. Vielleicht wünschte sie sich genau das, während er erneut Muskeln und Sehnen zerteilte, mit der Klinge über den Knochen schabte und ihr unsäglichen Schmerz bereitete.
Warte mal. Was meinst du mit Oberseite? Hier kann ich dir nicht so recht folgen. Ich dachte, er hätte das Fleisch von der Oberseite des Schenkels herausgeschnitten? Der Seite, die oben liegt, wenn die Elbe auf dem Rücken liegt?
Ich hab mir das so vorgestellt, dass Makku erst einen tiefen Schnitt an der Innenseite des Schenkels macht, und dann eben den gleichen nochmal an der Oberseite, damit da ein schönes Viertel Schenkel rausgeschnitten wird. Quasi wie ein Kuchenviertel. Also er schneidet das Fleisch nicht mit einem Schnitt raus, sondern halt von oben und von innen. Puh, echt schwer zu erklären. Wie gesagt, da werf ich nochmal nen Blick drauf, sobald die nächste Überarbeitungsrunde ansteht.

Zitat:Inwiefern hat eine Bahre einen Boden? Das ist doch so eine transportable Stoffbahn, aufgespannt zwischen zwei Metallstangen, vielleicht auch Holz. Ansonsten würde ich das Ding nicht Bahre nennen, sondern Tisch, und der hat dann eine Platte.
Ja, schlag mich tot. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass diese Metalltische, wie man sie aus der Gerichtsmedizin kennt (die mit den Toten immer drauf Icon_ugly ) "Bahre" heißen.
Ich hab jetzt an dieser Stelle erstmal "Metallboden" geschrieben, weil mir kein anderer Begriff einfallen will statt "Bahre". "Tisch" trifft es mMn nicht so gut, weil der ja normalerweise nicht durch die Gegend geschoben wird, da gefiel mir die Mobilität von der Bahre schon gut. Google ist da mit Bildern recht geizig, aber hier sowas in der Art, nur dann eben noch mit metallener Bodeneinlage.

Zitat:Warte. Er hat den Fleischklumpen in die Wacholdertruhe gepackt? Aber es geht um den Beutel mit Quellsalz? Irgendwie komme ich hier nicht mehr mit
Ja, am Ende packt Makku das Fleisch in die Wachholderkiste, und steckt seine Hände dann in den Beutel mit Salz, was mit der Feenmagie in dem Elbenblut auf Makkus Haut reagiert und das spürt er als Schmerz. Hab das mit einem "Mit beiden Händen griff er in das Salz" konkretisiert Icon_smile

Zitat:Insgesamt habe ich den Eindruck, dass du ein bisschen verformulierst. Also, zu umständlich, wenn es einfacher gegangen wäre, und damit einiges an Tempo aus der Geschichte nimmst. Leider ist das ziemlich anstrengend für den Leser.
Ich schwafel einfach zu gerne Icon_ugly (und neige zu Erzählern, die ebenfalls gerne schwafeln *lach*). Allerdings weiß ich nicht genau, wie ich das Eindämmen kann - bei fremden Texten erkenn ich sowas ja recht schnell und bin auch immer schnell mit Vorschlägen dabei, aber bei den eigenen Texten ... ich tu mich unheimlich schwer damit, da genug Distanz zu bekommen. Aber solche Hinweise habe ich mir immer auf, wenn ich einen Text nochmal mit viel zeitlichem Abstand überarbeite, da fällt es mir dann meist leichter, mich auch mal von 2 bis 10 Formulierungen/Bildern usw. zu trennen Icon_wink

Vielen Dank dir für die ausführlichen Anmerkungen - gerade mit dem Studierstress dazu. Was ich jetzt nicht eingearbeitet habe, lass ich mir beim nächsten größeren Durchgang auf jeden Fall nochmal durch den Kopf gehen, und ich hoffe, dass ich zumindest im Action-Teil mein Tempo ein bisschen unter Kontrolle habe (wobei ich befürchte, dass ich es auch da nicht schaffe *lach*).

Ganz liebe Grüße
Lanna

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Beitrag #4 |

RE: Blutklinge (2/10)
Hallo, Lanna!

(17-08-2015, 13:49)Lanna schrieb: EDIT: Die Zitate funktionieren nicht. Frag mich nicht, warum ...

Icon_lol Ich hatte ulkigerweise genau dasselbe Problem. An gleicher Stelle. Warum auch immer, normalerweise passiert mir das nicht.

Zitat:Mir ist selbst aufgefallen, wie sehr ich hier zum Schwafeln neige, aber irgendwie mag ich das auch. Fällt mir da schwer, einen Mittelweg zu finden. Vorschläge finde ich persönlich in diesem Zusammenhang immer toll, weil ich die ja gar nicht als "So wäre es viel besser" sehe, also als Anmaßung des Lesers oder so, sondern eben als Beispiel, als Verdeutlichung. Also da brauchst du dir bei mir keinen Kopf machen, ich arbeite ja auch so gerne mit Vorschlägen, weil ich das Gefühl hab, mich in der Theorie nicht so gut ausdrücken zu können

Ich schwafele leider auch viel zu viel, und manchmal sogar so sehr, dass es mich selbst stört. Aber bisweilen, und da hast du schon Recht, gefällt es einem als Schreiberling so. Nur den Leser freut es nicht so sehr ...
Gut, da muss ich mir ja keinen Kopf machen. Mir kommt es nämlich tatsächlich immer so vor, als würde ich vorschlagen, wie derjenige es bitte machen soll. Und das, obwohl ich das Gefühl nicht habe, wenn mir jemand Vorschläge macht ... komische Sache, das.

Zitat:Ich dachte das so: Er macht erstmal einen oberflächlichen Schnitt, um den Bereich zu "markieren", den er herausschneiden muss. Dann stößt er das Messer senkrecht tief ins Fleisch (bis zum Knochen), um auch Muskeln und so zu durchtrennen. Wobei mir gerade auffällt, dass zwischen Haut und Knochen gar nicht sooo viel Material ist ... so schwierig, von außen zu sagen (genau so wie ich das Gewicht total ins Blaue rein geschätzt habe *lach*). Hm ... also ich lass das erstmal so, schaue aber bei der nächsten Überarbeitung nochmal drauf und probiere ein bisschen aus.
Ah, so meintest du das. *bedächtig nick*

Zitat:Ja, schlag mich tot. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass diese Metalltische, wie man sie aus der Gerichtsmedizin kennt (die mit den Toten immer drauf Icon_ugly ) "Bahre" heißen.
Ich hab jetzt an dieser Stelle erstmal "Metallboden" geschrieben, weil mir kein anderer Begriff einfallen will statt "Bahre". "Tisch" trifft es mMn nicht so gut, weil der ja normalerweise nicht durch die Gegend geschoben wird, da gefiel mir die Mobilität von der Bahre schon gut. Google ist da mit Bildern recht geizig, aber hier sowas in der Art, nur dann eben noch mit metallener Bodeneinlage.
Wenn du das gerade so sagst, bin ich mir auch nicht mehr sicher ... Aber wie wäre es denn mit "Rolltisch", auch wenn es blöd klingt?

Viele Grüße,
Eselfine


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Beitrag #5 |

RE: Blutklinge (2/10)
Ich habe in Teil 2:

Noch mehr Politik eingebracht (und befürchte, dass ich es übertreibe *lach*) und Nihel früher eingeführt (als netten Nebeneffekt):
Zitat:Seit sie das Lager vor über drei Monden aufgeschlagen hatten, waren ihnen keine Waldelben begegnet. Was gut war, in Zeiten, in denen nicht einmal der König sich festlegte, ob er sie gerade als Feind oder als Freund betrachtete. Darüber würde Nihel ihren Hauptmann sicherlich in Kenntnis gesetzt haben – aber Xephos schien es reichlich egal, was die Späher des Königs über ihn berichteten.
Unwillig schüttelte Makku den Kopf. Das war nicht sein Kampf. Mit der Politik der Höfe wollte er wo wenig wie möglich zu schaffen haben. Seine Welt bestand aus Blut und Schmerz und einem irrsinnigen, aber unmissverständlichen Befehl, den er befolgen würde.

Er nahm den Eimer in Empfang, den Ilnor heranschleppte.

Eine Konfliktstelle Xephos-Makku ein Stück entschärft (weniger Todesdrohnungen geben doch gleich ein freundlicheres Ambiente) und verändert:
Zitat:Darüber spannte sich ein dunkles, pulsierendes Netz, wie vergossene Tinte, die langsam, aber unaufhaltbar durch die Adern sickerte.
Noch hatte es sich nicht weit genug ausgebreitet, dass er guten Gewissens den einfachen Weg wählen und gleich das ganze Bein abhacken konnte. Ein Schritt, der hin und wieder notwendig war, damit die Feenmagie nicht auf den Torso übergriff. Oder wenn der Patient den Aufwand nicht wert war. In diesem Fall ging Makku jedoch davon aus, Xephos eine Freude zu machen, wenn er bei seiner Rückkehr eine zweibeinige Waldelbe vorfand.
Auch wenn die Vorstellung ihn lockte, ließ er das Knochenbeil an seinem Platz und tastete stattdessen die betroffene Stelle ab. Auf seiner Haut brannte die Magie, stach unter seinen Fingernägeln wie winzige Widerhaken.
(vorher:
"Darüber spannte sich ein dunkles, pulsierendes Netz, wie vergossene Tinte, die langsam, aber unaufhaltbar durch die Adern sickerte.
Ein vergleichsweise geringes Problem, wenn es sich in Richtung Knie ausbreitete. Da half es, ihr einfach das ganze Bein abzuhacken, was vermutlich Xephos dazu bringen würde, ihn in die Leere zu wünschen. Sollte die Feenmagie dagegen ihren Torso erreichen, konnte er sie gleich in den Sumpf werfen.
Makku gefiel diese Vorstellung. Allerdings folgte direkt darauf der Gedanke an den Strick, über den Xephos in eigenhändig schicken würde, sollte er an der Loyalität seines Nekromanten zweifeln.
Er zuckte ergeben mit den Schultern und tastete die betroffene Stelle ab ...")

kleinere Details am Schneidevorgang geändert, nicht des Zitierens wert.

Nur die Bahre ist noch eine Bahre, hab aber früher und öfter erwähnt, dass sie aus Metall ist, bzw. einen Metallboden besitzt.

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Beitrag #6 |

RE: Blutklinge (2/10)
Hallo Lanna,
 
weiter mit Teil 2. Icon_jump
 
Zitat:Darüber würde Nihel ihren Hauptmann sicherlich in Kenntnis gesetzt haben – aber Xephos schien es reichlich egal, was die Späher des Königs über ihn berichteten.
 
Zu Beginn des Satzes schoß mir sofort die Frage durch den Kopf wer den Nihel ist. Später im Satz vermute ich jetzt, dass sie eine Späherin ist. Ich weiss ja nicht, ob du sie nochmal brauchst und ob es nicht einfacherer wäre, wenn auch sie namenlos bleiben würde? Ist wahrscheinlich Geschmackssache, daher sieh es nur als Anmerkung von mir, dass bei mir die Frage kurz auftauchte.
 
Zitat:Mit der Politik der Höfe wollte er wo wenig wie möglich zu schaffen haben.
 
so wenig
 
Zitat:Das Blut floss unerbittlich über die Bahre. Seine Sanduhr, die keinen Raum für Fehler ließ.
 
Wo kommt denn die Sanduhr her? Icon_confused  Oder meinst du was anderes damit? Vielleicht das Blut? So nach dem Motto: „Wenn das Blut leer ist, ist auch ihre Zeit vorbei“ Wenn ja, ist das natürlich irgendwie ein cooler Vergleich, aber auch schwer zu verstehen.
 
Zitat:Mit der rechten Hand griff er in das Salz, spürte den Biss der Feenmagie im fremden Blut auf seiner Haut, zwischen seinen Fingern, bevor er sie in das tiefrote, fransige Loch hineinlegte.
 
Wieder so ein Satz den ich mehrmals lesen musste. Er ist zwar nicht besonders lang, aber ich finde ihn irgendwie unübersichtlich. Ich glaube es liegt daran, dass Makku soviele Dinge tut. Erst die Hand in das Salz, gleichzeitig die Magie und den Schmerz wahrnehmen und dann die Finger in die Wunde der Elbe legen. Ich würde da mehrere Sätze draus machen und sogar vielleicht noch einen einbauen, wie er die salzigen Finger dann in die Wunde legt.

Und schon bin ich wieder am Ende angelangt. Sehr viel ist hier ja nicht passiert, eigentlich operiert Makku nur an der Elbe rum. Wobei mir natürlich vollkommen klar ist, dass es nur daran liegt, dass du das für das Forum trennen musstest.
 
Was mir aufgefallen ist: Nachdem ich meinen Kommi zum ersten Teil fertig hatte, habe ich mal die der Anderen gelesen. Dabei ist mir aufgefallen: Makku scheint eine Art „Heiler“ zu sein. Nur mir wurde das beim Lesen nicht so richtig klar, muss ich zugeben. Da er ja „nur“ an der Leiche rumschnippelt, hielt ich ihn eher für eine Art „Magier“, der sich da eben seine „Zutaten“ zusammensucht und der dadurch eben auch weiss, wie er Menschen (und Elben) retten kann. Aber ich gehe mal davon aus, dass bei dir die Funktionen/Fähigkeiten/Hobbys eines Nekromanten eh festgelegt sind und er auch eine Mischung aus allem sein soll. Deswegen soll das eigentlich auch nur eine kleine Anmerkung sein. Es ist ja logisch, dass ich noch kein genaues Bild von ihm haben kann. Icon_wink
 
Ich les dann einfach mal weiter. Du hast hier nämlich (in vergleichsweise) wenigen Worten, direkt Konflikte geschaffen. Ich möchte wissen, ob die Elbe überlebt und was Xephos dazu gebracht hat sie retten zu lassen. Icon_wink

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #7 |

RE: Blutklinge (2/10)
Hallo Lanna zum Zweiten  Icon_smile

Ich muss mich ja beeilen, Lady ist mir schon ein gutes Stüpck vorraus Icon_lol

Zitat:»Eine dreckige Wilde?«

Sind Söldner besser? Die Waldelben haben ja wirklich keinen guten Stand.


Zitat:Unwillig schüttelte Makku den Kopf. Das war nicht sein Kampf. Mit der Politik der Höfe wollte er wo wenig wie möglich zu schaffen haben. Seine Welt bestand aus Blut und Schmerz und einem irrsinnigen, aber unmissverständlichen Befehl, den er befolgen würde.
Der ist wirklich bisschen einfach gestrickt und scheint nur in seiner eigenen Welt zu leben, aber ich habe da so eine leise Ahnung Icon_cool

Zitat:Sonnenbraune Haut kam zum Vorschein,
Ich tendiere mehr zu "von der Sonne verbrannte Haut" oder "von der Sonne gebräunte Haut"


Zitat:Noch hatte es sich nicht weit genug ausgebreitet, dass er guten Gewissens den einfachen Weg wählen und gleich das ganze Bein abhacken konnte.
Der ist ja gar nicht charmant, kein Wunder, dass er keine Freundin hat Icon_shocked


Zitat:In diesem Fall ging Makku jedoch davon aus, Xephos eine Freude zu machen, wenn er bei seiner Rückkehr eine zweibeinige Waldelbe vorfand
Hihihi, ich mag Zynismus und ich denke mal, Xephos mag auch lieber die zweibeinigen Waldelben

Ich habe das Gefühl, ich stehe direkt neben Makku und schaue ihm bei seiner Arbeit zu. Stellenweise läuft es mir kalt den Rücken hinunter und mir wird schlecht, wenn das Blut fließt. Immer noch beglückwünsche ich mich dazu, heute morgen nicht allzuviel gefrühstückt zu haben, denn das käme wieder hoch.

Die Linien zwischen vermeidlich gut und böse scheinen hier klargezogen, obwohl ich natürlich mit den Waldelben und Feen sympathisiere.

Man sieht sich im dritten Teil.

Viele Grüße Siri

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

(Friedrich Nitzsche)



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