Es ist: 17-11-2019, 05:37
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Blutklinge (3/10)
Beitrag #1 |

Blutklinge (3/10)
überarbeitet: 29.08.[/url])






Den Beutel in der linken Hand streute Makku Salz in den Krater, wo eben noch ein Teil ihres Oberschenkels gewesen war. Der Gestank wurde stärker, drang durch jede Pore seines Körpers in ihn ein, legte sich auf seine Zunge und lockte bittere Galle die Kehle hinauf.
Feenmagie war mit Abstand das Abscheulichste, was Makku je erlebt hatte.
Er zwang sich, das Quellsalz großflächig über der Wunde zu verteilen und konzentrierte sich auf seine eigene Magie – die dunkle Kühle am Rande seiner Wahrnehmung, die sich wie immer wehrte, seinem Befehl zu folgen. Und wie immer beugte sie sich letztlich doch. Ein eisiges Prickeln sickerte aus seinem Kopf, überdeckte die Bitterkeit in seinem Rachen, näherte sich seinem Herzen – dort wollte sie hin, das konnte er spüren. Wollte sich zwischen seinen Herzschlägen einnisten und die Wärme seines Lebens trinken. Er ließ es nicht zu, zwang sie über seine Schulter, seinen Arm entlang bis in die Fingerspitzen, hinein in die siedende Feenmagie. Einen endlosen Augenblick lang fühlte es sich an, als habe ihm jemand die Haut von den Fingerkuppen gerissen.
Nur mühsam unterdrückte er einen Aufschrei. Vor einem Söldner und einem Krüppel würde er keine Schwäche zeigen, nicht in seinem eigenen Zelt.
Der Schmerz verging ungehört, wurde fortgeschwemmt, als die Kühle aus seinen Händen strömte, vom Quellsalz gelockt und geködert. Die Rinnsale versiegten, als habe das rote Salz die Wunden geschlossen. Doch dieser Zustand würde nur von kurzer Dauer sein.
Makku wandte der Waldelbe den Rücken und trat zu dem Bottich, in dem frisches Muskel- und Fleischgewebe lagerte. Sie konnte sich glücklich schätzen, dass er gerade einen Kadaver auf dem Tisch gehabt hatte. Mit blutfeuchtem Material stand die Aussicht auf Erfolg deutlich höher – es würde besser heilen und vermutlich keine Narben zurücklassen, keine schmerzenden Stellen bei jeder Bewegung, keine steifen Sehnen. Zielstrebig griff er in den Bottich und fischte ein Stück heraus, das ihm groß genug erschien. Er hielt es mit beiden Händen – auch wenn es bei einer Waldelbe nicht allzu schlimm wäre, wenn es zwischendurch auf den dreckigen Boden fiel – und tunkte es in den Eimer, in dem sich ihr Blut sammelte. Wie ein Schwamm saugte das Gewebe die Flüssigkeit auf, der magischen Behandlung geschuldet, der es unterzogen worden war. Dabei gewannen die schlaffen Fasern an Volumen, ein Effekt, der ihm zu Anfang seiner Arbeit immer wieder Schwierigkeiten bereitet hatte.
Über die Jahre war sein Augenmaß besser geworden, eine Sache, auf die er recht stolz war, auch wenn sie sich nicht dazu eignete, die Söldner draußen oder gar ein hübsches Mädchen zu beeindrucken. Lediglich Ilnor schien seine Arbeit – oder auch nur seine Bedürfnisse – inzwischen so weit verstanden zu haben, dass er anerkennend nickte, als Makku das bluttriefende Fleisch in die Wunde gleiten ließ. Viel brauchte es nicht für diesen sehnigen Körper. Die roten Muskeln sanken weich ein, schmiegten sich an das Bett aus Salz und füllten den klaffenden Krater fast vollständig aus.
Perfekt.
Ein weiteres Mal nahm Makku den Beutel Quellsalz auf und streute es über das feuchtglänzende Gewebe. Verschwendet an eine Waldelbe. Seit sie in diesem götterverlassenen Sumpf hockten, tat er nichts anderes, als Söldner zusammenzuflicken und Quellsalz herzustellen. An diesem Tag hatte er zum ersten Mal seit drei Wochen Zeit gefunden, einen Kadaver auseinanderzunehmen und prompt schickte Xephos ihm eine sterbende Waldelbe.
Missmutig betrachtete er ihr fratzenhaftes Gesicht, das kaum Wasser abbekommen hatte. Im gleichen Moment schlug sie die Augen auf. Schmerz und Wahn spiegelten sich darin und trotzdem fixierte sie Makku – nur einen Herzschlag lang.
»Phratag!«, zischte sie, versuchte sich aufbäumen und sank röchelnd zurück.
Feen.
Diesem ersten Wort, das Makku in jeder Sprache des Kontinents kannte, folgte ein Wimmern, in dem vielleicht weitere Worte versteckt waren. Doch das wirre Gestammel hätte er vermutlich nicht einmal in mittländisch verstanden. Er beschloss, es zu ignorieren, so weit es möglich war. Lange hielt sie ohnehin nicht durch. Schon als er an den Bottich mit Haut trat, verstummte sie in seinem Rücken und seine Konzentration kehrte zurück. Er zog einen aufgeweichten Streifen aus dem Konservierungsbad und teilte ihn mit dem Messer in zwei Stücke. Beide tunkte er in Elbenblut und legte sie sorgfältig auf die Wunde. Heller als die Haut darum herum, grobporiger und sehr viel behaarter. Menschenhaut.
Die Magie im Quellsalz würde dafür sorgen, dass sie zu einem Teil der Waldelbe wurde.
Makku ließ sich von Ilnor ein fingerlanges Messer reichen, dessen Trollzahnklinge schärfer war als jedes geschliffene Metall. Zentimeter für Zentimeter schnitt er die Hautstücke zurecht, bis sie nicht mehr an den Rändern überlappten und sich passgenau in die Wunde einfügten. Nur die unterschiedliche Beschaffenheit verriet noch den Übergang, und die schmalen, dunklen Linie der Wundränder.
»Singwurzpaste.«
Er hatte das Wort noch nicht beendet, da hielt Ilnor ihm den Tiegel bereits hin.
Auch wenn der Krüppel nicht mehr allzu schnell unterwegs war – seiner Lernfähigkeit hatte die Verwundung keinen Abbruch getan. Zufrieden nahm Makku das Gefäß entgegen, ohne sich die Mühe zu machen, seine Hände zu säubern. Alles, was daran klebte, befand sich auch in der Wunde.
Mit zwei Fingern nahm er eine Portion der kühlen Salbe heraus und verteilte sie sorgfältig über den Wundrändern. Sie drang in die feinen Risse ein und entlockte der Waldelbe ein weiteres Stöhnen. Zum ersten Mal lag allerdings nicht nur Schmerz darin, sondern gut verborgen auch ein Hauch Erleichterung. Als spürte sie, dass es nun vorüber war.
Makku selbst ärgerte sich in erster Linie darüber, fast den gesamten Tiegel Singwurz für diese großflächige Wunde zu verbrauchen. Der leise Hass schlug sich Bahn, nun da seine Gedanken nicht mehr vollständig auf seine Arbeit gerichtet waren.
Was versprach sich die Blutklinge nur davon, sie am Leben zu halten?
Dreckige Wilde, die mit Anstand im Sumpf hätte verrecken sollen.
Jetzt lag sie auf seinem Tisch, lebendig und mit zwei Beinen, besser versorgt als so mancher Waffenknecht, der unter dem Schwert seines Feindes fiel, und trotzdem machte der Söldner am Eingang keine Anstalten zu gehen. Xephos musste ihn dazu angewiesen haben.
Lass sie nicht aus den Augen, würde er dem Mann eingeschärft haben.
Lass sie nicht mit meinem launischen Nekromanten allein.
Als würde er sie zusammenflicken und dann umbringen.
Verdrossen wies er Ilnor an, einen Umschlag um den Oberschenkel der Waldelbe zu legen. Dreckige Wilde oder nicht, er würde seine Arbeit ganz zur Zufriedenheit ihres Hauptmanns erledigen. Die Blutklinge bekam ihn nicht noch einmal so weit, dass er Xephos Anlass zum Zweifel an seiner Loyalität zu gab. Sollte der Söldner also ruhig da stehen und seine Befehlstreue bezeugen.
Mit einem verspannten Schulterzucken nahm Makku das vergiftete Stück Fleisch in Augenschein, das er der Waldelbe herausgeschnitten hatte. Wieder stieg ihm der Gestank in die Nase, der faulige Geschmack, den er am liebsten ausgespuckt hätte. Feenmagie und Elbenfleisch. Angewidert klappte er den Deckel der Wacholderkiste zu – darum würde er sich später kümmern. Wenn die Hitze sich verzog und die Fliegen sich mit Einbruch der Dämmerung in die Lagerfeuer stürzen würden.
Er wandte sich der Waldelbe zu, die inzwischen ruhig dalag. Ihre Augen waren geschlossen, aber ihre flache Brust hob und senkte sich schwach. Das Gemisch aus Dreck, Schweiß und Farbe schmolz allmählich aus ihrem Gesicht, sickerte die Schläfen entlang in ihr dunkles Haar, das gewaschen auch etliche Töne heller sein konnte. An ihrem rechten Oberarm entdeckte er einen langen Schnitt, der nicht mehr blutete. Trotzdem würde er ihn verbinden. Nur um Xephos’ Gesicht zu sehen.
Makku grinste und wollte saubere Stoffstreifen aus einer der Kisten nehmen, als vor dem Zelt erneut Tumult entstand. Stimmengewirr und Schritte, bis Momente später ein harter Befehl für Ruhe sorgte. Auch der Leibwächter seiner Patientin wandte sich um, eine Hand am Schwert, das er zog, als der Stoff zurückgeschlagen wurde.






»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #2 |

RE: Blutklinge (3/10)
Hej, Lanna.

Weiter geht’s also mit deinen Blutklingen, diesmal nicht zu Gast: Die übereifrige Quote-Funktion. Also, hoffe ich doch Icon_ugly

(03-08-2015, 13:30)Lanna schrieb: Makku nahm den Beutel in die linke Hand und streute Salz in den Krater, wo eben noch ein Teil ihres Oberschenkels gewesen war. Der Gestank wurde stärker, drang durch jede Pore seines Körpers in ihn ein, legte sich auf seine Zunge und lockte bittere Galle die Kehle hinauf.
Hier würde man also erfahren, dass es der Salzbeutel ist – aber wie gesagt, es macht sich besser, wenn du das von Anfang an klarmachst. Wahrscheinlich hast du es im letzten Part nicht drin gehabt, weil es für dich ja logisch war und für die verdutzten Leser spätestens zwei Absätze später geklärt wird – aber auch egal. Icon_wink

Zitat:Er zwang sich, das Quellsalz großflächig über der Wunde zu verteilen und konzentrierte sich auf seine eigene Magie – die dunkle Kühle am Rande seiner Wahrnehmung, die sich wie immer wehrte, seinem Befehl zu folgen. Und wie immer beugte sie sich letztlich doch. Ein eisiges Prickeln sickerte aus seinem Kopf, überdeckte die Bitterkeit in seinem Rachen, näherte sich seinem Herzen – dort wollte sie hin, das konnte er spüren. Wollte sich zwischen seinen Herzschlägen einnisten und die Wärme seines Lebens trinken. Er ließ es nicht zu, zwang sie über seine Schulter, seinen Arm entlang bis in die Fingerspitzen. Als sie auf die Feenmagie traf, fühlte es sich endlose Augenblicke lang an, als habe ihm jemand die Haut von den Fingerkuppen gerissen.
Seine eigene Magie ist also auch nicht besonders freundlich, wie es aussieht. Mag ich, ich habe Vorurteile gegenüber Magie Icon_ugly
Vielleicht würde ich eher schreiben „Er ließ es nicht zu, zwang sie in seine Schulter, den Arm entlang bis in die Fingerspitzen, direkt in die beißende Feenmagie. Für einen endlosen Augenblick fühlte es sich so an, als habe ihm jemand die Haut von den Fingerkuppen gerissen.“ Aber das ist Geschmackssache.

Zitat:Nur der Blick des Söldners und die Anwesenheit des Krüppels ließen ihn einen Aufschrei unterdrücken. Ließen den Schmerz ungehört vergehen, als die Kühle aus seinen Händen strömte, vom Quellsalz gelockt und geködert.
Erbsenzählerei: Würde ich vielleicht direkter sagen bzw. in einem Satz zusammenfassen? Da ich schon wieder nicht genau beschreiben kann, was ich meine, einer dieser VorschlägeTM.
„Wäre er allein im Zelt gewesen, hätte er dem Verlangen nachgegeben. Doch unter dem Blick des Söldners und der wartenden Anwesenheit des Krüppels erstickte er einen Aufschrei, bis der Schmerz von der Kühle, die durch das Quellsalz geködert aus seinen Händen strömte, gelindert wurde.“
Hm, ist doch tatsächlich länger und komplizierter als bei dir Icon_ugly

Zitat:Die Rinnsale versiegten, als habe das rote Salz die Wunden geschlossen. Doch dieser Zustand würde nur von kurzer Dauer sein. Makku wandte der Waldelbe den Rücken und trat zu dem Bottich, in dem frisches Muskel- und Fleischgewebe lagerten. Sie hatte Glück, dass er gerade einen Kadaver auf dem Tisch gehabt hatte. Mit blutfeuchtem Material stand die Aussicht auf Erfolg deutlich höher – es würde besser heilen und vermutlich keine Narben zurücklassen, keine schmerzenden Stellen bei jeder Bewegung, keine steifen Sehnen. Zielstrebig griff er in den Bottich und fischte ein Stück heraus, das ihm groß genug erschien. Mit beiden Händen hielt er es – auch wenn es bei einer Waldelbe nicht allzu schlimm wäre, wenn es zwischendurch auf den dreckigen Boden fiel – und tauchte es tief in den Eimer ein, in dem sich ihr Blut sammelte. Wie ein Schwamm saugte das Gewebe die Flüssigkeit auf, der magischen Behandlung geschuldet, der es unterzogen worden war. Dabei gewannen die schlaffen Fasern an Volumen, ein Effekt, der ihm zu Anfang seiner Arbeit immer wieder Schwierigkeiten bereitet hatte.
Ei, das ist also der Grund für die Zerpflückarbeiten! Transplantation von Muskelfleisch also.
Vorschlag „Er hielt es mit beiden Händen fest – auch wenn es bei einer Waldelbe nicht schaden würde, wenn es zwischendurch auf den dreckigen Boden fiel – und tauchte es in den Eimer ein, in dem sich ihr Blut sammelte.“
Das „Mit beiden Händen hielt er es“ klingt etwas seltsam, wenn du mich fragst.

Zitat:Sein Augenmaß war über die Zeit besser geworden, eine Sache, auf die er recht stolz war, auch wenn sie sich nicht dazu eignete, die Söldner draußen oder gar ein hübsches Mädchen zu beeindrucken.
Icon_lol
„mit der Zeit“? Sicher bin ich mir aber nicht.

Zitat:Lediglich Ilnor schien seine Arbeit – oder auch nur seine Bedürfnisse – inzwischen so weit verstanden zu haben, dass er anerkennend nickte, als Makku das bluttriefende Fleisch in die Wunde legte. Viel brauchte es nicht für diesen sehnigen Körper. Weich sanken die roten Muskeln ein, schmiegten sich an das Bett aus Salz und füllten den klaffenden Krater fast vollständig aus.
Hm. Vielleicht würde ich statt „legen“ „einpasste“ oder etwas Ähnliches nehmen, um diese Puzzlearbeit zu betonen.

Zitat:Ein weiteres Mal nahm Makku den Beutel Quellsalz auf und streute es großzügig über das feuchtglänzende Gewebe. Verschwendet an eine Waldelbe. Seit sie in diesem götterverlassenen Sumpf hockten, tat er nichts anderes, als Söldner zusammenzuflicken und Quellsalz herzustellen. An diesem Tag hatte er zum ersten Mal seit drei Wochen Zeit gefunden, einen Kadaver auseinanderzunehmen und prompt schickte Xephos ihm eine sterbende Waldelbe.
Hier wundert mich ein wenig der direkte Widerspruch großzügig-verschwendet. Vielleicht würde ich hier noch mal auf seinen Missmut eingehen.

Zitat:Kurz hob er seinen Blick, sah zu ihrem fratzenhaften Gesicht, das kaum Wasser abbekommen hatte.
Dreckige Wilde, die mit Anstand im Sumpf hätte verrecken sollen.
Hier vielleicht den Gedanken deutlicher kennzeichnen? Ich meine, man weiß als Leser schon, dass er das denkt. Aber ich habe es, wenn ich ehrlich bin, immer gerne doppelt und dreifach gesichert Icon_wink

Zitat:Als hätte sie seine Gedanken gehört, schlug sie die Augen auf. Schmerz und Wahn spiegelten sich darin. Trotzdem fixierte sie Makku – nicht einmal einen Herzschlag lang - und ihr Blick ließ ihn frösteln.
»Phratag!«, zischte sie, wollte sich aufbäumen und sank röchelnd zurück.
Ein Wimmern, in dem Worte versteckt waren, die er nicht verstand. Elbisch, wie das erste, das sie ausgestoßen hatte.
Feen.
Mhm. Ich nehme mal an, dass „Phratag“ Feen bedeutet und die Elbe (oO Word erkennt das. Denkt wohl, das wäre ein Fluss) danach noch etwas Unverständliches wimmert. Dann würde ich das „Feen“ auch vorziehen. Ja, du hast es ja im Prinzip noch mal erklärt (bah, ich muss wirklich schlafen gehen. Wenn hier jetzt eine Menge Mist steht, liegt das an Übermüdung), aber im ersten Moment wirkt das so wie Makku versteht sie, versteht dann, dass er es nicht verstehen kann und versteht es trotzdem Icon_ugly
Vorschlag: statt „wollte sich aufbäumen“ vielleicht „versuchte erfolglos, sich aufzubäumen“?

Zitat:Diese Bezeichnung kannte Makku in jeder Sprache des Kontinents. Der Rest ihres wirren Gestammels wäre vermutlich nicht einmal in mittländisch zu verstehen und er ignorierte es, so weit es ihm möglich war. Lange hielt sie ohnehin nicht durch. Als er an den Bottich mit Haut trat, verstummte sie in seinem Rücken und seine Konzentration kehrte zurück.
Wenn diese Feen solche gefährlichen Biester sind, ist es wohl auch am klügsten für Makku, dieses Wort in allen möglichen Sprachen zu beherrschen. Jetzt möchte ich nur noch wissen, warum die Viecher eigentlich so gemeingefährlich sind. Einfach so? Haben sie einen Grund à la „Eindringlinge! Raus mit denen“? *ist sich sicher, dass Lanna wissend lächelt*
Vorschlag: Wie wäre es noch mit „Schon, als er an den Bottich voller Hautstücke trat“, um die Kürze der Durchhaltungsfähigkeit (gibt es das Wort überhaupt?) der Elbe noch zu unterstreichen?

Zitat:Er zog einen aufgeweichten Streifen aus dem Konservierungsbad und teilte ihn mit dem Messer in zwei Stücke. Beide tauchte er in den Elbenblut und legte sie sorgfältig auf die Wunde. Heller als die Haut darum herum, grobporiger und sehr viel behaarter. Menschenhaut.
Hier ist dir ein Wort verloren gegangen – „das Elbenblut“ oder „in den Eimer Elbenblut“.

Zitat:Makku ließ sich von Ilnor ein fingerlanges Messer reichen, dessen Trollzahnklinge schärfer war als eine aus Metall je geschliffen werden konnte.
Vorschlag: „[…] schärfer als jedes geschliffene Metall war.“

Zitat:Zentimeter für Zentimeter schnitt er die Hautstücke zurecht, bis sie nicht mehr an den Rändern überlappten und sich passgenau in die Wunde einfügten. Nur die Unterschiede in den Hauttypen verrieten den Übergang. Und die schmale, dunkle Linie der Wundränder.
Vorschlag: „Zentimeter für Zentimeter schnitt er die Hautstücke zurecht, bis sich passgenau in die Wunde einfügten. Einem flüchtigen Beobachter würde der Übergang gar nicht auffallen, verrieten doch nur die unterschiedlichen Farbtöne und die schmale, dunkle Linie der Wundränder, dass diese Haut nicht schon immer ein Teil der Elbe war.“

Zitat:Auch wenn der Krüppel nicht mehr allzu schnell lief – seiner Lernfähigkeit hatte die Verwundung keinen Abbruch getan. Zufrieden nahm Makku das Gefäß entgegen, machte sich nicht die Mühe, die Hände zu waschen. Alles, was daran klebte, befand sich auch in der Wunde.
Ich habe langsam das unangenehme Gefühl, dir vorschreiben zu wollen, wie du deine Geschichte formulieren sollst. Insbesondere an solchen Stellen, bei denen ich beim Lesen denke „Also, ich würde das anders machen, und vielleicht mal das eine oder andere Wort austauschen“ – aber am Ende ist es ja immer noch deine Erzählung, dein Stil und deine Art, Geschehenes zu schildern. An dieser Stelle also noch einmal (nur, damit ich mich besser fühle) der Hinweis auf den großen, gratis mitgelieferten Mülleimer *stellt noch einen zweiten dazu*
Trotz allem, wieder ein Vorschlag: „Auch, wenn der Krüppel nicht mehr allzu schnell unterwegs war – seine Lernfähigkeit wurde von der Verwundung nicht beeinträchtigt. Zufrieden nahm Makku das Gefäß entgegen, freilich ohne sich die Mühe zu machen, die Hände zu waschen. Wozu auch? Alles, was an ihnen klebte, befand sich inzwischen in der Wunde.“

Zitat:Xephos musste ihn dazu angewiesen haben.
Lass sie nicht aus den Augen, würde er dem Mann eingeschärft haben.
„würde eingeschärft haben“ klingt etwas seltsam, wenn du mich fragst.
Vorschlag: Lass sie nicht aus den Augen, hatte er dem Mann eingeschärft. Lass sie nicht mit meinem launischen Nekromanten allein.

Zitat:An ihrem rechten Oberarm entdeckte er einen langen Schnitt, der nicht mehr blutete. Trotzdem würde er ihn verbinden. Nur um Xephos’ Gesicht zu sehen.
Das finde ich irgendwie nicht ganz nachvollziehbar. Makku ärgert sich darüber, so viele Ressourcen an diese dreckige Wilde, wie er sie nennt, verschwendet zu haben und nun möchte er noch mehr verschwenden (ohne Bedarf sogar!), nur um den Fürsten zu trollen? Genau wie hier:
Zitat:Makku selbst ärgerte sich in erster Linie darüber, fast den gesamten Tiegel Singwurz zu verbrauchen, für dieses großflächige Wunde einer dreckigen Wilden. Der leise Hass schlug sich Bahn, nun da seine Gedanken nicht mehr vollständig auf seine Arbeit gerichtet waren.
Wie viel Material hatte ihn dieses Weib gekostet?
Das ist das größte Problem, das ich mit diesem Abschnitt habe. Auf die Sache mit den Formulierungen habe ich dich ja schon mal hingewiesen, und es ist auch in Ordnung, wenn du es so lässt – sind ja nur Kleinigkeiten, die sich für mich persönlich etwas kompliziert lesen.
Was mich allerdings stört, ist die Ambivalenz in Makkus Verhalten. Er macht keinen Hehl daraus, dass er die Waldelben hasst, dass er allen Grund dazu hat, ihnen zu misstrauen. Es ist ja nicht ganz klar, für wen sie eigentlich kämpfen, auf welcher Seite sie stehen. Ich finde es erfrischend, dass es Makku an Toleranz mangelt, dass er eine Menge Vorurteile hat, dass er seinen Hass nicht erstickt, wie man das von politisch korrekten Charakteren erwarten könnte (*g*).
Warum aber schreibst du dann, er würde mit dem wertvollen Quellsalz großzügig umgehen? Anstatt nur gerade so die Menge zu nutzen, die er braucht, um die Elbe zu retten? Ich gehe davon aus, dass er aufgrund seiner jahrelangen Praxis weiß, wie viel er benötigt.
Warum ärgert er sich ständig darüber, dass er so viele Materialien an die Elbe verschwendet, aber er aus reinem Vergnügen noch mehr verschwenden will? Mull und Salben stehen ihm ja auch nicht zur Verfügung wie die Luft zum Atmen. Warum ärgert er sich nicht darüber, dass er mit dem Material, dass er für die Waldelbe verwendet hat, ihm unter Garantie wohl gesinnte Söldner hätte retten können?
Hier fehlt mir ein bisschen die Konsequenz in Makkus Hass. Wenn er die Waldelben schon verabscheut und die Verschwendung bedauert, dann sollte er es richtig tun. Bis ins Kleinste.

Das war es auch schon wieder mit Teil 3. Ich hoffe, du kannst aus meinem Vorschlagregen wenigstens ein paar nützliche Dinge entnehmen Icon_smile

Viele Grüße,
Eselfine


We are all accidents
Waiting
Waiting to happen
Radiohead, "There There"

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Beitrag #3 |

RE: Blutklinge (3/10)
Hi Fine!

Diesmal gibts die Antwort direkt nachdem ich Änderungen vorgenommen habe, deshalb auch ein genauere Einblick in meine Gedanken dazu. Und vorweg auch hier: Mach dir wegen der Vorschläge keinen Kopf, ich bin inzwischen ganz gut darin, für mich selbst zu sortieren, wo ich ebenfalls Änderungsbedarf sehe und wo ich erstmal bei meiner Version bleibe. Wenn ich mir das ganze in nem halben Jahr nochmal anschaue, werd ich vielleicht auch noch Dinge übernehmen, gegen die ich mich im Moment noch sträube, weil die Geschichte doch noch recht frisch ist Icon_smile

Das mit dem Salzbeutel habe ich im zweiten Teil leicht abgeändert, so dass direkt klar wird, dass Makku seine Hände in den Salzbeutel steckt und nicht in die Wacholderkiste oder sonstwohin. Ich meine, ich hatte das wegen möglicher Wortwiederholungen eher vage gelassen, finde es aber schonn wichtiger, dass der Leser versteht was vorgeht. Mit jeder Geschichte werde ich toleranter, was diese Wortwiederholungen angeht Mrgreen

(reicht es dir eigentlich, wenn ich deine Anmerkungen zitiere, um was dazu zu sagen oder findest du es übersichtlicher, wenn ich auch das noch kopiere, das du aus der Geschichte zitiert hast? Das bläht den Kommentar immer so auf, finde ich, wenn man die Zitate in den Zitaten macht, deshalb nehm ich meist nur die Anmerkungen selbst als Zitat)

Zitat:Seine eigene Magie ist also auch nicht besonders freundlich, wie es aussieht. Mag ich, ich habe Vorurteile gegenüber Magie :Icon_ugly:
Vielleicht würde ich eher schreiben „Er ließ es nicht zu, zwang sie in seine Schulter, den Arm entlang bis in die Fingerspitzen, direkt in die beißende Feenmagie. Für einen endlosen Augenblick fühlte es sich so an, als habe ihm jemand die Haut von den Fingerkuppen gerissen.“ Aber das ist Geschmackssache.
Ich mag es total gerne, wenn Magie ihren Preis hat und auch eine gewisse Gefahr für den Anwender birgt Icon_smile
Geändert in:
seinen Arm entlang bis in die Fingerspitzen, hinein in die siedende Feenmagie. Einen endlosen Augenblick lang fühlte es sich an, als habe ihm jemand die Haut von den Fingerkuppen gerissen.
Die Wirkung ist auf jeden Fall besser, wenn der Schmerz allein in einem Satz steht.

Zitat:Erbsenzählerei: Würde ich vielleicht direkter sagen bzw. in einem Satz zusammenfassen? Da ich schon wieder nicht genau beschreiben kann, was ich meine, einer dieser VorschlägeTM.
„Wäre er allein im Zelt gewesen, hätte er dem Verlangen nachgegeben. Doch unter dem Blick des Söldners und der wartenden Anwesenheit des Krüppels erstickte er einen Aufschrei, bis der Schmerz von der Kühle, die durch das Quellsalz geködert aus seinen Händen strömte, gelindert wurde.“
Hm, ist doch tatsächlich länger und komplizierter als bei dir
Geändert in:
Nur mühsam unterdrückte er einen Aufschrei. Unter den Blicken des Söldners und des Krüppels würde er keine Schwäche zeigen, nicht in seinem eigenen Zelt.
Der Schmerz verging ungehört, wurde fortgeschwemmt, als die Kühle aus seinen Händen strömte

Damit bin ich noch nicht hundertprozent zufrieden, aber der Ansatz gefällt mir besser Icon_smile

Zitat:Ei, das ist also der Grund für die Zerpflückarbeiten! Transplantation von Muskelfleisch also.
Vorschlag „Er hielt es mit beiden Händen fest – auch wenn es bei einer Waldelbe nicht schaden würde, wenn es zwischendurch auf den dreckigen Boden fiel – und tauchte es in den Eimer ein, in dem sich ihr Blut sammelte.“
Das „Mit beiden Händen hielt er es“ klingt etwas seltsam, wenn du mich fragst.
Ich glaube, das "Mit beiden Händen" ist noch ein Überbleibsel von einer Umarbeitung, in der die Satzteile irgendwie vertauscht waren *kopfkratz*
Geändert in:
Er hielt es mit beiden Händen
Manchmal brauch ich bei sowas echt jemanden, der mich mit der Nase draufstößt, weil es beim normalen Durchlesen halt so vertraut klingt und deshalb ja eigentlich gut sein muss, weil bekannt = gut Icon_ugly (Beim Schreiben merke ich mehr als irgendwo sonst, wie hinderlich das Festhalten an Altbekanntem sein kann *lach*)

Zitat:
Zitat:Sein Augenmaß war über die Zeit besser geworden, eine Sache, auf die er recht stolz war, auch wenn sie sich nicht dazu eignete, die Söldner draußen oder gar ein hübsches Mädchen zu beeindrucken.
:Icon_lol:
„mit der Zeit“? Sicher bin ich mir aber nicht.
Mrgreen Freut mich echt, dass du ausgerechnet diese Stelle zitierst mit dem Lachsmiley, weil ich selbst jedes Mal grinsen muss, wenn ich sie lese. (das klingt immer blöd, wenn man sowas über eigene Texte sagt, aber es gibt Dinge von mir, die liebe ich einfach Icon_ugly )
Habe aus der Zeit Jahre gemacht, also "über die Jahre" - so deutet ich wenigstens auch an, dass Makku das schon eine Weile macht.

Zitat:
Zitat:Lediglich Ilnor schien seine Arbeit – oder auch nur seine Bedürfnisse – inzwischen so weit verstanden zu haben, dass er anerkennend nickte, als Makku das bluttriefende Fleisch in die Wunde legte. ...

Hm. Vielleicht würde ich statt „legen“ „einpasste“ oder etwas Ähnliches nehmen, um diese Puzzlearbeit zu betonen.
Ich habe jetzt mal "in die Wunde gleiten ließ" genommen - "legte" klingt tatsächlich etwas lapidar. Allerdings sollte es keine wirkliche Puzzlearbeit sein, das richtige Verbinden und Verändern von Muskeln, Adern und Nerven übernimmt die Magie, also ist es im Endeffekt egal, wie das Ersatzfleisch da reingelegt wird. Sorgfalt sollte Makku natürlich trotzdem walten lassen. Immerhin nimmt er seine Arbeit ernst Icon_smile

Zitat:
Zitat:Kurz hob er seinen Blick, sah zu ihrem fratzenhaften Gesicht, das kaum Wasser abbekommen hatte.
Dreckige Wilde, die mit Anstand im Sumpf hätte verrecken sollen.
Hier vielleicht den Gedanken deutlicher kennzeichnen? Ich meine, man weiß als Leser schon, dass er das denkt. Aber ich habe es, wenn ich ehrlich bin, immer gerne doppelt und dreifach gesichert
Ich bin mir selbst nicht sicher, ob es ein direkter Gedanken sein soll oder mehr zum erzählten Text gehört - als direkter Gedanke hätte ich wahrscheinlich eher formuliert: "Dreckige Wilde. Du hättest mit Anstand ...", weil es als direkter Gedanke ja auch ein direkter Vorwurf wäre. Andererseits passt es zu Makku, dass er nichtmal in Gedanken eine Waldelbe direkt "anspricht". Deshalb hab ich es jetzt erstmal kursiv gemacht, ohne die Formulierung zu ändern, muss da aber mit ein bisschen Abstand nochmal einen BLick drauf werfen, ob mich das wirklich überzeugt.
Bei Gedanken bin ich echt eigen *lach*

Zitat:Mhm. Ich nehme mal an, dass „Phratag“ Feen bedeutet und die Elbe (oO Word erkennt das. Denkt wohl, das wäre ein Fluss) danach noch etwas Unverständliches wimmert. Dann würde ich das „Feen“ auch vorziehen. Ja, du hast es ja im Prinzip noch mal erklärt (bah, ich muss wirklich schlafen gehen. Wenn hier jetzt eine Menge Mist steht, liegt das an Übermüdung), aber im ersten Moment wirkt das so wie Makku versteht sie, versteht dann, dass er es nicht verstehen kann und versteht es trotzdem Icon_ugly
Vorschlag: statt „wollte sich aufbäumen“ vielleicht „versuchte erfolglos, sich aufzubäumen“?
Beides umgesetzt.
"Feen" steht jetzt eine Zeile weiter oben und ich wiederhole es vorsichtshalber nochmal, im nächsten Absatz, was ich vielleicht aber noch rausstreiche, wenn mir eine gute alternativ Formulierung einfällt.
"wollte" ist ersetzt durch "versuchte", allerdings ohne "erfolglos", weil das mMn schon im Versuch mitschwingt. Also wenn ich lese, dass jemand etwas versucht, gehe ich davon aus, dass er scheitert, weil er es ja sonst tun würde und nicht nur versuchen.

Zitat:Wenn diese Feen solche gefährlichen Biester sind, ist es wohl auch am klügsten für Makku, dieses Wort in allen möglichen Sprachen zu beherrschen. Jetzt möchte ich nur noch wissen, warum die Viecher eigentlich so gemeingefährlich sind. Einfach so? Haben sie einen Grund à la „Eindringlinge! Raus mit denen“? *ist sich sicher, dass Lanna wissend lächelt*
Vorschlag: Wie wäre es noch mit „Schon, als er an den Bottich voller Hautstücke trat“, um die Kürze der Durchhaltungsfähigkeit (gibt es das Wort überhaupt?) der Elbe noch zu unterstreichen?
Auch das "Schon" ist eingefügt (manchmal bin ich bei diese kleinen Wörtchen zu vorsichtig, manchmal schmeiß ich mit ihnen um mich. Ein Königreich für einen vernünftigen Mittelweg! Mrgreen )
Die Feen bekommen noch ihren Auftritt, deshalb erzähl ich da mal nichts zu Icon_wink Warum sie sich verhalten, wie sie es eben tun, hat ein wenig auch mit dem Weltenhintergrund zu tun, auf den hier nicht näher eingegangen wird. Also wenn da noch Fragen offen sind, frag ruhig später nochmal Icon_wink

Zitat:
Zitat: Er zog einen aufgeweichten Streifen aus dem Konservierungsbad und teilte ihn mit dem Messer in zwei Stücke. Beide tauchte er in den Elbenblut und legte sie sorgfältig auf die Wunde. Heller als die Haut darum herum, grobporiger und sehr viel behaarter. Menschenhaut.
Hier ist dir ein Wort verloren gegangen – „das Elbenblut“ oder „in den Eimer Elbenblut“.
Jup, der Eimer ist abhanden gekommen. (Dabei legt Makku doch Wert auf Ordnung in seinem Zelt! *tsts*)

Zitat:
Zitat:Makku ließ sich von Ilnor ein fingerlanges Messer reichen, dessen Trollzahnklinge schärfer war als eine aus Metall je geschliffen werden konnte.
Vorschlag: „[…] schärfer als jedes geschliffene Metall war.“
Perfekt! Hab ich sofort und ohne Zögern übernommen, denn die Formulierung war mir selbst schon ein Dorn im Auge. Nur das "war" hab ich vorne stehen gelassen, also "schärfer war als jedes geschliffene Metall."

Zitat: Vorschlag: „Zentimeter für Zentimeter schnitt er die Hautstücke zurecht, bis sich passgenau in die Wunde einfügten. Einem flüchtigen Beobachter würde der Übergang gar nicht auffallen, verrieten doch nur die unterschiedlichen Farbtöne und die schmale, dunkle Linie der Wundränder, dass diese Haut nicht schon immer ein Teil der Elbe war.“
Hier bin ich bei meiner Version geblieben, überlege aber noch, die "Hauttypen" irgendwie umzuformulieren (klingt a weng nach Hautarzt-Sprech) und aus den zwei kurzen (Halb-)Sätzen einen zu machen.

Zitat:Ich habe langsam das unangenehme Gefühl, dir vorschreiben zu wollen, wie du deine Geschichte formulieren sollst. Insbesondere an solchen Stellen, bei denen ich beim Lesen denke „Also, ich würde das anders machen, und vielleicht mal das eine oder andere Wort austauschen“ – aber am Ende ist es ja immer noch deine Erzählung, dein Stil und deine Art, Geschehenes zu schildern. An dieser Stelle also noch einmal (nur, damit ich mich besser fühle) der Hinweis auf den großen, gratis mitgelieferten Mülleimer *stellt noch einen zweiten dazu*
Trotz allem, wieder ein Vorschlag: „Auch, wenn der Krüppel nicht mehr allzu schnell unterwegs war – seine Lernfähigkeit wurde von der Verwundung nicht beeinträchtigt. Zufrieden nahm Makku das Gefäß entgegen, freilich ohne sich die Mühe zu machen, die Hände zu waschen. Wozu auch? Alles, was an ihnen klebte, befand sich inzwischen in der Wunde.“
Wegen der Vorschläge, wie gesagt, keine Sorge Icon_wink
Das hat jetzt nichts mit der Erwähnung der zweiten Mülltonne zu tun, dass ich gerade diesen nicht umsetze. Bei "ohne sich die Mühe zu machen, die Hände zu waschen" überlege ich noch, weil mir das "ohne sich die Mühe zu machen" eigentlich besser gefällt als "machte sich nicht die Mühe", aber der doppelte Infinitiv, der sich mit "zu waschen" ergibt, gefällt mir gar nicht und auch "die Mühe, die Hände" ... *hm*
Vielleicht "ohne sich die Mühe zu machen, seine Hände zu säubern" ... ich merke gerade, wie seltsam mein Kopf arbeitet. "zu machen - zu waschen" finde ich im Klang her sehr viel unangenehmer als "zu machen - zu säubern". Ich glaub, ich änder das wirklich mal testweise. Also Vorschlag doch teilweise angenommen *lach*

Zitat:„würde eingeschärft haben“ klingt etwas seltsam, wenn du mich fragst.
Vorschlag: Lass sie nicht aus den Augen, hatte er dem Mann eingeschärft. Lass sie nicht mit meinem launischen Nekromanten allein.
Obwohl ich dir zustimme, was die Hilfsverben angeht (sollte man ja vermeiden), lass ich es so. "hatte eingeschärft" klingt zu stark nach Tatsachen für mich.
Makku weiß, dass die Gedanken nur Spekulation sind und dass es andere Erklärungen für das Verhalten des Söldners geben könnte. Es soll weniger Richtung Unterstellung gehen (Xephos hat das gesagt!), mehr Richtung Vermutung (Xephos wird das gesagt haben). Deshalb der Konjunktiv.

Zitat:Was mich allerdings stört, ist die Ambivalenz in Makkus Verhalten. Er macht keinen Hehl daraus, dass er die Waldelben hasst, dass er allen Grund dazu hat, ihnen zu misstrauen. Es ist ja nicht ganz klar, für wen sie eigentlich kämpfen, auf welcher Seite sie stehen. Ich finde es erfrischend, dass es Makku an Toleranz mangelt, dass er eine Menge Vorurteile hat, dass er seinen Hass nicht erstickt, wie man das von politisch korrekten Charakteren erwarten könnte (*g*).
Warum aber schreibst du dann, er würde mit dem wertvollen Quellsalz großzügig umgehen?
Da hast du absolut Recht. Ich habe die beiden(!) "großzügig" aus dem Text gestrichen. Ursprünglich hatte ich das eher als eine Art "Mengenangabe" im Kopf, so wie ich beim Kochen eine "großzügige Prise Salz" in mein Nudelwasser gebe, ohne mich besonders edel zu fühlen Mrgreen Also "großzügig" ist in meinem Sprachgebrauch oft ein Synonym für "viel", aber eben wie in "angemessen viel".
Dinge, die einem nie auffallen, wenn man nicht drüber nachdenkt. Also hinfort mit Makkus Großzügigkeit, denn das ist er gegenüber Elben sicher nicht.
Aus "Mull und Salbe", mit der er die Armwunde der Elbe verbinden will, habe ich einfach "saubere Stoffstreifen" gemacht. Was Makku mit der Salbe wollte, weiß ich ohnehin nicht mehr, und bei "Stoffstreifen" schwingt hoffentlich mit, dass man sie nach gebrauch wieder abkochen und nochmals benutzen kann.

Ich bin noch unsicher, ob ich Makkus Hass vielleicht zu stark betone. Es ist schon so, dass er Waldelben nichts abgewinnen kann, aber er soll nicht verbittert in diesem Hass wirken. Makku ist allgemein jemand, der sich zwar schnell ärgert, aber das auch schnell wieder vergisst. Er hat gelernt, sich mit Dingen abzufinden, auch wenn sie ihm nicht unbedingt gefallen, nur regt er sich gerne dann zwischendurch mal darüber auf.
Am stärksten prägen ihn seine Magie und seine Beziehung zu Xephos, deshalb am Ende dieses "Ha! Der wird Augen machen, wenn ich sogar mehr tu, als er mir befohlen hat."
Makku lässt sich nicht gerne durchschauen, aber Xephos tut genau das, weil sie sich schon lange kennen.
Deshalb hoffe ich, das angedachte Verbinden der Armwunde ist weniger störend, wenn die tatsächlich falschen "großzügig"s raus sind und es nur noch schlichter Stoff ist, der aufgebraucht wird Icon_smile Den GEdanken selbst würde ich nämlich gerne drinlassen.

Zitat:Ich hoffe, du kannst aus meinem Vorschlagregen wenigstens ein paar nützliche Dinge entnehmen
Absolut Pro

Vielen lieben Dank dir auch hier für die ausführlichen Anmerkungen und die Textarbeit. Und lass beim nächsten Mal die Mülltonne ruhig weg, die zwei, die ich jetzt schon hab, sind noch so gut wie leer Mrgreen

Ganz liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #4 |

RE: Blutklinge (3/10)
Ich habe in Teil 3:

kleinere Formulierungen überarbeitet.

Makkus Ärger ein wenig geordnet und Struktur hineingebacht, sowie seinen Ärger stärker auf die Blutklinge als auf Xephos gelenkt. Hoffe ich:
Zitat:um ersten Mal lag allerdings nicht nur Schmerz darin, sondern gut verborgen auch ein Hauch Erleichterung. Als spürte sie, dass es nun vorüber war.
Makku selbst ärgerte sich in erster Linie darüber, fast den gesamten Tiegel Singwurz für diese großflächige Wunde zu verbrauchen. Der leise Hass schlug sich Bahn, nun da seine Gedanken nicht mehr vollständig auf seine Arbeit gerichtet waren.
Was versprach sich die Blutklinge nur davon, sie am Leben zu halten?
Dreckige Wilde, die mit Anstand im Sumpf hätte verrecken sollen.
Jetzt lag sie auf seinem Tisch, lebendig und mit zwei Beinen, besser versorgt als so mancher Waffenknecht, der unter dem Schwert seines Feindes fiel, und trotzdem machte der Söldner am Eingang keine Anstalten zu gehen. Xephos musste ihn dazu angewiesen haben.

Lass sie nicht aus den Augen, würde er dem Mann eingeschärft haben.
Lass sie nicht mit meinem launischen Nekromanten allein.
Als würde er sie zusammenflicken und dann umbringen.
Verdrossen wies er Ilnor an, einen Umschlag um den Oberschenkel der Waldelbe zu legen. Dreckige Wilde oder nicht, er würde seine Arbeit ganz zur Zufriedenheit ihres Hauptmanns erledigen. Die Blutklinge bekam ihn nicht noch einmal so weit, dass er Xephos Anlass zum Zweifel an seiner Loyalität zu gab. Sollte der Söldner also ruhig da stehen und seine Befehlstreue bezeugen.

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Beitrag #5 |

RE: Blutklinge (3/10)
Hallo Lanna,
 
weiter mit Teil 3. Wave
 
Zitat:Er zwang sich, das Quellsalz großflächig über der Wunde zu verteilen und konzentrierte sich auf seine eigene Magie
 
Hier ist –glaube ich- die erste Stelle an der ganz konkret klar wird, dass Makku auch Magie besitzt. Das ist natürlich vollkommen in Ordnung so, weil er ja bisher einfach nur seinem Handwerk nachgegangen ist, aber ich wollte mal darauf hinweisen, dass es mir aufgefallen ist. (aufmerksamer Leser und so Mrgreen )
 
Zitat:Der Schmerz verging ungehört, wurde fortgeschwemmt, als die Kühle aus seinen Händen strömte, vom Quellsalz gelockt und geködert.
 
Was für ein wunderbarer, schöner Satz. Icon_cuinlove  Die Magie hast du wirklich gut beschrieben.
 
Zitat:Makku wandte der Waldelbe den Rücken und trat zu dem Bottich
 
Zwickmühle: Hinter Rücken fehlt ein „zu“, dann hast du aber die Dopplung mit dem anderen. Vorschlag: „… und trat an den Bottich …“
 
Zitat:Lediglich Ilnor schien seine Arbeit – oder auch nur seine Bedürfnisse – inzwischen so weit verstanden zu haben, dass er anerkennend nickte
 
Das mit den Bedürfnissen erscheint mir hier irgendwie seltsam. Icon_confused  Ich dachte im ersten Moment die beziehen sich auf Ilnors Tätigkeit als Gehilfe (wir verstehen uns mit wenigen Worten, er bringt genau das was ich brauche) aber das hat ja nichts mit der Anerkennung (wenn ich es mal so nennen darf) zu tun, die er hier zeigt. Ich würde den Einschub einfach weglassen, dann zeigst du das Ilnor die Arbeit seines Chefs anerkennt und gut. Icon_wink
 
Zitat:Makku ließ sich von Ilnor ein fingerlanges Messer reichen, dessen Trollzahnklinge schärfer war als jedes geschliffene Metall.
 
Also noch ein Trollmesser? Ich finde das gut gemacht, wie man merkt, dass da noch eine ganz eigene Welt im Hintergrund durchschimmert. Von der Sprache mit zu seinen Instrumenten. Pro
 
Zitat:Die Blutklinge bekam ihn nicht noch einmal so weit, dass er Xephos Anlass zum Zweifel an seiner Loyalität zu gab.
 
Das sind so die Andeutungen bei denen ich mich echt frage, wer oder was nun diese Blutklinge ist. Manchmal klingt es, als ob es tatsächlich ein Name für jemanden wäre, obwohl ich zu Beginn natürlich dachte es wäre ein Schwert. Aber ich nehme mal an, das ist der Sinn hinter der ganzen Geschichte. Icon_wink
 
Zitat:Mit einem verspannten Schulterzucken nahm Makku das vergiftete Stück Fleisch in Augenschein,
 
Wieso zuckt er hier mit der Schulter? Ist das eine Reaktion auf seine Gedanken, die niemand gehört hat? Irgendwie wirkt es etwas seltsam. Obwohl man manchmal ja auch seufzt oder sonstwas tut, weil man grade nur etwas gedacht hat. Icon_slash
 
Zitat:Angewidert klappte er den Deckel der Wacholderkiste zu – darum würde er sich später kümmern.
 
Und warum hat er sich den Fleischklumpen überhaupt angesehen? Er wird ja sowas schon öfter gesehen haben und Hitze und Fliegen sind ja nach wie vor da. Also nach so einer OP würde ich ja als erstes anfangen irgendwas sauber zu machen. Die Hände, die Messer, vielleicht den Bluteimer ausleeren, oder meinem Gehilfen entsprechende Anweisungen geben. Halt sowas eben. Und mich erst dann, wenn es ruhig und kühl ist mich mit meiner „Beute“ beschäftigen. Icon_wink

Irks, hier hast du jetzt aber einen Cliffhanger geschaffen.  Icon_panik
Okay, interessant fand ich in diesem Abschnitt, dass Makku eigene Magie hat. Das war mir vorher so nicht klar und das er wohl doch eher eine Art „Heiler“ ist, als ein böser Hexer, der mit Leichenteilen rumexperiementiert. Macht ja auch Sinn, dass so ein Heer einen Heiler dabei hat. Icon_ugly
Auf eine gewisse Art ist mir Makku gar nicht mal so unsymphatisch. Wie er sich da voll und ganz auf seine Arbeit konzentriert und dabei Befehl und Elbe vergisst, ist mir symphatisch. Er will ja nur in Ruhe seine Arbeit machen und ist stolz darauf. Icon_smile
Ja, jetzt bin ich natürlich noch gespannter, wer jetzt ins Zelt kommt, oder ob es nicht mal einer verlässt.

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #6 |

RE: Blutklinge (3/10)
Hallo Lanna,

Ich habe gleich etwas anzumerken, es wäre schick, wenn du mal mehr auf das Äußere von Makku eingehen würdest, weil irgendwie hab ich da keine Vorstellung. Zwei oder drei Sätzchen würden mir völlig genügen, damit man mal eine Idee bekommt.

Zitat:Feenmagie war mit Abstand das Abscheulichste, was Makku je erlebt hatte.
das Abscheulichste, das Makku je erlebt hatte. Besseres Deutsch Icon_smile 

Zitat:Makku wandte der Waldelbe den Rücken und trat zu dem Bottich, in dem frisches Muskel- und Fleischgewebe lagerte. Sie konnte sich glücklich schätzen, dass er gerade einen Kadaver auf dem Tisch gehabt hatte. Mit blutfeuchtem Material stand die Aussicht auf Erfolg deutlich höher – es würde besser heilen und vermutlich keine Narben zurücklassen, keine schmerzenden Stellen bei jeder Bewegung, keine steifen Sehnen. Zielstrebig griff er in den Bottich und fischte ein Stück heraus, das ihm groß genug erschien. Er hielt es mit beiden Händen – auch wenn es bei einer Waldelbe nicht allzu schlimm wäre, wenn es zwischendurch auf den dreckigen Boden fiel – und tunkte es in den Eimer, in dem sich ihr Blut sammelte. Wie ein Schwamm saugte das Gewebe die Flüssigkeit auf, der magischen Behandlung geschuldet, der es unterzogen worden war. Dabei gewannen die schlaffen Fasern an Volumen, ein Effekt, der ihm zu Anfang seiner Arbeit immer wieder Schwierigkeiten bereitet hatte.
Über die Jahre war sein Augenmaß besser geworden, eine Sache, auf die er recht stolz war, auch wenn sie sich nicht dazu eignete, die Söldner draußen oder gar ein hübsches Mädchen zu beeindrucken. Lediglich Ilnor schien seine Arbeit – oder auch nur seine Bedürfnisse – inzwischen so weit verstanden zu haben, dass er anerkennend nickte, als Makku das bluttriefende Fleisch in die Wunde gleiten ließ. Viel brauchte es nicht für diesen sehnigen Körper. Die roten Muskeln sanken weich ein, schmiegten sich an das Bett aus Salz und füllten den klaffenden Krater fast vollständig aus.
Perfekt.

Ich würde sagen, eine perfekte Interpretation von Organ-bzw. Gewebetransplantation. Frage: Was will der Eigenbrötler hübsche Mädchen beeindrucken, der kriegt eh keine ab. Icon_lachtot 


Zitat:»Phratag!«, zischte sie, versuchte sich aufbäumen und sank röchelnd zurück.

Feen.
Die scheinen eine rechte Plage zu sein Icon_irre 


Zitat:Heller als die Haut darum herum, grobporiger und sehr viel behaarter. Menschenhaut.
Vernutlich noch von einem Mann ihhhh naja, sie kann dann ja mit der Trollklinge rasieren Pro


Zitat:Was versprach sich die Blutklinge nur davon, sie am Leben zu halten?

Wer ist Blutklinge? Gab es da vorher eine Geschichtem die ich nicht kenne? Sollte dies der Fall sein, wäre es ganz gut mit zwei, drei Sätzchen darauf einzugehen, damit der Leser, der die vorhergehende Geschichte noch nicht kennt, damit etwas anfangen kann.

Zitat:Die Blutklinge bekam ihn nicht noch einmal so weit, dass er Xephos Anlass zum Zweifel an seiner Loyalität zu gab.
Bisschen umgangsprachlich und das passt nicht zu dem vorhergehenden Text. Besser: Die Blutklinge würde ihn nicht noch einmal so weit treiben, dass...

So langsam verschwimmen bei mirt Realität und Fiktion und ich tauche total in deine Geschichte ein. Ob das gut ist? Auf jeden Fall macht sie süchtig, nur habe ich die ganze Zeit das Gefühl, mir würden Informationen rund um die Figuren fehlen.

Wir sehen uns im vierten Teil

Bis gleich Siri Wave

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

(Friedrich Nitzsche)



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