Es ist: 16-04-2021, 14:45
Es ist: 16-04-2021, 14:45 Hallo, Gast! (Registrieren)


In den Echos deines Schweigens
Beitrag #1 |

In den Echos deines Schweigens
In den Echos deines Schweigens
steh’ ich bei Fuß. – Wie abgebrüht
die Schnuppen glüh’n. – Verfrüht
neigen sich die Wälder;

in der Stimme deiner Küsse
tanzt’ ich umher. – Wie angelehnt
die Bäume steh’n. – Gedehnt
schwärmen noch die Schatten;

in den Liedern deiner Starre
stieg ich hinauf. – Wie aufgedreht
die Winde weh’n. – Es steht
Mond kaum über’m Zenit,

die Echos deines Schweigens
geben Befehl. –

Ich bete mit.


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Beitrag #2 |

RE: In den Echos deines Schweigens
Hallo poLet,

auch das ist ein Gedicht von dir, das ich sehr mag und das ich eher gefühlsbemäßig erfassee als "verstehe".

Für mich fühlt es sich an, als hätte das LyrDu einen schweren Schicksalsschlag erlitten, als wäre es in seinem Schweigen erstarrt. Und das LyrIch ist da, bleibt an der Seite des LyrDu, erinnert sich an die wunderschönen gemeinsamen Momente und bleibt da, obwohl jetzt alles dunkel und leer erscheint. Ein bisschen wie "in guten wie in schlechten" Zeiten, wobei die Zeiten gerade schlecht sind. Doch das LyrIch ist da, vielleicht geht es sogar zu weit, indem es mit-leidet, indem es dem Schweigen gehorcht und sich der Starre beugt. Aber was soll es sonst tun?

Ist das nicht das, was Liebe ausmacht? Die Konsequenz der wahren Liebe? Dass man zusammen das Schöne durchlebt und ebenso gemeinsam leidet?

Zumindest lese ich es so.

Es wäre aber auch möglich, dass das Gedicht von einer erstarrten Beziehung handelt, in der die Liebe verloren gegangen ist. In der die Erinnerung an schöne Momente die beiden aneinanderfesselt und in der man das Schweigen und Erstarren erträgt, weil man sich so sehr aneinander gewöhnt hat, dass man keine anderen Weg mehr sieht ... eine recht deprimierende Interpretation, ich bleibe lieber bei der romantischen Betrachtungsweise, auch wenn das hier in "Nachdenkliches" steht Icon_wink

Viele Grüße

- Zack

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #3 |

RE: In den Echos deines Schweigens
Heja Zack,

herzlichen dank, dass Du Dich da herantraust!
Und dass Du beginnst mit

Zitat:auch das ist ein Gedicht von dir, das ich sehr mag und das ich eher gefühlsbemäßig erfassee als "verstehe".
ist ziemlich richtig, auch wenn ich es nicht erwarten darf.

Von meinem gefühl her, handelt es sich um ein 'trennungs-/verlustgedicht'.
'Echos des Schweigens' bedeutet schon allerhand, oder?
Freilich:

Zitat:Ist das nicht das, was Liebe ausmacht? Die Konsequenz der wahren Liebe? Dass man zusammen das Schöne durchlebt und ebenso gemeinsam leidet?
Du hast schon recht damit. Aber in diesem fall denke ich mehr an JWG und seinen "Werther".
Auch unerwiderte liebe kann existent sein.


Ich würde sagen, hier ist ein versuch, das 'auseinanderleben' in verse zu fassen. Icon_slash 

Danke sehr für Deinen kommentar!

Bestes,
poLet


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Beitrag #4 |

RE: In den Echos deines Schweigens
Hallo poLet.

Es war der Titel, der mich hierher zog. Und es war die Botschaft, die das verursachte und deswegen hier stehen muss:

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------

In den Schwingen Ihrer Fänge
war gut Kirschen essen.
In Trautsamkeit gehüllt,
umschlungen,
behütet -
gefangen.

Blond ertappte sich zuerst
im Schwarz.
Licht brannte finster,
Rot verfiel.
Ewigkeit,
zerrte am Leben.
Gedanken an Flucht?
Vergebens.

Bevor das Herz
im Du aufging,
und der Schmerz
verfing,
wurd' dem Ich noch klar:

'Was mich bewog,
mit leichtem Fuß
und zu Dir zog,
war nur Ruß,
der mich betrog.'


---------------------------------------------------------------------------------------------------------------

(Keine Ahnung, was das ist. Aber es ist definitiv mal etwas anderes, als ein schlichter Kommentar mit Vermutungen, Deutungsversuchen etc.) Mrgreen

Gutes.

LGD.


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Beitrag #5 |

RE: In den Echos deines Schweigens
Hej Dread',

ein gedichteter Kommentar? Eine lyrische Interpretation?
Wie auch immer. Sehr schön jedenfalls.
(Außerdem sind Deine Reime inzwischen gelenkiger geworden.)

Chapeau!
Und einen Dank!

Bestes,
poLet


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