Es ist: 27-01-2022, 10:24
Es ist: 27-01-2022, 10:24 Hallo, Gast! (Registrieren)


Der erste Satz - was war für Euch der Beste?
Beitrag #21 |

RE: Die schönsten Romananfänge
@ Lanna - "Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm." - Mir gehts ebenso was King betrifft. Ich finde den Einstieg nicht sehr packend. Natürlich schürt er Spannung, aber an sich ist er doch zu schlicht, um überzeugen zu können. Denn sind wir mal ehrlich: Den Satz kann jeder von uns Schreiben, bzw. diesen Anfang. Jeder. Und wenn wir uns gegenseitig kommentieren würden, würden wir nicht sagen "Hey, WOW, Ja, Coooool!" Icon_wink

Ich werde heute Abend einmal in mein Bücherregal sehen und schauen, was ich so finde. Wirklich erste, aller erste Sätze, ... im Kopf geblieben ist mir nur einer von Joe Abercrombie, meinen Lieblingsautor. "Der Sonnenaufgang hatte die Farbe schlechten Blutes.“ An sich ist das auch keine Wunderschöpfung, wobei schlecht, Sonnenaufgang und Blut doch eine gehaltvolle Mischung ist.

Liebe Grüße,
Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
Viele kleine Sternschnuppen

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Beitrag #22 |

RE: Die schönsten Romananfänge
@ Sternchen: Sicher, der Abercrombie-Satz hat etwas - aber ist er dir nicht wenigstens zum Teil deshalb so im Kopf geblieben, weil er hier durch den Schreibimpuls zu einem gewissen Ruhm gekommen ist? Gut - ich für meinen Teil merke mir überhaupt keine ersten Sätze, aber der wäre sicher nicht der erste, der hängengeblieben wär (wobei mir auffällt, dass ich ihn überhaupt noch einmal lesen müsste *"Abercrombie lesen!" aufkritzel* ...)

Zum Lehrling und zur Lehrwerkstatt

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Beitrag #23 |

RE: Die schönsten Romananfänge
Hey Lehrling,

schön, dass du was beitragen möchtest. Ich muss dir allerdings widersprechen, im Kopf geblieben ist mir der Satz nur durchs lesen. Im Schreibimpuls wurde er von Weltenwanderer aufgegriffen, dem er vermutlich auch gefallen hat, aber für mich war eigentlich viel früher schon klar, dass ich diesen kurzen Einstieg sehr sehr gelungen fand. Im Schreibimpuls vorher nachgeschaut hab ich nach der ganz korrekten Wortwahl. Ich hatte "Himmel" im Kopf, nicht "Sonnenaufgang" und deshalb geschummelt. Icon_wink

Mir geht es wie dir, ich merke mir keine ersten Sätze. Ich merke mir manchmal Zitate aus Büchern, sofern sie wirklich gelungen sind und da gibt es viele, die mehr Erwähnung verdienen würden, als Joe Abercrombies erster Satz. Ganz einfach weil Abercrombie doch recht einfach schreibt und weniger tiefsinnig was die Sprache betrifft. Allerdings, wie ich schon sagte, spontan und frei von der Leber fällt mir von allen Büchern die ich gelesen habe, eben nur dieser ein ...

... Der Sonnenaufgang hatte die Farbe schlechten Blutes ...

Liebe Grüße,
Sternchen

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Beitrag #24 |

Der erste Satz - was war für Euch der Beste?
Ich denke immer ganz viel über den ersten Satz nach, seit dem mir einer begegnet ist, den ich gnadenlos köstlich finde, weil er so viele Assoziationen, Stimmungen und Spielraum für Interpretation liefert, wie ich es noch nie erlebt habe. Und dabei hat der nur drei Wörter:
Else salzte nach.
Ich weiß nicht, wer das geschrieben hat, nur, dass es wohl eine Jury irgendwo gibt, die erste Sätze prämiert, da ist er mir begegnet - ist lange her, aber seit dem lässt mich dieser Satz nicht mehr los.
Ich finde ihn einfach nur genial! Icon_cuinlove
Kennt Ihr auch erste Sätze, die Euch beeindruckt und gefesselt haben und findet Ihr, dass das eher überbewertet wird mit dem perfekten ersten Satz?
Also ich bin immernoch auf der Suche nach was Vergleichbarem, ich denke, wenn ein Satz so gut ist, sollte er zuerst geschrieben werden Icon_smile
Freue mich auf Eure Meinung.

Liebe Grüße von slainte music


Mich kann man nicht komprimieren!

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Beitrag #25 |

RE: Der erste Satz - was war für Euch der Beste?
Hallo slainte,

für meinen Geschmack ist der erste Satz nicht ganz so wichtig, allerdings muss er doch schon neugierig machen.
Wenn ich den ersten Satz eines Buches beginne, dann soll er mich auch ansprechen, sei es durch eine Handlung oder ein schönes Bild.

Dein angeführtes Beispiel finde ich auch schön. Es ist etwas alltägliches (zumindest bei mir, weil jemand immer Salz vergisst) und gleichzeitg wird man sofort in die Handlung gepackt. Es ist sehr offen gelassen und lässt viel Spielraum.

Einen guten ersten Satz hatte ich auch, kann mich aber nicht ganz so gut daran erinnern:
Ein sattes Klatschen auf nackte Haut ertönte.
Zweideutig und ungewöhnlich. Dazu sei gesagt, dass die Kurzgeschichte voller Zweideutigkeiten war (beabsichtigt).

Was ich gar nicht lesen mag, sind Wetterberichte am Anfang und kryptische Prophezeihungen.

Grüße Nos D.


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