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DIE BLUTKRISTALLKRIEGE - Buch 1 (Kapitel 1 - Teil 8)
Beitrag #1 |

DIE BLUTKRISTALLKRIEGE - Buch 1 (Kapitel 1 - Teil 8)
EDIT: 26.12.2015 Grund: Fehlerbehebung


Ort: In der antiken mesopotamischen Stadt Uruk
Zeit: 3133 vor Christus
Handlung: Eine alte Legende wird wahr - ein leibhaftiger Drache erscheint!



Oben auf dem Turm saugte sich der Blick des obersten Heerführers gerade an einer Szene fest, die er so niemals erwartet hätte zu sehen.
„Tatsächlich, da ist er.“
Unbewusst murmelte er diese Worte vor sich hin, als er seinen Stadtgott endlich erblickte, der nur deshalb in dieser Entfernung sofort auffiel, weil er wesentlich größer als ein Mensch war. Und er schien diesmal sogar eine Art Rüstung zu tragen, ganz im Gegensatz zu der sonst üblichen weißen Robe, mit der er sich bisher immer gezeigt hatte. Taarokots Augen konnten sogar ein Schwert auf seinem Rücken erkennen, und auch einen großen Schild, den er soeben mit einer kraftvollen Bewegung in den Boden gerammt hatte. Der Jedaiah war umringt von einer großen Anzahl Soldaten, und zwar sowohl von Urukiden, als auch von Uriden, also von jenen Angreifern, die seine Männer bis vor kurzem noch mit blinder Wut bekämpft hatten!
Gerade hatte die große Gestalt Baluums einen anderen Körper zu Boden geworfen, den er bisher auf seiner Schulter getragen hatte. Die Vermutung des urukidischen Heerführers bestätigte sich bereits wenige Sekunden später, denn die kräftige gedankliche Stimme des Stadtgottes erfüllte abermals seinen Kopf. Oder hörte er ihn diesmal sogar laut sprechen? Was das betraf war er stets unsicher, denn auch während der offiziellen Zeremonien im Himmelstempel sprach er manchmal laut und deutlich, und dann wieder ausschließlich mit der Kraft seiner göttlichen Gedanken. Baluum schien tatsächlich den Stadtgott von Ur irgendwie besiegt zu haben, der offensichtlich ebenfalls vorhin in die Schlacht eingegriffen hatte! Die Götter selbst hatten sich untereinander bekämpft, ohne dass es die Menschen mitbekommen hatten!
Der weißhaarige oberste Heerführer der Urukiden nahm jedes Detail der unglaublichen Szene in sich auf, und so entging ihm auch der kleine Schatten am Himmel, der sich rasch bewegte, und sich dabei der mittlerweile hell strahlenden Sonne näherte.
Die entfachten Feuer der Katapultgeschosse waren jetzt ohne den dichten Morgennebel von der Stadtmauer aus gut zu überblicken. Die Flammen loderten dort immer noch, obwohl alle Pflanzen vom Regen total durchnässt waren. Eine Stelle brannte dabei noch besonders hell. Dichte dunkle Rauchwolken stiegen von dort in den Himmel auf, wo später hässliche schwarze Narben in der Natur zurück bleiben würden. Diese Tatsache war für Taarokot nur ein weiterer Beweis dafür, wie gut die eingesetzten Öle und Fette waren, mit denen seine Männer die Strohbälle getränkt hatten.
Der oberste urukidische Heerführer zweifelte keine Sekunde daran, dass auch die Uriden eine ähnliche Mischung mitgebracht hatten, um die Stadttore von Uruk niederzubrennen. Gut möglich, dass sie auch vorhin zufällig den uridischen Brennstoffwagen getroffen hatten.
Die mächtige Stimme seines Jedaiahs unterdrückte nun seine eigenen Gedanken. Taarokot beobachtete, wie sich Baluum während seiner erneuten Ansprache langsam drehte, um wie bei einer seiner religiösen Zeremonien alle anwesenden Menschen der Reihe nach anzusehen. Und die Menschen lauschten seinen Worten andächtig.
Der Jedaiah von Uruk zog seit seinem Erscheinen alle Aufmerksamkeit auf sich.

„Bürger von Ur, Bürger von Uruk! Die Schlacht ist vorüber, doch diese Schlacht war keine Schuld der Menschen! Mashkashat, der Jedaiah von Ur, wurde verführt von den Göttern des Chaos und der Unterwelt. In seinem fehlgeleiteten Wahn hat er nicht nur sich selbst als höchste göttliche Instanz dargestellt, sondern auch noch ein menschliches Heer in einen Krieg geführt, dessen eigentliches Ziel der Sturz der weltlichen Ordnung war, und damit die Auslöschung aller anderen Jedaiahs, sowie der Allmacht der Himmelsväter, welche die Ordnung auf dieser Welt garantieren!
Gemäß unserem Himmelsvater Anu, unter dessen schützender Hand wir alle leben und gedeihen können, muss für diesen höchsten aller göttlichen Frevel die größtmögliche göttliche Bestrafung von allen angewendet werden. Hiermit verliert Mashkashat ein für alle mal das Recht auf den Titel eines Jedaiahs. Außerdem wird sicher gegangen, das sich dieses Unrecht niemals mehr wiederholen kann. Im Namen von Anu ergeht daher das göttliche Urteil über den gefallenen Jedaiah Mashkashat, seiner Existenz auf dieser Welt für alle sichtbar ein Ende zu setzen!“

Baluum hatte während seiner Ansprache versucht, solche Begriffe zu wählen, welche die Menschen auch verstehen würden. Daher hatte er den Namen des Anu verwendet, weil in diesem Landstrich die Menschen eben ihren Himmelsvater mit diesem Namen bezeichneten. Weiters hatte er die Götter des Chaos und der Unterwelt als Verursacher hingestellt, weil das für die anwesenden Menschen auf Anhieb zu verstehen war. Doch tatsächlich wusste Baluum nach wie vor nicht, warum sein Bruder so gehandelt hatte. Trotz der intensiven geistigen Verschmelzung hatte er darauf keine zufriedenstellenden Antworten erhalten. Als ob eine zusätzliche Barriere im Gehirn seines Bruders aktiv gewesen wäre, die er aus irgendeinem Grund trotz mentaler Verschmelzung nicht hatte durchdringen können. Die Menschen ringsum starrten ihn stumm an. Sie wussten sichtlich nicht, was jetzt kommen würde. Was jetzt kommen musste.
Der alte Stadtgott von Uruk hielt seine gedankliche Klammer immer noch um Mashkashat geschlossen. Jetzt senkte er seinen Blick, um den schwer verletzten Körper seines Bruders anzusehen. Die Mikrokristalle in Mashkashats Körper hatten das Kommando über den reglosen Shambarraner übernommen. Baluum konnte durch die aufrechte Verbindung spüren, wie der Genesungsprozess in diesem geschundenen Körper auf Hochtouren lief. Wenn er jetzt keine weiteren Schritte mehr setzte, würde sich Mashkashat wieder vollkommen regenerieren.
Sein Bruder hatte vorgehabt, ihn vor den Augen der Menschen zu töten. So etwas war bisher ohne Beispiel auf diesem Planeten und der gesamten Galaxis gewesen! Nun lag es an ihm zu Handeln. Er konnte jetzt entweder den Körper seines Bruders zerstückeln, und die Einzelteile in weitem Umkreis verstreuen, um seine Regeneration endgültig zu unterbinden und ihn so komplett auszulöschen, oder aber ihn zum östlichen Kommunikationszentrum schaffen, um ihn den Himmelsvätern zu übergeben, auf das sie ihn persönlich richten würden. Baluum zweifelte jedoch nicht daran, dass sie ebenso seine Existenz beenden würden.
Doch hier fingen die Ungereimtheiten an. Er hatte bis jetzt immer noch keinen Kontakt zu den Himmelsvätern herstellen können. Obwohl er bereits mehrere dringende Anfragen an das Zentrum weiter geleitet hatte, war bisher keine Antwort eingetroffen. Baluum verstand das nicht.
In der Vergangenheit hatte er auf jede Anfrage umgehend Antwort bekommen. Oft hatten die Himmelsväter oder die ewigen Wächter bereits gehandelt, bevor er überhaupt Kontakt aufnehmen musste, weil sie ja die Aktivitäten auf dieser wie auch auf den anderen von ihnen kontrollierten Welten leicht überwachen konnten.
Da fiel Baluum ein, dass sein fehlgeleiteter Bruder angedeutet hatte, dass für die Himmelsväter das Ende gekommen sei.
Was für ein unsinniger und blasphemischer Gedanke! Die Väter kontrollierten diese Galaxis seit Äonen, denn ihre Essenz war in den Sternen selbst verteilt. Daher konnten sie auch durch das Zentralgestirn dieses Systems jederzeit mit den Abgesandten von Shambarra in Kontakt treten.
Und doch kam jetzt eben dieser Kontakt einfach nicht zustande.
Baluum hob wieder seinen Kopf und schaute in die erwartungsvollen Gesichter der Menschen ringsum. Die Shambarraner hatten sich durch die Zeiten hindurch das Vertrauen dieser Menschen erworben.
Mehr als 40.000 planetare Jahre war ihre Ankunft auf dieser Welt nun her. Baluum konnte sich immer noch an diese Zeit erinnern, denn er war seit dem nur wenig gealtert. Durch das ständige Verweilen in interdimensionalen Zwischenräumen, in denen auch ihre oft viele Jahre andauernden Ruheperioden abgehalten wurden, hatte die Zeit für die ohnehin langlebigen ursprünglich körperlosen Wesenheiten vom Shambarra-Sternsystem nur eine untergeordnete Bedeutung. Ein 40.000 Erdenjahre langer Einsatz stellte für einen Shambarraner nur einen kurzen Moment seines eigentlichen Lebens dar. Baluum selbst hatte bereits mehrere solcher Einsätze auf anderen Welten hinter sich. Es drängte ihn nichts nach Hause zurückzukehren, obwohl der grünlich schimmernde Mond Ni'Heberu zweifellos einer der schönsten Orte in der Galaxis war. Wenn er seine Augen schloss und träumte, konnte Baluum noch immer in Gedanken der schnellen Drehung des mehr als nur eindrucksvollen Riesenplaneten Shambarra folgen, der Tag und Nacht am Himmel seiner Heimatwelt zu sehen war.
Wie sehr er dort das gemeinsame zeitlose schwebende Leben nach der Geburt mit seiner Kristall-Gefährtin doch genossen hatte...

Doch diese Zeiten waren ein für alle mal vorbei. Jetzt fand sein neues Leben hier statt. Die Lebensformen dieser kleinen blauen Welt galten von Anfang an als vielversprechend bei den Vätern. Höheres Leben an sich war im Universum nichts besonderes, doch intelligente Lebensformen wie die Menschen waren selten. Daher waren Abgesandte des Volkes der Shambarraner und der Wächter auf diesen Planeten gesandt worden. Sofort nach ihrer Ankunft hatten sie damit begonnen, die intelligentesten Gruppen zusammenzuführen, um so ein starkes und geeintes Reich schaffen zu können.
Mit diesem Schritt war das göttliche Reich Zep-Tepi'i einst geboren worden, die sogenannte erste Zivilisation auf dieser Welt.
Ein menschlicher Himmelskönig war als Kontaktperson ernannt worden. Seine gewaltige Statue stand immer noch auf einem Hochplateau in den dichten Wäldern des Westens, etwa 1500 Kilometer von hier entfernt. Ein aus dem Fels heraus gehauener Löwe mit dem Kopf des alten menschlichen Himmelskönigs blickte als göttliches Zeichen gleichermaßen sowohl über ein fruchtbares Flusstal hinweg, als auch zu den nächtlichen Sternen auf. Damit hatten die Shambarraner, die von den Menschen von Anbeginn an als Jedaiahs bezeichnet worden waren, ein neues Glaubenssystem eingeführt, um den Bewohnern dieser Welt ein gemeinsames Ziel zu geben.
Doch sie hatten die Menschen damals falsch eingeschätzt, denn obwohl sie die Autorität der neuen Götter anerkannt hatten, waren die einzelnen Volksgruppen immer wieder aneinander geraten. Der schwarze Himmelskönig Hotu'u Ukambana, dessen Name bei den Menschen bereits weitgehend in Vergessenheit geraten war, hatte damals immer mehr an Akzeptanz verloren. Die Unfähigkeit der einzelnen Völker zur übergreifenden Zusammenarbeit, sowie sprachliche Barrieren hatten das gemeinsame Ziel einer friedlichen Einheit zerstört, und so zerfiel die erste Zivilisation nach relativ kurzer Zeit im Chaos. Unzählige Kriege folgten gegen den Willen der Jedaiahs, und die einzelnen Völker kehrten wieder in ihre angestammten Lebensräume zurück. Von diesem Zeitpunkt an wurde die Strategie geändert, und die einzelnen Völker individuell betreut.
Auch das erste shambarranische Untergrundzentrum wurde als sichtbares Zeichen der Erneuerung geräumt und versiegelt. So wichtige Anlagen wie das Kristallarchiv und die Kristallschmiede wurden von den ewigen Wächtern in das neue Zentrum unter dem östlichen Hochgebirge überstellt.
Irgendwann würde diese Welt sicher ein wertvoller Verbündeter des Reiches werden.
Bis dahin jedoch mussten störende Einflüsse auf die Entwicklung der Menschheit weitgehend vermieden werden.
Baluums Blick fiel wieder auf den reglosen Mashkashat zu seinen Füßen, der ein solcher störender Einfluss geworden war. Es war besser, ein kleines Glied zu opfern, als den gesamten Organismus zusammenbrechen zu lassen.
Langsam griff Baluum zu seinem Schwert, und zog es aus der rückwärtigen Halterung. Augenblicklich traten die Menschen in den vorderen Reihen einige Schritte zurück. Vielleicht ahnten einige von ihnen, was Baluum jetzt vorhatte. Etwas Ungeheuerliches war heute geschehen. Ein Gott lag blutend am Boden, besiegt von einem anderen Gott. So etwas passte nicht in die Welt der Menschen.
Und doch sahen sie es alle mit eigenen schockierten Augen. Niemand begriff in diesem Moment die Tragweite der Ereignisse. Niemand würde es so schnell begreifen können! Niemals mehr wieder würden die Götter als unbesiegbar und unsterblich dargestellt werden können. Das Weltbild der Menschen musste sich durch diesen Vorfall grundlegend ändern. Schweigend starrten die versammelten Krieger auf den großen Baluum und warteten darauf, was noch kommen würde.
Doch bevor der Stadtgott von Uruk zur Tat schreiten konnte, geschah etwas vollkommen Unerwartetes.

Ein lauter, abgehackter, schriller und hochfrequenter Schrei ertönte von oben, der sowohl die Luft, als auch die Ohren der Menschen in Vibration versetzte. Erschreckt schauten sie auf, und auch Baluum richtete seinen Blick in den Himmel.
Das konnte einfach nicht sein!
Nicht mehr hier auf dieser Welt! Das war doch unmöglich! Baluum wusste augenblicklich woher dieser Schrei kam. Es gab nur eine bekannte Kreatur, die in der Lage war, einen solchen Schrei in dieser Art auszustoßen. Doch diese Kreatur war kein Bestandteil der Welt der Menschen. Der Schrei war charakteristisch für die Reittiere der Hannun-Akhei, einer einstmals verbündeten Rasse der Shambarraner und der Väter. Doch nach Zerwürfnissen hatten die Himmelsväter das Bündnis mit ihnen beendet, und damit waren auch die wenigen Angehörigen dieser Rasse von diesem Planeten abgezogen worden.
Sie waren Geschichte, und doch bewies dieser Schrei jetzt genau das Gegenteil.

Im selben Augenblick erkannte auch ein Mensch diesen schrillen Schrei. Ein einzelner Mann auf der Stadtmauer von Uruk hatte ihn bereits vor einigen Jahren gehört. Während seiner Reise bis an die Grenzen der bekannten Welt waren er und seine Männer von einer Kreatur angegriffen worden, die genau solche Schreie ausgestoßen hatte. Nur er alleine war damals mit Mühe und Not mit dem Leben davon gekommen, weil das fürchterliche Geschöpf plötzlich von ihm abgelassen hatte. Nach diesen entsetzlichen Geschehnissen, die sich tief in seine Erinnerung eingegraben hatten, war sein zuvor schwarzes Haar für immer weiß geworden.
Taarokot Akatem war überzeugt davon gewesen, dass er damals Khumbawa, dem Wächter der Unterwelt, begegnet war. Und dieser Schrei konnte nur bedeuten, dass er gekommen war, um sein damaliges Werk zu beenden und auch ihn zu holen. Sein Rachedurst schien unersättlich zu sein. Es war töricht gewesen anzunehmen, dass er ihm entkommen war. Nach all den Jahren ging der Alptraum nun erneut los! Der Mann auf der Stadtmauer blickte als einziger Anwesender nicht auf. Er war regelrecht erstarrt.
Überzeugt davon das Verderben hierher gelockt zu haben, war er nun sicher, dass der Tod über sein Volk kommen würde, und er konnte nichts dagegen tun!

Baluum, der ehemalige oberste Beauftragte des galaktischen Reiches von Shambarra, hatte trotz oder gerade wegen seines hohen Alters die besten Augen von allen Anwesenden. Bei den intelligenten Lebensformen vom Shambarra-Sternsystem galt die umgekehrte Regel als sonst überall im bekannten Universum hinsichtlich des körperlichen Alterungsprozesses, denn sie wurden mit zunehmendem Alter anstatt schwächer und kränker immer stärker und leistungsfähiger. Das hing vor allem mit der Dauer der Wirkungszeit der molekularen Kristallsymbionten in ihrem Blut zusammen, die beständig mit ihren Körpern interagierten. Die Intelligenzen vom dritten shambarranischen Mond Ni'Heberu waren dabei natürlich nicht unsterblich, obwohl das für die kurzlebigen Menschen dieser Welt naturgemäß so erscheinen mochte, waren sie doch die göttlichen Jedaiahs.
Es hatte auch zu früheren Zeiten Diskussionen darüber gegeben ob es richtig war, bei fremden Lebensformen den Eindruck von leibhaftigen Göttern zu erwecken. Doch es hatte sich immer wieder gezeigt, dass man bei primitiven Völkern egal welches Planeten auf diese Art die schnellsten Resultate erzielen konnte. Der Götterstatus verlieh den Besuchern von außerhalb stets auf Anhieb das Vertrauen, das sie für ihre Arbeit brauchten, deshalb war ein solches Auftreten längst selbstverständlich für sie geworden.
Aus dem anfänglich kleinen punktförmigen Schatten in Sonnennähe schälten sich schon bald die für Baluum vertrauten Umrisse heraus. Er hatte mit seiner spontanen Vermutung recht gehabt.
Doch wie war es möglich, dass die Hannun-Akhei jetzt wieder hier waren? Und zu welchem Zweck?
Hatten sie die Väter geschickt? Waren sie wieder in das Reich von Shambarra integriert worden?
Zahlreiche Fragen tauchten in Baluum auf, die er sich nicht sofort beantworten konnte. Obwohl er nicht mehr als ein oberster Beauftragter des Reiches fungierte, hätten sie doch alle über eine solche Statusänderung informiert werden müssen!
So beobachtete er den Anflug mit wachsendem Misstrauen.
Das Geschöpf am Himmel wurde rasend schnell größer. Ein Hinweis auf seinen schnellen Sturzflug. Schon waren die beiden Flügel und Details des Kopfes zu erkennen. Damit waren für Baluum die letzten Zweifel ausgeräumt. Ein Cama'tzashacx war im Anflug! Und es schien sich dabei sogar um ein großes Weibchen zu handeln. Der Shambarraner erinnerte sich daran, dass die Hannun-Akhei bereits vor der Gründung der ersten Zivilisation von diesem Planeten wieder abgezogen waren.
Während ihrer aktiven Zeit waren sie vor allem im südlichen Bereich des großen Doppelkontinents aktiv gewesen, der weit im Westen von hier lag, und durch ein großes Meer vom Rest der Welt isoliert war. Aber auch dort waren damals schon Menschen gewesen. Küstenbewohner hatten sich immer wieder mit ihren Schiffen ins Unbekannte hinaus gewagt. Mal aus Versehen, dann wieder mit voller Absicht. Und immer wieder waren einige von ihnen auf diese große Landmasse getroffen. Auch von Norden her waren immer mehr menschliche Siedler in diesen neuen Lebensraum vorgedrungen, denn mit dem Abschmelzen der großen Eiskappe waren neue Wege möglich geworden. Doch der Wasserspiegel war seit damals kontinuierlich im Steigen, weshalb ständig Küstensiedlungen vom Meer überschwemmt worden waren. Das Klima dieser Welt war einem stetigen Wandel unterworfen.
Die Hannun-Akhei hatten damals von den Himmelsvätern den Auftrag bekommen das westliche Kommunikationszentrum zu errichten. Doch sie hatten sich dabei nicht auf einen einzigen Ort einigen können, und so entstanden mehrere lokale Zentren, die jedoch alle die Bezeichnung Xshi'bachalba trugen. Dieses Wort fand Eingang in sämtliche Sprachen der ortsansässigen Menschen. Bis heute verehrten die Bewohner des Westkontinents diese Orte, deren Name sich in etwa mit 'die göttlichen Plätze des Schreckens' übersetzen ließ. Denn obwohl dieser abgelegene Doppelkontinent die größten gefährlichen einheimischen Tiere dieser Welt beherbergte, hatten die Menschen doch seit jeher gemischte Gefühle hinsichtlich der fliegenden Cama'tzashacx gehabt, die schon immer als die treuesten Haustiere der Hannun-Akhei gegolten hatten. Die enge gedankliche Verbindung der Cama'tzashacx mit ihren Herren war in jenen Tagen durch eine sogenannte Kristallquelle ermöglicht worden, die als allerheiligster Bezirk immer komplett abgeschirmt gewesen war.
Als Vermittler zwischen den Menschen und den Hanun-Akhei waren Shambarraner eingesetzt gewesen, die in für die Menschen vertrauten Tiergestalten auftreten konnten. Doch mit dem Zerwürfnis der Hannun-Akhei mit den Himmelsvätern kam auch das Ende der Zusammenarbeit mit ihnen hier auf dieser Welt. Seit ihrem Abzug hatten ausschließlich die Shambarraner die Entwicklung dieser Welt übernommen.
Und jetzt nach all der langen Zeit der Absenz auf dieser Welt, war nun plötzlich wieder ein Cama'tzashacx im Anflug, auf dessen Rücken zweifellos ein Hannun-Akhei sitzen würde, der sein Reittier wie gewohnt mit Gedankenbefehlen steuerte. Doch welche Botschaft würde er bringen?
Plötzlich sauste ein kleiner Gegenstand auf gerader Linie durch die Luft und traf mitten hinein in die Gruppe versammelter Krieger. Ein einzelner Schrei aus einer menschlichen Kehle veränderte die Situation grundlegend.

So wie alle anwesenden Menschen beobachtete auch eine kleine Gruppe urukidischer und uridischer Kämpfer am Rand der Versammlung den anfliegenden Schatten. Noch vor wenigen Minuten waren sie erbitterte Feinde gewesen und damit beschäftigt, sich gegenseitig zu töten. Doch nach der Ansprache von Baluum hatte sich die Situation grundlegend verändert. Der Kampf war vorbei. Die Götter wünschten offenbar eine Wiedervereinigung der beiden Städte, und den Kriegern war das nur recht. Sollten das ihre Könige mit den Göttern untereinander ausmachen, Hauptsache sie konnten wieder nach Hause zu ihren Frauen gehen.
„Habt Ihr schon einmal einen so merkwürdigen Vogel gesehen?“
Ein rotgekleideter Uride hatte diese Frage in die Runde geworfen, während er wie die anderen in der Gruppe in Richtung der Sonne blinzelte, um den kleinen Schatten etwas genauer erkennen zu können. Ein Röcheln ließ ihn zu seinem Nachbarn schauen.
„Na, verschluckt?“
Im gleichen Augenblick erstarrte er, denn er erkannte den Grund seines Röchelns. Ein gefiederter Pfeil hatte den Oberkörper seines Nachbarn mit solcher Wucht durchbohrt, das die bluttriefende Spitze seitwärts wieder herauskam. Mit geübtem Blick erkannte er augenblicklich die geriffelte schwarze Vulkanglasspitze im Pfeilschaft! Es war ein Obsidianpfeil, das schärfste Material, das es überhaupt gab. Sehr selten und extrem teuer! Nur wenige Menschen besaßen so eine Waffe. Weder Kupfer, noch Bronze, Eisen oder eine andere Metallmischung konnte hier selbst in geschliffenem Zustand mithalten.
Jetzt tropfte bereits Blut aus dem Mund des Getroffenen, obwohl er immer noch stand. Und selbst als er fiel, war er nicht mehr fähig ein Wort von sich zu geben. Niemand sonst in der Gruppe schien von diesem Vorfall etwas bemerkt zu haben, denn alle starrten immer noch nach oben. Der Uride riss sich gewaltsam aus seinem Zustand der Überraschung. Ein Frieden wäre zu schön gewesen. So riß er Schild und Schwert nach oben in Verteidigungshaltung, und brüllte so laut er konnte:
„Achtung, Angriff! Geht in Deckung!“

Der unheimliche Angreifer aus der Luft bemerkte sofort den Ausbruch der hektischen Betriebsamkeit am Boden. Wie aufgeschreckte Ameisen liefen die Menschen ohne sichtbares Ziel wild durcheinander. Schilder wurden vom Boden aufgehoben und in einem verzweifelten Versuch sich zu schützen vor den Körper gehalten.
Doch im Abstand von nur wenigen Sekunden trafen die präzisen Todespfeile aus der Luft ihre Ziele, durchschlugen dabei Rüstungen genauso wie die viel zu dünnen Schilde. Er hatte noch nie ein Ziel verfehlt. Zu Hause hing sein Leben davon ab immer zu treffen. Seine Ankunft hier im Zweistromland hatte den gewünschten Erfolg gehabt. Auch den großen Shambarraner hatte der Schütze bereits inmitten der Menschen entdeckt, doch er war nicht sein Ziel. Eiskalt zielte er auf die wehrlosen Menschen, die panisch auf der Suche nach der doch nicht vorhandenen wirksamen Deckung vor seinen Angriffen waren. Genauso wie dumme Büffel oder Rüsselantilopen, die seiner Horde normalerweise als Nahrungsquelle dienten.
Immer wieder zielte er auf einen bestimmten Abschnitt des Randes der Versammlung dort unten, der möglichst weit weg von dem Shambarraner war. Jetzt sahen seine scharfen Augen, dass der zottelige Riese seinen Schild ergriff und sich kampfbereit machte. Der Jäger wusste, dass er vermutlich keine Chance gegen ihn haben würde, denn seinen Informationen nach war er einer der besten Kämpfer seines Reiches. Mit einem Gedankenbefehl ließ er sein Reittier daher sofort eine enge Kurve fliegen, um kein unnötiges Risiko einzugehen. Es war an der Zeit für Phase zwei seines Angriffes. Einen letzten Pfeil wollte er noch einem fliehenden Menschen in den Rücken jagen, bevor er seinen Bogen in die Halterung stecken, und sich zum Absprung fertig machen würde.
Er würde seinen Teil des Planes erfüllen, genauso wie die Königin den ihren!
Da spürte er den Hals seines Cam'Shax pulsieren. Sie hatte ihn ohne Pause die gesamte Strecke über Wasser und Land geflogen. Doch auf seiner Heimatwelt, die dreimal größer als dieser elende kleine Planet hier war, legten die fliegenden Riesen sogar die gewaltige Entfernung zwischen den beiden Polen zweimal im Jahr zurück, denn jeweils im Nord- und im Südsommer wurde dort der Nachwuchs geboren. Der vergletscherte Äquator wurde dabei stets überflogen. Hätte er ein kleineres Männchen genommen, wäre er nicht annähernd so schnell gewesen, denn männliche Cam'Shax konnten nur kürzere Distanzen ohne Pause überwinden.
Hier an seinem neuen Einsatzgebiet waren es jedoch die Pole, die vergletschert waren, was die jährliche Migration der Tiere überflüssig machte. Dadurch hatten sie größere Energiereserven für Aktionen wie diese hier übrig. Um so besser!
Doch nun war es auch für seinen CamShax an der Reihe sich zu nähren, daher füllten sich ihre Halsdrüsen mit den Sekreten des Feueratems, in einem unbändigen Verlangen nach frischem gebratenen Fleisch. Einen Moment lang hielt der Reiter inne und erzeugte tiefe brummende Töne, die seinen Körper augenblicklich in Vibration versetzten. Die Schwingungen gingen auf den Cam'Shax über, und sie zügelte ihren Wunsch nach Fleisch augenblicklich. Doch der Reiter wusste, dass es an der Zeit zum Fressen für sie war, und so übermittelte er nach einem kurzen Blick zur nahegelegenen Stadt auf gedanklichem Weg zwei neue Ziele in den Kopf des gewaltigen Flugwesens, das zur Bestätigung einen schrillen Kampfschrei ausstieß, der wiederum weit im Umkreis zu hören sein würde.
Ein Jäger war nur so gut, wie die gedankliche Verbindung mit seinem Reittier war. Von Geburt an wurde diese Verbindung der Zweisamkeit gepflegt. Selbst im Schlaf und über geringe Distanzen hinweg waren sie miteinander verbunden. Es dauerte Jahre eine erneute solche Verbindung mit einem anderen Cam'Shax aufzubauen. Und nicht wenige Krieger wählten lieber einen ehrenhaften Freitod, als sich der Prozedur einer erneuten gedanklichen Verschmelzung hinzugeben.
Endlich schoss der Jäger seinen letzten Pfeil ab und befestigte seinen Bogen an der Halterung auf seinem Rücken. Während unten ein weiteres Opfer fiel, fand seine Hand zielsicher den Griff des Obsidianschwertes, das an seiner Seite befestigt war. Er wählte absichtlich immer diese Waffe anstatt eines schwereren metallenen Schwertes, weil es ihm einfach gut in der Hand lag.
Und während sein Cam'Shax das Blut des Feindes kosten würde, wollte er selbst mit den eingearbeiteten überscharfen Obsidianklingen ein paar menschliche Köpfe von den Schultern abtrennen. Das sollte genug Aufmerksamkeit erzeugen, um den Shambarraner zum Handeln zu zwingen. Und damit würde sein eigentliches Ziel erst erreichbar werden! Ohne zu zögern stieß er sich ab und zog noch im freien Sturz sein Schwert.

Abermals stürzte ein Mann an seiner Seite, nachdem er kurz aufgeschrien hatte. Wasser spritzte hoch, denn sie hetzten gerade durch eine überflutete Senke. Ein kurzer Blick seitwärts genügte, um die Ursache des Sturzes zu erkennen. Ein gefiederter Pfeil steckte im Rücken des Mannes. Er war mit so gewaltiger Wucht in den Körper eingedrungen, dass der Schutzpanzer aus modernen Metallplättchen einfach durchschlagen worden war. Sie würden alle sterben wenn das so weiter ging.
Die Gruppe, der sich der Urukide angeschlossen hatte, veränderte wie schon zweimal zuvor sofort die Laufrichtung, doch es würde nichts nützen. Drei Leute hatte er bereits in der kurzen Zeit des unheimlichen Luftangriffes in seiner Nähe fallen gesehen, viele andere waren ihm wahrscheinlich entgangen. Was hier passierte überstieg das Vorstellungsvermögen des Kriegers. Jederzeit würde er sich einem Feind auf freiem Feld entgegenstellen, der normal auf dem Boden anrückte.
Doch jetzt wurden sie aus der Luft beschossen! So etwas hatte es noch niemals zuvor gegeben. Die Pfeile kamen von der unheimlichen schwarzen fledermausähnlichen Gestalt, die wie ein lebender Alptraum plötzlich am Himmel erschienen war. Es musste sich um einen Gott oder eher einen Dämon aus der Unterwelt handeln. Gegen eine solche Kreatur war ein Mensch machtlos.
Einem plötzlichen Einfall folgend schrie er so laut er konnte: „ Die Bäume! Versuchen wir unter den Bäumen Schutz zu finden! Nach links!“
Verzweifelt folgte die Gruppe dieser Idee, wohl wissend, dass bereits in der nächsten Sekunde ein weiterer Pfeil vom Himmel den sicheren Tod für den nächsten von ihnen bringen konnte.
Was spielten die Götter heute bloß für ein Spiel mit ihnen? Jetzt spürte der sonst so furchtlose Krieger zum ersten Mal Furcht und Hilflosigkeit in sich aufsteigen. Er lief wie ein zu Tode erschrecktes Weib kreuz und quer durch die Gegend. Sein einziger Trost war, dass es ihm nicht als Einzigem so erging. Die unheimliche fliegende Kreatur änderte plötzlich ihren Kurs und kam direkt auf sie zu. Wenigstens würde das Ende schnell kommen.

Während er dem Boden entgegen fiel nahm er das Umfeld genauer in sich auf. Ein Schlachtfeld! Überall verstreut zwischen den aufgescheuchten Kriegern lagen reglose geschundene Körper. Einige Feuerstellen brannten noch. Die Wasserläufe und Regenlacken hatten sich bereits rot vom Blut der getöteten Menschen gefärbt. Und in der Luft lag ein Geruch von Feuer und verkohltem Fleisch. Wunderbar!
Genau in einer solchen Umgebung fühlte sich ein Jäger seines Schlages am wohlsten. Gierig sog er die erregenden Gerüche dieses Ortes durch sein Riechorgan tief in seinen Körper ein. Sofort erhöhte sich sein Herzschlag. Sein Griff um das Schwert mit den eingearbeiteten Obsidianklingen wurde fester. Dann prallte er auch schon auf dem nassen Boden auf. Wasser spritzte hoch und bildete eine kurze Kaskade aus Regenbogenfarben um ihn herum. Nur wenige Schritte entfernt lief eine kleine Menschengruppe. Perfekt!
Sie würden seine erste Beute sein. Vielleicht nahm er sich auch gleich von diesen Kriegern einen Schädel als Andenken mit nach Hause über den Ozean. Und er würde auch ihr frisches warmes Blut trinken. Seine harte und dennoch geschmeidige Muskulatur hatte den Aufprall gut abgefedert. Er konnte ohne Zeitverlust sofort zuschlagen. Die Menschen hatten ihn bemerkt und stürzten sogleich auf ihn zu. Ihre lächerlich weichen Metallschwerter schwingend schrien sie irgend etwas in einer für ihn fremden Sprache. Eine Schlacht war keine richtige Schlacht ohne sein persönliches Eingreifen. Sein Schwanz peitschte aufgeregt das seichte Wasser. Der Hannun-Akhei war sichtlich in seinem Element. Er riss sein Maul auf und fauchte vor Freude.

Eben hatte die Gruppe noch die nahen Bäume erreichen wollen, da änderte sich die Situation abermals grundlegend. Während der große Schatten über sie hinweg zog, landete nicht weit entfernt von ihnen ein bedrohlich aussehendes Wesen, das direkt aus dem Himmel gefallen zu sein schien. Eine Wasserfontäne spritzte auf, als es im Wasser aufschlug. In der einen Hand hielt es eine gefährlich aussehende Waffe, während es sich mit der anderen aufstützte.
Der Feind war am Boden!
Ohne lange zu überlegen riss der Urukide sein Schwert hoch. Er wusste augenblicklich, dass seine Gruppe gejagt wurde, denn er spürte den scharfen Blick des Jägers auf sich ruhen. Doch er dachte nicht daran sich kampflos seinem Schicksal zu ergeben. Und jetzt war auch Schluss mit dem Weglaufen. Ein Feind in der Luft war unangreifbar. Auf dem Boden sah die Sache jedoch schon anders aus.
So stieß er ein Kommando aus und hoffte, dass die Gruppe ihm auch diesmal folgen würde.
„Achtung, Feind am Boden! Was auch immer das sein mag. Im Namen der Götter, folgt mir! Angriff!“

Die Geschichte der Menschheit ist eine nähere Betrachtung wert!

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Beitrag #2 |

RE: DIE BLUTKRISTALLKRIEGE - Buch 1 (Kapitel 1 - Teil 8)
Hallo,

jetzt wird es richtig spannend! Die Himmelsväter kann ich wohl vorerst als vertrieben abhaken, eine neue Großmacht übernimmt gerade die Erziehung der Erdlinge.

Der brave "Drache" findet hier auch genug Futter, es liegt ja herum wie Körner im Vogelhäuschen. Wie immer, wenn sich in der Geschichte der Menschheit eine Wende ankündigt.

Zitat:das erste shambarranische Untergrundzentrum

Dafür waren Pyramiden und bemalte Höhlensysteme also da!

Zitat:Der vergletscherte Äquator wurde dabei stets überflogen.

Der Planet hat eine um 90° gekippte Achse? Sozusagen "kreiselt" er nicht um die Sonne, sondern "rollt" ... nein, passt nicht. Dann gäbe es einen immer dunklen, und einen immer hellen Pol.
Ist es vielleicht ein Eisplanet und die Tiere suchen sich Brutplätze, die sich dank vulkanischer Aktivität zeitweise aufheizen?
Jedenfalls bin ich gespannt auf weitere Hintergründe.

Zitat:Überzeugt davon das Verderben hierher gelockt zu haben, würde nun der Tod über sein Volk kommen, und er konnte nichts dagegen tun!

Im Prinzip klingt der Satz gut, darum möchte ich eigentlich auch nicht daran herum mäkeln. Dennoch kommt er mir falsch strukturiert vor.
"Überzeugt davon [...] würde nun der Tod [...] kommen"
Der Tod ist überzeugt und kommt? Nein, der Silberlöwe ist überzeugt und der Tod kommt.
Insofern müsste es eigentlich heißen:
"Überzeugt davon das Verderben hierher gelockt zu haben, war er nun sicher, der Tod würde über sein Volk kommen. Und er konnte nichts dagegen tun!"

Zitat:deren Name sich in etwa mit 'die göttlichen Plätze des Schreckens' übersetzen lies

Ein Röcheln lies ihn zu seinem Nachbarn schauen.

Hier möchte ich noch anmerken, dass "lies" der Imperativ von "lesen" ist.
"Lassen" hat ein Doppel-S, die Vergangenheit davon endet deshalb auf ß: ließ.

Zitat:die viel zu dünnen Schilder.

Auch diese Verwechslung ist sehr beliebt.
"Schilder" sind Straßenschilder, Hinweistafeln und sowas.
http://www.duden.de/rechtschreibung/Schi...atte_Fleck
Schutzwaffen sind "Schilde", ohne r am Ende.
http://www.duden.de/rechtschreibung/Schi...ffe_Schirm

Zitat:dass es ihm nicht als Einzigen so erging

Hier finde ich, dass es "Einzigem sein sollte. Man könnte schließlich auch "dem Einzigen" sagen, das Dativ-M darf der Kürzung nicht zum Opfer fallen.

Dann wären da noch die Apostrophenkatastrophen:

Zitat:Taarokot's Augen

Mashkashat's Körper

als Jedaiah's bezeichnet worden waren

gegen den Willen der Jedaiah's

Und das Dass:

Zitat:ohne das es die Menschen mitbekommen hatten

Baluum zweifelte jedoch nicht daran, das sie ebenso

wohl wissend das bereits in der nächsten Sekunde

Bis zum nächsten Teil
coco


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Beitrag #3 |

RE: DIE BLUTKRISTALLKRIEGE - Buch 1 (Kapitel 1 - Teil 8)
Hallo coco,

Zitat:jetzt wird es richtig spannend!
Na das hoffe ich doch Icon_smile

Zitat:Die Himmelsväter kann ich wohl vorerst als vertrieben abhaken, eine neue Großmacht übernimmt gerade die Erziehung der Erdlinge.
Ich liebe den Zusammenprall von unterschiedlichen Kulturen und Lebensweisen in allen Größenordnungen. Ob und wie die neue Möchtegern-Großmacht erfolgreich die Macht in der Galaxis übernehmen kann, ist Teil der Geschichte, und dem Handlungsstrang möchte ich hier nicht vorgreifen.

Zitat:das erste shambarranische Untergrundzentrum...
Dafür waren Pyramiden und bemalte Höhlensysteme also da!
Es gibt offensichtlich auf bzw unter dem Giza-Plateau eine große Anzahl von Gängen und Kavernen, die weitgehend unerforscht sind. Einen kleinen Einblick in den unbekannten Untergrund gibt das sogenannte"Osiris-Grab"
http://www.thelostgod.com/recherche-osiris-schacht.htm

Zitat:Der Planet hat eine um 90° gekippte Achse?
Du darfst Dich nicht nur auf ein herkömmliches Einsonnen-Planetensystem konzentrieren. Es gibt viele fremdartige, aber dennoch denkbare Konstellationsmöglichkeiten. Die Heimatwelt der Shambarraner habe ich auf einem Mond eines Riesenplaneten angesiedelt. Während ich die Heimatwelt der"Drachen" in einem erkalteten Sternsystem angesiedelt habe, dass jedoch von zwei nahestehenden anderen Sonnen mit Licht und Wärme versorgt wird.
Oder es ist ein Planet mit um 90 Prozent gekippter Achse wie Du schreibst, doch an der Stelle eines Weiteren äußeren Planeten umkreist eine zweite Sonne den Zentralstern. Es gibt mehrere denkbare Möglichkeiten für einen vergletscherten Äquator. Es könnte sich auch um einen erkalteten Eisplaneten handeln, über dessen Pole zwei künstliche Sonnen im Orbit stehen...
Genau genommen habe ich mich noch gar nicht festgelegt, weil es noch nicht notwendig ist.
Ich liebe exotische Welten, doch da meine Geschichte eigentlich nur auf der Erde spielt, plane ich höchstens kurze gedankliche Erinnerungssprünge zu anderen Örtlichkeiten.
Doch meine Geschichte ist absichtlich sehr ausbaubar auf mehreren Ebenen gestaltet, und wer weiß, was noch alles kommen wird...

Und besonderen Dank wieder für Deine Mühe um die eingeschlichenen Fehler aufzuzeigen Icon_smile

Frohe Weihnachten für Dich und alle anderen Leser, die das hier mitlesen Icon_smile

El Lobo

Die Geschichte der Menschheit ist eine nähere Betrachtung wert!

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