Es ist: 14-11-2019, 14:51
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DIE WASSERWÜSTE
Beitrag #1 |

DIE WASSERWÜSTE
EDIT: 30.12.2015 Grund: komplette Neufassung der Geschichte

Nun ein neuer Handlungsstrang, der irgendwann in meine Geschichte einmünden wird. Es geht dabei um ein Volk, aus dem sich unter anderen einmal die Polynesier entwickeln werden.

Ort: irgendwo im Indischen Ozean
Zeit: 3123 vor Christus
Handlung: Vorstellung eines Volkes, welches das Meer seine Heimat nennt.



DIE WASSERWÜSTE



Akohoka schlug die Augen auf. Das ständige Schaukeln der Ebene fiel ihm gar nicht mehr auf, so selbstverständlich war das für ihn nach all der Zeit auf hoher See geworden. Ihre Reisen dauerten meist viele Jahre. Er drehte seinen Kopf, und sah im schwachen Licht, das durch die Zwischenräume der dünnen Holzstämme der Wände drang, die Umrisse einer Hängematte. Ohne sie richtig sehen zu können wusste er die noch tief schlafende Haukiami darin. Sie war der Hauptnavigator der Achterflotte, die aus acht gleichwertigen Verbundschiffen des Volkes bestand. Die einzelnen Schiffe wiederum bestanden aus drei fest miteinander verbundenen Kriegskanus, die alle aus starken Bäumen gefertigt worden waren. Die Bautechnik, um genau geschnittene Holzteile mit geflochtenen Seilen stabil miteinander zu verbinden, hatte das Volk selbst entwickelt.
Der breitschultrige Mann erhob sich geräuschlos von seinem Schlafplatz. Haukiami würde noch eine ganze Weile schlafen, denn sie war bis in die frühen Morgenstunden mit Kursberechnungen beschäftigt gewesen.
Bevor sie schlafen gegangen war, hatte sie ihn pflichtgemäß über die Neuigkeiten informiert, und ihm sogar einen Erinnerungsstab gelassen, in dem die wichtigsten Punkte sowie der neue Kurs eingraviert waren.
Automatisch griff er nach dem Stab und hob ihn hoch. Über die ertastbaren Kerben und Rillen konnte er ihre Botschaften problemlos lesen.
Die wichtigste Neuigkeit war das Auftauchen eines neuen Sternes im Sternbild der Wasserschlange. Dieser neue Stern war der Grund ihres langen nächtlichen Einsatzes. Weder stand er still an einem bestimmten Ort wie andere Sterne, noch gehörte er zu den Wandersternen, die regelmäßig langsam auf bestimmten Bahnen über den Himmel zogen. Etwas war an diesem Stern anders, denn weder waren seine Bewegungen noch sein Kurs gleichmäßig. Und er schwankte auch beträchtlich und unregelmäßig in der Helligkeit. So eine Erscheinung hatte der Navigator noch niemals zuvor beobachtet. Genau betrachtet war die Bezeichnung Navigator irreführend, doch es gab keine weiblichen Ausdrucksweisen in der Sprache des Volkes der Maaohi'i. Es war ohnehin einleuchtend, dass immer die einzige Frau an Bord die Rolle des Navigators übernahm, denn genau dafür waren sie in der für Fremde verbotenen Heimat von den Ältesten und den Schamanen ausgebildet worden.
Übergangslos schien die Sonne durch die Ritzen der Wände, und das Innere der einzigen geschützten Schlafstelle an Bord wurde schlagartig erhellt. Die Hütte war nicht größer als sechs Schritte in jeder Richtung, und sie war dem Beobachter und Schiffshäuptling Akohoka und dem Navigator Haukiami vorbehalten. Es hätte auch zwischen all den Stabkarten und Messwerkzeugen des Navigators niemand sonst hier Platz gefunden. Die Mannschaft schlief immer draußen auf der Ebene, die aus bearbeiteten und zusammengebundenen Holzbalken bestand. Die Ebene verband alle drei Schiffskörper fest miteinander, und bildete dadurch eine stabile Fläche, auf der die Besatzung lebte
Der Beobachter band sich den bodenlangen roten Umhang um, der ihn für alle sichtbar als Häuptling kennzeichnete . Er war genau wie sein knielanger Rock aus den Federn der Kiwan'anua, der großen flugunfähigen Vögel vieler Inseln, hergestellt worden.
Dann setzte er sich die Karuana in Form eines geschnitzten Küstenvogels auf und band sie ebenfalls unter seinem Kinn zusammen. Das hölzerne Vogelgesicht der Beobachterkrone war weiß bemalt, mit einem deutlichen großen, gelben und vorstehenden Schnabel. Hinter den aufgemalten schwarzen Punktaugen säumte ein aufgesteckter Kranz aus hölzernen Federn den Rand.
Nur der Beobachter eines Schiffes durfte einen solchen Kopfschmuck tragen, denn nur er hatte das Recht um die Awarumu'u herbeizurufen, die ihn und seine Krieger in den Himmel tragen konnten. Und nur er als Beobachter verstand ihre Sprache zumindest ansatzweise, und konnte dadurch mit ihnen sprechen.
Zu guter Letzt schnappte er sich den Trommelstock, dessen Spitze einen detailliert geschnitzten Vogelkopf bildete, mit dem er die Sprache der Awarumu'u trommeln konnte. Die Hilfe dieser großen Himmelsfische war aber nur selten erforderlich, doch wenn er sie brauchte, dann konnte er sie aus den Tiefen der Meere herbeirufen. Ein Geschenk ihres Gottes!
Nach einem letzten Blick auf die schlafende Haukiami verließ er die Hütte der Schiffsführung, indem er die dicken Federdecken des Einganges zur Seite drückte und die zwei Stufen abwärts stieg. Die leicht erhöhte Position der Hütte bewirkte, dass sie kaum jemals überflutet wurde, während die Ebene bei hohem Wellengang oft nass wurde.
Obwohl seine in dünnen Lederschuhen steckenden Füße kaum ein Geräusch gemacht hatten, drehte sich der Schiffskoch augenblicklich um und grüßte den Beobachter gebührend:
„Guter Wind, Akohoka!“
Der Beobachter musste gegen die Sonne blinzeln, um den Koch wenigstens schattenhaft erkennen zu können. Akohoka hingegen war aus der Richtung des Schiffskochs durch die noch tief stehende Morgensonne schön beleuchtet, und seine Tataus, welche den gesamten Oberkörper, die Arme, und sogar sein Gesicht zierten, kamen dadurch gut zur Geltung. Die unzähligen in die Haut geritzten schwarzen Linien und Muster würden demjenigen die Lebensgeschichte des Beobachters erzählen, der diese Zeichen richtig deuten und lesen konnte.
Mit der Erwiderung der gleichen Floskel begann der Beobachter und oberster Schiffshäuptling seinen morgendlichen Rundgang. Es roch bereits nach geräuchertem Fisch, denn der Koch war zweifellos schon einige Zeit an der Arbeit. Das ewige Feuer in der Vertiefung des Feuersteines brannte durch ständige Zufuhr an Fischöl, einem Rohstoff, den jeder Fisch in sich trug. Die beiden großen Fangnetze waren auch bereits wieder unter dem Schiffskörper in Stellung gebracht worden. Die vierundvierzigköpfige Mannschaft wollte stets mit ausreichend Nahrung versorgt werden, auch wenn sie wie jetzt gerade nichts zu tun hatten. Der Beobachter sah seine Männer wahllos verstreut auf der Ebene liegen, oder sitzen. Manche hatten auch einen Platz auf den Hängematten gefunden.
Es waren durchweg kräftig gebaute, gebräunte und dunkelhaarige Männer, die teilweise auch einen dichten Bartwuchs trugen. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Maaohi'i eigentlich aus zwei Völkern gebildet wurden, die jedoch immer mehr miteinander verschmolzen.
Akohoka sah die Ruder unbeachtet neben den Ruderplätzen frei herum liegen. Es hätte es zwar lieber gesehen, wenn sie ordentlich verstaut und festgebunden waren, doch so waren sie wenigstens schnell einsatzbereit, wenn sie gebraucht wurden. Ein Blick auf die beiden geblähten unten spitz zulaufenden Hauptsegel zeigte an, dass die AOROT'EA gute Fahrt vor dem Wind machte. Ein Blick zurück zur zweiten Ebene, die praktisch das Dach der Hütte bildete, zeigte dem Beobachter, dass alles in Ordnung war, denn der eingeteilte Mann dort oben signalisierte ihm sofort das entsprechende Handzeichen.
Akohoka signalisierte zurück, das er jetzt übernehmen würde, und begab sich zu den Netzgestellen zwischen dem und linken und mittleren Bug seines Schiffes. Seine beiden freien Hände umfassten die Sicherheitsplanke, denn er hatte seinen Trommelstock vorhin an der Hüfte befestigt, wo er ihn jederzeit erreichen konnte. Er liebte diesen Platz, der ständig feucht von der aufgewirbelten feinen Gischt der drei Schiffsbuge war. Die beiden Äußeren waren mit Darstellungen der Awarumu'u verziert, während der mittlere Bug die überlebensgroße Statue ihrer Hauptgottheit Ruoro-Mokkuru zeigte, der immer als geflügeltes und gehörntes Krokodil dargestellt wurde. Jedes Schiff trug den Schutzgott in dieser Art mit sich, denn dadurch wurde ihr Dorf geschützt, und nichts anderes waren die Verbundschiffe für das Volk der Maaohi'i. Ein Dorf, welches mitten auf dem Wasser schwamm, und dessen Vorstand der Häuptling war, der auch zumeist die Stellung als Beobachter hatte. Die Unsinkbarkeit des Wasserdorfes garantierten dabei die unzähligen leeren und wieder versiegelten Kokosnussschalen, welche die Schiffskörper teilweise ausfüllten. Dank dieser genialen Einführung der Schwimmkörper ging kaum ein Schiff in den Weiten der Meere verloren.
Zu beiden Seiten erkannte Akohoka die restlichen Schiffe der Achterflotte mit ihren großen roten Segeln. Sie lagen genau auf Parallelkurs mit ihnen. Die Blicke des Beobachters verloren sich in der leicht gewölbt erscheinenden Ferne der Wasserwüste, wie das Volk der Maaohi'i ihre kugelförmige Meeresheimat nannte. Das Wortelement Wüste betonte dabei aber nur die Gleichförmigkeit der vertrauten Umgebung. Den Landbegriff Wüste für Lebensfeindlichkeit kannte das Volk der Meere hingegen gar nicht.
Mit dem Durchschneiden eines jeden neuen Wellenkammes spritzte die feine Gischt als weiße Fontänen hoch. Diese Wasserfontänen erinnerten Akohoka an die Atemöffnungen der großen Fische, die sie manchmal jagten, wenn die kleinere Beute zu wünschen übrig ließ.
Dass die Wasserwüste eine Kugelgestalt hatte, hatten bereits ihre Vorfahren zweifelsfrei ermittelt, denn wenn sie eine bestimmte Richtung nur über längere Zeit beibehielten, dann kamen sie automatisch wieder an den Anfangspunkt ihrer Reise zurück. Dieses Wissen war bereits alt.
Genau wie das Wissen um Ruoro-Mokkuru.
Akohoka kannte die Legende von den Alten, in der die Götter einst all das Wasser auf einer gewaltigen Kugel verteilt hatten, um den Maaohi'i eine Heimat zu geben. Das Volk bevorzugte als festen Lebensraum ausschließlich kleine und abgelegene Inseln, zu denen die Landvölker keinen Zutritt hatten, weil sie weder über die notwendigen Schiffe, noch über die Fähigkeiten verfügten, um die Wasserwüste sicher zu überqueren.
Die Maaohi'i verachteten die primitiven Landvölker, weil sie das Geschenk der Götter nicht als Lebensraum anerkannten. Das Wasser war alles, was das Volk zum Überleben brauchte. Auf den großen Landmassen, von denen sie auf Geheiß ihres Gottes immer Abstand hielten, würden sie nur verdorren, und in jenen primitiven Zustand abgleiten, in dem die Landvölker ihrem Gott nach steckten. Ruoro-Mokkuru hatte sie stets davor gewarnt, das Geheimnis der Awarumu'u mit den Festländern zu teilen. Genau aus diesem Grund waren ihnen Flüge in das Innere der großen Landflächen verboten. Niemand unter den Maaohi'i stellte dieses Tabu in Frage.
Doch in Akohoka hatten sich Zweifel breit gemacht. Es war auch streng verboten, mit den Festländern zu sprechen, und doch hatte er diesen Tabubruch bereits vor einigen Jahren bewusst begangen, ohne das ihn Ruoro-Mokkuru dafür bestraft hätte, wie der Navigator es damals prophezeit hatte. Wieder und wieder hatte sich Akohoka die gleiche Frage gestellt:
Wo war ihr Gott die ganze Zeit über?
Den alten Legenden nach war er früher immer von Schiff zu Schiff geflogen, um seinem zerstreuten Volk nahe zu sein. Deshalb wurde er stets geflügelt dargestellt. Doch von seiner einzigen direkten Begegnung mit ihm vor vielen Jahren, in der zu seinen Ehren errichteten einzigen künstlichen Inselstadt der Maaohi'i, wusste der Beobachter, dass ihr Gott eigentlich überhaupt keine Flügel besaß. Er versuchte sich immer wieder die eindrucksvolle Gestalt ihres Gottes in Erinnerung zu rufen. Der kräftige aufrecht stehende Krokodilleib, eineinhalb mal so groß wie ein Mensch. Dazu der rötliche Schein zwischen seinen Hörnern, der allen Statuen jedoch fehlte. Die von den Inselschamanen unterwiesenen Navigatoren sagten dazu immer, man müsse sich die Statuen von Ruoro-Mokkuru mit der Sonne über dem Kopf vorstellen, um einen richtigen Eindruck von seiner Macht zu bekommen. Doch die Frage blieb: Wo war der mächtige Gott? Warum zeigte er sich nicht mehr seinem Volk?
Akohoka blickte zum Kopf der Statue hoch, während er sich an einen Teil seiner damaligen Ansprache wieder erinnerte:
„Niemals dürfen Außenstehende über die Awarumu'u erfahren. Dieses göttliche Geschenk dient ausschließlich dem Volk der Maaohi'i. Wer dieses Tabu bricht, gefährdet unser großes Volk. Das erhabene Volk der Wasserwüste wird eines Tages die Botschaft der Götter hinaus zu den Primitiven tragen. Doch noch ist die Zeit dafür nicht gekommen. Achtet meine Gebote, und Ihr werdet belohnt werden. Missachtet meine Gebote, und Ihr besiegelt Euer Ende damit selbst.“
Wiederholt hatte sich Akohoka gefragt, was ihr Gott mit diesen Worten gemeint haben könnte, doch niemand durfte göttliche Worte in Frage stellen. Ob Ruoro-Mokkuru wusste, dass sie sein Tabu bereits einmal gebrochen hatten, als plötzlich fremde Schiffe der Primitiven inmitten der Wasserwüste aufgetaucht waren? Er hatte mit den Primitiven sogar gesprochen, und ihnen mit Hilfe der Awarumu'u den Weg zurück zu ihrem Land gezeigt!
Damit hatte sich der Beobachter der AOROT'EA klar gegen den Rat der Navigatoren gestellt. Er hatte einfach keine Bedrohung in den Primitiven gesehen, nur hilflose Angehörige eines fremden Volkes, die sich in der Wasserwüste verirrt hatten. Ruoro-Mokkuru hatte diesen Tabubruch bis heute nicht geahndet.
Nach den Geschichten der Ältesten hatte sich ihr Gott früheren Generationen der Maaohi'i beinahe jeden Mondzyklus gezeigt. Wie sollten die Frauen auf all den verstreuten Inseln der Wasserwüste ihren Kindern einen Gott nahebringen, der sich selbst nicht mehr nahe brachte? Auf keiner der Inseln, die sie in den letzten Jahren besucht hatten, um für die nächste Generation zu sorgen, hatte sich ihr Gott gezeigt. Auf manchen Inseln schon viele Generationen hindurch nicht mehr!
Akohoka verstand nicht, warum ihr Gott sie niemals besuchen kam, wie das in der Vergangenheit offensichtlich immer wieder der Fall gewesen war.
„Akohoka!“
Die helle Stimme des Navigators unterbrach seine seltsamen Gedankengänge. Er wandte sich um und erblickte Haukiami auf der oberen Ebene der Unterkunft. Sie musste unmittelbar nach ihm die Hütte verlassen haben, ohne das er es gemerkt hatte. Oder war er länger in Gedanken versunken gewesen, als er das eigentlich vorgehabt hatte?
Was war nur los mit ihm? Als Beobachter und Schiffshäuptling hatte stets den Überblick über alles und jeden zu haben.
Und jetzt war ihm sogar Haukiami entgangen! Mit ihren ineinander gesteckten Navigationsstäben visierte sie gerade den Stand der Sonne an. Sie hatte keine Probleme damit, eine der wenigen Frauen in der Schiffsgruppe der Achterflotte zu sein, denn ihr Rang als Gelehrter der Heimat machte sie für die Mannschaft praktisch unantastbar. Wenn überhaupt ein Mann sie berühren durfte, dann war es ein Beobachter, oder ein anderer Navigator. Doch es war nicht gut, solche Handlungen öfter als unbedingt notwendig zu machen, denn dafür waren ja die verschiedenen Inselaufenthalte gedacht, auf denen es im Unterschied zu den Schiffen wesentlich mehr Frauen als Männer gab.
Der Beobachter gab sich einen inneren Ruck und löste sich von der vorderen Sicherheitsplanke, um mit Haukiami zu sprechen.
Die Männer starrten ihm stumm nach. Er wusste das sie auf neue Befehle warteten, doch seit dem nächtlichen Kurswechsel nach Süden aufgrund des göttlichen Zeichens am Nachthimmel hatte es keinen Grund für weitere Handlungen der Mannschaft gegeben, da der Wind kontinuierlich aus Achtern kam, und die AOROT'EA schneller antrieb, als es die Männer mit ihren Rudern je konnten.

Akohoka stieg die Sprossen zur oberen Ebene hoch und stellte sich neben den Navigator, der ihn jedoch zunächst gar nicht zur Kenntnis nahm. Emsig verschob Haukiami ihre Stäbe, und bestimmte damit sowohl Standort als auch ihren Kurs. Nicht einmal der Beobachter war zu diesem Können in allen Einzelheiten befähigt.
Haukiami hatte so wie immer ihre Brüste mit einem Kiwan'anua-Kleidungsstück bedeckt. Sie stellte niemals ihre weiblichen Reize unnötig zur Schau. Um ihren Hals trug sie die wertvolle goldene Kette der Navigatoren, an dessen unterer Spitze der seltsame bewegliche Stein hing, der sich auf seiner Holzscheibe im Wasser immer in eine bestimmte Richtung drehte. Der Finger der Götter!
Auf ihrem Kopf trug sie eine zierliche Karuana, die drei bestimmte Sterne zeigte. Ihre langen schwarzen Haare liefen in zwei seitlichen geflochtenen, und einen mittigen glatten Zopf aus.
Plötzlich sprangen ihre Augen von den Messlatten hinüber zu Akohoka.
„Wir befinden uns nahe eines bekannten Landeinschnittes. Du weißt, dass Ruoro-Mokkuru uns aufgetragen hat, die Wasserwüste hinsichtlich der Orientierung der einzelnen Landmassen zu erkunden. Hier ergibt sich jetzt eine Gelegenheit dazu, die ich mir nicht entgehen lassen möchte.
Signalisiere der Flotte uns nach Norden zu folgen, Akohoka. Bevor wir ganz nach Süden abdrehen, will ich diesen Wasserarm erkunden, von dem wir bisher nur die Mündung kennen.“
Sie hatte nicht einmal Zeit für eine normale Begrüßung aufgebracht. Es lag Akohoka fern, seinem Navigator zu widersprechen, obwohl sie sich damit selbst widerlegte, hatte sie doch letzte Nacht noch von einem göttlichen Zeichen gesprochen, welches sie dazu veranlasst hatte, mit der ganzen Achterflotte südwärts zu segeln. Akohoka wagte einen Einwand:
„Was ist mit dem Zeichen der Götter von letzter Nacht? Willst Du es nun ignorieren?“
Haukiami funkelte ihn an. Er war zwar der eigentliche Schiffshäuptling, aber die Navigatoren waren durch ihr gewaltiges Wissen die spirituellen Führer der Maaohi'i, und es war klug, den Worten der Navigatoren zu folgen.
„Akohoka, das Zeichen letzter Nacht war eindeutig. Ich habe das nicht vergessen. Die Änderungen in der Helligkeit waren eine deutliche Botschaft. Doch selbst mein Wissen reicht nicht dafür aus um die Sprache der Götter vollkommen zu verstehen. Die Götter haben mit diesem Schauspiel eine Gefahr angekündigt. Das ist sicher! Aber sie haben uns auch noch etwas anderes mitteilen wollen. Und deshalb müssen wir jetzt einen Umweg nach Norden machen.“
Doch Akohoka gab nicht so schnell auf. Haukiami hatte angedeutet, das im Norden ein sehr schmaler Wasserarm lag. Das bedeutete, dass sie nahe an die Festländer herankommen mussten. Er selbst hatte kein Problem damit, denn seine Neugierde war ohnehin bereits seit der letzten Begegnung mit den seltsamen instabilen Schiffen der Festländer geweckt. Doch gerade die Navigatoren hatten ja immer die Nähe der langen Küsten gemieden.
„Und wenn wir entdeckt werden, Haukiami? Du weißt ja bereits, dass auch die Festländer über Schiffe verfügen.“
„Und wenn schon. Sie können uns nicht gefährlich werden. Ihre Schiffe sind langsam und schwach, und sie wissen nichts von der Wasserwüste!“
„Aber in einem schmalen Wasserarm sind wir eigentlich in deren Revier. Soll ich die Awarumu'u anfordern? Nur für alle Fälle, meine ich.“
Haukiami sah ihm tief in die Augen. Sie hatte seinen Tabubruch vor einigen Jahren nicht verhindern können. Doch auch sie hatte erkennen müssen, das Ruoro-Mokkuru deshalb nicht eingeschritten war, und auch niemanden bestraft hatte. Doch wenn sie jetzt erlauben würde, dass Akohoka die Awarumu'u um die Schiffe versammelte, dann würde ihr die heikle Situation dort vielleicht vollends aus der Hand gleiten. Noch hörte Akohoka auf sie, doch sie spürte in seinem Inneren bereits einen gefährlichen Keim, der sich auszubreiten drohte. Ihr Gott hatte sich vielleicht momentan etwas zurückgezogen, doch er konnte jederzeit wieder aktiv werden. Den alten Lehrern zufolge hatte es solche Zeiten auch in der Vergangenheit gegeben. Und wenn er dann bei seinem Wiedererscheinen erkannte, dass sie sämtliche seiner Tabus am laufenden Band gebrochen hatten, fürchtete sie um die Existenz der ganzen Flotte. Denn die Macht der Götter durfte niemals unterschätzt werden.
Entsprechend vorsichtig fiel ihre Antwort aus:
„Die Awarumu'u sind unsere letzte Verteidigungswaffe, Akohoka. Wir dürfen sie nicht auf einen bloßen Verdacht hin und ohne konkrete Bedrohung rufen. Das würden uns die Götter niemals verzeihen!
Doch wenn der Fall eintreten sollte und wir tatsächlich ihre Hilfe brauchen, dann stehe ich hinter Dir. Die Awarumu'u sind immer schnell zur Stelle. Es genügt sie später zu rufen, wenn wir sie wirklich brauchen!“
Auch wenn sie als Navigator alles Wissen der Alten in sich vereinte, so wusste sie dennoch fast nichts über die Awarumu'u. Weder war bekannt wo ihre richtige Heimat war, noch wie lange sie tauchen konnten. Dass sie eigentlich auf dem Land zuhause waren, erkannte Haukami daran, dass sie über Beine an Stelle von Flossen verfügten. Sie war auch bereits mehrmals mit diesen Giganten geflogen, wenn Akohoka sie in der Wasserwüste gerufen hatte. Sie konnte aber nicht mit ihnen sprechen. Nur die Beobachter kannten die Trommeltöne ihrer Sprache. Um ihre Antworten zu hören, mussten sie sich aber unter Wasser aufhalten. Oberhalb war nichts von ihnen zu hören. Das Wasser war voller Geräusche und Worte. Viele Fische sprachen dort miteinander. Doch keine Fische hatten eine Sprache wie die Awarumu'u.
Diese fliegenden Giganten waren einzigartig. Wie sie von Akohoka wusste, hatte es bereits Zwischenfälle gegeben, in denen fremde Schiffe von den Himmelsfischen vernichtet worden waren. Manchmal übermittelten die Awarumu'u den Beobachtern einige Dinge, die sie dann auch weiter an die Navigatoren gaben. Doch sie vermutete richtig sprechen mit ihnen konnten nur die Götter.
Der Beobachter schien mit ihrer Antwort zufrieden zu sein:
„Das sehe ich ein, Haukami. Also erkunden wir Deine Wasserstrasse. Vielleicht ist meine Vorsicht auch unbegründet, und wir treffen dort niemanden an. Doch ich habe Dir ja von den Fällen erzählt, wo es bereits zu feindlichen Kontakten gekommen ist. Die Festländer drängen immer weiter in die Wasserwüste hinaus. Wir müssen uns vor ihnen in Acht nehmen, denn in der Nähe der Küsten könnten sie auch uns gefährlich werden.“
Auch wenn Akohoka grundsätzlich auf die Festländer neugierig war, so war er dennoch kein blinder Narr. Er war als oberster Schiffshäuptling auch gleichzeitig für die Sicherheit des Flottenverbandes zuständig. Es war eine Sache, ein paar hilflosen Festländern in der Wasserwüste zu helfen. Sollten die Festländer allerdings eine Bedrohung für sie in der Nähe der Küste darstellen, würde er nicht zögern sie alle zu vernichten, denn diese Macht hatte ihnen ihr Gott gegeben, egal ob er sie nun besuchte oder nicht. Die Awarumu'u waren eine greifbare Wirklichkeit.
Haukiami orientierte eine Stabkarte auf dem Boden in einer Art und Weise, dass bei neuem Kurs der Schatten eines Mastes in gleicher Linie wie ein bestimmter Holzstab verlaufen musste. Als sie sich wieder aufrichtete, sah sie Akohoka in die Augen:
„Wir werden spätestens Morgen die Wasserstraße vor uns haben, wenn dieser Kurs eingehalten wird. Die Küste ist nahe“
Akohoka verstand zwar nur wenig von der Navigation, dafür umso mehr von der Steuerung eines Schiffes. An den Planken der Plattform stehend gab er sofort die dazu notwendigen Befehle:
„Achtung, neuer Kurs des Navigators! Ruderreihe rechts auf Position! Beide Steuerruder auf Sonnenschatten ausrichten! Segelschwenk um eine Vierteldrehung zum Sonnenkreis! Hinteres Segel halbe Drehung entgegen dem Sonnenkreis! Vorwärts Männer, an die Arbeit!“
Die Männer, die alle für bestimmte Aufgaben geschult waren, hatten die klaren Befehle verstanden und machten sich sofort an die Arbeit, während der Beobachter wieder nach unten stieg. Aus einer hölzernen Klappe an Deck holte er das passende Signaltuch und band es an das vorgesehene Seil, um es zur Mastspitze hochziehen zu können. Damit würde die Flotte folgen. Für genauere Absprachen mussten sich die Schiffe aber erst mehr annähern.
Somit steuerten die Verbundschiffe der Maaohi'i einem Schicksal entgegen, dass die Götter für sie bestimmt hatten.

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Beitrag #2 |

RE: DIE WASSERWÜSTE
Hallo El Lobo,

das Wasservolk ist auf jeden Fall interessant. Besonders gefällt mir die Navigationsmethode mit den Winkeln zur Sonne. So oder ähnlich muss das funktioniert haben, bevor es den ersten Kompass gab.

Der "seltsame Stein" erinnert bestimmt nicht nur zufällig an einen roten Kristall. Irgendwie muss sie ja die göttlichen Zeichen mitten in der Nacht sehen.

Zitat:und Ihr besiegelt Euer Ende selbst“

Der fehlende Punkt am Satzende trübt die Lesefreude seeehr. Icon_wink

Zitat:und kam neben dem Navigator zu stehen

Das geht bestimmt so, klingt für mich aber sehr ungewohnt. Auch wenn es wohl eine regionale Variation ist, hätte ich "kam [...] zum Stehen" geschrieben.

Zitat:Wenn überhaupt ein Mann sie berühren durfte, dann war es ein Beobachter, oder ein anderer Navigator.

Icon_cool Der Satz ist lustig! Anscheinend hat das Volk kein allgemeines Wort für "Mensch". Darum wird ein anderer Navigator ist zwangsläufig mit als Mann bezeichnet. Sprache ist schon eine putzige Erfindung ...

Zitat:von einem göttlichen Zeichen in der Nacht gesprochen, dass sie dazu veranlasst hatte

Welches sie dazu veranlasst hatte ... also "das" mit nur einem s.

Gruß
coco


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Beitrag #3 |

RE: DIE WASSERWÜSTE
Hallo coco,

diese Zeilen sind mir nur mal gestern Nacht so aus den Fingern gerutscht. Es sind nur erste Arbeits-Gedanken für den neuen Handlungsstrang des Wasservolkes. Ich möchte alles noch viel persönlicher aus der Sicht von Akohoka von Beginn an schreiben, dem Beobachter, der sich im Gegensatz zum Navigator des Schiffes eigene Gedanken zu den überlieferten Traditionen und Tabus macht.
Zitat:Der "seltsame Stein" erinnert bestimmt nicht nur zufällig an einen roten Kristall. Irgendwie muss sie ja die göttlichen Zeichen mitten in der Nacht sehen.
Eigentlich hatte ich hier mehr einen magnetischen Stein im Kopf, der sich auf einer Holzscheibe schwimmend nach den magnetischen Linien ausrichtet, und damit eine zusätzliche Orientierungshilfe bietet.

Zitat:Besonders gefällt mir die Navigationsmethode mit den Winkeln zur Sonne.
Die alten Navigatoren haben bestimmt hunderte Sterne nach ihren Positionen und Aufgangszeiten gekannt(ich habe ja auch einige Jahre als Hobbyastronom hinter mir). So war es ihnen möglich auch kleine Inseln gezielt anzulaufen, indem sie ihre Positionen irgendwie anvisiert haben(Mastspitze, selbstgebaute Holzmessgeräte, Holzstabkarten, und ähnliches). Ein spannendes Thema, das mich schon lange interessiert.

Zitat:Wenn überhaupt ein Mann sie berühren durfte, dann war es ein Beobachter, oder ein anderer Navigator.
Hier hatte ich eigentlich im Sinn, dass die Schiffsführung, egal ob männlich oder weiblich, über dem gemeinen Volk im Rang steht, und von daher keine sexuellen Handlungen mit Untergebenen erlaubt und gestattet sind.

Zitat:Irgendwie muss sie ja die göttlichen Zeichen mitten in der Nacht sehen.
Hier ist ein neuer Stern gemeint, den sie am Nachthimmel beobachtet hat. Denn alle Himmelszeichen sind zugleich göttliche Zeichen...

Akohoka wird übrigens ein wichtiger Protagonist in meinem Roman werden...

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Beitrag #4 |

RE: DIE WASSERWÜSTE
Hallo Leute,
Aufgrund diverser Anregungen habe ich meine Geschichte hier komplett neu umgestaltet.
Viel Spaß beim Lesen Icon_smile

El Lobo

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Beitrag #5 |

RE: DIE WASSERWÜSTE
Hallo,

super, so gefällt es mir viel besser! Das Schiff und die völlig neue Kultur des Wasservolks kommen deutlich verständicher rüber. Dadurch, dass man sich von der Hütte aus quer übers Schiff bewegt, ist die Szene auch schön lebendig, wie ein Rundflug um den Schauplatz.

Zitat:drei fest miteinander verbundenen Kriegskanus

Kriegskanus? Wenn das Volk strikt Abstand von anderen hält, dürfte es wenig Bedarf an Kriegsbooten geben. Nennenswerte Feinde scheinen ja auch erst in der Entwicklung zu sein. Ich hätte eher Wohnkanus erwartet, also die breiteren mit Platz für "Gepäck und Grill".

Zitat:Die Ebene verband alle drei Schiffskörper fest miteinander, und bildete dadurch eine stabile Fläche, auf der die Besatzung lebte

Stelle ich mir das richtig vor, wenn ich mir als untere Etage einen Trimaran denke aus drei großen Kanus und einer Art von Floß dazwischen?

Zitat:durch ständige Zufuhr an Fischöl, einem Rohstoff, den jeder Fisch in sich trug.

Letzteres dürfte klar sein. Deshalb würde ich den rot markierten Teil ersatzlos streichen.

Zitat:Es hätte es zwar lieber gesehen, wenn sie

Lustiger Tippfehler: Er/es Icon_smile

Zitat:Akohoka sah die Ruder unbeachtet neben den Ruderplätzen frei herum liegen.

Hier hätte ich gern eine genauere Beschreibung der Ruder gehabt. Denn für mich als Kanu-Laie können nur Paddel frei herumliegen.

Ruder hingegen nenne ich diese "Rückwärts-Paddel" die am Boot befestigt sind, häufig mit nur einem Arm bewegt werden und, nun ja, eben rückwärts beschleunigen.
Da fällt mir ein, auch das Steuer-Paddel, welches zum Lenken nach hinten gehalten wird, nennen wir oft Ruder. Alle anderen vorwärts paddelnden Paddel sind aber grundsätzlich Paddel.
Icon_wink
Sorry für den Wortsalat. Aber ich bin, wie gesagt, bloß ein Laie der höchstens fünf Tagestouren im Jahr paddelt. Mein Sprachverständnis sagte hierbei "hä?". Da auch andere Leser eher wenig Ahnung von Paddeln/Rudern haben werden, wollte ich das nur mal notieren.

Zitat:Akohoka signalisierte zurück, das er jetzt übernehmen würde, und begab sich zu den Netzgestellen zwischen dem und linken und mittleren Bug seines Schiffes.

1) dass
2) ein "und" zu viel

Zitat:Dass die Wasserwüste eine Kugelgestalt hatte, hatten bereits ihre Vorfahren

So korrekt es auch ist, zweimal "hatte" klingt nach Stottern. Icon_wink
Vorschlag: "Dass die Wasserwüste eine Kugelgestalt besaß, hatten bereits ihre Vorfahren"

Zitat:Als Beobachter und Schiffshäuptling hatte stets den Überblick über alles und jeden zu haben.
Entweder: "Ein Beobachter ..."
Oder: "hatte er stets ..."

Zitat:Die Küste ist nahe“

Hier fehlt ein winziges Pünktchen am Satzende.

Zitat:ohne das er es gemerkt hatte

Er wusste das sie auf neue Befehle warteten

Haukiami hatte angedeutet, das im Norden

Auch hier: dass

Einen guten Flug ins neue Jahr wünscht
coco


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Beitrag #6 |

RE: DIE WASSERWÜSTE
Hallo coco,

Zitat:Kriegskanus? Wenn das Volk strikt Abstand von anderen hält, dürfte es wenig Bedarf an Kriegsbooten geben.
Oh, ein Fehler von mir Icon_smile In dieser Zeit kann es noch gar keine Kriege zwischen einzelnen Inselvölker geben. Das kommt erst später... Danke für das Aufpassen Icon_smile

Zitat:einen Trimaran denke aus drei großen Kanus und einer Art von Floß dazwischen?
Hey, danke, ich wusste gar nicht dass es Trimarane in echt gibt Icon_smile Kannte auch das Wort gar nicht. Genau dieses Konzept habe ich im Kopf!

Zitat:Letzteres dürfte klar sein. Deshalb würde ich den rot markierten Teil ersatzlos streichen.
Glaubst Du? Ich denke dass ich sehr wohl erwähnen muss woher die Leute brennbares Öl beziehen, sonst kommt vielleicht gleich die Frage wie sie so viel Brennholz mitnehmen können um Feuer zu machen... Icon_smile

Zitat:Sorry für den Wortsalat. Aber ich bin, wie gesagt, bloß ein Laie der höchstens fünf Tagestouren im Jahr paddelt.
Oh, da bin ich ja noch mehr Laie Icon_smile Ruder - Paddel ??? ich werde genau darüber nachlesen und das dann umschreiben. Danke für den Hinweis.

lg El Lobo

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Beitrag #7 |

RE: DIE WASSERWÜSTE
Ein wichtiger Teil meiner großen Geschichte über die Menschheit macht auch neue Fortschritte:
DAS VERGESSENE KÖNIGREICH DER MEERE !

Manche Menschen glauben ja, die Geschichte der Südseeinseln beginnt mit ihrer Entdeckung durch europäische Seefahrer.

Gelehrte datieren den Beginn der Besiedlung der polynesischen Inseln immerhin auf etwa 1500 v.Chr. zurück.

Doch die wahre Geschichte sieht ganz anders aus!

Willkommen im Südseereich von Aohiva'moana'kaupu'u, dem vergessenen Königreich der Meere!

Wer etwas von der polynesischen Sprache versteht, wird in dem ungewöhnlichen Namen dieses Königreiches die Wortelemente für Erde, Land, heilige Urheimat und Krieger finden.

Die genaue Übersetzung von Aohiva'moana'kaupu'u wäre demnach etwa: "Die ewigen Krieger des einen heiligen Wasserlandes"

Es ist das Jahr 3123 vor Christus!

Ariki'i (König) Haukea-Taakua ist der neue Herrscher über das größte Königreich der Erde. Voller stolz blickt der Anführer des Volkes der Maaohi'i zur großen bemalten Steinfigur (Moai Maea) von Aruku Akunga Maru'u auf. Einer wichtigen Ursprungslegende der Maaohi'i nach war es dieser sagenhafte Urahn seines Volkes gewesen, der vor vielen Generationen mit dem Auszug aus dem einstigen Großreich Sepuuna-Tep-Ungoa den Grundstein seines jetzigen unabhängigen Königreiches gelegt hatte. Damit hatte er sich als erster Ariki'i und Volkssprecher mutig gegen den Willen der Götter gestellt, die damals alle Völker dieser Welt vereinen hatten wollen. Alle anderen Völker waren danach seinem Beispiel gefolgt, und konnten fortan ihre eigenen Wege gehen.
Obwohl der Ariki'i gelegentliche Ausnahmen erlaubt, folgen die Maaohi'i seit jener Zeit dem heiligen Tapu (Verbot), keinen Kontakt zu den Landvölkern herzustellen, um ihr vernetztes Reich nicht zu gefährden. Tatsächlich verfügen die Maaohi'i über 5000 Jahre vor der Erfindung des modernen Internets bereits über ein weltweites Nachrichtennetz, welches sowohl den Ariki'i als auch die lokalen Inselkönige zu den bestinformiertesten Menschen des gesamten Planeten macht. Sie sind damit auch das einzige Volk ihrer Zeit, welches über die Kugelgestalt der Erde Bescheid weiß!

Die Geschichte der Menschheit ist eine nähere Betrachtung wert!

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Beitrag #8 |

RE: DIE WASSERWÜSTE
Ähm, okay, so war das also wirklich.

(04-11-2016, 15:29)El Lobo schrieb: Tatsächlich verfügen die Maaohi'i über 5000 Jahre vor der Erfindung des modernen Internets bereits über ein weltweites Nachrichtennetz

Wobei Nachrichtennetze an sich nicht Neues sind. Allein die Buschtrommel-Sprachen aus Afrika sind ja quasi wie Rundfunk. Icon_smile


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Beitrag #9 |

RE: DIE WASSERWÜSTE
Ja, das afrikanische Buschtrommel-Netzwerk ist eine Möglichkeit, sich über große Entfernungen miteinander zu verständigen.
Ich meine aber hier ein globales Netzwerk, dass mit dem Medium des Wassers funktioniert.
Die Wale zeigen uns heute noch eindrucksvoll, über welch große Distanzen sie unter Wasser kommunizieren können, und das trotz aller Lärmverschmutzung und Jagdstrategien des modernen Menschen.
Welche Möglichkeiten mag es da erst in früheren Zeiten gegeben haben?
Und was, wenn der damalige Mensch gelernt hätte, dieses einstige Netzwerk anzuzapfen und für seine eigenen Zwecke zu gebrauchen...
Um ein Bild einer phantastischen Zivilisation zu erschaffen, brauche ich dafür nicht die Erde zu verlassen und irgendwelche Aliens präsentieren.
Auf unserer eigenen Welt gibt und gab es genug Möglichkeiten, die sich der engstirnige sogenannte moderne Mensch kaum mehr Vorzustellen in der Lage ist, geschweige denn ihre ehemalige mögliche Existenz zuzugestehen...
Wie sagen doch die Altertumswissenschaftler so treffend : Was sich nicht mit eindeutigen Funden belegen lässt, hat es nie gegeben, Punkt!

Die Geschichte der Menschheit ist eine nähere Betrachtung wert!

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Beitrag #10 |

RE: DIE WASSERWÜSTE
Die naturverbundenen Maaohi'i sind ihrer Tradition nach gegenüber den alten Göttern, die sie aus ihrer Heimat hatten vertreiben wollen, skeptisch eingestellt, und sie beten daher absichtlich auch nicht die Sonne als höchsten Gott an. Für sie gibt es nur erdgebundene Naturgottheiten wie etwa Tanatea'a, den Gott der Stürme, Ua-Roa, den Regengott, oder den Feuergott Makea-Ma'uka, der sich von Menschenfleisch ernährt.
Eine Ausnahme bildet die Silbersonne der Nacht. Dem Mond werden wenigstens zu großen Festen in Form der Mondgöttin Mavatea Opfergaben dargeboten.
Doch um auch dieses typische Steinzeitvolk ein wenig im Auge behalten zu können, haben sich die für die Entwicklung der Menschen verantwortlichen Shambarraner einen Trick ausgedacht. So ist einer der ihren eine besondere Verbindung mit einer auf der Erde nicht vorkommenden Baumart eingegangen, den das Volk der Maaohi'i nun Mahetae, den Götterbaum, nennt.
Ihrem Glauben nach ist sein Samen bei einem Ausbruch eines feuerspeienden Berges durch Makea-Ma'uka aus dem Inneren der Erde ausgespuckt worden.
Bei intensiven Anrufungen formt dieser Baum, der durch das Volk der Meere mittlerweile eine große Verbreitung auf den verschiedenen Inseln findet, ein entfernt menschenähnliches Antlitz, das mit dumpfer Stimme zu den Menschen spricht. Die verbreitete mentale Stimme der Jedaiahs kommt hier absichtlich nicht zum Einsatz. Nur den lokalen Inselkönigen ist es vorbehalten, im Inneren eines solchen Baumes zu leben.
In letzter Zeit hat es einer der Abgesandten des Himmelsvaters aber doch noch geschafft, als Krokodilgottheit Ruoro-Mokkuru bei den Maaohi'is Fuß zu fassen. Seither gelten die an sich aggressiven großen Salzwasserkrokodile als heilige Tiere, die auf einigen Inseln im fernöstlichen Raum sogar gezüchtet werden.
Dort haben die Eingeborenen damit begonnen, eine steinerne Tempelanlage aus den Steinsäulen eines alten Feuerberges zu errichten...

Die Geschichte der Menschheit ist eine nähere Betrachtung wert!

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