Es ist: 22-09-2020, 14:52
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Ins Dunkle ferner Nächte (II.II)
Beitrag #1 |

Ins Dunkle ferner Nächte (II.II)
Countdown: Addendum

I n s D u n k l e f e r n e r N ä c h t e

(II.II)

Es war still in der Zeitmaschine.
Charly saß in ihrem Stuhl, wobei es mehr ein Liegen war. Die rechte Hand ruhte in dem Gelkissen und ihre Finger berührten die kleinen Kontaktpunkte darin, mit der sie die Drohne steuern konnte. Mit der linken Hand bediente sie eine kleine halbbogenförmige Tastatur, auf der sie der TMA Befehle erteilen konnte. Normalerweise war die Spracheingabe das bevorzugte Mittel, aber da sie mit Allison Verbindung halten und gleichzeitig ihren Tatort beobachten musste, hatte sie sich für diese Vorgehensweise entschieden. Auch wenn es eine Multifunktionalität erforderte, sowohl ihre Kollegin, als auch TMA und Drohne im Kopf zu vereinen. Zum Glück schwieg Allison gerade und sie konnte das Fluggerät, das sie erst vor ein paar Tagen entdeckt hatten, mühelos über die Dächer der Nacht nach Westen fliegen.
Warum hat Q uns das verschwiegen?, fragte sie sich. Er gibt doch sonst auch gerne mit seinen neuesten Spielzeugen an.
Es befand sich, wie auch Allisons Anti-Gravitations-Anzug und einige andere Sachen, zwischen Innen- und Außenhülle in zusätzlichen Fächern, die nicht so groß waren, wie die im unteren Deck. Allerdings hatte ihnen niemand, weder Q noch Max, von diesem zusätzlichen Stauraum erzählt.
Hm, dachte sie und schob die Fragen zu denjenigen, die auch noch auf eine Antwort warteten. Später. Nicht jetzt.
Sie steuerte die Drohne einige Meter über die Dächer, ließ sie schließlich schweben und richtete die Kamera nach unten, wo nur wenige Menschen durch das spärliche Licht in den Gassen zu sehen waren. Die angrenzende Straße war die Aldgate High Street. Nachdem sie einige Befehle auf die Tastatur getippt hatte, wurde der Bildausschnitt auf der Leinwand vergrößert. Eine digitale Anzeige daneben gab die Uhrzeit mit 20:28 Uhr an.
Zwei Frauen waren zu sehen. Die eine schleppte die andere, wobei letztere aussah, als könnte sie kaum gehen. Beide trugen die gleiche Kleidung wie Flynn, nur aufgebauschter und abgenutzter. Wobei die Hüte noch eher ihren alten Glanz aufwiesen.
Sie korrigierte den Standort der Drohne, ließ sie ein wenig sinken und zoomte näher heran, doch mehr als unklare Schatten kamen nicht dabei heraus. Erst nach einem weiteren Befehl, als der Nachtsichtmodus eingeblendet wurde, waren die beiden Frauen klarer zu erkennen.
Diejenige, die kaum noch laufen konnte, wurde von der TMA als Catherine Eddowes identifizieren.
Sie war klein und hatte dunkles, kastanienbraunes Haar - zumindest stand das in der Meldung. Das einzige Bild, das von ihr existierte, zeigte ihre verstümmelte Leiche nach der Autopsie, die morgen stattfinden würde. Die andere Frau blieb eine Unbekannte, von der sie ein Screenshot machte und speicherte.
Sie sprachen miteinander, was aber aufgrund des prasselnden Regens kaum zu verstehen war. Charly sah zwar Lippenbewegungen, das war aber auch schon alles.
Eddowes löste sich abrupt von der Unbekannten, schwankte, hielt sich an der Hauswand fest und brach beinahe wie in Zeitlupe zusammen, bis sie mit dem Oberkörper in der Gosse lag. Die Unbekannte beugte sich zu ihr, sagte irgendwas, das Charly wieder nicht hören konnte, erhob sich wieder und ging schnellen Schrittes von Dannen.
Wer ist das?, fragte sie sich, rief die gespeicherten Bilder aller Beteiligten auf und verglich sie mit dem aufgenommenen Screenshot, doch da war nichts.
Auf der Leinwand übertrug die Drohne immer noch das, was am Grund der Straße gerade vor sich ging. Eine Menschenmenge hatte sich zwischenzeitlich um die Frau in der Gosse gebildet. Dann tauchten zwei Polizisten auf, drängten die Zuschauer zur Seite, halfen Eddowes auf und nahmen die schwer taumelnde Frau mit.
So weit, so gut, dachte Charly. Die Polizei wird sie erst in einigen Stunden entlassen. Jetzt ist Allison dran.

*

Das nächste Mal losen wir es anders aus, dachte Allison und versuchte sich vorsichtig zu strecken ohne irgendeine Dachpfanne dabei zu lockern. Der Rauch aus den nahen Kaminen trieb ihr ins Gesicht, doch das störte sie nicht. Sie war immer noch froh zu sitzen. Denn auch wenn sie wussten, was der Anzug für eine Funktion hatte und sie ihn an den Docks ausprobiert hatten - ein kleiner Sprung am Kai im Schutze des Lagerhauses, wobei Allison ausgesehen hatte, als wäre sie ein Astronaut auf dem Mond - entschieden sie sich dafür, dass sie zum ersten Tatort zu Fuß gehen sollte. Dafür hatten sie eine (leider zeitintensive) Route durch dunkle Gassen ausgewählt, die besonders zur Nachtzeit mehr verlassen als lebendig war.
Sie starrte durch den V.I.S.O.R. auf die Berner Street, die horizontal unter und vor ihr lag. Links von ihr auf der gegenüberliegenden Seite, an der Kreuzung zur (senkrecht verlaufenden) Fairclouth Street, befand sich der Berner Street Club. Ein Ort, wo sich Sozialisten mit den schlimmen Zuständen in Whitechapel befassten. Hinter den Scheiben Licht und Schatten, durchsetzt von Gesang.
Soviel dazu, dachte sie.
Laternen waren hier spärlich vertreten, dazu noch in viel zu großen Abständen voneinander platziert. Deren schmutziges Licht passte zwar perfekt in die Umgebung, war aber viel zu schwach. Zum Glück hatte der V.I.S.O.R. einen Nachtsichtmodus, durch den sie die Umgebung gut beobachten konnte. Vom Eckhaus mit dem Club links bis zur Mündung der (ebenfalls senkrecht verlaufende) Commercial Road rechts von ihr. (Die kleinen Statusanzeigen und Identifikationsmeldungen der vorbeilaufenden Personen, die am Rand eingeblendet wurden, nervten dabei nach einiger Zeit.)
Sie hatte sich seit Stunden kaum gerührt, war auf dem Dach zu einer Statue mutiert. Eine versteinerte Skulptur, die mit der Nacht verschmolz und von niemandem dort unten bemerkt wurde. Denn obwohl die Menschen dort unten wussten, dass da irgendwo ein Mörder frei durch das Viertel lief, war die Aktivität recht hoch wie sie fand. Stundenlang. Ein Hin und Her.
Um 23:45, als es immer noch nicht aufgehört hatte zu regnen, kam ein Mann aus der Fairclouth und begab sich zur Hausnummer 64 auf Allisons Seite, wo er stehen blieb. Er sah sich um und sein Blick blieb bei einem Pärchen hängen, die gegenüber bei Hausnummer 68 standen. Eine kleine Frau zusammen mit einem etwas größeren Mann im Schatten.
Sie hatte eine helle Gesichtsfarbe, lockige dunkle Haare und trug ein schwarzes Kleid ohne Entenhintern, darüber eine ebenfalls schwarze Jacke mit einem karierten Schal. Er dagegen einen kurzen schwarzen Mantel und eine dunkle Hose. Mit einer Schirmmütze, wie sie Seeleute bevorzugten.
Der V.I.S.O.R. erfasste die beiden Personen und eine Meldung erschien am rechten Blickfeldrand:
Frau: Elizabeth Stride, Alter 42.
Mann: Unidentifizierte Person.
Das sehe ich auch, dachte Allison und hatte ihn genau im Blick. Doch als ob er etwas geahnt hätte, drehte er ihr nie sein Gesicht zu. Dafür konnte sie ihn teilweise hören. Als sie sich geküsst hatten und sie ihm etwas ins Ohr flüsterte, hörte sie seine Stimme.
"Du würdest doch alles sagen außer der Wahrheit!"
Ihr fuhr ein Schauer den Rücken und sie schaute vorsichtig auf die digitale Anzeige, um sich zu vergewissern, dass es noch nicht die Mordzeit war: 23:48 Uhr.
Der Seemann ist unsere einzige Spur, dachte sie und sah den beiden hinterher, wie sie aus der Berner Street in die Fairclouth einbogen und nach Norden verschwanden.
Sie hatte sich lange mit Charly darüber unterhalten, ob sie bereits vor dem Mord mit der Verfolgung beginnen sollte, aber sie waren letztendlich zum Ergebnis gekommen, dass es besser sei, direkt vor dem Tatort zu warten. Denn irgendwann würden beide Personen wiederkommen.
Vorher allerdings betrat der Mann Haus Nummer 68 und verschwand im Inneren.
Und der Regen wurde stärker.
Zehn Minuten später kam ein weiterer Mann zum Dutfields Yard, der zwischen Hausnummer 40 - die sich rechts des Berner Street Clubs anschloss - und Nummer 42 lag. Es handelte sich dabei um einen schmalen Zugang zu einem Hinterhof ohne Ausgang zu einer anderen Straße, der von zwei Toren verschlossen werden konnte. Jetzt standen sie offen und gewährten dem Mann ungehindert Einlass, der daraufhin im Dunkel verschwand. Einige Minuten später traten drei Männer aus dem Vordereingang des Street Clubs und verstreuten sich in der Nacht.
Um 0:30 Uhr ging ein Mann zu Hausnummer 30, schloss die Tür auf und verschwand im Inneren, als Stride und der Seemann aus dem Norden wieder auftauchten.
Die Arme ineinander verschlungen, gingen sie langsam die Fairclouth Street entlang und blieben im Schatten zweier Laternen stehen. Sie mit dem Rücken zur Wand eines Internats, und er so vor ihr, dass sie sich ihm nur schwer entziehen konnte. Fünf Minuten später kam ihnen ein Streifenpolizist entgegen und musterte die beiden. Er verlangsamte für einen Moment seine Schritte, tat jedoch nichts und ging weiter. Dafür konnte Allison hören, wie Stride zu ihrem Begleiter sagte:
"Nein, nicht heute Nacht. In einer anderen Nacht."
Was auch immer das bedeutete, denn leider war der Regen derart laut geworden, dass es kaum möglich war jedes geflüsterte Wort zu hören. Er prasselte vom Himmel auf die Dachpfannen und übertönte die eigentliche Geräuschkulisse.
Sechs Minuten später trat bei Nummer 36 gegenüber des Clubs eine Frau aus dem Haus, stand beinahe zehn Minuten davor und beobachtete einen Mann mit einer schwarzen Tasche, der rechts von der Commercial Road kam. Er wirkte müde, grüßte aber die Frau von Nummer 36 stumm mit einem Tippen an seinem Hut, bevor er in die Fairclouth nach links einbog und die Frau wieder ins Haus trat.
Fast zeitgleich kam eine weitere Person rechts von der Commercial Road zum Club, versuchte durch den Vordereingang hinein zu kommen, was aber nicht gelang.
Mit einem Fluch auf den Lippen, den Allison oben auf dem Dach nicht genau zuordnen konnte, wandte er sich um, ging zurück und verschwand im Dutfields Yard.
Genau jetzt löste sich das Pärchen aus der Starre, bewegte sich von der Fairclouth am Club vorbei in die Berner Street, während gleichzeitig noch eine Person von der Commercial Road kommend den Club passierte, allerdings auf Allisons Straßenseite.
Das muss Israel Schwarz sein, dachte sie und beugte sich ein Stück vor, soweit es ging.
Als Stride mit ihrem Begleiter vor den offenen Toren des Yards ankam, war Schwarz auf gleicher Höhe. Er hatte den Blick gesenkt, konzentrierte sich auf das Kopfsteinpflaster und blendete seine Umwelt einfach aus.
Dann schrie Stride, als ihr Begleiter sie auf einmal packte und in den dunklen Innenhof zerren wollte.
Allisons Müdigkeit war wie weggeblasen, gleichwohl empfand sie nicht die Panik, die sie 1975 überfallen hatte. Die Pille sorgte für eine wohlige Taubheit und packte ihr Empfinden in unsichtbare Watte. Interessiert - und mehr war es nicht - verfolgte sie, wie Schwarz sich doch aus seiner Lethargie löste, sich umsah und stehen blieb. Stride wehrte sich noch und plötzlich wurde die Eingangstür des Street Clubs aufgestoßen.
Ein weiterer Mann trat heraus, wobei sein Bauch von einer gewissen Gemütlichkeit zeugte. Er trug einen langen dunklen Mantel, einen breiten Hut mit Krempe und einen rötlich-braunen Schnurrbart. In seiner Hand eine Pfeife, die er gerade anzünden wollte, als er zuerst den Mann auf der anderen Seite sah, und schließlich Stride mit ihrem Begleiter.
Dann ging alles ganz schnell.
Schwarz bekam Angst, drehte sich um und rannte einfach weg. Der Pfeifenmann rief ihm noch "Heda! Warten Sie!" hinterher, eilte dann aber zu dem Seemann, riss ihn von der Frau los und schleuderte ihn auf das Kopfsteinpflaster.
Bis hierhin läuft alles korrekt, dachte Allison und beobachtete, wie der Seemann verdutzt liegen blieb, sich dann doch aufrappelte und auf den Pfeifenmann stürzen wollte, doch dieser zückte ein Messer und hielt es dem Mann drohend entgegen.
"Seid ein Gentleman", hörte Allison seine laute und glasklare Stimme. "Und geht Eures Weges."
Der Seemann knurrte etwas unverständliches, überlegte noch, ob er eine Chance hatte. Dann entfernte er sich widerwillig (und rückwärtsgehend) bis zu Hausnummer 68, wandte sich schließlich um und rannte davon.
Allison sah ihm staunend hinterher, dann zu Stride und dem Pfeifenmann, die sich vor dem Yard unterhielten.
Haben wir doch die Zeit verändert?, überlegte sie. Warum läuft er weg?
So wie es aussah, dankte Elizabeth ihrem Retter gerade, wollte ihn sogar umarmen, doch er hob abwehrend die Hände. Ein Blick auf die digitale Anzeige an ihrem Arm: 0:55 Uhr.
Als sie wieder zum Dutfields Yard schaute, stand niemand mehr davor.
Was?
Elizabeth Stride war genauso verschwunden wie der Pfeifenmann.
Wo sind sie?
Dafür wurde bei Hausnummer 30 die Tür geöffnet, doch anstelle des Mannes, der vorhin eingetreten war, erschien eine Frau, schaute die Straße entlang und verschwand nach einigen Sekunden wieder.
Allison runzelte die Stirn, das unter der Maske nicht zu sehen war. Sie starrte in den Yard, sah aber weder Gestalten, noch Bewegungen darin. Nichts außer tiefste Dunkelheit.
Was ist hier los?
Aus der Fairclouth Street trabte eine Kutsche heran und riss sie für einen Moment vom Yard los.
Louis Diemschütz!
Gleichzeitig öffnete sich wieder die Eingangstür des Street Clubs und entließ einige Männer in die kalte Nacht, die den Kutscher anscheinend kannten. Der Mann auf dem Bock tippte zum Gruß an seine Mütze und bog in den Yard ein.
Nach einigen Metern hörte Allison, wie das Pferd plötzlich scheute. Es hatte die Leiche von Elizabeth Stride entdeckt. Und genau in dem Moment, als Diemschütz vom Bock sprang und seinen vierbeinigen Freund beruhigen wollte, fiel es ihr auf, dass niemand in den vergangenen Stunden durch den Vordereingang des Clubs hereingekommen war.
Nur von hinten durch den Yard!, dachte sie und suchte nach den Männern, die gerade den Club verlassen hatten. Als eine nahe Kirchenglocke genau ein mal schlug, hatten sie sich bereits aufgeteilt. Aber einen von ihnen konnte sie gerade noch erkennen, bevor er (trotz des Bauches) schneller werdend in einer anderen Gasse verschwand.
Der Pfeifenmann!

*

In der TMA herrschte dunkles Rotlicht und erzeugte eine höllische Gemütlichkeit. Ganz anders dagegen die Klänge, die leise von der Decke herab regneten. 'Und ich schau nicht mehr zurück' von XAVAS, was überhaupt nicht zur Thematik passte, außer für Charly. Sie lag nicht mehr, sondern saß in ihrem Stuhl, lauschte dem Lied und lächelte.
"Man sollte sich vor gar nichts fürchten", sang sie leise mit, während sie die Drohne auf einem der Dächer gegenüber der Bishopsgate-Polizeistation parkte. "Es gibt keinen Grund nicht nach vorn zu sehen."
Und zwar so, dass sie mit der Kamera noch den Eingangsbereich erfassen konnten, bevor sie die Triebwerke abschaltete.
"Glaub mir Bruder, ich schau nicht mehr zurück."
Lange Zeit passierte nichts, außer, dass einige Polizisten kamen und gingen. Manchmal mit weiteren Betrunkenen, manchmal auch nur zum Schichtwechsel. Ansonsten blieb das übertragene Bild in der Mitte immer gleich. Trostlos. Hoffnungslos. Ein Elend von Viertel, das sich dort abzeichnete.
Ein Blick zur Uhr: 0:30 Uhr. Dann gähnte Charly ausgiebig, bevor sie sich streckte und beendete das Lied. Stille flutete wieder zurück in die Zeitmaschine.
Hm, dachte sie. Und jetzt?
Sie schaute zur Leinwand, auf der rechts in einem kleinen Fenster Allisons Übertragung zu sehen war. Momentan tonlos, weil sie schwieg. Oder nichts zu sagen hat.
Links waren die Bilder der beteiligten Personen abgebildet. Leider gab es bis auf Annie Chapman, dem zweiten Mordopfer, kein Foto, dass jemanden lebend zeigte. Weder die anderen Mordopfer, noch die Tatverdächtigen, wie beispielsweise Joe Barnett, dem Freund des letzten Opfers. Meistens waren es nur historische Zeichnungen aus den damaligen Zeitungen oder eben die Aufnahmen nach der Obduktion.
"Primitivstes Mittelalter", murmelte sie, versuchte aber trotzdem selbst die Zeichnungen mit der unbekannten Frau abzugleichen, was aber nicht gelang.
Sie konzentrierte sich wieder auf das Übertragungsbild der Drohne in der Mitte. Vor dem Eingang der Polizeistation war es ruhig. Kein Mensch zu sehen.
"Warum bist Du nicht nach Hause gegangen, Catherine?", flüsterte sie zur Leinwand. "Du wolltest doch eigentlich zu Deiner Tochter, um sie mal wieder anzubetteln." Sie legte den Kopf schief. "Warum bist Du nicht hingegangen?"
Irgendwas störte Charly. Schon die ganze Zeit, als sie die Informationen zu den kanonischen fünf Mordopfern sortiert hatten. Daten, Orte, und der ansteigende Grad der tödlichen Verletzungen - alles akribisch auf einer alten Karte eingetragen, die sie in der Datenbank gefunden hatten.
Und daneben blieb auch das merkwürdige Gefühl, dass nicht nur bei ihrer Abreise irgendwas schief gegangen war, sondern auch, dass ihnen nicht alles gesagt worden war. Wofür brauchte man einen derartigen Anti-Gravitations-Anzug? Wofür die Drohne? Und was gab es noch an Bord, von dem sie nichts wussten?
Es klickte in ihrem Kopf und ihre linke Hand fuhr wieder über die Tastatur.
'->Anzeige Daten/Datenfragmente Archiv.'
Eine lange Liste erschien, durch die sich Charly langsam durcharbeitete. Schließlich hatte sie die fraglichen Elemente gefunden, die sie vor einigen Tagen dorthin verschoben hatte.
'->Aktivieren Datei MP040114', befahl sie. Wobei sie annahm, dass es der Dateiname kein Zufall sein konnte. Max Pappenheim und das Datum ihrer Abreise.
'Warnung: Dateityp unbekannt. Datei beschädigt.'
'Aktivierung nicht möglich.'

Sie überlegte, dann tippte sie:
'->Initiierung Restaurationsprogramm Zuse-Linux-RP.'
'Restaurationsprogramm aktiviert.'
'->Zielobjekt Datei MP040114.'

'Restauration wird gestartet. Bitte warten.'
Plötzlich klickte es in der Decke und die Stimme ihrer Kollegin regnete von oben herab.
"Es ist der Pfeifenmann!", sagte sie.
"Du weißt, was Du zu tun hast", rief Charly, und sah in Allisons Übertragungsbild, wie sie sich auf dem Dach erhob und einem Mann nachschaute.
"Aye."
Ein Blick zur eingeblendeten Uhr auf der Leinwand: 0:55 Uhr.
Im Übertragungsbild der Drohne wurde die Tür der Polizeistation geöffnet und Catherine Eddowes trat hinaus in die Nacht. Sie wankte noch, hielt sich aber auf den Beinen. Sie schaute nach links, in die Richtung, in der ihr Zuhause lag.
"Die Frage bleibt, Catherine ...", murmelte Charly, als Eddowes unmerklich den Kopf schüttelte und sich dann doch nach rechts wandte. Zu einem Rendezvous mit ihrem Mörder. "Warum?"
Doch anstelle der Frau im Bild, antwortete ihr die Leinwand.
'Restauration MP040114 abgeschlossen.'
'Freigabe verweigert.'


*

Sie hatte auf dem kleinen Gerät an ihrem Arm den Anzug aktiviert. Die digitalen Anzeigen im V.I.S.O.R. zeigten ihr volle Bereitschaft an.
Ob das klappt?
Das Dach war noch ein bisschen rutschig und sie wusste nicht, ob das Ding überhaupt funktionieren würde. Ein Blick hinüber auf die Hausdächer in der Fairclouth Street lagen im Dunkeln, waren aber zu erahnen. Einige hatten Dachreiter, die als schlanke kleine Türmchen wie stumme Wächter wirkten. Andere wiesen Gauben auf, hinter deren Fenstern war aber auch nichts zu sehen. Verlassen oder verschlafen. Bei den Konstruktionen der Dächer selbst war Whitechapel ein Musterbeispiel für Ausgewogenheit. Flache Dächer. Grabendächer mit tiefen Furchen. Berliner Dächer mit ihren asymetrischen Formen, die Satteldächer vortäuschten. Und natürlich letztere selbst, von denen sie auf einem solchen stand.
Für 'Ob das klappt' ist es jetzt zu spät.
Sie trat ein Schritt zurück, presste die Lippen zusammen, während ihr Herz in die Hose rutschte.
Dann wollen wir mal ...
Sie rannte los, so gut es ging, immer schneller und sprang schließlich ab, als der Dachfirst endete.
Innerhalb von Millisekunden rauschten die Statusmeldungen und Berechnungen vor ihren Augen vorbei. Der Absprungpunkt des rechten Beins. Die Aktivierung der einzelnen Platten am Anzug. Gefolgt von Höhe, Flugbahn und Geschwindigkeit.
Eine kleine Ewigkeit, in der es ihr vorkam, als würde sie einfach nicht enden wollend durch die Luft fliegen, bevor sie auf dem anderen Dach in der Fairclouth landete. Diesmal auf einem flachen Dach, aber mit den Beinen voran, wobei der Anzug die Bewegung selber auffing.
Ihr Herz raste, in den Ohren rauschte es derart laut, dass Allison sie sich am liebsten zugehalten hätte, was leider nicht möglich war.
Sie schaute fassungslos zurück zum Dach auf der anderen Seite, auf dem sie die letzten Stunden gesessen hatte.
Was ist das für ein Ding?, fragte sie sich. Ist das Science-Fiction? Oder träume ich gerade?
Es war unwirklich. Unfassbar. Irgendwie fremd. Ein Gefühl, dass sie nicht beschreiben konnte, durchsetzt mit Glückshormonen. Aber wahrscheinlich lag das an der Pille.
Ein Piepen rückte sie wieder ins vergangene Jetzt zurück.
"Wo ist er?", flüsterte sie und auf dem V.I.S.O.R. erschien nicht nur ein Pfeil, der ihr die Richtung wies, sondern auch eine senkrechte Linie, die ihr den genauen Standort anzeigte. Zusätzlich die Meldung:
Nicht identifizierte Person: männlich,
Alter unbekannt.
Derzeitiger Standort: Ellen Street.
Bewegung Richtung Westen.
Vorläufige Bezeichnung: 'Pfeifenmann'
Zugegeben, die Titulierung war nicht sehr einfallsreich, aber praktisch.
Sie schaute sich die Karte an, die so durchsichtig eingeblendet wurde, dass sie die Wirklichkeit dahinter noch sehen konnte. Zwischen ihr und ihm gab es mehrere Häuserblocks. Am Ende der Ellen Street einen Bahnhof.
Sie nahm wieder Anlauf, sah wieder die Statusmeldungen aufleuchten wie die Kugeln an einem Weihnachtsbaum, die nur sporadisch eingeschaltet wurden. Und wieder flog sie über die Straße auf das nächste Dach, wobei sie meinte, in einem Fenster eine alte Dame gesehen zu haben, die ihr ungläubig nachgeschaut hatte.
Und weiter.
Ein Dach nach dem anderen landete unter ihren Stiefeln, beinahe geräuschlos, während sie sich zum Ende der Ellen Street vorarbeitete. Der Strich war dicht vor ihr, nur sehen konnte sie den Mann noch nicht, der da unten sehr schnell durch die Straßen lief.
Als die Ellen endete, mündete sie in eine breitere Straße, deren Name sie nicht erkennen konnte. Laut V.I.S.O.R. die Church Lane, und er rannte tatsächlich zum angrenzenden Eisenbahndepot (dem Goods Depot), sprang über die Gleise und kürzte so die Strecke zum Mitre Square ab.
Da, wo Catherine Eddowes sterben sollte, dachte sie, korrigierte sich aber sofort. Gestorben ist. Oder sein wird?
Seltsamerweise fühlte sie diesmal merkwürdigerweise nichts dabei, während sie mit einem noch längeren Anlauf vom letzten Dach der Ellen Street sprang. Im Gegenteil: Sie fühlte sich so gut, wie schon seit langer Zeit nicht mehr.
Die Pille vielleicht.
Und sie flog im dunklen Nachthimmel in einem hohen, anmutigen Bogen über die Gleise und über ihn hinweg. Leider landete sie dabei noch nicht einmal auf einem anderen Dach, sondern in einem schlecht beleuchteten Teil der Rupert Street. Sie kam zwar wieder mit den Beinen auf, aber diesmal mit so viel Schwung, dass selbst der Anzug die Energie nicht absorbieren konnte. Sie rollte sich automatisch ab, wurde durch den Schwung noch einige Meter über die Straße gefegt, rutschte zum Glück haarscharf an einer Mülltonne vorbei und blieb dann für einen Moment liegen.
Statusmeldung: AG-Platten beschädigt.
Verwendung eingeschränkt.
Zielperson erreicht Reichweitengrenze.
Nicht ... gut, dachte sie, rappelte sich schwerfällig auf und griff in ihre Hosentasche, holte einen kleinen Peilsender hervor und schaute zur transparenten Karte vor ihren Augen. Da war eine kleine Gasse zwischen der Rupert Street und dem Bahndepot, durch die er gerade lief.
Sie eilte dorthin, wo beide Wege sich kreuzen würde, kauerte sich in einen der Schatten zwischen den Laternen und wartete.
Wo Eddowes sterben ... sollte, wiederholte sie ihren Gedanken vor dem Sprung und wunderte sich. Grammatikalisch korrekt, da es ein Ereignis war, dass zwar schon lange passiert war, aber in wenigen Minuten erneut geschehen würde. Es klang allerdings komisch und verleitete zu einer anderen Überlegung.
Die Zeit diktiert es. Aber was, wenn sie dort wirklich sterben sollte?
Schritte aus der kleinen Gasse, die sich ihr schnell näherten. Sie hielt das kleine Gerät völlig gelassen in der Hand, was sie immer noch verwunderte. Wie auch die Tatsache, dass sie genauso ruhig ein- und ausatmete.
Als er endlich auftauchte, fiel ihr nicht nur auf, dass er keine Pfeife mehr in der Hand hatte, sondern dass er sich überhaupt nicht umsah. Scheinbar wusste er ganz genau, wo er war und wohin er wollte. Die Bewegungen waren mehr als alles andere zielgerichtet. Trotz des Bauches.
Sie nahm den Sender, nahm Schwung und warf ihn in seine Richtung. Auf dem V.I.S.O.R. verfolgte sie, wie das kleine Minigerät die Person anvisierte, die Flugbahn korrigierte, auf dem Mantel landete, dort die miniaturisierten Krallen ausfuhr und sich in den Stoff des Mantels krallte.
Status Peilsender: Verankert.
Frequenz: Wird an TMA übertragen.
Sehr schön, dachte sie. Läuft.

*

Charly war in ihrem Element.
Die Musik blieb aus und die kleine Welt in der kugelförmigen Zeitmaschine stand still, während die Ruhe auf der Leinwand aus ihrer Lethargie erwachte.
Links oben befand sich die Befehls- und Anzeigenübersicht für das Fluggerät, darunter die der TMA. Rechts oben sah sie die Übertragung von Allison und darunter die der Drohne, wo Catherine Eddowes zu sehen war, die gleich aus dem Bild verschwinden würde.
Befehle tauchten in neuen Zeilen auf. Bestätigungen darunter. Eine stille Kommunikation. Hektisch, beinahe synchron zu ihren Fingern, die sich durch die Gelkissen zuckten. Entweder tippend oder steuernd. Den Stuhl, auf dem sie saß, nahm sie gar nicht mehr wahr. Den Blick nach vorn gerichtet, verfolgte sie auf der Leinwand gleichzeitig Catherine Eddowes, die sich langsam durch die Duke Street Richtung Südosten bewegte, sowie Allisons Sprünge über die Dächer, die so gar nicht in diese Thematik passten.
Hoffentlich macht sie den Anzug nicht kaputt, dachte sie und tippte mit der linken Hand Befehle in die Tastatur.
'->Aktivierung Triebwerke.'
'->Begrenzung Flughöhe.'
'->Ausrichtung Kamera auf Zielperson.'

Auf der Leinwand erschien neben den Befehls- und Statusanzeigen eine Modellzeichnung der Drohne, deren einzelne Sektionen sich von grau zu grün wandelten.
'Triebwerke aktiviert.'
Das übertragene Bild erhob sich, schwebte langsam über dem Dach, bevor sie zur Seite schwenkte und Catherine Eddowes Rücken anvisierte.
'Vorgaben bestätigt.'
'Ziel fokussiert.'

Die rechte Hand übernahm wieder die Steuerung, wobei ihre Finger nicht ein bisschen zitterten, panisch wurden oder auch nur den kleinsten Fehler machten. Es war, als würde sie tiefenentspannt auf einem Schießstand stehen und mit ihrer Dienstwaffe auf Pappkameraden schießen, die plötzlich überall aus dem Boden auftauchten. Nachladen, Druckpunkt suchen, weiterschießen - alles seelenruhig.
'->Abruf Chronologie 30.09.88/Tatzeit 2.'
'->Beginn ab 01:00 Uhr.'
'Zeitraum erfasst.'
'Chronologie geladen.'

Ein neues Dokument erschien in der Mitte.
Chronologie:
(01:00 Uhr)
Bishopsgate-Polizeistation: Catherine Eddowes wird aus Polizeigewahrsam entlassen.
(01:30 Uhr)
Mitre Square: Polizist Edward Watkins kontrolliert auf Streifengang Tatort.
Keine Vorkommnisse.
(01:35 Uhr)
Duke Street: Zeuge Joseph Lawende verlässt mit zwei Begleitern Pub Imperial Club. Sieht Opfer und eine unbekannte Person. Ecke Duke Street/Durchgang zum Mitre Square. (Church Street.)
(01:38 Uhr)
Mitre Square: Polizist James Harvey passiert Church Street, kontrolliert Mitre Square.
Keine Vorkommnisse.
(01:53 Uhr)
Mitre Square: Polizist Edward Watkins auf Rückweg, findet Opfer in südwestlicher Ecke des Platzes.
(02:55 Uhr)
Goulston Street: Polizist Alfred Long entdeckt im Hauseingang 108 auf dem Boden ein blutverschmiertes Stoffstück aus Kleid von Eddowes. Darüber, links neben der Tür, ein Graffito in Kreide geschrieben: The Jews are the men that will not be blamed for nothing (Variante Metropolitan Police), The Juwes are not the men who will be blamed for nothing (Variante City Police).

Von der Decke regnete wieder Allisons Stimme.
"Charly?"
Ein Blick zu ihrer Übertragung zeigte ihr den Rücken einer Gestalt, die gerade wieder von der Dunkelheit verschluckt wurde.
"Hier."
"Kannst Du den Peilsender lokalisieren?"
"Moment", rief sie und schaute auf die Meldung der TMA:
'Empfange Koordinaten Peilsender PS-A01.'
'->Integrierung Standort und Anzeige in Umgebungskarte.'
'Integrierung abgeschlossen.'
'Standort wird angezeigt.'

Die alte Karte von London wurde eingeblendet und schob die Chronologiedaten ein Stück nach oben. Der gelbe Punkt darauf pulsierte müde, war aber klar zu erkennen.
"Ich hab den Drecksack", sagte Charly, während eine weitere Meldung erschien und den Anzug zeigte, auf dem einige Flächen rot ausschraffiert waren. "Alles okay?"
"Anzug nur noch eingeschränkt verfügbar. Nehme die Seitengassen."
Ein Blick zur Uhr.
"Dann beeil Dich. Du musst vor 01:35 Uhr da sein."
"Aye."

*

Allison trabte los, lief, rannte schließlich durch die dunklen Gassen, in denen sich das Leben vor der Nacht versteckte. Keine Menschen. Keine brennenden Mülltonnen, kein Licht, was daran lag, dass die Laternen ramponiert aussahen. Gasse für Gasse das gleiche Bild, und es wurde in Richtung Innenstadt nicht besser. Egal ob es die Tenter Street South war, die Mansell Street oder wie auch immer sie alle hießen.
Sie rannte durch die Schatten. Kein Gedanke daran, dass eventuell doch irgendjemand vor ihr auftauchen konnte. Die Möglichkeit schätzte sie aufgrund der Uhrzeit tatsächlich als sehr gering ein.
Dann kam die breite Aldgate High Street, auf der tatsächlich Kutschen, Droschken und andere Fuhrwerke am Ende der Gasse vorbeifuhren. Wer auch immer noch zu dieser Uhrzeit arbeitete hatte einen undankbaren Job. Aber es bedeutete auch, dass sie nicht länger am Boden verweilen konnte.
Allison warf den Kopf in den Nacken und starrte erst an der nächstgelegenen Hauswand hinauf, bevor sie ihre Handschuhe musterte. Die kleinen filigranen Häkchen, die sowohl darin, als auch in den Stiefeln steckten, waren mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Dafür beruhigte sie die eingeblendete Statusmeldung:
Status Sprungfähigkeit: 80%.
Status Bewegungs- und
Haftungsfunktionalität
: 100%.
Heute ist echt ein Spiderman-Tag, dachte sie. Dann mal los.
Sie kletterte die Hauswand mit einer Leichtigkeit hinauf, dass es sie mal wieder verwunderte. Dass sich die Häkchen in das Mauerwerk gruben und für zusätzliche Stabilität und Halt sorgten, nahm sie nicht wahr. Genausowenig wie die Aktivierung der Platten.
Nach kurzer Zeit stand sie oben, bemerkte die Positionsangabe des Pfeifenmannes, der sich fast am Ziel befand. Irgendwo auf der Aldgate High Street.
Ein Pfiff, dem nach einiger Zeit weitere folgten, ließ sie zurück nach Osten schauen.
Trillerpfeifen der Polizei, dachte sie und verfolgte den unsichtbaren Weg, aus dem die anderen Pfiffe zu hören waren. Nicht so schnell wie Funk.
Sie wandte sich ab, nahm wieder Anlauf und sprang von Dach zu Dach, wobei die Anzeigewerte leider von Grün über Gelb bedrohlich in die Nähe von Rot schwenkten. Doch bevor das passieren konnte, hatte sie es geschafft und befand sich auf dem flachen Dach eines Lagerhauses am Mitre Square, der unter ihr aussah wie ein schwarzes Loch. Nur eckig.
"Charly?"
"Ja?"
"Bin da."
Ein bekanntes Surren, sehr leise, näherte sich ihrem Ohr. Kurz darauf schwebte die Drohne neben ihr wie ein großer Bruder.
"Ich auch."


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