Es ist: 22-02-2020, 14:29
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Ins Dunkle ferner Nächte (II.III)
Beitrag #1 |

Ins Dunkle ferner Nächte (II.III)
Countdown: Addendum

I n s D u n k l e f e r n e r N ä c h t e

(II.III)

Allison schaute hinunter in die Dunkelheit und hörte, wie auch das Okular der Kamera sich leise positionierte. Auf dem Platz war keine Laterne zu sehen. Nur der Schein derjenigen, die ihr schmutziges Licht an den benachbarten Straßen in die Nacht hinein warfen, tauchte zumindest die Randgebiete in ein beklemmendes Zwielicht.
Doch so sehr sie sich auch anstrengte, den Blick in alle Ecken des Platzes richtete, sie sah nur einen Mann beim Teeimporteur, der (laut Anzeige im V.I.S.O.R. ein Nachtwärter) vor der Tür stand, sich umschaute und dann wieder hineinging.
"Wo ist er?", murmelte sie, während sich die Drohne abwandte und in den schmalen Zugangsweg zum Platz schaute.
"Ich seh mir das genauer an."
"Aye."
Die Drohne entfernte sich von ihr und verschwand in der Nacht. Allerdings dauerte es nicht lang, da meldete sich Charly erneut.
"Eddowes steht mit ihm nahe des Zugangs", hörte sie Charlys Stimme. "Ist der Pfeifenmann. Kann sie nicht verstehen, flüstern anscheinend." Und nach einigen Sekunden. "Sie legt eine Hand auf seine Brust."
"Will sie ihn wegdrücken?"
"Nein, das sieht komisch aus." Dann hörte Allison weitere Trillerpfeifen. "Polizisten kommen die Straße herunter."
"Und?"
"Die beiden gehen in die Passage."
Sie richtete den Blick nach rechts auf die Einmündung der Church Street. Auf der anderen Seite, ihr gegenüber, war ein verlassenes Haus, davor (zum Platz hin) ein sehr breiter Bürgersteig, der völlig im Dunkeln lag. Aber durch den Nachtsichtmodus konnte sie alles erkennen, auch wenn das Verhältnis von Licht und Schatten unausgeglichen war. Dann sah sie die beiden Personen. Arm in Arm, obwohl es mehr gezwungen wirkte, als ob der Mann, der sich einige Mal nach hinten umdrehte, sie zum Platz zwang.
Beide bogen um die Ecke, vor das verlassene Haus. In die dunkelste Ecke.
"Hast Du sie?"
"Ja."
"Gut", sagte Charlys Stimme. "Ich begebe mich zur Goulston Street und warte darauf, dass er das Stück ihres Kleides dorthin legt."
"Aye."
Dann versuchte sie zu verstehen, was der Pfeifenmann dort unten zu Eddowes sagte. Ihr Gesicht wirkte verschwommen, war aber sonst gut zu erkennen. Sie hatte keine Angst, im Gegenteil: Eddowes lachte den Pfeifenmann gerade aus.
Ihre Lippen formten ein einzelnes Wort, irgendwie spöttisch artikuliert, aber unhörbar. Dann schüttelte sie den Kopf, als wäre die Sache, was auch immer es sei, für sie erledigt, wollte sich wegdrehen und in der Nacht verschwinden.
Allison hatte noch nicht einmal den Gedanken, ihr zuzurufen, dass sie verschwinden solle. Dass ihr Leben gleich vorbei sei. Nein, sie kniete immer noch am Rand des Daches und schaute teilnahmslos durch den V.I.S.O.R. hinunter, wie er - von dem nur der Rücken zu sehen war - plötzlich ein Messer in der Hand hielt.
Da war nichts in Allison, was rebellierte, als der Stahl durch Eddowes Kehle fuhr. Nichts, was sie zum schreien bewegte, als sie zusammenbrach. Nichts, als er mehrmals mit dem Messer ihr Gesicht zerritzte.
Sie blieb genauso kalt und gefühllos, wie der V.I.S.O.R., der alles, was dort unten in der Ecke geschah, regungslos aufzeichnete.
Selbst dann nicht, als der Pfeifenmann Eddowes Kleid hochzerrte, ihre Beine spreizte und sich mit ihrem Unterleib beschäftigte. Darin herumwühlte, wieder einstach, mehrmals irgendwas zerschnitt. Schließlich zog er mehrere Sachen aus dem Unterleib. Unter anderem eine Niere und einen Teil der Gebärmutter.
Nur Fleischklumpen.
Nur Leere in ihr.

*

Charly saß immer noch ruhig in ihrem Stuhl, während ihre Finger einen routierenden Automatismus gefunden hatten. Dauerbefehle, Steuerung, doch ihr Blick blieb auf die Übertragung der Drohne fokussiert, die außerhalb der Sicht über der Straße schwebte.
Polizisten liefen am Rand hektisch durch die angrenzenden Straßen und Gassen, unterwegs zum Tatort an der Berner Street. Niemand von ihnen ahnte, dass der Mörder in der Nähe war. Und dass die Nacht noch lange nicht vorbei war.
Sie flog die Drohne über die schlafenden Dächer Whitechapels, bis sie schließlich am Ziel war.
Im Ausschnitt sah sie den Eingang Nr. 108.
Ruhig und friedlich.
Das Graffito, das man später dort finden würde, war bereits vorhanden da und sie hatte die Drohne mehrmals schwenken lassen, sodass wirklich jeder Zentimeter des Eingangsbereichs erfasst werden konnte.
Und sie ahnte jetzt, warum es zwei Varianten gab.
Die gesamte Schrift hatte einen kindlichen Zug und war schon ziemlich alt. Dazu kam, dass die Worte einen großen Abstand zueinander aufwiesen. Und dass der Spruch über einem noch älteren stand, dessen Worte enger beisammen standen. Je nach Standpunkt und Beleuchtung konnte man tatsächlich verschiedene Versionen erkennen, nur eines blieb merkwürdig. Das Wort Jews stand dort, kein Anzeichen für das fehlerhaftes Juwes.
Aber warum hat der Täter den Kleiderfetzen dorthin gelegt?, überlegte sie. Zufall?
Charly verzog den Mund. Das Merkmal 'Jüdisch' hatte bis dato keine Rolle bei den Morden gespielt, wenn man von der Verhaftung eines jüdischen Mitbürgers einmal absah. Ansonsten gehörte keine der Frauen dieser Religion an. Das verbindende Element war ihre Prostitution gewesen.
"Er kommt", hörte sie Allisons Stimme, die gerade ziemlich gleichgültig klang. "Hat die Innereien in Stoff gepackt."
"In den Kleiderfetzen?"
"Ja, auch. Mach mich auf den Weg."
Bei Allisons Übertragung konnte sie sehen, wie sie aufstand, Anlauf nahm und über die Duke Street auf die andere Seite sprang. Sie blieb nicht stehen, sondern rannte einfach weiter und nahm den Schwung für die anderen Sprünge mit, während die Ortungsanzeige des Pfeifenmannes immer in ihrer Reichweite blieb. Beide näherten sich dem Standort der Drohne.
Und zwar ziemlich schnell.
"Okay. Bleib dran."

*

Sie sprang über die spitzen Dächer genauso leichtfüßig, wie über die flachen, wobei sie bei letzteren hinter den Giebelfassaden eine gute Deckung hatte.
Der Mann ging schnellen Schrittes durch die kleinen dunklen Seitengassen und näherte sich der Goulston Street. Ab und zu sah er sich prüfend um, vermied es aber in Panik zu verfallen und erweckte eher den Eindruck, er wäre ein Arbeiter, der auf dem Weg zur Frühschicht war und sich fragte, ob er der erste sei.
Plötzlich hörte sie Hundegebell aus einem der Hinterhöfe vor ihr, die sie bis dahin immer über- oder umspringen konnte. Der senkrechte Strich wandte sich abrupt von der Seitengasse ab und trat durch eine schmale Passage hinein.
Allison ging in die Hocke, schaute vorsichtig um einen Schornstein herum, hinter dem sie sich gerade versteckte. Die Sicht war gut, als er in den Hinterhof trat, in dem sie allerlei alte Möbel, schmale Beete, Kleiderhaufen, kleine Schuppen und überquellende Mülltonnen sehen konnte. Mittendrin ein Hund, halb so groß wie der Pfeifenmann. Er sah nicht friedlich aus, zerrte an seiner Kette, die an der Hauswand festgemacht war. Seine fletschenden Zähne waren klar und deutlich im V.I.S.O.R. erkennbar, doch der Mann näherte sich langsam und vorsichtig dem Tier, ging in die Hocke, legte Eddowes' Kleiderfetzen auf den Boden und rollte ihn auseinander.
Was soll das?, fragte sie sich, während sie erneut Trillerpfeifen hörte. Diesmal aus Richtung Mitre Square. Sie haben Eddowes gefunden.
Den Mann schien das nicht zu interessieren, als er ruhig nach den blutigen Fleischklumpen griff. Und so wie es aussah, kannten sich Hund und Mensch schon länger, denn das Tier wurde ruhiger, schnüffelte mit der Nase in der Luft, bevor der Mann ihm die Klumpen hinwarf.
Eins nach dem anderen.
Deswegen ..., dachte sie, während sie Charlys Stimme hörte.
"Das ... Seh ich das richtig?"
"Ja", antwortete Allison ausdruckslos. "Jetzt wissen wir wo manche Organe geblieben sind, die der Täter den Opfern entnommen hat."
Charly schwieg, versuchte wahrscheinlich gerade das Gesehene in Worte zu fassen. Worte, die es dafür kaum gab. Allison dagegen hatte es leichter. Denn obwohl sie genau erkennen konnte, was dort unten geschah, war da immer noch nichts in ihr.
Nur leere Gefühle, als sie mitverfolgte, wie der Hund daran schnupperte, wie er sich nicht entscheiden konnte, ob er erst die Reste der Niere, oder die der Gebärmutter fressen sollte.
Der Mann griff in seine Tasche, holte ein Stück Stoff hervor und wickelte das kleine Stück Niere, das übriggeblieben war, darin ein. Den Kleiderfetzen nahm er auch wieder an sich, als er rückwärtsgehend den Hinterhof verließ. Und den Hund in Ruhe fressen ließ.

*

Immer noch der Hauseingang im Fokus der Drohne.
Die sich fortschreibenden Statusanzeigen und -mitteilungen auf der linken Seite der Leinwand. Die Karte von London mit den Positionsangaben von Allison und dem Täter. Die chronologische Liste.
Aber Charlys Gedanken waren gerade ganz woanders.
"Er hat ...", begann sie, musste den Reiz runterschlucken, bevor sie fortfuhr. "Er hat die Organe an den ... Hund ... verfüttert?"
Teilnahmslose Bemerkung:
"Nicht alles. Ein Stück Niere hat er noch."
"Das ist dann wohl das, was mit dem From-Hell-Brief verschickt wurde."
"Womit der Brief tatsächlich vom Täter zu stammen scheint."
Charly atmete konzentriert ein und aus.
Auch wenn sie hier in der TMA weitab vom Geschehen war, vermittelten ihr die Übertragungen das Gefühl mittendrin zu sein. Und bevor sie noch was sagen konnte, hörte sie wieder Trillerpfeifen, dann schoss der Mann ins Bild.
Hastig trat er in den Hausgang, presste sich förmlich hinein und entdeckte den Schriftzug.
Charly konnte sehen, wie er ihn las, wie er überlegte und dann den Kleiderfetzen auf den Boden legte, bevor er aus dem Hauseingang lugte, heraustrat und unbekümmert weiterging. Auf der alten Karte wanderte seine Position über die Kreuzung Goulston Street / Wentworth Street nach Norden. Langsam und gleichmäßig. Als sei nichts geschehen.
"Du kleiner Drecksack", flüsterte sie. "Du verdammter ..."
Rechts sah sie Allisons Übertragung, in der sich über das nächste Dach rannte, sprang, über die Goulston Street segelte und auf der anderen Seite landete. Diesmal sehr unsanft und beinahe in einen rauchenden Schornstein. Die Statusanzeigen des Anzugs auf der rechten Seite der Leinwand wurden zahlreicher. Die einzelnen Abschnitte leuchteten nicht länger gelb oder grün, sondern rot.
"Allison? Alles okay?"
Das Übertragungsbild schwankte, schüttelte sich, dann hörte sie die verzerrte Stimme ihrer Kollegin.
"Funk-tion-en aus-gefal-len."
"Ich meinte Dich, nicht den verdammten Anzug!"
"Ja. Kan-n nich-t m-ehr sprin-gen."
Eine unerfreuliche Lage, die sie gar nicht eingeplant hatten. Charly überlegte, sah sich die Karte an, auf der sich der Pfeifenmann immer weiter entfernte.
"Schaffst Du es vom Dach?"
"Wird ... schwer. Glaub schon."
"Gut", sagte sie. "Dann versteck Dich und warte auf mich."
"Du?"
"Gleich wieder da."
Sie konzentrierte sich wieder auf die alte Karte und steuerte die Drohne über die Dächer weiter nach Norden. Dem Rücken des Pfeifenmann hinterher, der plötzlich wartete, sich umsah, aber zum Glück nicht auf den Gedanken kam, in den dunklen Himmel zu schauen, dessen Wolken gerade ein Stück weit aufrissen. Dazwischen trat der Mond hervor und schaute neugierig herunter.
"Was machst Du da?", murmelte sie und beobachtete, wie er in einer kleinen Gasse verschwand.
Sie ließ die Drohne langsamer fliegen, senkte sie schließlich so weit herab, dass sie zwischen den Dachkanten schwebte, als der Mann in ein Haus eintrat und im Inneren verschwand.
"Ist das Dein Zuhause?", murmelte sie und musterte das Haus, dessen Fenster dunkel und stellenweise verhangen blieben. Allerdings konnte sie in einem der Zimmer zur Gasse hin Bewegungen erkennen. Schemenhafte Umrisse zwei er Personen. Was genau sie dort gerade taten, konnte sie beim besten Willen nicht erahnen.
'->Aktivierung Wärmebilddarstellung.'
'Aktiviert.'

Die triste Nachtsicht wandelte sich in ein Farbenmeer aus Blau und Grün, Rot, Gelb und Orange. Die kalten Farben zeigten die Umgebungstemperatur an, die warmen formten sich tatsächlich zu zwei, wenn auch unförmigen, Flächen, die Menschen ähnelten. Wobei die eine Fläche einen Arm hob und auf die andere richtete. Es hatte einen drohenden Charakter, wie Charly fand.
'->Aktivierung Audioverstärkung.'
'Aktiviert.'

So sehr sie sich auch anstrengte, sie hörte kein Wort der beiden Gestalten. Stattdessen erschienen am unteren Rand des Übertragungsbilds weitere warme Flächen, die sich - nachdem sie wieder auf Nachtsicht umgeschaltet hatte - als eine Frau und ein Mann entpuppten, die in die Gasse torkelten, eng umschlungen, angetrunken. Sie stießen dabei eine Mülltonne um, die scheppernd zu Boden ging.
Die beiden Gestalten im Zimmer verharrten, dann stürzten die beiden zur Tür und verschwanden. Nur der Positionspunkt blieb noch starr aufs Haus gerichtet, bevor er sich einige Millimeter wegbewegte. aber nicht zum Hauseingang, sondern nach hinten.
"Was habt ihr vor?", murmelte sie, ließ die Drohne aufsteigen, über das Dach fliegen und fokussierte die Kamera auf den Hinterhof, als der Positionspunkt plötzlich versiegte. Genau da, wo gerade ein Mantel mit einer Hose in einer brennenden Mülltonne lagen und sich den Flammen ergaben.
Von den zwei verdächtigen Personen war nichts mehr zu sehen.

*

(01.10.1888)

Es war ein angenehmer Tagesanbruch. Die Sonne lugte freundlich durch die geschäftigen Gassen und Straßen, zwinkerte den Menschen wohlwollend zu und trabte langsam durch den klaren blauen Himmel hinauf bis zur Spitze.
Der Mann, der jetzt vor den Fenstern stand, war bereits früh durch das Viertel gegangen. Mit seinem Stock und seinem humpelnden Bein musste er von Natur aus langsam gehen. So hatte er auch die Zeit gehabt, das Schauspiel zu beobachten, wie das Licht die Schatten der Nacht zurückdrängte. Durch die Gassen, an den Häuserwänden, bis sie fast verschwanden. Nur ein kleiner Teil blieb übrig, lauerte in den entferntesten Ecken und wartete darauf, wieder zum Leben erweckt zu werden.
Und jetzt stand die Sonne hoch am Firmament, thronte über die Welt der Menschen, die die Schönheit in ihrem goldenen Kleid kaum beachteten. Das Leben war zu schnell geworden, die Abfolge zwischen Geburt und Tod mit allerlei unnützen Dingen erfüllt, die die Kraft raubten. Die Kindheit in den Schulen, das Lernen, das Suchen nach Lebensgefährten, die Aufnahme von Dienstverrichtungen, das Gründen einer Familie, die den Bestand des Empire festigen sollte. Irgendwann die Kinder der Kinder, die späten Jahre des Verfalls und schließlich der Tod.
Solche Leben sah er hier allerdings kaum. Hinter den Fenstern, die wie ein durchsichtiger Theatervorhang wirkten, bereiteten sich die Menschen nur auf den Tod vor. In mannigfaltiger Weise. Arbeitslosigkeit, das Beweinen der toten Kinder unter den Tischen, während die Mütter weiter brav die Schachteln für die Zündelhölzer zusammenklebten. Das Suchen nach ungebrochenem Zwieback und das Ertrinken der stummen Tränen in Bier und Whiskey, dürstend nach besseren Welten in ihren Köpfen, die trostloser aussahen als das Empire an guten Tagen. Grau und schmutzig, nur verdrängt vom Schwarz der Nacht.
Niemand schaute zur Sonne, dankte Gott dafür, dass sie Licht spendete, dass sie jeden vor der Kälte beschützte und letztendlich das Leben selbst erst ermöglichte. Auch wenn sie gerade einiges ihrer Kraft eingebüßt hatte, denn der ansonsten allgegenwärtige nasskalte Herbst kündigte bereits den eisigen Winter an. Außer heute. Ein Nachhall des Sommers, nur nicht ganz so warm.
Der Mann wandte sich vom Fenster ab und ging zu seinem Schreibtisch.
Das Zimmer selbst war groß, hatte gegenüber der Fenster einen Kamin. Bücherregale standen überall vor den Wänden und überdeckten mit ihrem dunklen Braun die hässlichen Tapeten, die nur noch an der Seite mit den beiden Fenstern zu sehen war. Vereinzelt stahlen sich eingerahmte Diplome und Urkunden in den Blick, aber das Grau-grün der Wand machten sie nicht freundlicher. Er hatte es noch nie gemocht und zugerne übertapeziert, übermalt oder einfach nur abgerissen. Aber die Farbe schien gottgegeben zu sein und Änderungen demzufolge nicht erwünscht.
Er hielt sich mit einer Hand am Schreibtisch fest, zog mit der anderen den weich und bequem aussehenden Ledersessel ein Stück zurück und setzte sich. Der Gehstock ruhte an den rechten Schubladen, wartend darauf wieder benutzt zu werden.
Vor ihm lagen ein Tintenfass und ein Federkiel links, mehrere dicke Akten rechts und dazwischen, auf einer Schreibunterlage, die heutigen Ausgaben der Londoner Zeitungen. Fein säuberlich gestapelt, kein Rand überragte den anderen.
Ganz oben war der Echo mit der Schlagzeile:
Grausige Morde in Whitechapel -
Polizei tappt im Dunkeln.
Er schlug die Zeitung auf und las den Artikel darunter. Vom gewaltsamen Tod zweier Frauen, die dem horizontalen Gewerbe nachgingen. Eine nicht weit von hier, die andere in der Innenstadt, aber an der Grenze zu Whitechapel. Er las langsam und akribisch, überflog noch weitere Artikel mit Leserbriefen, deren Autoren sich offenbar genötigt fühlten, ihre eigenen Vermutungen der Polizei mitzuteilen. Irgendwo weiter unten war da noch eine kleine Meldung, wo eine alte Dame angeblich den berüchtigten Spring Heeled Jack gesehen haben wollte, und zwar unweit des Tatortes von Elisabeth Stride. Die Polizei, die darauf angesprochen worden war, erklärte dazu nur: "Humbug."
Er legte die Zeitung weg und nahm die nächste: die aktuelle Ausgabe der Star. Dort war von einem Zeugen namens Israel Schwartz zu lesen, der beim ersten Mord zugegen war. Bei einer Passage blieb sein Blick hängen:
"Diejenigen, die Augenzeugen des Angriffs wurden, dachten, dass es sich um einen Streit zwischen einem Mann und einer Frau handelte und sie daher keine größere Notiz davon nahmen."
Er lehnte sich zurück und schaute zu den brennenden Holzscheiten, die ab und zu knisterten.
Sein erster Gedanke galt Joe, der die Verrichtungen, zu der er sich verpflichtet hatte, nur deswegen ausführte, um die Frau seiner Träume zu unterhalten. Mit dem Traum von einer besseren Welt, in der er mit ihr all die Dinge tun konnte, die ein einfaches Menschenleben ausmachten. Eine bessere Bleibe, mehr Hab und Gut, wobei Joe eher ein größeres Bett, Kleider und einen Schrank im Sinn hatte. Und natürlich der eigentliche Sinn des Lebens: Kinder, die für den Nachruf sorgen sollten, wenn Joe und seine Freundin irgendwann das Zeitliche segnen sollten.
Mary?, überlegte er, doch der zweite Vorname wollte ihr nicht einfallen. Mary und Joe. Aber was, wenn auch sie gewaltsam aus dem Leben gerissen würde? Sinn- und zwecklos?
Ohne dass er es klar in Worte fassen musste, empfand er die Morde als Akt stumpfer Barbarei. Sowohl die Art und Weise an sich, als auch der Umstand, dass sie achtlos liegengelassen worden waren. Er hatte sie wenigstens in Pakete verpackt und dem Fluss übergeben. Nein, einen Menschen aus purem Lustgewinn zu töten, widerte ihn an. Solange allerdings ein Sinn dahinter stand, vor allem ein medizinischer, war es für ihn vertretbar. Wobei ihm bei dem Gedanken die Frau einfiel, die nicht hierher gehörte und jetzt gerade in einer Kiste lag. Zumindest ihr Körper, in Einzelteilen.
Sie war eine Gefahr, dachte er. Für die Forschung, für Joe und Mary.
Instinktiv spürte er ein Ziehen in seinem Nacken, und er musste sich fairerweise eingestehen, dass die Reihenfolge seinem Ego nach eher mit ihm selbst hätte beginnen sollen.
Sein Blick verließ den Kamin und die Holzscheite darin, wanderte zu den Regalen, wo Bücher zu den unterschiedlichsten Themen zu finden waren. Vorwiegend zwar medizinische Titel, aber dazwischen lagerten auch so artfremde wie 'Jekyll&Hyde' von Robert Louis Stephenson, Mary Shelleys 'Frankenstein' und - sein derzeit liebstes Buch - Arthur Conan Doyles 'Eine Studie in Scharlachrot'. Am Rand die neueste Ausgabe von Thomas Morus' 'Utopia'.
Phantastische Literatur. Ferne Gezeit-
Plötzlich wandte er sich ab und griff erneut nach der Ausgabe des Echos.
Wenn sie tatsächlich aus einer fernen Zeit kam, dachte er, und die Welt dort weiter entwickelt ist als hier, wovon sowohl körperlicher Zustand, als auch die Verheilung der Schusswunde zeugten ...
Er schaute auf die kleine Anzeige, die Spring Heeled Jack zum Thema hatte.
... dann wäre auch so etwas möglich.
Der Mann schlug die Zeitung zusammen und las nochmals die Passage:
"Diejenigen, die Augenzeugen des Angriffs wurden, dachten, dass es sich um einen Streit zwischen einem Mann und einer Frau handelte und sie daher keine größere Notiz davon nahmen."
Seine Augen weiteten sich.
Was, wenn sie nicht gelogen hat? Wenn sie tatsächlich nicht alleine hier ist.
Es klopfte an der Tür.
"Ja?", rief er.
Der Kopf eines jungen Mannes, schaute vorsichtig hinein.
"Sir?", fragte er. "Schenken Sie mir einen Moment Eurer Zeit?"
"Dr. Davies, kommen Sie herein", sagte der Sir und zeigte auf den Stuhl, der sich auf der anderen Seite des Tisches befand. "Bitte."
"Vielen Dank."
Der junge Mann trat ein, schloss so vorsichtig die Tür, als würde sie aus Porzellan bestehen, und setzte sich in den Stuhl.
"Was gibt es denn?", fragte der Sir und hatte in der Zwischenzeit den Echo wieder zusammengefaltet und auf den Star gelegt. "Ich hoffe, es hat nichts mit diesen unseligen Schlagzeilen zu tun."
"Nun ...", begann er. "Ich fürchte schon."
Der Sir seufzte und schüttelte theatralisch den Kopf.
"Und ich nahm immer an, das London Hospital sei nur für die Lebenden errichtet worden."
"Sir, es ergeht sich auch um Lebende, wenn Ihr so wollt", sagte Davies und beugte sich ein Stück vor. "Ihr erinnert euch an Mr. Stephenson?"
"Der Patient mit der Neurasthenie?"
"Ja. Nun, auf dem Zimmer liegt auch ein Mr. Winston Smith, der an Panikattacken leidet."
"Ich erinnere mich. Der Mann, der vor Ratten, selbst in Käfigen, Angst hat?"
"Genau der."
"Was ist mit ihm?"
"Aufgrund des Leidens, das meist in den Nächten auftrat, habe ich mich ihm in den nächtlichen Diensten etwas öfter gewidmet. Dabei sprachen wir auch über den ..., über die Morde."
"Ihr meint Leather Apron, Dr. Davies. Sprecht es ruhig aus, das nimmt dem Ganzen den Schrecken."
"Ja, Sir." Davies presste die Lippen aufeinander, bevor er fortfuhr. "Mr. Stephenson hörte uns schweigend zu, während wir ihn schlafend wähnten. Er vertritt - bei Mahlzeiten, bei Hofgängen - die Auffassung, dass ich der Mörder sei oder mit den Vorgängen etwas zu tun habe."
Der Sir schaute Davies stirnrunzelnd an.
"Und?"
"Was?"
"Habt Ihr etwas damit zu tun?"
Davies blinzelte, wusste im ersten Augenblick nicht, ob es ernst gemeint war, oder nur ein Scherz darstellen sollte.
"Aber Sir, ich habe nichts damit zu tun!"
"Dann ist ja gut. Wo ist also das Problem?"
"Er bekräftigte seine Absicht, sich der Polizei zu offenbaren und mich dort als Täter zu benennen."
"Hat er Euch das so mitgeteilt?"
"Mir persönlich nicht, wohl aber den anderen Patienten."
Der Sir lehnte sich in seinem Sessel zurück.
"Mir scheint, dass der Wahnsinn dort draußen auf das Hospital abfärbt", meinte er, schaute nachdenklich auf den Zeitungsstapel und brummte schließlich. "Und da jeder anscheinend seinen eigenen Beitrag zur Aufklärung beisteuert, sollte ich mich vielleicht auch mit dem Fall beschäftigen." Er musterte Davies. "Ich brauche alle Zeitungen der letzten Monate."
"Ja, Sir."
"Sind die unglückseligen Damen hier einmal unsere Gäste gewesen, dann benötige ich auch deren Akten."
"Wie Ihr wünscht."
"Wisst Ihr zufällig, wer die medizinischen Ermittlungen in dem Fall leitet?"
Davies überlegte.
"Mir ist nur bekannt, dass Dr. Herbert die Torso-Funde untersucht."
"Ja, der gute Herbert ist damit sicherlich gut ausgelastet." Der Sir zuckte nicht. Man konnte ihm nichts anmerken, weil da wirklich nichts zu sehen war. "Ich meine gehört zu haben, dass mein geschätzter Kollege Dr. Thomas Bond hinzugezogen worden ist."
"Der Dr. Bond?"
Der Sir nickte und starrte geistesabwesend auf den Stapel der Krankenakten.
"Schickt ihm bitte eine Nachricht, dass ich ihn - sofern es seine Zeit zulässt - gerne sprechen würde."
"Ja, Sir."
"Und Stephenson wird auf ein Einzelzimmer verlegt. Mahlzeiten und Hofgang nur noch allein."
"Sehr gerne, Sir."
"Das wäre dann alles."

Als Davies gegangen war, starrte der Sir noch für eine kurze Zeit ins Feuer, während sich seine Gedanken zwischen den knisternden Holzstücken verloren.
Zuerst müssen Joe und ich uns um eine alte Freundin kümmern, dachte er und sein Blick wanderte hinauf zu Thomas Morus' Utopia. Sie hat jetzt lange genug in der Kiste gelegen.

***

(Postface - 07.08.1888)

Die Frau, die mit dem Gesicht zur Wand stand, stöhnte leise.
Es war dunkel, war kalt, und es roch nach billigem Fusel, der in kleinen Wölkchen von hinten an ihrer Nase vorbei strich. Sie hielt den hinteren Teil ihres dunkelgrünen Kleides hoch und ließ ihn unter ihrem braunen Unterrock einfach nur gewähren. In der Hoffnung, dass es bald vorbei sein würde.
Da war eine Grenze, die sie selbst noch kannte. Wenn man sich zufällig auf den überfüllten Straßen dort draußen berührte, wenn man in engen Schlangen vor den Armenhäusern stand um einen warmen Platz für die Nacht zu erhaschen. Anfangs war es eine berührbare Grenze gewesen, die im Laufe der Zeit übersprungen worden ist. Bewusst und berechnet, denn ohne dies würde sie hier nicht an der Wand stehen und fürs Hinhalten ihres Körpers Geld verdienen. Es waren nicht viele Pennies, aber es waren wenigstens welche. Das Verkaufen des Körpers war zwar verboten, wurde aber still und leise geduldet. Denn ansonsten hätte sie kriminellere Methoden anwenden müssen, was ihr gar nicht lag. Sie war kein schlechter Mensch, nur hungrig und durstig, vor allem nach Whiskey.
Er schnaufte, seine Stöße wurden schneller, bis er schließlich zuckte, leise aufschrie und sich abrupt zurückzog. Sie hörte noch, wie er die Hose wieder hochzog und den Gürtel enger schnallte. Er warf einige Geldstücke auf den Boden, wo ihre schwarze Haube lag, die nach den ersten Stößen vom Kopf geflogen war.
"Euer Hintern ist so breit wie das Heck eines Schiffes", brummte er, bevor er sich umdrehte und ging. Das Geräusch seiner Stiefel auf den Treppen wurde langsam leiser und verschwand schließlich.
"Ich sorge gerne dafür, dass die Truppen des Empire glücklich und zufrieden sind!", zischte sie, während sie das Kleid wieder zurückwarf, sich bückte und sowohl Haube als auch die Pennies vom dunklen Boden auflas. "Mistkerl."
Eine warme Flüssigkeit, zäh und stinkend, lief ihr an den Schenkeln hinab und wurde von den braunen Strümpfen widerwillig aufgesogen. Der Hintern tat ihr weh, aber das würde schon wieder. Ein Blick in ihre rechte Hand, in der nicht die erhoffte Anzahl von Geldstücken war, zauberte einen knurrenden Unterton zutage.
"Verdammter Mistkerl", murmelte sie und setzte sich die Haube wieder auf.
Sie brauchte nicht mehr vor einem Armenhaus stehen und nach einem Platz betteln, aber die abendliche Ration Whiskey würde deutlich kleiner ausfallen. Sie schob die Pennies unter den Rock in eine Tasche und wollte sich aus der dunklen Ecke entfernen, als ihr jemand eine Hand auf den Mund legte und sie zurückzog. Bevor sie sich wehren konnte, ließen die fremden Finger von ihr ab und sie drehte sich um.
"Freddie?", fragte sie den Schatten, der im Dunkeln vor ihr stand. "Verdammt, erschreck mich nicht so."
"Halt die Klappe, Weib."
Sie baute sich drohend vor dem Mann auf, der allerdings einen Kopf größer war als sie.
"Du bist mir ein feiner Kerl", zischte sie. "Hast Du mich etwa die ganze Zeit beobachtet?"
"Ich wollte Dich nicht bei Deinem Geschäft stören."
"Wie überaus freundlich."
Er griff in seine Tasche und holte einen zusammengefalteten Brief in einem abgegriffenen Kuvert hervor.
"Hier", sagte er und hielt ihn ihr hin. "Ich will nichts mehr damit zu tun haben."
Sie starrte erst auf seine Hand mit dem Brief, dann stieß sie ihn ein Stück zurück.
"Oh, der große Freddie", fauchte sie. "Hat Schiss und will auf einmal nichts mehr damit zu tun haben!"
"Schweig, ...", begann er, aber sie schubste in noch weiter zur Wand, wo immer noch der Atem des Soldaten zu riechen war.
"Nein!" Sie hob drohend einen Zeigefinger. "Emma ist tot, Freddie. Tot, geht das in Dein Spatzenhirn eigentlich rein?"
Er schwieg, während sie überlegte, ihm einfach und schwungvoll zwischen die Beine zu treten. Aber dafür hätte sie den Rock vorne heben müssen. Und die Schmerzen in ihrem Hintern weiteten sich gerade auf ihr Becken aus.
"Ich werde den Brief nicht an mich nehmen", flüsterte sie schließlich und richtete den Finger auf ihn. "Du wirst ihn überbringen. Er ist schon viel zu lange unterwegs."
"Aber ..."
"DU hast Emma im Stich gelassen. DU bringst das wieder in Ordnung!"
Schweigen, dann steckte er den Brief wieder ein.
"Na schön", murmelte er, dann verschwand auch er, so schattenhaft wie er gekommen war.
"Und lass Dich hier nie wieder blicken", flüsterte sie ihm hinterher, dann drehte sie sich um und ging zur Treppe, stieg die ersten Stufen hinab.
Nicht mehr weit bis zum Pub, in dem sie die bösen Alpträume in Whiskey ertrinken konnte. Wie jede Nacht, ein undankbares Leben.
Beim dritten Absatz griff wieder jemand nach ihr und zerrte sie in die gleiche Ecke wie einige Etagen weiter oben. Kein Laut, keine Gerede, dafür schoss eine Faust auf sie zu und explodierte in ihrem Gesicht. Die Haube flog vom Kopf weg. Vor ihren Augen neugeborene Sterne, die sich rasch ausbreiteten. Sie fiel rücklings auf den harten Boden und schlug mit dem Hinterkopf viel zu hart auf. Aus den Augenwinkeln sah sie durch die Sterne, dass der Schatten nicht alleine war. Drei weitere Gestalten standen abseits und warteten. Mehr angedeutet als klar erkennbar.
"Martha", sagte eine undefinierbare Stimme und der dazugehörige Kopf beugte sich als verschwommener Fleck zu ihr hinunter. "Wie schön Dich zu sehen."
"Verpiss Dich!"
"Wo ist der Brief?"
"Keine Ahnung, was Du meinst."
"Wo. Ist. Der. Brief?"
"Verbrannt."
"Was?"
Martha versuchte zu grinsen, was kaum gelang.
"Der Brief wurde verbrannt - zusammen mit Emmas Kleidern beim Leichenbestatter."
Die Stimme schwieg, während sich Marthas Zorn durch die Augen fraß.
"Und ihr habt Emma auf dem Gewissen", zischte sie. "IHR HABT EM-"
Eine Hand legte sich wieder auf ihren Mund, unbarmherzig und kalt.
"Schweig."
"HM, HM-MM!"
"SCHWEIG!"
Stahl blitzte auf, drohend und hungrig. Eine Sekunde, einen Augenaufschlag, der zuwenig war, um sich darauf vorzubereiten. Vielleicht war es auch besser so, denn die brutalen Einstiche in ihrem Körper ließen jeden Gedanken sterben. Anfangs wehrte sie sich noch, fuchtelte mit den Händen nach dem Messer, nach dem verschwommenen Gesicht. Ihre Beine versuchten irgendwohin zu treten, trafen aber nur Luft. Dann waren die anderen drei Schatten der Nacht da, hielten sie so fest, dass sie sich nicht mehr rühren konnte. Und das Messer stach ohne Unterlass weiter auf sie ein, Unterleib, Brust, schließlich durch einen Lungenflügel, aus dem pfeifend die Luft entwich. Schmerzen schossen in ihren Kopf, verlangten nach Aufmerksamkeit. Rauschen in den Ohren, pochendes Herz, rasender Puls, keine Luft mehr.
Die Sterne vor ihren Augen breiteten sich aus. Das Messer wartete, wurde an eine der drei Gestalten weitergereicht. Missmutig nahm eine andere Hand das Instrument. Unentschlossen.
"Diesmal mache ich das nicht alleine", sagte die Stimme.

Jeder hatte das Messer. Jeder stach auf sie ein. Energisch, missmutig, teilnahmslos. Brust, Lunge, Unterleib - mehrmals. Erst ein gnädiger Hieb ins Herz erlöste Martha endgültig.
Neunundreißig Stiche später.


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