Es ist: 22-11-2019, 05:33
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Chroniken eines Krieges: Nathrodur III, das Geheimnis der Ödnis
Beitrag #1 |

Chroniken eines Krieges: Nathrodur III, das Geheimnis der Ödnis
Chroniken eines Krieges
Nathrodur III: Das Geheimnis der Ödnis!
Georg Goiging
E-Mail: Georg.Goiging@gmx.at

Inhalt
Vorwort der Chronistin 3
Die Ödnis 3
Frühstück 7
Licht am Ende des Tunnels 13
Die Bedrohung 17
Epilog 21


Vorwort der Chronistin
Ich bin Eva, Dra..., Kriegerin und Chronistin des Ordens. Meine Geschichte ist die Geschichte des Krieges, die Geschichte des Krieges ist die Geschichte von Elend und Leid, es kann mir elendig den leidigen Buckel runterrutschen. Der Orden weiß nicht ob wir morgen noch leben, ich weiß es nicht. Es ist noch viel aufzuschreiben, noch so vieles ist ungeklärt wie es dazu kam. Jene nach uns müssen erfahren was geschehen ist und warum es geschah. Darum schreibe ich die Geschichte der Welt nieder, eine vom Krieg gezeichnete Welt. Dies sind die Chroniken des Krieges und ich erzähle die Geschichte vom Geheimnis der Ödnis, welches sich im 13. Jahr des 1. Orkkrieges, des 365. Sonnenzeitalter, des Jahres 45, zugetragen hatte. 

Die Ödnis
Als der Zwerg seine Augen öffnete und die Landschaft der Ödnis erblickte, lockerte er seinen kampfbereiten Griff um seinen Kriegshammer. Dies war ein unerwarteter Anblick. Doch hier war der Zwerg Avil nun, von allen Göttern verlassen. Nur einen Augenblick zuvor war er noch in der mythischen Stadt La Karas gewesen, die uralte Heimat der Magier von Wissensil, dann, ehe er sichs versah, eine Meute wütender Zauberer auf ihn zulaufend, war er hier am anderen Ende der Welt gelandet. Er war unschuldig. Er konnte doch nichts für dieses Missverständnis. Zugegeben - er hätte sich nicht zwischen die Magier und IHN stellen müssen. Nach all den Jahren war das Dazwischenstellen für ihn aber schon eine Gewohnheit geworden. Seufzend blickte der Zwerg gen Himmel. Er spielte am Knauf seines Kriegshammers um sich von der Lage abzulenken. Es half jedoch nicht. Es waren keine Wolken zu sehen und die trockene Luft erinnerte den Zwerg an den Maiskuchen seiner Mutter. Deprimierender konnte die Lage nicht sein. Der Zwerg wusste aus den Erzählungen seines Volkes, dass dies hier einst mal ein Meer aus grünem Gras gewesen war und von zahlreichen Flüssen durchzogen wurde. Das Smaragdene Meer soll es mal geheißen haben, doch davon war nichts mehr zu sehen. Ob man dem glauben sollte, war auch schwierig, denn schließlich war die Quelle dieser Erzählungen aus schlecht erhaltenen Schriften, man schätzte diese auf ein Alter von fünftausend Jahren.
Der Zwerg öffnete seinen Mund, um mit einem Fluch etwas Spannung in die Ödnis zu bringen. Ein von Barthaaren umrahmter Mund sog die trockene Luft ein und Avil hoffte, dass seine Kehle nicht an der Luft austrocknete. Er war bereit, seinen Fluch loszulassen, als es um ihn herum laut donnerte und er von Wasser übergossen wurde. Das Wasser drang in seinen Mund ein. Anstatt eines ausgeschmückten zwergischen Fluchwortes in voller Lautstärke hörte man nur ein schwaches, krächzendes Husten.
"Du verfluchter Hund!", beschwerte sich der krächzende Zwerg über den aufgetauchten Kriegsmagier. Er war jung und sein Gesicht und Körper vom Alter noch verschont geblieben. Sein langes godblondes Haar war zu einem Zopf zusammengebunden und stand im starken Kontrast zu seinem roten Ziegenbart. Er war in der typischen Tracht der Kriegsmagier gekleidet mit persönlichen Ausbesserungen. Typisch für diese Magier war eine leichte Kleidung die ihnen Beweglichkeit verlieh, dieser trug eine schwarze Lederhose mit einer Mitternachtsblauen Tunika und einer schwarzen Lederweste darüber. Ein großes Buch war an einem Ledergurt befestigt und hing an seinem Rücken, immer griffbereit. Zahlreiche Taschen und Beutel hingen an dem Ledergurt des Buches, der Weste und Hosen, dort verwahrte der Magier die Utensilien welche er für seine Magie benötigte. Einen Stab besaß er nicht. Es war ihm zuwider einen Stab als Zeichen seines Ranges zu tragen wie es all seine Lehrer taten. Es gab auch kein Gesetz dies tun zu müssen, viel mehr war es eine Tradition welches als Gesetz gelebt wurde. Dennoch ein Stab war schon praktisch, man konnte ihn als Waffe benutzen oder auch mit Zauber belegen um den schwierigen Gebrauch der arkanen Energien zu erleichtern. All dies konnte der Ring dieses Kriegsmagiers auch, den er auf dem rechten Ringfinger trug. Ein Aquamarin in Form eines Wassertropfens geschliffen zierte den Ring. Sollte der Kriegsmagier jemals in die Situation kommen wenn er einen Stab als letzte Waffe brauchen würde, konnte ihn dieser auch nicht mehr retten. Im Orkkrieg waren bereits sehr viele Magier trotz Stab gestorben und die Verluste stiegen stetig. Dieser Kriegsmagier und seit dreizehn Jahren waren alle zu Kriegsmagier geworden, wollte mit der Magie selbst sterben wenn es dann so weit war. So trug dieser junge Zauberkundige als Zeichen seines Ranges nur diesen Aquamarinring. 
„Was ist denn? Seit wann beschwert sich denn jemand, wenn man nach über einem halben Jahr ein Bad bekommt?“, entgegnete der Magier dem Zwerg. 
„Bad!?“, das Gesicht des Zwerges nahm eine gefährlich rote Farbe an, während sich dieser das Wasser aus der Kleidung schüttelte. 
„Nathrodur, du Hund, bevor du mich zur Konklave geschleppt hast, war ich baden, du Vollpfosten, das war gestern! Weißt du noch? Die Versammlung der Magier, zehntausend von ihnen an einem Ort, und du schaffst es, sie alle zu verärgern. ALLE!“, stampfte der Zwerg wütend auf. Nathrodur  kicherte in sich hinein:“Ja, das war lustig!“
„LUSTIG?“, rief der Zwerg entsetzt, „Du spinnst! Die wollten sich alle auf mich stürzen!“
„Ja natürlich, ein Zwerg unter Magiern, wie bizarr!“, kicherte dieser. 
„Bizarr?! Du warst es, der sie beleidigte. Senile, alte Fossile, so hast du sie genannt! Die wollten DICH!“, errinnerte der aufgebrachte Zwerg seinen Freund, der nun mal ein etwas exzentrischer Magier war, „Nathrodur, dich wollten sie!
„Beschwer dich nicht, wir sind doch in Sicherheit. Magst du ein Zuckerl?“
„Ein Zuckerl? Sicherheit? Das hier ist Ödnis, es gibt mehr Überlebende an der Front als hier in der Ödnis!“ Wütend ergriff der Zwerg den Griff seines Kriegshammers, bereit seinem Freund den Schädel einzuschlagen, als dieser einfach zusammensackte und schnarchte. 
Nathrodur kicherte vergnügt über den mit Zauber belegten Hammer des Zwerges, er tauschte Avils Saphirring gegen einen Rubinring aus und verabschiedete sich: „Pfiat di“. Der Zwerg verschwand und zurück blieb nur eine Pfütze Wasser, die schnell im Boden versickerte. 
„Also wo beginnen wir?“, murmelte der Magier. Die Hand des Magiers zupfte an seinem roten Ziegenbart, während die andere Hand sein godblondes Haar durchfuhr. 
Auf den alten Karten war hier eine große Höhle verzeichnet. Eine derart große Höhle verschwand nicht so einfach. Auch wenn die Karte alt war und die Naturgewalten unbarmherzig waren - die Reste einer Höhle verschmolzen nicht so einfach mit dem Berg. Der Berg war zerklüftet und aufgeraut. Einige tote Bäume, Sträucher und Gräser waren am Hang des Berges zu sehen. In der Tat trug der Berg nicht umsonst seinen Namen, die Warze. Ein grausiger Anblick von einem Berg in einer lebensfeindlichen Umwelt. 
Die Höhle musste existieren. Die Karte war aus dem Vorasbuch, das heiligste Buch der Magier und einzigartig. Vor unbekannter Zeit war es den ersten Zauberkundigen übergeben worden. Wenn sich das Buch entschloss, etwas zu zeigen, dann existierte es auch. Alles, was in diesem Buch gezeigt wurde, hat sich bisher als wahr entpuppt. Ein sehr eigensinniges Buch. Einzig den Wetterbericht der Woche zeigte es immer an der selben Seite korrekt an. Wenn man gezielt nach etwas suchte, fand man selten was man wollte. Besonders das Alter des Buches war immer unbekannt geblieben, denn darüber schwieg es. Auch geschah es nicht gerade selten, dass Magier stundenlang über dem Buch hingen, weil einem das Buch nur eine interessante Seite nach der anderen zeigte. Viele mussten schon mit Gewalt von dort weggezogen werden. Dieses Buch zeigte ihm auf einer Karte die Ödnis mit der Warze und einer markierten Höhle und die Karte war auf jeder Seite des Buches zu sehen. 
Eine kleine Höhle, so schloss der Magier darauf, wäre schon längst verschwunden. Die Kräfte der Natur waren unbarmherzig. Schließlich war der Berg selbst total zerklüftet und aufgebrochen. Er war am Südhang des Berges. Wenn Nathrodur der Karte glauben konnte, dann musste sie hier irgendwo sein. 
„Bei allen arkanen Quellen!“, schimpfte der Magier, „du blöder Steinhaufen, wo ist die Höhle!? Ich verspreche dir, ich jage dich in die Luft, wenn du mir deine Geheimnisse nicht preisgibst!“ 
Wild hüpfend fluchte Nathr noch weiter und trat einen kleinen Stein gegen den Berg. Der Stein prallte, unerwarteterweise, nicht am Berg ab, sondern ging einfach durch die Bergwand. Der Tritt musste so fest gewesen sein und die Höhle so tief, dass er den Stein nicht aufprallen hörte.
„Hopsala“
Der Magier glich die Stelle des verschwunden Steins mit der Karte ab. Genau da, und nur da, stellte Nathrodur fest, musste die Höhle sein. 
Vorsichtig tastete Nathrodur die Bergwand mit seinen Händen ab. Es fühlte sich an wie kalter Stein. Der Zwerg hätte sicher sagen können, was das für ein Stein sein sollte. Denn eines war für den Magier sicher, es war kein Stein. „Genial“, stimmte sich der Magier selbst zu, „wer immer diese Höhle verstecken wollte, tat es mit viel Liebe zum Detail. Eine Illusion aus festem Licht, und die Lichtmagier sagten es sei unmöglich, Licht eine feste Form zu geben! So viel zu senilen, alten Fossilien.“
Nathrodur untersuchte die Erscheinung mit seinen Fingerspitzen. Seine Hände spürten kalten Felsen und drangen nicht durch. Ein sorgfältig gewebter Zauber. Der Zauber wurde schwach gehalten, schließlich durfte er nicht auffallen. Selbst der größte Haudrauf von einem ungebildeten Ritter konnte starke Magie bemerken und wenn dies nur ein schlechtes Gefühl war. Magie war ein natürlicher Teil dieser Welt, dementsprechend konnte alles, was von dieser Welt war, auch Magie spüren. Die wenigsten erkannten es als das, was es war. Allerdings gab es Orte, die eine tiefere magische Kraft ausstrahlten als andere. Der Arkane Pol war ein solcher Ort. Dort war die Magie so präsent, dass selbst Ratten magisch begabt zu sein schienen. Dies konnte allerdings auch das Resultat einiger verbotener Experimente an Ratten gewesen sein. 
Etwas sehr Wertvolles war hinter dieser sorgfältig getarnten Illusion. Hat nun der Zauberkundige auch Fallenzauber mit der Illusion verbunden oder reichte ihm das bloße Verstecken als Schutz? Viele Magier waren so paranoid, dass ein einfaches Verstecken nicht ausreichte. Auch weil die Gefahr bestand, dass die Verstecke komplett vergessen werden könnten. Hierin glichen die Magier den Eichhörnchen, verstecken und vergessen.
„Avil, wo bist du?“ rief der Magier nach dem Zwerg, „Oh stimmt, weg!“.
Es blieb also nur eine Möglichkeit.
Zehn Meter, gut vielleicht waren es nur neun, stand der Magier vor der Illusion. Laut schnaubte der Magier. Ein mieses Gefühl breitete sich in seiner Bauchgegend aus. Er atmete aus und schloss die Augen. Er lockerte sich und bereitete sich auf das vor, was nun kommen würde. Seine Gedanken gaben seine unsicheren Befehle an seinen Körper weiter und er dachte nur an die Illusion der Steinwand vor ihm, als sich seine Beine zu bewegen begannen und im schnellen Schritte ihn Kopf voran gegen die Bergwand führten. Er hatte das tiefe Verlangen nach Schreien. Er stellte sich vor, wie sein Schädel daran aufschlagen würde. Würde er einfach nur bewusstlos zusammenbrechen und mit starken Kopfschmerzen aufwachen? Oder würde sein Schädel an der Wand zerbrechen, die Knochensplitter sich tief in sein Hirn bohren und gleichsam seine größten Wünsche mit dem Schädel zerbrechen? 
Im Moment des Aufeinandertreffens schloss er die Augen und als er sie öffnete, sah er nur schwarz.

Frühstück
Weit, weit weg, im wahrsten Sinne des Wortes, weit weg vom Berg, und sehr viel näher am Krieg, war die Sonne gerade am Aufgehen. Das Licht der Sonne blinzelte über die Wipfel der Bäume. Es war ein idyllischer, ruhiger Morgen in einer vom Krieg zerrissenen Welt, welcher von einem kettensägenartigen Geräusch gestört wurde. 
„Kruzifix vermaledeit, wer ko sei Pappm scho wieder net hoiten!“ übertönte das Fluchen eines dicken Zwerges im edelweißgeblümten Pyjama, welcher aus seinem Wohnwagen heraustrat. Das Geräusch wurde von einem stockenden Husten ähnlichen Klanges kurzfristig unterbrochen, ehe es weiterging. Er fand einen laut schnarchenden Zwerg auf seinen Biertischen vor. 
„Herst du Rindviech, AUFSTEH!“
Der Zwerg schnarchte weiter. 
Der andere Zwerg war so erbost, dass er den Tisch samt Zwerg einfach umstieß. 
„AHHHHHHH!“
„Wasn los?“, nuschelte der kurz zuvor noch schnarchende Zwerg.
„Pappen hoiten! Aufdecken, es gibt Frühstück!“, keifte der edelweiß geblümte Pyjama tragende Zwerg. 
Frühstück! Frühstück war für Avil ein fremdes Wort geworden. Seit er diesen Magier kannte, war sein Leben unberechenbar geworden. „Wos gibt‘s denn?“, fragte Avil den Zwerg, während dieser das abendliche Lagerfeuer neu entfachte und Wasser aufsetzte.
„Heast du stöst Frogen“, grummelte der Zwerg, „es gibt nu oa Oart von guatem Frühstück, ah Weißwurstfrühstück!“ Ehe sich der fremde Zwerg versah, war von Avil der Tisch aufgestellt, abgewischt, gedeckt und zwei Bierkrüge gefüllt worden. Avil machte sich bereits ans Öffnen eines Senfglases, als ihn der andere Zwerg zur Geduld mahnte und gemächlich mehrere Paare Weißwürste in das siedende Wasser warf. Er lächelte in sich hinein.
„Jo, i woaß, Weißwürscht deafen ned reißn“, bestätigte der Zwerg, „I hob owa ned umasunst unmenga von Eis eipockt, um de wertvoie Fracht an’d Front z’bringa.“
Avil war so verschlafen gewesen, dass er nur den Lagerplatz des Zwerges mit den Tischen beachtet hatte. Vier Ochsen grasten um den verdeckten Wagen im Schatten, welcher von dem zweiten Wagen gezogen wurde. Der zweite Wagen war mit Gewürzen, Senf, einer Schlafkoje und einer kleinen Küche ausgestattet. Zahlreiche Krenwurzeln hingen am Wagen, Bierfässer waren auf das Dach gebunden, bereit direkt von dort angestochen zu werden und den Zapfhahn anzusetzen.
Avil begutachtete alles sehr genau. Die Ochsen waren gut im Futter, Bier war reichlich vorhanden, er hatte einen eigenen Wagen mit leicht verderblichen Weißwürsten gefüllt, aber er war gut gekühlt. Also war dieser Zwerg da wohl gut organisiert. Avil vermutete, dass dieser einst in der Armee gedient haben musste. Seit die Orks vor etwas mehr als zehn Jahren aufgetaucht waren, gab es kaum jemanden, der den Krieg nicht aus der Nähe erfahren hatte. 
Dieser Zwerg wirkte jedoch herzlichst unbekümmert.
„Wer bistn eigentlich?“, wollte Avil nun wissen. 
„Moanst du mi?“, und der fremde Zwerg holte eine Reibe aus seinem Wagen und nahm sich eine Krenwurzel.
„Ne ned wirklich, i hob de Bam gmoant!“,
Der Zwerg plumpste auf seinen Stuhl und rieb, was das Zeug hielt. 
„Des hinter dia is a Eich, konnst ruhig Eich nenna, a boa Fichtn sand a do und Gstrüpp und Käfa und wüst du des olles wirklich wissen?“
„Saufkopf du, dein Nomen wü i wissen!“, 
“I! Puh, a guade Frog is des, i woas nimma wia i hoas. Normalerweise nennans mi olle Wirt!“, sagte der Zwerg, „i bin scho so long Wirt, do ruaft mi nur mehr a jeda Wirt! So long scho!“
„Guat is“, seufzte Avil. Gedankenverloren drehte er dabei an seinem rubinbesetzten Ring - den hatte er auch vom Magier erhalten. Der tote Elf, von dem sie die Ringe abgenommen hatten, besaß viele davon. Wenn er auch geglaubt hätte, er trage einen Saphirring anstelle des Rubinringes. Zu seinem launischen Magier gesellte sich nun auch noch ein Zwerg dazu, der bereits nüchtern seinen Namen nicht mehr wusste. Wieso traf er eigentlich immer auf die Bekloppten?
„Ah, de Würscht!“, rief der Wirt und griff mit bloßer Hand nach zwei Paar, ein Paar für jeden. „Gobe und Messer sand rar worden im Kriag, muast zuzeln.“ 
Avil mampfte gemütlich, nahm Brot dazu und Bier. So gut zu essen war im Krieg eine Seltenheit geworden. Überall mangelte es an allem und viel zu viele Bauern waren bereits eingezogen worden, um zu kämpfen. Der Krieg zehrte an jedem. Trotzdem wusste Avil, dass er mit dem Magier ein gutes Los gezogen hatte. Wenn er auch nicht wusste, wieso er immer bei ihm blieb und dieser ihn auch immer wieder fand. Der Magier hing wie eine Klette an ihm. 
„Wo is dei Freind, der Magier?“
„Bei da Warzn, do woama zletzt“, schmatzte er die Antwort heraus, „Woher woastn wer i bi?“
Das bärtige Gesicht verzog sich zu einem Grinsen, der Bierschaum drang aus dem Mund. „Ge da staunst! Für des, das de Zwerg so a Anthipathie gegen di Magie habn, sans eigentlich guate Magier, wenns ned so soitsam auf die Magie reagiern würden. Owa vor allem sans resistenta gegen Zauber ois andere. Du stinkst noch Magie.“
„Echt?“
„Jap, in da Tundra, gons weit im Osten, do find ma die oiden Eisbibliotheken der Druiden. Do in den Höhlen is zwor koit, oba es gibt do guade Bedingungen um Biacher long, i moan wirklich verdommt long, zu logern.“ 
„Weiter“
„Ah die Jugend is so ungeduidig!“ wetterte der Wirt, „Ober guat, es hoast August, oaner der oiten großen Götter, hot, bevor er verschwunden woar, oa Sterbliche gliebt. Es woar die oanzige Liebe dieser Oart, die es je geben hot auf dieser Woit. Neamt hät ober glaubt dass des möglich war, is de einfach schwonger worden von dem Gott!“
„Jop“, meinte Avil, „des ko scho passieren beim Schnackseln!“
„Oh ihr Getter!“, rief der Wirt, „naja wi a immer, diese Bälger woren de ersten Zwerg.“
„Und des soll i dir glauben?“
„I bin da Wirt!“
„Is scho klor, und gibts do nu weitere Gschichteln?“
Der Wirt trank seinen Krug aus: „Kloar, aber ned für Ungläubige wi di. Du wüst an Beweis für die Magie. Schau, dei Hammer is verzaubert, sehr stork sogar, du hättst mindestens oan Tog schlofen miassen. Des hast du ober ned.“
Avil grunzte nur ungläubig während er seinen Krug nachfüllte. 
„Wüst nu an Beweis? Guat, die Zwerg san die einzigen auf der Woit die zwoa Leber hoben.“ 
„Ich hob docht, des war oa große“, meinte Avil. 
„Saufschädel du!“, beschimpfte ihn der Wirt, „jeder Zwerg hot zwoa, nur bei den Säufern do schauts donn immer aus als wars oane, weil die Lebern zaumgwochsen sand.“
„Aha, des nennst du göttlich?“
„Natürlich, zwoa Lebern kennan nur göttlich sei! Des nennt ma höhere Bestimmung für a trinkfreudiges Leben!“
„Oh ihr Götter!“, zweifelte Avil dies alles skeptisch an, „und wos hot des mit der Magie zu tun?“
Der Wirt seufzte. Wie konnte man, berühmt in der Zwergenwelt dafür, dass man einen Magier begleitete, nur so wenig von Magie verstehen.
„Zauber kennan vor allem, wenn der Zwerg dabei betroffen ist, schwächer oder gor ned funktionieren. Wenns gonz schlimm is, passiert gonz was Gfährliches und Unvorhersehbares. Und merk da oans: Wenn bei Magie wos Unvorhesehbores passiert, is es immer gfährlich! Des gibt don oan knoil“
„Na servas!“
Der Wirt schenkte Avil ein und legte ihm eine weitere Weißwurst auf den Teller. „Bürschal, iss gscheid, neamt woas wann uns der Kriag wieder eihoit und vor ollem pass auf den Magier auf. Er is begobt, jo oaber bei Augusts Nomen, er woas ned wos er tuat!“
Avil öffnete den Mund bereit für eine bissige Antwort, niemand beleidigte einfach so seinen Freund. Doch er kam nicht dazu. Es donnerte laut hinter dem Zwerg und ein Schwall Wasser ergoss sich über ihn.
„Du bist ja wach!“, stellte Nathrodur überrascht fest, „auch gut. Wer ist der andere Zwerg? Du solltest hier doch alleine sein. Meine Zauber funktionieren doch immer. Hmm Bier, davon solltest du nicht soviel trinken. Wenn du wieder danach stinkst, kann ich nicht denken. Das nervt. Also trink NICHT!“
Avil stöhnte auf. 
„Wasser! Schon wieder Wasser!“, schimpfte Avil, „Und nun du. Zuerst schickst du mich ins Nirgendwo, an die Front des Krieges, SCHLAFEND. Schon mal einen Ork aus der Nähe gesehen? Denen sollte man schlafend nicht begegnen. Denen sollte man überhaupt aus dem Weg gehen. Wenigstens war der Wirt da und ich konnte ordentlich Frühstücken. Wie hast du mich überhaupt gefunden?“
Nathrodur zeigte auf den Ring an Avils Finger.
„Der Ring des Elfen, den ich gefunden habe?“
„Gestohlen!“ warf der Wirt ein.
„Blödsinn!“ korrigierte Avil, „es war Leichenfledderei. Was hast du damit gemacht?“
„Verzaubert natürlich. Ich muss ja schließlich wissen wann du wo bist. Du bist schließlich eine närrische Sicherheitsangelegenheit, also habe ich zu deinem Schutz diesen einen  Ring gemacht. Es dient nur zu deiner eigenen Sicherheit, glaub mir!“
„Pah, du paranoider Freak,“ brüllte er seinen Freund an.
Nathrodur setzte sich auf den Tisch, überschlug seine Beine und grinste. 
„Was ist?“, schnauzte Avil.
„Deine Fähigkeiten als Zwerg werden gebraucht“
„Du Narr!“, warf der Wirt ein, „Nur weil die Zwerge eine große Stadt im Inneren eines Gebirges gebaut haben, versteht noch lange nicht jeder Zwerg etwas von Bergbau und Steinen.“
„Es geht um Gold!“
„Oh bei allen Göttern!“, rief der Wirt, „Du verfluchter Magier, du hast den Eingang gefunden. Zum Wohle Aller, verschwinde von dort und erzähle niemandem davon, NIEMANDEM!“
„Was weißt du?“, die Augen des Magiers glitzerten und er zupfte begierig an seinem Ziegenbart.
Der Wirt, sichtlich entsetzt über den Magier, versank in leichtem Trübsal. „Gold! Ich wünschte es wäre nur Gold. Du solltest nicht dort zurückkehren. Manche Dinge tun gut daran, verborgen zu bleiben, für immer!“
Avils Neugierde wurde geweckt und seine momentane Wut auf den Magier war vergessen. Doch auch diese Neugierde konnte nicht sofort gestillt werden. In diesem Teil der Welt war der Frühling angebrochen und es sollte warm sein. Dies war es auch gerade noch gewesen, als plötzlich die Wärme um sie herum der Kälte gewichen war und sie ein tiefer Nebel umhüllte. Die Ochsen brüllten laut vor Angst. 
„Nebelrufer!“, erkannte Nathrodur.
„Orks“, rief Avil. 
„Ihr müsst hier weg!“, entschied der Wirt, „Sofort!“
„Du kommst mit!“, meinte Avil. 
„Sofort“, wiederholte dieser entschlossen und nahm eine Streitaxt und Schild von seinem Wagen, „Wenn ihr leben wollt geht und vergesst, was ihr gefunden habt.“
Avils Hand war bereits bei seinem Hammer, bereit mit dem Wirt zu kämpfen, als ein besorgter Nathrodur seinen Arm nahm und im lauten Donner mit ihm verschwand.
„Meine Weißwürscht kriagen de nur über mei Leich!“ rief der Wirt, „na kommt schon, ihr Bastarde!“

Licht am Ende des Tunnels
Drei Tage waren seit der Lichtung vergangen. Avil war wegen der Flucht stinksauer auf den Magier gewesen, wenn sein Verstand auch sagte, dass es richtig gewesen war. Schließlich waren sie in eine große Meute der Orks geraten. Etwas, was man alleine nicht überlebte. Das Zurücklassen des Wirtes setzte Avil schwer zu. Nicht nur, weil der Zwerg die Rechnung nicht beglichen hatte, er war freundlich zu ihm gewesen. 
Eigentlich war die Erforschung der Höhle eine wunderbare Ablenkung, anfangs. Nur das war keine gewöhnliche Höhle, sie war nicht natürlichen Ursprungs. Die Wände waren glatt, trocken und gleichmäßig. Absolut gleichmäßig, fünf Meter hoch, zehn Meter breit. Keine Tropfsteine und keine Spur von Leben. Nathrodurs Wunsch war es, dass der Zwerg diese Höhlen untersuchte, weil der Zwerg in der großen Bergstadt Ko-Ba-Tra aufgewachsen war. Die Bergstädte der Zwerge waren im Grunde nichts anderes als große zusammenhängende Höhlen, von den Zwergen ausgebaut. 
Daher kannte Avil Höhlen sehr gut. Mit ihrem feuchten und kalten Klima, dem fehlenden Licht und den ganzen Lebewesen die in dieser Dunkelheit lebten. Spinnen, Pilze, Geflechte und Getier, das kein Mensch kannte und Avil nicht vermisste. Bei den Göttern, er hasste die Höhlen und alles was sie ausmachten: Enge, kalt, feucht und dunkel.
Diese Höhle aber war weder kalt noch feucht, sie war nur dunkel und tief. Avils Problem war die Zeit. Er wusste nicht, wie lange er bereits hier in dieser Höhle wanderte und es fühlte sich an, als wäre es bereits Tage, genauso gut konnten es nur mehrere Stunden sein. 
Zum Verzweifeln langweilig war es hier. Wenn er den Magier fand, würde er ihn erwürgen - mit seinen bloßen Händen. Ja, das würde er. Der Magier hatte sich, bevor er die Höhle erkundete, wieder an seinen Sachen vergriffen. Nun besaß er einen aufgepeppten Hammer. Der Magier hatte es doch tatsächlich gewagt den Hammer zu verzaubern. Dieser leuchtet nun wie der Mond in der Nacht.  Nathrodur nannte es eine Revolution aus einem Ding ein brauchbares Ding zu machen,  Licht-Emittierendes-Ding. In den Augen des Magiers war alles, außer Magie, ein primitives Werkzeug. So setzte der Magier diesen alten Hammer mit einem gewöhnlichen Buttermesser gleich. Es war unmöglich, Nathrodur in solchen Dingen umzustimmen. Schließlich war alles, was nicht magisch war, der Mühe nicht wert. Über diese Verzauberung war der Zwerg so sauer gewesen, dass er den praktischen Nutzen einfach ignorierte, den dieser stark blau-weiß leuchtende Hammer darstellte. Sonst wäre hier alles stockdunkel gewesen. Außerdem störte ihn das blauweiße Licht, es war nicht so schön warm wie das Licht einer echten Kerze. Nathrodur nannte es eine Revolution. 
Wenn es eine Revolution wäre, würde es nicht bei der geringsten Erschütterung flackern. Das tat es jedes Mal, wenn er seinen Hammer gegen die Höhlenwand donnert. Avil tat dies nicht sehr oft, denn es hallte ungemein laut in der Höhle. Doch manchmal war die Wut auf den Magier so groß, dass er dennoch lauthals fluchte und dann den Hammer gegen die Wand schmetterte. Wie es eben gerade geschehen war.
Das blau-weiße Licht des Hammers flackerte und erlosch.
„Na super“, seufzte der Zwerg
Und der Magier war nicht da. Der war wieder abgehauen und hatte ihn auf Erkundung geschickt. Er solle dem Lauf der Höhle folgen, seine Suchzauber versprachen Gold.
Er hasste seinen Freund. 
Es dauerte ein wenig, bis sich die Augen an die Dunkelheit anpassten und er am Ende ein goldenes Glitzern sah.
Seine Wut war verflogen. Zielsicher lief der Zwerg dem Glitzern entgegen. Es war allgemein bekannt, dass die Zwerge keine schnellen, aber dafür sehr ausdauernde Läufer waren. Die lange Ausdauer machte bei Gewaltmärschen die fehlende Geschwindigkeit mehr als wett. Hier wünschte sich der Zwerg, er wäre schneller. 
Das Glitzern wurde mit jedem Schritt kräftiger und als er glaubte, am Ziel zu sein, traute er seinen Augen nicht.
Er war in einer von Licht durchfluteten Kammer. Es kam von der Spitze des Berges und wurde von Bergkristallen weitergeleitet. Der Zwerg wusste genau, wie dies funktionierte. In seiner Heimat machte man es ebenfalls so. Das Sonnenlicht wurde über ein Netzwerk von Spiegeln in den Berg geleitet und weitere Spiegel im Inneren erleuchteten so die großen Städte.
Das Selbe taten hier die Bergkristalle und am Gipfel des Berges musste irgendetwas das Licht in den Berg leiten. 
Die Halle war enorm, ebenfalls glatt und von jeder Art Makel frei. In jeder Ecke befanden sich Bergkristalle, jetzt erst erkannte der Zwerg Abzweigungen in diesem unnatürlichen Gebilde. Der Zwerg vermutete weitere Eingänge zum Berg. Durch diese Bergkristalle, mindestens zwei Meter groß, vermutete er, dass die Halle dem Grundriss eines perfekten Sechseckes nach gestaltet worden war.
Im Zentrum dessen war ein tiefer Schacht. „Bei allen Göttern!“, stammelte der Zwerg, „Nathrodur, das musst du sehen. Ich kann mir das nicht erklären!“
Der Zwerg erkundete die Halle und folgte dem Glitzern. Zahlreiche sechseckige flache Gruben waren im Boden eingelassen. Von dort war das Glitzern gekommen. Zehn goldene Kugeln, so groß wie Fußbälle, lagen darin. Sie waren in weiches Vulkangestein gebettet. Die Kugeln waren glatt und makellos in ihrer Form. Als er eine der Kugeln sachte in die Hand nahm, bemerkt er, dass die Kugeln zu leicht waren, um aus purem Gold zu sein. Schwer waren sie dennoch. „Interessant!“, murmelte er gedankenverloren, „Koboldgold?! Dreckskerle, aber mal sehen“.
Er nahm seinen Hirschfänger und schabte an der Oberfläche. Wenn es schon kein echtes Gold war, so wollte er wissen, was sich unter dem Gold verbarg. Es gab nicht einen Kratzer an diesem goldenen Ding. Er verstärkte den Druck und das Klirren des brechenden Messers hallte laut im Gewölbe. 
„Definitiv kein Gold!“, stellte der Zwerg fest und donnerte den Griff des Hirschfängers auf die Kugel. 
Kein Kratzer und es hallte zurück. „Hohl ist es schon mal nicht!“
Er legte die Kugel zurück und begutachtete den Raum weiter. 
„Ich nenne dich Kathedrale“, flüsterte er und hörte seine Stimme laut hallend in dieser Kathedrale. 
In der Mitte der war ein großes Becken. Es hatte dieselbe sechseckige Form wie alles hier. „Geometriefetischist“, nannte Avil den unbekannten Erbauer. Ohne es nach zu messen war er sich sicher, dass das zentrale Loch im perfekten Verhältnis zu den anderen Gruben war. Er erwartete dort noch mehr von diesen Kugeln, doch dem war nicht so. 
Sie war gefüllt mit Wasser. 
„Eine unterirdische Quelle“, stellte der Zwerg fest, „aber wenn hier so viel Wasser ist, inmitten der Warze, das Zentrum der Ödnis, warum ist dann hier alles tot? Bei diesen Wassermengen sollte das Land vor Leben erblühen.“
„Nathrodur!“ rief Avil in die einsame Kathedrale, „du fauler nichtsnutziger blondierter Lackaffe Wo bist du?“
Er erwartete ein Donnern, doch es kam nicht. Es war nur das Plätschern des Wassers zu hören, als der Magier neben ihm auftauchte. „Toll, es funktioniert. Meine Reisezauber donnern nicht mehr - wie angenehm. Nah, mein Kleiner, was haben wir gefunden?“ Dabei entledigte sich der Magier seines Pelzmantels und warf ihn achtlos weg. 
„Super“, schnauzte der Zwerg den Magier an, er war nicht bereit, ihm zu zeigen wie hocherfreut er war, „Es stinkt nach Magie hier, schon bevor du aufgetaucht bist!“
„Ja, eindeutig“, stimmte der Magier zu, „Diese Höhlen sind nicht natürlichen Ursprungs!“
„Toll, wie du das Offensichtliche erkennst“, schnauzte der Zwerg zurück.
„Also, was haben wir hier?“ ignorierte er den Zwerg. 
Avil erzählte ihm von seinem Fund und seinen Eindrücken über die Höhle, auch die gesamte gleichmäßige Eintönigkeit. Die goldenen Kugeln waren sehr interessant und er gab zu, dass sie ihn an etwas sehr Vertrautes erinnerten, er es aber nicht einordnen konnte. Dann war da noch seine Vermutung über die unterirdischen Wasserquellen. Die eine Quelle im Zentrum musste von zahlreichen Zuflüssen gespeist sein. Wenn man so viel Wert darauf legt, dass dies hier geheim gehalten wurde, dann machte man dieses Versteck nicht von einem Zufluss abhängig. In Avils Heimat waren die Berge von zahlreichen unterirdischen Bergflüssen durchzogen. Hier mussten die Flüsse tiefer unter der Erde sein und er vermutete, dass diese genauso künstlich angelegt worden waren wie die Kathedrale selbst. 
„Du hast recht“, stimmte Nathrodur zu.
„Ich habe recht? Seit wann gibt Nathrodur, der große, allwissende Magier zu, dass ich Recht habe?“
„Du bist mein Freund, kleiner Bastard, ich wähle keine Idioten als Freunde. Auch wenn du in der Magie, wie dein ganzes Volk übrigens, kein Talent zeigst, seid ihr, wenn es nicht um Bier, Essen und Frauen geht, in dieser Reihenfolge übrigens, sehr konsequent und logisch in euren Handlungen und Überlegungen.“
Ein überraschter Blick des Zwerges richtete sich auf den Magier. „Das war ja ein Lob“, stellte der Zwerg fest, „Also, was hast du erfahren?“
Der Magier zog an seinem roten Ziegenbart, ehe er seine Arme weit und theatralisch ausstreckte. „Ich bin ein allwissender Magier, Beherrscher der arkanen Elemente des Wassers und des Lichts“, begann Nathrodur laut tosend, „Ist keine gültige Einlassformel, um bei den Druiden in ihre Eisbibliothek eingelassen zu werden. Sie haben da so etwas wie eine verbotene Abteilung. Als wäre ich wieder in der Schule. Ach, dort steht nicht mehr drin als wir bereits über die Ödnis wussten, abgesehen von einer Warnung allgemeiner Natur über das langfristige und gesundheitliche Fortbestehen des Lebens. Nur der Tod selbst kann den Tod besiegen und Leben bringen, wo zuvor keines war. Der Wirt war wohl etwas aufgeblasen und nicht ganz nüchtern“.
„Eine Prophezeiung?“ fragte der Zwerg.
„Blödsinn, Prophezeiungen sind was für Armleuchter. Es ist eine Warnung, ganz klar - und ein Lösungsansatz des Problems. Nur welches Problem?“
Er stampfte auf. 
„Aber meine Suchzauber haben Interessantes ergeben. Es gibt fünftausend solcher Gruben hier, mit je zehn von diesen goldenen Kugeln. Es fehlen uns sowohl die Frösche als auch die Prinzessinnen zu den Kugeln.“
„Häh“
„Hoffnungslos und du redest von Prophezeiungen“, sinnierte der Magier, „Noch dazu führen alle Flüsse, wie du bereits vermutet hast, unterirdisch hier her. In der Tat scheinen diese Flüsse mit den alten oberirdischen Flüssen ident zu sein, nur dass sie nun unterirdisch fließen. Sämtliches Wasser fließt hierher unter den Berg und wird in zahlreiche unterirdische Becken geleitet. Der Rest fließt aus der Ödnis und wird vom Boden nicht aufgenommen. Die Ödnis ist eine Todeszone um die Warze herum. Man braucht von hier bis zu den Grenzen der Ödnis mindestens sechzig Tage, in jede Richtung. Jedes Lebewesen ist bis dahin genauso trocken und tot, wie der Maiskuchen deiner Mutter.“
„Boah,“ staunte Avil, „bist du dir sicher mit den Flüssen?“
„Natürlich, hast du nicht zugehört, ich bin der Meister der arkanen Mächte des Wassers, für das einfache Volk, Wassermagier. Also es stellt sich die Frage, warum hat irgendein mächtiger, großer Unbekannter diese Todeszone erschaffen?“

Die Bedrohung
Ein Knacken störte die Gedanken der beiden.
Die goldene Kugel Avils, zuvor von seinen Tests unbeschadet zurückgeblieben zeigte Risse in der Schale. 
Die Kugel bewegte sich und rollte an den Rand der Grube. 
„Ein Ei?“, meinte Avil, „Ja klar, Schlangeneier sind ähnlich rund, nur die sind größer, viel größer. Ich habe Angst!“
„Dann mach Rührei daraus!“, zischte der Magier.
Der Magier beugte sich über das goldene Ding, er stimmte Avil zu, es mussten Eier sein. Es knackte laut, es zeigten sich Sprünge, „Schlangen? Quetzqoras, das könnten wilde Quetzqoraeier sein.“
„Die gefiederten Schlangen, die Viecher werden zwanzig Meter lang, wenn sie klein sind, und sie fliegen!“, erkannte der Zwerg panisch, „Wir haben hier zehntausende!“
„Fünfzigtausend!“, stellte der Magier klar, „Aber das sind zu große Eier für Quetz Quoras, ich habe die bereits gesehen, da schlüpft etwas anderes!“
Ein Horn besetzter Kopf durchschlug die Schale. Es kämpfte sich durch und bald erkannte man, dass es der langgezogene Kopf eines geschuppten Reptils war und nicht der gefiederten Schlange der Arkanberge ähnlich war. Schwarze Augen blickten aus dem langen, gold beschuppten Kopf eines Reptils. Das Horn auf der Schnauze des Tieres war nur eines von vielen, welche über den gesamten Rücken bis zum Schwanz des Tieres wuchsen. Als der Zwerg seinen wieder leuchtenden Hammer zu diesem Tier hielt, erkannten sie verklebte Umrisse von Flügeln am Bauch dieses Tieres. Die Beschreibung passte perfekt zu den jahrtausende alten Beschreibungen von Drachen. 
„Bei all dem Bier der Welt!“, flüsterte der Zwerg entsetzt..
„Arkanus!“ schimpfte der Magier.
„Drachen! So viel zu Märchen, mein Freund!“ zischte der Zwerg, „Scheiße, fünfzigtausend von denen hier!“
„Oh sieh, es faucht dich an!“, erkannte der Zwerg, „es mag dich nicht, sehr intelligent, das Vieh.“
Die schwarzen Augen des Drachenwelpens blickten gierig auf den Magier. Der Magier wusste zu jenem Zeitpunkt nicht, dass das Tier die arkane Ausstrahlung des Magiers sah, die Macht, die er für den jungen Welpen darstellte und die Gefahr.
Es fauchte und die spitzen Zähne im Maul blitzten im Licht des Hammers. 
„Scheiße!“, fluchte der Magier, ehe das Tier ihn ansprang. Die spitzen Klauen gruben sich in die Schulter des Magiers, das Maul geifernd geöffnet, während die Flügel aggressiv flatterten. 
Der Magier schrie, der Drachenwelpe kreischte und der Zwerg fluchte lautstark über beide hinweg: „JO KRUZEFIX HERRSCHAFTSZEITEN NU AMOI! NUAR OANA BRINGT MEINEN MAGIER UM!“
Der Hammer des Zwerges funkelte als er auf den Drachen niedersauste und es von Nathrodur schleuderte. Wild fauchend kullerte der Drache den Boden entlang und landete in seinem Geburtsnest.
Der Zwerg sprang hinterher und mit einem gezielt Schlag zertrümmerte der Zwerg den Schädel des Tieres. Zappelnd ging es zugrunde. 
„Den Tod haben wir gefunden“, keuchte Nathrodur, „Bleiben noch neunundvierzigtausendneunhundertneunundneunzig Tode“.
„Wenn das vorbei ist, mein Freund, lädst du mich auf einen Schweinsbraten ein!“
Ein weiteres Ei knackte, und noch eines und bald war nur noch das Knacken von Eiern zu hören. 
„In die Höhlen!“ rief der Magier
Sie liefen in die nächste Höhle. In Form und Größe war sie dem Eingang ähnlich, doch die Luft wurde schnell kälter - um sehr vieles kälter als es in der Kathedrale der Fall war. Doch sie liefen weiter, bis sie in einen großen Raum mit unzähligen senkrecht stehenden Eissäulen gelangten. 
„Oha“, staunte der Magier. 
„Was ist das?“, fragte der Zwerg.
„Siehst du die Tiere da drin, das ist nichts anderes als ein großer Kühlschrank, sozusagen das Essen für diese Biester, ein Festmahl für den Start ins Leben.“
In der Tat waren überall verschiedenste Geschöpfe in den Säulen zu erkennen. Kamele, Pferde, Elefanten mit dichtem Pelz. Es waren auch zahlreiche Menschen, Elfen und Zwerge neben den groß gewachsenen Barbaren der Ostkanan in diesen Säulen gefangen. 
So zahlreich und tiefgekühlt. 
„Eis, das ist es!“, rief der Magier, „Vorwärts, wir müssen zurück! Bleib bei mir und egal was passiert, halt die Biester davon ab, mich zu töten und ich hole uns hier raus!“
Der Magier brach einen Eiszapfen ab und lief zurück in die Kathedrale, der Zwerg folgte ihm.
Einige Eier waren bereits zerbrochen, die meisten nur angeknackst. Der Zwerg schlug auf den Kopf eines Welpens, ehe das ganze Vieh die Schale verließ. Immer wieder schlug der Zwerg zu, während der Magier auf die zentrale Wasserquelle zuhielt. Er wirkte keinen einzigen Zauber. Er schonte sein Mana, seine magischen Kräfte, die er brauchte um seinen Zauber zu wirken. 
Bei der Quelle wartete er keinen Moment, das Nest hatte bereits begonnen zu schlüpfen. Tausende dieser Bestien warteten, um zu schlüpfen und sie hatten es eingeleitet. Mitten im Krieg mit den Orks würden diese Bestien über die Länder der Kaiserlichen Liga den brennenden Tod bringen. Ein Sieg war dann unmöglich, wenn überhaupt jemand dieses Inferno überleben konnte. 
Er warf den Eiszapfen in das Wasser und begann seinen Zauber. Der Zwerg war bereit jeden Angriff auf den Zauberer abzuwehren wieder einmal. Das Wasser begann aus der Quelle zu treten und die Nester zu überfluten. 
„Nathrodur, ich kann nicht schwimmen!“, erinnerte der Zwerg den Magier flüsternd. 
Der Magier hörte ihn nicht. Er war in seinen Zauber vertieft, jede Unachtsamkeit konnte die Magie seines Zaubers stören. Das durfte nicht geschehen. 
Die Eier waren bald vom Wasser umschlossen. Die geschlüpften Welpen schwammen auf die beiden zu. Sie waren schnell und scheinbar mochten die Drachen das Wasser gerne. 
„Nathrodur, beeil dich, bitte! „
Der Zwerg schlug auf einen angreifenden Drachen.
„Oh, ich habe da ein ganz mieses Gefühl!“, rief der Zwerg.
Das Wasser stieg immer schneller und es wurde schnell kälter. 
Der Magier griff nach der Schulter des Zwerges, sein Blick war leer, konzentriert auf die Magie die zu einem mächtigen Spruch wob. Dann geschah etwas, das der Magier nicht hervorgesehen hatte. Etwas störte die arkanen Energien. Der Zauber war so mächtig, dass jede Kleinigkeit die arkanen Energien zerstreuten und er wusste nicht was ihn störte. Der Griff des Magiers um den Zwerg verkrampfte sich, während sich die arkanen Kräfte verselbständigten. Das Wasser brach durch Boden, zahlreiche Eier fielen in das Wasser. Das Wasser begann die Kathedrale zu füllen, schnell reichte es dem Zwerg zu den Knien und es stieg immer schneller. Der Zwerg wusste, sie hätten längst weg sein sollen und der verkrampfte Griff Nathrodurs an seiner Schulter erschwerte es ihm, die Drachenwelpen abzuhalten. Als das Wasser begann, zahlreiche Wirbel zu bilden, wurden beide von den Beinen gerissen und Avil hatte große Mühe, sich an den Magier zu klammern, um ihn nicht zu verlieren. Wenn er ihn verlor, würde er in diesem Berg ertrinken. 
Panik erfasste Nathrodur. Das Wasser war das Element seiner Magie. Seine Gedanken, er musste sie klären. Die Kälte und Nässe forderten ihren Tribut - er musste den Zauber unter Kontrolle bringen. Er glaubte bereits, dass alles verloren sei, als der Eiszapfen wie von alleine in seine Hand kam und die beißende Kälte durch seinen Arm seinen Verstand klärte. 
Er musste es zu Ende bringen, jetzt. Er zentrierte seine Energie auf den außer Kontrolle geratenen Zauber, wissend, dass er ihn nicht mehr in die gedachte Form bringen konnte und verstärkte dessen Intensität. Der Sog des nun schnell steigenden Wassers riss Zwerg, und Magier fast auseinander. Wie geplant, füllte das Wasser nun fast die gesamte Kathedrale aus und es begann zu gefrieren. Das Eis breitet sich aus und zerdrückte Eier sowie Drachenwelpen. Nathrodur spürte die Kälte an seinem Körper und es blieb nicht mehr viel Zeit. Ein letztes Mal festigte er seinen Griff um seinen kleinen Freund und er hoffte, dass er noch genug Kraft besaß seinen letzten Zauber zu wirken. Er war Nathrodur, Kind der Magie, Beherrscher der geheimen, arkanen Künste von Licht und Wasser, es musste gelingen. 
Das Eis dehnte sich in der Kathedrale aus, unbarmherzig zerdrückte es alles. Als die Kathedrale ausgefüllt war und das Eis sich seinen Weg in die Freiheit suchte, sprengte es den Berg in millionen kleine Stücke, die sich über die gesamte Ödnis verteilten. Das Eis breitete sich über alle Zuflüsse der Ödnis aus. Die Flüsse gefroren in ihren unterirdischen Wasserwegen, das Eis dehnte sich weiter aus und die unterirdischen Flüsse boten dem Eis keinen Platz mehr. Das Eis sprengte die unterirdischen Flüsse und brach das Land auf. Die einst unterirdischen Flüsse der Ödnis waren nun wieder an der Oberfläche und suchten sich ihren Weg. 

Epilog
Vor drei Tagen war Aszalon, erste Stimme der Verteidigungsarmee der hohen Stadt San Akhasi, von einem lauten Knall und dem darauffolgenden Beben aus dem Bett geworfen worden. Eine schmerzende Beule und einige beschädigte Gebäude waren die Folgen des Bebens. Die von der Schildschlacht gezeichnete Stadt überlebte auch dieses Unglück. Die Schildschlacht war eine große Schlacht zwischen den Elfen, Mitglieder in der Kaiserlichen Liga, und den einfallenden Orks gewesen. Ohne den Magier Nathrodur wären sie hier alle gestorben. Aszalon verdankte Nathrodur sein Leben, genauso wie das ganze Hochreich der Elfen. 
Nun war ein Erzmagier hier, um ihm über den abtrünnigen Magier zu berichten. Nathrodur war der mächtigste Magier von allen lebenden Magiern gewesen. Sein Können war genau so mächtig gewesen wie sein Übermut. Aufgrund dessen konnte das Konklave ihn nicht bändigen. Gesetze waren ein Hindernis. Öffentlich hatte er das Konklave herausgefordert und einen Bruch in ihren Reihen herbeigeführt um dann spurlos zu verschwinden. Nur der Erzmagier Limbragh konnte ihn beobachten und dieser wusste sehr wohl, dass dies nur der Fall war, weil Nathrodur es zuließ. Limbragh war nun hier um Aszalon zu berichten. 
„Kennt ihr die Warze?“, fragte der Erzmagier.
„Vom Hörensagen, ein Berg, inmitten der Ödnis, genauso tot wie das Land selbst“, erzählte der Elf. 
„Es war ein Berg, Nathrodur hat ihn gesprengt und die halbe Ödnis entzwei gerissen. Zurückgeblieben ist ein Krater, gefüllt mit Eis und Stein. Nathrodur und sein Gefährte, der Zwerg Avil, fanden dabei den Tod“.
Aszalon setzte sich, geschockt von dieser Nachricht. 
„Tot!“ flüsterter er zu sich „Ich verdanke ihm mein Leben. Es tut mir leid, dies zu hören“.
Der Elf schenkte sich einen Kelch Wein ein und trank auf den Magier.
Weit weg von der Hochstadt San Akhasi an der Grenze zur Ödnis blühte das Land auf. Das Wasser breitete sich erneut in der Ödnis aus und brachte das Leben zurück in das tote Land. 
Auf dem trockenen Boden der Ödnis wirbelte ein Zwergengespann von zwei zusammenhängenden Wägen den Staub auf. Auf dem vordersten Wagen wehte auf einer Pike wie das Banner des Kaisers ein edelweißgeblümter Pyjama. Diese Wägen waren dort gewesen wo einst die Warze gewesen war. Ein tiefer Krater, der sich bald mit Wasser füllen würde, war alles was von diesem Berg geblieben war. Ein fröhlicher Zwerg saß auf dem Bock des vordersten Wagens, ein Edelweiß steckte in seinem Hut. In der einen Hand hielt er die Zügel der Ochsen in der anderen einen Bierkrug. 
Aus dem hinteren Wagen schimmerte es seltsam blau leuchtend. 
Laut gröhlend sang der Zwerg: „Ach, du lieber Augustin, Augustin, Augustin, ach, du lieber Augustin, alles ist hin!“


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Beitrag #2 |

RE: Chroniken eines Krieges: Nathrodur III, das Geheimnis der Ödnis
Kritiken sind erwünscht und werden gerne gelesen, können auch gemailt werden

mit freundlichen Grüßen

Georg Goiging Icon_smile


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Beitrag #3 |

RE: Chroniken eines Krieges: Nathrodur III, das Geheimnis der Ödnis
Hallo Goginger,

auch hier noch einmal: Willkommen im Forum!
3 Dinge vorneweg, bevor ich mich mit deiner Geschichte auseinandersetze:

1) Nur 6h, nachdem du deine Geschichte hochgeladen hast, setzt du bereits einen Kommentar darunter, in dem du um Kritik bittest. Das wirkt fordernd und liest sich nicht schön. Generell sind wir ein Forum, das gibt und nimmt, heißt, wer die Geschichten anderer kritisiert, wird im Gegenzug auch eher kritisiert. Soll heißen, ein Kommentat a la "Kommentare sind gerne gesehen" sind unnötig. Außer du möchtest vielleicht spezifische Fragen stellen.
Niemand mag es, als Lektor ausgenutzt zu werden. Icon_wink
Nun gut, ich nehme mal an, es war jugendliche Ungeduld. Icon_wink

2) Deine Geschichte ist recht lang. Viele Leser - auch ich - haben nicht viel Zeit. Sie mögen die Texte lieber portioniert, gerade bei Anfängern, weil da oftmals auch in kurzen Stücken viel Arbeit zu erledigen ist.

3) Ich bin eine der härtesten Kritikerinnen hier. Also erzittere. Icon_wink
Spaß beiseite. Ich mache das schon einige Jahre und bin eben sehr kritisch. Jegliche Kritik richtet sich aber auf dein Werk und ist nicht persönlich zu nehmen.

4) Nochmal zur Länge: Ich werde nicht alles kommentieren. Mal schauen, wie weit ich komme. Daher nicht wundern, wenn ich dann irgendwann den Schnitt setze.

Nun aber:


Zitat:Vorwort der Chronistin
Ich bin Eva, Dra..., Kriegerin und Chronistin des Ordens. Meine Geschichte ist die Geschichte des Krieges, die Geschichte des Krieges ist die Geschichte von Elend und Leid, es kann mir elendig den leidigen Buckel runterrutschen. Der Orden weiß nicht ob wir morgen noch leben, ich weiß es nicht. Es ist noch viel aufzuschreiben, noch so vieles ist ungeklärt wie es dazu kam. Jene nach uns müssen erfahren was geschehen ist und warum es geschah. Darum schreibe ich die Geschichte der Welt nieder, eine vom Krieg gezeichnete Welt. Dies sind die Chroniken des Krieges und ich erzähle die Geschichte vom Geheimnis der Ödnis, welches sich im 13. Jahr des 1. Orkkrieges, des 365. Sonnenzeitalter, des Jahres 45, zugetragen hatte. 
-- Ach ja, die Vorworte. Sie sind die Crux der Fantasy. Wie Prologe. Man muss sich immer Fragen, ist es wirklich nötig für die Geschichte. Liefere ich wichtige Informationen? Werfe ich Fragen auf, die den Leser animieren, weiterzulesen? Stelle ich eine interessante Figur oder einen interessanten Aspekt vor?
Ich lese dein Vorwort und abgesehen von den unheimlich vielen fehlenden Kommata und den Kommata an Stellen, an denen eigentlich Punkte stehen sollten, ist die Antwort: Nein.
Taucht die Chronistin denn später noch mal auf? Ist die für die Geschichte relevant? Ich glaube nicht. Im Moment hält mich dein Vorwort eher davon ab, weiterzulesen.


Zitat:Die Ödnis

-- Da Frage ich mich, ist die Ödnis ein spezielles Gebiet wie der Schwarzwald? Oder ist es eine beliebige Einöde?


Zitat:Als der Zwerg seine Augen öffnete und die Landschaft der Ödnis erblickte, lockerte er seinen kampfbereiten Griff um seinen Kriegshammer. Dies war ein unerwarteter Anblick.
-- Dieser Anfang wirft gleich mehrere Fragen auf, und ich bin mir nicht sicher, ob das etwas Gutes ist.
Hier mal ein paar Beispiele: Die Augen des Zwerges waren zu. Warum? Mussten sie das sein? Wieso? Hat er sich vor etwas schützen wollen? Aber vor was? Er hat einen Kriegshammer, ist also Krieger. Da stürmt man doch nach vorne. Oder geht es nur um den Effekt?
Er sieht die Ödnis. Sie ist also ein spezielles Gebiet? Und er kennt dieses Gebiet? Sonst würde er sie nicht sofort erkennen. Wodurch zeichnet sie sich aus? Also woran erkennt er, dass er sich in DER ÖDNIS befindet. Wenn ich nämlich im Schwarzwald stehe, weiß ich das nicht. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass es nur eine Ödnis gibt.
Der Anblick ist unerwartet? Warum? Okay, das ist eine gute Frage, denn es impliziert, dass hier ein Zauber schief gegangen ist. Über den Rest oben, solltest du dir Gedanken machen. Vielleicht wäre eine Ödnis besser, als Die Ödnis. Dann brauchst du ein paar treffende Beschreibungen, bevor du das Wort Ödnis mit dem Artikel Die präsentierst. Ein Beispiel:
"Als der Schlag ausblieb, nahm der Zwerg seinen zum Parieren erhobenen Schlag herunter. Zu seiner Verwunderung lag nicht das grüne Eisental vor ihm, auch von dem Ork, der ihn mit seiner Keule hatte den Kopf spalten wollen, war nichts zu sehen. Stattdessen erblickte er weit und breit endlose Leere unter einer gleißenden Sonne. Tiefe Risse spalteten das Erdreich. ..."

Zitat:Doch hier war der Zwerg Avil nun, von allen Göttern verlassen. Nur einen Augenblick zuvor war er noch in der mythischen Stadt La Karas gewesen, die uralte Heimat der Magier von Wissensil, dann, ehe er sichs versah, eine Meute wütender Zauberer auf ihn zulaufend, war er hier am anderen Ende der Welt gelandet.
-- Warum erwähnst du seinen Namen erst hier? Beim kurzen vorauslesen, sehe ich zudem, dass du wieder zurück der unpersönlichen Bezeichnung wechselst. Warum?
-- Der Satz danach ist zu lang. Man kann sich darüber Streiten, ob die Information im unterstrichenen Teil im Moment wirklich notwendig ist.


Zitat:Er war unschuldig. Er konnte doch nichts für dieses Missverständnis.
-- Diese Stelle ist für mich nicht logisch. Sie ergibt im aktuellen Geschehen keinen Grund. Solltest du sie unbedingt behalten wollen, solltest du zumindest einen Absatz einfügen, da der Bezug/ das Thema wechselt. Insgesamt hast du gerade am Anfang sehr wenige Absätze drin. Solche Blöcke lesen sich unschön.


Zitat: Zugegeben - er hätte sich nicht zwischen die Magier und IHN stellen müssen.
-- Das IHN wirkt als wolltest du künstlich ein Geheimnis aufbauschen. Du kannst hier ruhig einen Namen nennen. Damit kann ohnehin keiner etwas anfangen. Icon_wink


Zitat: Nach all den Jahren war das Dazwischenstellen für ihn aber schon eine Gewohnheit geworden. Seufzend blickte der Zwerg gen Himmel. Er spielte am Knauf seines Kriegshammers um sich von der Lage abzulenken. Es half jedoch nicht.
-- Er spielt an seinem Hammer? Ernsthaft? Was für ein Bild von Zwerg willst du hier kreiieren. Warum unternimmt er nichts? Sieht sich um? Sucht Schutz? Irgendetwas.


Zitat:Es waren keine Wolken zu sehen und die trockene Luft erinnerte den Zwerg an den Maiskuchen seiner Mutter.
-- Der zweite Hauptsatz ist super! Mehr davon.


Zitat: Deprimierender konnte die Lage nicht sein. Der Zwerg wusste aus den Erzählungen seines Volkes, dass dies hier einst mal ein Meer aus grünem Gras gewesen war und von zahlreichen Flüssen durchzogen wurde.
-- ein Meer, das von ... durchzogen wurde.


Zitat:Das Smaragdene Meer soll es mal geheißen haben, doch davon war nichts mehr zu sehen.
-- Nicht eher Smaragdmeer? Ist nicht so sperrig.
Erneut die Frage, woher erkennt er sofort, wo er ist? Was ist das einzigartige Merkmal der Ödnis?


Zitat:Ob man dem glauben sollte, war auch schwierig, denn schließlich war die Quelle dieser Erzählungen aus schlecht erhaltenen Schriften, man schätzte diese auf ein Alter von fünftausend Jahren.
-- Ich muss muss es nochmal sagen: Punkte sind dein Freund. Icon_wink
-- Wieso das Füllwort "auch"- macht an der Stelle keinen Sinn.
-- Quelle der Erzählungen waren schlecht erhaltene Schriften, nicht "aus"


Zitat:Der Zwerg öffnete seinen Mund, um mit einem Fluch etwas Spannung in die Ödnis zu bringen.
-- Wieder schöner Satz!


Zitat: Ein von Barthaaren umrahmter Mund sog die trockene Luft ein und Avil hoffte, dass seine Kehle nicht an der Luft austrocknete.
-- Das liest sich so, als wäre da plötzlich ein herrenloser Mund. Besser "Sein Mund" Icon_wink
-- Die Barthaare sind hier sperrig, da du ja über den Mund sprechen möchtest.


Zitat:Er war bereit, seinen Fluch loszulassen, als es um ihn herum laut donnerte und er von Wasser übergossen wurde. Das Wasser drang in seinen Mund ein. Anstatt eines ausgeschmückten zwergischen Fluchwortes in voller Lautstärke hörte man nur ein schwaches, krächzendes Husten.
-- Wenn ich meinen Mund unter der Dusche aufmache, läuft da nicht Wasser rein, sondern das perlt über die Lippen, insbesondere an einem Zwergenbart!, über den Mund drüber. Außer er hat den Kopf zurückgelegt, was aber für einen Fluch keinen Sinn macht.

Zitat:"Du verfluchter Hund!", beschwerte sich der krächzende Zwerg über den aufgetauchten Kriegsmagier.
-- Erneut. Anvil beschwert nicht, er flucht. "Verfluchte der Zwerg/ Anvil krächzend den aufgetauchten Kriegsmagier". Oder "beschwerte sich bei"


Zitat: Er war jung und sein Gesicht und Körper vom Alter noch verschont geblieben. Sein langes godblondes Haar war zu einem Zopf zusammengebunden und stand im starken Kontrast zu seinem roten Ziegenbart. Er war in der typischen Tracht der Kriegsmagier gekleidet mit persönlichen Ausbesserungen. Typisch für diese Magier war eine leichte Kleidung die ihnen Beweglichkeit verlieh, dieser trug eine schwarze Lederhose mit einer Mitternachtsblauen Tunika und einer schwarzen Lederweste darüber. Ein großes Buch war an einem Ledergurt befestigt und hing an seinem Rücken, immer griffbereit. Zahlreiche Taschen und Beutel hingen an dem Ledergurt des Buches, der Weste und Hosen, dort verwahrte der Magier die Utensilien welche er für seine Magie benötigte. Einen Stab besaß er nicht. Es war ihm zuwider einen Stab als Zeichen seines Ranges zu tragen wie es all seine Lehrer taten. Es gab auch kein Gesetz dies tun zu müssen, viel mehr war es eine Tradition welches als Gesetz gelebt wurde. Dennoch ein Stab war schon praktisch, man konnte ihn als Waffe benutzen oder auch mit Zauber belegen um den schwierigen Gebrauch der arkanen Energien zu erleichtern. All dies konnte der Ring dieses Kriegsmagiers auch, den er auf dem rechten Ringfinger trug. Ein Aquamarin in Form eines Wassertropfens geschliffen zierte den Ring. Sollte der Kriegsmagier jemals in die Situation kommen wenn er einen Stab als letzte Waffe brauchen würde, konnte ihn dieser auch nicht mehr retten. Im Orkkrieg waren bereits sehr viele Magier trotz Stab gestorben und die Verluste stiegen stetig. Dieser Kriegsmagier und seit dreizehn Jahren waren alle zu Kriegsmagier geworden, wollte mit der Magie selbst sterben wenn es dann so weit war. So trug dieser junge Zauberkundige als Zeichen seines Ranges nur diesen Aquamarinring. 
-- Dieser Absatz ist komplettes Infodumping. Das liest sich unschön. Zudem wird bei dem Personalpronomen "Er" am Anfang nicht deutlich, dass du den Magier meinst. Immerhin warst du gerade noch beim Zwerg. Also lieber einen Namen verwenden. Und noch einmal: Mehr Satzpunkte!


Zitat:„Was ist denn? Seit wann beschwert sich denn jemand, wenn man nach über einem halben Jahr ein Bad bekommt?“, entgegnete der Magier dem Zwerg. 
-- "dem Zwerg" kann weg. Mit wem soll der Magier denn sonst sprechen?


Zitat:„Bad!?“, das Gesicht des Zwerges nahm eine gefährlich rote Farbe an, während sich dieser das Wasser aus der Kleidung schüttelte. 
-- Die Wörtliche Rede ist abgeschlossen, da kein Verb der wörtlichen Rede darauf folgt. Daher "Das" groß. "Dieser" kann durch "er" ersetzt werden.


Zitat:„Nathrodur, du Hund, bevor du mich zur Konklave geschleppt hast, war ich baden, du Vollpfosten, das war gestern! Weißt du noch? Die Versammlung der Magier, zehntausend von ihnen an einem Ort, und du schaffst es, sie alle zu verärgern. ALLE!“, stampfte der Zwerg wütend auf. Nathrodur  kicherte in sich hinein:“Ja, das war lustig!“
-- Vollpfosten ist mir zu modern.
-- Absatz wenn die sprechende/ handelnde Person wechselt.
-- Wirklich zehntausend? ISt das nicht etwas übertrieben?
-- Anführungszeichen in der wörtlichen Rede vorne unten, hinten oben.

Zitat:„LUSTIG?“, rief der Zwerg entsetzt, „Du spinnst! Die wollten sich alle auf mich stürzen!“
-- Entsetzt will hier nicht passen. Er scheint den Magier und seinen Humor zu kennen. Daher vielleicht eher "aufgebracht"


Zitat:„Ja natürlich, ein Zwerg unter Magiern, wie bizarr!“, kicherte dieser. 
-- Es fehlt der Bezug zu "dieser"


Zitat:„Bizarr?! Du warst es, der sie beleidigte. Senile, alte Fossile, so hast du sie genannt! Die wollten DICH!“, errinnerte der aufgebrachte Zwerg seinen Freund, der nun mal ein etwas exzentrischer Magier war, „Nathrodur, dich wollten sie!
-- Das wird auch so deutlich. Musst du nicht noch erwähnen.

Zitat:Wütend ergriff der Zwerg den Griff seines Kriegshammers, bereit seinem Freund den Schädel einzuschlagen, als dieser einfach zusammensackte und schnarchte.
-- "als" setzt gleichzetigkeit voraus, aber Anvil greift erst zu - bzw. hat er den Hammer nicht ohnehin ie ganze Zeit gehalten? - dann fällt der Zauberer um. Narkolepsie?


Zitat:Nathrodur kicherte vergnügt über den mit Zauber belegten Hammer des Zwerges, er tauschte Avils Saphirring gegen einen Rubinring aus und verabschiedete sich: „Pfiat di“. Der Zwerg verschwand und zurück blieb nur eine Pfütze Wasser, die schnell im Boden versickerte.
-- Ah, der Zwerg ist eingeschlafen? Da ist "dieser" falsch, denn das bezieht sich auf "sein Freund". Und seit wann ist der Hammer verflucht? War er vorher nicht. Und dein Magier kichert mir zu viel. er ist nicht exzentrisch, sondern gaga. Zumindest wirkt er so auf micht.
Und ernsthaft, die reden im österreichischen Dialekt???
 

Zitat:„Also wo beginnen wir?“, murmelte der Magier. Die Hand des Magiers zupfte an seinem roten Ziegenbart, während die andere Hand sein godblondes Haar durchfuhr. 
-- Der Magier. Seine Hand! Warum so sperrig. Und ist es wirklich wichtig, welche Farbe welches Haar hat?


Zitat:Auf den alten Karten war hier eine große Höhle verzeichnet. Eine derart große Höhle verschwand nicht so einfach. Auch wenn die Karte alt war und die Naturgewalten unbarmherzig waren - die Reste einer Höhle verschmolzen nicht so einfach mit dem Berg. Der Berg war zerklüftet und aufgeraut. Einige tote Bäume, Sträucher und Gräser waren am Hang des Berges zu sehen. In der Tat trug der Berg nicht umsonst seinen Namen, die Warze. Ein grausiger Anblick von einem Berg in einer lebensfeindlichen Umwelt. 
-- Plötzlich ist da also ein Berg? Warum hat der Zwerg den nicht erwähnt?


Zitat:Die Höhle musste existieren. Die Karte war aus dem Vorasbuch, das heiligste Buch der Magier und einzigartig. Vor unbekannter Zeit war es den ersten Zauberkundigen übergeben worden. Wenn sich das Buch entschloss, etwas zu zeigen, dann existierte es auch. Alles, was in diesem Buch gezeigt wurde, hat sich bisher als wahr entpuppt. Ein sehr eigensinniges Buch. Einzig den Wetterbericht der Woche zeigte es immer an der selben Seite korrekt an. Wenn man gezielt nach etwas suchte, fand man selten was man wollte. Besonders das Alter des Buches war immer unbekannt geblieben, denn darüber schwieg es. Auch geschah es nicht gerade selten, dass Magier stundenlang über dem Buch hingen, weil einem das Buch nur eine interessante Seite nach der anderen zeigte. Viele mussten schon mit Gewalt von dort weggezogen werden. Dieses Buch zeigte ihm auf einer Karte die Ödnis mit der Warze und einer markierten Höhle und die Karte war auf jeder Seite des Buches zu sehen. 
-- Unschöner Infoblock! Lieber besser in den Fließtext und die Handlung einbauen. Der ZWerg könnte bleiben und fragen, warum sie in der Einöde sind?


Zitat:Eine kleine Höhle, so schloss der Magier darauf, wäre schon längst verschwunden. Die Kräfte der Natur waren unbarmherzig. Schließlich war der Berg selbst total zerklüftet und aufgebrochen. Er war am Südhang des Berges. Wenn Nathrodur der Karte glauben konnte, dann musste sie hier irgendwo sein. 
-- Dieser Abschnitt ist recht wirr. Ist die Höhle nun groß und vorhanden, wie er bisher behauptet hat, oder klein und weg. Der Text widerspricht sich.


Zitat:„Bei allen arkanen Quellen!“, schimpfte der Magier, „du blöder Steinhaufen, wo ist die Höhle!? Ich verspreche dir, ich jage dich in die Luft, wenn du mir deine Geheimnisse nicht preisgibst!“
-- Du hast die wörtliche Rede zwar durch Kommata eingegränzt. Der Satz davor hört jedoch auf. Also musst du neu ergo groß anfangen.
 
Zitat:Wild hüpfend fluchte Nathr noch weiter und trat einen kleinen Stein gegen den Berg. Der Stein prallte, unerwarteterweise, nicht am Berg ab, sondern ging einfach durch die Bergwand. Der Tritt musste so fest gewesen sein und die Höhle so tief, dass er den Stein nicht aufprallen hörte.
-- Er ist mehr ein Kind, denn ein ehrwürdiger, geschulter Magier. Er versucht nicht einmal, die Höhle zu finden.

So, ich breche hier ab. Weder deine Figuren noch die Handlung hat es bisher geschafft mich zu fesseln. Es kommt einfach keine Spannung auf. Zu unreifen, schwachen Figuren kommen langweiliges Infodumping und wirre Sprünge. Auch die technischen Aspekte des Schreibens sollten nachgebessert werden. Es gibt also viel zu tun. Icon_wink

Beste Grüße
Adsartha

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #4 |

RE: Chroniken eines Krieges: Nathrodur III, das Geheimnis der Ödnis
Hiho Goginger,

ich weiß nicht, ob du überhaupt noch an Kritik interessiert bist und meinen Geschmack trifft deine Geschichte leider auch nicht, deshalb halte ich meinen Kommentar mal kurz.

Wie Adsartha bin ich nicht ganz durchgekommen. Die bayrischen Zwerge haben mich aufgeben lassen, weil du leider auch bei mir keine Spannung auf den Fortlauf der Geschichte erzeugen konntest. Da war mir das Gebayer dann einfach zu mühsam zu lesen. (Wobei ich sagen muss, dass es auch bei einer spannenden Geschichte für mich ein Punkt wäre, mit lesen aufzuhören. Ich versteh zwar das meiste, finde es aber extrem störend und holprig und für Zwerge in einer Fantasy-Geschichte auch einfach unpassend.)
Am Anfang dachte ich noch, du willst eine ernste Fantasy-Geschichte erzählen, dann kamen die Zwerge und ich dachte: Hm, vielleicht doch eher lustig gemeint. Und dann bin ich noch zum Epilog gesprungen und war vollends verwirrt.
Willst du eine humorvolle, lustige Geschichte erzählen? Dann muss da, mMn, auch in den ersten Szenen schon durchscheinen, dass du es nicht bierernst meinst.
Der Magier wirkt zwar ziemlich durchgeknallt, aber mich hat er eher zum Augenrollen gebracht als zum Schmunzeln.

Ebenfalls gestört hat mich die anhaltende Verwendung von "Der Magier" und "Der Zwerg" anstelle des jeweiligen Namens. Wie Adsartha auch schon sagte: Das schafft Distanz, lässt die beiden Figuren wie Fremde wirken, obwohl der Leser doch ein Begleiter auf diesem Abenteuer sein soll.
Außerdem solltest du ein bisschen auf Wortwiederholungen (und inhaltlichen Wiederholungen) im Allgemeinen achten, das liest sich oft recht ungelenk.

Das Vorwort finde ich unpassend. Da behauptet jemand, die Chronik eines Krieges zu erzählen, aber wir bekommen die Abenteuer eines Zwergs und eines Magiers vorgesetzt. Wenn sie hundert Jahre Krieg in diesem Tempo erzählen will, ist sie aber lange dran.
Ich hab extra noch den restlichen Text überflogen, aber nirgendwo ein Anzeichen entdeckt, dass hier über einen Krieg erzählt wird. Zudem frage ich mich, woher die Chronistin im Detail weiß, was da passiert ist, in welcher Verbindung sie zu dem Magier und dem Zwerg steht. Welche Infos soll mir als Leser dieses "Vorwort" geben, die die Geschichte braucht?
Ich vermute, es dient dir in erster Linie dazu, unterschhedliche Kurzgeschichten innerhalb dieser "Chronik-Rahmenhandlung" zu schreiben, aber so als alleinstehendes Vorwort über dieser Geschichte scheint es mir wenig Sinn zu haben.

Also am wichtigsten wäre für mich, dass du der Geschichte einen klaren Tonfall gibst: Wenn es eine ernste Geschichte über ein mysteriöses Geheimnis sein soll, würde ich das Bayrische rausnehmen und die Charaktere allgemein weniger abgedreht darstellen.
Wenn es eine humorvolle Geschichte mit abstrusen Ideen werden soll, müsste das mMn schon am Anfang durchscheinen, mit Wortspielen, skurillen Gedanken/Handlungen des Zwergs, ironisch/lustig verpacktem Infodump.
Wie es im Moment ist, stellt man sich nämlich erstmal auf eine "Standard"-Fantasy-Geschichte ein, so dass das Bayrische, der Edelweißpyjama und all das einen kompletten Bruch erzeugt.

Abschließend möchte ich mich Adsartha in all ihren Punkten anschließen Icon_wink

Liebe Grüße
Lanna

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