Es ist: 22-11-2019, 05:42
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Mondalphabet (5/6)
Beitrag #1 |

Mondalphabet (5/6)
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8.  Kapitel - Heute
 
Die Bilder landeten auf Cornelius Schreibtisch.
„Sehen Sie es?“ In Vinzenz Stimme schwang Stolz. Er hatte etwas herausgefunden, war also sein Geld wert. Natürlich kannte Cornelius die Bilder, das ein oder andere hatte er selbst geschossen. Sie zeigten Maxwell und seine Angestellten. Genau das sagte er Vinzenz auch.
„Sie zeigen noch viel mehr“, antwortete dieser darauf und deute auf eines von ihnen. Auf eine bestimmte Stelle.
„Was soll das?“ Cornelius war sich bewusst, dass er mit der Frage – die klang wie von einem Fünfjährigen - alle Autorität verlor, die er vielleicht einmal gehabt hatte.
„Es ist die Thermoskanne.“
Cornelius konnte förmlich spüren wie sich die Fragezeichen in seinem Blick ausbreiteten.
„Was ist damit?“
„Sie ist überall.“ Vinzenz versuchte nicht so zu klingen, als ob er eine Selbstverständlichkeit einem Kind erklären müsste, aber langsam fühlte er sich danach. Cornelius antwortete nicht.
„Es ist die Thermoskanne. Sie muss wichtig sein.“ Langsam keimte ein neues Gefühl in Cornelius auf. Das Gefühl etwas Wichtiges zu erfahren, einen Schritt weiterzukommen.
„Es ist dadrin“, flüsterte er. Vinzenz wusste nichts von dem Pergament, er war auf Maxwells Verfolgung angesetzt worden. Dennoch hatte er sich wahrscheinlich seinen Teil gedacht.
„Das ist genial.“ Cornelius kam nicht umhin, für Maxwell Bewunderung zu empfinden.
 „Ja, aber es gibt da ein Problem.“
„Welches?“ Cornelius hätte ihm selbst mindestens fünf davon aufzählen können, aber Vinzenz hatte vielleicht noch weitere Informationen erhalten.
„Sie lassen es nie aus den Augen.“ Er zog ein weiteres Foto aus der Jackentasche, welches er selbst aufgenommen hatte. Es zeigte einen fast haarlosen Mann mit einer Thermoskanne in der Armbeuge.
„Eliah.“ Cornelius sah zwischen den Foto und seinem Angestellten hin und her.
„Er ist der Wächter“, stellte Vinzenz fest.
Cornelius spürte ein Kribbeln im Nacken. Es verriet ihm, dass er soeben den richtigen Weg eingeschlagen hatte. Er stand auf und deutete auf das Foto des jungen Mannes.
„Finde ihn.“ Er überlegte, ob er das wirklich entscheidende dazu sagen musste.
„Und bring mir die Thermoskanne.“ Man musste immer mit der Dummheit der Anderen rechnen, das hatte schon sein Vater gesagt. Triumphierend zog Vinzenz einen Zettel aus der Tasche. Cornelius erkannte eilig hingeworfene Buchstaben.
„Hier wohnt er.“ Er ließ das halbzerrissene Blatt auf den Schreibtisch fallen, dann verließ er ohne ein weiteres Wort das Büro, um die Thermoskanne zu holen.
„Warte.“ Vinzenz hatte die Klinke schon in der Hand. Jetzt ließ er sie los und drehte sich herum.
„Ich werde das selbst erledigen.“ Cornelius war sich bewusst, dass er den letzten Rest Autorität verspielt hatte, aber dies hier war zu wichtig, um es einem Fremden zu überlassen. Seine geliebte Maren. Das hier war etwas Persönliches. Er musste es selbst erledigen. Außerdem wer wusste schon, was diesem Vinzenz einfiel, wenn er das Pergament in den Händen hatte? Es würde auch ihm die Erfüllung seiner Wünsche versprechen.
„Deine Aufgabe ist erledigt. Ich werde dir deinen Lohn geben.“ Cornelius trat an den Tresor, um das Geld herauszuholen. Kein weiteres Wort würden sie über dieses Arbeitsverhältnis verlieren. Sie waren beide Profis.
 
Vinzenz hatte sich bedankt und war dann wortlos in die Nacht hinaus verschwunden. Cornelius ließ sich in seinen Schreibtischstuhl fallen und schenkte sich etwas zu Trinken ein. Eliahs Foto und der Zettel mit seiner Adresse lagen vor ihm auf der Schreibunterlage. Was war nun zu tun? Naheliegend wäre gewesen Vinzenz loszuschicken, um die Thermoskanne zu holen und diesen Eliah zu beseitigen. Aber Cornelius wollte nicht riskieren, dass jemand anderes als er selbst das Pergament in die Finger bekam. Profi oder nicht, auch Vinzenz war nur ein Mensch. Ein Mann aus Fleisch und Blut, ein Mann mit Träumen und Sehnsüchten. Es war wie eine Droge, hatte man das Pergament einmal in den Händen gehalten, wollte man es immer wieder. Wieder und wieder die Erfüllung seiner Träume sehen. Seine Sehnsüchte wahr werden lassen. Er trank einen Schluck seines Whiskys, die goldene Flüssigkeit brannte angenehm in seiner Kehle. Er wusste wo Eliah wohnte, doch in seine Wohnung einzubrechen, konnte zu Komplikationen führen. Mit der Polizei zum Beispiel. Nein. Cornelius wollte – so lange es möglich war – im Rahmen der Legalität bleiben. Schon mit Vinzenz hatte er sich auf sehr dünnem Eis bewegt. Er trank einen zweiten Schluck Whisky. Jetzt breitete sich Wärme in seinem Bauch aus. Er musste sich mit Eliah treffen. Cornelius öffnete wieder den Tresor, holte die Pistole heraus und legte sie neben das Foto. Ja, er würde sich mit ihm Treffen und ihn dazu überreden ihm das Pergament zu geben. Egal was es kostete.
 
Das Klingeln des Telefons zerriss die Stille der leeren Wohnung. Die einzigen Zeugen für den Anruf waren die ungerührten Möbel, welche die Ruhestörung mit Gleichgültigkeit hinnahmen. Eliah höre es klingeln, als er gerade den Schlüssel ins Schloss schob. Er beeilte sich, warf den Schlüssel auf die Kommode und ging mit großen Schritten auf das Telefon zu – mit der Thermoskanne in der Hand. Er meldete sich. Zunächst antwortete ihm nur Schweigen, doch dann hörte er eine Männerstimme: „Wir müssen uns treffen.“
„Warum?“ Natürlich fiel Eliahs Blick auf die Thermoskanne, die nun neben der Ladestation des Telefons stand. Er nahm sie und den Hörer mit zum Sofa und setzte sich, während er auf eine Antwort wartete.
„Sie wissen, um was es geht.“ Wer war dieser Kerl bloß? Wusste er wirklich bescheid, oder war er nur einer dieser Spinner, die eine Menge Spaß mit einem Telefon haben wollten. Würde er gleich anfangen zu stöhnen? Eliah mahnte sich still zur Vorsicht.
„Um ehrlich zu sein nicht.“
Wieder antwortete ihm nur Schweigen. Eliah konzentrierte sich darauf, ob Geräusche im Hintergrund zu hören waren, aber dort war nichts. Er starrte die Thermoskanne an, als ob diese für seine Situation verantwortlich wäre. Vielleicht war sie das tatsächlich.
„Das Pergament.“ Da war die Stimme wieder. Er schien sich zu einer Entscheidung durchgerungen zu haben.
„Wo?“, fragte Eliah. Ob es dann wirklich zu diesem Treffen kam, konnte er immer noch entscheiden.
„Hafen. Elf Uhr. Morgen Abend.“
„In Ordnung“, antwortete Eliah schlicht. Weitere Fragen wären wahrscheinlich sowieso nicht beantwortet worden.
Als der Fremde aufgelegt hatte, wählte Eliah Maxwells Nummer. Dieser hob sofort ab und Eliah berichtete von dem kurzen Gespräch.
„Treffe dich mit ihm und finde heraus, wer er ist.“
„In Ordnung“, sagte er nun zum zweiten Mal. Diesmal fühlte er sich aber besser dabei.
„Eliah?“
„Ja?“
„Bring ihn bitte nicht um, bevor wir wissen für wen er arbeitet.“
„Okay.“ Eliah legte auf.
 
9.  Kapitel - nachts
 
Eliah fragte sich, was er hier tat. Er spähte auf die Uhr. Es war zwei Sekunden später, als beim letzten Mal. Also immer noch halb elf. Warum war er bloß alleine hergekommen? Ja, Maxwell hatte ihn geschickt, aber er hätte ebenso gut noch jemanden mitnehmen können. Würde der Fremde ebenfalls kommen, oder würde er eine ganze Bande an zwielichtigen Gestalten mitbringen? Schon bald würde Eliah diese Fragen beantworten können, aber er wusste nicht, ob er das überhaupt wollte. Er hatte zuvor schon die ein oder andere tödliche Verletzung überlebt, aber er glaubte nicht, dass er eine Kugel im Kopf verkraften würde. Oder ohne Kopf auskommen konnte. Er schmunzelte bei dem Gedanken, dass gleich jemand mit einem Schwert zwischen den Zähnen aus dem Hafenbecken auftauchen könnte.
Er hoffte zu sehen, wie seine Gegner den Schauplatz betraten. Deshalb hatte er seinen Posten viel zu früh bezogen. Er lehnte sich hinter dem Lenkrad zurück und versuchte sich den Verlauf des Abends nicht zu düster auszumalen. Nur ein halber Mond warf sein Licht auf die Wellen im Hafenbecken. Ein romantischer Ort für ein Treffen, dachte Eliah sarkastisch. Doch die Nacht war nicht nur sternenleer, sondern auch kalt. Er zog den Reißverschluss seiner Jacke bis zum Kinn hoch und drückte sich tiefer in den Sitz, als ob ihn das vor der Kälte schützen könnte. Den Motor und somit die Heizung wollte er nicht anlassen. Jedes Geräusch wäre zu auffällig gewesen. Ab und zu warf er einen Blick auf die Thermoskanne, die auf dem Beifahrersitz lag. Eliah war sich nicht sicher, ob er sie vielleicht lieber bei Maxwell hätte lassen sollen. Aber der Fremde wollte sie vielleicht sehen. Außerdem war er der Wächter.
 
Eliah kämpfte gerade gegen eine bleierne Müdigkeit an, die ihn trotz der Anspannung erfasst hatte, als eine Gestalt aus dem Schatten trat. Es war ein Mann, zumindest hatte er die Größe und Statur eines Mannes. Eliah setzte sich auf und warf wieder einen Blick auf die Uhr. Zwei Minuten vor Elf. Er versuchte sich zu konzentrieren, sich nicht zu sehr von ihm ablenken zu lassen und starrte in die Dunkelheit. Eliah versuchte hinter die Schatten zu spähen, zu sehen, ob sich dort noch mehr Gestalten verbargen. Gleichzeitig versuchte er den Fremden zu beobachten. Eliah hatte nicht den Eindruck, dass er jemanden bei sich hatte. Vielmehr machte die Gestalt einen selbstsicheren, zuversichtlichen Eindruck. Eliah glaubte sich davon überzeugt zu haben, dass er es mit nur einem Gegner zu tun hatte und stieg aus. Da er es dennoch nicht ausschließen konnte, dass sich irgendwo noch jemand verbarg, nahm er die Thermoskanne mit sich, auch wenn er sie nur unzureichend in der Jackentasche verstauen konnte. Aus Gewohnheit und zur Sicherheit. Seine zweite Sicherheit –oder Lebensversicherung – schob er in die andere  Jackentasche. Das Gewicht der Waffe fühlte sich ungewohnt an.
Still gingen die beiden Männer aufeinander zu. Der Halbmond warf dünne Strahlen auf das Wasser im Hafen und ließ einzelne Wellen glitzern. Die am Kai liegenden Boote waren stumme Zeugen dieses Treffens. Die einzigen Zeugen.
„Haben Sie es dabei?“ Es war eindeutig die Stimme des Anrufers, Eliah erkannte sie wieder.
„Natürlich.“ Er widerstand dem Impuls die Thermoskanne aus der Jackentasche zu ziehen. Der Fremde würde sie sowieso jeden Moment entdecken. Eliah blieb nur zu hoffen, dass er das Versteck nicht kannte.
„Warum glauben Sie, dass ich es Ihnen gebe?“ Eliah versuchte die richtigen Fragen zu stellen. Er sollte schließlich auch etwas über die Hintermänner herausfinden. Nur für dieses Thema war der richtige Zeitpunkt noch nicht gekommen. Sein Gegenüber kam mit langsamen Schritten auf ihn zu. Beinahe glaubte Eliah hysterisches Schnaufen wahrzunehmen. Aber alles was er hörte waren ihre Schritte und das Plätschern der Wellen, manchmal das Knarzen der Boote.
„Weil ich immer bekomme, was ich will.“ Der Fremde wollte ihn einschüchtern, Eliah sollte es als Drohung auffassen.
„So einfach ist das nicht.“ Sie standen sich gegenüber. Der Anrufer hatte den Kragen seines Mantels hochgeklappt, was Eliah an Columbo erinnerte. Er selbst hatte auf diese Maskerade verzichtet. Er ging davon aus, dass der Fremde wusste wer er war. Oder zumindest was er war.
„Sicherlich werden wir uns einigen können.“ Columbos Tonlage hatte sich nicht verändert. Er klang noch immer selbstsicher und zuversichtlich. Wie jemand der es gewohnt war alles zu bekommen, was er wollte.
„Ich bin nicht käuflich“, Eliah hoffte, dass er von Geld sprach. Noch von Geld sprach.
„Das Pergament ist nichts, was man so einfach kaufen kann.“ Irgendwie hoffte er ihn zum Reden zu bringen, herauszufinden was er wusste. Noch bestand die Hoffnung, dass er nicht wusste, was es wirklich war. Das er nur ein Spinner war, der etwas aufgeschnappt hatte. „Geben Sie es mir, dann werde ich meine Männer zurückrufen.“ Eine leere Drohung. Zumindest hoffte Eliah das.
„Dann werden andere kommen“, er versuchte nicht verbittert zu klingen.
„Geben Sie es mir.“ Columbos Stimme nahm an Schärfe zu, wurde drängender.
„Woher wissen Sie überhaupt davon?“ Der zunehmend unruhigere Ton war Eliah nicht entgangen. Dennoch wusste er, wie wichtig es war, etwas über die Hintergründe herauszufinden.
„Das geht Sie nichts an.“ Columbo verschloss sich ihm.
„Wenn ich es Ihnen geben soll, müssen Sie mir dafür schon etwas bieten.“ Eliah versuchte geschäftsmäßig zu klingen. Er musste Geld haben, sonst würde er es ihm nicht so leichtfertig anbieten. Er hoffte, dass er aus Gewohnheit sich auf einen Handel einlassen würde.
„Wieviel?“ Das war die Frage, die er erwartet hatte.
„Nur ein paar Informationen“, Eliah versuchte es beiläufig klingen zu lassen.
„Was wollen Sie wissen?“
Eliah wiederholte seine Frage: „Woher wissen Sie davon?“
„Der Mondgott hat es mir gezeigt.“ Sie dachten beide an eine Oase, ein Pavianamulett und einen ägyptischen Priester. Eliah hatte geglaubt nur ihm, als Wächter wäre dieser Traum gesandt worden.
„Und dann?“ Die Frage kam ihm ein wenig dumm vor, aber solange er Antworten erhalten würde, war das in Ordnung.
„Jahrelange Recherchen.“
„Das Pergament ist sehr mächtig …“ Eliah wollte seinen Preis erhöhen, mehr Informationen erhalten, erntete aber nur Schweigen.
„Und dann?“, hakte er nach.
„Ich habe Sie und Ihre Firma beobachten lassen. Dann war es einfach Ihre Nummer aus dem Telefonbuch herauszusuchen.“
Eliah musste davon ausgehen, dass noch mehr Männer – zumindest von ihm – wussten, vielleicht auch von dem Pergament. Er holte tief Luft und beschloss sich zunächst auf diese Situation zu konzentrieren. Columbo schien zu allem bereit zu sein. Eliah schloss die Finger um den Griff seiner Pistole. Dieser Szene musste ein Ende gesetzt werden, bevor doch noch ein Helfer eintreffen konnte. Sein Gegenüber war schließlich nicht dumm.
„Ich werde es Ihnen nicht geben.“
„Bitte.“ Es klang nicht flehend, sondern wie eine Aufforderung. Beinahe höflich, wäre da nicht die Pistole gewesen, die sich auf Eliah richtete.
„Nein.“ Mehr antwortete er nicht und zog nun seinerseits die Waffe. Columbo schien der Situation überdrüssig zu sein, wollte dieses Treffen offensichtlich beenden.
„Wo ist es?“, seine Stimme wurde ernst. Eliah wollte es vermeiden ihn zu erschießen, obwohl das in dieser Situation das Sinnvollste gewesen wäre. Er würde für immer Schweigen und er selbst konnte sich auf die Suche nach den anderen machen. Nützlicher wäre Columbo jedoch, wenn er in einem der Verhörräume von Maxwell Security sitzen würde. Er musste ihn dazu bringen näher zu kommen, damit er ihn –irgendwie- überwältigen konnte. Aus einem Impuls heraus zog Eliah die Thermoskanne aus der Tasche.
„Hier ist es.“ Ohne den anderen aus den Augen zu lassen, stellte Eliah die Thermoskanne auf den Boden neben sich. Es fühlte sich ungewohnt an, ihr Gewicht nicht mehr zu spüren. Obwohl sich ihm der Gedanke aufdrängte, dachte er nicht darüber nach, ob das eine gute Entscheidung war. Stattdessen konzentrierte er sich auf seinen Gegner.
„Kommen Sie her und holen es sich.“ Sie standen sich in einem Abstand von wenigen Schritten gegenüber.
 
Cornelius zögerte. Er wollte sich Eliah nicht nähern, doch wenn dieser ihn töten wollte, hätte er das schon längst tun können. Stattdessen sah er jetzt die Thermoskanne in ihrer vollen Schönheit vor sich. Das Mondalphabet, dort war es. Jetzt gab es keinen Zweifel mehr. Er hatte nichts zu verlieren, ob er nun aus der Nähe oder Ferne erschossen würde, machte keinen Unterschied. Immerhin wäre er dann endlich wieder mit Maren vereint. Maren. Allein für sie ging er einen Schritt auf die Thermoskanne zu, während er Eliah nicht aus den Augen ließ. Maren. Noch einen Schritt. Er würde sich das Pergament schnappen und einfach verschwinden. Sobald er es in Händen hielt, würden sich all seine Wünsche erfüllen. Maren. Nun waren seine Füße nicht mehr aufzuhalten, er konnte nur noch daran denken, dass er das Mondalphabet gleich an sich nehmen würde.

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Beitrag #2 |

RE: Mondalphabet (5/6)
Hallo,

jetzt also "Tatort Mondlicht" ... Icon_cool
Manche Stellen musste ich mehrmals lesen, weil aus den Absätzen nicht hervorgeht, welche wörtliche Rede zu wem gehört. Aber aus dem Kontext lässt es sich gut rekonstruieren.

(05-03-2016, 16:35)LadydesBlauenMondes schrieb: aber Vinzenz hatte vielleicht noch weitere Information erhalten.

Eine weitere Information, oder weitere Informationen?

Mondscheingrüße
coco


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Beitrag #3 |

RE: Mondalphabet (5/6)
Hallo coco,

erstmal: Vielen Dank für deine Treue. Icon_smile

Zitat:jetzt also "Tatort Mondlicht"

Klar, alles andere wäre doch unpassend gewesen. Icon_wink
Zitat:Manche Stellen musste ich mehrmals lesen, weil aus den Absätzen nicht hervorgeht, welche wörtliche Rede zu wem gehört. Aber aus dem Kontext lässt es sich gut rekonstruieren.

Ja, Dialog ist ja immer so eine Sache. Gerade hier, wo die beiden während dem Gespräch so wenig machen, war es mein Ziel nicht immer "sagte Eliah" oder "sagte Cornelius" zu schreiben, sondern so, dass es aus dem Zusammenhang klar wird. Puh, das scheint mit gerade noch so gelungen zu sein. Icon_cool

Danke fürs Lesen und deinen Kommentar. Icon_smile

Liebe Grüße,
Lady

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Beitrag #4 |

RE: Mondalphabet (5/6)
Hallo Lady, 

Heute mach ich dich fertig... ähm ich meine, ich kommentiere Mondalphabet fertig  Icon_lol. Mit diesem Kapitel habe ich so meine Probleme. Das erste Wort, das mir einfiel war -Verzeihung- unglaubwürdig. Die Handlung der Figuren ist zu einfach und selbst für eine Fantasygeschichte zu sehr an den Haaren herbei gezogen für mein Gefühl. Ich werde da jetzt noch näher drauf eingehen. Stellenweise hatte ich das Gefühl, du schreibst extra so knapp, weil die Geschichte einen gewissen Rahmen nicht überschreiten darf/soll.  Icon_confused

Im ersten Abschnitt agieren die beiden schon wie fünfjährige Kinder, das hat mich ein wenig amüsiert. 

Zitat:„Es ist die Thermoskanne. Sie muss wichtig sein.“ 
Juchuu, die Thermoskanne. Die wird so auffällig herumgetragen, dass es jedem direkt einleuchtet. 

Ich denke mal, erwachsene Männer, die ein Ziel verfolgen und das tun so wohl Vinzent als auch Cornelius, sind abgebrühter und kälter im Umgang miteinander. Aber ich konnte schon als Leser ihr Geheimnis in den Zeilen lesen. 

Zitat:„Deine Aufgabe ist erledigt. Ich werde dir deinen Lohn geben.“ Cornelius trat an den Tresor, um das Geld herauszuholen. Kein weiteres Wort würden sie über dieses Arbeitsverhältnis verlieren. Sie waren beide Profis.
Wenn Cornelius ein Profi wäre, hätte er Vinzent für immer zum Schweigen gebracht, dafür ist das Mondalphabet zu mächtig. 

Zitat:Die einzigen Zeugen für den Anruf waren die ungerührten Möbel, welche die Ruhestörung mit Gleichgültigkeit hinnahmen. 
Dieser Satz gefällt mir. Ich muss dich ja auch mal loben  Icon_bussi

Was das Telefonat angeht. Normalerweise hätte Eliah erstmal nach dem Namen fragen müssen, wer denn der Unbekannte sei und sich dann dumm stellen und die Existenz des Pergaments leugnen müssen. Er geht ganz NonCharlant auf die Forderung ein, ohne Zwang. Das meine ich mit unglaubwürdig. Das hätte ein Profi nie getan und Maxwell scheint nicht so, als würde er Dummköpfe einstellen, denn sonst wäre das Mondalphabet schon längst in den falschen Händen. 

Zitat:Ein romantischer Ort für ein Treffen, dachte Eliah sarkastisch.
Griiinss Mrgreen

Zitat:Er versuchte sich zu konzentrieren, sich nicht zu sehr von ihm ablenken zu lassen und starrte in die Dunkelheit. Eliah versuchte hinter die Schatten zu spähen, zu sehen, ob sich dort noch mehr Gestalten verbargen.
Da hast du eine Dopplung von versuchte. Wenn du schreibst: Er lenkte seine ganze Konzentration auf den Schatten in der Dunkelheit und versuchte, zu erfahren, ob sich da noch mögliche Komplizen verbargen. Hast du 1. zwei Dopplungen weg ( Konzentrieren und nicht ablenken lassen sind Synonyme  Icon_smile bzw von versuchte); 2. Finde ich das stillistisch etwas höher ausgedrückt 

Zitat:Still gingen die beiden Männer aufeinander zu. Der Halbmond warf dünne Strahlen auf das Wasser im Hafen und ließ einzelne Wellen glitzern. Die am Kai liegenden Boote waren stumme Zeugen dieses Treffens. Die einzigen Zeugen.
Schaurig-schöne Atmosphäre  

Zitat:Wie jemand der es gewohnt war alles zu bekommen, was er wollte.
Auf mich wirkte Cornelius so, als wäre er ohne Maren ein Niemand. Klug vielleicht, aber mit wenig Selbstbewusstsein und ziemlich unauffällig. 

Zitat:Das Mondalphabet, dort war es. Jetzt gab es keinen Zweifel mehr. Er hatte nichts zu verlieren, ob er nun aus der Nähe oder Ferne erschossen würde, machte keinen Unterschied. Immerhin wäre er dann endlich wieder mit Maren vereint. Maren. 
Das widerspricht sich meiner Meinung nach. Er möchte doch Maren wiederbeleben. Dann hätte er das Ganze nicht auf sich nehmen müssen, um an das Mondalphabet zu kommen. Im Gegenteil, er hat richtig viel zu verlieren, weil das Mondalphabet ihm ja nichts mehr nützt, wenn er erschossen wird. 

Ich erkenne viel von deinem mir gewohnten und liebgewonnenen Stil, aber es kommt mir so vor, als hättest du unter großem Druck fertig geschrieben. 

Jetzt bin ich mal gespannt, wie die ganze Sache ausgeht. 

Bis zum letzten Teil

LG Persephone

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

(Friedrich Nitzsche)



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Beitrag #5 |

RE: Mondalphabet (5/6)
Hallo Persi,

wir nähern uns hier langsam auch dem Ende, bin sehr gespannt, was du davon hälst.

Zitat:Das erste Wort, das mir einfiel war -Verzeihung- unglaubwürdig. Die Handlung der Figuren ist zu einfach und selbst für eine Fantasygeschichte zu sehr an den Haaren herbei gezogen für mein Gefühl.

Sorry, aber: So unglaubwürdig, wie zwei Mädchen, die sich alleine durch den wilden Westen schlagen, ohne mindestens einmal vergewaltigt und zweimal verschleppt zu werden? Mrgreen
Nein, unglaubwürdig ist natürlich nicht gut und ich hoffe, du zeigst mir die Stellen nochmal im Detail. Icon_smile


Zitat:Stellenweise hatte ich das Gefühl, du schreibst extra so knapp, weil die Geschichte einen gewissen Rahmen nicht überschreiten darf/soll.  [Bild: icon_confused.gif]

Ich habe langsam das Gefühl, dieses knappe entwickelt sich zu einem Problem. Gerade hier war es mal wieder so, dass ich eine Menge Textinseln produziert hatte, die ich dann irgendwie in eine Reihenfolge bringen musste. Auf der anderen Seite denke ich immer öfter: Das ist doch klar, dass musst du nicht extra erklären, der Leser ist ja nicht dumm. Icon_ugly


Zitat:Im ersten Abschnitt agieren die beiden schon wie fünfjährige Kinder, das hat mich ein wenig amüsiert.

Woran genau machst du das fest? Es ist natürlich von vornherein ein etwas seltsamer Moment, weil Vinzenz Cornelius davon überzeugen muss, dass es um die Thermoskanne geht. Ich wäre hier für eine Erklärung dankbar, was dich hier so amüsiert hat. Nur, weil sie erwachsene Männer sind, die ein Ziel verfolgen, müssen sie nicht unbedingt rauh/grob miteinander umgehen.

Zitat:Wenn Cornelius ein Profi wäre, hätte er Vinzent für immer zum Schweigen gebracht, dafür ist das Mondalphabet zu mächtig.

Nein. Sorry, zu dem Vorschlag muss ich ganz klar nein sagen. Eine Leiche verursacht nur Probleme und Cornelius ist nicht so dumm, sich selbst welche zu schaffen. Außerdem wäre das ja eine Szene, die nur so vor Klischee überlaufen würde und überhaupt ist Cornelius kein richtiger, eiskalter Bösewicht. Seine Ziele sind halt so, dass er Eliahs Gegenspieler wurde. Und weil sie beide Profis sind, ist es für ihn selbstverständlich, dass Vinzenz schweigt, wenn er sein Geld hat. Zumal Vinzenz ja auch nix von dem Pergament weiß, sondern "nur" das was mit der Thermoskanne nicht stimmt.


Zitat:Was das Telefonat angeht. Normalerweise hätte Eliah erstmal nach dem Namen fragen müssen, wer denn der Unbekannte sei und sich dann dumm stellen und die Existenz des Pergaments leugnen müssen. Er geht ganz NonCharlant auf die Forderung ein, ohne Zwang. Das meine ich mit unglaubwürdig. Das hätte ein Profi nie getan und Maxwell scheint nicht so, als würde er Dummköpfe einstellen, denn sonst wäre das Mondalphabet schon längst in den falschen Händen.

Ähm ja, ich denke irgendwie du hast recht. Ich hatte mir halt gedacht, nachdem der Anrufer das Pergament erwähnt hat, dass Eliah dann auch rausfinden will/soll, wer er ist und was er weiß. Ich muss mir da was überlegen, weil man am Telefon ja nicht solange rumüberlegen kann, was man sagen soll. Ich geh da nochmal dran.


Zitat:Auf mich wirkte Cornelius so, als wäre er ohne Maren ein Niemand. Klug vielleicht, aber mit wenig Selbstbewusstsein und ziemlich unauffällig.

Darf ich fragen, wie du hierauf kommst? Ja, er liebte sie wirklich und greift nach jedem Strohhalm, um sie vielleicht wieder zurück zu bekommen. Aber ansonsten ist er halt der typische, reiche Typ, der eben das Geld wie Heu ausgeben kann.


Zitat:
Zitat:Das Mondalphabet, dort war es. Jetzt gab es keinen Zweifel mehr. Er hatte nichts zu verlieren, ob er nun aus der Nähe oder Ferne erschossen würde, machte keinen Unterschied. Immerhin wäre er dann endlich wieder mit Maren vereint. Maren.
  Das widerspricht sich meiner Meinung nach. Er möchte doch Maren wiederbeleben. Dann hätte er das Ganze nicht auf sich nehmen müssen, um an das Mondalphabet zu kommen. Im Gegenteil, er hat richtig viel zu verlieren, weil das Mondalphabet ihm ja nichts mehr nützt, wenn er erschossen wird.

Naja, ich habe halt einen Grund gesucht, warum er auf Eliah zugeht, auch wenn er damit rechnen muss erschossen zu werden. Deshalb denkt er: Entweder überlebe ich das und bin mit Maren zusammen, oder ich überlebe das nicht und bin dann auch mit Maren zusammen. Also mehr so ein: Jetzt ist auch alles egal.
Kommt das so gar nicht rüber? Icon_confused 

Vielen Dank auch hier für deinen Kommi, du zeigst mir tatsächlich die Schwachstellen auf, wo ich nochmal drangehen muss. Icon_smile

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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