Es ist: 14-11-2019, 14:54
Es ist: 14-11-2019, 14:54 Hallo, Gast! (Registrieren)


Nyctophilia - Prolog
Beitrag #1 |

Nyctophilia - Prolog
Bitte momentan nicht Nyctophilia kommentieren, da ich dieses Werk überarbeite und die Verbesserungen eventuell nicht mehr zu euren Kommentaren passen werden. Ich möchte nicht, dass sich jemand umsonst soviel Mühe macht. Bin an der Verbesserung dran und dann stell ich sie ein.



Prolog
 
Es war die schwärzeste Nacht, die Saarbrücken in seiner langen Geschichte jemals gesehen hatte.
Eiskalter Wind peitschte über die Stadt und der Regen schien alles verschlingen zu wollen. Donner grollte, Blitze zuckten an einem tiefschwarzen Himmel, an dem sich nicht ein einziger Stern zeigte, selbst der Mond hatte bei diesem Wetter sein silbernes Gesicht verhüllt.
Jeder der ein wenig Vernunft besaß, blieb in seinem Zuhause und verschloss seine Tür vor dem Unwetter, das die Saar über ihre Ufer treten und nicht nur die Stadtautobahn überschwemmen ließ.
Eine junge Frau, sie mochte höchstens zwanzig Jahre zählen, kämpfte sich durch das Unwetter. Das blonde Haar klebte ihr am Kopf und ihr schmaler Körper war bis auf die Knochen durchnässt.
Plötzlich fing es wie aus heiterem Himmel an zu hageln. Mit einem verzweifelten Schluchzer drückte sie sich vornüber gebeugt an eine raue Hauswand, schützte mit ihrem zerbrechlichen Körper ein Bündel, das sich nur schwach unter dem langen, altmodischen Cape, das sie trug, bewegte.
Heiße Tränen rannen ihr über die Wange und vermischten sich mit dem eisigen Regen, der ihr hart in das zarte Gesicht schlug.
Der Himmel selbst schien sich gegen sie verschworen zu haben, unter ihrem Cape hörte sie ein leises Wimmern, das wie das Maunzen eines Kätzchens klang.
Sie drehte den schmalen Rücken gegen Regen und Hagel, presste das zarte Bündel fest an ihren schwachen Körper und spendete ihm so ein wenig Wärme.

Sie legte sich ihre kleine Last so auf die Schulter, dass sie den Umhang mit einer Hand halten konnte, mit der anderen zog sie den Stoff enger um sich und atmete tief ein.
Langsam schien der Regen nachzulassen, die Tropfen schlugen nicht mehr so hart gegen ihr Gesicht.
Sie duckte sich gegen das Wasser, das unaufhörlich vom Himmel floss und rannte mit geducktem Körper so schnell sie konnte zu der Kirche, die ihr Ziel sein sollte.
Zögernd blieb sie vor der eisenbeschlagenen Tür stehen, da regte sich das Bündel wieder an ihrer Schulter, gab leise wimmernde Töne von sich.
Entschlossen streckte die junge Frau eine Hand aus und drückte die Klinke. Mit einem leisen Knarzen öffnete sich die unverschlossene Tür, langsam trat sie ein. Die hohen Wände des Gotteshauses boten ihr Schutz vor Wind und Regen.
Vorsichtig setzte sie einen Fuß vor den anderen, als wisse sie nicht, ob sie erwünscht war. Aus ihrer Kleidung rann das Wasser in Strömen und jeder Schritt, den sie tat hinterließ eine Pfütze auf dem weißen Marmorboden.
Das Innere der barocken Kirche, die sie als Zufluchtsort gewählt hatte, war von großen Kerzen erleuchtet, die ein heimeliges Licht spendeten.
Erschöpft ließ sie sich auf einer der Seitenbänke nieder. Tränen rannen ihr heiß über die blassen Wangen.
Ihr Umhang öffnete sich und gab den Blick auf ein zartes, mit hellem Flaum bedecktes Köpfchen frei.
Die junge Mutter berührte zart mit den Lippen den Kopf des Kindes und drückte den zerbrechlichen kleinen Körper an ihre Brust. Eine ganze Weile saß sie still so da, genoss die letzten Augenblicke mit dem Kind, das sie nicht behalten durfte.
Ihre Tränen fielen auf das Gesicht das Neugeborenen. Von den Wänden hallte der empörte Schrei des Kleinen. Es schaute seine Mutter so empört aus Augen, die den ihren so ähnlich waren, an, dass sie beinahe aufgelacht hätte.
Sie hob den Blick und sah geradewegs in das Antlitz einer anderen Mutter, die ebenso sehr  gelitten hatte wie sie.
„Heilige Mutter Gottes, bitte hilf mir“, flehte die junge Mutter zu dem Bild das über ihr hing. „Beschütze mein Kind“, bat sie und hob das kleine Mädchen hoch.
Auf einmal überkam sie eine seltsame Ruhe, die junge Frau mit den roten Locken und dem sanften Lächeln, die dem Betrachter auf einem Seidenkissen ihren Sohn zu präsentieren schien, hatte die um Hilfe suchende Mutter wohl verstanden.
Die junge Frau nahm ihren Umhang ab und wickelte ihr Kind in den weichen schwarzen Stoff und strich dem Baby sanft über die weiche Wange. Ihre Tränen waren versiegt, doch der Schmerz würde sie für den Rest ihres Lebens begleiten.
„Danke“, hauchte sie zu dem Bild, von dem die Jungfrau liebevoll auf sie herablächelte. Ein letztes Mal küsste sie ihre Tochter auf die kleine Stirn und verließ festen Schrittes die Kirche in den kalten Regen hinaus.
 
[/url][url=http://www.literatopia.de/forum/thread-9236.html]Nyctophilia 1. Kapitel

 

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Beitrag #2 |

RE: Moonshine
Hallo Siri,
 
du weisst wie das Kommentieren funktioniert, also leg ich einfach mal los. So ein kurzer Prolog ist nämlich jetzt genau das richtige für mich. Icon_wink
 
Zitat:Eiskalter Wind peitschte und der Regen schien alles verschlingen zu wollen
Donner grollte und Blitze erhellten einen tiefschwarzen Himmel an dem sich nicht ein
 
Mir scheint, dass hinter dem „wollen“ ein Punkt fehlt.
 
Zitat:Heiße Tränen rannen ihr über die Wange und vermischten sich mit dem eisigen Regen, der ihr hart in das zarte Gesicht schlug.
 
 
Wangen
 
Zitat:Sie drehte den schmalen Rücken gegen Regen und Hagel, presste das zarte Bündel fest an ihren schwachen Körper und spendete ihm so ein wenig Wärme.
 
Vielleicht weniger ein Kritikpunkt, sondern mehr eine Anmerkung: Ich habe nach diesem Satz, die vorherigen Sätze nochmal gelesen, weil ich dachte du hättest hier eine Wortwiederholung. Aber oben schreibst du von einem „zerbrechlingen Körper“ und von einer „schwachen Regung“ des Bündels. Vielleicht kannst du also hier das „schwach“ weglassen, weil es inhaltlich ja doch irgendwie eine Wiederholung ist.
 
Zitat:Aus ihrer Kleidung rann das Wasser in Strömen und jeder Schritt, den sie tat hinterließ eine Pfütze aus Wasser.
 
Das hier ist wohl eindeutig eine Wortwiederholung von “Wasser”. Wobei ich hier die Beschreibung, dass ihr der Regen in „Strömen“ aus der Kleidung rinnt, ein wenig übertrieben halte. Auch, wenn sie Klatsch nass ist, wird es höchstens „tropfen“, „rinnen“, oder „fließen“.
 
Zitat:Laut schrie das Kleine und schaute die Mutter so empört aus ihren Augen an, das sie fast laut aufgelacht hätte.
 
Ich hätte geschrieben “seinen Augen”, weil es sich auf “das Kleine” bezieht.
 
Zitat:Sie hob Den Blick und sah geradewegs in das Antlitz einer anderen Mutter, die ebenso sehr  gelitten hatte wie sie.  
 
den Blick

So, ich bin durch. Ich bin ein wenig zweigeteilter Meinung über deinen Prolog. Auf den ersten Blick wirkt es ja schon etwas klischeehaft. Eine junge Mutter, die ihr Kind bei der Kirche in Obhut gibt, gab es schon öfter in der Welt der Literatur. Icon_wink
Interessant und gut find ich hingegen, dass du die ihr wohl ein reales Setting in Saarbrücken ausgesucht hast und es wohl noch andere Fantasy-Elemente geben wird, sonst wären wir nicht in dieser Rubirk. Auch interessant find ich dieses Unwetter, es klingt nicht danach, als ob es ein normales Gewitter wäre. Ja und am Ende bleibt wohl wie immer die Frage wie es weitergeht. Wie wächst jetzt das Mädchen auf? Werden wir ihren Weg verfolgen? Wird die Mutter nochmal auftauchen? Das sind so die Fragen, die natürlich die Geschichte insgesamt spannend werden lassen, denk ich mal. Dein Prolog hat also seinen Zweck erfüllt.
Was mir gerade noch einfällt: Warum ein englischer Titel? Ich finde ja das „Mondschein“ auch ein schönes Wort ist. Icon_wink
Hat auf jeden Fall Spaß gemacht zu lesen und ich bin gespannt wie es weitergeht.

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #3 |

RE: Moonshine
Hallo LadydesblauenMondes,

Ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr ich mich freue, dass du meine Geschichte kommentiert hast, hatte die Hoffnung schon aufgegeben.

Einen Satz, der für alle Rechtschreibfehler gilt: Ich werde einmal ein ernstes Wort mit mit meinem Rechtschreibprogramm reden müssen. Mrgreen und danach natürlich alles verbessern.


Zitat:Vielleicht weniger ein Kritikpunkt, sondern mehr eine Anmerkung: Ich habe nach diesem Satz, die vorherigen Sätze nochmal gelesen, weil ich dachte du hättest hier eine Wortwiederholung. Aber oben schreibst du von einem „zerbrechlingen Körper“ und von einer „schwachen Regung“ des Bündels. Vielleicht kannst du also hier das „schwach“ weglassen, weil es inhaltlich ja doch irgendwie eine Wiederholung ist.
Die Mutter ist von zierlicher Statur und das Kleine, gerade weil es erst auf die Welt gekommen ist, auch noch nicht so stark, aber es hat ja Zeit zu wachsen Icon_cool 

Zitat:Laut schrie das Kleine und schaute die Mutter so empört aus ihren Augen an, das sie fast laut aufgelacht hätte.  
Ich hätte geschrieben “seinen Augen”, weil es sich auf “das Kleine” bezieht.
 
Da habe ich mich ein wenig unglücklich ausgedrückt, gemeint ist, dass das Baby die gleichen Augen hat wie seine Mama


Zitat:So, ich bin durch. Ich bin ein wenig zweigeteilter Meinung über deinen Prolog. Auf den ersten Blick wirkt es ja schon etwas klischeehaft. Eine junge Mutter, die ihr Kind bei der Kirche in Obhut gibt, gab es schon öfter in der Welt der Literatur. [Bild: icon_wink.gif]
Interessant und gut find ich hingegen, dass du die ihr wohl ein reales Setting in Saarbrücken ausgesucht hast und es wohl noch andere Fantasy-Elemente geben wird, sonst wären wir nicht in dieser Rubirk. Auch interessant find ich dieses Unwetter, es klingt nicht danach, als ob es ein normales Gewitter wäre. Ja und am Ende bleibt wohl wie immer die Frage wie es weitergeht. Wie wächst jetzt das Mädchen auf? Werden wir ihren Weg verfolgen? Wird die Mutter nochmal auftauchen? Das sind so die Fragen, die natürlich die Geschichte insgesamt spannend werden lassen, denk ich mal. Dein Prolog hat also seinen Zweck erfüllt.
Was mir gerade noch einfällt: Warum ein englischer Titel? Ich finde ja das „Mondschein“ auch ein schönes Wort ist. [Bild: icon_wink.gif]
Hat auf jeden Fall Spaß gemacht zu lesen und ich bin gespannt wie es weitergeht.

Also, Babyklappen gibt es zu dieser Zeit noch nicht, die werden erst so ca 30 oder 40 Jahre später erfunden. Saarbrücken ist meine Heimatstadt und diesmal wird die komplette Geschichte im Saarland spielen. Mit der Kirche ist die Ludwigskirche in Saarbrücken gemeint Icon_smile .
Die Kirche als Institution wird auch noch eine Rolle spielen und dann wird auch klar, warum die Mutter ihr Kind in einer Kirche ausgesetzt hat. Übrigens ist die Chance, dass es da gefunden wird, am größten, wegen den Besuchern und dem Pfarrer.
Warum ein englischer Titel? Ich weiß noch nicht, bisher ist das eigentlich nur ein Arbeitstitel, dachte an Mondschein und auch an den schwarzgebrannten Whisky, der auch Mondschein geannt wird. Titel wird sich aber noch ändern.

Ich danke dir noch einmal schön für deine Mühen, werde natürlich zu gegebener Zeit die Fehlerchen ändern und das neue Kapitel einstellen.

Viele Grüße Siri

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Beitrag #4 |

RE: Moonshine
Hallo Siri,
es wird mal wieder Zeit für Kommentare und deine kleine Mondenscheingeschichte steht heute auf dem Plan Icon_smile
Wie immer gilt, jede Kritk ist schlicht auf die Geschichte bezogen und nicht persönlich zu nehmen. Ich freue mich drauf!









Zitat:Es war die schwärzeste Nacht die Saarbrücken in seiner langen Geschichte jemals gesehen hatte.

-- Ein interessanter Einstieg, auch wenn ich persönlich mit solchen Superlativen wenig anfangen kann. Da du hier auch keinen Zeitbezug setzt, würde ich das "langen" streichen.

-- Zudem fehlt hier ein Komma hinter "Nacht"


Zitat:Donner grollte und Blitze erhellten einen tiefschwarzen Himmel an dem sich nicht ein einziger Stern zeigte, selbst der Mond hatte bei diesem Wetter sein silbernes Gesicht verhüllt.

- Wenn ein Blitz die Nacht erhellt, ist sie per se nicht mehr finster und der Himmel nicht mehr tiefschwarz. Auf der anderen Seite ergibt eine finstere Nacht, dass es keine Sterne und keinen Mond gibt. Icon_wink

-- Komma nach "Himmel" und Punkt nach "zeigte"


Zitat:Jeder der wenigstens bis drei zählen konnte, blieb in seinem Zuhause und verschloss seine Tür vor dem Unwetter, das die Saar über ihre Ufer treten und nicht nur  die Stadtautobahn überschwemmen ließ.

-- "Jeder, der"

-- die Redewendung "wenigstens bis drei zählen konnte" ist mir fremd und finde ich hier unpassend, denn Zählvermögen hat nichts mit gesundem Menschenverstand zu tun.


Zitat:Ein junge Frau, sie mochte höchstens zwanzig Jahre zählen kämpfte sich durch das Unwetter.

-- "Eine junge Frau - Sie mochte höchstens zwanzig Jahre zählen - kämpfte sich ..."

-- Die Gedankenstriche, da es sich um einen Einschub handelt.


Zitat: Mit einem verzweifelten Schluchzer drückte sie sich vornüber gebeugt an eine raue Hauswand, schützte mit ihrem zerbrechlichen Körper ein Bündel, das sich nur schwach unter dem langen, altmodischen Cape, das sie trug, bewegte.

-- Dieser Satz ist symptomatisch für deinen Schreibstil in dieser Geschichte. Es findet sich nahezu vor jedem Substantiv ein Adjektiv. Das liest sich in der Masse für meinen Geschmack unschön.



Zitat:Heiße Tränen rannen ihr über die Wangen und vermischten sich mit dem eisigen Regen, der ihr hart in das zarte Gesicht schlug.

-- Siehe oben, dazu diese plumpen Antagonismen: "heiß" vs. "eisig" und "hart" vs. "zart"



Zitat:Sie drehte den schmalen Rücken gegen Regen und Hagel, presste das zarte Bündel fest an ihren schwachen Körper und spendete ihm so ein wenig Wärme.

-- hatten wir oben bereits



Zitat:Sie legte sich das Bündel so auf die Schulter, das sie es mit einer Hand halten konnte, mit der anderen zog sie das Cape enger um sich und atmete tief ein. Der Regen schien langsam nachzulassen, sie duckte sich gegen das Wasser, das unaufhörlich vom Himmel floss und rannte mit geducktem Körper so schnell sie konnte zu der Kirche, die ihr Ziel sein sollte.

-- Punkte sind dein Freund. Nutze sie. Icon_smile

-- Den letzten Nachsatz würde ich streichen. Warum nennst du die Kirche nicht einfach beim Namen?


Zitat:Entschlossen streckte die junge Frau eine Hand aus und betätigte die Klinke.
--Da du ihr Alter bereits erwähnt hast, brauchst du nicht beständig erwähnen, dass die Frau jung ist.


Zitat:Die Tür war unverschlossen, langsam trat sie ein. Die hohen Wände des Gotteshauses boten ihr Schutz vor Wind und Regen.
-- "unverschlossen. Langsam."
-- Der zweite Satz ist logisch. Vielleicht eher "Erleichtert schlüpfte sie ins Trockene."


Zitat:Vorsichtig setzte sie einen Fuß vor den anderen, als wisse sie nicht, ob sie erwünscht war. Aus ihrer Kleidung rann das Wasser in Strömen und jeder Schritt, den sie tat hinterließ eine Pfütze auf dem glatt gebohnerten Boden.
-- Wirklich "glatt gebohnert"? In einer Kirche? Dies wäre eine der Stellen, an denen du das Adjektiv getrost streichen kannst.


Zitat:Das Innere der barocken Kirche, die sie als Zufluchtsort gewählt hatte, war von großen Kerzen erleuchtet, die ein heimeliges Licht spendeten.
-- Das ist Geschmackssache, aber Sätze mit zwei Nebensätzen dieser Art lesen sich in meinen Augen unschön.


Zitat:Ihre Tränen fielen auf das Gesicht das Neugeborenen. Laut schrie das Kleine und schaute die Mutter so empört aus Augen, die den ihren so ähnlich waren an, dass sie fast laut aufgelacht hätte.

-- Warum so geschlechtslos, um eine Beziehung aufzubauen, wäre ein Geschlecht nett und ein Name.


Zitat:Sie hob Den Blick und sah geradewegs in das Antlitz einer anderen Mutter, die ebenso sehr  gelitten hatte wie sie.
-- "den Blick"


Zitat:„Heilige Mutter Gottes, bitte hilf mir“, flehte die junge Mutter zu dem Bild das über ihr hing.
-- erneut "jung" und Komma hinter "Bild", schön wäre auch ein Ausrufezeichen hinter "hilf mir"


Zitat:„Beschütze mein Kind“, bat sie und hob das kleine Mädchen hoch.
-- "mein Kind!"

So, ich bin durch. Überzeugen kann mich dein Prolog leider nicht. Mir fehlt es der Originalität. Alles ist schon einmal gewesen: die dunkle Nacht, der Regen, die verzweifelte Mutter. Zudem sind mir zu viele Adjektive und vor allen alltägliche Adjektive drin. Hier könntest du mit sprachlichen Bildern arbeiten und etwas Atmosphäre zaubern. Nutze den bezug zu deiner Stadt, denn den finde ich durchaus gut. Nur kommt das Besondere kaum raus. Du verwendest zwar Namen, gehst aber nicht ins Detail.Hohe wäne gibt es in jeder Kirche, Flüsse, die über Ufer treten auch. Warum beschreibst du nicht die spezielle gasse, durch die sie läuft, suchst dir ein spezifisches Detail der Kirche. Dann wäre ein persönliches Band zur Mutter nett. Sie bleibt farblos, denn wir haben nur ihr Äußeres und ein paar Tränen.

LG
Adsartha

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #5 |

RE: Moonshine
Hallo Adsartha,

Vielen Dank für deine konstruktive Kritik, denn nur so kann ich mich verbessern und muss mich auseinandersetzen, mit dem was ich schreibe, denn wie du schon gemerkt hast, schreibe ich aus dem Bauch heraus.
Die Zeichensetzungsfehlerchen werde ich natürlich umgehend berichtigen.


Zitat:die Redewendung "wenigstens bis drei zählen konnte" ist mir fremd und finde ich hier unpassend, denn Zählvermögen hat nichts mit gesundem Menschenverstand zu tun.
Stimme dir voll und ganz zu, dieser Satz ist einfach nur doof, aber leider ist mir nichts besseres eingefallen. Icon_irre 

Zitat:Dieser Satz ist symptomatisch für deinen Schreibstil in dieser Geschichte. Es findet sich nahezu vor jedem Substantiv ein Adjektiv. Das liest sich in der Masse für meinen Geschmack unschön.

Ich werde es reduzieren. Versprochen. Mir wurde mal vor langer Zeit egsagt, dass ich zu wenig Adjektive verwende und seitdem nutze ich sie ganz viel. Sind ja kostenlos Mrgreen (kleiner Scherz)

Zitat:Warum so geschlechtslos, um eine Beziehung aufzubauen, wäre ein Geschlecht nett und ein Name.
Geschlecht kommt noch. Name nicht, denn das wird noch eine Rolle spielen und schließlich setzt die Mutter das Kind aus, also besser anonym bleiben.

Zitat:So, ich bin durch. Überzeugen kann mich dein Prolog leider nicht. Mir fehlt es der Originalität. Alles ist schon einmal gewesen: die dunkle Nacht, der Regen, die verzweifelte Mutter. Zudem sind mir zu viele Adjektive und vor allen alltägliche Adjektive drin. Hier könntest du mit sprachlichen Bildern arbeiten und etwas Atmosphäre zaubern. Nutze den bezug zu deiner Stadt, denn den finde ich durchaus gut. Nur kommt das Besondere kaum raus. Du verwendest zwar Namen, gehst aber nicht ins Detail.Hohe wäne gibt es in jeder Kirche, Flüsse, die über Ufer treten auch. Warum beschreibst du nicht die spezielle gasse, durch die sie läuft, suchst dir ein spezifisches Detail der Kirche. Dann wäre ein persönliches Band zur Mutter nett. Sie bleibt farblos, denn wir haben nur ihr Äußeres und ein paar Tränen.


Der Name der Kirche kommt noch im Verlauf der Geschichte und dann wird auch der Name des Babys verraten Icon_smile  Die Überflutung der Stadtautobahn, nun die ist immer bei starken Regen und wir Saarländer machen uns da einen Scherz draus, so nach dem Motto die sauberste Starße Deutschlands. Das ist halt so ein Insider, den nicht jeder kennt.
Ich lasse die Mutter bewusst unter dem Deckmantel, denn das symbolisiert die schwarze Nacht und die Blitze, die nur wenig preisgeben, eben da sie unerkannt bleiben möchte und decke alles nach und nach in meiner Geschichte auf. Versprochen.

Ich danke dir noch einmal schön

LG Siri

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Beitrag #6 |

RE: Dunkel geboren - Liliths Kinder
Hallo Persephone.

Da wir uns alten Hasen ja schon seit zigtausend Jahren kennen, brauche ich Dir nicht zu erklären, was Kommentieren hier in diesen heiligen Hallen bedeutet.   Icon_aufsmaul   ( Icon_wink  )

Also, auf zum Kleingedruckten:

Zitat:Es war die schwärzeste Nacht die Saarbrücken in seiner langen Geschichte jemals gesehen hatte.
Komma nach 'Nacht'.

Zitat:Eiskalter Wind peitschte und der Regen schien alles verschlingen zu wollen.
Es fühlt sich an, als würde etwas nach dem eiskalten Wind fehlen. Vorschlag:
Eiskalter Wind peitschte durch die Straßen und der Regen schien alles verschlingen zu wollen.

Zitat:Donner grollte und Blitze erhellten einen tiefschwarzen Himmel an dem sich nicht ein einziger Stern zeigte, selbst der Mond hatte bei diesem Wetter sein silbernes Gesicht verhüllt.
Vom Gefühl her müsste nach 'grollte' ein Komma hin, denn der Satzteil ist an und für sich abgeschlossen. Ein weiteres Komma müsste dann auch nach 'Himmel' hin.

Zitat:Jeder der wenigstens bis drei zählen konnte, blieb in seinem Zuhause und verschloss seine Tür vor dem Unwetter, das die Saar über ihre Ufer treten und nicht nur  die Stadtautobahn überschwemmen ließ.
Beim Unterstrichenen handelt es sich um einen Einschub, der mit einem Komma nach 'Jeder' beginnen müsste. Und zwischen 'nur' und 'die' ist Dir da irgendwie ein Leerzeichen zuviel reingerutscht.

Zitat:Ein junge Frau, sie mochte höchstens zwanzig Jahre zählen kämpfte sich durch das Unwetter.
Komma nach 'zählen', da der Einschub dort beendet wird. (Und 'Eine junge Frau'.)

Zitat:Sie drehte den schmalen Rücken gegen Regen und Hagel, presste das zarte Bündel fest an ihren schwachen Körper und spendete ihm so ein wenig Wärme.

Der Himmel selbst schien sich gegen sie verschworen zu haben, unter ihrem Cape hörte sie ein leises Wimmern, das wie das Maunzen eines Kätzchens klang.
Von der Abfolge her würde ich die beiden Passagen vertauschen. Denn das Etwas wird zuerst als Bündel tituliert, dann ist es irgendwie ein Maunzen, obwohl schon klar ist, was es genau ist: Ein Bündel.
Das sähe dann so aus:
Der Himmel selbst schien sich gegen sie verschworen zu haben, unter ihrem Cape hörte sie ein leises Wimmern, das wie das Maunzen eines Kätzchens klang.
Sie drehte den schmalen Rücken gegen Regen und Hagel, presste das zarte Bündel fest an ihren schwachen Körper und spendete ihm so ein wenig Wärme.

(Dann müsste man bei der Feinbearbeitung natürlich noch schauen, dass das 'Bündel' noch ein paar Synonyme spendiert bekommt.)

Zitat:Entschlossen streckte die junge Frau eine Hand aus und betätigte die Klinke.
Für eine Klinke ist 'betätigte' doch etwas anspruchsvoller, ich würde da in dem Zusammenhang eher von 'drückte herunter' sprechen.

Zitat:Aus ihrer Kleidung rann das Wasser in Strömen und jeder Schritt, den sie tat hinterließ eine Pfütze auf dem glatt gebohnerten Boden.
Komma nach 'tat'. (Das sind aber auch widerspenstige Mistdinger, diese Kommata. Kommas. Koma, ..., ach ..., was weiß denn ich.)

Zitat:Ihr Umhang öffnete sich und gab den Blick auf ein zartes mit hellen Flaum bedecktes Köpfchen frei.
Schon wieder. Komma nach 'zartes' und 'bedecktes'. (Einschub.)

Zitat:Laut schrie das Kleine und schaute die Mutter so empört aus Augen, die den ihren so ähnlich waren an, dass sie fast laut aufgelacht hätte.
Gedanke 1: In so einer Kirche kann das leiseste Geräusch verdammt laut werden. Hier fehlt mir eine Entsprechung dafür.
Gedanke 2: Wieso 'laut aufgelacht'? Oder gehört das in die Rubrik 'Erklärt sich später'?

Zum Prolog an sich:
Wie Du wahrscheinlich noch weißt, bin ich weder Fantasyschreiber, noch -leser. Ich turne hier zwar ab und zu mal rum, aber auch nur, damit etwas Bewegung in die verschlafene Gemeinde kommt. Wirklich etwas mit der Thematik anfangen kann ich nicht, bin da eher normal gestrickt und schreibe am liebsten Bienchen-und-Blümchen-Geschichten. (*hust*)
Nunja, jedenfalls, es fällt auf, dass ein solcher Einstieg zur eigentlichen Geschichte schon mehrfach ausgewählt worden ist. Zudem passt auch das Setting zu dieser These: Unwetter, Regen, Sturm, alleinstehende Frau mit Kind, das sie in einer Kirche abgibt.
Erschwerend kommen die Beschreibungen dazu, wie beispielsweise hier:

Zitat:Erschöpft ließ sie sich auf einer der Seitenbänke nieder. Tränen rannen ihr heiß über die blassen Wangen.
Ihr Umhang öffnete sich und gab den Blick auf ein zartes mit hellen Flaum bedecktes Köpfchen frei.
Die junge Mutter berührte zart mit den Lippen den Kopf des Kindes und drückte den zerbrechlichen kleinen Körper an ihre Brust. Eine ganze Weile saß sie still so da, genoss die letzten Augenblicke mit dem Kind, das sie nicht behalten durfte.
Es erinnert ein wenig an bekannte Stereotype, die oft in Geschichten auftauchen, die gern schwarz-weiß gezeichnet werden. Ich mein, versteh mich nicht falsch, Du kannst schreiben. Aber hier fehlt mir ein bisschen das Grau, dessen Verfechter ich gerne bin. Keine Welt funktioniert ohne dessen. Irgendwie ist auch im Antagonisten ein guter Kern, und dementsprechend im Protagonisten ein dunkler Fleck auf der weißen Weste. Jing und Jang, oder eben grau.
Falls das alles natürlich beabsichtigt ist und diese Szene so sein muss, habe ich nichts gesagt. Ich wollte es nur anmerken.
(Vielleicht hat die Frau ja eine Verletzung, weswegen sie derart angeschlagen ist, was das Bild von ihr als zerbrechliches Persönchen zumindest erklären könnte.)

So, bis hierhin erstmal. Hoffe, Du kannst was mit den Gedanken anfangen.

LGD.


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Beitrag #7 |

RE: Dunkel geboren - Liliths Kinder
Hallo Dread,

Vielen, vielen Dank für deine Aufmerksamkeit. Ich habe mich so sehr gefreut, dass du dir die Mühe gemacht und meine Geschichte kommentiert hast, zumal ich ja weiß, welch ein Opfer das für dich war Mrgreen Mrgreen Mrgreen 

Meine Welt ist Fantasy und die meisten Ideen, die noch irgendwo in meinen Gehirn schlummern, gehören auch in diese Rubrik, werden nach und nach noch hier der Öffentlichkeit zugetragen Icon_smile 

Zuerst mal diese Geschichte fertig stellen, die muss stehen bis nächstes Jahr im Januar, dann kommt die nächste Prüdung für die ich lernen muss.

Die Kommafehler habe ich (jetzt hoffentlich) alle berichtigt, habe auch einen Vorschlag komplett von dor übernommen.

Wo ich noch selbst hadere ist der Titel, der gefällt mir immer noch nicht. Vielleicht hast du eine Idee? Bin für Vorschläge offen. Icon_irre 


Zitat:Es erinnert ein wenig an bekannte Stereotype, die oft in Geschichten auftauchen, die gern schwarz-weiß gezeichnet werden. Ich mein, versteh mich nicht falsch, Du kannst schreiben. Aber hier fehlt mir ein bisschen das Grau, dessen Verfechter ich gerne bin. Keine Welt funktioniert ohne dessen. Irgendwie ist auch im Antagonisten ein guter Kern, und dementsprechend im Protagonisten ein dunkler Fleck auf der weißen Weste. Jing und Jang, oder eben grau.
Falls das alles natürlich beabsichtigt ist und diese Szene so sein muss, habe ich nichts gesagt. Ich wollte es nur anmerken.
(Vielleicht hat die Frau ja eine Verletzung, weswegen sie derart angeschlagen ist, was das Bild von ihr als zerbrechliches Persönchen zumindest erklären könnte.)

Zugegeben, der Prolog ist echt klischeehaft. Die Aufklärung und der Bezug kommen noch in einem der folgenden Kapitel. Zu meiner Verteidung muss ich sagen: Der Prolog war so in meinem Kopf und da habe ich ihn einfach geschrieben, wie er in den grauen Zellen stand. Ich schreibe viel aus dem Bauch heraus, ohne großartig nachzudenken, wenn ich so anfange, dann schreibe ich tausend Mal den ersten Satz und bringe trotzdem nichts zu Papier.

Die Bösen in der Grauabstufung kommen auch noch, nur Geduld und um ein wenig zu spoilern. Ich habe eine Idee im Kopf, die ich umsetzen möchte und die mal von dem klassischen Kampf zwischen Vampiren und Werwölfen wegführt.

Mein Vorschlag ist der, ich schreibe es einfach mal nieder und schaue, was die Literatopiagemeinde davon hält.

Liebe Grüße und tausend Küsschen Persephone

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(Friedrich Nitzsche)



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