Es ist: 29-03-2020, 01:05
Es ist: 29-03-2020, 01:05 Hallo, Gast! (Registrieren)

Aktuell befinden wir uns im Umbau. Sollte also etwas seltsam aussehen, sind wir gerade bei der Arbeit und strukturieren die Foren neu :)

Konversation
Beitrag #1 |

Konversation
Aus gegebenen Anlass. Ich weiß nicht, ob das in das Subforum passt. Jedenfalls mit Emotion spontan direkt hier geschrieben.

Musik während des Schreibens

A: "Kennst du dieses Gefühl, wenn jemand dir so wichtig ist, dass du diese Person überall hintragen würdest, aber nicht kannst? Nein? Nun dann weißt du nicht, was es heißt andere Verpflichtungen zu haben."
B: "Dafür kennst du aber das Gefühl, dass du einfach nicht exisiteren will. Einfach nicht geboren worden zu sein klingt doch toll. Keine Probleme und keine nervigen Dramen."
A: "Ja, dass die ganze Welt dich einfach nicht interessiert. Du musst dich um nichts kümmern, weil du gar nicht anders kannst."
B:"Das klingt gut aber es ist gar nicht so einfach, weil du ja schon exisitierst."
A:"Nun, das ist in der Tat schwer. Zu kostbar zu beenden aber zu schwer zu ertragen."
B:"Ertragen. Das heißt, dass du etwas trägst. Was ist es?"
A:"Eine Sonnenbrille so schwarz wie es geht. Damit laufe ich herum, jeden Tag, den ich erlebe."
B:"Fällt dir das denn nicht auf? Ich meine, es muss doch irgendwann an der Nase jucken?"
A:"Man gewöhnt sich dran, es geht langsam. Und das Jucken ist in Wirklichkeit ein Schweizer Käse, der deine Seele darstellen sollte."
B:"Nun, Zeit heilt alle Wunden, aber das ist so oder so eine naive Sicht auf die Dinge, nicht wahr?"
A:"Wenn diese Wunden immer und immer wieder schmerzen und jeder Salz und Steine hineinwirft, dann kann auch nichts heilen."
B:"Dafür heilen die Sonnenstrahlen doch oder nicht? "
*A lacht bitter*
A:"Welche Sonnenstrahlen? Ich sehe sie nicht. Wenn ich morgens erwache sehe ich zwar zum Rolladen, doch der ist zu dreiviertel geschlossen. Genau wie ich."
B:"Nun, dann ziehe in hoch aber dafür fehlt die die Lust oder?"
A:"Wofür? Da draußen sehe ich so oder so nur Mist. Alles dort draußen ist trüb, grau und abweisend."
B:"Aber es gibt auch sonnige Tage. Aber ich sehe, dass dich das auch nicht überzeugen wird."
A:"Da gibt es nichts was mich überzeugen könnte, warum auch? Überzeugen bedeutet, dass es gegen meine Einstellung geht und das ich mich von Anderen mich ändern lassen, aber das tue ich nie."
B:"Das dachte ich mir schon irgendwie. Was macht denn die Sonnenbrille heller oder dunkler?"
A:"Wenn du denkst, dass du einer Person alles gibts und dir dann in das Gesicht sagt, dass du nichts tust. Sie spürt nichts von deinen wilden Gefühlen. Das würde den Sonnenschutzfaktor um zehn erhöhen."
B:"Das ist aber nur ein Teil davon oder?"
A:"Ja, noch mehr ist, dass selbige Person dich zwar nicht verlieren will aber trotzdem geht weil sie es nicht aushalten kann. Sie kann sehen aber sieht es nicht."
B:"Vielleicht sieht sie in die andere Richtung? "
A:"Natürlich, sonst würde das ja überhaupt kein Problem sein."
B:"Und was macht die Sonnenbrille heller?"
A:"Tja, das ist eine gute Frage..."
B:"Ich weiß, ich kenne dich zu gut."
*Eine lange Pause tritt ein*
A:"Du bist dir selbst dein bester Freund. Am Ende wird dir jeder in den Rücken fallen und dein Stück Seele, dass sie erhalten haben in kleine Fetzen reißen. "
B:"Und warum machst du es dann trotzdem?"
A:"Ganz einfach, weil ich Hoffnung habe..."
B:"Hoffnung ist trügerisch, sie kann dein bester Freund, aber auch dein größter Feind sein."
A:"Letzteres, mein alter Freund."
B:"Wusste ich es doch, dass es darauf hinauslaufen würde."
A:"Wie immer..."
B:"Deswegen nicht geboren worden sein hm?"
A:"Man mag es Feigheit nennen, aber dann würde einiges einfacher sein. So bin ich nur eine Last, verloren gegangen auf dem Weg zum Ziel."
B:"Das klingt aber nicht gut."
A:"Ja, der Witz ist, dass ich es weiß. Doch am Ende bestätigt es sich immer wieder: Du bist nur Treibgut, das man aufsammeln kann, benutzt und wegwirft wenn es uninteressant wird.
B:"Klingt nach einem grundlegendem Problem."
A:"Grundlegendes interessiert mich nicht."
B:"So wie Alles andere."
A:"Richtig, deswegen will ich gar nicht exisiteren."
B:"Macht dich das traurig?"
A:"Manchmal, aber nur weil ich weiß, dass es sonst funktioniert. Würde das nicht sein...naja keine Ahnung.
B:"Und die Sonnenbrille, wer sorgt für Erhellung?"
A:"Familie und Personen die dir schöne Erinnerungen bescheren."
B:"Aber Erinnerungen verblassen.
A:"Richtig, und dann bleibt nichts mehr was dich hält. Wenn eines der beiden Dinge wegfällt..."
B:"Ich verstehe."


Danke für's lesen.

Nos


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Beitrag #2 |

RE: Konversation
Hallo Nos.

(Ich kann nicht schlafen.)

Abgesehen von einigen Fehlerchen liest es sich logisch bedenklich. Natürlich ist mir klar, dass das Eigenheiten von A und B sind, aber - verzeih - es kam mir zuerst folgender Gedanke:
Wenn ein intelligenter Geist gerne mit sich selber spricht, dann sollte er sich auch selbst zuhören.
Es mag sein, dass ich die Quintessenz des Ganzen nicht sehe, die da lauten mag: B zeigt ihm durch Fragen einen Weg auf und letztendlich bleibt A blind hinter der Sonnenbrille.

Beim ersten kompletten Durchlesen habe ich gedacht, dass ich eine Enigma bräuchte, um den Text und seine Gedanken zu entschlüsseln. Beim zweiten Mal gings besser, obgleich schon die Fragen im Kopf blieben: Was ist das für eine Logik? Und warum liest es sich wie ein Staffellauf, wo ein Gedanke jeweils die nächste Logik-Sequenz beginnen lässt?

Ein Grundproblem, was nicht akzeptiert wird, wo man sich als Leser aber schon fragt, in welchen Gefilden A zu schweben scheint? Denn selbst wenn es gehobenere Gedanken sind, brauchen diese ja auch irgendwie einen Grund, ein Fundament, eine allgemeine (auf A bezogene) Gültigkeit. Regeln, Strukturen, denn ansonsten flattert jeder Gedanke als eigenes Universum wie ein Leichentuch zum Himmel hinauf.

Ich sehe hier Planlosigkeit, gepaart mit einem Ergebenheitsgefühl und natürlich der fehlenden Motivation - obwohl A hier ein B an der Seite hat. Obwohl, aber so richtig scheint A nicht zu erfassen, was er da kostbares hat: Andere Gedanken, die nicht durch ihn gedacht und ausgesprochen worden sind. Gedanken und Fragen, die extern auf ihn einwirken könnten und die endlose depressive Schiene beenden könnten. Man könnte es auch Nicht-Hinhören in Verbindung mit dem eigenen Mantra titulieren - da, hinter der Tom-Cruise-Top-Gun-Gedächtnis-Brille.

Es ist mir schon klar, dass es viele junge Menschen gibt, die schwarz sehen, so wie A. Aber das ist, bezogen auf die fortlaufende Entwicklung, ein Stein mehr im Fundament, und bleibt irgendwann eine ferne Erinnerung, die zum (dann) jetzigen Sein beigetragen hat.
Denken und sein Hirn einsetzen ist 'grundsätzlich' gut, aber zuviel ist - wie im Handwerk: Nach fest kommt ab - degenerierend. Ich schreibe das absichtlich so provokant, denn das Leben geht dann sprichwörtlich den Bach runter und versickert im Whadi.

Der Kern des Problems ist, dass da jemand weg ist, obwohl A (natürlich) alles, was er konnte, gegeben hat, nur die andere Person hat es nicht so gesehen. Klingt ein bisschen nach Ego-Trip, den ich A hier unterstellen muss. Kommt mir vor wie:
"Natürlich, Baby. Ich kann auch nichts dafür, wenn die Aldi-Taschen so schwer sind, die du trägst."
"Was soll das denn jetzt?"
"Was denn? Ich habe doch nur mein Mitgefühl ausgedrückt."
(Und warum trägt A sie nicht?)

Was dann natürlich auch negativ auffällt: Er gibt alles für die andere Person. (Seiner Meinung nach.) Und das in einem Zustand des Laissez-passez? Wie passt das zusammen? Wie kann eine fehlende Grundstruktur etwas zusammenhalten, was dem bedarf? Was hat zwei Sauerstoffmoleküle zum Wasserstoff getrieben, als sie sich zu H2O verbanden? Zuneigung? Trieb? Biologie? Oder doch etwas ganz grundsätzlich banales wie Gefühle?

Diese Konversation zeigt eigentlich nur, dass es kein Ergebnis gibt, sondern eher ein Erklärungsmanifest, eine Darstellung des eigenen Tuns und Nichttuns - inklusive leichter Begründungen, für die man sich nicht bücken braucht: Mag eh nicht leben. Alles scheiße, Deine Elli.

Manchmal ist das Leben eben Hancock.

LGD.


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Beitrag #3 |

RE: Konversation
Wenn auch sehr spät: Danke für deinen Kommentar Dread!

Ich habe mich sehr lange vor diesem Text/Thread gedrückt, weil dort einige schlechte Gedanken und Erinnerungen mit dran hängen.

Richtig erkannt hast du das grundlegende Problem: Die Logik. A taumelt verloren und ohne Anker, oder Fundament durch die Gegend. B ist der Einzige, der noch bei ihm ist, aber wie du es selbst anmerkst, ist B ein Teil von A. 

Zitat:Beim ersten kompletten Durchlesen habe ich gedacht, dass ich eine Enigma bräuchte, um den Text und seine Gedanken zu entschlüsseln. Beim zweiten Mal gings besser, obgleich schon die Fragen im Kopf blieben: Was ist das für eine Logik? Und warum liest es sich wie ein Staffellauf, wo ein Gedanke jeweils die nächste Logik-Sequenz beginnen lässt?
Es geht um eine Person, die so verzweifelt und einsam ist, dass sie sich selbst A und B erschaffen hat, damit sie die Gedanken ordnen kann und jemanden zum Reden hat. Nur funktioniert das nicht. Sie ist gefangen in einem Strudel aus Selbstzweifel, Verzweiflung, Depressionen und Planlosigkeit, dafür steht A. Für das Chaos und den vorhherrschenden Gedankengang. Die Person befindet sich in einer Situation, in der die Gedanken nur so rasen (Andeutung von Gedankenflucht), deswegen der Staffellauf - ein sehr treffendes Bild übrigens.

Zitat: Es ist mir schon klar, dass es viele junge Menschen gibt, die schwarz sehen, so wie A. Aber das ist, bezogen auf die fortlaufende Entwicklung, ein Stein mehr im Fundament, und bleibt irgendwann eine ferne Erinnerung, die zum (dann) jetzigen Sein beigetragen hat.
Denken und sein Hirn einsetzen ist 'grundsätzlich' gut, aber zuviel ist - wie im Handwerk: Nach fest kommt ab - degenerierend. Ich schreibe das absichtlich so provokant, denn das Leben geht dann sprichwörtlich den Bach runter und versickert im Whadi.

Hier kommen wir der Sache schon näher. Die Konversation ist ein Ausschnitt eines langen Selbstgesprächs einer Person, die gerade wahnsinnig wird. Das logische Denken zerbricht dabei. Übrig bleiben Fragmente, lose Teile, die A in den Raum wirft. B ist noch der übrig gebliebene, vernünftigere Teil, der halbherzig versucht die Dinge in einer Bahn zu halten - mit mehr oder weniger "hilfreichen" Fragen oder Anmerkungen, aber ohne den fehlenden Grundlage, geht das einfach nicht.
Ich fand die Bemerkung nicht provokant, sondern hat eher genau das getroffen, was der Text versinnbildlicht: es geht den Bach runter. Chaos. Wahnsinn und Unordnung.

Zitat: Der Kern des Problems ist, dass da jemand weg ist, obwohl A (natürlich) alles, was er konnte, gegeben hat, nur die andere Person hat es nicht so gesehen. Klingt ein bisschen nach Ego-Trip, den ich A hier unterstellen muss. Kommt mir vor wie:
"Natürlich, Baby. Ich kann auch nichts dafür, wenn die Aldi-Taschen so schwer sind, die du trägst."
"Was soll das denn jetzt?"
"Was denn? Ich habe doch nur mein Mitgefühl ausgedrückt."
(Und warum trägt A sie nicht?)

Das war der Auslöser von dem Zerfall von A bzw. der Person. Der Verlust seiner Bezugsperson. A steht für den egoistischen, vorherrschenden Teil der Persönlichkeit der Person. Ich habe den Text mit dem Hintergedanken an eine gemischte schizoaffektive Störung geschrieben (Wiki-Link).

Zitat: Was dann natürlich auch negativ auffällt: Er gibt alles für die andere Person. (Seiner Meinung nach.) Und das in einem Zustand des Laissez-passez? Wie passt das zusammen? Wie kann eine fehlende Grundstruktur etwas zusammenhalten, was dem bedarf? Was hat zwei Sauerstoffmoleküle zum Wasserstoff getrieben, als sie sich zu H2O verbanden? Zuneigung? Trieb? Biologie? Oder doch etwas ganz grundsätzlich banales wie Gefühle?

Gefühle waren das Einzige, was "die Person" dazu gebracht hat. Deswegen steht das auch unter Emotionen, weil der Text eigentlich den Wahnsinn ausdrückt, der lostritt, wenn diese eine Bezugsperson weg ist. Wahnsinn ist aber recht schwer in Worte zu fassen, es sei denn, er spiegelt sich auch außen wieder. So spielt es sich alles in dem Kopf des Patienten ab.

Zitat:Diese Konversation zeigt eigentlich nur, dass es kein Ergebnis gibt, sondern eher ein Erklärungsmanifest, eine Darstellung des eigenen Tuns und Nichttuns - inklusive leichter Begründungen, für die man sich nicht bücken braucht: Mag eh nicht leben. Alles scheiße, Deine Elli.


Das sollte sie auch. So wie Hancock sich anfangs selbst aufgegeben hat - guter Film übrigens - hat auch unser Patient sich selbst aufgegeben (aus anderen Beweggründen) und hat Null Antrieb noch irgendwas zu leisten, oder gar zu investieren. Seiner Meinung nach, die A wiederspiegelt, hat er alles schon geleistet. In seiner verquerten Sichtweise dreht sich alles um ihn. Er hat etwas gegeben, in seinen Augen viel. Für Andere vielleicht wenig, man weiß es nicht. Für ihn ist es aber "viel", da er eigentlich nur sich selbst im Sinn hat, gleichzeitig aber nicht auf sich (B) selbst hört, weil es nicht sein eigentliches "ich" ist.

Es ist schwer den Text genau zu analysieren, das weiß ich selbst. Ich habe nicht viel Erfahrung mit psychologischen Krankheiten und wie sie sich auf die eigene Psyche auswirken, da ich nicht selbst betroffen bin. Es war ein Versuch, inspiriert durch einen eigenen Verlust - nicht im dramatischen Sinne - einer Person, die unter einer ähnlichen Störung litt. Letztendlich bin ich froh, dass sich unsere Wege getrennt haben, weil ich mich stellenweise auch in sie hineinversetzen musste, was auf Dauer sehr anstrengend und belastend war.
Falls jemand unter der Störung leidet, oder medizinische Fachkenntnisse hat, möge man mir Unwissenheiten verzeihen. Es ist für mich ein unbekanntes Feld, in das ich mich nicht gern hineinbegebe und auch lieber davon Abstand halte. Natürlich soll es auch keinen kränken oder ein falsches Bild vermitteln.

In dem Sinne: Nochmal danke für deinen Kommentar Dread! Icon_smile

LG Nos


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