Es ist: 22-11-2019, 05:50
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Nyctophilia - 2. Kapitel
Beitrag #1 |
Exclamation 

Exclamation  Nyctophilia - 2. Kapitel
Achtung! Nichts für schwache nerven. Brutale Szenen und unflätige Sprache, bitte erst dann lesen, wenn man mindestens  16 Jahre alt ist


Nervös strich die Rute der weißen Wölfin über den schweren Boden.
Trügerisch schimmerte das fahle Mondlicht in ihrem weißen Fell, spiegelte silbern wie ein Spiegel in der Saar.
Wie Soldaten drohend, ragten die noch blattlosen Bäume in der kalten Vorfrühlingsnacht.
Die Gefahr marschierte in Form schwerer Stiefel durch den dunklen Wald.
Heute Nacht war Vollmond und die Jagd auf Ihresgleichen hatte zu dieser Stunde begonnen.
Sie fletschte die scharfen Zähne, als ihr der frische Schweiß der Jäger in die Nüstern stob. Das raue Lachen klang wie Hohn in den Ohren des mächtigen Tieres.
Noch schienen die Männer weit entfernt zu, doch ihre Gier nach Blut und Tod trieben sie immer näher an die Wölfin heran.
Sie stieß einen kurzen Laut aus, der wie ein scharfer Pfiff klang. Von allen Seiten erklang Antwort, das Rudel war gewarnt.
Einen Moment beobachtete die Wölfin noch die Jäger, die wie schwarze Schatten durch die Nacht huschten, dann verschwand sie lautlos im Gebüsch um mit der Dunkelheit zu verschmelzen.
 
Mit einem rostigen Kreischen schnappte die Falle zu und klemmte die Pfote des Wolfes schmerzhaft ein.
Der qualvolle Aufschrei des Tieres zerriss die Stille der Nacht.
Verzweifelt versuchte er seinen Fuß zu befreien.
Der Schmerz gab ihm Kraft, wütend bearbeitete er die eisernen Zähne, die ihn festhielten. Blut sickerte aus der zerquetschten Tatze und schimmerte dunkel im Mondlicht.
Schemen lösten sich aus dem Schutz, den die Dunkelheit der Nacht ihnen gewährte. Ein schwarzer Kreis, der sich wie eine Schlinge immer enger um das Opfer zog, das sich im Angesicht seiner Peiniger aufbäumte und mit aller Kraft von der Pein zu befreien suchte.
Nach einigen qualvollen Momenten gab der Wolf auf. Dicker Schaum troff von seinen hechelnden Lefzen. Ängstlich äugte er nach den Schatten, die um ihn herum standen. Er wusste, dass sie seine Mörder waren.
„Ein prachtvolles Tier“, bemerkte eine Stimme anerkennend aus der Dunkelheit.
„Ein Männchen und groß.“
Die Stimmen sprachen über den Wolf, als wäre er nur ein Gegenstand.
Lichter gleißten auf und blendeten das gepeinigte Tier für den Bruchteil einer Sekunde, bevor seine Augen sich an das künstlich erzeugte Licht gewöhnt hatten.
Einer der Schatten kam näher.
Weder ein Riese und noch ein Monster, sondern nur ein Mensch. Ein Mann, der schon etwas älter zu sein schien und dessen Bauch Ansätze zur Beleibtheit zeigten.
Er grinste zufrieden und der Schein seiner Taschenlampe erleuchtete die vom übermäßigen Nikotinkonsum angegilbten Zähne.
Ruhig zündete er sich eine Zigarette an, das kleine Licht glomm in der Dunkelheit auf. Verzweifelt schnappte der Wolf nach der Glut. Ein unnützes Unterfangen, seine Häscher standen nur einen Schritt zu weit entfernt von den scharfen Fangzähnen.
„Oh, da haben wir es mit einem ganz Wilden zu tun“, lachte der Mann und sog genüsslich an der Zigarette, den Rauch blies er seinem knurrenden Opfer in die bernsteinfarbenen Augen.
Er streckte den Arm aus und versuchte, das seidige Fell zu berühren.
Noch wollte er dieses Leben, dessen Ende schon besiegelt schien, nicht aufgeben und schnappte nach dem Arm.
Wütend grunzend zog sein Peiniger die Hand zurück, um ein Haar hätte die verfluchte Bestie ihm den kleinen Finger abgerissen.
Zornig  trat der Jäger nach dem Tier, das ihm gleich wieder die Zähne zeigte.
„Du verdammtes Biest“, schrie er.
Ein, zwei Blitze zuckten durch die Dunkelheit, begleitet von einem scharfen Knacken.
Die Wirkung des Elektroschockers zwang den Wolf zu Boden, die Pfote grausam verdreht im Tellereisen.
 „Verabschiede dich von deinen Zähnen.“ Sichtlich genoss er die Qualen seines Opfers, das schwer hechelnd zu seinen Stiefeln lag.
.Hasserfüllt blickte der Wolf seinen Schänder aus blutunterlaufenen Augen an, kampflos ergab er sich nicht dem Tod. Leise drohend knurrte er, und ignorierte den glühenden Schmerz, der seine Eingeweide zu zerreißen schien.
Seine empfindliche Nase nahm die Witterung von verbranntem Tabak auf und einen Augenblick später fraß sich die Glut einen heißen Weg in die Schleimhäute. Der Wolf jaulte auf und sein Leid wurde vom hämischen Lachen seiner Peiniger quittiert.
„Zeig es ihm“, rief eine Stimme aus der Dunkelheit.
„Der wird um seinen Tod betteln“, stimmte ein anderer zu.
Einige der Kerle gafften mit beinahe wollüstiger Freude am Quälen, der Rest des etwa fünfzehn Mann starken Trupps starrte betreten in die alles verdeckende Dunkelheit des Bodens.
„Pass auf, du bekommst noch einen Steifen“, kicherte jemand. Der Jäger erhob sich und ließ die Stiefelspitze in den Leib seines Opfers fahren. Knackend brach eine Rippe.
„Den Steifen hebe ich mir für die weiße Wölfin auf. Die Königin dieser verdammten Brut. Ich werde ihr meine Lanze bis zum Anschlag reinrammen.“ Obszön schob er den Unterleib vor.
Seine Kumpane lachten unflätig.
Er beugte sich nieder und öffnete die schweren Bügel des Tellereisens, ein Vorgang, der einiges an Körperkraft abverlangte. Diese Art von Falle war schon seit einigen Jahren offiziell verboten, doch die Bruderschaft hatte ihre eigenen Gesetze. Die Menschen wären ihnen dankbar gewesen, hätten sie gewusst, welche Art von Wild damit zur Strecke gebracht wurde.
Der Wolf kniff schwach in die Hand. Seine Reißzähne waren kaum zu spüren.
Wütend sprang der Jäger auf und ließ die Spitze seiner eisenbeschlagenen Stiefel in den Körper des geschundenen Tieres fahren. Der Wolf schrie auf, als seine Rippen mit einem dumpfen Geräusch brachen.
Einigen der Jäger lief ein kalter Schauer über den Rücken. Ihr Kamerad war eindeutig zu weit gegangen und dennoch wagte niemand zu widersprechen. Die Hierarchie in der Bruderschaft war streng geregelt.
„Bindet ihm die Pfoten zusammen und du, bring mir die Lanze, Junge“, wandte sich der Jäger an einen neben ihm stehenden jungen Burschen, der hart würgend darum kämpfte, nicht den Inhalt seines Magens von sich zu geben.
„Ich werde der Bestie noch ein paar zusätzliche Löcher bohren, ehe ich sie in die Hölle zurück schicke, aus der sie kommt.“ Er spuckte aus.
„Wir sollten auf den Seneschall warten“, presste der Junge schüchtern hervor.
„Er ist nicht da“, donnerte die knappe Antwort auf ihn hinab.
„Aber …er ist der Boss“, wagte der Junge zu stammeln.
Schmerzhaft krallten sich die kurzen, dicken Finger in seinen linken Oberarm. Erst tags zuvor hatte er in einer feierlichen Zeremonie das Mal der Bruderschaft erhalten und nahm nun an seiner ersten Jagd teil.
Langsam hob er den Blick, die Kegel der Taschenlampen glitten über den am Boden sterbenden Wolf und beschienen den jungen Jäger und seinen Mentor.
Ihre Kameraden beobachteten mit angehaltenem Atem, der Bursche war mutig oder wahnsinnig. Befehle wurden ohne zu hinterfragen ausgeführt und man hoffte, sich mit der Zeit hochzuarbeiten.
Auch in der Bruderschaft, die streng darauf achtete, Jäger nur aus ihren Reihen zu rekrutieren, gab es niedrige Kreaturen, die auf abartige Weise, die ihnen verfügbare Macht demonstrierten.
Der Jäger schlug dem Jungen die Faust an den Kopf, sodass er hart zu Boden ging. „Glaube nicht, dass das Zeichen dich schon zu einem von uns macht, Jüngelchen. Den Respekt der Bruderschaft musst du dir erst verdienen und jetzt hol mir die Lanze.“
Er stieß den Jungen von sich.
Die Dunkelheit überdeckte sein boshaftes Grinsen, fast schon sexuell befriedigt sah er dem Jungen nach, als dieser mit den Schatten verschmolz, das gewünschte Objekt zu bringen.
Der Jäger kniete sich neben den Wolf, der nur noch ganz flach atmete. Eine der gebrochenen Rippen hatte sich in seine Lungen gebohrt. Blut tröpfelte in dünnem Rinnsal aus der Schnauze und dem Maul.
Als der Junge zurückkam, lag der Wolf mit gefesselten Pfoten auf der Seite und atmete kaum noch. Zwei der Brüder fällten einen jungen Baum, während andere ein Feuer anfachten.
Der Schein der Flammen schien auf den Wolf, innerhalb kurzer Zeit war sein seidiges Fell stumpf geworden. Es war nunmehr der Pelz eines sterbenden Tieres.
Die Flöhe strömten schon von dem noch warmen Körper, der sich erbittert an die letzten Reste seines Lebens klammerte
„Was habt ihr vor?“, fragte der Junge, Schreckliches ahnend.
„Dein haariger Kumpel friert. Es ist ja auch so kalt“, bekam er zur Antwort. „Wir werden ihm ein wenig Wärme verschaffen.“
Der Junge rammte die silberne Spitze der Lanze in den weichen Waldboden. „Wir sollen sie von ihrem Leid erlösen und nicht noch mehr zufügen“, widersprach er. Das Blut war ihm ins Gesicht geschossen, dass seine Kopfhaut brannte.
„Das sind Monster“, raunte ihm jemand zu. „Die werden noch zu freundlich behandelt.“
„Trotzdem, verdienen sie nicht…“
„Halt’s Maul“, wurde er angebrüllt. „Du bist ein Pfaffe und du bleibst ein Pfaffe. Geh zurück in deine Kirche.“
Der Baum war gefällt und wurde dem Wolf unter die gebundenen Pfoten gezogen, zwei der Brüder stemmten ihn hoch und legten ihn auf ein Konstrukt über dem Feuer. Die Flammen züngelten nach dem Fell und der beißende Geruch versengter Haare lag in der Luft.
Trotz der Schmerzen, die ihn halb wahnsinnig machten, begann das Tier in seinen Fesseln zu zappeln und dem brennenden Schmerz zu entkommen.
„Schön drehen“, hörte er die Stimme des Mannes, der ihn zuvor gequält hatte. In den Augenwinkeln sah er flüchtig die orangene Glut einer Zigarette.
„Jetzt fehlt nur noch ein Bier zum Schwenker“, lachte jemand.
„Typisch Saarländer.“
Es geschah so rasch, dass er es nur als einen scharfen Windzug spürte und lag im selben Moment auf dem Boden. Die Zigarette glomm noch zwischen dem fauligen Laub, die Lanze steckte im Unterarm des Jägers und hielt ihn am Boden fest, dessen Feuchte langsam wie Wegschnecken durch den dicken Stoff seiner Kleidung kroch.
Erschrocken starrte er hoch und brauchte kein Licht, um zu wissen, wer ihn so hart zu Boden gebracht hatte.
„Herr .. ah …ähm“, er stammelte wie der Junge zuvor.
„Ich sagte, sie werden nicht gefoltert“, die Stimme über dem Jäger war ein eisiges Zischen.
„Also, die Junge …“, versuchte er sich zu entschuldigen.
„Schweig!“, die Stimme in der Dunkelheit duldete keinen Widerspruch. „Erwische ich dich noch ein einziges Mal, wirst du den Platz mit ihm tauschen.“
In der Luft hing der Geruch verbrannten Fleisches, der Wolf jammerte in seiner Qual. Der Schatten riss die Lanze aus dem Boden und beendete die Qualen des Tieres mit einem festen, harten Stoß.
 
Auf einer kleinen Anhöhe stand die weiße Wölfin, ihre Rute strich sacht über den Boden. Sie legte den Kopf in den Nacken und gab einen langen Klagelaut von sich. Das Rudel antwortete.
Der Mond verbarg sich hinter einer dunklen Wolke und hüllte die Saarschleife in einen dunklen Mantel des Schweigens.
 
 

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Beitrag #2 |

RE: Nyctophilia - 2. Kapitel
Hallo Persephone,

ich glaube, wir hatten noch nicht das Vergnügen miteinander, deshalb "na hallo erstmal" (he, was das? Wieso macht der Editor das erste Anführungszeichen oben? Hab' jetzt gerade keine Lust, mich mit dem Quatsch auseinanderzusetzen, das hält auf beim Kommentieren Icon_cool )
Ich bin eher ein schwieriger Leser, die meisten Geschichten lege ich nach den ersten Absätzen weg, wenn sie mich nicht fesseln können. Ich habe Deine bis hierher gelesen und auch die Kommentare dazu, die Du ja schon reichlich bekommen hast, deshalb gibt es von mir eher zusammenfassende Anmerkungen. Ich bin ein großer Fantasyfan der ersten Stunde, bin eher genervt von der Fantasyschwemme, die danach einsetzte mit den immer gleichen Motiven, Charakteren, Handlung, die gleicht wie ein Ei dem anderen - klar gibt es Ausnahmen, aber die sind nach wie vor schwer zu finden.
Werwölfe ist so gar nicht meins, deshalb habe ich damit auch null Erfahrung, weil nie gelesen. Ich habe aber durchaus eine Wolfsgeschichte im Kopf, nämlich die von Game Of Thrones, in der meisterhaft die langsame Verwandlung eines Jungen in einen Schattenwolf erzählt wird.
In der Gesamtschau Deiner drei Teile passt für mich einiges nicht zusammen:
Der Schreibstil: Der erste Teil liest sich sehr hakelig durch die vielen Adjektive, dabei hast Du eigentlich (wenn auch klischeebehaftet) eine inhaltliche Vorlage, die durchaus spannend geschrieben werden kann. Meines Erachtens nach vergibst Du die Chance aber, weil Du mich als Leser nicht wirklich in die Gefühlswelt dieser Frau hineinlässt. Sie bleibt zu farblos und anonym.
Auch dieses Bündel würde ich so nicht schreiben, so denkt eine Mutter niemals von ihrem Kind, wenn sie es liebt. Es ist ihr Baby, ihre Tochter. Vielleicht hat sie keinen Namen bekommen, weil die Mutter die Bindung nicht zu stark werden lassen will, was eine Qual bedeutet und den Character viel spannender machen würde. Ich würde diese Szene konsequent aus dem Blickwinkel der Mutter schreiben, mit all der Dramatik, die ihre Situation mit sich bringt: Sie ist durchnässt, hat Angst, ist voller Trauer, entsetzt über ihre eigene Tat, verzweifelt, ihr ist mulmig zumute... Das würde ich durch ihre Handlung zum Ausdruck bringen ( nicht durch Adjektive sondern Verben). Ich beschäftige mich gerade selber damit, die Adjektivitis weitestgehend abzustellen und mir hat dieser Autor dabei sehr geholfen: Deutsch-Stilkunde
Das zweite Kapitel finde ich zu wenig auf den Punkt gebracht. Die Szene wirkt auf mich eher langweilig, erst die Erwähnung der Werwölfin lässt mich aufhorchen.
Was mir sofort negativ aufgefallen ist, ist die Bezeichnung Barkeeper: Hey, ich bin im Saarland, nicht in Amiland. Zumal eine Bar in Deutschland sich immer im Rotlichtmilieu ansiedelt, anders als in Italien, wo Bar schlichtweg ein Laden ist, wo man seinen Cappuccino oder Bier trinkt. Ich denke, die beiden befinden sich eher in einem Bistro, Restaurant, Kneipe oder eine Mischung von Allem Icon_wink
Die Szene mit dem Typ, der Lydia auffängt, finde ich unglaubwürdig, schließlich habe ich zwei gestandene Frauen vor mir, die schon einiges geleistet haben in ihrem Leben. Wenn Lydia hier wirklich reagiert wie ein schüchterner Teenager, dann würde ich sie sich hinterher darüber ärgern lassen, oder es ihr peinlich sein lassen - sie muss sich ja vorkommen wie ein Depp: Da trifft sie einen interessanten Mann, stolpert vor seinen Augen und benimmt sich dann auch noch naiv.
Ich würde Delphines Problem mit ihrem zukünftigen Mann viel stärker herausarbeiten. Du hast in einer Kommentarantwort geschrieben, dass Delphine eigentlich kein Problem damit hat, ein Werwolf zu sein, aber das glaube ich leider nicht. Hier ist schonmal eins, und das ist ziemlich schwerwiegend. Und das wird nicht das einzige Problem sein: Dadurch, dass andere ein Problem mit Werwölfen haben, macht natürlich ihr ganzes Leben problematisch. Sie ist anders und Anderssein bedeutet meistens Ausgrenzung in irgendeiner Form in unserer Gesellschaft. Den Namen Delphine finde ich übrigens wunderschön, und natürlich ist das ein Allerweltsname und nichts ungewöhnliches - höchstens im konservativen Deutschland Mrgreen . Leider ist, wie gesagt, Deine Delphine für mich unglaubwürdig, so wie Du sie beschreibst.
Das zweite Kapitel fällt für mich völlig aus dem Rahmen: Es liest sich viel besser als die beiden vorhergehenden, aber inhaltlich versetzt es mich in eine völlig andere Zeit. Das passt nicht zusammen: Ein modernes Lokal an der Saar und Pumps, und plötzlich diese bauerntölpelhafte Bruderschaft, die agiert, als wenn sie frisch dem Mittelalter entsprungen sind. Falls Du genau das beabsichtigst, solltest Du das deutlich machen, damit ich als Leser weiß, wo ich mich eigentlich befinde.
Auch ist mir die Perspektive hier nicht klar: Zunächst bin ich im Kopf der Wölfin, dann habe ich überlesen, dass es gar nicht sie ist, die da in die Falle tappt.
Den Sinn dieser ganzen Szene verstehe ich nicht: Willst Du zeigen, dass die Wölfe gejagt werden oder willst Du die grenzenlose Dummheit der Menschen beschreiben? Ich würde übrigens Deine Einleitung weglassen, die Leser unter 16 Jahren vom lesen abhalten soll (völlig sinnlos, außerdem ist jeder Tatort brutal und viele Filme noch brutaler, die die Kids schon längst gesehen haben).
Klar weiß ich nicht, was da noch kommt, aber hier argwöhne ich einfach mal, dass diese Szene überflüssig ist. Du nennst die Charaktere nicht beim Namen, ich gehe davon aus, dass sie in der weiteren Geschichte keine Rolle spielen. Es ist eine Szene ohne Sinn und Verstand, in der ich nicht den leisesten Bezug zu irgendeinem der Handelnden bekomme: Nur Abscheu und Stumpfsinn und das ist mir einfach zuwider.
Leider bringt mir da auch die weiße Wölfin nichts, denn sie ist passiv und somit ziemlich uninteressant.
Ich habe noch eine Anmerkung zu Prologen: Irgendwie ist jeder davon überzeugt, dass man eine solche Einleitung schreiben muss, und ich tue das tatsächlich auch. Aber ein Prolog macht keinen Sinn, wenn ich in den Kapiteln danach keinen Bezug dazu habe, er also ziemlich alleine dasteht. Weil ich spätestens nach dem zweiten Schauplatzwechsel einfach vergessen habe, was darin steht und zurückblättern muss, falls dann plötzlich irgendeine Information daraus wichtig wird.
Liebe Persephone, ich war hoffentlich nicht zu streng, nimm dies als Anregung und zur Überprüfung um klar zu sehen, was Du machen willst und dann mach es so, wie Du es magst.

Liebe Grüße von slainte music


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Beitrag #3 |

RE: Nyctophilia - 2. Kapitel
Hallo Slainte,

Vielen herzlichen Dank, dass du dir die Mühe gemacht und bis hierhin lesen kannst. Du warst überhaupt nicht streng mit mir, sondern hast ehrlich deine Meinung gesagt, wie es sich gehört. Wenn ich als Autor meine Werke veröffentliche, muss ich auch damit umgehen können, dass Leute sagen "Nee, geht gar nicht!" Die Geschmäcker sind verschieden, ich habe selbst ja auch schon Bestseller von Berufsautoren gelesen und dachte mir nur "wat ein Schiet." 

Auf jeden Fall hat mich deine Kritik weitergebracht, das mit den Verben werde ich auf alle Fälle so überarbeiten, danke für den Tipp  Icon_bussi

Zitat:Werwölfe ist so gar nicht meins, deshalb habe ich damit auch null Erfahrung, weil nie gelesen. 
Ich liebe Fantasy über alles, schreibe hauptsächlich in diesem Genre und auch Werwölfe und Vampire. Mir ging halt hauptsächlich auf den Zeiger, dass in vielen Werwolfgeschichten der Werwolf immer ein Problem damit hatte und ich fragte mich: Warum denn? Vielleicht gibt es ja auch Werwölfe, die das absolut toll finden, also mir würde es gefallen. Zu Delphine ist zu sagen, sie ist als Werwolf geboren worden und lebt damit schon ihr ganzes Leben lang (Ich kann mich noch nicht entscheiden ob sie genau 30 oder 30 + ist  Icon_confused) und da sie ja keinen Zwang hat, sich zu verwandeln oder Schmerzen dabei, ist das völlig ok für sie. Ihre Probleme mit ihrem Werwolf Dasein kommen noch, aber in anderer Form. 

Zitat:Die Szene mit dem Typ, der Lydia auffängt, finde ich unglaubwürdig, schließlich habe ich zwei gestandene Frauen vor mir, die schon einiges geleistet haben in ihrem Leben. Wenn Lydia hier wirklich reagiert wie ein schüchterner Teenager, dann würde ich sie sich hinterher darüber ärgern lassen, oder es ihr peinlich sein lassen - sie muss sich ja vorkommen wie ein Depp: Da trifft sie einen interessanten Mann, stolpert vor seinen Augen und benimmt sich dann auch noch naiv.
Das wrede ich noch umarbeiten, aber sie ist auf den ersten Blick verliebt es macht bumm und deswegen bleibt ihr die Luft weg, würde mir auch bei solch einem tollen Mannsbild  Icon_smile

Barkeeper sagt man doch auch im Deutschen?  Icon_confused Ich dachte da hauptsächlich an eine Cocktailbar, obwohl, das passt nicht für das Bites. Ich muss mir das was überlegen. 

Zitat:Das zweite Kapitel fällt für mich völlig aus dem Rahmen: Es liest sich viel besser als die beiden vorhergehenden, aber inhaltlich versetzt es mich in eine völlig andere Zeit. Das passt nicht zusammen: Ein modernes Lokal an der Saar und Pumps, und plötzlich diese bauerntölpelhafte Bruderschaft, die agiert, als wenn sie frisch dem Mittelalter entsprungen sind. Falls Du genau das beabsichtigst, solltest Du das deutlich machen, damit ich als Leser weiß, wo ich mich eigentlich befinde.
Erfolgserlebnis  Icon_jump Icon_jump Icon_jump das ist die unermüdliche Arbeit des Forums, denn eure Kritiken bringen mich immer auf Ideen. Die Bruderschaft kam mir jetzt nicht so tölpelhaft vor und das mit den Namen, da war ich im Dilemma: Da schon Namen, ja oder nein? Weil die natürlich auch noch eine Rolle spielen werden.  Icon_confused

Zitat:Es ist eine Szene ohne Sinn und Verstand, in der ich nicht den leisesten Bezug zu irgendeinem der Handelnden bekomme: Nur Abscheu und Stumpfsinn und das ist mir einfach zuwider.

Leider bringt mir da auch die weiße Wölfin nichts, denn sie ist passiv und somit ziemlich uninteressant.
Die Wölfin steht auf einer Anhöhe und beobachtet das alles, hilflos und kann nichts tun, weil sie die Nächste wäre und ja, sie jagen Wölfe, eine besondere Art von Wölfen. 

Zitat:Ich würde übrigens Deine Einleitung weglassen, die Leser unter 16 Jahren vom lesen abhalten soll (völlig sinnlos, außerdem ist jeder Tatort brutal und viele Filme noch brutaler, die die Kids schon längst gesehen haben).
Ursprünglich wollte ich sogar das Alter auf 18 hochsetzen, da ich mir keinen Ärger mit den Admins wegen Kinderschutz und so einhandeln wollte. Vielleicht sollten wir da mal jemand dazu befragen, der sich besser auskennt.  Icon_confused

Wie gesagt, ich kann es nicht jedem recht machen, auch wenn ich dich nicht so ganz überzeugen konnte, hast du mir doch sehr weitergeholfen.

Bis dahin viele Grüße Persephone

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Beitrag #4 |

RE: Nyctophilia - 2. Kapitel
Hallo Persephone, ich bin es nochmal Icon_smile 

Zitat:Warum denn? Vielleicht gibt es ja auch Werwölfe, die das absolut toll finden, also mir würde es gefallen.


Es ist ein Widerspruch, den Du da eingebaut hast: Sie hat kein Problem damit, aber ihr Umfeld. Was ja deutlich dadurch wird, dass Wölfe gejagt werden. Vielleicht kannst Du sie in ein Umfeld versetzen, in dem es normal ist, dass Werwölfe unter "normalen" Menschen leben, und nur diese Bruderschaft eben anders denkt und Wölfe jagt. Dann ist es als Leser leichter zu akzeptieren.

Zitat:Barkeeper sagt man doch auch im Deutschen?  [Bild: icon_confused.gif] Ich dachte da hauptsächlich an eine Cocktailbar, obwohl, das passt nicht für das Bites. Ich muss mir das was überlegen.
Warum nicht einfach Barmann? "Oder der Mann hinter der Bar". Mein Wörterbuch sagt auch noch Kneipenwirt, Schankwirt, Schankkellner, Barbesitzer. Okay, die Arbeitsamtseite erzählt mir, dass der Beruf Barkeeper auch in Deutschland so heißt, einschließlich Cocktailmixer. Hier im Norden würde das keiner sagen, aber vielleicht ist es bei Dir ja anders.

Zitat:Die Bruderschaft kam mir jetzt nicht so tölpelhaft vor und das mit den Namen, da war ich im Dilemma: Da schon Namen, ja oder nein? Weil die natürlich auch noch eine Rolle spielen werden.

Diejenigen, die wichtig werden, solltest Du in jedem Fall beim Namen nennen. Und ich würde auch aus der entsprechenden Perspektive schreiben. Interessant ist immer die Perspektive desjenigen, der am Meisten zu verlieren hat. Du würdest damit diese Szene aufwerten, die ja wirklich scheußlich ist. Als Leser möchte ich eine Motivation dahinter sehen, einen Konflikt, den die Menschen da austragen. Auch der grausamste Mensch hat ein Motiv, ein Problem, was auch immer. Das kann interessant werden. Aber die Grausamkeit um der Grausamkeit Willen zu beschreiben ist einfach sehr flach.

Zitat:Die Wölfin steht auf einer Anhöhe und beobachtet das alles, hilflos und kann nichts tun, weil sie die Nächste wäre und ja, sie jagen Wölfe, eine besondere Art von Wölfen.

Das ist vollkommen klar. Aber ein Hauptchara, der nicht handelt, weil er nicht handeln kann, ist eben nicht wirklich spannend. Ich unterstelle gerade mal, dass sie ein Hauptchara ist. Deshalb ist das die Gelegenheit, ihre Widersacher vorzustellen Icon_smile .

Das sind alles nur Anregungen und Du musst nichts davon übernehmen. Es soll nur ein wenig dabei helfen, die Zweifel zu überwinden, die man beim Schreiben immer und immer wieder hat Icon_wink 
Liebe Grüße von slainte music


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Beitrag #5 |

RE: Nyctophilia - 2. Kapitel
Hallo Persephone.

Ich versteh es nicht ganz. Du hast den Prolog mit der Mutter, die ihr Kind abgibt. Dann die Szene in der Kneipe/Lokal/Restaurant, wo zwei Frauen sich darüber unterhalten, ob man dem zukünftigen Ehemann seine Wolfsaktivitäten irgendwie 'verkaufen' kann. Und jetzt - als dritte Szene - eine Jagd, die mit dem Fang und der Tötung eines Wolfes endet.

Alle drei Szenen scheinen sich meiner Meinung nach in der Gegenwart - und auch der gleichen Region - abzuspielen. Falls das nicht so sein soll, würde ich den Prolog etwas mehr an alten Begriffen beimischen, oder Begebenheiten, alte Gerätschaften, Kutschen etc., um hier eine andere Zeit anzuzeigen.

Versteh mich nicht falsch, man kann das so machen, aber man braucht da schon so etwas wie einen kleinen, miniaturisierten roten Faden drin, und hier sind das - bei Kapitel 1 und 2 - nur die Wölfe.
Vielleicht kann man die Handlung des zweiten Kapitels bereits unterschwellig - Bedrohung, Andeutungen - im ersten Einbauen, à la "Vor der Hochzeit muss ich mich allerdings noch um ein Problem kümmern". (Bei dem Punkt: Ich bleibe dabei Dir zu empfehlen, die Charaktere auszubauen und ihnen mehr Witz mitzugeben. Humor kann selbst in einer düsteren Geschichte vertiefend wirken, weil es einfach eine Eigenschaft ist, die demzufolge auch Menschen in sich haben, die manchmal ein paar Haare zuviel auf der Haut haben.)

Desweiteren würde ich 'Werwolf/Wolf' nicht explizit beim Namen nennen, beziehungsweise erwähnen. Im ersten Kapitel mit passiven Wortbeschreibungen zu agieren wäre mMn passender, da das zweite Kapitel da ja schon deutlicher wird und der Leser weiß, was gemeint war und ist.

(Abseits davon frage ich mich, wieso Du diese Schriftart gewählt hast.)

Abschließend zur Warnung und den teils drastischen Szenen: Ist soweit okay. Ich persönlich habe allerdings gemerkt, dass ich mich von Horrorelementen oder aktiven Darstellungen dieser Art innerlich entfernt habe. Ich seh es nicht mehr gerne, aber das hat seinen Grund nicht hier, sondern darin, dass man irgendwann, wenn man selbst 'krasse' Szenen wie Massaker schreiben muss, eine natürliche Abneigung dagegen entwickelt.

Zum Schreibstil selbst: Es liest sich flüssig und rund. Die am Anfang einzeln stehenden Sätze sind soweit okay, da sie die Dramatik unterstützen und vertiefen. Insgesamt passen auch die Dialoge, wobei ich natürlich noch nicht sagen kann, ob sie mit dem Rest der Geschichte auch kompatibel sind. (Andeutungen, versteckte Hinweise, etc.)

LGD.


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Beitrag #6 |

RE: Nyctophilia - 2. Kapitel
Hallo Slainte, hallo Dread

Entschuldigt bitte, wenn ich erst so spät antworte, aber mein hauptberuflicher Nebenjob  Mrgreen hat mir leider jetzt erst Zeit dazu gelassen, zu antworten. 

Ich gelobe hoch und heilig, das Kapitel zu überarbeiten, dabei eure Vorschläge zu berücksichtigen. 

@Slainte

Zitat:Vielleicht kannst Du sie in ein Umfeld versetzen, in dem es normal ist, dass Werwölfe unter "normalen" Menschen leben, und nur diese Bruderschaft eben anders denkt und Wölfe jagt. Dann ist es als Leser leichter zu akzeptieren.
 Gute Idee, werde mir Gedanken um die Umsetzung machen. Es ist so, dass die normalen Menschen nichts von den Werwölfen bzw Übernatürlichen wissen, sondern nur die Bruderschaft und ich spoilere mal ein bisschen, die jagen nicht nur Werwölfe, aber dazu mehr.

Ich werde die Jungs beim Namen nennen. Habe mir überlegt, dem jüngsten eine besondere Rolle zukommen zu lassen. Habe auch schon eine Idee, wie ich das mit den Namen umsetze, aber dazu muss ich ausführlich recherchieren.

Zitat:Das sind alles nur Anregungen und Du musst nichts davon übernehmen. Es soll nur ein wenig dabei helfen, die Zweifel zu überwinden, die man beim Schreiben immer und immer wieder hat 
 Du machst das sehr gut und ich bin auch froh drum, denn genau das ist mein Problem, allzu viel möchte ich zu Anfang nicht verraten, sonst wird es doch langweilig  Icon_smile
@Dread
Zitat:Desweiteren würde ich 'Werwolf/Wolf' nicht explizit beim Namen nennen, beziehungsweise erwähnen. Im ersten Kapitel mit passiven Wortbeschreibungen zu agieren wäre mMn passender, da das zweite Kapitel da ja schon deutlicher wird und der Leser weiß, was gemeint war und ist.

(Abseits davon frage ich mich, wieso Du diese Schriftart gewählt hast.)
 Ich werde das mit dem Werwolf im ersten Kapitel überarbeiten und habe auch schon eine lustige Idee dazu. 
Die Bruderschaft sind Gegenspieler der Übernatürlichen und diese Gruppe waren die rangniedrigen, deswegen habe ich das so brutal beschrieben. Vielleicht sollte ich es noch mal überarbeiten. Die unflätige Sprache wollte ich lassen, aber andererseits fand ich es mal toll, ,mich ein wenig austoben zu dürfen. Habe ich ja früher nie gemacht. Also, da überlege ich noch.
Ich werde im nächsten Kapitel alles zusammen fügen, sodass man Prolog ( da kommt eventuell auch ein Einschub, wenn mir etwas Gescheites einfällt), und die beiden Kapitel zusammen fügen kann.

Dread: Welche Schriftart? Ich habe da nichts geändert  Icon_confused


Euch beiden noch mal lieben Dank für eure Mühe und ich werde es achten, indem ich mir ganz viele Gedanken zur Überarbeitung mache..


Viele Grüße Persephone

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Beitrag #7 |

RE: Nyctophilia - 2. Kapitel
Hallo Persi,
 
auf geht’s zum zweiten Kapitel. Icon_smile
 
Zitat:Sie fletschte die scharfen Zähne, als ihr der frische Schweiß der Jäger in die Nüstern stob.
 
Ich weiß, dass es bei Pferden Nüstern heißt und frage mich gerade, ob es bei Wölfen auch so ist. Icon_confused Mir kommt es auf den ersten Blick komisch vor und hätte wahrscheinlich „Schnauze“ geschrieben, oder eben „Nase“:
 
Zitat:Noch schienen die Männer weit entfernt zu, doch ihre Gier nach Blut und Tod trieben sie immer näher an die Wölfin heran.
 
… entfernt zu sein. Noch eine Anmerkung, aber eher gefühlsmäßig. In den letzten Sätzen hast du was von Schweiß riechen und Lachen hören geschrieben. Das erweckt den Eindruck, als ob die „relativ“ nah wären. Aber hier schreibst du was von weit entfernt scheinen. Irgendwie passt das für mich nicht richtig zusammen, obwohl mir natürlich klar ist, dass die Wölfin super riechen und hören kann und sie deshalb die Männer frühzeitig wahrnehmen kann. Du könntest etwas von „schwach wahrnehmen/hören/riechen“ schreiben, damit die Männer auch für den Leser weit entfernt klingen. Oder du machst es anders und schreibst hier, dass sie schon viel zu nahe sind, oder so. Ansonsten machst du deine Wölfin damit auch ein bisschen unglaubwürdig, indem sie die Entfernungen scheinbar nicht richtig abschätzen kann. Icon_wink
 
Zitat:Sie stieß einen kurzen Laut aus, der wie ein scharfer Pfiff klang.
 
Ich bin relativ sicher, dass Wölfe nicht pfeiffen können.  Icon_wink Und auch, wenn wir hier in der Fantasy sind und sie wahrscheinlich nicht nur ein Wolf ist, dann muss sie sich trotzdem an die Gesetze und Grenzen ihrer wölfischen Gestalt halten. Lass sie doch ganz wölfisch heulen. Vielleicht in einem speziellen Ton, wenn du da was besonderes haben willst.
 
Zitat:Angesicht seiner Peiniger aufbäumte und mit aller Kraft von der Pein zu befreien suchte.
 
„Pein“ und „Peiniger“ klingt ziemlich ähnlich. Vielleicht: „Feinde“?
 
Zitat:Weder ein Riese und noch ein Monster, sondern nur ein Mensch
 
Über den Satz bin ich grade ein bisschen gestolpert, weil du die Menschen (aus Sicht des Wolfes) vorher weder als Riesen, noch als Monster bezeichnet hast. Wobei ich das sogar gut finden würde, dass er sie zunächst für Monster (oder Riesen) hält und dann eben erst bisschen später als Menschen identifiziert. Dann hättest du auch dieses „tierische“ Denken ein wenig umgesetzt.
 
Zitat:Er streckte den Arm aus und versuchte, das seidige Fell zu berühren.
Noch wollte er dieses Leben, dessen Ende schon besiegelt schien, nicht aufgeben und schnappte nach dem Arm.
 
Diese Stelle soll nur mal als Beispiel dienen. Ich finde du springst hier ziemlich oft in der Perspektive. Der eine Satz ist die Jäger-Perspektive, die andere des Wolfes. Zumal auch noch alles Männer sind, find ich ein wenig verwirrend, weil du ja nur „er“ schreibst. Spannend und interessant wäre es natürlich in der Perspektive des Wolfes zu bleiben, wie du das Kapitel ja auch begonnen hast. Er kann ja, ebenso wie es jetzt ist, dem Dialog der Männer lauschen und er sieht ja auch alles was sie tun.
 
Zitat:Seine empfindliche Nase nahm die Witterung von verbranntem Tabak
 
Ah schau, hier hast du es also auch als Nase bezeichnet. Ich würde das einheitlich gestalten, falls es dafür einen Spezialbegriff gibt , würde ich den nehmen. Icon_wink
 
Zitat:Ihr Kamerad war eindeutig zu weit gegangen und dennoch wagte niemand zu widersprechen. Die Hierarchie in der Bruderschaft war streng geregelt.
 
Das mit der Hierarchie ist hier ein wenig doppelt erklärt, denn wenn keiner wagt zu widersprechen, weiß man ja schon, dass er anscheinend der Anführer, oder zumindest eine Respektsperson ist. Deshalb könntest du das hier gut weglassen, da du ja auch schon eben erklärt hast, dass die Bruderschaft ihre eigenen Gesetzte hat, da muss man eh aufpassen, dass es nicht zuviel Erklärungen aufeinmal werden. Icon_wink
 
Zitat:Blut tröpfelte in dünnem Rinnsal aus der Schnauze und dem Maul.
 
Ist Schnauze und Maul nicht dasselbe?
 
Zitat:Es geschah so rasch, dass er es nur als einen scharfen Windzug spürte und lag im selben Moment auf dem Boden
 
Irgendwas stimmt mit dem Satz nicht. Am Ende fehlt glaube ich ein „er“, also: „… und schon lag er im selben Moment auf dem Boden.“
 
Ach je der arme Wolf. Da bin ich aber froh, dass er nicht mehr solange leiden musste, auch wenn ich mir relativ sicher bin, dass es nicht „nur“ Wölfe sind, sondern vielleicht Werwölfe oder Gestaltwandler, oder eben sowas.
Ich bin mir noch etwas uneins darüber, ob ich gut finden soll, dass du hier wieder einen neuen Handlungsstrang beginnst, oder nicht. Im Prolog ging es ja um die junge Mutter, die ihr Baby aussetzt, im ersten Kapitel um Lydia, die sich mit ihrer Freundin trifft. Da deine Kapitel eh nicht solange sind, ist es ja noch okay, aber im nächsten hätte ich dann doch ganz gerne mal einen roten Faden. Icon_wink
Ansonsten fand ich das Kapitel aber ganz gut. Die gruselige, düstere Stimmung hast du prima eingefangen, obwohl man das auch sicherlich noch ein bisschen mehr hätte ausreizen können. Nur eben das mit ständigen Perspektivenwechseln hat mich hier etwas gestört, wie ich schon oben versucht habe zu erklären, aber gegen Ende des Kapitels wurde das besser, weil du hier nur bei den Jägern bleibst.

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #8 |

RE: Nyctophilia - 2. Kapitel
Hallo Lady,

Tausend Dank für deine konstruktive Kritik. Da ich diese Geschichte ohnehin komplett überarbeiten wollte, hilft mir das sehr und ich werde es komplett aus Sicht der weißen Wölfin schreiben.  

Liebe Grüße und danke für deine Hilfe

Persephone

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