Es ist: 13-06-2021, 08:28
Es ist: 13-06-2021, 08:28 Hallo, Gast! (Registrieren)


Sechs Tage
Beitrag #1 |

Sechs Tage
Hallo zusammen und einen schönen Rest-Vierten-Advent.

Aufgrund der Tatsache, dass mir etwas fehlt, habe ich mich zu diesem Schritt entschlossen. Und natürlich weil ichs kann.
Da das große Vorbild hier allerdings fehlt, kann es über eine Improvisation nicht hinausgehen, wobei ich mich schon freuen würde, wenn jemand sich daran beteiligen möchte. (Egal ob in Form von Anekdoten, Gedichten, Rezepten oder Empfehlungen.)

Starten wir bei Minus sechs:

Weihnachten steht vor der Tür, und irgendwie fehlt nicht nur der Schnee mit seinen Männern, sondern auch die Besinnlichkeit dafür. Für diejenigen, die an der am 23.12. beginnenden Hetzjagd auf die letzten Geschenke nicht mitmachen wollen und verzweifelt nach Ideen suchen, ein paar Tips:

1.) Ruhe bewahren. Sind noch fünf Tage.
2.) Kalender von 2017 jetzt schon aufhängen und den Schieber auf den 01.01. stellen.
3.) Auf die kleinen Äußerungen der zu Beschenkenden achten, zur Not Wohnungen verwanzen und Richtmikrofone benutzen.
4.) Für Leidenschaften, für die dieses Forum gebaut wurde, kann man sich Anregungen hier holen. *klick*

Allerdings gibt es immer noch Sachen, die falsch gemacht werden und die ich schonungslos aufdecken muss: *klick*

LGD.


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Beitrag #2 |

RE: Sechs Tage
Icon_ugly Icon_ugly Icon_ugly 

Geschenke! 
Wir machen am 24. ein großes Essen für alle, die kommen mögen. Geschenke gibt's nicht mehr.
Spätabends sind alle wieder weg. Dann herrscht zwei Tage Ruhe. Keine Verwandtenbesuche - die wohnen alle viel zu weit weg. Zeit. Ruhe!
Ich war einmal dieses Jahr Dienstag vormittag auf dem Mittelaltermarkt - zum Met trinken. Völlig entspannt, fast keiner da, kein Stress. Ich meide die Konsumtempel wie die Pest. Über das ganze Jahr verteilt. Aber zu Weihnachten besonders. Es gibt für mich nichts ätzenderes im täglichen Leben als einkaufen zu gehen. Wenn ich es doch mal muss, dann muss es für mindestens eine Woche reichen, damit ich mir nicht noch mehr Tage versaue.
Ich wünsche allen, die Kinder haben und deshalb nicht ganz aus diesem Stress rauskommen trotzdem eine schöne Zeit. Es wird besser irgendwann, wenn die Kiddies groß sind - aber man muss auch ein wenig dafür tun, nämlich allen klarmachen, dass man keinen Bock auf den ganzen Kram hat.
Bei mir hat das prima funktioniert. Alle sind glücklich damit.

Ich empfehle als Geschenk (wenn man eins braucht) einen schönen alten Flipperautomat für alle zusammen. Fördert die Gemeinschaft und macht Spaß.

Liebe Grüße von slainte music


Mich kann man nicht komprimieren!

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Beitrag #3 |

RE: Sechs Tage
Heute ist Tag der traditionell magischen Zahlen: 3, 7, 12.
Zwei der drei sind Primzahlen.

Es sind noch drei Tage. Oder sieben. Je nach Zählung. Die Familienpflicht dazwischen ist in den letzten Jahren nur noch eine Last. Die Schwiegerfamilie ist komisch und meine eigene Familie fährt über Weihnachten zu Freunden die nicht Coco heißen.

Drei Tage bis zur Anfahrt.
Sieben bis zum Start.
Zwölf bis zum Tag des Schmerzes.

Drei
In drei Tagen fahre ich nach Hamburg hoch. Zum ersten Mal will ich den "Chaos Communication Congress" nicht nur besuchen und hinterher abreißen, sondern schon beim Aufbau helfen. Ein riesiges Haus voller normaler Leute - einmal im Jahr braucht man das einfach.

Sieben
Leider ist mein Vogel-Sitter über die Feiertage weg, so dass ich noch mal nach Hause muss. Das bringt mich in die Verlegenheit, mit meinem Freund bei seiner Familie zu feier... also, still leidend mitzulaufen. Aber mit Ende der schockharmonischen Scheinheiligkeit fahren wir zusammen wieder nach Hamburg, es ist Tag 0 der Chaos-Zeitrechnung. Die Woche, auf die man das ganze Jahr wartet, erwartet uns.

Zwölf
In Zwölf Tagen endet das Jahr. Ich bewaffne mich mit Ohropax und Kopfhörern. Stecke todesmutig den Schlüssel meiner auswärts feiernden Vogel-Sitterin ein. Werfe mir vorbeugend Schmerztabletten in den Hals. Wage mich auf die Straße.
Mit etwas Glück komme ich an, ohne mit Feuerwerk beworfen zu werden. Nun werde ich ihre Kaninchen füttern und streicheln, bis die Zivilversager da draußen ihren Krieg gegen den Kalender ausgefochten haben.

Morgen sind es zwei Tage. Oder sechs oder elf. Je nach Zählung 2, 6, 11.
Zwei der drei sind Primzahlen.

Übermorgen ist es ein Tag. Oder fünf oder zehn.  1, 5, 10.
Zwei der drei sind ... Moment, ist 1 eine Primzahl?


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Beitrag #4 |

RE: Sechs Tage
Hallo slainte und coco - und danke für eure Beiträge.

Und auf zu Minus 5.

Ich muss leider zugeben, dass das hier spät kommt, aber nicht minder herzlich gemeint ist. Da ich ebenfalls keine Lady bin oder vom blauen Mond komme, unbegrenzt Attachements zur Verfügung habe und somit schöne verschneite Bilder präsentieren kann, muss ich das anders hinbekommen. Also erstmal keine Gedichte, Geschichten oder Kekse.

Zu allererst für alle Geschenkesuchenden, die immer noch nichts gefunden haben:
->Ruhe bewahren, es sind noch fünf Tage. Icon_wink

Nun, einige Anregungen für Geschenkideen gibt es durchaus noch, beispielsweise die neue Muppetshow, die ich hervorragend finde. Hier der entsprechende Link dazu: *klick*

Falls man stolzer Katzenbesitzer ist - oder ..., nunja, Dosenöffner - kann man zur Belustigung der Herrschaften natürlich auch denen ein besonderes Geschenk machen, beispielsweise dieses hier: *klick*
(Danach sieht die Wohnung allerdings etwas ramponiert aus.)

Für alle, die schon Bestsellerautoren (mit Millionenauflagen) sind, einen BMW fahren, vorzugsweise eines E90/91/92/93, und die schon lange wissen möchten, wie warm der Motor eigentlich wird, oder wie hoch die Stromspannung ist oder wann bei Dieselfahrzeugen die automatische Regeneration des DPF ansteht, wenn sie von einem Buchtermin zum nächsten fahren, hier dieses kleine Anekdötchen: *klick*


Zum Schluss muss ich noch einen kleinen Patzer beim gestrigen Minus Sechs gestehen. Denn dort habe ich auf die Rezensionen des Novembes verlinkt. Ich möchte natürlich die Arbeit der Kollegen auf der Hauptseite unterstützen, daher hier der richtige Link für die Geschenktipps: *klick*

(Wobei ich den Flipperautomaten durchaus empfehlen kann, den slainte vorschlug.)

Abgesehen davon ist heute wirklich ein bedenkenswerter Tag, denn heute vor zehn Jahren, am 19.12.2006 habe ich mich (in einem anderen Forum) angemeldet und aktiv zu schreiben begonnen. Unwichtig, ja, aber vielleicht kann man ja schreibbegeisterten Menschen eine kleine Visitenkarte des Forums zukommen lassen. Garniert mit Sprüchen wie: Da Du ja schon so fantastisch schreiben kannst ... Oder: Die Welt muss einfach von Deinem Talent wissen!
Mrgreen

(An dieser Stelle stelle man sich ein Bild mit einer verschneiten Landschaft vor, das durch die ersten Sonnenstrahlen des Tages begrüßt wird.)

Bis morgen.

LGD.


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Beitrag #5 |

RE: Sechs Tage
(19-12-2016, 21:12)Dreadnoughts schrieb: Also erstmal keine Gedichte, Geschichten oder Kekse.

Keine Kekse? Dann eben Fettkuller!

Gestern besuchte ich eine alternativen, nicht-kommerziellen Weihnachtsmarkt. Dort gab es einen Stand der hipsterige Hanfprodukte verkaufte, um Geld zusammeln für den "Kampf für die Legalisierung". Es gab auch einen Stand von naiv-gutmütigen Jugendlichen, die Kekse und Papiersterne verkauften, um davon Bäume zu pflanzen.
Der Infostand der Veganer verkaufte gar nichts, verteilte aber Zettel mit tollen Rezepten. Dieses hier sieht so einfach aus, dass ich es ausprobieren werde, sobald ich nach der Feierpflicht wieder Fett sehen kann:



  • 200g Schokolade
  • 150g Margarine
  • 50g Puderzucken
  • 125g gehackte Mandeln
  • 2 EL Rum
  • Kakaopulver oder Kokosflocken

Die Schokolade in einem Topf schmelzen. Margarine, Zucker, Mandeln und Rum unter ständigem Rühren zuführen. Wenn eine homogene Masse entstanden ist, für einige Stunden im Kühlschrank durchkühlen lassen. Kleine Kugeln formen, diese in Kakao oder Kokosflocken wälzen.



Der bio-vegan-fairtrade-Kakao vom Stand nebenan war übrigens verbrannt und lauwarm. Aber der Palettengarten, um den herum alles stattfand, ist seit meinem letzten Besuch ansehnlich gewachsen.


Viel Spaß!


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Beitrag #6 |

RE: Sechs Tage
Guten Abend allerseits. Und auf zu Minus 4. (Wobei ich gestehen muss, dass ich nicht weiß, inwieweit ich das hier noch weiterbetreiben kann, da das reale Leben aufgrund der Situation Gefälligkeiten von mir verlangt, denen ich mich nicht entziehen will.)

Aber erstmal auf zu Minus 4. Und auch heute wieder die Anmerkung: Keine Panik, es sind noch vier Tage.

Und wenn Coco darauf besteht: auf zu Keksen.
Genauergesagt, alten Keksen, die einfach lecker sind. Dazu nehme man das Folgende:

1.) Das Hausbuch für die deutsche Familie von 1950, herausgegeben vom Bundesverband der deutschen Standesbeamten. (Mit einem Extra-Vorwort von Dr. K. Schäfer über das Recht der Ehe und Familie, falls es unter uns Juristen gibt, die kochen/backen können. Solls ja geben.)

2.) Man schlage Seite 300 auf. (Und nicht 296, wo es um Gerührten Gugelhopf und Quarkstollen geht.)

3.) Ganz wichtig für Juristen: Lesen, was dort wirklich steht.
- Spritzgebackenes
- 150 g Butter
- 150 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 2 Eier
- 500 g Mehl
- 1 Päckchen Dr. Oetkers Backpulver (Dr. Oetker gabs da schon?)

Wenn man dann alle Zutaten hat, inklusive Dr. Oetker, also seinem Pulver, dann kann man damit anfangen sich körperlich zu betätigen. Und das geht so:

- Ärmel hochkrempeln.

- Hände waschen!

- Aus den angegebenen Zutaten einen gerührten Teig zubereiten und ihn eine Stunde in der Kälte ruhen lassen. (Damit ist auch das Naschen verneint!)

- 1950 hat man danach eine Backspritze verwendet, im Hause Noughts nimmt man dafür - was sonst - einen Fleischwolf, dreht den Teig da durch und formt kleine längliche teigige Kekse. (Ist kraftzehrend, aber dafür baut man im Vorfeld die Kalorien ab, die man sich nachher wieder drauf futtert. Ist also keine Win-Win-Situation, eher Null-Null. Aber gut.)

- Danach ab in den Ofen, je nach Menge 15 bis 20 Minuten. (Muss man mal öfters reinschauen, ist dort sowieso ein besseres Programm als in der Flimmerkiste.)

- Anschließend werden alle fein säuberlich wie braungebrannte Leichen nebeneinander aufs Backblech gelegt und mit - jetzt kommts - Schokoladenglasur verziert. (Variante ibi: Tröpfchenweise. Variante D.: Mindestens zwei Drittel der Kekse mit Schokolade DICK überziehen. Mrgreen   )

- Dann auf der Zunge zergehen lassen, wenns schmeckt, alle Kekse in eine große Dose (oder was auch immer) und vor der Verwandschaft verstecken. (Wenn nix da ist, gehense sowieso schnell wieder.) Icon_wink

Viel Spaß beim Ausprobieren und Naschen. Und nicht vergessen, gemäß EU-Irgendwas-Verordnung muss ich hier auch darauf aufmerksam machen, dass Schokolade total schädlich ist. (Und genauso lecker.)

LGD.


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Beitrag #7 |

RE: Sechs Tage
Was gibt es morgen?
Mehr Licht!

Wer an mieser Laune, Müdigkeit oder Vitamin-D-Mandel leidet, hat es in einer Stunde geschafft. Denn heute um 11:44 Uhr findet über unseren Köpfen und um uns herum ein lang erwartetes Event statt: Die Wintersonnenwende!
Das Wetter ist gnädig, zumindest hier sieht man den Star: Die Sonne!

In knapp einer Stunde wird sie ihren Tiefpunkt erleben. Wir ollen Gaffer können live dabei sein, wie die wintermüde Sonne sich auf ihren tiefsten Höchststand 2016 herauf quält. Das wird der Tiefpunkt des Jahres!

Danach geht es nur noch aufwärts. Zumindest mit den mittäglichen Sonnenständen. Falls das euren Tag nicht retten kann: Keine Sorge, er dauert nur ca. 7,5 Stunden. Icon_cool

Ich wünsche euch eine sonnige Wende!
coco


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Beitrag #8 |

RE: Sechs Tage
Und weiter gehts, countdown-mäßig mit Minus drei.

(Und für alle, die immer noch keine Zeit für Geschenke hatten, keine Panik: Es sind noch drei Tage.)

Ja, so, was machen wir heute mal. Kekse hatten wir. Den Verweis auf die Hauptseite auch. Hm, der Realprospekt bietet auch nicht viel Neues an. "Gut gespart am Wochenstart", okay, das wäre echt zu spät. (Sind die schon so weit in der Zeit nach vorne?) Also, ich schau da nur zu ibi, die durch das Low-Glanz-Propsekt blättert: Sekt, Fleischwurst, Hygieneartikel, Kaffeemaschinen (moment ... o.O), so, und das wars: Jetzt ist sie wieder bei den Nachrichten.

Also, nix Neues an Geschenke-Ideen. Was könnte man noch nehmen, um dieses obligatorische Improvisations-Adventstürchen zu füllen?  Ein paar Buchtipps von mir? (Die wären aber alt.)

Beispielsweise der Xeelee-Zyklus von Stephen Baxter. Oder der Kultur-Zyklus von Iain Banks, insbesondere 'Einsatz der Waffen' mit einer gegenläufigen Erzählstruktur, die ich so noch nie gelesen habe. (Ja, ist SF, kein Fantasy.)

Für alle, die es lieber ruhiger mögen, oder besinnlicher im Wortsinnee, kann ich 'Die Stadt der Toten' von Kevin Brockmeier empfehlen. Einfach nur stark gezeichnet und langsam erzählt, also kein Roland-Emmerich-Kracher, aber dafür tief. (Oder hoch, je nachdem.)

Für Leute wie Teja, die auch gerne in der Historienecke rumschwirren, wäre da noch Philip Kerr 'Der Pakt', in dem es um die Konferenz von Teheran geht, wobei ich die Figuren als sehr schön dargestellt empfinde, mit Ausnahme von Admiral Canaris, aber den Mann versteht die Welt da draußen immer noch nicht: Ein sehr beeindruckendes Leben, ein Mann aus Dortmund und von der Marine, womit ich auch zur letzten Empfehlung komme, mit man sich auch mal auseinandersetzen sollte. 'Canaris', Biographie von Michael Müller. Für mich herausragend, weil es - und ich betone es an der Stelle - verdammt gut und sauber recherchiert, ohne Pathos, kritisch und - gegen den Zeittrend - wertfrei ist.

Und zum letzten Gedanken heute, der mir aufgefallen ist, als ich heute in einer Buchhandlung in der Stadt war: Die Buchhandlung wird mir langsam genauso fremd wie die Stadt selbst. Letzteres wird durch bauliche Maßnahmen gefördert, und durch das latente Gefühl, was derzeit durch die Gassen und Wege schwebt. Bei der Buchhandlung ist es das langsame Sterben der phantastischen Szene. Fantasy hat noch vier Regalreihen, SF nur noch zwei, und davon sind etliche Fächer voll mit Star Trek und Star Wars. Bei Fantasy sprengen Terry Pratchett und George R.R. Martin die Grenzen,
aber ansonsten nur ..., sorry, Müll.
Groß im Kommen ist die Esoterik-Ecke, und die Erotik, und natürlich die Ratgeber für alles, was im Leben Rat und Tat braucht: Wie atme ich richtig? Was mache ich beim Stuhlgang falsch? Oder: Plätzchen-backen für Juristen: Rechtsfolgen und Tatbestände bei kleineren Betriebsunfällen am heimischen Herd. Mrgreen

In diesem Sinne.

LGD.


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Beitrag #9 |

RE: Sechs Tage
Zwei Tage.

Ich bin über ein Gedicht von siebzehnhundert irgendwas gestolpert, geschrieben von Ludwig Uhland. Ich mag es und teile es jetzt mit Euch.

Des Sängers Fluch 

Es stand in alten Zeiten ein Schloß, so hoch und hehr,
Weit glänzt' es über die Lande bis an das blaue Meer,
Und rings von duft'gen Gärten ein blütenreicher Kranz,
Drin sprangen frische Brunnen in Regenbogenglanz.

Dort saß ein stolzer König, an Land und Siegen reich,
Er saß auf seinem Throne so finster und so bleich;
Denn was er sinnt, ist Schrecken, und was er blickt, ist Wut,
Und was er spricht, ist Geißel, und was er schreibt, ist Blut.

Einst zog nach diesem Schlosse ein edles Sängerpaar,
Der ein' in goldnen Locken, der andre grau von Haar;
Der Alte mit der Harfe, der saß auf schmuckem Roß,
Es schritt ihm frisch zur Seite der blühende Genoß.

Der Alte sprach zum Jungen: "Nun sei bereit, mein Sohn!
Denk unsrer tiefsten Lieder, stimm an den vollsten Ton!
Nimm alle Kraft zusammen, die Lust und auch den Schmerz!
Es gilt uns heut, zu rühren des Königs steinern Herz."

Schon stehn die beiden Sänger im hohen Säulensaal,
Und auf dem Throne sitzen der König und sein Gemahl;
Der König furchtbar prächtig, wie blut'ger Nordlichtschein,
Die Königin süß und milde, als blickte Vollmond drein.

Da schlug der Greis die Saiten, er schlug sie wundervoll,
Daß reicher, immer reicher der Klang zum Ohre schwoll,
Dann strömte himmlisch helle des Jünglings Stimme vor,
Des Alten Sang dazwischen wie dumpfer Geisterchor.

Sie singen von Lenz und Liebe, von sel'ger goldner Zeit,
Von Freiheit, Männerwürde, von Treu und Heiligkeit;
Sie singen von allem Süßen, was Menschenbrust durchbebt,
Sie singen von allem Hohen, was Menschenherz erhebt.

Die Höflingsschar im Kreise verlernet jeden Spott,
Des Königs trotz'ge Krieger, sie beugen sich vor Gott,
Die Königin, zerflossen in Wehmut und in Lust,
Sie wirft den Sängern nieder die Rose von ihrer Brust.

"Ihr habt mein Volk verführet; verlockt ihr nun mein Weib?"
Der König schreit es wütend, er bebt am ganzen Leib,
Er wirft sein Schwert, das blitzend des Jünglings Brust durchdringt,
Draus statt der goldnen Lieder ein Blutstrahl hoch aufspringt.

Und wie vom Sturm zerstoben ist all der Hörer Schwarm.
Der Jüngling hat verröchelt in seines Meisters Arm,
Der schlägt um ihn den Mantel und setzt ihn auf das Roß,
Er bind't ihn aufrecht feste, verläßt mit ihm das Schloß.

Doch vor dem hohen Tore, da hält der Sängergreis,
Da faßt er seine Harfe, sie, aller Harfen Preis,
An einer Marmorsäule, da hat er sie zerschellt,
Dann ruft er, daß es schaurig durch Schloß und Gärten gellt:

"Weh euch, ihr stolzen Hallen! Nie töne süßer Klang
Durch eure Räume wieder, nie Saite noch Gesang,
Nein! Seufzer nur und Stöhnen und scheuer Sklavenschritt,
Bis euch zu Schutt und Moder der Rachegeist zertritt!

Weh euch, ihr duft'gen Gärten im holden Maienlicht!
Euch zeig ich dieses Toten entstelltes Angesicht,
Daß ihr darob verdorret, daß jeder Quell versiegt,
Daß ihr in künft'gen Tagen versteint, verödet liegt.

Weh dir, verruchter Mörder! du Fluch des Sängertums!
Umsonst sei all dein Ringen nach Kränzen blut'gen Ruhms!
Dein Name sei vergessen, in ew'ge Nacht getaucht,
Sei wie ein letztes Röcheln in leere Luft verhaucht!"

Der Alte hat's gerufen, der Himmel hat's gehört.
Die Mauern liegen nieder, die Hallen sind zerstört,
Noch eine hohe Säule zeugt von verschwundner Pracht,
Auch diese, schon geborsten, kann stürzen über Nacht.

Und rings statt duft'ger Gärten ein ödes Heideland,
Kein Baum verstreuet Schatten, kein Quell durchdringt den Sand,
Des Königs Namen meldet kein Lied, kein Heldenbuch;
Versunken und vergessen! Das ist des Sängers Fluch.

Ludwig Uhland (
1787-1862)

Liebe Grüße von slainte music


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Beitrag #10 |

RE: Sechs Tage
Hallo Zusammen,
 
ibi ist heute allein zu Haus.  Icon_jump


Da der D. leider heute unabkömmlich und dienstlich beschäftigt ist, wurde ich beauftragt und durfte mir den ganzen Tag Gedanken machen.
 
So langsam sollte die Panik ausbrechen, denn es sind nur noch 2 Tage. Icon_panik Icon_panik Icon_panik
 
Hier noch ein paar Geschenk Tipps a la ibi. Obwohl ich nicht zuviel verraten darf, sonst weiß der D. was unterm Baum auf ihn wartet. Icon_aufsmaul
 
Da wir ja schon am Sonntag festgestellt haben, dass keiner Socken zu Weihnachten mag, wird immer wieder gerne auf Gutscheine zurückgegriffen.
 
Aber so ein Gutschein beliebter Elekto- oder Onlinehändler ist doch etwas unpersönlich.
Mit dem Gutschein fürs Fitnesstudio ist Weihnachten gelaufen. Icon_ugly
 
Wie wäre es mit einem Gutschein für eine (Thai-)Massage? Oder einem selbstgestalteten Gutschein für ein leckeres Essen?

Vielleicht kann man ja auch einfach mal gemeinsame Zeit verschenken ohne Handy, Konsole und  sonstigem Mist. Wait
 
Wem der ganze Kommerz zuviel wird, kann auch einfach mal eine Patenschaft für ein Kind (z.B über Worldvision) oder ein Tier (z.B für Hunde in Ungarn oder eine Tierschutzorganisation in der Umgebung) verschenken. Dinge, die dumm rumstehen oder liegen, hat jeder schon genug Zuhause.
 
Auf die Tipps für die leckere Weihnachtsbäckerei verzichte ich jetzt mal (siehe Gutschein fürs Fitnesstudio).

Einen Rat möchte ich euch aber geben. Lasst den D. nicht in die Nähe, wenn das große Backen losgeht.
1.       Er weiß immer alles besser (obwohl, tut er das nicht eigentlich immer? Icon_confused )
2.       Vom Teig bleibt nicht mehr viel übrig cookie
3.       Die Küche sieht nachher aus wie ein Schlachtfeld Icon_shocked
 
So ihr lieben, das war es von mir.

Ich werde mich jetzt verkrümmeln und hoffen, dass das „ibi, was soll der Mist“ mitten in der Nacht nicht so laut wird.   
 
LG
 
ibi


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