Es ist: 27-10-2021, 04:56
Es ist: 27-10-2021, 04:56 Hallo, Gast! (Registrieren)


um mich kurz vorzustellen
Beitrag #11 |

RE: um mich kurz vorzustellen
Willkommen Achras,

finde es schön, dass jemand Bibliophiler und Literaturkritischer wie du hierher gefunden hat. Auch wenn du selbst nicht aktiv Literatur "produzierst" (postmodern gesprochen), bin ich mir sicher, dass du dich hier an einem regen Diskurs über Literatur beteiligen (und abreagieren) kannst.

Dein Bibliothekserlebnis klingt ja sehr aufregend, bin mir gar nicht so sicher, ob da jeder Bibliothekar* so entgegengekommen gewesen wäre ...

Noch viel Spaß hier, wünsche ich dir!

Eine kleine Sniffu-Dröhnung

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Beitrag #12 |

RE: um mich kurz vorzustellen
(14-01-2017, 19:35)Sniffu schrieb: […] Dein Bibliothekserlebnis klingt ja sehr aufregend, bin mir gar nicht so sicher, ob da jeder Bibliothekar so entgegengekommen gewesen wäre […]
Es handelte sich um eine staatliche Bestandsbibliothek, und wenn ein angeforderter Titel also mit noch geschlossenem Buchblock eingepflegt wurde, dann ist es selbstverständlich, dass ein Bibliotheksmitarbeiter den Seitenschnitt fachgerecht öffnet, damit das Buch in seiner (körperlichen) Substanz und werterhaltend seiner Nutzung zugeführt werden kann. 
Abgesehen davon ist der Begriff der Bibliophilie längst nicht mehr identisch mit der allgemeiner Freude an Büchern, an Literatur oder am Lesen… die Bibliohphilen sind eher die Liebhaber besonderer Leistungen des drucktechnischen oder des buchgestalterischen Handwerks - weswegen sich längst ein Teilgebiet des Buchmarktes etabliert hat, der speziell um die Gunst dieser Klientel ringt. 
Meine Intention (bei der Beschäftigung mit Büchern) unterscheidet sich davon: Es gibt Autoren, die ich in höchstem Maße schätzen gelernt habe, und deren (meist noch recht überschaubares) Werk, versuche ich, komplett zusammenzutragen, auch inklusive einer Auswahl der mir nützlich erscheinenden Sekundärliteratur; ich versuche darüber hinaus auch die Lebensstätten dieser Autoren kennenzulernen, ihre Inspirationsquellen, die Werke der von ihnen (oftmals gar nicht namentlich genannten) "Vorbildern" adaptierten Motive… und mir ist es erschreckend oft schon passiert, dass ich im Buchhandel nach Literatur zu bestimmten Sachthemen gesucht habe, zu denen das Verzeichnis lieferbarer Bücher keinen einzigen Treffer auflistete…


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Beitrag #13 |

RE: um mich kurz vorzustellen
(14-01-2017, 19:35)Sniffu schrieb: […] Dein Bibliothekserlebnis klingt ja sehr aufregend, bin mir gar nicht so sicher, ob da jeder Bibliothekar so entgegengekommen gewesen wäre […]

Hoppla: Da habe ich versehentlich einen Beitrag doppelt gepostet - und da ich#s erst etwa eine Stunde später bemerkt habe, will ich das Duplikat nicht einfach löschen… - Besser erscheint es mir, den Beitrag zum Anlass zu nehmen, ein weiteres Mal zu antworten.

Denn entgegen Deiner Vermutung, dass ich nun in keiner Weise mit der Produktion von Literatur beschäftigt wäre, gibt es da durchaus einige Werkpläne - manche gären da vorerst vor sich hin, manches konnte ich im Umfeld literarischer Gesellschaften sogar schon publizieren. 

Dennoch bin ich zunehmend skeptisch, ob auf dem "Buchmarkt" auch nur das kleinste bisschen Platz zu finden wäre, um Niedergeschriebenes noch einem Publikum anzudienen - einem Publikum, das mit den marktbeherrschenden Genres doch meint, gut bedient zu sein… als so gegen Mitte der 80er Jahre Hans Wollschlägers "In diesen geistfernen Zeiten" im Haffmanns Verlag (auch dieser ist längst Geschichte) erschienen ist, hielt ich's ja noch für eine leicht übertriebene Haltung, mit jenem Pessimismus zu betrachten, wie sehr die ökonomischen Notwendigkeiten von der literarischen Produktion abhalten - aber die Genügsamkeit des Lesepublikums und die Dienstleistungsbereitschaft, die gewünschte Ware (Geschichten!) aus dem Ärmel zu schütteln, haben dem Buch längst einen wesentlichen Teil seines Charakters (als Kulturgut) verkümmern lassen.

Das Schreiben balanciert derzeit also auf dem sehr schmalen Grat zwischen "Marktgängigkeit" und "Nichtwahrnehmung" - und wer als Autor vom Bücherschreiben seinen Lebensunterhalt bestreiten wollte, muss eher Popstar sein als ein Denker oder stiller Gelehrter… bei allem Hype um die heutigen Selfpublishing-Möglichkeiten sollte man nicht vergessen, dass, wer schreiben will, verfügbarer Zeit und finanzieller Unabhängigkeit bedarf. 
Bücher wie Jan Philipp Reemtsmas "Das unaufhebbare Nichtbescheidwissen der Mehrheit" wird man also nicht mehr allzu häufig unter den Neuerscheinungen vorzufinden erhoffen dürfen.


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