Es ist: 16-09-2019, 06:08
Es ist: 16-09-2019, 06:08 Hallo, Gast! (Registrieren)


Der Apfelsaft
Beitrag #1 |

Der Apfelsaft
Vielleicht sollte ich zum besseren Verständnis einmal ganz von vorne beginnen, Herr Wachtmeister. An dem Tag, an dem ich James kennen lernte.
Es war damals die Woche vor meinen Prüfungen. Ich war zu dem Zeitpunkt eigentlich schon tief im Stoff drin, denn ich wollte das Desaster vom letzten Semester vermeiden.
Mein Mitbewohner hat mich dann aus der gemeinsamen Wohnung geschleift. Hat beteuert, dass ich einmal etwas erleben müsse. Meiner Meinung nach vollkommener Stuss. Ich war zu der Zeit genug unterwegs, pflegte auch hier und da einige Bekanntschaften und lebte, um es einfach auszudrücken, ein normales Studentenleben.
Aber ich bin dann doch mitgegangen. Zum einen, weil ich ihn ruhig stimmen wollte, aber auch, weil ich an diesem Tag noch etliche Bakterienlisten vor mir gehabt hätte, die allesamt auswendig zu lernen gewesen wären.
Viel erhoffte ich mir nicht von diesem Abend. Man geht ja immer mit Erwartungen in die Stadt und kommt jedes Mal zwar betrunken, aber der Realität her nüchterner als zuvor wieder heim. Der eine erhofft sich die Liebe, der andere eine Nacht, die er nie vergessen wird. Doch am Ende ist es dem Alltagstrott nicht unähnlich und mindestens genauso ermüdend.
Aber ja, ich bin mitgegangen. Wir sind dann in die Innenstadt und von Kneipe zu Kneipe gezogen. Ich, mein Mitbewohner und seine Arbeitskollegen. Überall nur genippt und dann weiter. So hat man mich durch fünf oder sechs Kabuffs getrieben, alle anders, doch jedes ähnlich. Immer das selbe schummrige Licht, die gleiche verqualmte Luft und die gleichen melancholischen Gestalten darin. Sie wissen sicher, was ich meine. Meistens zu dritt oder viert, ein jeder in einer anderen Ecke der Örtlichkeit. Sitzen vor einem Bier oder einem billigen Schnaps und starren an die Wand oder mit leerem Blick durchs Fenster. Der Ausdruck im Gesicht nicht zornig, sondern eher mit unbestimmter Trauer auf das Leben.
Das allein kann einem, meiner Meinung nach, schon die Lust aufs Feiern verderben und einen an den Schreibtisch zurückwünschen. Wenn Listen lernen plötzlich spannend klingt, dann macht man doch etwas falsch, oder nicht?
Und ich sollte es noch bereuen, zugesagt zu haben, denn plötzlich waren mein Mitbewohner und seine Freunde verschwunden.
Aus Höflichkeit eine Runde aus eigener Tasche bezahlt, wieder umgedreht und es ist keiner mehr da. Sie haben mich zurückgelassen. Ich kann wohl zurecht behaupten, dass dies meinen Gemütszustand nicht unbedingt heiter gestimmt hat. Sehr verärgert habe ich mich dann allein an die Bar zurückgezogen und die schon bezahlten Getränke nacheinander geleert.
Denn zu dem Zeitpunkt war ich dann auch schon zu faul, um sofort heimzugehen. Ich meine, ich hatte schon eine ganze Reihe an Schnäpsen, das gebe ich gern zu. Ich bin ja nicht prüde. Mit mir kann man durchaus etwas erleben, so ist es ja nicht. Ich lass mich auch gerne auf Etwas ein und spontan bin ich sowieso. Aber wenn man mich einfach so stehen lässt, dann werde ich auch schon mal bockig und da sind die Tabellen schnell vergessen.
Ich habe also alleine getrunken, in einem trotzigen Wahn wie ein kleines Kind, das noch nicht vom Tisch aufstehen darf.
Weitergezogen bin ich nicht, das habe ich nie verstanden, warum man beim Feiern so viel herum rennen muss. Vielleicht, um so mehr Leute kennen zu lernen, aber bei den Mengen an Alkohol hat man am nächsten Tag doch sowieso keine Ahnung mehr, wen man da alles getroffen hat oder wie diese Personen aussehen.
So saß ich da und habe weiter bestellt. Nicht übertrieben natürlich, aber immer ein bisschen. Ich glaube, noch zu wissen, dass in der Ecke ein Fernseher hing. Nicht, dass das wichtig wäre, es ist mir nur gerade eingefallen, weil ich überlegte, was ich dort die ganze Zeit getrieben habe. Das Trinken alleine ist ja mühselig und, ohne Ablenkung oder Unterhaltung, eher Tortur als Glück.
Ich saß also auf dem Hocker, trank und guckte eines dieser ausländischen Ballspiele, als er sich neben mich setzte. Farfoot, um endlich mal auf den Punkt der Geschichte zu kommen.
Gewundert habe ich mich, als er zur Tür hereinkam. Statt sich erst einmal umzusehen oder sich ein Bild vom Lokal zu machen, wanderte er zielgerichtet zu mir und setzte sich neben mich.
Ich habe mir gedacht, vielleicht sucht er ja eine Unterhaltung. Ich war nicht abgeneigt, war mir es doch schon länger zu langweilig geworden, alleine zu trinken. Und ich habe darauf gewartet, dass er anfängt zu reden.
Hat er aber nicht. Er hat geschwiegen. Das Spiel auf dem flackernden Röhrenbildschirm verfolgt, in der Hand ein Glas. Whiskey, wie ich später erfahren sollte. Seine Lieblingsmarke.
Auf den ersten Blick hat das ja gar nicht zu ihm gepasst, muss ich noch dazu sagen.

Wie? Eine Beschreibung? Wenn sie das wünschen. Obwohl ihre Kollegen ihn ja gerade gegenüber verhören und sie einfach nur hinüber gehen und ihn sich dort ansehen müssten. Aber fürs Protokoll, sicherlich, ich verstehe.
Schlaksig, wäre das erste, was mir einfiele. Sein Körper ist zu lang und dünn. Unbeholfen, kränklich, manche würden behaupten, er sieht aus wie ein wandelndes Skelett. James erweckt ständig den Anschein, als könne man ihn ohne große Mühe entzwei brechen. Was natürlich nicht stimmt. Er kann einiges aushalten, was so manch anderen gestandenen Kerl in die Knie zwingen würde, das kann ich ihnen beschwören, habe ich es doch so manches Mal auf unseren gemeinsamen Streifzügen selbst miterlebt.
Seine Nase lässt ihn wie einen Raubvogel auf der Jagd wirken. Seine Augen, die Iris ein gräuliches Braun übrigens, aufgeweckt und stets mit einer kleinen Spur Kälte. Berechnend, würde ich behaupten, könnte ich nicht durch unsere jahrelange Freundschaft sagen, dass er der spontanste Mensch ist, den ich je in meinem Leben getroffen habe.
Sein Haar trägt er immer gleich. Kurz, schwarz und nach hinten gegelt, wie ein Mafiagangster der 60 Jahre.
Seine Finger sind lang und knochig, ähnlich dem Rest seines Körpers und die Sehnen besonders stark ausgeprägt. Seine ganze Statur ist immer angespannt, als wäre er jederzeit bereit, spontan in einen Sprint zu verfallen. Eine Fähigkeit, die ich mit späteren Jahren zu schätzen gelernt habe.
Das alles wird durch seinen absonderlichen Kleidungsstil abgerundet. Wo ich ein Freund von einfachen Rollkragenpullovern und eng sitzenden Tweedhosen bin, setzt er auf Lederjacke und ausgewaschene Jeans. Sein liebstes Accessoire ist eine alte Sonnenbrille, die er mal auf einem Flohmarkt entdeckt hat. Er trägt sie ständig mit sich herum, setzt sie zu den unpassendsten Gelegenheiten auf und das, obwohl sie sicherlich eine halbe Dioptrie hat.
Und ich hoffe, das genügt ihnen, denn ich würde nun gerne weiter erzählen. Ist in Ordnung? Na gut, dann will ich mal wieder.

James saß also neben mir auf seinem Barhocker und starrte den Fernseher an, während ich darauf wartete, dass er begann, mit mir zu reden. Tat er aber nicht. Stattdessen, gute fünf Minuten nach seiner Ankunft, stand er auf und trottete hinüber zu einer der Gestalten in der Ecke. Äußerlich unterschied sich diese nicht groß vom Rest der Säufer, doch ihre Augen waren besonders tief in die Höhlen gesunken und ihr Blick teilnahmsloser als der der Anderen. Obwohl ich den Eindruck hatte, die beiden kannten sich, verkrampfte sich der Sitzende, als sich James an die andere Seite des Tisches setzte. Seine Haltung verströmte Unbehagen, als bereite ihm allein die Anwesenheit von James akutes Unwohlsein.
Es folgten ein paar Grußworte und die beiden, James und der Trinker, begannen sich zu unterhalten. Doch leider leise, so leise, dass ich sie nicht mehr hören konnte.
Da meine Neugier aber geweckt war, schob ich mich bedächtig, um ja ihre Aufmerksamkeit nicht auf mich zu ziehen, über meinen Stuhl zum nächsten, um so doch noch das ein oder andere Wort aufzuschnappen.
Ab und an verstand ich so einen Fetzen oder zwei von dem, was die beiden sprachen. Eines davon nahm James immer wieder in den Mund. Das Wort „Apfelsaft“. An sich ein ungewöhnliches Thema, nachts in einer Bar, und was ich sonst noch vernahm, macht das Ganze nicht deutlicher. Kurzzeitig drehte sich das Gespräch wohl um die Familie, denn ich verstand die Worte „Brüder“ und „Heirat“. Anschließend ging es um einen „Mittwochabend“, ein „gesetztes Zeichen“ und einen „Vorfall“, bei dem wohl unter anderem jener „Apfelsaft“ eine Rolle spielte. Dann wurde James lauter, und ich vernahm, wie er über die Durchführung eines Rituals sprach, bei dem eine exakte Reihenfolge eingehalten werden müsse. „Ritual“ war ein weiteres Wort, das mir komisch aufstieß, doch zu dem Zeitpunkt und mit dem Pegel, den ich bereits hatte, schob ich es auf eine verschrobene Art der Heirat. Eine alte Familientradition oder etwas ferner Religiöses. Der Trinker wurde kurzzeitig abweisender, sein Blick streifte den meinen und ich sah schnell nach vorne, realisierte ich doch erst jetzt, dass ich die sich Unterhaltenden die ganze Zeit angestarrt hatte. Ich widmete mich wieder meinem Drink, wahrscheinlich zu spät. Ich begann zu schwitzen, obwohl mir nicht klar war, warum, schließlich hatte ich ja nichts Unrechtes getan, sondern nur mitgehört. Ich spürte, wie ihre Blicke meinen Rücken durchbohrten. Abschätzend. Dann fingen sie wieder an zu murmeln. Mein Herz pochte im Takt ihrer Worte, während ich erneut versuchte, deren Sinn zu entschlüsseln.
Der „Saft“ musste „probiert werden“, so viel war mir klar. Ein „Besuch“ musste vollzogen werden, aber dafür brauchte James den genauen Ort, oder die „Logge“, wie er selbst sagte. Das letztere bekam ich nur noch undeutlich mit, da in jenem Moment der Fernseher laut aufheulte, mich zusammenzucken lies und mir meine Konzentration abhanden kam. Irgendjemand hatte scheinbar gerade ein Tor geschossen oder einen Ball geworfen und getroffen. Die letzten Fetzen, die ich noch mitbekommen hatte, drehten sich um eine „Ebene“ und die „Stadt“. Damals verwunderte es mich noch sehr, schließlich befand sich um Kassel nichts weiter als Wald und Straßen.
Hinter mir hörte ich, wie Stuhlbeine über das Linoleum kratzten und aus den Augenwinkeln sah ich, wie James, ohne Verabschiedung an den Trinker, in Richtung Tür ging. Als die Holztüre ins Schloss fiel, stürzte ich mit einem Mal meinen letzten Schnaps hinunter, warf eine handvoll Münzen auf den Tresen und hastete dem Verschwundenen hinterher.

Draußen war es recht kühl geworden, doch in meinem beschwipsten Zustand störte mich dies nicht. Mein Gesicht glühte förmlich, und ich fand die Dunkelheit und mein leichtes Frösteln angenehm im Vergleich zum heißen und stickigen Inneren der Bar.
Es war wenig los auf den Straßen. Ich befand mich entfernt vom Zentrum, in einer abgelegeneren Gegend. Ab und an fuhr noch ein Auto vorbei, doch rundherum konnte ich keine Menschenseele entdecken. Nur James ging, in einigen Metern Abstand, in eine Richtung, die ihn noch weiter von der Stadtmitte weg führte. Schwankend stolperte ich hinterher. Dabei huschte ich von Schatten zu Schatten, um nicht von ihm entdeckt zu werden. Wie ich später erfuhr, kompletter Schwachsinn, denn James hatte mich schon bemerkt, als ich noch mit einigem Gehuste aus der Tür gestürmt kam. Er lies sich aber nichts anmerken, vielleicht war es ihm damals auch einfach egal, dass ich ihm hinterher schlich.
Warum ich ihm nachgegangen bin, fragen Sie?
So wirklich habe ich mir das in diesem Moment auch nicht erklären können. Vielleicht war es einfach seine Ausstrahlung, die mich bewogen hat, stockbesoffen und wie ein Irrer von Mülltonne zu Mülltonne zu kriechen. Das Mysteriöse, dass an ihm klebte und auch heute noch klebt, wie der Geruch eines billigen Rasierwassers, hat mich fasziniert.
Nachdem wir ein gutes Stück Weg zurückgelegt hatten, meine Beine und Knie taten schon weh von dem vielen Schleichen, hielt James an.
Der Stadtteil, in dem wir uns befanden, war mir unbekannt, würde ich mich hier auch nie freiwillig aufhalten.
Es war düster, denn die meisten Straßenlaternen waren zerschlagen. Die Häuserfassaden abgeblättert, die Fenster teilweise mit Brettern statt Glas versehen und alle paar Meter stolperte man über ein Schlagloch. Der Bürgersteig selbst war in keinem guten Zustand. Immer mal wieder waren Steine herausgerissen und zerbrochen worden.
Die Splitter lagen verstreut und aus den Löchern spross das Unkraut. Überhaupt sah man sehr viel Grün zwischen den Lücken der Häuser wachsen. Die Hinterhöfe, in die ich spähen konnte, schienen allesamt schon länger nicht mehr gepflegt worden zu sein.
Auch lag ein beißender Geruch in der Luft. Er zog mir durch die Nase und kroch dann in die Mundhöhle, wo ein ätzender Nachhall zurückblieb. Verantwortlich dafür waren die Haufen an ranzigem Unrat, die man ab und an zwischen Straßenschildern, Litfaßsäulen und Graffiti entdecken konnte. Ungeziefer kroch dazwischen herum, dessen Aussehen ich hier nicht beschreiben will. Bei dem Anblick, wie es sich am Müll labte, kam bei mir der Ekel auf und der Alkohol in meinem Magen rebellierte. Doch ich konnte mich zusammenreißen und beobachtete, vom Schatten der Häuser bedeckt, wie James in einem Geschäft verschwand.
Äußerlich unterschied es sich nicht vom Rest des Viertels. Es besaß die gleiche lädierte Front, fehlenden Schindeln auf dem Dach und verrammelten Fenster. Diese hier waren jedoch erleuchtet. Über der mit eisernen Streben verstärkten Tür wies eine Neonreklame darauf hin, dass es sich bei diesem Laden um ein Tabakgeschäft handelte. Zuallererst dachte ich, James würde nur kurz ein paar Zigaretten kaufen gehen und anschließend weiterziehen, doch nach einigen Minuten Wartezeit war er immer noch nicht wieder herausgekommen. In meinem Kopf malte ich mir schon die dubiosesten Szenen aus.
Ein in Zigarrenrauch getauchtes Mafiatreffen. Er stand vor dem dickbäuchigen Boss, der ihm mit starkem, italienischem Akzent seinen nächsten Auftrag mitteilte.
Ein geheimes Drogenlabor, und er als Mittelsmann nahm die nächste Ladung Heroin entgegen, um es unter die Partygänger der Stadt zu bringen.
Eine Sekte, die dort gerade ihre heidnischen Rituale durchführte. Er als Anführer hielt den Opferdolch in der Hand, bereit, ihn in das jungfräuliche Mädchen zu versenken, sobald die Uhr Mitternacht schlägt.
Eine gute Viertelstunde saß ich versteckt, mit Schmerzen in den Beinen und beginnenden Kopfschmerzen, auf dem Boden. Dann endlich sah ich, wie die vertraute Gestalt die Tür öffnete und sich nach rechts wandte. Nun musste ich mich entscheiden. Entweder ich folgte James und kroch weiter durch Staub und Dreck, oder ich stattete dem Geschäft einen Besuch ab. Kurzerhand beschloss ich, in den Laden zu gehen, um mir mit eigenen Augen anzusehen, was er dort drin so lange getrieben hatte.
Ich wartete noch einige Augenblicke, um sicher zu gehen, dass James nicht mehr in Reichweite war und schlich danach über die Straße. Vor der Tür blieb ich noch einmal kurz stehen, holte einmal tief Luft und drückte dann die Klinke herunter.

Ein sanftes Bimmeln erscholl, als sich die Tür öffnete und dabei gegen eine kleine Glocke stieß. Das Innere des Geschäfts war in ähnlichem Zustand wie die äußere Fassade. Der ganze Raum war in der Mitte durch eine Theke, über die ein Eisengitter gespannt war, zertrennt. Alles war schäbig und heruntergekommen. Geradeaus befand sich ein Schlitz im Gitter, wo man Ware oder Geld durchreichen konnte. Dahinter waren auf schiefen Regalen, die aussahen, als wären sie von einem Laien gezimmert worden, verschiedene Sorten von Zigaretten, Schnäpsen, Likören und anderem Fusel aufgebaut. Neben dem Gitter stand, auf einem kleinen Holztisch, außerdem noch eine Auswahl an Kaugummi und Schokoriegeln. Gleich dahinter waren Pfeifen zu entdecken, Dosen voll Tabak, Feuerzeuge und einige andere Dinge, die ich als Nichtraucher nicht einschätzen konnte.
Plötzlich öffnete sich eine versteckte Tür in der Vertäfelung. Sie war so eingebaut, dass man sie von dieser Seite aus nicht von der Wand unterscheiden konnte. Herein trat ein alter Mann, in der Linken einen Krückstock, mit der Rechten tastete er nach dem Tresen, um sich dort festzuhalten und dabei nach vorne zu schieben. Er trug ein ungebügeltes Hemd und eine Cordhose und Hosenträger. Das schüttere Haar hatte er unsauber zur Seite gekämmt, um die kahlen, fleckigen Stellen seiner Glatze zu kaschieren. Sein Gesicht war von Falten durchzogen, ich schätzte ihn auf siebzig Jahre, vielleicht etwas mehr. Er brauchte ein wenig, um bis vor den Schlitz zu treten. Jeder seiner Schritte schien ihm Unbehagen zu bereiten, vielleicht eine alte Wunde, mutmaßte ich. Der Grund für seine Zaghaftigkeit und die Vorsicht in seinem Schritt wurde mir durch einen Blick in die Augen des alten Mannes klar. Die Iris war erblasst, der Mann war blind.
Als ich einen Schritt nach vorne tat, zuckte sein Kopf herum, sodass er mit dem Gesicht genau in meine Richtung blickte. Hätten seine beiden Pupillen nicht in unterschiedliche Richtungen gezeigt, wäre ihm die Blindheit nicht anzumerken gewesen. Es schauderte mich, als der Blinde wie ein Tier seine Nase in die Luft reckte und schnüffelte.
Sein Gesicht verzog sich, als stünde er vor verdorbenem Fisch.
Leise murmelte er:
„Das riecht nach Ärger.“ Und anschließend in barschem Tonfall:
„Was wollen sie?“
„Ich brauche nur eine kleine Auskunft“, antwortete ich stotternd und versuchte, ihn dabei nicht direkt anzustarren. Der tote Blick des Blinden war mir unheimlich.
Stattdessen konzentrierte ich mich auf das Sortiment im Laden um ihn herum.
Da lagen Holzkisten in den Regalen, mit Henkeln und Griffen, Schachteln mit Knöpfen die man drehen konnte. Verschiedene Dinge mit Schütten, Schubläden und langen Kurbeln. Daneben runde Gebilde mit Laschen und Röhren, dahinter Gefäße mit Haken, Löchern und Knäufen. Ich sah Stiele hervorragen, Hebel, die man herunterdrücken konnte, Knöpfe, mit denen man Verschiedenes einstellte, Schlaufen und Ösen, die zu ziehen waren und diverse durch Knoten verbundene Seile. Zu Anfang hatte ich noch den Eindruck, dass das meiste aus Holz bestand, doch bei genauerem Hinsehen erkannte ich noch viele andere Materialien.
Eiserne Schatullen wurden von Perlmuttschrauben zusammengehalten, lederne Täschchen besaßen Gold- und Silberverzierungen oder sogar Elfenbeinintarsien. In manche Gegenstände waren glitzernde Steine eingesetzt, die wie Sterne funkelten.
Jedes Mal, wenn ich den Blick erneut über die Auslage schweifen ließ, schien ich wieder etwas Neues zu entdecken. Und jedes Stück, das ich erspähte, sah noch seltsamer aus als das vorherige.
Welchen Nutzen diese Dinge besaßen, konnte ich schon lange nicht mehr auch nur erahnen.
Ich zwang mich, den Blick zu Boden zu senken und meine Gedanken auf den Alten zu konzentrieren.
„Vor ein paar Minuten ist doch ein Mann hier vorbeigekommen?“, fragte ich.
Für einen Augenblick schien der Alte überrascht, seine Augenbraue zuckte nach oben, doch fasste er sich schnell wieder.
„Auskunft gibt es hier nicht. Das ist ein Spirituosenladen. Ich kann Ihnen helfen, wenn sie Alkohol wollen oder Tabak. Bei allem anderen müssen sie sich woanders umsehen.“
Ganz klar wollte mich der Blinde abwimmeln. Seine Mimik hatte er zwar wieder im Griff, doch die Hand, die seinen Stock umklammerte, zitterte und die Finger der anderen trommelten auf dem Tresen.
„Verstehen sie doch, ich brauche ja nicht viel, ich will doch nur wissen, was der Mann eben von ihnen wollte“, versuchte ich den Alten zu überreden.
„Ich weiß von gar nichts und ich weiß auch nicht, was sie von mir wollen. Der Mann vorhin hat nur eine kleine Flasche Schnaps gekauft und sonst nichts. Ich weiß nicht, wohin er gegangen ist, noch weiß ich, wer er ist.“
„Aber sie wissen, was er gekauft hat?“
Statt einer Antwort langte der Blinde zielsicher unter die Theke und polterte eine kleine, kaum fausthohe Flasche auf den Tresen.
„Drei Euro fünfzig.“
„Was ist das?“
„Himbeerschnaps.“
Außer einem grünen Etikett, auf dem der Name stand, war die Flasche unbeklebt. Der Name lautete: „Hochzeit“.
Eine Ahnung überkam mich.
„Und woher kommt er?“, fragte ich.
„Aus der Gegend“, presste der Alte hervor. Wut blitze in seinen Augen auf.
Ich grinste spöttisch.
„Woher denn genau?“
„Mein Junge, ich sag es dir nur einmal. Verlass jetzt sofort meinen Laden, geh nach Hause, leg dich ins Bett und vergiss die ganze Sache. Das sind Angelegenheiten, die über deine mickrige Existenz hinaus gehen. Sei einfach froh, dass du nicht darin verwickelt bist und verschwinde.“
„Woher kommt der Schnaps?“, fragte ich ein weiteres Mal mit Nachdruck.
„Wallnerstraße. Den Weg runter, immer weiter, an der Wallfahrtskirche rechts. Der zusammengefallene Lieferwagen in der Einfahrt. Das Haus der Rothschildbrüder.“
„Danke sehr“, entgegnete ich, zog meinen Geldbeutel heraus und fischte einen Fünfeuroschein hervor, den ich dem Blinden auf den Tisch legte.
„Passt so.“
Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, nahm der Alte das Geld und steckte es ein. Ich hingegen griff mir das kleine Fläschchen und verließ das Geschäft. Auf meine höfliche Verabschiedung erhielt ich keine Antwort.

Draußen ließ ich mich auf den Hosenboden nieder und zog tief die stechende Luft ein. Trotz des penetranten Geruchs nach Gammel und Abfall genoss ich sie mit jedem Zug. Eine Last fiel von mir ab, die mir die ganze Zeit in dem Geschäft auf den Schultern gelegen hatte.
Langsam ging es mir wieder besser. Mein Kopf klarte auf und die Nüchternheit kehrte zurück. Das ganze Gebaren des Ladenbesitzers war aufs Äußerste brisant. Das Gespräch eben hatte meine Vermutung, dass es sich bei dieser ganzen Sache um irgendeine Sekte handelte, gefestigt.
Der Blinde musste der Mittelsmann sein, der die Neuankömmlinge weiterführte. Nur seine starke Ablehnung und sein Widerwille kamen mir seltsam vor. Sein Zorn hatte sich echt angehört. Als ob er mich wirklich vor etwas Schlimmem bewahren wollte. Dennoch war ich bereit, weiterzugehen. Meine innere Neugier drängte mich, dieses Geheimnis aufzudecken.
Stöhnend setzte ich mich auf, streckte mich und machte mich dann auf den Weg die Straße hinunter.
Das Stadtbild veränderte sich unmerklich. Es wurde, obwohl ich es nicht für möglich hielt, noch schäbiger. Manchmal fehlten sogar die Türen in den Häusern. Fenster, auch zerbrochene, waren eine Seltenheit geworden und der Müll türmte sich in regelmäßigen Abständen als Haufen neben den Wänden und in den Gassen, die penetrant nach Urin stanken. Hier war ich nie gewesen und hier würde man mich auch normalerweise niemals finden, besonders nicht mitten in der Nacht. Schon kam mir in den Sinn, in welchem gefährlichen Terrain ich mich da eigentlich bewegte. Diese Gegend war doch geradezu prädestiniert dafür, überfallen zu werden. Hier konnte man mich abstechen und in die nächste Ecke werfen, ohne dass es einer mitbekäme. Ich hatte noch keinen einzigen Polizeiwagen gesehen, seit ich Farfoot aus der Bar gefolgt war. Ich konnte sie schon vor mir sehen, die Ganoven und Gauner, die in den Schatten auf mich lauerten.
So malte ich es mir in meiner Fantasie aus, doch die Wahrheit war deutlich trostloser. Scheinbar mied sogar das Gesindel diese Gegend, denn ich konnte keine einzige Person auf den Straßen oder Bürgersteigen entdecken. Als wäre ich allein auf dieser Welt, wandelte ich durch das Viertel auf der Suche nach einem Kirchturm in der Dunkelheit.
Ab und an vernahm ich den Ruf eines Vogels oder das Schaben eines Nagetiers, worauf ich jedes Mal zusammenzuckte und mich nervös umsah. Auch warf ich öfters einen Blick nach hinten. Rundum fühlte ich mich eingeengt von den Fassaden und überragenden Giebeln und gleichzeitig bloßgestellt, ohne jeden Schutz.
Fröstelnd zog ich den Reißverschluss meiner Jacke nach oben. Es war kälter geworden, oder bildete ich mir das auch nur ein. Ich wünschte mir eine Bar herbei, nur um einen Schluck der Stärkung zu nehmen und dann weiter zu ziehen.
Wenigstens hatte ich den Schnaps aus dem Laden mitgenommen. Ich schraubte den Deckel ab, hob an und nahm einen Schluck. Es brannte recht herrlich in der Kehle und es half auf jeden Fall gegen die laue Nacht.

Als ich schließlich an der Kirche ankam, war der letzte Tropfen getrunken. Ich sah nun auch, warum ich von weitem keinen Kirchturm erkennen konnte. Es gab keinen. Oder besser, es gab keinen mehr. Nur noch ein Rest des einstigen Glockenturmes war zurückgeblieben und lag als quadratische Ruine vor mir. Dahinter erhob sich das baufällige Kirchenschiff und der Rest des Gebäudes. Anbei und von mir aus links gesehen, war ein kleiner Friedhof angelegt. Ich konnte einige Grabsteine erkennen, nur die wenigsten davon intakt, die meisten zerbrochen, herausgerissen oder umgekippt. Das Ganze wirkte mehr bemitleidenswert als alles andere. Ein Zeugnis des menschlichen Glaubens. Ein Monument der Armut. Wo die Menschen leiden, hilft ihnen auch keine Religion. Gleichzeitig störten mich die leeren Fenster der Kirche ungemein. Es sah fast schon unnatürlich aus, wie die Löcher ins Innere gähnten, und ich kam nicht umhin, mir vorzustellen, wie es dort drinnen aussah. Sicherlich war der ganze Innenraum ein Opfer von Jugendlichen geworden, die dort an die Wände geschmiert hatten. Wahrscheinlich lagen Bierflaschen herum, die Bänken waren zertrümmert und der Altar entweiht oder verunstaltet. Nach kurzer Zeit musste ich mich wegdrehen, weil mir der Anblick zu schaffen machte, und ich wanderte weiter.

Der Hinterhof der Brüder sah nicht so schlimm aus, wie ich ihn mir ausgemalt hatte. Für die Verhältnisse dieses Viertels war er vorbildlich. Einzig und allein ein Transporter ohne Reifen und mit heruntergerissener Plane verschandelte das Erscheinungsbild. Das Nummernschild war entfernt worden und wenn man um ihn herum ging, sah man, dass auch der Motor und anderes Innenleben fehlte. Es war nur mehr das Skelett eines Fahrzeugs. Mit einem Schaudern ging ich der Haustüre entgegen. Eine Klingel suchte ich vergeblich, aber es brannte noch Licht zwischen den Holzbrettern der oberen Fensterlöcher. Zumindest war ich nicht umsonst hergekommen.
Ich klopfte. Niemand antwortete. Ich klopfte stärker. Immer noch nichts. Ich sah noch einmal hinauf, doch die erleuchteten Fenster lagen genau über der Türe. Es war auf jeden Fall jemand daheim.
Ein letztes Mal polterte ich gegen das Holz. Jetzt endlich hörte ich von oben Geräusche. Jemand stand auf, stieg eine knarzende Treppe hinunter und stiefelte anschließend in meine Richtung. Sekunden später ging die Tür auf und vor mir stand ein Mann mit verdrahteten Haaren, der mich mit einem „Ha?“, grüßte. Er trug ein ausgeleiertes T-Shirt, eine schlabberige Jogginghose und besah mich müde.
„Gibt's was?“, fragte er:
„Willste was kaufen? Sorry, ich hab nix mehr. Ich krieg erst wieder nächste Woche was. Schau am Freitag vorbei.“
Er wollte die Tür schon wieder schließen, doch ich bekam im letzten Moment meinen Arm dazwischen.
„Alter, ich hab dir doch gesagt es gibt nichts?“, meinte er aggressiver:
„Nächste Woche Mann. Es is alles aus.“
Hastig versuchte ich mich zu erklären:
„Ich will ja auch nichts kaufen. Ich will nur ein paar Informationen. Der Blinde hat mich geschickt.“
Wie aufs Zauberwort hielt der Mann inne. Er machte die Tür wieder einen Spaltbreit auf und beäugte mich genauer.
„Konrad ist mein Name“, stellte ich mich vor.
Der Typ blickte mich nur abschätzend an. Dann ging er einen Schritt nach hinten und winkte mich herein. Dankend trat ich in den Flur. Die zerfetzte Tapete störte mich schon gar nicht mehr und an der dicken, schwarzen Assel, die da an der Seite herumkrabbelte, nahm ich überhaupt keinen Anstoß. Doch bei:
„Bist ja heute schon der Zweite, der mir damit ankommt? Gehört ihr zusammen?“, horchte ich auf.
„Nicht direkt“, antwortete ich verlegen:
„Aber in gewisser Weise suche ich nach diesem Mann und es wäre sehr freundlich von ihnen, wenn sie mir dabei helfen könnten.“
Wieder trafen mich seine wägenden Blicke, gefolgt von einem kaum wahrnehmbaren Schulterzucken:
„Wie auch immer. Darf ja jeder selber machen, wie er will. Komm mit.“
Er führte mich die Treppe hinauf in den ersten Stock, über einen Gang bis hin zu einer Tür, die mehrere lange und tiefe Kratzer aufwies. Dahinter befand sich ein Zimmer, nur wenige Quadratmeter groß, mit einer gelblich schimmelnden Matratze auf dem Boden und Kissen darauf verstreut. Chipstüten und Lebensmitteldosen lagen herum und ein mickriger Fernseher dudelte in der Ecke. Der Mann lies sich auf das behelfsmäßige Bett fallen und knackte mit den Halswirbeln. Ich stand unschlüssig im Eingang und wusste nicht, was ich mit mir anfangen sollte. Schließlich lehnte ich mich ungelenk an die Wand. Die Luft im Zimmer behagte mir nicht. Es war sehr stickig. Die Bretter an den Fenstern taten ganze Arbeit, die kühle Nachtluft draußen zu halten.
„Was willste genau?“, fragte mich der Mann.
„Ich suche denjenigen, der, wie sie schon sagten, vor einiger Zeit hier war. Er ist recht hager und trägt eine Lederjacke.“
„Der war da“, bestätigte er mir:
„Und warum suchst du ihn? Hat er dir was geklaut?“
Ich zuckte hilflos mit den Schultern:
„Nein. Ich habe nur ein paar Fetzen von einem Gespräch mitangehört und wollte ihn anschließend zur Rede stellen, doch da war er schon verschwunden.“
„Von dem Saft haben sie geredet, klar. In irgendeiner Bar am Rand der Stadt, nicht wahr?“, meinte der Mann mit wissendem, wenn auch missmutigem Grinsen.
Ich nickte.
„So fängt es es immer an. Die meisten kommen über Mittelsmänner drauf. Fallen auf die Versprechen rein. Ich will gar nicht wissen, auf welchem Weg du zu mir gekommen bist, aber ich denk mal, dein Schutzengel hat dich noch nicht komplett im Stich gelassen.“
„Was genau meinen Sie damit?“, fragte ich ihn verwirrt.
Der Mann richtete sich abrupt auf, kramte in seiner Hosentasche und holte eine selbstgedrehte Zigarette hervor. So dachte ich zumindest.
Was es wirklich war, können sie sich wohl denken. Ich hatte zuvor in meinem Leben erst einmal Drogen genommen. Es war in kleiner Gruppe gewesen und nur ein Zug nach wiederholtem Drängen eines Bekannten. Ich bin mir nicht sicher, was ich da genau geraucht habe, doch es hallte noch Stunden später bei mir nach. Eine eigenartige Erfahrung.
Mein Gegenüber zog ein Feuerzeug heraus, zündete den Joint an und nahm einen Zug. Genussvoll entließ er den Rauch und ein süßlicher Geruch fühlte den Raum. Er stach unangenehm und schmeckte abgestanden.
„Willst du auch mal?“, meinte der Mann und hielt mir den Stengel hin.
Ich schüttelte den Kopf. Der Mann zuckte mit den Schultern und nahm einen weiteren Zug. Er hustete ein paar Mal, dann sprach er weiter:
„Das Zeug ist gefährlich, Mann. Und ich mein jetzt nicht das normale Gelaber von wegen, es zerstört dein Leben und lass die Finger weg von Drogen und so. Scheiße, Crystal is immer noch besser als der verkackte Saft, den die da ausgeben. Da nimmst du lieber Heroin, Crack oder sonst was. Das bringt dich zumindest langsamer um und du hast mehr davon.“
„Der Saft tötet dich?“, antwortete ich entsetzt.
„Ne“, meinte der Mann:
„Die meisten bringen sich selbst um, nachdem sie ihn genommen haben.“
Ich versuchte, den Kloß im Hals herunterzuschlucken. Der Dunst war unmerklich dicker geworden.
„Sind die Nachwirkungen so schlimm?“, fragte ich.
„Weiß ich nicht. Kann ich dir nicht sagen. Ich hab das Zeug nie genommen. Aber mein Bruder.“
Da fiel es mir wieder ein. Der Blinde hatte von Brüdern gesprochen. Doch die ganze Zeit hatte ich nur einen einzigen der Rothschilds gesehen.
„Ist er gestorben?“, fragte ich mit belegter Stimme.
Der Mann schüttelte den Kopf:
„Nein. Obwohl ich manchmal wünschte, er wäre es. Weißt du, ich hab schon viel Mist in meinem Leben gebaut, aber auf meinen Bruder habe ich immer zählen können.
Wir haben uns gegenseitig gestützt und aufeinander aufgepasst. Wenn der eine wo reingeraten ist, hat ihn der andere rausgeholt und umgekehrt. Wir haben alles zusammen ausprobiert. Haben vor einiger Zeit ein Geschäft aufgebaut. Waren gut dabei. Nur hat er sich dann eingebildet, wir müssen uns nach neuen Märkten umschauen. Er hat da von einem gehört, der von einem gehört hat, dass da was ganz neues zu haben wäre. Keine gewöhnliche Droge, sondern die Zukunft. Einen Rausch, der bis dato unvorstellbar sei. Und das alles billig zu haben. Ein paar Euro, mehr nicht. Zu schön, um wahr zu sein.
Das dachte ich mir damals auch schon. Darum wollte ich nicht einsteigen. Mir kam es seltsam vor. Und an dem Abend, an dem wir uns deswegen gestritten haben, ist er alleine losgezogen.
Und ja, wenn ich wirklich gedacht hätte, er probierts, dann wär ich ihm doch hinterher. Ich hätte ihn aufgehalten. Aber ich bin Zuhause gehockt und hab mir eine Dröhnung verpasst. Und dann noch eine.“
„Und was ist mit ihrem Bruder passiert?“, fragte ich behutsam in die anschließende Stille hinein.
Der Mann zog noch einmal und erzählte dann, ab und an hustend:
„Mitten in der Nacht hat mein Handy geklingelt. Er hat mich angerufen. Zu der Zeit schlief ich aber schon, deswegen hat er nur die Mailbox erwischt. Am nächsten Morgen hab ich sie dann abgehört.“
„Und?“, entgegnete ich gespannt.
Statt einer Antwort kramte der Mann erneut in der Hosentasche, bis er ein abgegriffenes Handy zu Tage förderte. Mit einem traurigen Grinsen hielt er es mir hin.
„Ich hab sie nie gelöscht.“
Mit zitternden Fingern nahm ich das Telefon entgegen, drückte auf die Taste der Mailbox und hielt es mir ans Ohr. Eine mechanische Stimme meldete sich. Eine gespeicherte Nachricht. Dann:
„Ich hab es probiert!“ Die Stimme klang aufgeregt, hochgedrückt und besaß Ähnlichkeit mit der meines Gegenübers.
„Ich habe es probiert und es ist wunderbar. Es ist fantastisch.
Ich sehe es, Alex, ich sehe es. Das Licht strahlt in den hellsten Farben. Farben, die ich noch nie gesehen habe. Und ich kann sie alle sehen. Ich kann sie sogar spüren. Sie reden mit mir, Alex. Und ich rede mit ihnen!
Sie erzählen mir wundersame Dinge! Dinge, von denen ich noch nicht einmal zu träumen gewagt habe. Dinge, die es nicht geben dürfte und Dinge, die es nicht gibt. Es ist so herrlich. Alle singen sie im Einklang. Ein Chor aus Farben. Alex, ich wünschte du wärst hier. Ich wünschte, du könntest es sehen. Und hören. Wir brauchen nichts mehr zu verticken. Ich weiß es jetzt, Alex. Ich kann es direkt vor mir sehen.
Das Licht! Es strahlt wie die Sonne. Wie ein verglühender Stern. Es tut weh, hineinzusehen, doch ich kann nicht wegschauen. Es ist zu schön. So etwas schönes habe ich noch nie gesehen. Es ist nicht von dieser Welt.
Nichts auf dieser Erde kann so schön sein. Du musst herkommen, Alex. Ich muss aufhören. Ich ertrage es nicht. Sie haben gesagt, sie bringen mich dorthin. Ich muss gehen. Komm zum Sowitschweg. Die Nr. 8. Ich verspreche dir, das Licht wird auch zu dir kommen. Ich warte auf dich, Alex.“
Ein Piepen drang an mein Ohr. Die Nachricht war zu Ende. Langsam ließ ich das Handy sinken und reichte es seinem Besitzer zurück. Dieser starrte mit glasigen Augen durch mich hindurch.
„Jede Nacht denke ich daran. Die Versuchung ist da. Hinzugehen. Doch ich bin es ihm schuldig, es nicht zu tun. Er hätte es so gewollt. Sein altes Ich.“
Darauf konnte ich nur mit Schweigen antworten.
„Du hast ja gehört, wo der Ort liegt“, fuhr Alex fort:
„Jetzt kannst du selbst entscheiden. Ob du deinem Freund immer noch folgen willst.“
Ich zögerte kurz, dann nickte ich betreten.
„Hab ich es mir doch gedacht“, sagte Alex:
„Dir ist nicht mehr zu helfen. Genau wie dem anderen Typen. Ihr seid beide vom selben Schlag. Gleich irre. Ihr wisst beide nicht, wann man besser aufhören sollte.“
Eine Weile lang schwiegen wir beide, dann meinte Alex:
„Wie lange willst du noch da rumstehen? Verpiss dich endlich. Ich bin müde.“
Also ging ich. Hinaus auf den dreckigen Flur, die kaputte Treppe hinunter, durch den Gang mit der zerrissenen Tapete und nach draußen auf den Hof. Mir war immer noch ein wenig schwummrig von der durchtränkten Luft.
Die Nacht war auf einmal nicht mehr so finster. Als ich den Blick gen Himmel richtete, sah ich dort in Pracht die Sterne funkeln. So klar, wie in dieser Nacht, hatte ich sie noch nie zuvor in meinem Leben gesehen. Vielleicht wegen dem fehlenden Straßenlaternen oder dem Hauch an Grasrauch in meiner Lunge. Vielleicht war es aber auch der Restalkohol in meinem Blut.

Irgendwann bin ich weitergegangen. Ich habe nicht genau gewusst wohin, denn ich kannte ja nur den Straßennamen. So lief ich einfach auf gut Glück durch die Gassen und Gänge. Stolperte über Zäune, stob über Hinterhöfe und kletterte über Mauern. Ich vertraute nur meinem Glück. Oder meinem Unglück.
Ich sah es schließlich auf der anderen Straßenseite. Nicht von weitem, sondern mit einem Schlag tauchte es zu meiner Rechten auf. Das Gebäude hob sich krass vom Rest des Viertels ab.
Es war in gutem Zustand.
Die Fenster bestanden aus farbigem Buntglas und alle schienen vollständig. An der Dachspitze steckte ein Kreuz mit zwei Querbalken. Ich zögerte, doch das Straßenschild an der Seite bestätigte mir, dass es sich um den richtigen Ort handelte.
Hatte der Rothschildbruder gar nicht diese Droge probiert, sondern war stattdessen in die Fänge einer Sekte geraten? Das passte ganz gut in das Muster, das sich mir derzeit im Kopf festigte.
Ich überquerte die Straße. Ein Baldachin, unter dem ein goldener Teppich ausgerollt lag, überspannte den Weg bis zur zweiteiligen Eingangstür. Davor ein Mann in einem Anzug, unter dem sich ausgeprägte Muskeln wölbten, und einer Portiersmütze auf dem Kopf. Er trug eine Sonnenbrille, hatte die Arme überkreuzt und mich schon die ganze Zeit im Visier. Zaghaft ging ich auf ihn zu, bis ich direkt vor ihm stand. Er sah mich von oben bis unten an, schätzte und nickte dann in Richtung Tür. Ich senkte verunsichert den Blick und öffnete die Pforte.
Eine goldglänzende Halle erwartete mich. Alles blitzte und funkelte. Große Säulen aus Stein reihten sich auf beide Seiten aneinander. Dazwischen klafften Türen in der Wand. Ein Stück weiter vorne waren Bänke errichtet. Kirchenbänke, so schien es mir. Dahinter, auf einem kreisrunden Sockel, stand ein vergoldeter Altar. Auf diesem waren diverse Gegenstände aufgestellt. Ein Kelch, eine Schale, mehrere Kerzen, eine Kugel, die Löcher besaß und an der eine eiserne Kette baumelte.
Auf den Bänken saßen Menschen. Zerlumpte Gestalte mit Strickmützen und bunt bestickten Kopftüchern. Sie knieten und hockten, hatten die Hände gefaltet und die Köpfe gesenkt. Vor dem Alter stand eine Frau, die ihre Hände nach oben streckte und Sätze intonierte, die dann von der Gemeinde wiederholt wurden. Als sich mein Blick an die Decke richtete, sah ich eine Vielzahl an Fresken von verschiedener Größe. Jedoch waren Szenen abgebildet, die, wie ich vermutete, noch nie in der Bibel gestanden hatten. Zumindest nicht in der unsrigen.
In der einen sah man einen geflügelten Menschen vom Himmel herabsteigen, unter ihm ein Meer aus Rot. Flamen züngelten aus Häusern hervor, Menschen rannten schreiend, vom Feuer umschlossen, hin und her. Das Vieh streckte die Köpfe aus den Ställen und rief gepeinigt, während die Glut aus den Fenster loderte. In der Hand trug der Engel einen Stab, an dessen Anfang ein Knauf und an dessen Ende drei Zacken entsprangen. In seinem Gesicht stand freudige Erwartung. Er betrachtete die gequälte Masse mit unreiner Verzückung.
Auf einem anderen konnte man zwei Männer erkennen. Es schienen Riesen zu sein, denn sie überragten einen Berg, an dessen Fuße sich ein winziges Dorf befand. Sie blickten wissend hinab und betrachteten gleichzeitig einen reißenden Strom, der sich über die Felder ergoss. Wellen schlugen hoch, schäumten und fielen übereinander zusammen. Die Bauern versuchten, sich zu höher gelegenen Stellen zu bewegen, doch die Riesen hatten vorsorglich eine breite Schneise in den Boden geschlagen, um die Menschen an der Flucht zu hindern. Ihre Gesichtern wiesen ähnliches Entzücken auf, das mich aber eher an Wahnsinn erinnerte, als an Freude.
Ein drittes Bild zeigte die strahlende Sonne. An der Decke musste direkt in den Stein eine Glühbirne eingesetzt sein, denn das Bild leuchtete von sich heraus, dass es mir in den Augen wehtat. Wolken türmten sich am violetten Himmel und Vögel flogen über dem Horizont. Außerdem sah man am Firmament zu hunderten graue Schemen schweben. Sie sahen wie Engel aus und hielten Stäbe und Schwerter in den Händen. Manche besaßen zwei Paar Flügel, andere wiederum nicht weniger als sieben. Während ich die Szene betrachtete, pulsierte das Licht in meinen Augenwinkeln, doch ich vermied, sie direkt anzusehen. Gegen was diese Heerscharen an himmlischen Kriegern kämpften, konnte ich zwar nicht erkennen, doch das Gemälde erschien mir am imposantesten von allen.
Direkt zu meiner Linken und Rechten standen zwei Anzugträger die, genau wie der Erste, ebenfalls Sonnenbrillen trugen. Der eine zeigte mit der Hand auf eine entfernte Tür und bedeutete mir, dort hinzugehen. Während ich durch die Halle wanderte, lauschte ich den gehauchten Gesängen der Menschen um mich herum. Es waren lateinische Kirchenlieder, jedoch keine, die ich schon einmal gehört hatte. Soweit ich es verstand, besang man den Herrn in hohem Maß, nur schlichen sich ab und an einige unpassende, ja mir sogar Furcht bereitende Begriffe ein. Schnell hastete ich weiter, um dem monotonen Chor zu entfliehen.
Die nächste Tür, die ich öffnete, führte durch einen Gang, der am Ende nach rechts abbog. Die Wände waren mit Bildern behangen.

So viel kann ich ihnen noch berichten. Ich könnte ihnen auch noch erzählen, welche Gefühle diese Bilder in mir auslösten. Jeden einzelnen Eindruck habe ich noch genau in Erinnerung. Furcht, Wut und unbeschreibliche Freude und manchmal sogar alles zugleich. Vor dem einen zitterte ich, vor dem anderen jauchzte ich und das nächste widerte mich so sehr an, dass ich mich wegdrehen musste.
Doch was ich genau sah, was wirklich auf diesen Bildern gemalt war, will mir einfach nicht mehr in den Sinn kommen. So sehr ich es auch versuche, und so genau ich auch meine eigenen Regungen aufrufen kann, ist doch jede Leinwand in meinem Kopf nur eine graue, verschwommene Fläche.
Aber der Eindruck bleibt, dass die Abbildungen, die sich mir in diesem Moment zeigten, fundamental gegensätzlich, ja fast schon universal obszön schienen.
Ideen sprossen beim Anblick in meinen Gedanken. Wilde und freie Ideen, die nicht an die unsrigen Gesetze gebunden waren. Teilweise waren es schreckliche Vorstellungen, die diese Bilder mir in den Geist setzten, doch waren sie auch von einer Art Euphorie begleitet. Euphorie, die an Wahnsinn erinnerte, die einen zum Lachen brachte und nicht mehr losließ. Als hätte man sich gegen etwas Grundsätzliches aufgelehnt. Gegen eine Mauer der Natürlichkeit, die schon immer dastand, die einem aber erst jetzt aufgefallen war. Und man hatte einen Riss darin entdeckt, nur einen kleinen, aber doch groß genug, um hindurchzusehen. Und in diesem Moment, als ich in diesem Gang stand und links und rechts das Unfassbare betrachtete, habe ich durch diesen Riss geblickt. Bilder, die ein Mensch vielleicht nicht sehen sollte. Die er gar nicht verarbeiten kann, ja vielleicht gar nicht wirklich mitbekommt. Das Einzige, was er erfährt, sind die groben Umrisse. Die Eindrücke und Gefühle. Das Konzept, dass hinter der Mauer etwas existiert, dass unsere Vorstellungskraft übersteigt.
An manchen Tagen überkommt mich noch immer so eine Ahnung. Ein kurzer Hauch von dem, was mich dort im Gang streifte. Da wache ich spätnachts schweißgebadet auf und weiß nicht mehr, von was ich geträumt habe. Oder ich stehe an der Schlange im Supermarkt und starre in die Ferne, bis mich das Schnippen der Kassiererin wieder aus der Trance reißt.
Doch genug von meinen täglichen Problemen, sie wollen sicher wissen, wie es weitergeht.

Die Flut an Bildern versiegte erst, als ich um die Ecke bog und sich das letzte Gemälde meiner Sicht verbarg. Auf einmal war mein Kopf wieder frei. Nur noch Schemen blieben zurück, die nach und nach verblassten. Eine beängstigende Leere tat sich auf. Als wäre ein Teil ausgebrannt und stünde nun brach und verlassen. Ein Ort, an den sich keine anderen Gedanken mehr trauten. Ein schwarzes Loch, das jeden Fetzen Sinn verschluckte. Ich blinzelte ein paar Mal. Mein Blick wurde klarer.
Vor mir stand ein weiter Anzugträger, der mir verständnisvoll zunickte. Er griff mich am Ärmel und lotste mich fort, durch mehrere aneinandergereihte, karge Räume. In jedem war ein Bettgestell aufgebaut, auf dem eine oder mehrere Personen lagen. Teilweise übereinander, auch auf dem Boden oder in einer Ecke hatten sie sich gesetzt, gelegt oder gekniet. Sie alle besaßen einen glasigen Blick. Manche zuckten, andere murmelten Wiederholungen der Liedtexte, die ich vorhin vernommen hatte, einigen lief der Speichel in Fäden aus dem Mund und ihre Augen verdrehten sich, sodass man nur noch das Weiße erkennen konnte. Ein paar jaulten, schlugen sich immer wieder gegen den Kopf, versuchten ein Kissen oder einen Teil der Matratze zu verschlingen oder erbrachen sich immer wieder in rötlichen Schwällen.
Ich steckte die Hände in die Hosentaschen, zog den Kopf ein und machte mich so klein wie möglich. Die Kopfschmerzen waren wieder da. Es fühlte sich an, als ob mein Gehirn im Rhythmus der Wahnsinnigen pulsierte. Ein paar tanzten im Kreis um einen Anderen, der sich in Lachkrämpfen wand, während er sich einen Metallstift in das Ohr drückte. Einer stieß in regelmäßigen Abständen gackernde Hundelaute aus und trat dabei mit schon blutig triefender Socke gegen einen Tisch.. Eine junge Frau biss sich in die Arme und benutzte ihr Blut, um mit den Fingern an die Wand zu malen. Ein Bub, nicht älter als zehn, machte ununterbrochen Purzelbäume zwischen den anderen Verrückten hindurch. Sein Ohr fehlte ihm, sowie ein Stück seiner Nase. Ein Mann in zerrissenem Anzug schlug einem anderen eine Aktentasche auf den Kopf. Jener regte sich nicht mehr, starrte stumm in eine Ecke, zuckte nur ab und an unkontrolliert mit der Hand. Eine Frau ließ sich einfach fallen, stand auf und ließ sich wieder fallen. Ihre bereits gebrochene Nase blutete, doch sie machte unverdrossen weiter, ohne ihr Grinsen zu verlieren.
Panik überkam mich, als ich am Arm gepackt wurde. Ein Mann mit nur einem Auge hielt mich fest. Dort, wo das andere sein sollte, befand sich nur eine leere, rote Höhle. Was er murmelte, konnte ich nicht verstehen, doch schon ging der Anzugträger dazwischen. Beherzt schubste er den Mann weg. Dieser fiel nach hinten, landete mit dem Kopf zuerst auf dem Boden und rührte sich nicht mehr. Unberührt zog man mich weiter.
Ab da schaltete ich ab. Ignorierte das Gejohle und Geschreie um mich herum. Vergaß das Kleinkind, dass regungslos auf dem Laken lag, während die Mutter auf einem Wachsmalstift kaute. Übersah den Mann, der auf allen Vieren herumkroch und bellte und auch den, der sich mit einer Zange, unter Gekreisch der anderen, nacheinander alle Zähne zog.
Stur starrte ich auf den Boden, während hinter, vor und neben mir sich der Mensch selbst degradierte.
Nur einen einzigen von ihnen fasste ich ins Auge. Er war nicht wie die anderen. Er verstümmelte sich nicht und er schrie nicht. Er stand mit dem Rücken zu mir an der Wand, in der Rechten eine Kreide. Mit ihr zeichnete er an die Wand. Wahllose Zeichen, so schien es, malte er da mit ruhiger Hand, eines nach dem anderen. Wann immer ihm ein anderer Wahnsinniger zu nahe kam, verscheuchte er ihn sanft und arbeitete weiter. Seine Finger zitterten ein wenig, während er Strich um Strich setzte. Genauer beobachten konnte ich leider nicht, denn schon zog man mich weiter.
Nach einigen Minuten erreichten wir schließlich das Ende der Kammern. Nach einem weiteren Gang betraten wir einen komplett weißen Raum. An den Wänden waren ebenso hellweiße Sitzbänke aufgestellt und an der Decke hing eine Neonlampe. Gegenüber befand sich eine weiß gestrichene Holztür. Doch meine Aufmerksamkeit richtete sich sofort auf den Menschen, der dort auf einer der Bänke saß. Es war der Mann aus der Bar. Es war James.

Sanft, aber bestimmt schob mich der Anzugträger an den Platz neben James, wo ich mich gehorsam setzte. Man verließ uns und für einige Minuten saßen wir schweigend nebeneinander. Ich, den Kopf gesenkt, und die Hände sauber auf dem Schoss gefaltet, James mit verschränkten Armen, stur geradeaus schauend. Man konnte mir die Verstörtheit am Gesicht ablesen, tiefe Ringe unter den Augen und mir stand die meiste Zeit dümmlich der Mund offen. James hingegen kratzte sich an der Nase, klopfte ungeduldig mit dem Fuß aufs Parkett und sah ansonsten recht unbeeindruckt drein. Derweil starrte ich weiter auf meine zitternden Hände und versuchte, meine Gedanken zu ordnen.

Nach fünf Minuten betrat ein hochgewachsener, schmieriger Typ den Raum. Er hatte wie alle anderen Angestellten hier einen Anzug an, trug zu diesem aber anstatt einer Krawatte eine dunkelgrüne Fliege. Auch waren seine Augen unbedeckt, sie wanderten von mir zu James und wieder zurück, nur um schließlich auf meinem Sitznachbarn zu verharren.
„Herr Farfoot, es wäre dann alles bereit für sie. Zimmer E2 auf der rechten Seite. Wenn sie mir bitte folgen würden“, sagte der Mann, wobei mir seine Stimme ein wenig zu rein, ein wenig zu perfekt und sauber vorkam. Seine Iris blitzte im Licht der Lampe golden, nur für einen Moment, dann erschien sie wieder in mattem Blau. James stand auf, ging ein paar Schritte auf den Mann zu, drehte sich dann aber zu mir um. Aus der Tasche zog er seine Sonnenbrille, klappte sie auseinander, setzte sie auf und sagte einen einzigen Satz zu mir:
„Vielleicht sieht man sich ja mal wieder.“
Das wars. Anschließend verschwand er.
Genau kann ich nicht sagen, wie lange ich in diesem Raum gesessen bin. Das Weiß tünchte alles Gefühl in meinen Sinnen. Meine Augen verschleierten, deshalb schloss ich sie. Ich roch nichts und hörte auch nichts. Nur um sicherzugehen, dass die Realität noch funktionierte, rückte ich alle Weile ein Stück mit der Bank, die dann ein Quietschen von sich gab und mich wieder in die Wirklichkeit holte.
Irgendwann, ob nun eine halbe oder auch eine ganze Ewigkeit später, ging die Tür wieder auf und ins Zimmer trat der Mann von vorhin. Ohne James.
Er deutete eine Verbeugung an und wies dann mit ausgestrecktem Arm in den Gang:
„Wenn sie so freundlich wären, mir zu folgen. Es ist alles für sie vorbereitet.“
Auf wackligen Beinen erhob ich mich und versuchte dabei, betont aufrecht zu gehen. Die Knie schlotterten mir zwar und mein Herz klopfte, doch ich bemühte mich, mir nichts anmerken zu lassen. Ich kratzte noch den letzten Rest an Mut und Willen, den ich besaß, zusammen und marschierte entschlossen hinter meinem Führer her.
Schon wieder erwarteten mich Türen zu beiden Seiten. Reine, weiße Wände umfingen mich. Wohltuend.
Ab und an drehte sich der Fliegenträger mit schelmischem Grinsen um, als ob er prüfe, ob ich noch da sei. Ein jedes Mal starrte ich voll Inbrunst zurück und versuchte mir, meine Furcht, meine Müdigkeit und meinen in Mitleidenschaft gezogenen Geist nicht anmerken zu lassen. Ob es mir gelang, kann ich nicht sagen, doch ich gab mir allergrößte Mühe. Nach einer schieren Endlosigkeit hielten wir vor einer Tür, die sich nicht groß von den anderen unterschied. Sie besaß eine andere Nummer, doch ansonsten war sie identisch. Mein Führer machte sie mir auf und gebot mir, hineinzugehen. Ich gehorchte.

Ein Himmel und Gras erwarteten mich. In gemalter Form.
An die Decke war ein Firmament gezeichnet und erstreckte sich samt Wolken, Vögeln und Sonne bis zum Horizont. Darunter stand das Gras hoch auf den Wiesen. Ich sah die verschiedensten Tiere weiden. Schafe, Ziegen, Kühe und daneben auch Fleischfresser, wie Löwe, Wolf und Lux. Sie standen friedlich umeinander herum, fraßen vom Grün oder starrten in die Luft. Dazwischen wuchsen Blumen, Sträucher und Bäume. Ich sah Palmen neben Birken stehen, Mangos neben Äpfeln wachsen und Rosen neben Orchideen sprießen. Alles war im Einklang miteinander und nichts machte den Eindruck, als wäre es am falschen Ort. Ein besonders großer Baum erregte meine Aufmerksamkeit. Er war stramm gewachsen und überragte alle anderen um mehrere Meter. Sein Laub war fleischig und an den Ästen hingen saftige, purpurne Früchte. Direkt in der Mitte des Raumes hatte man einen weißen Sessel gestellt. Davor einen ebenfalls weißen und runden Tisch. Auf diesem stand eine silberne Karaffe. Der obere Teil war geformt wie der Kopf einer Natter. Das Maul der Schlange war die Öffnung und in ihre Augen hatte man rot blitzende Steine eingesetzt, die der Figur eine gewisse Lebendigkeit verliehen. Weiter unten ging der Leib in eine halbrunde, dickere Form über, die unzählige Reliefs schmückten. Es waren keine bildhaften Darstellungen, sondern Zeichen und Formen eingedrückt. Ineinander geflochtene Kreise und Dreiecke, durchzogen von Linien, die sich durch Rechtecke wandten, daneben Prismen und Quader zu einem unerkennbaren Wirrwarr zusammengefügt. Striche, die sich einmal komplett um den Körper zogen, um dann mehrere Male durch sich selbst zu gleiten, halbe Sterne, die in Ansammlungen von Tetraedern stürzten, schier unmögliche Formen, welche mit anderen noch sinnfreieren Gebilden verschmolzen. An der Seite war ein gewundener und verschnörkelter Griff angebracht. Das Gefäß stand auf einem kleinen hölzernen Sockel, der das Unterteil umfasste.
Auch ein Glas war auf den Tisch gestellt. Es war ein Schnapsglas, in besonders kleiner Ausführung, das sicherlich nur wenige Milliliter fasste.
Als ich mich noch einmal umdrehte, sah ich, dass mein Führer mich verlassen hatte. Der Mann mit der Fliege war, auch als ich meinen Kopf nach draußen in den Gang streckte, nicht zu sehen.
Zögerlich durchschritt ich meinen Raum und setzte mich. Aus der Nähe wirkte die Schlange noch echter. Von ihren Augen ging eine seltsam hypnotische Anziehung aus. Ich berührte sie. Das Silber fühlte sich kalt an meiner Haut an. Vorsichtig strich ich an der Karaffe entlang. Ließ meine Finger über die Formen gleiten, bis sie unten am Fuß angekommen waren. Dann griff ich mir das Glas und stellte es vor mir ab. Als nächstes fasste ich andächtig den Henkel und hob das Behältnis an. Ich spürte, wie im Inneren eine Flüssigkeit träge hin und her schwappte. Vorsorglich nahm ich die Karaffe mit beiden Händen und hob sie über mein Glas. Es dauerte, bis der Saft durch die Öffnung geschossen kam. Es war ein sehr dünner Strahl, vielleicht nur ein oder zwei Millimeter breit. Das Glas war voll, ich stoppte und stellte das Gefäß ab. Ich wagte es nicht zu atmen, während ich die trübe Flüssigkeit betrachtete. Sie war goldgelb, mit einem violetten Ton und voller weißlicher Schlieren. Dickliche Fäden drehten, waberten und kreisten eigenmächtig durch das Glas. Alsbald konnte ich Bilder in ihnen erkennen. Gesichter, Gebäude und Personen. Als würde ich einen Film sehen, taten sich ganze Szenen und Landschaften auf. In Sekundenbruchteilen zogen Epen von gigantischem Ausmaß an mir vorüber. Minutenlang saß ich da und betrachtete. Dann riss ich mich los und versuchte, mich zu konzentrieren. Süßliche Dämpfe gingen von dem Saft aus. Sie vernebelten mir die Sinne. Das Loch im Kopf begann sich wieder zu füllen. Schon spürte ich den Hauch des Unfassbaren.
Ich musste handeln, solange meine Sinne noch teilweise beisammen waren. Ohne weiteres Zögern griff ich das Glas, hob an und stürzte den Inhalt hinunter.
Das Wenige reichte nur für einen einzigen Schluck, doch dieser floss mir wie flüssiges Gestein die Kehle hinunter. Es schmerzte und ich keuchte und hustete mir die Lunge aus dem Leib. Der Geschmack, der in meinem Mund zurückblieb, war unbeschreiblich. Eine Mischung aus Säure, stechendem Schmerz und Vulkanasche schien in meinem Rachen zu kochen. Ich fiel vom Stuhl, kniete auf dem Boden, die Hände an meinen Hals gepresst und um Atem ringend. Ich bekam keine Luft mehr und mein ganzer Körper verkrampfte sich in spastischen Anfällen. Schwarzer Rauch zog mir vor die Augen, verschleierte meine Sicht und ließ mich im Wahn blind umher tasten. Ich rollte auf den Rücken und sah dem aufgemalten Himmel entgegen. Während ich asthmatisch um mein Leben rang, schienen mich die Vögel von dort droben hämisch auszulachen. Zwischen den immer dunkler werdenden Schlieren grinsten mir ihre Fratzen boshaft entgegen. Langsam schwanden mir vollends die Sinne, mein ganzer Geist wurde von einer Taubheit erfasst, derweil mein Magen von Innen heraus verbrannte. Ich konnte meine Arme nicht mehr bewegen, die Beine wurden mir auch schon gefühllos.
Es dauerte nicht lange, bis ich nichts mehr spürte, nichts mehr sah, nichts mehr schmeckte, nichts mehr roch, nichts mehr hörte und nichts mehr dachte.
Und dann, endlich, erfasste mich die Ohnmacht.

Das hört sich jetzt zwar sehr tragisch an, doch sie können sich denken, Herr Wachmeister, dass mein Ende noch nicht gekommen ist. Schließlich sitze ich jetzt gerade vor ihnen und liege nicht in irgendeinem Hinterhof unter der Erde.
Stattdessen bin ich, wie mir mein Mitbewohner bestätigte, am nächsten Morgen in meinem Bett aufgewacht. Doch lassen sie mich am besten etwas genauer ausschweifen.

Das folgende hat sich so, laut meinem Mitbewohner, ja, der, der mich einfach so stehen gelassen hatte, um vier Uhr morgens zugetragen.
Er vernahm ein Scheppern, anschließend ein Klirren, und eine Minute später stand ich scheinbar vor der Wohnungstür und polterte dagegen. Die Hauspforte hatte ich vorher, wie ich am nächsten Tag begutachten konnte, mit einem Stein eingeschlagen und mich anschließend durch das kaputte Glasfenster geschoben. Die Narbe davon trage ich heute noch unter dem Arm.
Als er mir aufmachte, soll ich wie ein Besessener durch den Raum und in mein Zimmer gelaufen sein. Dabei hat er natürlich zuallererst versucht, mit mir zu reden, was ich aber gänzlich ignoriert habe. Stattdessen habe ich ihn angefaucht, dass ihm schon ganz anders geworden war. Mein ganzes Verhalten schien von etwas beeinflusst worden zu sein. Etwas Animalischem, ähnlich einem wilden Raubtier auf Beutesuche.
Sekunden, nachdem ich mich in meinem Zimmer verbarrikadiert hatte, hörte er es auch schon mächtig Rumoren und Schlagen. Ich verschob zu der Zeit gerade einige Möbel, schaffte Platz und stellte sie übereinander. Er überlegte schon, die Polizei zu rufen, da mein Verhalten auf jeden Fall von der merkwürdigsten Sorte war. Doch dann schien es ruhiger zu werden. Ich hatte aufgehört zu randalieren und stattdessen vernahm er, als er sein Ohr gegen meine Tür presste, Murmeln und ab und an ein Gurgeln oder einen stillen Schrei. Dann, und das muss ich ihm wirklich zu Gute halten, hat er einen Stuhl genommen und sich vor meine Tür gesetzt. Vielleicht fühlte er sich immer noch schlecht, weil er mich in der Nacht im Stich gelassen hatte. Eine Stunde versuchte er, mich aus dem Zimmer herauszuholen, versuchte, mit mir zu reden oder irgendeine andere Reaktion hervorzurufen. Doch ich war nicht ansprechbar und ignorierte ihn vollkommen. So gab er es auf, wartete einfach ab und achtete darauf, dass ich immer noch ab und an Laute von mir gab. Erst als er mein Schnarchen hörte, ging er selbst ins Bett. Das war dann um 6 Uhr in der Früh. Ich hatte also zwei Stunden für die Angelegenheit in meinem Zimmer gebraucht.
Ja, jetzt wird es interessant. Und ich merke schon, sie können es nicht mehr erwarten. Also will ich sie nicht länger auf die Folter spannen.
Der Anblick, zu dem ich aufwachte, war imposant und gleichzeitig überaus erschreckend. Nicht zu übersehen waren die Schriftzeichen. Tausende musste ich letzte Nacht an meine Wände gemalt haben. Ich erinnerte mich noch dumpf an die Karaffe und zu meinem Entsetzen bestand eine unverwechselbare Ähnlichkeit mit jenen Symbolen, die dort aufgedruckt waren. Durcheinander geworfene Formen, gestaucht und gestreckt und miteinander verbunden. Sie ergaben für mich absolut keinen Sinn.
Mittlerweile weiß ich, dass es eine Schrift ist, die ich damals an die Tapete gemalt hatte, und die, wenn ich ein wenig angeben darf, ich heute fehlerfrei schreiben und lesen kann. Doch dazu erzähle ich ihnen später mehr.
Ich sah damals schon die ganze Arbeit vor mir, neue Tapeten zu kaufen und fest zu kleben. Dann erst bemerkte ich, dass ich im Wahn den Großteil meiner Möbel zu Klump geschlagen hatte. Es lagen Holzsplitter herum, Bruchstücke meines Schreibtisches, die Scherben des Wandspiegels, und meine Uhr hatte ich einmal in der Mitte entzwei gebrochen. Die Überreste meiner schmählichen Einrichtung waren zu einem unordentlichen Haufen getürmt. Zumindest dachte ich zu Anfang so. Doch bei näherer Betrachtung konnte ich darin sehr wohl ein Muster erkennen. Vor meinen Augen errichtete sich ein runder, segmentierter Turm. An dessen Spitze hatte ich Glasscherben platziert, die im richtigen Winkel das Licht der Sonne, das durch mein Fenster schien, reflektierten und so eine leuchtende Spitze schafften. Es war ein Monument aus Müll. Ein Gleichnis, so viel war mir klar, doch ich wusste nicht, was es darstellten sollte.
Als nächstes nahm ich den Zimmerboden in Augenschein. Der Teppich, der sich dort normalerweise befand, wurde zum Großteil von beschriebenem Papier überdeckt. Nur an ein paar Stellen blitzten die Fasern durch. Ich hob eins der Blätter auf und betrachtete es. Es waren dieselben Zeichen aufgedruckt wie an meinen Wänden. Außerdem hatte ich jeweils eine Zahl in dir Ecken geschrieben.
Ich griff mir weitere Blätter vom Boden. Auf einige hatte ich mit dünnem Bleistift gezeichnet. Ich konnte Hebel erkennen, lange Streben, Schrauben und Muttern. Stangen, die ineinander geschoben waren, Druckbehälter, Tanks, die mithilfe von Schläuchen an anderen Gerätschaften angeschlossen waren, Zahnräder, so winzig, dass ich sie nur als Punkt auf dem Papier erkennen konnte und welche, die so groß waren, dass sie zwei Seiten ausfüllten.
Zu Anfang machte nichts einen Sinn. Wahllos schien ich gekritzelt zu haben, so wie mir es gerade gepasst hatte. Auf ein Blatt waren hunderte kleine Striche gemalt, ein anderes hatte ich komplett schwarz schraffiert. Einige Zeichen waren mit unpassenden Farben bunt ausgemalt, anderes hatte ich wieder durchgestrichen, drüber gezeichnet oder unsauber weg radiert. Doch nach einigem Studieren wurde mir bewusst, was ich da fabriziert hatte.
Ich hatte eine Konstruktionszeichnung erstellt und die Anleitung gleich mit aufgeschrieben.
Alsbald suchte ich nach den verschiedenen Nummern der Seiten. Auf Anhieb fand ich Zettel, die zusammenpassten, deren Zeichnungen vollständig oder deren Schriftzeichen ganz wurden. Nach einer Weile hatte ich so viele gesammelt, dass sie nicht mehr zu tragen waren, deshalb breitete ich sie erneut auf dem schon vom Papier befreiten Boden aus. Nur dieses Mal geordnet. Als ich die ersten nebeneinander legte, bemerkte ich auch, dass es kein Buch war, was ich da verfasst hatte. Es war ein überdimensioniertes Bildnis. Eine gigantische Maschine. Statt Buchseiten benannten die Zahlen die Reihenfolge, in welche die Konstruktionszeichnung ausgelegt werden musste. Doch etwas schien nicht richtig zu sein. Obwohl ich alle Blätter beisammen hatten, klafften noch immer Lücken im gesamten Gebilde. Es fehlten Seiten und Nummern, die ich, auch nach mehrmaligem Durchstöbern des Raumes, nicht finden konnte. Ich öffnete sogar das Fenster, sah hinunter auf den Hof oder betrachtete die Unterseite des Turms, doch ich konnte nichts entdecken. Was da vor mir abgebildet war, strahlte mich ominös an. Zwar fehlte noch einiges, doch allein die Umrisse und die grobe Struktur brachten mein Blut in Wallung und ließen mir die Haare zu Berge stehen. Es waren zu viele Stangen und Kolben, Räder, Kanten und Zähne. Ohne zu übertreiben kann ich sagen, es machte mir Angst. Allein die grobe, halbfertige Skizze von diesem Gerät versetzte mich in einen Anfall von solcher Panik, dass ich die Augen schließen musste. Jedes Mal, wenn mein Blick es streifte, spürte ich schon die Schweißtropfen meine Stirn hinunterlaufen. Ich konnte es nicht ansehen, ohne mir die grauenvollsten Dinge vorzustellen.
Heraus stach der Kolben. Dieser gigantische Kolben, um den der Rest der Zeichnung voluminierte. An beiden Enden waren lange Stangen angebracht, an denen er hin und her schwingen konnte.

Schließlich habe ich es zusammengepackt. Alle Blätter unter mein Bett gestopft und mich auf selbiges gesetzt. Das Gesicht in den Händen vergraben, wartete ich darauf, dass das Hämmern und Pochen in meinem Kopf aufhörte.
Mir war


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Beitrag #2 |

RE: Der Apfelsaft
Lieber KorbohneD,

das sind 17 (!) Wordseiten, die du uns da so nonchalant präsentierst Icon_shocked  Außerdem beschleicht mich das Gefühl, dass der Text nicht vollständig kopiert wurde, da der letzte Satz einfach abreißt.

Du warst schon länger nicht online, vielleicht kriegst du eine Verständigung, wenn ich das hier schreibe und du schaust wieder vorbei und lässt mich wissen, ob du noch an Rückmeldungen an deinem Text interessiert bist. Bei 17 Seiten frage ich lieber, bevor ich mich reinknie.^^"

LG

Sniffu

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