Es ist: 31-10-2020, 20:45
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Könige der Prärie - 1. Teil (überarbeitet)
Beitrag #1 |

Könige der Prärie - 1. Teil (überarbeitet)
Ausnahmsweise kein Fantasy. Schon seit Jahren wollte ich eine Indianergeschichte schreiben, aber mir fehlte immer so der richtige Dreh. Dann hatte ich eine plötzliche Eingebung, bei der meine beste Freundin eine Rolle spielte. Deshalb ist ihr diese Geschichte auch gewidmet. 
Vorwarnung: Klischeehafte Zuckerwattenromantik und stellenweise vermutlich total unglaubwürdig. Ich nehme mir diese dichterische Freiheit. 
Viel Spaß euch beim Lesen.
 
Die Kutsche rumpelte über die letzten Meter Kopfsteinpflaster und schüttelte die Passagiere im Inneren ordentlich durch.
Im Hafen herrschte geschäftiges Treiben. Reisende zeigten geduldig ihre Fahrkarten vor, Kinder sprangen aufgeregt um ihre Eltern herum und konnten es gar nicht abwarten, das riesige Schiff, das sie in eine neue Welt bringen sollte, zu betreten.
Zwei Hunde balgten sich wütend kläffend um ein fauliges Stück Fleisch und hoch oben am blauen Himmel zogen weiße Möwen schreiend ihre Kreise.
Katie setzte den strengen schwarzen Hut auf, der ihr feuerrotes Haar nur notdürftig verdeckte und band mit festem Zug eine Schleife unter dem Kinn.
Die Kutsche hielt an und die junge Frau nahm ihre Tasche, sie reiste nur mit leichtem Gepäck. Dort, wohin ihr Weg sie führte, war der Tand, den Damen ihrer Zeit zu benötigen glaubten, nur eine Last.
Sie lächelte bei dem Gedanken, dass heute der erste Tag eines eigenständigen Lebens war und beschirmte beim Aussteigen die Augen mit der Hand. Das Sonnenlicht brannte ihr unter den Lidern, Sie blinzelte zweimal, vor ihren Augen, die sich in den letzten Stunden an die Dunkelheit der Kutsche gewöhnt hatten, tanzten helle Flecken.
Einen Moment sah sie sich wie suchend um, als würde da jemand stehen, der sie verabschiedete, ein bitteres Lächeln stahl sich auf ihre Lippen. Niemand von den vielen Menschen, die durcheinander wuselten wie in einem Ameisenstaat, würde ihr auch nur mit dem Taschentuch hinterher winken. Sie würde keine Lücke hinterlassen.
Vorsichtig bewegte sie die Schultern, das Abschiedsgeschenk der Mutter Oberin, sieben Stockschläge, brannte noch immer auf ihrem Rücken. Katie nahm ihre Tasche auf und machte den ersten Schritt in ein neues Leben, ohne Zwänge und in Freiheit.
Plötzlich erregte etwas ihre Aufmerksamkeit. Blau, wie ein Stück Himmel an einem Vorfrühlingstag in dem Grau der Reisekleidung.
Ruckartig blieb Katie stehen und wandte den Kopf. An einen der Pollern gedrückt, fast schon an den Pfahl geklammert, lehnte ein junges Mädchen und beobachtete das Treiben mit großen, erschrockenen Augen. Katie schätzte die Kleine mit der blauen Taftschleife in den blonden Locken und dem farblich passenden Kleidchen auf kaum älter als vierzehn Jahre. Trotz dass die Kleidung schmutzig war, wiewohl auch Gesicht und Hände schon einige Tage kein Wasser mehr zu sehen bekommen hatten, sah man dem Kind an, dass es aus gutem Haus stammen musste.
"Nicht mein Problem", murmelte Katie zu sich selbst und wollte ihre Tasche schultern, das Schiff zu betreten, als sie ein stechender Schmerz durchfuhr, der sie aufschreien ließ. Erschrocken presste sie die Hand auf den Mund, mehrere neugierige Köpfe wandten sich zu ihr um. Auch das Kind wurde aus seiner düsteren Gedankenwelt aufgeschreckt. Die großen Augen ruhten auf Katie, die sich dem hilfesuchenden Blick nicht entziehen konnte. Einen Moment blieb sie unschlüssig stehen, dann siegte ihr weiches Herz über die Vernunft. Sie ging zu dem Mädchen und beugte sich vor ihr nieder. Der Blick des Kindes schien sie fast zu durchbohren.
"Hey Kleine", begann sie unbeholfen das Gespräch. "Hast du dich verlaufen? Wo sind denn deine Eltern?" Sie hätte sich für die plumpe Fragerei ohrfeigen können, denn es war ganz offensichtlich, dass die Kleine weggelaufen war.
Das Kind schaute sie an, als wäre es gerade aus tiefstem Schlaf erwacht. "Ja?", sagte es nur, als würde es jetzt erst bemerken, dass jemand mit ihr sprach.
Katies Nervenkostüm war ebenso fragil wie das zerrissene Kleid des Mädchens. Drei Tage hatte sie in dieser dunklen, stickigen Kutsche verbracht, sie hatte noch keine Fahrkarten für das Schiff und der Magen verlangte mit deutlichem Knurren sein Recht.
Zwei Gendarmen in schwarzer Uniform und mit Schlagstöcken in Händen tauchten auf. Ängstlich starrte das Kind die beiden an. "Bitte nicht", jammerte es leise. Tränen kullerten über die rosigen Wangen.
"Du bist also weggelaufen", stellte Katie nüchtern fest. Das Mädchen nickte nur.
"Bitte, ich will nicht zurück", sie klammerte sich hilfesuchend an Katie, die ihr beruhigend über das blonde Haar strich.
Später konnte sie sich kaum noch an diese wenigen Augenblicke erinnern, wenn der Verstand aussetzt und das Herz sich für das Richtige entscheidet. Katie, die vor der Kleinen gekniet hatte, stand auf. Die Waden brannten von der plötzlichen Blutzirkulation. Sie zog ein blütenweißes Taschentuch und begann, dem Mädchen Gesicht und Hände notdürftig abzuwischen.
 "Fräulein", schimpfte sie dabei so laut, dass die nur wenige Schritte hinter ihr stehenden Gendarmen sie gut verstehen konnten. "Wie sehen Sie denn schon wieder aus? Wie ein Gassenjunge und erst Ihr Kleid. Herrjemine." Missbilligend schüttelte sie den Kopf und wedelte mit dem Taschentuch über das Kleid des Mädchens. "Natürlich habe ich keine Zeit mehr, Sie noch umzuziehen, unser Schiff läuft ja bald aus und wir haben noch nicht einmal die Fahrkarten. Was werden nur Ihre lieben Eltern sagen?"
Das Kind schaute sie fragend an, durch einen strengen Blick gab Katie ihr zu verstehen, dass sie die Scharade mitspielen sollte.
Energisch packte sie das Mädchen am Arm und schob es zu einem kleinen Häuschen, wo ein weißhaariger Mann mit freundlichem Gesicht die Fahrkarten in die Neue Welt verkaufte. Gutmütig lächelte er die noch junge Gouvernante und ihren ungestümen Schützling an.
"Zwei Mal nach New York bitte", verlangte Katie und legte das abgezählte Geld hin. Sie sandte ein Stoßgebet an den Himmel, dass sie dieses schwarze, streng geschnittene Kleid trug, in dem sie die Rolle der Gouvernante perfekt spielte. Gleichzeitig fragte sie sich, was sie denn da tat. Das war doch Entführung.
Ein paar Stunden später, als die beiden Quartier bezogen und das Schiff im Hafen ausgelaufen war, machte Katie sich daran, die Geschichte ihres neuen Schützlings zu erfahren. Sie war doch schon etwas älter als auf den ersten Blick angenommen, doch die zierliche Figur und die Korkenzieherlocken verliehen ihr ein deutlich jüngeres Aussehen.
Wenigstens wusste sie schon mal den Namen. Sina. Doch mehr hatte sie aus dem verängstigten Mädchen nicht herausbekommen.
Folgsam wie ein kleiner Hund hatte sie sich von Katie auf das Schiff führen lassen und nachdem sie sich im Badezimmer etwas gesäubert hatte, fragte sie Katie schüchtern nach Essen. Das Abendessen wurde auf dem Schiff erst gegen acht Uhr abends serviert, doch war es Katie gelungen, bei der Schiffscrew etwas Zwieback und Milch für das Kind zu ergattern. Sina hatte die karge Mahlzeit heißhungrig verschlungen, sicherlich hatte sie seit Tagen nichts mehr zu essen bekommen und jetzt schlief sie auf dem großen Bett
Katie machte es sich auf dem Diwan bequem Das Zimmer war recht luxuriös ausgestattet. Außer einem ausladenden Bett mit geschnitzten Pfosten, das Sina für sich in Anspruch genommen hatte, gab es noch den Diwan, auf dem Katie lag und der so groß war, wie ihr Bett in der Mädchenschule.
Um einen massiven Tisch standen vier hohe Lehnstühle- über einem hing Sinas Kleidchen zum Trockne und ein Ohrensessel in dem sie beide Verstecken hätte spielen können. An den Wänden hingen Stilleben. Blumen und Obst in Schalen. Von der Decke hing ein schwerer Kronleuchter, der mit Gaslampen beleuchtet wurde. Im Pensionat gab es nur Kerzen und auch die wurden rationiert, damit „die jungen Damen Demut lernen“, wie Mutter Oberin sich ausdrückte.
Diese ungewohnte Üppigkeit verwirrte Katie Und um sich abzulenken, nahm sie ein Buch aus ihrer Tasche und versuchte zu lesen. Ihre Gedanken schweiften immer wieder zu dem Kind, das leise schnarchte.
Ihr Kleid war nicht mehr zu gebrauchen. Sie musste der Kleinen dringend noch etwas zum Anziehen besorgen. Katie fragte sich, was ein so junges Mädchen, das ganz offensichtlich aus gutem Hause stammte, dazu veranlasst hatte, der Familie ein für alle Mal den Rücken zu kehren.
Katie klappte das Buch zu. Es war ihr Lieblingsbuch. Shakespeares Tragödie von Romeo und Julia und sie hatte es so oft schon gelesen, dass sie es wohl auswendig kannte, doch ihre Gedanken drehten sich wie in einer Spirale. Es schien ihr unmöglich, sich auf den gedruckten Text zwischen ihren Händen zu konzentrieren, während ihre Erinnerungen zu der eigenen Kindheit und Jugend abschweiften. Aufgewachsen war sie hinter den hohen, abweisenden Mauern eines von Nonnen geführten Mädchenpensionats. Ihre Mutter hatte sie nie kennengelernt, sie war bei ihrer Geburt gestorben, wie man Katie erzählt hatte. Der Vater war als Ingenieur im Ausland unterwegs. Einmal, wenn sie Glück hatte zweimal im Jahr stattete er der Tochter einen Besuch ab. Das letzte Mal vor drei Jahren zu ihrem sechzehnten Geburtstag.
Ab und an bekam sie einen Brief von ihm, so wusste sie, wo er sich aufhielt. Vor einigen Wochen war ein großer, hagerer Mann mit langen Schnurrbart und stechenden Blick im Pensionat aufgetaucht. Er gab sich als Bruder ihrer Mutter aus.
 „Deine Mutter hat unter Stand geheiratet“, erklärte er frei heraus, während er sich bequem in den hohen Lehnstuhl setzte und seine Pfeife stopfte. Die Mutter Oberin persönlich servierte den Tee. Anhand ihres Gebarens erkannte Katie, dass es sich bei ihrem Onkel um eine wichtige Persönlichkeit handeln musste. „Eine Prinzessin aus dem Hause Wittelsbach vermählt sich nun einmal nicht mit einem mittellosen Studenten.“ Er ließ keinen Zweifel an seiner Meinung über seine Schwester. Ein Streichholz flammte kurz auf und während er an seiner Pfeife sog, musterte er das Mädchen in dem einfachen grauen Schulkleid über seinen Pfeifenkopf.
„Bei Gott, du siehst aus wie sie.“
„Man hat mir erzählt, sie sei tot“, wagte Katie einen schüchternen Einwurf, während ihre Finger nervös das Teegebäck zerbröselten, das sie eigentlich hatte essen wollen.
„Sie ist tot und begraben, doch bevor sie zur Hölle fuhr, hat sie ihren Fehler eingesehen“, antwortete der Onkel barsch, ohne nähere Erläuterung.
Katie zuckte bei dem Gedanken, lediglich ein Fehler gewesen zu sein, zusammen. Tapfer schluckte sie die aufsteigenden Tränen hinunter. Ihr Stolz verbot ihr, dass dieser kalte Mann sie weinen sah. Sie setzte sich aufrecht hin und goss noch Tee ein. Ihr Gebäck hatte sie hoffnungslos zerkrümelt, es konnte höchstens noch als Vogelfutter dienen. „Was führt Sie nach all den Jahren hierher?“
„Dein Vater hat mir, kurz nachdem die Ehe annulliert wurde“, er lächelte grausam dabei, „die Vormundschaft für dich übertragen und ich ließ dich hinter Klostermauern erziehen. Von dem romantischen Fehltritt meiner Schwester musste niemand erfahren. Die Nonnen machten mir das Angebot, dich als eine der ihren aufzunehmen.“ Er nahm einen tiefen Zug aus seiner Pfeife und schaute Katie prüfend ins Gesicht. Den Tee ließ er kalt werden.
„Aber deswegen sind Sie nicht gekommen“, stellte Katie ruhig fest. Die Hände im Schoß gefaltet, saß sie aufrecht da, wie man sie es gelehrt hatte.
Er schüttelte den Kopf und lächelte geschäftsmäßig unter seinem dichten Schnurrbart. „Nein, denn das wäre mir auch teuer zu stehen gekommen. Als Mitgift erwartet das Kloster deinen Anteil am Erbe deiner Mutter.“
Katie atmete kaum merklich auf und nippte an ihrem Tee, der nur noch lauwarm war und obendrein zu lange gezogen hatte.
„Welche Pläne haben Sie dann für mich?“, sie hoffte möglichst kühl zu klingen, doch ihr Herz pochte vor Aufregung schmerzhaft gegen die Rippen.
„Dein Name darf selbstverständlich niemals in den Familienchroniken auftauchen, darüber sind wir uns wohl einig. Achtzehn Jahre habe ich mich bemüht, die Schande von unserer Familie fernzuhalten und das werde ich auch weiterhin tun.“
Er legte die erkaltete Pfeife zur Seite und beugte sich an dem kleinen runden Tisch vor. Gespannt schaute er Katie in die Augen. „Ich bin bereit, dir ein faires Angebot zu machen. Du verzichtest auf dein Erbe zugunsten einer großzügigen Abfindung. Dafür bewahre ich dich vor dem Schleier und du verschwindest mit dem nächsten Schiff in die Neue Welt auf Nimmerwiedersehen. Ich werde dir so viel mitgeben, dass du nicht nur die Schiffspassage bezahlen kannst, sondern auch noch genug übrig ist, dir dort ein neues Leben aufzubauen.“
Er reichte ihr die Hand hin.
Einen Moment zögerte Katie, das Angebot war einfach zu verlockend. Sie forschte im Gesicht ihres Onkels nach seinen Beweggründen, doch er bleib bei seiner starren Maske.
Er rückte ein wenig näher und nahm väterlich ihre Hand zwischen seine. „Weißt du, dein Vater lebt dort. In einer Stadt namens Roswell. Vielleicht möchtest du dich mit ihm aussöhnen.“ Das Grinsen des Onkels erinnerte Katie an das Zähnefletschen eines Tigers, sie rückte ein Stück ab. Doch blieb ihr kaum eine Wahl. Die Alternative wäre das Kloster, der kalte Hass der Mutter Oberin, deren Rohrstock sie regelmäßig zu spüren bekam. Da bevorzugte sie doch lieber die ungewisse Zukunft in einem fremden Land, auch wenn sie ihren Vater nicht unbedingt sehen wollte, aber das musste der Onkel nicht wissen.
„Einverstanden“, hauchte sie zögernd. „Ich werde zu meinem Vater gehen.“ Ihr Onkel lächelte siegessicher und besiegelte ihr Abkommen mit einem Handschlag.



2. Teil

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Beitrag #2 |

RE: Könige der Prärie
Hallo Persephone,

hach... manchmal tut etwas Kitsch einfach gut. Icon_smile
Wir haben also die verbotene Lieber einer toten Prinzessin, eine geheime Jungfrau und die Aussicht auf grenzenlose Abenteuer. Das wird ein Spaß!

Ich hab gleich mal die Tippfehler rausgesucht:

Zitat:und band mit festen Zug eine Schleife
festem

Zitat:dass es aus guten Haus stammen musste
aus gutem Haus

Zitat:mit deutlichen Knurren
deutlichem

Zitat:hinter ihr stehenden Gendarmen sie sie gut verstehen konnten.
Doppeltes "sie"

Zitat:Wie sehen Sie denn schon wieder aus? Wie ein Gassenjunge und erst ihr Kleid.
Wenn "Sie" groß ist, muss "Ihr" genauso groß sein.

Zitat:Folgsam wie ein kleiner Hund hatte sie sich von Katie auf das Schiff führen lassen, nachdem sie sich im Badezimmer etwas gesäubert hatte, fragte sie Katie schüchtern nach Essen.
Diesen Bandwurmsatz würde ich in zwei Sätze aufteilen. Denn in diser Form erscheint er zunächst mehrdeutig, in dritten Teil muss man den Sinn im Kopf zurecht drehen.
"Folgsam wie ein kleiner Hund hatte sie sich von Katie auf das Schiff führen lassen, nachdem sie sich im Badezimmer etwas gesäubert hatte" ... Huch, muss das nicht vorher passiert sein?

Zitat:hagerer Mann mit langen Schnurrbart und stechenden Blick
Auch hier bitte Ms statt Ns. Icon_wink

Zitat:Er nahm einen tiefen Zig aus seiner Pfeife
Tippfehler Icon_smile

Zitat:das Zähne fletschen eines Tigers
Zähnefletschen würde ich zusammen schreiben. Sonst ist "das Fletschen" ja klein und das kann nicht sein.

Gruß
coco


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Beitrag #3 |

RE: Könige der Prärie
Hallo Coco, 

Ich werde dich was Kitsch angeht, bestimmt nicht enttäuschen. Absolut keine Mühe gescheut  Icon_lol Icon_lol Icon_lol

Aber eins kann ich versprechen: Diese Geschichte spielt NICHT im Saarland  Icon_smile

Danke für Kommentieren, die Fehler habe ich soweit rausgesucht und verbessert.  Wie findest du es bisher inhaltlich? 

Viele Grüße Persephone

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Beitrag #4 |

RE: Könige der Prärie 1. Teil
Hallo Persephone,

deine Geschichte, dein Seetting gefällt mir sehr gut. Ich mag Geschichten, die in vergangener Zeit spielen. Doch welche zeit genau versuchst du hier zu treffen? 17-18es Jahrhundert (wegen der Kutsche) oder Anfang 19/20es Jahrhundert? Kenn mich da selbst nicht so gut aus. Worauf ich hinaus will, ist folgendes: Du beschreibst das kleine Mädchen als ein etwa 14jähriges Mädchen aus gutem Hause, nachher sagst du sie ist noch älter als das. Ist es nicht so, dass in diesen Epochen Mädchen ab 13/14 Jahren bereits sehr erwachsen waren und sogar in dem Alter verheiratet wurden? Irgendwie passt das nicht so ganz. Sie sollten sich immer wie eine "Dame" kleiden, schminken und verhalten (insbesondere aus gutem Hause). Das verdreckt sein passt da auch nicht so ganz, wenig "Ladylike". Das würde eher zu einem Bauernmädchen passen. Naja, wie auch immer, vielleicht hab ich auch was total falsch verstanden xD

Zitat:Katharina, von allen nur Katie genannt,


Sehr gut, das sorgt direkt für eine persönliche Verbindung zum Leser Icon_smile

Zitat:als sie ein stechender Schmerz durchfuhr, der sie aufschreien ließ.
O_O ...some Vodoo in the Air?!? Icon_panik

Zitat:Diwan
Ist Katie jetzt eine reiche Gouvernante? Das klingt nach Luxus für die Zeit xD

Zitat:Es schien ihr unmöglich, sich auf den gedruckten Text zwischen ihren Händen zu konzentrieren, während ihre Erinnerungen zu der eigenen Kindheit und Jugend abschweiften. Aufgewachsen war sie hinter den hohen, abweisenden Mauern eines von Nonnen geführten Mädchenpensionats. Ihre Mutter hatte sie nie kennengelernt, sie war bei ihrer Geburt gestorben, wie man Katie erzählt hatte. Der Vater war als Ingenieur im Ausland unterwegs. Einmal, wenn sie Glück hatte zweimal im Jahr stattete er der Tochter einen Besuch ab. Das letzte Mal vor drei Jahren zu ihrem sechzehnten Geburtstag.

Schöner Übergang und kein "Infospam" Icon_wink
Danach wird es seeeeehr detailiert. Was nicht schlimm ist, allerdings wäre es für den Leser angenehmer wenn du den "Erinnerungstext" kursiv setzt und den Text im Gesamten ein bisschen besser struckturierst. Icon_wink
Insgesamt hat mir deine Geschichte sehr gut gefallen und ich freue mich auf Kapitel 2. Dein Schreibstil ist sehr gut und du weisst es gut, Informationen richtig einzubauen und die Interaktion zwischen den Charakteren gut zu beschreiben (das fällt mir persönlich immer sehr schwer xD).

LG Jan


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Beitrag #5 |

RE: Könige der Prärie 1. Teil
Hallo Jan, 

Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich habe mich sehr gefreut, auch dass diese Geschichte offensichtlich sehr gut ankommt. Dachte schon mmmh, Indianer sind heutzutage nicht mehr so in. Aber offensichtlich habe ich mich getäuscht. In diesem Falle liege ich natürlich gerne falsch. Es hat mir auch unheimlich viel Freude bereitet, dieses Werk zu schreiben.

Zitat:Doch welche zeit genau versuchst du hier zu treffen? 17-18es Jahrhundert (wegen der Kutsche) oder Anfang 19/20es Jahrhundert?
Die Geschichte spielt so um 1865, kurz nach Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs. Es gibt auch verschiedene Hinweise dazu, welches Jahr es ungefähr ist.

Zitat:Worauf ich hinaus will, ist folgendes: Du beschreibst das kleine Mädchen als ein etwa 14jähriges Mädchen aus gutem Hause, nachher sagst du sie ist noch älter als das. Ist es nicht so, dass in diesen Epochen Mädchen ab 13/14 Jahren bereits sehr erwachsen waren und sogar in dem Alter verheiratet wurden?
Ich ging mal mit dem heiratsfähigen Alter von im Winde verweht aus und da lag der Durchschnitt bei 16. Tatsächlich ist das "kleine Mädchen" doch schon ein bisschen älter. Aufgrund der Kleidung und Frisur und da sie von zierlicher Statur ist, wirkt sie etwas jünger. Das ist auch bewusst so gewollt. Geschminkt haben sich Damen zu diesre Zeit eigentlich nicht. Das blieb den Huren überlassen.  Icon_smile

Zitat:Ist Katie jetzt eine reiche Gouvernante? Das klingt nach Luxus für die Zeit xD
Sie ist überhaupt keine Gouvernante. Sie hat lediglich einen Teil aus dem Erbe ihrer Mutter ausgezahlt bekommen, damit sie verschwindet. Für sie ist das viel Geld und sie kann sich damit ein neues Leben aufbauen. Für ihren reichen Onkel lediglich Peanuts und die Kirche hätte die volle Mitgift verlangt. Diwan ist eine alte Bezeichnung für ein kleines Sofa.

Zitat:"Erinnerungstext" kursiv setzt und den Text im Gesamten ein bisschen besser struckturierst.
Das scheint mir eine ganz gute Idee zu sein, werde mal drüber schauen. 

Vielen Dank noch einmal für dein Lob. Das gibt mir unheimlich viel Auftrieb.

Gruß Persephone

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Beitrag #6 |

RE: Könige der Prärie - 1. Teil
Hallo Persephone,

eine Indianergeschichte, uiii fein war mein erster Gedanke. Hm, nun bin ich ja echt schon in der Oma-Generation, wenn auch bisher nur Tante und keine Oma :Icon_smile und ich liebe Indianergeschichten seit frühester Kindheit. Ich bin aufgewachsen mit Winnetou und Lederstrumpf, ich liebe Chingachgook und Cochise und natürlich alle Sioux über die jemals geschrieben wurde. So bin ich jetzt hier hängengeblieben.
Ich bin ein schwieriger Leser und habe meine ganz eigenen Vorstellungen von einem gut geschriebenen Text. Bitte nimm nichts von dem was ich schreibe, persönlich, es sind nur meine Gedanken und Anregungen und viele Dinge, die ich hier selbst gelernt habe.
Ich konzentriere mich nicht auf Rechtschreibfehler, da die schon in den anderen Kommis abgearbeitet wurden. Und ich kommentiere direkt beim Lesen - sorry - aus Zeitgründen.
Los geht's.

Zitat:Die Kutsche rumpelte über die letzten Meter Kopfsteinpflaster und schüttelte die Passagiere im Inneren ordentlich durch.
Im Hafen herrschte geschäftiges Treiben. Reisende zeigten geduldig ihre Fahrkarten vor, Kinder sprangen aufgeregt um ihre Eltern herum und konnten es gar nicht abwarten, das riesige Schiff, das sie in eine neue Welt bringen sollte, zu betreten.

Der Anfang schmeißt mich direkt in eine lebhafte Welt. Ich würde es aber umbauen, um diesen Satz rauszunehmen: "Im Hafen herrschte geschäftiges Treiben." (Ich hab' keine Zeit nachzuforschen, warum meine Anführungszeichen immer nur oben sind, entschuldige).
Diesen Satz habe ich schon tausendmal gelesen und wahrscheinlich auch selbst geschrieben, aber es langweilt mich schrecklich. Ich würde ihn streichen und stattdessen erzählen, wie die Kutsche an der Hafengasse hält, die Leute sich aus der Kutsche drängeln, nach ihrem Gepäck suchen, Unsicherheit auf den Gesichtern der ungewissen Zukunft wegen oder aus anderen Gründen, und nicht erfreut über die Menge von Menschen, die bereits an der Abfertigung anstehen und ihre Fahrkarten vorzeigen ... Ich finde das lebendiger.
Zitat:Zwei Hunde balgten sich wütend kläffend um ein fauliges Stück Fleisch und hoch oben am blauen Himmel zogen weiße Möwen schreiend ihre Kreise.

Zuviele Adjektive. Als Vorschlag - sinngemäß dasselbe, aber Verben haben genug Ausdruckskraft, um ein deutliches Bild beim Leser zu hinterlassen, ohne ihn in seiner Fantasie einzuschränken:
"Hunde kläfften, fletschten die Zähne und balgten sich um ein Stück Beute. Der Himmel strahlte und die Möwen schrieen, während sie ihre Kreise am Horizont zogen."
Okay, das nur als Beispiel, natürlich kannst Du auch Adjektive benutzen, aber sie sollten sehr gezielt eingesetzt werden.
Zitat:Katharina, von allen nur Katie genannt, setzte den strengen schwarzen Hut auf, der ihr feuerrotes Haar nur notdürftig verdeckte und band mit festem Zug eine Schleife unter dem Kinn.
Gleiches wie oben.
Und nenn sie doch einfach Katie - es ist hier überhauptnicht wichtig, dass sie eigentlich Katharina heißt - das kannst Du später deutlich machen z.B. durch ein Schreiben, eine Notiz, oder durch jemand, der sie nach ihrem Namen fragt.
Als Vorschlag:
"Katie setzte den Hut auf, der ihrer Erscheinung eine Note von Strenge verlieh und zog die Schleife fest unter dem Kinn zusammen."
Zitat:Die Kutsche hielt an und die junge Frau nahm ihre Tasche, sie reiste nur mit leichtem Gepäck. Dort, wohin ihr Weg sie führte, war der Tand, den Damen ihrer Zeit zu benötigen glaubten, nur eine Last.
Du hast mir gerade Katie vorgestellt und ich bin viel näher an Deiner Figur, wenn Du aus ihrer Perspektive schreibst.  Lass sie etwas denken oder fühlen oder mit eigenen Augen sehen und verbinde das mit der Information, die Du rüberbringen möchtest. Als Vorschlag:
"Die Kutsche hielt in der Einfahrt zur Hafengasse, der Kutscher kletterte vom Bock, wischte sich die Hände an der Anzughose ab und öffnete die Tür. Katie schnappte ihre Tasche und war heilfroh, der Enge der Kutsche zu entkommen. Sie reiste mit leichtem Gepäck: Dort, wohin ihr Weg sie führte, war der Tand, den Damen zu benötigen glaubten, nur eine Last."
"ihrer Zeit" stört mich hier irgendwie, aber es ist natürlich möglich, dass Katie so über die Frauen in ihrer Umgebung denkt.
Zitat:Sie lächelte bei dem Gedanken, dass heute der erste Tag ihres neuen Lebens war und beschirmte beim Aussteigen die Augen mit der Hand.  Das Sonnenlicht brannte ihr unter den Lidern ihrer Augen, die seit Stunden an die Dämmerigkeit der Kutsche gewöhnt waren. Sie blinzelte ein, zweimal. Vor ihren Augen tanzten helle Flecken.
Hier stört mich "beim Aussteigen" und auch das "war" ist ein farbloses Wort, das vermieden werden sollte, soweit möglich.
"Sie lächelte bei dem Gedanken, dass heute der erste Tag ihres neuen Lebens begann und beschirmte ihre Augen mit der Hand, als sie vom Halbdunkel der Kutsche ins Sonnenlicht trat. Es brannte unter den Lidern ihrer Augen, die Stunden dem Dämmer in der Kutsche ausgesetzt waren."
Der Duden kennt das Wort Dämmerigkeit nicht und ich auch nicht.
Zitat:Einen Moment sah sie sich wie suchend um, als würde da jemand stehen, der sie verabschiedete, ein bitteres Lächeln stahl sich auf ihre Lippen. Niemand von den vielen Menschen, die durcheinander wuselten wie in einem Ameisenstaat, würde ihr auch nur mit dem Taschentuch hinterher winken. Sie würde keine Lücke hinterlassen.
Hier finde ich "durcheinander wuselten wie in einem Ameisenstaat" nicht passend, das klingt irgendwie naiv. Vielleicht besser: "... die dicht gedrängt auf ihre Weiterreise warteten" oder so was.
Zitat:Vorsichtig bewegte sie die Schultern, das Abschiedsgeschenk der Mutter Oberin, sieben Stockschläge, brannte noch immer auf ihrem Rücken. Katie nahm ihre Tasche auf und machte den ersten Schritt in ein neues Leben, ohne Zwänge und in Freiheit.
"noch immer" finde ich überflüssig. "ohne Zwänge und in Freiheit" klingt so sorglos, aber das ist es ganz sicher nicht.
Zitat:Plötzlich fiel ihr Blick auf etwas, das so blau leuchtete wie der Himmel an diesem warmen Frühlingsmorgen. Ruckartig blieb Katie stehen und wandte den Kopf. An einen der Pollern gedrückt, fast schon an den Pfahl geklammert, lehnte ein junges Mädchen und beobachtete das Treiben mit großen, erschrockenen Augen. Katie schätzte die Kleine mit der blauen Taftschleife in den blonden Locken und dem farblich passenden Kleidchen auf kaum älter als vierzehn Jahre.
Das ist etwas unglücklich ausgedrückt. Katies Blick fiel auf etwas, also muss sie sich nicht extra umdrehen, um es zu sehen. Das "plötzlich" ist überflüssig. Das "Etwas" ist so unbestimmt, dass ich eher schreiben würde:
"Etwas zog ihre Aufmerksamkeit auf sich, leuchtend blau wie der Himmel an diesem warmen Frühlingsmorgen."
Erschrockene Augen sind immer groß, das ist doppelt. Ist sie nun ein junges Mädchen oder "die Kleine"? Das ist nicht dasselbe. Danach kommt "kaum älter als vierzehn Jahre". Das ist keine "Kleine", wirklich nicht, nichtmal, wenn sie für ihr Alter klein ist. Und hier frage ich mich zum ersten Mal, wie alt ist Katie? Vielleicht dann eher:
"... eine zierliche Gestalt, ... schien wenig jünger als Katie selbst", oder irgendsowas.

Zitat:Trotz dass die Kleidung schmutzig war, wiewohl auch Gesicht und Hände schon einige Tage kein Wasser mehr zu sehen bekommen hatten, sah man dem Kind an, dass es aus gutem Haus stammen musste.
ist schlechter Stil. Warum nicht geradlinig:
"Die Kleidung war schmutzig, Gesicht und Hände schienen seit Tagen kein Wasser gesehen zu haben, dennoch wirkte sie, als käme sie aus gutem Hause."

Zitat:"Nicht mein Problem", murmelte Katie zu sich selbst und wollte ihre Tasche schultern, das Schiff zu betreten, als sie ein stechender Schmerz durchfuhr, der sie aufschreien ließ. Erschrocken presste sie die Hand auf den Mund, mehrere neugierige Köpfe wandten sich zu ihr um.
Der Satz ist nicht korrekt. Und ich verstehe nicht, was hier vor sich geht. Versteht es Katie selbst? Sie verschwndet nicht einen Gedanken daran, was gerade passiert sein könnte und wendet sich dem Mädchen zu, das jetzt plötzlich wieder als klein dargestellt wird - sie ist niemals vierzehn, mit vierzehn ist man jung aber nicht klein.
Ich weiß es als Leser auch nicht und da Katie mir keinen einzigen Hinweis und nicht einmal Unruhe oder Angst zeigt, ist es unglaubwürdig.

Zitat:"Hey Kleine", begann sie unbeholfen das Gespräch. "Hast du dich verlaufen? Wo sind denn deine Eltern?" Sie hätte sich für die plumpe Fragerei ohrfeigen können, denn es war ganz offensichtlich, dass die Kleine weggelaufen war.
Du beschreibst es selbst, auch mir als Leser ist das zu plump, und niemals fragt man so eine Vierzehnjährige.
Der folgende Abschnitt ist mir schlichtweg zu naiv geschrieben, um interessant oder spannend zu sein. Du verschenkst hier viel Potenzial. Du könntest die Begegnung mit den Gendarmen ausbauen und mir zeigen, wie clever und mutig Katie ist. Lass mich fühlen, dass da ein Konflikt aufkommt und Katie unter Druck gerät. Zuvor beschreibst Du ja, dass ihr Temperament anfängt zu kochen. Wobei ich gerade darüber nachdenke, ob ein Temperament kochen kann. Eher ist es hitzig oder ungestüm, aber kochen tut eigentlich Blut in den Adern oder sie kocht vor Wut. Die kurze Episode bleibt farblos.

Zitat:Später konnte sie sich kaum noch an diese wenigen Augenblicke erinnern, wenn der Verstand aussetzt und das Herz sich für das Richtige entscheidet
"Später konnte sie ... erinnern, als ihr Verstand aussetzte und das Herz sich für das Richtige entschied."
Klingt für mich richtiger.

Zitat:Energisch packte sie das Mädchen am Arm und schob es zu einem kleinen Häuschen, wo ein weißhaariger Mann mit freundlichem Gesicht die Fahrkarten in die Neue Welt verkaufte.
Nanu, gibt's da nicht 'ne Schlange an der man anstehen muss? Diesen Eindruck hatte ich.

Zitat:"Zwei Mal nach New York bitte", verlangte Katie und legte das abgezählte Geld hin.
Leider glaube ich das nicht. Ohne auch nur einmal nachzufragen was passiert ist, woher das Kind kommt oder wer die Eltern sein könnten schleppt sie sie mit auf's Schiff? Ich stelle mir Katie jetzt nicht viel älter als Sina vor und finde das mehr als verantwortungslos. Sina könnte auch krass schauspielern, könnte Angehörige einer Diebesbande sein oder von jemandem geschickt sein, der Katie schaden will. Katie hat echt andere Probleme als sich um ein entlaufenes Kind zu kümmern, sie weiß ja nichtmal, was aus ihr selber wird. Und so gerät Kathie eigentlich in einen furchtbaren Konflikt: Kümmert sie sich um das Kind, verpasst sie vielleicht ihr Schiff, kümmert sie sich nicht darum, passiert dem Kind vielleicht etwas Schreckliches - das wäre spannend.

Zitat:Ein paar Stunden später, als die beiden Quartier bezogen und das Schiff im Hafen ausgelaufen war, machte Katie sich daran, die Geschichte ihres neuen Schützlings zu erfahren.
...
Wenigstens wusste sie schon mal den Namen. Sina. Doch mehr hatte sie aus dem verängstigten Mädchen nicht herausbekommen.
Ist Sina ein Name, der in diese Zeit passt? Ich glaube eher, das ist ein sehr aktueller Name und das passt für mich nicht.
Diesen gesamten Abschnitt würde ich nochmal überarbeiten, da kommt so gar keine Atmosphäre rüber. Katie und auch Sina fühlen sich bestimmt weder glücklich noch zufrieden oder beruhigt in dieser eigentlich sehr verfahrenen Situation. Katie muss sich doch Gedanken darüber machen, was sie da plötzlich am Hals hat. Stattdessen nimmt sie ein Buch aus der Tasche und liest seelenruhig.
Ein Reisender, der sein Land verlässt steht in der Regel an der Reling und schaut zurück, selbst wenn er gerne geht.
Sie sitzt auf einem Diwan? Ist das ein Luxuskreuzfahrtschiff?
Der nächste Abschnitt ist eigentlich überflüssig und mir viel zu viel Beschreibung. Du brauchst Katies Gedanken über ihre Vergangenheit gar nicht zu beschreiben, denn Du baust ja eine Rückblende ein, in der Du Katie mit ihrem Onkel zeigst. Du kannst an dieser Stelle den Leser alles erleben lassen, was Du zuvor nur erzählt hast und so ein lebendiges Szenario schaffen. Du könntest aus dem einen Kapitel eigentlich zwei machen und aus beiden den Schwerpunkt besser herausarbeiten. Im ersten Kapitel zeigst Du Kathie, wie sie versucht in ein neues Leben zu gelangen und dabei auf Sina trifft, was zweifellos Konflikte mit sich bringen muss und im zweiten Kapitel zeigst Du wie es dazu kam, dass sie ihr Land verlassen muss und wie es ihr im Kloster ging.

Zitat:Einen Moment zögerte Katie, das Angebot war einfach zu verlockend.
Das ist auch nicht sehr glaubwürdig, so eine Entscheidung ist ziemlich schwerwiegend und die Aussagen von ihrem angeblichen Onkel muss sie doch erstmal verdauen. Das ist ja ein ziemlich starkes Stück, was er da von sich gibt.
Damit bin ich eigentlich durch. Inhaltlich kann ich mir das gut als Auftakt zu einer guten Geschichte vorstellen, aber an der Umsetzung solltest Du arbeiten. Mir ist das Ganze zu naiv, zu unrealistisch und atmosphärisch nicht dicht genug.
Nimm für Dich mit, was Du an meinen Anmerkungen gebrauchen kannst und tu das, was Du für richtig hälst.

Liebe Grüße von slainte music


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Beitrag #7 |

RE: Könige der Prärie - 1. Teil
Hallo Slainte, 

Ich weiß ja, dass man sich echt unheimlich anstrengen muss, dich glücklich zu machen und ich das wohl vermutlich nie schaffen werde.  Icon_smile Damit muss ich eben leben  Mrgreen Dachte schon, dein Ton wäre schärfer, aber ich fand deine Kritik nicht nur human, sondern auch sehr hilfreich. Die entsprechenden Vorschläge werde ich genau ins Auge fassen und dann abändern, so wie es zu meinem Stil passt. 

Von Karl, den ich natürlich auch sehr liebe, bin ich da natürlich beeinflusst worden und habe eine Geschichte nach Persephone-Art geschrieben.

Es wird noch sehr viel unglaubwürdiger und kitschiger, das verspreche ich dir. Diesbezüglich will ich auch nicht viel ändern, das bin nun mal ich. 

Der Name Sina bleibt, das hat auch den Grund, dass Katie und Sina lebenden Personen (natürlich mit deren Einverständnis) nachempfunden worden sind. 

Vielen Dank und Grüße Persephone

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

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Beitrag #8 |

RE: Könige der Prärie - 1. Teil
Zitat:Ich weiß ja, dass man sich echt unheimlich anstrengen muss, dich glücklich zu machen und ich das wohl vermutlich nie schaffen werde.
  Icon_shocked  Ups, es geht hier nicht darum, mich glücklich zu machen und auch nicht, dass Du etwas schaffen musst, damit ich zufrieden bin. Den Eindruck will ich auf gar keinen Fall erwecken. Ich meine, wenn ein Text von allen Seiten beleuchtet wird, kann man als Schreiber für sich besser entscheiden, wie man es machen will und man sieht, ob etwas funktioniert oder nicht - wobei das schwierig ist, da jeder Leser einen anderen Geschmack hat und natürlich immer Subjektivität mit einfließt. Ich will auch niemandem das Schreiben vermiesen, meine Kritik ist immer freundlich gemeint.

Ich finde es gut, wenn jemand so kreativ ist wie Du und seine Fantasie in Geschichten verpackt Icon_smile 

Liebe Grüße von slainte music


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Beitrag #9 |

RE: Könige der Prärie - 1. Teil
Hey Persephone,

also vorweg mal: Ich finde die Schriftgröße mit dem kleinen Zeilenabstand nicht so angenehm zu lesen. Entweder normale Forenformatierung oder du solltest den Zeilenabstand vergrößern, bitte Icon_smile

Ein paar textliche Anmerkungen:

Das Sonnenlicht brannte ihr unter den Lidern ihrer Augen

unter den Lidern reicht - "unter den Lidern ihrer Augen" ist doppelt-gemoppelt

als würde da jemand stehen, der sie verabschiedete, ein bitteres Lächeln stahl sich auf ihre Lippen.

da würde ich einen Punkt machen nach "verabschiedete"

Das Abendessen wurde auf dem Schiff erst gegen acht Uhr abends serviert

Wenn Abendessen um 8 serviert wird, ist klar, dass damit abends gemeint ist Icon_wink

Er gab sich als Bruder ihrer Mutter aus. „Deine Mutter hat unter Stand geheiratet“, ...

Hier hast du das Probllem, dass du vom Präteritum eigentlich weiter ins Plusquamperfekt gehen müsstest, weil die Ereignisse ja vorher passiert sind ... das liest sich aber schlecht, entsprechend schreibst du im Präteritum, was aber nicht ganz passt. Das Problem ließe sich einfach lösen, wenn du schreibst "Er hatte sich als Bruder ihrer Mutter ausgegeben." - dann eine Leerzeile und als neuen Textteil die Rückblende, abgegrenzt vom übrigen Text.

Ansonsten finde ich den Stil größtenteils passend zum historischen Setting, manchmal aber recht umständlich. slainte hat da schon diverse Beispiele genannt, da schließe ich mich einfach mal an, statt nochmal alles aufzuzählen.

Am Anfang finde ich die Information, dass Katie eigentlich Katharina heißt, unnötig - das kannst du später einbauen, wenn es mal wichtig werden sollte, zum Beispiel wenn sie in der neuen Welt mit vollem Namen angesprochen, weil registriert wird, oder so. Sätze wie "von allen Katie genannt" sind einfach unnötig.

Was ich schade finde: Du beschreibst den Hafen und die Atmosphäre dort schön, aber als die beiden Mädchen aufs Schiff gehen, habe ich gar kein Bild davon. Wie sieht das Schiff aus, wie ist ihre Kabine, und vor allem wie fühlt sich Katie? Wahrscheinlich ist sie zum ersten Mal auf einem Schiff? Sie steigt einfach ein, kümmert sich um Sina und liest gemütlich ein Buch ...

Katie selbst charaktersierst du gut, sie hatte es nicht leicht, ist eine Schande für eine Familie, die sie nicht einmal richtig kennt. Der Aufbruch in die Neue Welt erscheint logisch, auch wenn ein ungutes Gefühl mitschwingt, da ihr Onkel einem zwielichtig erscheint.

Ich bin mal gespannt, welche Rolle Sina noch spielen wird. Spontan kann ich mit ihr gar nichts anfangen und frage mich, ob sie anfangs nicht eher ein Balast ist, weil du sie immer wieder unterbringen musst. Mal sehen.

Viele Grüße

- Zack

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Beitrag #10 |

RE: Könige der Prärie - 1. Teil
Hallo Zack,

Dann trägst du auch zu meiner miesen Stimmung heute bei. Halloween, ich muss arbeiten und die Freundinnen feiern ohne mich und dann zerreißt du auch noch meinen literarischen Stolz. Ich glaub, ich brauch Tequila. 
Nee Spaß beiseite. Konstruktive Kritik ist immer gut und mit einigem Abstand muss ich sagen, diese Geschichte wird generalüberholt. 
Allerdings bitte ich um etwas Geduld, da ich ja im November mich erstmal an meinen Beitrag für den Adventskalender machen muss. 

Zitat:also vorweg mal: Ich finde die Schriftgröße mit dem kleinen Zeilenabstand nicht so angenehm zu lesen. Entweder normale Forenformatierung oder du solltest den Zeilenabstand vergrößern, bitte
Das versteh ich grade nicht so ganz. Ich dachte, der Zeilenabstand sei normal. Ich habe den geändert, sonst hätte man bei der ersten Version noch locker eine Geschichte dazwischen schreiben können.

Also, das doppelt gemoppelt. Ja, da habe ich versucht, alles richtig zu machen  Icon_rolleyes. Wird umgehend überarbeitet.

Danke fürs Lesen und liebe Grüße Persephone

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