Es ist: 23-06-2018, 18:52
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Red und Maze (Teil 4)
Beitrag #1 |

Red und Maze (Teil 4)
Hab ein bisschen weitergeschrieben - leider immer noch ohne Titel ...

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Das Flimmerlicht des Fernsehers brannte in seinen Augen. Bilder eines Anschlags in Tokyo, Überschwemmungen im Süden und das grinsende Gesicht eines Politikers, das die Wertlosigkeit seiner Worte übertünchen sollte. Die Nachrichten flackerten durch Reds Bewusstsein, interessierten ihn kaum. Er war komplett im Arsch. Todmüde und ein bisschen high von den Schmerzmitteln. So ein komischer Typ mit zu vielen Zähnen hatte sein Bein zusammengeflickt. Ein Bekannter von Wave, der für sein Schweigen das Doppelte berechnet hatte. Für die KI aber kein Problem. Sie hatte Red mit ihren pinken Augen nur schief angesehen und gemeint, dass Geld nur ein Mittel zum Zweck sei. Neue Identitäten hatte sie auch besorgt. Ganz schön viel kriminelle Energie, dafür, dass sie die Guten waren.
Nun saßen sie zu dritt in einer Designersuite im sündhaft teuren Morning Star. Die spiegelnden Oberflächen und das allgegenwärtige, goldene Licht verstärkten das schummrige Gefühl in seinem Schädel. Vor der getönten Fassade tanzten Werbehologramme in einer viel zu hellen Nacht. Träge ließ Red den Kopf sinken, blickte kurz zur Seite, wo Maze und Wave wie ein verdammtes Liebespaar auf dem Sofa saßen. Ihr hübscher Androidenkopf an seine Schulter gelehnt. Nur die seltsam dicken Glasfaserschlangen zwischen ihnen erinnerten daran, dass Wave gerade mit Phage sprach.
Was quatschen die so lange? Es gefiel ihm nicht, dass die beiden so eng beieinander saßen. Auch wenn Wave ihm erklärt hatte, dass sie die Motorik ihres Androidenkörpers in Stand-By versetzen würde, wenn sie sich mit Phage verband. Offenbar vertraute sie Maze – oder der KI in seinem Kopf. Warum waren sie dann am Hafen ins offene Messer gerannt? Red wollte Antworten, aber seine Gedanken waren ein Trümmerfeld. Seit Liz ihm davongelaufen war, war alles den Bach runtergegangen. Einzig seine Sehnsucht nach Rache hielt ihn aufrecht.
Und Maze. Dieses irre Kribbeln, das ihm bis in die Haarspitzen schoss, wenn der Wirehead ihn schief angrinste. Fuck, er macht mich fertig. Aber was, wenn er mit offenen Augen in einen Abgrund stolperte? Er kannte den Kerl kaum. Bist du nicht längst am Boden der Wirklichkeit zerschellt, Red?
Er musste weggedämmert sein, denn als er abermals Maze anschauen wollte, sah er nur die kleine Androidin auf dem anthrazitfarbenen Sofa. Sie fummelte an ihrer meerwasserblauen Perücke herum und lächelte, als sie bemerkte, dass er sie ansah. „Gut geschlafen?“
„Wo ist Maze?“
„Im Bett.“
Vielleicht sollte er sich zu ihm gesellen. Vielleicht sollte er aber auch die Chance nutzen, mit dieser seltsamen KI allein zu sprechen. Herausfinden, was sie vorhatte. Und was sich hinter ihren pinken Augen verbarg, die ihn aufmerksam betrachteten. Da war so viel Leben in den künstlichen Linsen. Wie konnte das sein? „Woher kennst du Phage?“, fragte er.
Sie zog ihre feinen Brauen zusammen. „Wir haben uns gerade erst kennengelernt. Sonst wäre er nicht auf unsere Gegner hereingefallen.“
Oder er hat es gewusst. Diesen Gedanken wollte Red jedoch nicht weiterdenken. „Wie hast du uns dann gefunden?“
„Ich suche nach anderen, die erwacht sind, und habe Phage schon eine Weile beobachtet. Wenn Alterreal euch nicht angegriffen hätte, hätte ich mich noch nicht gezeigt. Zu gefährlich.“
Der Brei in seinem Kopf klarte allmählich auf. „Warum?“
Sie stand auf und warf ihren erschreckend menschlichen Blick in die Häuserschluchten. Ihre leicht verzerrte Stimme senkte sich zu einem Flüstern. „Alterreal sucht nach mir und nach allen, mit denen ich Kontakt habe. Sie wollen die Erwachten vernichten.“
„KIs mit Bewusstsein?“
Sie nickte. „Sie zerstören alles, was sie nicht kontrollieren können.“
So wie Liz. Als er sie ihnen weggenommen hatte, haben sie sie einfach umgebracht. Diese beschissenen Freaks. Wer gab ihnen das Recht dazu? Red biss sich vor Zorn auf die Lippen, zwang den Gedanken an Liz zurück in sein wundes Herz. Du wirst sie rächen. Bald.
„Sie haben etwas zerstört, das dir wichtig war“, bemerkte Wave. „Oder jemanden?“ War das Mitleid in ihrem Blick?
Red glaubte, zu ersticken. „Meine Schwester.“
Die KI kam zu ihm. Streckte ihre perfekten Silikonfinger nach ihm aus und legte ihre kalte Hand an seine Wange. „Das tut mir leid.“ Sie klang so aufrichtig.
„Was ist mit dir?“ Red starrte in ihre pinken Augen. „Hast du etwas verloren? Oder jemanden?“
Etwas in ihrem Blick brach auseinander. „Rook“, sagte sie nur.
„Rook?“
„Er wollte mich verstecken, so wie Maze Phage versteckt.“
Red wollte fragen, was passiert war, doch der Schmerz in ihren künstlichen Augen irritierte ihn so sehr, dass er die Worte herunterschluckte. Wave wandte sich ab und er gab ihr ein paar Minuten. Beobachtete ihre irritierend emotionale Reaktion und wusste nicht, was er davon halten sollte. Schließlich lächelte die KI wieder und es war so gezwungen, dass er sich fragte, ob sie vielleicht doch eher ein Mensch in einem Androidenkörper war.
„Du bist aufrichtig, Red“, stellte sie fest, „ganz im Gegensatz zu Maze und Phage. Die beiden verheimlichen etwas. Willst du herausfinden, was das ist?“
 
Es war seltsam, aus dem Kern heraus in die Düsternis des Sprawl einzutauchen. Innerhalb weniger Tage waren ihm die blassen Gestalten fremd geworden. Das kalte Licht der Straßen ließ die Gesichter um ihn herum grau und fahl wirken. Der Schmerz in seinem Bein war nur noch ein fieses Ziehen, trotzdem lief er langsam. Trat vorsichtig auf und lauschte in seinen Körper, der in letzter Zeit viel mitgemacht hatte.  
Red verbarg sein blutrotes Haar unter einer hässlichen Mütze und mischte sich unter die Menschen. Lief eine Weile mit, um sicher zu gehen, dass ihn keiner verfolgte. In seinen  paranoiden Gedanken war ihm Alterreal bereits auf den Fersen. Die funkelnde Scheinwelt, nach der er sich immer gesehnt hatte, verblasste in seinem Rücken. Er würde zurückkehren, dank der neuen Identität, die Wave ihm beschafft hatte. Aber ohne Liz war der Kern genauso grau und leer wie die Wirklichkeit.
Diese komische KI hatte die Glut seines Zweifels entfacht. Irgendetwas stimmte nicht mit Maze und Phage, der angeblich in seinem Kopf steckte.  Wave hatte sich nach ihren Andeutungen jedoch in Schweigen gehüllt, also hatte er beschlossen, seinem alten Freund Decan einen Besuch abzustatten. Er brauchte jemanden, der nicht in dieser ganzen Scheiße mit drin hing. Jemanden, der Ahnung von der Materie hatte, denn diese Sache mit den künstlichen Intelligenzen ging über seinen Verstand hinaus.
Decan hatte ein Loft in einem Hochhaus, das die Mauern des Kerns überragte. Von seinem Balkon aus konnte er das Leuchten einer schöneren Stadt sehen, doch der Hacker hatte nichts dafür übrig. Er saß den ganzen Tag in seiner Bude, das Bewusstsein im Cyberspace verloren. Für Decan war das tiefe, kühle Blau realer als das Grau des Himmels oder das Neonfunkeln einer besseren Welt.
Als Red den düsteren Flur betrat, kam ihm der Aufzug bereits entgegen. Der Hacker hatte ihn wahrscheinlich schon gesehen, als er die Straße entlang gegangen war. Angeblich hatte er Zugriff auf das Kamerasystem des ganzen Viertels. Als die Fahrstuhltüren träge auseinanderglitten, erwartete Decan ihn in zerrissener Jeans und engem T-Shirt. War gut in Form, dafür, dass er fast permanent online war. Sein Haar war immer noch platinblond mit schwarzen Stoppeln an den Seiten.
„Du siehst scheiße aus.“ Der Hacker grinste ihn an und zog Red die Mütze vom Kopf, sodass ihm sein Irokese in die Stirn fiel. „Besser.“
„Wollte nicht auffallen.“
Decan nickte. „Hast dich mit den falschen Leuten eingelassen, was?“
Er bedeutete Red, auf seinem Futon Platz zu nehmen. Ein Sofa oder einen Stuhl besaß der Hacker nickt. Dafür jede Menge Spielsachen, die kreuz und quer vor einer Wand aus Monitoren lagen. Zeichenkolonnen ratterten über die Bildschirme, ohne Sinn und Ordnung. Zumindest für Red nicht.
„Liz ist tot“, erklärte er.
„Fuck.“ Decan war ehrlich betroffen. „Diese Sekte?“
„Hab sie rausgeholt.“ Red zitterte. Doch er nahm sich zusammen und erzählte seinem alten Kumpel die ganze Geschichte. Wie er Liz gefunden und verloren hatte. Wie er Maze getroffen und von der KI in seinem Kopf erfahren hatte. Und von Wave, was auch immer sie war. „Was meinst du dazu? Kann eine KI ein Bewusstsein haben?“
Decan starrte ins Leere. Schien über etwas nachzudenken. „Weiß nicht“, sagte er nach einer Weile. „Es gibt Gerüchte über sie. KIs mit Fehlfunktionen, die plötzlich verschwinden. Manche sagen, sie hätten ein eigenes Bewusstsein erlangt und würden nun ihre eigenen Wege gehen.“
Red stupste ihn an. „Und was sagst du?“
„Coole Sache, wenn es stimmt.“ Decan legte den Kopf schief und sah ihm in die Augen. Ein bisschen sehnsüchtig. „Wenn’s nicht stimmt, hast du ein Problem.“
Soweit war er auch schon. „Wave hat vorgeschlagen, mich mit Maze und Phage direkt zu verbinden. Mit einer neuen Schnittstelle soll’s gehen, aber so ganz kapiert hab ich das nicht.“
„Überleg dir das gut“, warnte sein Freund. „Du kennst dich nicht aus. Ist gefährlich für einen Outsider wie dich. Ist Militärspielzeug, nicht ausgereift.“
Schon klar. Aber er wollte etwas tun. „Wozu überhaupt neue Hardware? Kann ich nicht über den Cyberspace mit Phage in Kontakt treten? So ganz normal?“
Decan zuckte die Achseln. „Gehen tut das schon. Aber diese Erwachten wollen das nicht. Müssten ihre Unsichtbarkeit aufgeben. Ein Offline-Link ist sicherer für sie, aber du öffnest ihnen damit die Tür zu deinem Gehirn.“ Sein alter Kumpel machte eine bedeutungsschwangere Pause, in der er seine Worte in Reds Gedanken sacken ließ. Dann wurde Decan plötzlich ernst und eindringlich. „Lass das, ich meins ernst.  Halt dich am besten aus der ganzen Sache raus.“
Zu spät. Er steckte schon viel zu tief drin. Außerdem konnte er Maze nicht im Stich lassen, selbst wenn der süße Wirehead unehrlich war. Du musst ihn beschützen, Red. Und dieses Mal wirst du nicht versagen. „Ich kann nicht mehr zurück. Liz ist tot und diese Wichser verdienen eine Abreibung.“
Decan seufzte. „Deine Sturheit ist dein Untergang. Schade, Red, ich mag dich. Wirklich.“
Red blickte in den Lauf einer Pistole. Die kleine Waffe in der Hand des Hackers ergab keinen Sinn. „Was soll das?!“
„Das mit Liz tut mir ehrlich leid, ich hätte nicht gedacht, dass sie sie vergiften. So wichtig war sie nicht. Ich gehe nie zu den Mädchen, weißt ja, ist nicht mein Ding.“
„Was laberst du da?“ Red wich zurück, überlegte, ob er seine Desert Eagle zücken sollte oder ob Decan kalt genug war, ihm vorher ein Loch in den Schädel zu ballern. Der Hacker hatte sich von einer Sekunde auf die andere in ein skrupelloses Arschloch verwandelt.
„Ich kann nicht zulassen, dass du gegen Alterreal vorgehst.“ Sein alter Freund betrachtete ihn wehmütig. „Die zahlen sehr gut, verstehst du?“
Scheiße. Du verdammter Idiot hast verdrängt, wie Decan tickt. Wovon er lebt. Er war ein verfluchter Hacker. Verkaufte sein Talent an jeden, der es zu schätzen wusste. Warum also nicht an Alterreal? Deswegen hatte er ihn damals gewarnt. Besorg dir wenigstens ne Knarre, hatte er gesagt. Decan hatte gewusst, was ihn erwartete. Wie gefährlich die Sekte war. Wahrscheinlich hätte er ihn damals schon ans Messer geliefert, wenn er keine Schwäche für Red gehabt hätte.
Ehe er seine Gedanken vollständig ordnen konnte, spuckte der Fahrstuhl zwei bewaffnete Männer aus. Anzugträger mit breiten Schultern und kantigen Gesichtern. Beide mit schickem Kurzhaarschnitt. Seriöse Schläger. Fuck, du bist so ein Idiot. „Decan, verdammt.“ Er hatte ihn verraten. Und er war blind in die Falle gerannt.
Der Hacker lächelte. „Ich hab dich gewarnt, aber du wolltest nicht hören. Hättest du dich nicht auf Maze eingelassen, hätte ich dir das hier ersparen können.“ Er nickte den Anzugträgern zu, die Red in ihre Mitte nahmen. Einer riss ihm die Arme auf den Rücken. Ganz schön brutal. Plastik schnitt ihm in die Handgelenke und fesselte sie. Game over.
„Sorry“, sagte Decan. Steckte die Waffe weg und widmete sich seinen Monitoren, während die Vollstrecker der Sekte Red mit sich schleiften.

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #2 |

RE: Red und Maze (Teil 4)
Hallo Zack.

Falls Du gedacht hast, dass ich hier nach den letzten Teilen aufhöre, dann muss ich Dich enttäuschen.

Anmerkungen:

Zitat:Red glaubte, zu ersticken. „Meine Schwester.“

Hier würde noch der Kloß im Hals ganz gut passen.

Zitat:Schließlich lächelte die KI wieder und es war so gezwungen, dass er sich fragte, ob sie vielleicht doch eher ein Mensch in einem Androidenkörper war.

Gezwungen? Passt mMn nicht wirklich, denn gezwungen würde eher auf Künstlichkeit hindeuten, statt auf einen Menschen. Oder ich habe die Szene falsch vor Augen.

Zitat:In seinen  paranoiden Gedanken war ihm Alterreal bereits auf den Fersen.

Leerzeichen zuviel.

Zitat:der angeblich in seinem Kopf steckte.  Wave hatte sich nach ihren Andeutungen jedoch in

Hier auch.

Zitat:Red blickte in den Lauf einer Pistole. Die kleine Waffe in der Hand des Hackers ergab keinen Sinn. „Was soll das?!“

Hier würde ich ein 'Plötzlich' einbauen, um auch den Leser aus dem Freundschaftsmodus herauszuholen.

Insgesamt habe ich mich - glaube ich - langsam an die Art und Weise, wie die Geschichte geschrieben wird, gewöhnt. Manchmal will mein literarisches Herz zwar immer noch aufschreien, wenn wörtliche Rede einfach so im Text auftaucht oder sich die Gedanken von Red mit denen des Erzählers vermischen. Aber ich akzeptiere dies als Stilmittel, den diese Geschichte - in dieser neonlastigen Welt - tatsächlich auch braucht.

LGD.


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Beitrag #3 |

RE: Red und Maze (Teil 4)
Danke für deinen Kommentar. Mit dem gezwungenen Lächeln hast du recht, mal schauen, wie ich das ändern kann.

Für mich ist der Stil dieser Story auch neu, weil ich normal Gedanken kursiv setze usw. ... aber es hat sich so ergeben und erschien mir einfach passend. Schön, dass du das inzwischen auch so siehst und dass man sich dran gewöhnen kann. Damit begrabe ich erstmal den Gedanken, nachträglich doch noch was dran zu ändern ^^ ...

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #4 |

RE: Red und Maze (Teil 4)
Hey Zack,

aus deiner Antwort im letzten Teil entnehme ich, dass mein seltsames Gefühl wegen des Hinterhalts von dir gewollt ist. Insofern hast du also alles richtig gemacht. Mrgreen 
Ich bin gespannt, wie es weitergeht.


Zitat:So ein komischer Typ mit zu vielen Zähnen hatte sein Bein zusammengeflickt.
Hehe, "zu viele Zähne" ist ein nettes Attribut.

Zitat:Für die KI aber kein Problem. Sie hatte Red mit ihren pinken Augen nur schief angesehen und gemeint, dass Geld nur ein Mittel zum Zweck sei. Neue Identitäten hatte sie auch besorgt. Ganz schön viel kriminelle Energie, dafür, dass sie die Guten waren.
Anders als mit Phage interagieren wir mit Wave ja direkt - sie verhält sich sehr menschlich. Das schreibe ich nicht als Kritik, sondern um festzuhalten, dass diese wenigen Szenen schon einiges über deine Welt aussagen. Wir wissen noch nicht, wie selten oder häufig KIs sind - aber da Red nicht sonderlich überrascht über die KIs an sich war, scheinen sie vergleichsweise normal zu sein. Außerdem haben sie offensichtlich ein geistiges Niveau, das denen von Menschen mindestens gleich kommt. Nächste interessante Frage: Wie sieht es mit Gefühlen aus? Wir werden sehen. Icon_smile


Zitat:räge ließ Red den Kopf sinken, blickte kurz zur Seite, wo Maze und Wave wie ein verdammtes Liebespaar auf dem Sofa saßen.
Hehe, Red ist eifersüchtig.


Zitat:Und Maze. Dieses irre Kribbeln, das ihm bis in die Haarspitzen schoss, wenn der Wirehead ihn schief angrinste.
Wollte auch gerade protestieren, auf Reds Gedanken hin, nur die Rache hielte ihn aufrecht. Icon_wink


Zitat:Sie zog ihre feinen Brauen zusammen. „Wir haben uns gerade erst kennengelernt. Sonst wäre er nicht auf unsere Gegner hereingefallen.“
Oh, das klang im letzten Teil aber noch anders. War da nicht von einer Verbündeten von Phage die Rede? Das impliziert, dass die beiden sich kennen würden.


Zitat:Sie stand auf und warf ihren erschreckend menschlichen Blick in die Häuserschluchten. Ihre leicht verzerrte Stimme senkte sich zu einem Flüstern. „Alterreal sucht nach mir und nach allen, mit denen ich Kontakt habe. Sie wollen die Erwachten vernichten.“

„KIs mit Bewusstsein?“
Oh, also ist es doch ungewöhnlich. Hm ... vielleicht sollte Red dann etwas überraschter sein? Klar, er findet Waves lebendige Augen seltsam, aber das wirkt nur so, als hätte er noch nie eine KI mit Bewusstsein getroffen, nicht als hätte er nicht gewusst, dass es sie gibt.


Zitat:„Rook?“

„Er wollte mich verstecken, so wie Maze Phage versteckt.“
Eine emotionale Beziehung zwischen Mensch und KI, damit spiele ich auch gern. Mrgreen  Eröffnet natürlich die Frage, wie wohl die Beziehung zwischen Maze und Phage aussieht (versteh mich nicht falsch, ich finde gut, dass wir nicht in Maze Kopf schauen können - ich teile dir nur meine Gedankengänge mit).


Zitat:Du bist aufrichtig, Red“, stellte sie fest, „ganz im Gegensatz zu Maze und Phage. Die beiden verheimlichen etwas. Willst du herausfinden, was das ist?“
Au ja!

Zitat:Diese komische KI hatte die Glut seines Zweifels entfacht. Irgendetwas stimmte nicht mit Maze und Phage, der angeblich in seinem Kopf steckte.  Wave hatte sich nach ihren Andeutungen jedoch in Schweigen gehüllt, also hatte er beschlossen, seinem alten Freund Decan einen Besuch abzustatten. Er brauchte jemanden, der nicht in dieser ganzen Scheiße mit drin hing. Jemanden, der Ahnung von der Materie hatte, denn diese Sache mit den künstlichen Intelligenzen ging über seinen Verstand hinaus.
Ob das so klug ist? Nicht, dass er Decan in Gefahr bringt.


Zitat:Ein Sofa oder einen Stuhl besaß der Hacker nickt.
... nicht.


Zitat:„Coole Sache, wenn es stimmt.“ Decan legte den Kopf schief und sah ihm in die Augen. Ein bisschen sehnsüchtig. „Wenn’s nicht stimmt, hast du ein Problem.“
Soweit war er auch schon. „Wave hat vorgeschlagen, mich mit Maze und Phage direkt zu verbinden. Mit einer neuen Schnittstelle soll’s gehen, aber so ganz kapiert hab ich das nicht.“
„Überleg dir das gut“, warnte sein Freund. „Du kennst dich nicht aus. Ist gefährlich für einen Outsider wie dich. Ist Militärspielzeug, nicht ausgereift.“
Ich mag Decan. Scheint ein guter Freund zu sein - mit viel Ahnung. Bin gespannt, wie es ist, eine KI im Kopf zu haben. Vielleicht legt Phage eine Sicherheitskopie von sich an?


Zitat:Zu spät. Er steckte schon viel zu tief drin. Außerdem konnte er Maze nicht im Stich lassen, selbst wenn der süße Wirehead unehrlich war. Du musst ihn beschützen, Red. Und dieses Mal wirst du nicht versagen. „Ich kann nicht mehr zurück. Liz ist tot und diese Wichser verdienen eine Abreibung.“
Hehe, er denkt das eine und sagt das andere. Will Decan wohl nicht eifersüchtig machen?


Zitat:Decan seufzte. „Deine Sturheit ist dein Untergang. Schade, Red, ich mag dich. Wirklich.“
Red blickte in den Lauf einer Pistole. Die kleine Waffe in der Hand des Hackers ergab keinen Sinn. „Was soll das?!“
„Das mit Liz tut mir ehrlich leid, ich hätte nicht gedacht, dass sie sie vergiften. So wichtig war sie nicht. Ich gehe nie zu den Mädchen, weißt ja, ist nicht mein Ding.“
Waaaaas!? Und gerade schreibe ich noch, ich mag ihn. So'n Arsch!

Zitat:„Sorry“, sagte Decan. Steckte die Waffe weg und widmete sich seinen Monitoren, während die Vollstrecker der Sekte Red mit sich schleiften.
Wie gefühllos. Wie kalt. Da fragt man sich doch glatt, wer hier KI und wer hier Mensch ist.

Diesen Teil mochte ich sehr gern. Er besteht quasi aus zwei Sinneinheiten. Gespräch mit Wave und und Gespräch mit Dave und beide Male wird sozusagen mit den Erwartungen des Lesers gespielt. Wave die KI ist in wirklich empathisch und warmherzig (oder tut wenigstens so), während Red alte Frend Decan scheinbar ein guter Freund ist, es in Wirklichkeit aber als Freundschaftsdienst empfindet, Red die Chance zu geben, sich zurückzuziehen und als er es nicht tut ihn ohne mit der Wimper zu zucken ans Messer liefert. Hast du gut hinbekommen, finde ich. Mich persönlich interessieren KIs und gerade auch KIs mit Bewusstsein sehr (ist ja ein typisches Thema des Cyberpunks) und demenstprechend freue ich mich darauf weiterzulesen.

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

Wanderer zwischen den Welten und der
Weltenknoten

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Beitrag #5 |

RE: Red und Maze (Teil 4)
Hey Weltenwanderer,

danke auch hier für deinen Kommentar Icon_smile

Wave erscheint in der Tat sehr menschlich, ist damit aber etwas Besonderes. Künstliche Intelligenzen werden in dieser Welt vielseitig eingesetzt, aber eigentlich schreibt man ihnen keine eigene Persönlichkeit, kein echtes Bewusstsein zu. Das ist etwas Neues, von dem viele noch nichts wissen und das einige wieder ausmerzen wollen. Red kennt sich in der ganzen Materie überhaupt nicht aus und nimmt es daher leichter hin. Er wundert sich drüber, aber er ist ein Typ, der an das glaubt, was er sieht und er erlebt Wave als sehr menschlich und behandelt sie entsprechend so. Er macht sich zwar schon seine Gedanken, aber die große Revolution ist es für ihn nicht, dazu hat er zu viele andere Probleme.


Zitat:Oh, das klang im letzten Teil aber noch anders. War da nicht von einer Verbündeten von Phage die Rede? Das impliziert, dass die beiden sich kennen würden.

Ja, seltsam, ne? Icon_wink

Zitat:Eröffnet natürlich die Frage, wie wohl die Beziehung zwischen Maze und Phage aussieht

Kompliziert ^^


Zitat:Waaaaas!? Und gerade schreibe ich noch, ich mag ihn. So'n Arsch!


Naja, Decan ist ein Hacker, die sind naturgemäß meistens abgezockt. Außerdem ist er auch eifersüchtig, schließlich hatten er und Red mal was miteinander, und jetzt lässt sich Red auf den Typen ein, der von seinen Auftraggebern gesucht wird.

Bis zum nächsten Mal (hoffentlich) Icon_smile

Grüße

- Zack

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Beitrag #6 |

RE: Red und Maze (Teil 4)
Hallo Zack,

die kleine Persephone hat sich tatsächlich aus ihrer Pforte ausgesperrt und stand über eine Stund ein der Kälte. Merkt schon, wie die Grippe aufsteigt und nimmt zuhause erstmal eine Aspirin.  Icon_nosmile
Trotzdem komme ich nicht umhin, auch den vierten Teil zu kommentieren. Einer meiner guten Vorsätze fürs nächste Jahr, die 1000 vollmachen.  Pro

Zitat:Ein Bekannter von Wave, der für sein Schweigen das Doppelte berechnet hatte. 
berechnete. Der Typ ist aber kein KI, oder?

Zitat:Seit Liz ihm davongelaufen war, war alles den Bach runtergegangen. Einzig seine Sehnsucht nach Rache hielt ihn aufrecht.
Eltern gibts wohl nicht und jetzt ist er ganz allein, außer Maze. (sei nicht so böse und bring ihn um  Smiley_frown Smiley_frown Smiley_frown Smiley_frown

DEcan ist ja wirklich ein widerlicher Mistkerl und ich hoffe, er kriegt, was er verdient  Icon_motz
Wave scheint bisschen verknallt in Red zu sein, aber die Chancen stehen wohl eher schlecht. Ich lese zumindest weiter, denn ich liebe diese Geschichte und Kommentare folgen dann bei klarem Bewusstsein.

Liebe Grüße Persephone

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

(Friedrich Nitzsche)



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Beitrag #7 |

RE: Red und Maze (Teil 4)
Heyho, ich hoffe, du hast dich nicht erkältet!


Zitat:Der Typ ist aber kein KI, oder?

Neee, isser nicht. Einfach nur ein komischer Typ, der für Geld einen guten und schweigsamen Job macht.

Zitat:Wave scheint bisschen verknallt in Red zu sein, aber die Chancen stehen wohl eher schlecht.

Verknallt? Nicht wirklich. Aber sie mag ihn - da kommen wir später aber noch dazu Icon_smile

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Beitrag #8 |

RE: Red und Maze (Teil 4)
Hi, Zack!

Na, wenn das nicht mal ein Cliffhanger am Ende ist... hat gewirkt, ich muss sofort mit dem nächsten Teil anfangen Mrgreen 

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: liest sich schnell und flüssig, der Flow bleibt erhalten, gefällt mir Pro

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