Es ist: 31-10-2020, 20:13
Es ist: 31-10-2020, 20:13 Hallo, Gast! (Registrieren)


Red und Maze (Teil 6)
Beitrag #1 |

Red und Maze (Teil 6)
Wenn wir heute schon dabei sind ^^ ... mit dem Teil bin ich nicht wirklich zufrieden, allerdings war es auch seltsam, dass Red und Wave alleine unterwegs sind ...

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Red war ein blutiger Fleck inmitten der weißen Klinikräume. Trotz schickem Hemd und Designerjeans, die ihn als Teil der besseren Gesellschaft auswiesen. Wave passte mit ihrer rosafarbenen Perücke und der perfekten Silikonhaut viel besser in diese Welt. Sie stand neben ihm, lies den Blick ins Leere gleiten. Ein unverbindliches Lächeln auf den Lippen. Ganz wie eine Puppe in Warteposition. Hinter dem Tresen, einer geschwungenen Formation aus milchigem Glas, saß eine spindeldürre Frau mit olivefarbenem Teint und violett geschminkten Lippen. Ihre zerbrechlichen Finger flogen über den Touchscreen ihres Terminals und nach wenigen Minuten schenkte sie Red ein strahlendes Lächeln.
„Dr. Varyen erwartet Sie bereits.“
Red nickte und sah Wave an. Mit einer Geringschätzung, die er hatte üben müssen. „Du wartest hier.“ In ihren pinken Augen blitzte es, aber sie lächelte freundlich und begab sich in den Wartebereich, wo sie sich mit einer Steckdose verband. Neben ihr saß eine andere Androidin, ein älteres Modell, das nicht annähernd so echt wirkte wie Wave. Und wohl kein Bewusstsein hatte. Aber wer wusste das schon?
Die dürre Mitarbeiterin führte ihn an einer einzigen, grünen Pflanze vorbei in den Operationsraum. Red erinnerte sich an das düstere Hinterzimmer, in dem ihm so ein zwielichtiger Typ damals seinen Netzzugang implantiert hatte. Sah gar nicht so anders aus, abgesehen von der hellen, sterilen Atmosphäre und den ganzen Gerätschaften, deren Funktion ihm schleierhaft war.
Die Empfangsdame bot ihm ein Wasser an und ließ ihn dann allein. Keine fünf Minuten später trat ein Mann Mitte Dreißig durch die Tür. Volles schwarzes Haar, kurz geschnitten, perfekt gestylter Dreitagebart, perfekte weiße Zähne und unnatürlich grüne Augen in unterschiedlichen Farbnuancen. Links trug er offenbar eine Augmented Reality Linse. Nicht jeder konnte gleichzeitig offline und online sein, so wie Maze. Eigentlich konnten das sogar die wenigsten. Vielleicht sollte Red sich auch solche Linsen zulegen. Danke Wave hatte er Kohle genug.
Dr. Varyen gab ihm die Hand. „Ich werde den Eingriff vornehmen. Bitte setzen Sie sich.“ Er wies auf den gepolsterten Stuhl in der Mitte des Raumes. In der Kopflehne befand sich ein großes Loch, sodass Red sich zurücklehnen konnte, während der Chirurg an seinen Zugängen herumdokterte. Als er Platz genommen  und Dr. Varyen einen ersten Blick riskiert hatte, erkannte dieser schnell: „Das ist aber keine gute Arbeit.“ Klar. Hatte ihm auch einer von Sliders Leuten illegal eingebaut. Der Doc sah das natürlich und er würde darüber schweigen. Weil er für das Upgrade übermäßig gut bezahlt wurde.
Nachdem er sich die verpfuschten Implantate eine Weile angesehen und Notizen auf seinem Pad gemacht hatte, kam eine Schwester, eine große Brünette mit aufgespritzten Lippen, dazu und setzte eine lokale Betäubung. Red wäre es lieber gewesen, sie hätten ihn komplett weggeschossen, aber eine Vollnarkose war selten notwendig. Außerdem musste er wach sein, damit der Chirurg es rechtzeitig bemerkte, wenn es zu Ausfallerscheinungen kam. Also hörte Red dem Geschwafel des Doktors zu, der ihm erklärte, dass er zuerst die komplette alte Hardware entfernen und durch neue Highend-Geräte ersetzen würde. Er faselte irgendwas über künstliche Synapsen und Übertragungsraten. Simulationsqualität und Schnittstellen. Als würde Red was davon verstehen. Über Geld sprach er nicht. Die unverschämt hohe Summe hatte er längst erhalten.
Abgesehen von einem kalten Kribbeln im Nacken spürte Red nichts von der Prozedur. Sein Körper war in Watte gepackt und bald wusste er nicht mehr, dass er bei Bewusstsein war. Er starrte an die weiße Decke, während der Chirurg in seinem Gehirn herumpfuschte. Zwischendurch blitzten kantige Strukturen in seinem Blickfeld auf und ihm wurde schwindlig. In seinem Kopf sah er Liz sterben. Fragte sich, ob er es hätte verhindern können. Ob er wirklich eine Chance hatte, ihre Mörder zu vernichten. Und ob seine Rachepläne Maze gefährdeten. Was mach ich hier eigentlich? Macht das Sinn? Brauchen die mich überhaupt?
Die Wunden wurden mit einem Gewebekleber verschlossen. Ein kühles Silikongel mit aktiven Inhaltsstoffen sollte verhindern, dass sich etwas entzündete. Dr. Varyen erklärte Red, dass er mindestens acht Stunden warten sollte, bevor er die neue Hardware testete. Über die zusätzliche Schnittstelle für den Offlinelink sprach er nicht. Fragen konnte Red auch nicht. Wollte sich nicht die Blöße geben, nicht zu wissen, wie genau diese direkte Verbindung funktionierte.
 
Wave hatte an alles gedacht. Nur nicht daran, dass Red von dem ganzen Scheiß keine Ahnung hatte. Als er leicht benommen aus dem Operationsraum wankte, saß sie immer noch wie eingefroren im Wartebereich. Er ging zu ihr und gab ihr den Befehl, aufzustehen und mitzukommen. Es war ihm schleierhaft, wie sie auf den irrsinnig hohen Schuhen laufen konnte. Die Empfangsdame verabschiedete ihn mit einem breiten Lächeln und wies noch auf neue Produkte hin, die ihn interessieren könnten.
Während er wenig interessiert zuhörte, stieß der Doktor zu ihnen und ließ seinen Blick anerkennend über Wave gleiten.  Red fragte sich, ob er sie in dem engen, schwarzen Acrylkleid heiß fand. Der Doc schien sich jedoch mehr für die Tatsache, dass sie kein Mensch war, zu interessieren. „Ihre Assistentin wirkt sehr echt. Ist das ein neues Modell?“ Sein Gesicht drückte aus, dass er sich nicht vorstellen konnte, nichts von einem neuen Modell zu wissen. Und dass er sie besitzen wollte.
Red tat gelangweilt. „Spezialanfertigung.“
Varyen nickte anerkennend. „Eine phantastische Arbeit.“
Red zückte eine der Visitenkarten, die Caius ihm für solche Fälle zugesteckt hatte. Das Papier war rau und komplett weiß und gab sein Geheimnis nur der Augmented Reality Linse des Docs preis. Varyen lächelte und bedankte sich.
Als sie draußen waren, betrachtete Wave unauffällig die neue Hardware, die nach ihren Wünschen implantiert worden war. Offenbar war sie zufrieden mit dem Ergebnis. Und erleichtert, nicht mehr die brave Assistentin spielen zu müssen, denn sie verkündete fröhlich: „Lass uns shoppen gehen.“
Sie zwinkerte ihm zu und er folgte ihr hinaus ins gleißende Weiß des Tages. Die Spiegeltürme des Kerns waren so hoch, dass ihre Schatten bizarre Muster in die Straßen zeichneten. Obwohl die Sonne schien, tauchten künstliche Lichter das Herz der Stadt in schimmernde, kühle Helligkeit. Zwischen den Gebäuden leuchteten in geisterhaftem Blau Datensäulen, die ihre Bilderströme den Blicken der Passanten anpassten. Reds neuer Identität zeigten sie technischen Schnickschnack und Jobangebote von Forschungszentren.  
Wave führte ihn in ein Geschäft, in dem jedem Hacker einer abgehen musste. Sanftes, hellblaues Licht ergoss sich in einen düsteren Verkaufsraum, in dem die neusten Decks wie Trophäen auf gläsernen Säulen drapiert waren. Spotlights ließen sie wie Erscheinungen aus einer anderen Welt wirken. Zubehörteile sah man hingegen nicht. Diese lagen verschlossen hinter den indirekt beleuchteten, verchromten Wänden.
Die KI schritt zielsicher durch die Reihen brandheißer Endgeräte und hielt vor einer Säule abrupt inne. „Ein Huawei Dreamscape V“, erklärte sie, „genau das Richtige für einen User wie dich.“
Red betrachtete den glänzenden, schwarzen Spiegel, der unter seiner Berührung aufleuchtete. Irgendwie sahen die Dinger alle gleich aus. Ein großer Touchscreen für manuelle Eingaben, dahinter ein dünnes Kunststoffgehäuse, in dem sich Prozessoren, Speicherchips und anderer Kram verbargen. Die meisten Decks waren schwarz. Standarddesign. Ließ sich individuell anpassen. Wer wollte, konnte auch sein Gesicht drauf drucken lassen.
Eine Verkäuferin kam mit einem freundlichen, wohl dosierten Lächeln auf ihn zu. Sie trug eine Art Uniform in einem dunklen Violett mit hellen Applikationen. „Wir können die Konfigurationen vor Ort Ihren Wünschen anpassen.“ Ihre Stimme war warm und angenehm.
„Schwarz ist cool“, meinte Red.
Wave hatte wieder ihr starres Puppengesicht aufgesetzt und sagte mit hohler Stimme. „Wir nehmen das Standardmodell und benötigen zwei Sätze Glasfasern mit Platinkuppen. Außerdem fünf Speichermodule mit jeweils 12 Terabyte Volumen.“
Das Lächeln der Verkäuferin wurde breiter. „Eine reizende Assistentin. Bitte warten Sie einen Moment.“
Die junge Frau verschwand hinter einer unscheinbaren Tür und kam wenige Augenblicke später mit dem originalverpackten Huawei sowie den geforderten Zubehörteilen zurück.  Sie packte erst alles auf einem Glastresen aus, um Red zu zeigen, dass alles seinen Wünschen entsprach. Anschließend packte sie den ganzen Kram wieder sorgfältig ein. Dann verstaute sie alles in einer schwarzen Hartplastiktasche mit dem geschwungenen Logo des Shops und übergab sie Wave.  
„Ich hoffe, Sie sind mit Ihrem Einkauf zufrieden“, sagte die Verkäuferin und begleite sie Richtung Ausgang.
„Ja, danke.“ Red hielt seine rechte Hand vor die Scannersäule. Der Chip mit der neuen Identität wurde erkannt und der fällige Betrag automatisch von seinem Konto abgebucht. Wie erschreckend einfach das war. Hätte er seinen Chip früher umprogrammieren lassen können, wäre ihm einiges erspart geblieben. Und Liz würde noch leben.

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #2 |

RE: Red und Maze (Teil 6)
Hallo Zack,

Zu meiner Freude und meinem Bedauern gleichermaßen, sehe ich, dass ich schon massiv aufgeholt habe. 

Zitat:Danke Wave hatte er Kohle genug.
Dank

Zitat:Er starrte an die weiße Decke, während der Chirurg in seinem Gehirn herumpfuschte. 
wie macht der Herr Doktor das?

Zitat:„Ihre Assistentin wirkt sehr echt. Ist das ein neues Modell?“
Ich frage mich, wenn die Androiden so lebensecht sind als Sexspielzeug, warum werden dann junge Mädchen als Huren versklavt? Eigentlich unnötig, weil so einen Roboter kann man besser kontrollieren, so fern er kein eigenes Bewusstsein hat

Zitat:Red zückte eine der Visitenkarten, die Caius ihm für solche Fälle zugesteckt hatte. Das Papier war rau und komplett weiß und gab sein Geheimnis nur der Augmented Reality Linse des Docs preis. 
Für mich liest sich das, als hätte Caius über das besondere Auge des Arztes Bescheid gewusst.

Zitat:Hätte er seinen Chip früher umprogrammieren lassen können, wäre ihm einiges erspart geblieben. Und Liz würde noch leben.
Natürlich will ich wissen, wie das alles zusammen hängt...

Irre ich mich, oder lese ich auch versteckt Fantasyelemente? Diese Alterreal Priester faszinieren mich schon ziemlich. Sind das Priester im herkömmlichen Sinn oder machtvolle Geschäftsmänner. 

Ich werde es herausfinden. 

Gruß Persephone

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

(Friedrich Nitzsche)



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Beitrag #3 |

RE: Red und Maze (Teil 6)
Jetzt hast du die anderen überholt ^^


Zitat:wie macht der Herr Doktor das?

Das weiß Red eben nicht. Er hat keine Ahnung von diesem Computerkram und da die Story aus seiner Sicht geschrieben ist, kann ich hier das Vorgehen des Doktors nicht erklären, wenn Red es nicht versteht.


Zitat:Ich frage mich, wenn die Androiden so lebensecht sind als Sexspielzeug, warum werden dann junge Mädchen als Huren versklavt? Eigentlich unnötig, weil so einen Roboter kann man besser kontrollieren, so fern er kein eigenes Bewusstsein hat

Ein möglichst lebensechter Android ist schlichtweg unverschämt teuer. Menschen sind wesentlich billiger - auch ein Merkmal dieser Zukunftsvision, dass eine Maschine wertvoller als ein Mensch ist.
Zitat:Irre ich mich, oder lese ich auch versteckt Fantasyelemente?

Nein, keine Fantasy, wobei Alterreal ein bisschen auf mystisch macht, aber deren ganze "Religion" ist ein Schwindel.

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Beitrag #4 |

RE: Red und Maze (Teil 6)
... und weiter geht's! Icon_smile


Zitat:Red war ein blutiger Fleck inmitten der weißen Klinikräume.
Ich weiß, dass du damit auf seine roten Haare anspielst, aber für mich klingt das "blutig" nicht gut. Vielleicht ist sind mir die verschiedenen Auseinandersetzungen in den letzten Teilen zu präsent.  Icon_wink Vielleicht geht auch "blutrot"?

Zitat:Wave passte mit ihrer rosafarbenen Perücke und der perfekten Silikonhaut viel besser in diese Welt.
Hehe, Wave hat sich zu meinem Lieblingscharakter in der Geschichte gemausert. Ich bin gespannt, wie sie sich entwickelt bzw. was wir noch über sie erfahren.

Zitat:Die dürre Mitarbeiterin führte ihn an einer einzigen, grünen Pflanze vorbei in den Operationsraum. Red erinnerte sich an das düstere Hinterzimmer, in dem ihm so ein zwielichtiger Typ damals seinen Netzzugang implantiert hatte. Sah gar nicht so anders aus, abgesehen von der hellen, sterilen Atmosphäre und den ganzen Gerätschaften, deren Funktion ihm schleierhaft war.
Ah, jetzt weiß ich auch, was das soll. Red will sich die neue Hardware einbauen lassen, damit er sich mit Maze verbinden kann. Und Wave ist als Bodyguard dabei und weil sie es Red vermutlich erst ermöglicht hat in diese Klinik reinzukommen. Woher hat sie eigentlich den ganzen Einfluss und das viele Geld? Geldverschiebungen per Hacking?

Zitat:Der Doc sah das natürlich und er würde darüber schweigen. Weil er für das Upgrade übermäßig gut bezahlt wurde.
Wie das immer so ist, in der High Society. Mrgreen 


Zitat:Außerdem musste er wach sein, damit der Chirurg es rechtzeitig bemerkte, wenn es zu Ausfallerscheinungen kam.
Das ergibt Sinn.


Zitat: Er starrte an die weiße Decke, während der Chirurg in seinem Gehirn herumpfuschte. Zwischendurch blitzten kantige Strukturen in seinem Blickfeld auf und ihm wurde schwindlig.
Schon irgendwie gruselig, wenn mn sich vor Augen führt, dass die Schnittstellen direkt mit dem Gehirn verbunden sind. Ich bin gespannt, ob es irgendwann wirklich so kommt (gesetzt den Fall, ich lebe lange genug).


Zitat:Wave hatte an alles gedacht. Nur nicht daran, dass Red von dem ganzen Scheiß keine Ahnung hatte. Als er leicht benommen aus dem Operationsraum wankte, saß sie immer noch wie eingefroren im Wartebereich.
Das ist jetzt aber kein Foreshadowing, dass etwas schief gelaufen ist? Ein bisschen kommen die ersten beiden Sätze so rüber.


Zitat:Red fragte sich, ob er sie in dem engen, schwarzen Acrylkleid heiß fand. Der Doc schien sich jedoch mehr für die Tatsache, dass sie kein Mensch war, zu interessieren. „Ihre Assistentin wirkt sehr echt. Ist das ein neues Modell?“ Sein Gesicht drückte aus, dass er sich nicht vorstellen konnte, nichts von einem neuen Modell zu wissen. Und dass er sie besitzen wollte.
Oha, ein Technofetischist. Hihi.


Zitat:Sie zwinkerte ihm zu und er folgte ihr hinaus ins gleißende Weiß des Tages. Die Spiegeltürme des Kerns waren so hoch, dass ihre Schatten bizarre Muster in die Straßen zeichneten. Obwohl die Sonne schien, tauchten künstliche Lichter das Herz der Stadt in schimmernde, kühle Helligkeit. Zwischen den Gebäuden leuchteten in geisterhaftem Blau Datensäulen, die ihre Bilderströme den Blicken der Passanten anpassten. Reds neuer Identität zeigten sie technischen Schnickschnack und Jobangebote von Forschungszentren.
Die Szenenbeschreibung ist dir gut gelungen. Gerade auch der Kontrast zu den eher dreckigen Teilen der Stadt, die wir schon kennengelernt haben.


Zitat:„Ein Huawei Dreamscape V“, erklärte sie, „genau das Richtige für einen User wie dich.“
Die alten Mobilfunkfirmen konnten sich also halten (Wave hatte ja auch eins von einer bekannten Firma. War es Motorolla?). Ich weiß nicht, ob ich das realistisch finde, aber ich mag das trotzdem als Gimmick. So ein kleines Aufblitzen unserer heutigen Zeit, der hilft den Eindruck zu erzeigen, dass die Geschichte in unserer Zukunft spielt.

Zitat:Ein großer Touchscreen für manuelle Eingaben, dahinter ein dünnes Kunststoffgehäuse, in dem sich Prozessoren, Speicherchips und anderer Kram verbargen. Die meisten Decks waren schwarz. Standarddesign. Ließ sich individuell anpassen.
Handelt es sich also um ... Tablets?


Zitat:Wave hatte wieder ihr starres Puppengesicht aufgesetzt und sagte mit hohler Stimme. „Wir nehmen das Standardmodell und benötigen zwei Sätze Glasfasern mit Platinkuppen. Außerdem fünf Speichermodule mit jeweils 12 Terabyte Volumen.“
Ich frage mich gerade, ob es für eine KI wohl schwer ist, leblos zu spielen, nachdem sie zum Leben erwacht ist und quasi übersprudelt vor Energie (so wirkt es zumindest bei Wave).


Zitat:Wie erschreckend einfach das war. Hätte er seinen Chip früher umprogrammieren lassen können, wäre ihm einiges erspart geblieben. Und Liz würde noch leben.
Warum würde Liz dann noch leben? Weil sie dann bereits im Kern leben würden und Liz deshalb nie in die Fänge von Altereal geraten wäre?

In diesem Teil ist ja nicht so besonders viel passiert, aber ich finde ihn trotzdem gut - ein schöner Kontrast einerseits zu der düsteren Szenerie der früheren Teile, aber auch eine Atempause nach der ganzen Action und den ganzen Entdeckungen. Wahrscheinlich passiert jetzt gleich noch was schlimmes, aber wir werden sehen. Mrgreen 

Du hast eingangs geschrieben, dass du mit dem Teil nicht zufrieden bist und das es irgendwie komisch ist, dass Wave und Red alleine unterwegs sind. Warum genau bist du nicht zufrieden? Ich empfand es jedenfalls als nachvollziehbar, warum die beiden alleine unterwegs sind. Ich meine es ist sicherlich auch mit Aufwand verbunden, die ID von mehr als einer Person zu manipulieren und außerdem ist es viel auffälliger, wenn gleich zwei Menschen da rumlaufen, die eiigentlich nich in den Kern gehören.

Liebe Grüße
WW

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

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Beitrag #5 |

RE: Red und Maze (Teil 6)
Hey Weltenwanderer,

schön, dass du noch hier bist Icon_wink


Zitat:Und Wave ist als Bodyguard dabei und weil sie es Red vermutlich erst ermöglicht hat in diese Klinik reinzukommen. Woher hat sie eigentlich den ganzen Einfluss und das viele Geld? Geldverschiebungen per Hacking?

Naja, nicht wirklich als Bodyguard, aber sie kommt mit, um sicherzugehen, dass Red sich entsprechend benimmt und nicht die Sprawl-Ratte raushängen lässt *g* ... und weil sie es genießt, unterwegs zu sein. Wie du später anmerkst, steckt Wave voller Tatendrang und Energie.

Woher sie ihren Einfluss und das ganze Geld hat, wird später noch etwas deutlicher ...


Zitat:Das ist jetzt aber kein Foreshadowing, dass etwas schief gelaufen ist? Ein bisschen kommen die ersten beiden Sätze so rüber.

Nicht wirklich, allerdings hat Red wirklich so gut wie gar keine Ahnung von dem ganzen Cyberspace-Kram *g*


Zitat:Die alten Mobilfunkfirmen konnten sich also halten (Wave hatte ja auch eins von einer bekannten Firma. War es Motorolla?). Ich weiß nicht, ob ich das realistisch finde, aber ich mag das trotzdem als Gimmick. So ein kleines Aufblitzen unserer heutigen Zeit, der hilft den Eindruck zu erzeigen, dass die Geschichte in unserer Zukunft spielt.

Teilweise *g* ... wobei ich das recht realistisch finde, wenn einige Große sich halten, während andere verschwinden (wie du sagst, es soll ja so aussehen, als wäre es "unsere" Zukunft). Zu Wave wird da gar nichts gesagt, aber Maze hat ein Samsung. Aber Apple gibt es zum Beispiel nicht mehr Icon_wink ... und die, die es noch gibt, sind nur noch Namen und gehören fast alle zu einem einzigen großen Konzern.


Zitat:Handelt es sich also um ... Tablets?

Optisch ähnlich, ja, aber von der Rechenleistung natürlich viel besser und auch von der Funktion etwas anders.


Zitat:Warum würde Liz dann noch leben? Weil sie dann bereits im Kern leben würden und Liz deshalb nie in die Fänge von Altereal geraten wäre?

Jup. Zumindest redet Red sich das ein.


Zitat:Warum genau bist du nicht zufrieden?

Weiß nicht. Wahrscheinlich, weil irgendwie nicht viel passiert ^^ ... solche Szenen braucht es für die Story manchmal, aber ich hatte das Gefühl, dass es langweilig ist bzw. ob es glaubwürdig ist, dass Wave mehr mit Red als mit Maze und Phage beschäftigt ist. Aber sie versucht eben, Red zu integrieren und in die richtige Richtung zu lenken ...


Zitat:außerdem ist es viel auffälliger, wenn gleich zwei Menschen da rumlaufen, die eiigentlich nich in den Kern gehören.

Naja, Maze gehörte ja mal in den Kern Icon_wink ... aber Wave hat auch seine Identität geändert. Was übrigens sehr schwierig und entsprechend sauteuer ist, weshalb die neuen Identitäten auch relativ vorbehaltlos akzeptiert werden. Vor allem in einer Gesellschaft, die sich auf so sehr auf die Technologie verlässt.

Viele Grüße

- Zack

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Beitrag #6 |

RE: Red und Maze (Teil 6)
Hallo Zack,

langsam hole ich auf, bin nur noch ein halbes Jahr im Rückstand.

Vielleicht wird Red ja klarer im Kopf, wenn er keine Störsignale mehr von seinen kalten Lötstellen kriegt ... aber ich beginne mich zu fragen, wie Wave ihren Körper eigentlich steuert. Reagiert er direkt auf ihre Gedanken und Gefühle, so wie ein Menschenkörper? Oder muss sie gezielt Befehle an die Gliedmaßen senden, wobei unbenutzte Gelenke erstarren? Dann fiele es ihr leicht, in dieser "Puppenstarre" zu warten, indem sie einfach an was anderes als Bewegung denkt.

(10-12-2017, 22:20)Zack schrieb: Sie stand neben ihm, lies den Blick ins Leere gleiten.

Sicherlich meinst du "ließ".
Unklarer ist mir das Ding am Schluss:

(10-12-2017, 22:20)Zack schrieb: und benötigen zwei Sätze Glasfasern mit Platinkuppen.

Wo an der Glasfaser sitzt das Platin - gibt es eine zusätzliche, elektrische Verbindung?

Da man Nervenzellen direkt mit Licht reizen kann, würde ich annehmen, dass die Hirnbuchse einen echten Glasfaseranschluss besitzt. Ein LWL-Steckverbinder soll möglichst verlustfrei Licht leiten. Metall hat daran nichts verloren, außer vielleicht als vergoldete Fixierschraube.

Aber angenommen, die Verbindung zu den Synapsen ist elektrisch. Dann müsste am Ende der Glasfaser eine Fotodiode sitzen, die das Lichtsignal in ein elektrisches Signal umwandelt. Diese könnte außen aus Platin sein. Aber dann macht die ganze Glasfaser wenig Sinn, man kann gleich einen biegsamen Kupferleiter nehmen. Glasfaser ist spröde. Knüll mal eine Glasfaser schnell in die Hosentasche, ohne dass sie knirscht ... Kupfer ist biegsam und damit für den mobilen Alltag besser geeignet.

An technischen Details hochgezogene Grüße
coco


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Beitrag #7 |

RE: Red und Maze (Teil 6)
Hey coco,

du bist aber fleißig, ich komm mit dem Antworten ja kaum hinterher Icon_wink ... an dieser Stelle ein großes Danke, dass du dich mit diesem Text auseinandersetzt. Deine Anmerkungen schätze ich sehr Icon_smile

Der Vorteil von Reds Perspektive ist, dass ich Details wie "Wie funktioniert die Steuerung von Waves Körper" nicht erklären muss Icon_wink ...

Was die Platinkuppen angeht: Ich bin mir mit dem Ausdruck nicht sicher, aber Kabel haben normalerweise ja einen Aufsatz an den Enden. Vielleicht wäre Stecker der passendere Ausdruck? Oder schlicht Verschraubung? Ich muss gestehen, dass ich mir solche technische Details für die Überarbeitung aufhebe, weil ich mich da erstmal umfangreicher informieren muss Icon_slash 

Viele Grüße

- Zack

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