Es ist: 13-11-2019, 16:39
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Zynteria - Schicksalsketten (Arbeitstitel) I
Beitrag #1 |

Zynteria - Schicksalsketten (Arbeitstitel) I
Hallo,
*verlegen mit den Füßen scharrt*
hiermit präsentiere ich meine erste "richtige" Geschichte, die erst in den letzten Wochen und Tagen Form angenommen hat. Ich weiß nicht was man sonst so sagt ...
Schreibe schon eine Zeit lang, aber ich würde mich gern verbessern.
Bin eben was scheu.

Arbeitstitel, weil ich mir noch nicht sicher bin, wie es letztendlich heißt, aber die Grundidee steckt im Titel. Ein, zwei Fragen habe ich am Ende des Textes beantwortet, will kein langes Vorwort haben. Eventuell (auf Wunsch) kann ich eine Art Kurzbeschreibung noch hier einbauen.





Zynteria

Kapitel 1
Vermächtnis



"Musst du wirklich wieder gehen?"
Jemand zupfte an seinem Ärmel. Sein Blick fiel auf das Kind neben ihm. Er strich ihm über den schwarzen Haarschopf.
"Ja, meine kleine Elvara“, antwortete er mit rauer Stimme und legte das Pergament auf den Tisch.
Agerion drehte sich zu seiner Tochter rum und legte ihr beide Hände auf die Schultern.
"Du musst stark sein", schärfte er ihr ein und drückte sie an sich, ein Kloß stieg ihm in den Hals, "Höre auf das, was deine Mutter sagt."
Wie gerufen erschien eine vertraute, große und schlanke Gestalt in dem Durchgang zu ihrem Schlafzimmer. Sie trug ein rotes Sommerkleid und legte einen breiten Strohhut auf einer Kommode ab. In dem trüben Licht konnte Agerion aber nicht ihr Gesicht erkennen. Seitdem der Bote die Nachricht abgegeben hatte, war sie im Schlafzimmer gewesen. Kurz zögerte er, da er sich nicht sicher war, wie sie sich gerade fühlte.
Etwas zaghaft wandte er sich an seine Gemahlin: „Gib auf sie Acht, Livera.“
"Ich will aber nicht, dass du gehst", antwortete seine Tochter an ihrer Stelle.
Ihre kleinen, zierlichen Finger krallten sich in seinen Gürtel. Tränen funkelten in ihren rehbraunen Augen.
"Ich muss aber ..."
Der Brocken in seinem Hals wurde größer, schmerzender. Er durfte nicht weinen. Keine Tränen vergießen. Er würde wiederkehren. Man muss nur ganz fest dran glauben, so hatte er ihr es immer gesagt. Nun würde er selbst auf diesen Rat hören.
Ihre kleinen Fäuste begannen gegen seine Brust zu trommeln.
"Das erlaube ich nicht. Du darfst nicht gehen!", jammerte sie und weinte dabei die Tränen, die er sonst selbst vergossen hätte, „Mama, sag Papa, dass er nicht gehen darf!“
Er ließ seine Tochter gewähren. Vielleicht hatte er ihren Unmut verdient, denn er hatte es selbst heraufbeschworen. Man brauchte ihn, schon wieder. So war sein Leben. Doch diesmal könnte es sein letzter Ritt sein. Hätte er bloß nicht dieses Pergament losgeschickt, doch ohne Warnung an alle anderen wäre all das Leid bis zu diesem Zeitpunkt umsonst gewesen. Trotzdem es ihm so fern vorgekommen war. 
"Es ist jetzt genug, Elvara", ertönte die sonst so sanfte Stimme seiner Gemahlin erstaunlich streng.
Liveras filigrane Hände schlossen sich von hinten um die Taille des kleinen Mädchens. Sie war ebenfalls in die Hocke gegangen und blickte ihn über die Schulter Elvaras an. Agerion rückte näher an beide heran und starrte seiner Gemahlin in die himmelblauen Augen. Ihre erstarrte Miene sprach Bände. Der schmale Mund war verkniffen, die Augenbrauen zusammengezogen. Ihr Gesichtsausdruck lag irgendwo zwischen und Hilflosigkeit und Trauer, vielleicht auch Wut. Er war sich nicht sicher, wie sie gerade empfand.

Agerion legte eine Hand an die Wange seiner Tochter und die andere auf die Schulter seiner Frau. Ihr Blick aus tränenfeuchten Augen bat ihn zurückzukehren. Elvara schlang indessen ihre kleinen Arme um seinen Hals und begann erneut zu leise weinen.
"Gib gut auf sie Acht, Livera", murmelte er hastig und gab ihr einen Kuss auf die Wange.
Seine Tochter presste sich indessen leise schluchzend an seine breite Brust. Eigentlich tauschten sie selten Zärtlichkeiten aus, wenn die Kleine dabei war, doch diesmal war es anders. Liveras Duft nach Kirschblüten und Minze stieg ihm in die Nase, als sie sich seinen Gesicht näherte. Ein paar Tränen rollten ihre Wangen hinab. Dann fanden sich ihre Lippen, kurz aber innig. Sie waren wie gewohnt weich, diesmal aber mit einem salzigen Geschmack. Als sie sich voneinander lösten, hing Elvara noch immer um seinen Hals, den Kopf an seiner Brust gebettet. Er schmunzelte belustigt und trocknete sich selbst die Augen.
"Ich werde zurückkehren."
Livera nickte schwach und zog sanft Elvara von ihrem Vater fort. Die Kleine streckte ihre Arme nach ihm aus, schien sich aber weitere Tränen zu verkneifen.
Agerion biss die Zähne zusammen, legte ihr noch einmal die Hand auf den Haarschopf und sagte: "Ich werde zurückkehren und dir ein geschnitztes Holzpferd mitbringen."
Dabei legte er so viel Zuversicht in seine Stimme, wie er nur konnte. Agerion hatte es mit Absicht gemieden ein Versprechen zu geben, doch seine Kleine war zu jung um es zu verstehen. Livera hatte es aber bemerkt und ihren Körper widerwillig aufgerichtet. Ihre Augen funkelten trotzdem noch immer vor Tränen. Darin las er die stumme Aufforderung alles in seiner Macht stehende zu tun, um wieder zurückzukehren. Agerion richtete sich ebenfalls auf. Noch einmal blickte er sich in seiner heimeligen Holzhütte um. Zu gern hätte er noch den Anbau fertig gestellt. Sein Blick fiel auf die dicken Holzbalken, die die Decke trugen. Er hatte jeden einzelnen Baum davon selbst ausgesucht und gefällt. Livera war stets an seiner Seite gewesen. Wehmütig dachte er an die Zeit zurück, in der er mit seiner Frau durch die drei großen Lande gezogen war. Zumindest bis sie schwanger geworden war. Dann hatten sie einen Platz für ihr Haus suchen müssen. Nicht irgendein Ort,  sondern soweit abgelegen wie nur möglich. Es sollte ihre persönliche Zuflucht sein, weit fort von ihrer Heimat, aber nah genug an der Grenze. Es hatte Monate gedauert, bis sie beide ein Stück Land für gut genug erachtet hatten. Eigentlich war er eine stetig wandern Seele, genau wie Livera, doch als Elvara auf die Welt gekommen war, wurden sie gezwungenermaßen sesshaft. Anfangs war es schwer gewesen. Sehr schwer, doch er war ein Kämpfer, durch und durch. Er hatte sie durch alle harten Winter durchgebracht und ihnen einen kleinen Hof aufgebaut. Es wäre schade das alles hinter sich zu lassen.

"Vater, musst du wirklich gehen?", riss ihn die hohe Kinderstimme aus den wehmütigen Gedanken.
Er blickte auf sie herab. Ein sanftes Lächeln schlich sich auf seine Lippen. Sein Mädchen stand mit geröteten Augen vor ihm und trug schwerfällig sein langes Schwert in den Armen. Ihre Augen funkelten nun bewundernd, die vorherigen Sorgen waren verschwunden. Das war seine Kleine! Ihre Trauer hielt nie lange an und ihre kindliche Seele kannte noch keine durchgehenden Sorgen. Scheinbar war die Aussicht auf ein Holzpferd für ihr wirklich wichtig; so sehr, dass sie darüber ihren Kummer vergaß. Er schwor sich, ihr sobald es ihm möglich war eines zu schnitzen.
Er straffte sich und nickte entschlossen: „Ja, das muss ich."
Agerion trat an den schweren Esstisch und zog die große Truhe darunter hervor. Rasch holte er seine Ausrüstung heraus und begann sein gepolstertes Untergewand und Kettenhemd anzulegen. Livera trat zu ihm und half ihm den ledernen Brustpanzer anzulegen. Ihre Finger verharrten öfters an seinem Körper als nötig. Sie genoss jede einzelne Berührung, so wie er, selbst wenn er es durch das engmaschige Metallgeflecht eigentlich gar nicht spürte. Agerion ließ sie gewähren und wartete, bis er in kompletter Rüstung samt Arm- und Beinschienen vor ihr stand. Zufrieden trat Livera zurück und winkte Elvara heran.

Agerion ging auf ein Knie und nahm die Klinge in der Scheide entgegen, die ihm seine Tochter mit dem Griff voran entgegenstreckte. Seine Hand umschloss den kühlen Knauf der Waffe. Fast hatte er vergessen, wie es sich anfühlte. Mit einem dankbaren Lächeln nahm er das Schwert entgegen und gürtete sich die Scheide um die Hüfte. Agerion erhob sich und zog die Klinge kurz zur Hälfte, um zu prüfen ob sie sich flüssig aus der Scheide ziehen ließ. Aus dem Augenwinkel bemerkte er die großen Augen seiner Tochter, als sie die keilförmigen Runen auf der Schneide erblickte.
"Es ist lange her", sagte Livera leise, als ein kurzes Flimmern durch die fein gearbeiteten Schriftzeichen ging.
Er nickte stumm und warf noch einmal ein Blick auf das Pergament auf den Tisch. Ein Blutfleck, gepaart mit seinem Namen und einem einzigen Wort. Mehr war darauf nicht zu lesen.
"Und ich dachte, man hätte mich vergessen, dass niemand kommen würde", murmelte er in seinen kurzen Bart und zog die Tür auf. Eigentlich hatte er es gehofft, denn so würde er seine letzten Stunden mit seiner Familie verbringen. Stattdessen war er wieder von Nöten. Erneut die dunklen Horden zurückschlagen. Es lag schon wieder an ihm, auch wenn er des Kampes müde war, so konnte er seine Familie nicht im Stich lassen. Nicht schon wieder. Agerion zögerte den nächsten Schritt zu machen. Er würde nicht zurückblicken. Nicht noch einmal. Nicht nachdem was schon einmal geschehen war. Er wollte nicht den letzten Blick auf sein Heim und seine Familie werfen, bevor alles in Flammen aufging. Nein, dieses Mal wollte er sie so in Erinnerungen halten, wie sie stets um ihn herum gewesen waren, falls es wieder so enden würde. Lachend am Essenstisch, tobend auf dem Ehebett oder dösend unter dem Kirschbaum im Garten, so würde er sie in Erinnerung behalten. Seine Frau und seine Tochter. Diesmal würde es gar nicht so weit kommen. Wenn er heimkehrte, würden sie auf ihn warten und ihm glücklich entgegenlaufen. Dafür würde er sorgen.
Schließlich bin ich Agerion, der Held der Invasionskriege, dachte er sich müde und rieb sich die Augen. Jetzt sind es schon Kriege. Erst waren es Scharmützel, dann Kämpfe, später große Schlachten, dann ein Krieg. Und es war nicht bei den einen geblieben. Vielleicht ist es nun endlich der Letzte.
Zu oft hatte er schon einschreiten müssen. Irgendwann war es genug.
"Hast du nicht etwas vergessen, mein lieber Ehemann?", riss ihn Liveras samtene Stimme aus den Gedanken.
Ihr Tonfall war nun gefasst und so freundlich, wie er sie kannte. Er drehte sich um. Sein Blick fiel auf den Gegenstand, den sie in den Händen trug und verzog unwillkürlich das Gesicht. Trotz seines missmutigen Brummens setzte sie ihm den schlichten Kopfschmuck auf. Er passte noch immer.
"Heil König Agerion", sagte Livera stolz und verneigte sich leicht, "Möge er lange leben."
Er zog zur Antwort in einer eleganten Bewegung sein Schwert. Mit der anderen Hand nestelte er etwas an dem dünnen Haarreif herum und ordnete seine kurzen Haare anders an. Das metallene Scharren von Schwertern, die aus Scheiden gezogen wurden hallte in einem dutzendfachen Echo nach. Die Runen der Schneide seiner Waffe begannen kurz rot zu glühen. Livera trat zusammen mit Elvara etwas zögerlich aus der Tür vor das Haus. Agerion lächelte ihnen aufmunternd zu und strich beiden über die Köpfe. Dann wandte er sich um.
"Heil König Agerion!", dröhnte es sogleich aus hunderten Kehlen.
Er lächelte seine kleine Familie jedoch noch weiter an. Fast beiläufig schwang er sich in den Sattel des Pferdes, das man ihm soeben zuführte. Trotzdem er sich vorgenommen hatte, nicht zurücksehen hielt er seinen Blick stets auf seine Frau und Tochter gerichtet. Er wandte seine Augen nicht ab, selbst als die Reiter sich in Bewegung setzten. Er hatte die Soldaten kein einziges mal angeblickt, sein Fokus lag durchgehend auf seinem Hof und "seinen zwei Mädchen", die vor dem Haus standen und winkten. Die schlanke Erscheinung seiner Frau Livera mit bauchlangem, wehendem Haar mit der Farbe von reifen Korn. Daneben die kleine, etwas eingeschüchterte Gestalt ihrer gemeinsamen Tochter Elvara im dunkelblauen Kleidchen. Ihr Haar war nur schulterlang und hatte dieselbe Farbe wie seines: schwarz mit vereinzelt weißen Strähnen an den Seiten und ein leicht glänzendes Büschel silberner Haare am Hinterkopf. Ein Zeichen ihrer Bewunderung, da sie ihm unbedingt nacheifern wollte. Ein Schmunzeln umspielte seine Lippen. Er zögerte noch seinem Pferd die Sporen zu geben.

Über das Dröhnen der Hufe hinweg hörte Agerion noch seine Kleine fragen: "Von was ist Vater eigentlich König?"
Er schloss sanft lächelnd die Augen und wandte den Kopf nach vorn. Sie hat es noch immer nicht verstanden, dachte er sich schmunzelnd und atmete durch. Er würde diesmal den Kampf rechtzeitig gewinnen und zurückkehren. Agerion öffnete die Augen und gab seinem Rappen die Sporen. Sein Blick fixierte den fernen Horizont. Schwarze Wolken verdunkelten die Sonne. Er wusste, dass es kein Rauch von Feuern oder Bränden war. Ihm war der Anblick fast vertraut. So sah es aus, wenn die uralten Barrieren zusammenbrachen. Der Gestank nach Asche und Feuer lag bereits in der Luft. Selbst bis hier hin konnte man es riechen. Es hieß, auf der anderen Seite gab es nur Schlachtfelder und das der Geruch zu ihnen herüberwehte. Doch dies war sein Leben. Ein Soldatenleben. Einst ein einfacher Bauer, umgeschmiedet zum Kämpfen und dazu bestimmt auf dem Schlachtfeld zu sterben. Dort hatte alles begonnen. Er richtete den Blick auf das flirrende, schwarze Band, das sich wie eine Wunde durch das fruchtbare Land zog. Schwarze Auswüchse, die wie Spinnenbeine aussahen, ragten geradewegs nach oben in die Wolkendecke. Sie sind bereits hier, er konnte es spüren. Das Zirpen der Grillen war verstummt, die Vögel sangen nicht und es herrschte eine gebannte Stille. Zwischen den Gestank nach Tod und Verderben mischte sich der Geruch eines lauen Sommerabends. Seine Augen suchten den Horizont ab. Die sanften, grasbewachsenen Hügel waren verlassen. Die Kirschbäume wiegten sich sanft im Wind. Fast wirkte es wie in einem Traum. Die Brise brachte das dutzendfache Getrampel von Hufen mit sich. Agerion straffte sich und blickte nach links und rechts. Mehr und mehr Reiter in schwarzen Rüstungen schlossen sich ihnen an. Gerührt blickte er sich um und bemerkte immer mehr Reiter. Sie alle sind gekommen, ging es ihm durch den Kopf. Sie wussten alle worum es ging. Jeder Soldat war hier auf eigenen Wunsch. Niemand war gezwungen. Sein Königreich gab es nicht mehr und doch waren sie alle hier.

"Agerion!", rief eine ihm bekannte Stimme seinen Namen über das Donnern der Hufe hinweg.
Einer der Reiter trieb sein Pferd näher heran. Der Mann schob sein Visier nach oben und grinste ihn an. Es war ein etwas verzerrtes Grinsen. Eine schlimme Brandwunde entstellte seinen Freund aus Kindheitstagen, doch das markante Kinn und die buschigen, leicht ergrauten Augenbrauen würde er immer wiedererkennen. Trotzdem die rechte Gesichtshälfte aussah, wie geschmolzenes Wachs, strahlte der sein Freund ihn an.
"Remerian", entfuhr es Agerion verblüfft, "Ich dachte du wärst..."
"Tod? Nein, so schnell werdet Ihr mich nicht los, Freund!", entgegnete sein Kamerad grinsend.
"Und die Reiter... wie ist das möglich?"
"Du denkst doch nicht, dass die Menschen vergessen haben, was du für sie im vergangenen Krieg getan hast. Jeder hat den Hilferuf erhalten, jedes Haus, jedes Dorf und jede Stadt. Eine Rune, deinen Namen und ein einfaches Wort. Du warst schon immer wortkarg", lachte Remerian und wurde sofort wieder ernst, "Sicher hast du keine Antwort erwartet, aber du unterschätzt dich. Selbst als du die Krone abgelegt hattest, so hast du sie die ganze Zeit bei dir getragen. Das hat vielen gezeigt, dass du trotz der damaligen Tragödie an eine Rückkehr dachtest. Zwar hat das auch sehr vielen nicht gefallen, aber das interessiert jetzt nicht."
Sein Freund verstummte und Blickte in die Ferne.
"Wir reiten mit Euch, Herr!", rief ein Reiter links von Agerion und zustimmende Rufe wurden laut.
"Ein wiederkehrender Held wird von Soldaten umgeben auf dem Schlachtfeld sterben", zitierte Remerian ernst und blickte ihn wieder an, "Bist du dir sicher, dass du mitreiten willst?"
"Es wäre töricht meinen eigenen Hilferuf, wie du es nennst, zu ignorieren. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass man mich brauchen würde und dennoch..."
"Einen größeren König als Euch gibt es nicht. Wenn er um Hilfe ruft, werden die Männer und Frauen folgen."
"Es war eigentlich eine Warnung, kein Hilferuf. Und außerdem hatte meine Armee keine Frauen."
"Jetzt schon", grinste Remerian und wechselte wieder zu einer ernsten Mine, "Als Ihr damals verschwunden seid, hat sich das Königreich selbst verwaltet. Es ist nicht zerbrochen. Man hat sich vorbereitet auf die Rückkehr des großen Helden. Euch, mein Herr. Vielleicht mag es so ausgesehen haben, dass man Euch vergessen hatte. Doch die Leute wollten Euch nur in Ruhe lassen. Sie hofften, dass die Zeit bei Euch die Wunden heilt, die der letzte Krieg bei Euch schlug. Selbst wenn es in den nächsten Tagen endet, so wird Euer Vermächtnis in den Gedanken der Menschen weiterleben."
Agerion schwieg nachdenklich und blickte kurz zu Boden. Dass er anfangs erst gar nicht vorhatte um Verstärkung zu erbitten schien Remerian gar nicht zu begreifen. Oder sein Freund wollte es nicht wahr haben, dass der ach so große Held des Kämpfens müde war und bei mit seiner Abdankung die Geschicke der Welt sich selbst überlassen hatte.
Es war nur eine Warnung, kein Aufruf zum Kampf. Wahrscheinlich sollte ich das nächste mal auf eine ordentlichere Ausführung der Rune achten.
Das Gras unter ihm fegte nur so dahin. Er lauschte dem rhythmischen Stakkato der Hufe, dem Klirren des Zaumzeugs und dem Klappern der Rüstungen. Wenn es bald enden sollte, wäre es auch nicht schlimm. Er hatte ein erfülltes Leben gehabt. Ein Soldatenleben, aber auch ein Heldenleben. Seine Regentschaft zählte er nicht dazu, da er sie eigentlich nie haben wollte. Viel wichtiger war ihm seine Familie. Das war auch der Grund warum er darauf verzichtet hatte, das Königreich weiterzuführen. Er wollte die Ruhe und den Schoß seiner kleinen Familie genießen. Agerion schloss leise seufzend die Augen und rief sich das Bild in Erinnerung, das er zuvor ganz fest in sein Gedächtnis gebrannt hatte. Livera und Elvara vor seinem kleinen Hof, lächelnd und winkend. Dieses Bild würde er als Schatz für dunkle Stunden tief in sich verschließen. Er hatte stets geahnt, dass ihm die Ruhe einer Familie verwehrt sein würde. Vielleicht schlug sein Erbe einen anderen Weg ein. Er straffte sich und hob den Blick in den Himmel, dort wo der schwarze Schleier, der den Riss umhüllte sich wabernd aus dem Himmel kräuselte. Die fingerartigen Auswüchse trafen auf die ersten Wolken. Blitze zuckten durch die schwarze Wolkenwand.
Die Grenze öffnete sich wieder. So wie die letzten Male. Vielleicht überstehe ich das und kehre zurück, vielleicht auch nicht. Ich weiß aber, dass meine Familie sicher ist. Ich habe es wenigstens versucht. Das kann ich jederzeit behaupten, egal wie dieser neuerliche Konflikt ausgehen wird. Vielleicht etwas widerwillig, aber was tut man nicht alles für seine Lieben.
Agerion seufzte und schalte sich einen Narren so viel mit sich selbst zu reden. Ein Seitenblick verriet ihm, dass Remerian noch immer auf eine Antwort wartete. Es wäre besser sich auf die naheliegenden Dinge zu konzentrieren. Er räusperte sich, was durch den Lärm unterging.
"Nicht nur in den Gedanken der Menschen wird mein Vermächtnis fortleben. Livera hat bereits gesagt, dass sie fortgehen wird, wenn der Fall eintritt. Es wird dann vor allem in meiner Tochter Elvara weiterleben. Sie wird irgendwann mein Erbe fortführen. Doch noch ist es nicht so weit und einfach wird es nicht. Nicht für sie und nicht für mich“, erwiderte er ruhig und gab seinem Pferd die Sporen, „Es ist ein Tagesritt. Lasst uns noch vor Beginn des Nachmittags das Aufmarschgebiet erreichen!"
Den letzten Satz brüllte er so laut, dass es auch die anderen Reiter mitbekamen. Sein Befehl wurde mit entschlossenen Rufen aufgenommen. Agerion blieb jedoch beherrscht.
Widerstreitende Gefühle plagten ihn. Ein Teil von ihm hatte von Anfang an in die Schlacht reiten wollen, ein anderer Teil sträubte sich mit aller Macht dagegen. Noch immer zog es ihn zurück zu seinen kleinen Hof. Der Bauer in ihm scheute den Kampf und sorgte sich um seine Familie, er wollte nur zu Hause sitzen und das Ende auf sich zukommen lassen. Dann grollte da erwartungsvoll der Krieger, der seine Familie mit aller Macht beschützen und den Kampf zu seinen Feinden tragen will. Zum Schluss war da noch der sich sorgende Held, der sich um seine Mitmenschen und das Königreich kümmern wollte. Er war es, der ihn dazu veranlasst hatte, die Warnung zu schreiben. Agerion schüttelte den Kopf und vertrieb den Gedankengang. Er war er selbst und hatte viele Facetten. Es hatte ihn Jahre gekostet das zu begreifen. Es war so simpel und gleichzeig so schwer. Er hoffte nur, seine Tochter würde nicht so lange brauchen wie er. Dass sie einen weniger schmerzvollen Pfad beschreiten wird.









Potentielle Fragen:
F: Warum der Titel ?
A: So gesehen noch ein Arbeitstitel. Ich bin mir noch nicht sicher wie genau ich das Ganze nennen soll. Die Welt heißt Zynteria und da hier alles abläuf, dachte ich, nenne ich es erstmal so. Eigentlich suche ich erst einen Namen wenn ich im Mittelteil angekommen, oder darüber hinaus bin. Wie oben gesagt, steckt die Grundidee im Titel und trifft den Inhalt eigentlich ganz gut ohne zu viel zu verraten.
F: Kein Prolog?
A: Hm, das hier könnte man eigentlich als Prolog bezeichnen, finde aber das klingt bisschen reißerisch wenn man es mit dem "Prolog"-Marker extra anmalt.
F: Ähm, formatieren? Unfall?
A: Deswegen will ich mich verbessen, weil es einer der Hauptpunkt war, warum ich so lange gebraucht habe was zu posten. Ich weiß nicht so recht wo was eingerückt wird oder ein Absatz hin muss. Bin mir da manchmal nicht sicher. Ich schreibe eigentlich intuitiv und schlage selten Regeln etc. nach. Hab natürlich viel gelesen aber ... naja glaub man weiß was ich meinte. Hoffe ich Smiley_emoticons_blush

Für Fragen, Anmerkungen etc. stehe ich gern zur Verfügung.
Bis dahin
verkrümel ich mich dann wieder in meine Ecke (bewaffnet mit Keksen und Tee).
Danke für's reinschauen!
MfG Nos Wave


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Beitrag #2 |

RE: Zynteria - Schicksalsketten (Arbeitstitel) I
Hallo Nos Duron,

Die erste Geschichte am Kommentier-Sonntag. Habe mich sehr über Fantasy gefreut, da ich da ein großer Fan bin.
Zuerst dachte ich ja, du bist neu, denn ich habe noch nie etwas von dir gelesen.  Icon_smile
Deine Geschichte ist flüssig und spannend zu lesen und dieses erste Kapitel macht auch Lust auf mehr. An der Umsetzung solltest du noch ein wenig feilen. 
Teilweise ist es ziemlich kitschig und die absolut perfekte Familie, die sich ja so sehr liebt. Da könntest du etwas mehr in die Tiefe gehen. Dazu später noch mehr. 

Zitat:Er blickte hinab und legte ihr eine Hand auf den schwarzen Haarschopf. 
"Ja, meine kleine Elvara“, antwortete er mit rauer Stimme und legte das Pergament auf den Tisch. 
Verdopplung von legen. Du könntest den Satz folgendermaßen lösen "Sein Blick fiel auf das Kind neben ihm. Er strich ihm über den schwarzen Haarschopf." Dann ist auch nicht sofort klar, dass es sich um ein Mädchen handelt, das erhöht noch ein wenig die Spannung. 

Zitat:Agerion drehte sich zu seiner Tochter rum und legte ihr beide Hände auf die Schultern, während er sich ihr gegenüber hockte. 
Wenn du hier schreibst Agerion wandte sich seiner Tochter zu, kannst du den Teil sparen, dass er sich ihr gegenüber hockt. Die Mutter kniet ja später auch hinter der Tochter. 
Du schreibst schon interessant, aber du verdirbst es dir, indem du Informationen teilweise doppelt gibst und das ermüdet beim Lesen.

Zitat:Sie trug ein rotes Sommerkleid und einen breiten Strohhut.
Warum trägt sie im Schlafzimmer einen Strohhut? Du beschreibst teilweise ein wenig zu viel. Mit zu vielen Adjektiven. Aber ich kenne das, bei mir gibt's die auch immer im Sonderangebot  Mrgreen

Zitat:Ob sie wohl geweinte hatte?
geweint

Sprachlich ist es ein bisschen zu gestelzt und wirkt verkrampft. Also ich kann das nicht alles aufzählen, denn dann müsste ich den gesamten Text umschreiben, aber vielleicht gehst du nochmal drüber und schreibst etwas einfacher.  Icon_smile

Zitat:Ihre erstarrte Mine sprach Bände. Der schmale Mund war verkniffen, die Augenbrauen zusammengezogen. Ihr Gesichtsausdruck lag irgendwo zwischen und Hilflosigkeit und Trauer, vielleicht auch Wut spiegelten sich darin wieder. 
Miene. Punkt nach Wut. spiegelten sich darin wieder. Kannst du getrost streichen.

Ich verstehe es mal so. Er war mit seiner Frau immer unterwegs, bis Elvara unterwegs war. Dann wollte er sesshaft werden. Aber wenn er immer in den Krieg gezogen ist, dann ist er ja eigentlich nicht wirklich sesshaft geworden und Elvara scheint es auch gewohnt zu sein, dass ihr Vater immer wieder fortgeht. Für mich ist das ein wenig widersprüchlich. 
Auch der König. Ein König erteilt Befehle und nimmt sie nicht entgegen. Ich hätte so früh auch noch nicht erwähnt, dass er König ist. Vielleicht hier und da ein paar sparsame, geheimnisvolle Andeutungen und dann später offenbaren dass und auch warum er seine Krone abgegeben hat. Das erhöht die Spannung.


Zitat:Scheinbar war die Aussicht auf ein Holzpferd für ihr wirklich wichtig; so sehr, dass sie darüber ihren Kummer vergaß
für sie


Zitat: Aus dem Augenwinkel bemerkte er die großen Augen seiner Tochter, als sie die keilförmigen Runen auf der Schneide erblickte.
"Es ist lange her", sagte Livera leise, als ein kurzes Flimmern durch die Runen ging.
 Verdopplung von Runen. Ersetze es doch einmal durch uralte Schriftzeichen oder uralte Schrift


Zitat:ine schlimme Brandwunde einstellte seinen Freund aus Kindheitstagen, 
entstellte. Du hast ziemlich viele Rechtschreib-und Kommafehler. Bitte noch einmal aufmerksam durchlesen und verbessern.

Zitat:Er lauschte dem Trampeln der Hufe, dem Klirren des Zaumzeugs und dem Klappern der Rüstungen.
 Statt Trampeln wäre rhythmisches  Stakkato oder Donnern besser.
Zitat:Wenn es bald enden sollte, wäre es auch nicht schlimm. Er hatte ein erfülltes Leben gehabt
Der ändert aber rasch seine Meinung. Ich meine, vor ein paar Minuten wollte er sich kaum von seiner Familie trennen Icon_confused
Also sprachlich und an der Umsetzung müssen wir noch ein bisschen feilen, aber dafür sind wir ja bei Literatopia. Ansonsten würde ich mich über einen zweiten Teil sehr freuen.
Liebe Grüße Persephone

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

(Friedrich Nitzsche)



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Beitrag #3 |

RE: Zynteria - Schicksalsketten (Arbeitstitel) I
Hallo Persephone,
hab mich sehr über dein Feedback gefreut, auch wenn ich tatsächlich ein wenig nervös war. Erster, richtiger Kommentar. Tatsächlich bin ich schon ein paar Jährchen dabei, aber oft empfinde ich meine Texte als nicht gut genug und finde immer wieder Stellen, die mir nicht gefallen. Dann wird so lange herumgebastelt, bis ich dann doch nicht poste, sei es aus Frust oder weil man wirklich immer was findet.

Zum Thema Kitsch: Es stimmt, dass es wirklich nach dem perfekten Familienleben aussieht. Kleiner Spoiler: Agerion ist aber nicht der Hauptcharakter. Den ersten Teil hier wollte ich eigentlich als Aufhänger schreiben und das Familienidyll später durch einen anderen Blickwinkel "einfärben". Ich kann aber versuchen bereits ein paar tieferliegende Dinge anzudeuten, dass bei ihnen nicht alles so glatt läuft. Hatte da eher einen seltenen Moment einfangen wollen, in dem es nach "es ist alles gut" aussah.

Nun aber zu den Anmerkungen:


Zitat:Verdopplung von legen. Du könntest den Satz folgendermaßen lösen "Sein Blick fiel auf das Kind neben ihm. Er strich ihm über den schwarzen Haarschopf." Dann ist auch nicht sofort klar, dass es sich um ein Mädchen handelt, das erhöht noch ein wenig die Spannung.


Klingt tatsächlich viel besser. Irgendwie komme ich selten auf sowas, wenn ich selbst im Fluss schwimme.


Zitat:Wenn du hier schreibst Agerion wandte sich seiner Tochter zu, kannst du den Teil sparen, dass er sich ihr gegenüber hockt. Die Mutter kniet ja später auch hinter der Tochter. 

Du schreibst schon interessant, aber du verdirbst es dir, indem du Informationen teilweise doppelt gibst und das ermüdet beim Lesen.


Dass sich so oft wie hier etwas doppelt war mir gar nicht bewusst. Vielleicht sollte ich eher Tagsüber schreiben Icon_ugly
 Den betreffenden Teil streiche ich dann.



Zitat: Sprachlich ist es ein bisschen zu gestelzt und wirkt verkrampft. Also ich kann das nicht alles aufzählen, denn dann müsste ich den gesamten Text umschreiben, aber vielleicht gehst du nochmal drüber und schreibst etwas einfacher.  [Bild: icon_smile.gif]
(Das Zitat samt Antwort ist in der Reihenfolge hochgerutscht, hatte mich verlesen.)
Wirkt der gesamte Texte gestelzt, die Stelle mit dem Weinen oder was genau meinst du?
Vielleicht sollte ich zugeben, dass ich bei Anfängen / Prologen immer Schwierigkeiten habe einen guten Start hinzulegen oder mich allgemein schwer tue. Icon_nosmile

 
Zitat:Miene. Punkt nach Wut. spiegelten sich darin wieder. Kannst du getrost streichen.

Aye, wird gemacht.

Zitat:Ich verstehe es mal so. Er war mit seiner Frau immer unterwegs, bis Elvara unterwegs war. Dann wollte er sesshaft werden. Aber wenn er immer in den Krieg gezogen ist, dann ist er ja eigentlich nicht wirklich sesshaft geworden und Elvara scheint es auch gewohnt zu sein, dass ihr Vater immer wieder fortgeht. Für mich ist das ein wenig widersprüchlich. 

Auch der König. Ein König erteilt Befehle und nimmt sie nicht entgegen. Ich hätte so früh auch noch nicht erwähnt, dass er König ist. Vielleicht hier und da ein paar sparsame, geheimnisvolle Andeutungen und dann später offenbaren dass und auch warum er seine Krone abgegeben hat. Das erhöht die Spannung.

Ja, er war durchgehend mit Livera unterwegs, aber als das Kind kam, mussten sie sesshaft werden. Ich meine, mit einem Neugeborenen reist man nicht durch die Welt, in der es auch schnell gefährlich werden kann. Eigentlich finde ich es nicht widersprüchlich, wenn er einen festen Wohnsitz bauen möchte, einen Ort, nachdem er nach jedem Kampf zurückkehren kann um ein paar Tage oder Wochen mit seiner Familie Zeit zu verbringen. Eine Art sichere Zuflucht.

Von wem nimmt er denn einen Befehl entgegen bzw. wo entsteht denn für dich der Eindruck?
" Ich hätte so früh auch noch nicht erwähnt, dass er König ist."
Meinst du nicht so früh am Anfang der Geschichte, oder so früh in diesem Teil (I)?     
Das Warum wird eigentlich auch nur angedeutet, oder findest du, dass es schon zu viel ist?
Mich stört gerade, dass ich keine Spoiler hier setzen kann (also Texte verstecken, die man das ausklappen muss), sonst würde ich verraten, warum man vergleichsweise viel von Agerion erfährt. Im nächsten Teil (II) wird das klar.

Zitat:Warum trägt sie im Schlafzimmer einen Strohhut? Du beschreibst teilweise ein wenig zu viel. Mit zu vielen Adjektiven. Aber ich kenne das, bei mir gibt's die auch immer im Sonderangebot  [Bild: mrgreen.gif]

Ups, Denkfehler. Der Strohhut macht im Haus tatsächlich wenig Sinn. Icon_ugly
Hm Adjektive im Sonderangebot? Hab ich schonmal von gehört. Mal schauen was sich da machen lässt.



Zitat:entstellte. Du hast ziemlich viele Rechtschreib-und Kommafehler. Bitte noch einmal aufmerksam durchlesen und verbessern.
Hmm werde ich machen. Hatte es zwar bei Word geschrieben und es nochmal durch den Duden geschickt, aber kann sein, dass ich einige Stellen vergessen habe. Icon_confused
 
Zitat: Statt Trampeln wäre rhythmisches  Stakkato oder Donnern besser.

Das Stakkato sagt mir eher zu, Donnern hatte ich im Text schon einmal und empfinde das Wort irgendwie als plump. Danke.

Zitat:Der ändert aber rasch seine Meinung. Ich meine, vor ein paar Minuten wollte er sich kaum von seiner Familie trennen [Bild: icon_confused.gif]

Später wird ja gesagt, dass er widerstreitende Gefühle hat. Ein Teil will zu Hause bleiben, ein anderer in die Schlacht reiten und der andere sein Volk beschützen.
Hier überwiegt dann der Krieger wieder. Würde es besser sein wenn ich zum Beispiel sowas schreibe:

"Er wollte sich nicht von ihnen trennen, doch wenn die dunkle Brut erst an seiner Tür klopfte, war es zu spät. Adrenalin schoss ihm durch den Körper, als das dröhnende Stakkato der Hufe zu einem Donnergrollen anschwoll. Hunderte Reiter stießen aus allen Richtung zu ihnen. Es war wie auf dem Schlachtfeld. Hier fühlte er sich ebenfalls zu Hause. Der Teil, der sich nach seiner Familie sehnte und sie nicht alleine lassen wollte, war zu einer kümmerlichen Stimme in seinem Hinterkopf geworden."

Dass sich dann die kriegerische Seite in ihm durchsetzt und den Kampf entgegenfiebert, um es ganz kurz zu machen. Mrgreen

Zitat:Also sprachlich und an der Umsetzung müssen wir noch ein bisschen feilen, aber dafür sind wir ja bei Literatopia. Ansonsten würde ich mich über einen zweiten Teil sehr freuen.

Das war mir klar. Ich sah nach einer Zeit voll mit Korrigieren und ausbessern einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr und hab es dann gepostet nach einigen Zögern.

Schön, dass ich dich für den zweiten Teil begeistern konnte, oder zumindest neugierig machen. Icon_smile
Den Abschnitt II schreibe ich in der nächsten Zeit.

Falls nichts dagegen spricht, warte ich noch mit inhaltlichen Änderungen und merze erstmal die angemerkten Schreibfehler und Doppelungen aus.

Vielen Dank für dein Kommentar, Persephone! hurra
MfG Nos


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Beitrag #4 |

RE: Zynteria - Schicksalsketten (Arbeitstitel) I
Hey Nos,

eine Kurzbeschreibung braucht man nicht unbedingt, wenn du aber mal zehn Teile oder mehr einstellst, kannst du dir ja eine überlegen und vielleicht die Teile verlinken Icon_smile

Dann bin ich mal gespannt, auf deine erste "richtige" Geschichte - warum eigentlich richtig? War alles vorher nicht richtig? *mhm* Ich werde mal etwas strenger sein, da du ja was lernen magst ^^


Zitat:Jemand zupfte an seinem Ärmel.


Da der Protagonist weiß, wer da zupft, ist "jemand" nicht ganz perfekt. Besser wäre sowas wie "Es zupfte an seinem Ärmel" oder "Er spürte ein Zupfen am Ärmel"


Zitat:antwortete er mit rauer Stimme

Hier würde ich gleich Agerions Namen einbringen und beim nächsten Satz dann entsprechend "Er" schreiben


Zitat:Wie gerufen erschien eine vertraute, große und schlanke Gestalt

drei Adjektive hintereinander sind zu viel, ich würde das "schlanke" streichen und später einbauen, so in der Art: Sie trug ein rotes Sommerkleid, das ihrer schlanken Statur schmeichelte, und legte einen breiten Strohhut auf einer Kommode ab

Auch "Gestalt" finde ich etwas unglücklich - du kannst das mit den drei Adjektiven auch so umgehen: "Wie gerufen erschien seine große und schlanke Gemahlin"


Zitat:Vielleicht hatte er ihren Unmut verdient, denn er hatte es selbst heraufbeschworen

"er hatte IHN selbst heraufbeschworen"


Zitat:doch seine Kleine war zu jung um es zu verstehen

Komma vor dem "um"

Kurzer Zwischenkommentar: Du beschreibst Agerion einerseits als Kämpfer und er scheint eine schwere, gefährliche Mission vor sich zu haben. Aber er wirkt zu Beginn zu zittrig und verunsichert, dass man ihm dies kaum abnimmt. Natürlich fällt es ihm schwer, seine kleine Familie zurückzulassen, aber du beschreibst aber zu viel, wie sehr ihn das mitnimmt, dass er fast weint, dass ihm das Herz schwer wird usw. ... und ich nehme ihm nicht ab, dass er losziehen will. Alles in ihm schreit danach, da zu bleiben. Du solltest einbringen, dass er grimmig seine Pflicht erfüllt oder sowas ... diesen Gedanken vermisse ich bei ihm, das Gefühl, dass er das tun muss, was er tun muss.


Zitat:"Vater, musst du wirklich gehen?", riss ihn die hohe Kinderstimme aus den wehmütigen Gedanken.

Die Wiederholung find ich nicht so gut, vor allem da du danach beschreibst, dass der Gedanke an das Holzpferd die Kleine beruhigt. Da würde ich dann eher was schreiben von wegen, dass sie fragt, was für ein Pferd oder dass sie gern einen Schimmel hätte oder sowas ...


Zitat:Scheinbar war die Aussicht auf ein Holzpferd für ihr wirklich wichtig

Für SIE wichtig.


Zitat:Sie genoss jede einzelne Berührung

Hier fällst du aus der Perspektive, anfangs ist man ganz bei Agerion, dann kommt ihre Sicht plötzlich. Er kann nicht wissen, ob sie jede Berührung genießt, du kannst höchstens schreiben "Er spürte, dass sie jede Berührung genoss" oder so.


Zitat:Ein Blutfleck, gepaart mit seinem Namen und einem einzigen Wort. Mehr war darauf nicht zu lesen.

Hier wäre es effektvoll, das Wort zu nennen - es kann ja etwas Geheimnisvolles zu sein, woraus der Leser nocht nicht viel ableiten kann, aber was Stimmung erzeugt


Zitat:Nicht nachdem was schon einmal geschehen war

Komma vor "was"


Zitat:Und es war nicht bei den einen geblieben

DEM einen
Zitat:Das metallene Scharren von Schwertern, die aus Scheiden gezogen wurden hallte in einem dutzendfachen Echo nach

Komma vor "hallte"


Zitat:Trotzdem er sich vorgenommen hatte, nicht zurücksehen hielt er seinen Blick stets auf seine Frau und Tochter gerichtet

Komma vor "hielt"


Zitat:Er hatte die Soldaten kein einziges mal angeblickt

Mal groß


Zitat:Er würde diesmal den Kampf rechtzeitig gewinnen und zurückkehren. Agerion öffnete die Augen und gab seinem Rappen die Sporen. Sein Blick fixierte den fernen Horizont. Schwarze Wolken verdunkelten die Sonne. Er wusste, dass es kein Rauch von Feuern oder Bränden war. Ihm war der Anblick fast vertraut. So sah es aus, wenn die uralten Barrieren zusammenbrachen. Der Gestank nach Asche und Feuer lag bereits in der Luft. Selbst bis hier hin konnte man es riechen. Es hieß, auf der anderen Seite gab es nur Schlachtfelder und das der Geruch zu ihnen herüberwehte. Doch dies war sein Leben.

Um auch was Positives anzumerken: Der Teil liest sich sehr gut, da kommt Atmosphäre auf und es wirkt alles stimmig ... davor eierst du etwas zu sehr rum, der lange, tränenreiche Abschied, dann stellst sich heraus, dass Agerion ein König ist (ließ der Name irgendwie vermuten), aber du hüllst dich weiterhin in Schweigen darüber, über welches Land er herrscht usw. usw. ... bin gespannt, ob da jetzt mehr kommt ...


Zitat:Trotzdem die rechte Gesichtshälfte aussah, wie geschmolzenes Wachs

Kein Komma


Zitat:"Tod? Nein, so schnell werdet Ihr mich nicht los, Freund!",

Tot


Zitat:Sein Freund verstummte und Blickte in die Ferne.

blickte klein


Zitat:Dass er anfangs erst gar nicht vorhatte um Verstärkung zu erbitten schien Remerian gar nicht zu begreifen

Komma vor "um" und "schien"


Zitat:Wahrscheinlich sollte ich das nächste mal auf eine ordentlichere Ausführung der Rune achten.

Mal groß


Zitat:dort wo der schwarze Schleier, der den Riss umhüllte sich wabernd aus dem Himmel kräuselte

Komma vor "sich"

Also technisch gesehen dürfte da eigentlich nirgens eine Leerzeile sein, weil das ein zusammenhängendes Textstück ist, aber da es sich im Forum so besser liest, passt es hier. Sonst hängen sich die Augen irgendwann auf ^^

Ich fand die zweite Hälfte dieses ersten Kapitels (einen Prolog braucht man nicht unbedingt, man sollte nur einen schreiben, wenn er wirklich Sinn macht!) recht gelungen, da kommt Atmosphäre auf und Agerion wirkt für mich authentischer. Der einfache Mann, der zum Soldaten und Helden und schließlich zum König gemacht wurde und eigentlich all das hinter sich gelassen hatte - nun muss er zurückkehren, nun scheint sich die Tragik seines Lebens zu wiederholen.

Aber anfangs fand ich ihn unglaubwürdig, er wirkt eher wie ein ängstlicher, älterer Mann und seine Tochter und Frau sind mir fern, sie wirken wie aus einem Traum einer kleinen perfekten Familie, als wären sie gar nicht echt. Falls das so ist, wäre es gut gemacht, falls die beiden aber echte Personen sind, solltest du ihnen individuelle Züge verleihen. Du erwähnst z.B., dass seine Frau früher mit ihm umhergezogen ist, das sollte man ihr noch ansehen und sie sollte nicht so weich wirken. Du zeichnest sie wie die liebe, sorgende Hausfrau, die alles tut, damit ihr Mann glücklich ist. Wo ist ihr Charakter? Was zeichnet sie aus? Du kannst Personen auch bereits durch die Art, wie sie sprechen, charaktersieren. Ich fände, ihr stände es besser, wenn sie seinen Abschied mit mehr Fassung hinnehmen würde, wenn sie sich einerseits zärtlich von ihm verabschiedet und andererseits ausstrahlt, dass sie hinter ihm steht und sich um Tochter und Hof kümmern wird, dass sie alles im Griff hat.

Mir kommt es vor, als hättest du Probleme gehabt, einen Einstieg in deine Geschichte zu finden. Der Abschied zieht sich viel zu lange hin und den Figuren fehlen individuelle Merkmale, vor allem Frau und Tochter. Auch kann man sich die Hütte schwer vorstellen, du solltest versuchen, weniger die innere Verzweiflung hervorzuheben, sondern mehr die Umgebung einzubringen und über sie auch Merkmale der Welt einbringen. Zum Beispiel kannst du schreiben, dass sein Schwert in der Stadt XY geschmiedet wurde oder von dem berühmten Schmied XY. Du könntest schreiben, dass seine Frau ihr Kleid selbst genäht hat, womit du zeigst, sie besitzt handwerkliches Geschick - sind nur Beispiele, aber kleine Details machen eine Welt lebendig!

So klingt erstmal alles nach x-beliebiger High Fantasy Welt. Zu einer Welt gehört aber sehr viel, du solltest die Ortsnamen ausdenken und sie immer wieder einbringen, auch wenn sie keine Rolle in der Geschichte spielen, sondern nur im Nebensatz. Aber das erzeugt Stimmung, wenn du z.B. ein Getränk aus einer bestimmten Region einbaust, was der Protagonist genießt. Als Leser will man ganz viel wissen, welche Bräuche gibt es, woran glauben die Menschen, was essen sie, was trinken sie, welche Tiere und Pflanzen gibt es, welche Landschaften (Berge, Wüsten, Wälder ...). Was du meiner Meinung nach vor allem lernen musst, ist diese Dinge in gut positionierten Details einzubauen. Bloß nicht ewig herum beschreiben, sondern schlicht hier und da entscheidende Details einstreuen, die deine Welt von anderer Fantasywelten unterscheidbar macht.

So, ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen Icon_smile

Viele Grüße

- Zack

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #5 |

RE: Zynteria - Schicksalsketten (Arbeitstitel) I
Hallo Zack,

vielen Dank für dein Kommentar. Und mit der Beschreibung ist dann soweit alles klar, falls es soweit ist mache ich es. Dachte nur drüber nach, damit man weiß was man sich durchlest, aber geht ja auch ohne.

Bezüglich "richtige Geschichte": Damit meinte ich eher, dass es meine erste richtige Geschichte in diesem Forum ist, die ich poste. Was ich sonst geschrieben habe auf Literatopia war z.B. das RPG oder ein, zwei Ausflüge in literarische Gefilde, die ich selten besuche und eben ohne einer großen Story in einer eigenen Welt mit Plot etc.

So streng fand ich es jetzt gar nicht. Hab ehrlich gesagt damit gerechnet, dass du den Text in der Luft zerreißt, weil ich am Anfang so rumeiere. Da stimme ich dir voll zu, aber erstmal der Reihe nach. Icon_smile
 
Jetzt zu deinen Bemerkungen. Die meisten werde ich so umsetzen, wenn ich da noch was zu sagen habe tue ich es nun im Folgenden:


Zitat:Da der Protagonist weiß, wer da zupft, ist "jemand" nicht ganz perfekt. Besser wäre sowas wie "Es zupfte an seinem Ärmel" oder "Er spürte ein Zupfen am Ärmel"

Da hast du Recht. Ich finde die letztere der beiden Varianten auch schöner. Werde ich auch wohl so übernehmen.

Zitat: drei Adjektive hintereinander sind zu viel, ich würde das "schlanke" streichen und später einbauen, so in der Art: Sie trug ein rotes Sommerkleid, das ihrer schlanken Statur schmeichelte, und legte einen breiten Strohhut auf einer Kommode ab

Ich ahnte es schon, als ich es zum vierten Mal durchgelesen hatte, nachdem ich postete. Irgendwie habe ich am Anfang es total verdusselt Agerions Familie genauer zu beschreiben...


Zitat: Kurzer Zwischenkommentar: Du beschreibst Agerion einerseits als Kämpfer und er scheint eine schwere, gefährliche Mission vor sich zu haben. Aber er wirkt zu Beginn zu zittrig und verunsichert, dass man ihm dies kaum abnimmt. Natürlich fällt es ihm schwer, seine kleine Familie zurückzulassen, aber du beschreibst aber zu viel, wie sehr ihn das mitnimmt, dass er fast weint, dass ihm das Herz schwer wird usw. ... und ich nehme ihm nicht ab, dass er losziehen will. Alles in ihm schreit danach, da zu bleiben. Du solltest einbringen, dass er grimmig seine Pflicht erfüllt oder sowas ... diesen Gedanken vermisse ich bei ihm, das Gefühl, dass er das tun muss, was er tun muss.

Du hast Recht, dass bei ihm das "aber ich muss es tun" fehlt. Das war die ganze Zeit in meinem Kopf und als ich es schrieb ging das aber nicht mit in den Text. Er will ja gar nicht losziehen. Er zwingt sich selbst dazu. Ich finde, er darf schon so sehr darunter leiden, immerhin hat er dafür seine Krone niedergelegt (und aus einem anderen Grund).
Der Zwang zum Aufbruch kommt also nicht gut durch. Werde ich dann umändern.

Zitat:Da würde ich dann eher was schreiben von wegen, dass sie fragt, was für ein Pferd oder dass sie gern einen Schimmel hätte oder sowas ...

Ich schreibe selten über Kinder im diesem Alter bzw. lese auch nicht so viel. Ist mir auf Dauer zu anstrengend ( Icon_ugly  ) , würde aber eher in das Schema passen, was du sagst.

Zitat: Hier fällst du aus der Perspektive, anfangs ist man ganz bei Agerion, dann kommt ihre Sicht plötzlich. Er kann nicht wissen, ob sie jede Berührung genießt, du kannst höchstens schreiben "Er spürte, dass sie jede Berührung genoss" oder so.

Mir ist da in dem Satz ein Wort flöten gegangen, der sollte so heißen:
"Sie genoss offenbar jede einzelne Berührung"
Hat dadurch ja eigentlich die gleiche Bedeutung wie dein Vorschlag, denke ich.


Zitat:Hier wäre es effektvoll, das Wort zu nennen - es kann ja etwas Geheimnisvolles zu sein, woraus der Leser nocht nicht viel ableiten kann, aber was Stimmung erzeugt

Im Nachhinein komme ich mir recht dumm vor das nicht getan zu haben... Icon_irre

Zitat: Um auch was Positives anzumerken: Der Teil liest sich sehr gut, da kommt Atmosphäre auf und es wirkt alles stimmig ... davor eierst du etwas zu sehr rum, der lange, tränenreiche Abschied, dann stellst sich heraus, dass Agerion ein König ist (ließ der Name irgendwie vermuten), aber du hüllst dich weiterhin in Schweigen darüber, über welches Land er herrscht usw. usw. ... bin gespannt, ob da jetzt mehr kommt ...
Danke!
Die Sache mir dem König sein war eigentlich mit Absicht so beiläufig erwähnt, da es ja aus Agerions Perspektive ist und er eigentlich kein Interesse mehr dafür hatte. Immerhin wollte er all das hinter sich lassen. Allerdings könnte ich schon das Königreich nennen, das stimmt...


Zitat:Also technisch gesehen dürfte da eigentlich nirgens eine Leerzeile sein, weil das ein zusammenhängendes Textstück ist, aber da es sich im Forum so besser liest, passt es hier. Sonst hängen sich die Augen irgendwann auf ^^

Irgendwie habe ich es mir schon gedacht, da ja kein Szenenwechsel stattfindet. Ich poste generell ungern so Textbomben, wo es in einem Rutsch durch geht. Die werden auch der Erfahrung nach nicht so oft gelesen, eben wegen den Augen ^^

Zitat: Ich fand die zweite Hälfte dieses ersten Kapitels (einen Prolog braucht man nicht unbedingt, man sollte nur einen schreiben, wenn er wirklich Sinn macht!) recht gelungen, da kommt Atmosphäre auf und Agerion wirkt für mich authentischer. Der einfache Mann, der zum Soldaten und Helden und schließlich zum König gemacht wurde und eigentlich all das hinter sich gelassen hatte - nun muss er zurückkehren, nun scheint sich die Tragik seines Lebens zu wiederholen.
    
Das freut mich. Werde versuchen das dann zu halten. Pro

Zitat:Falls das so ist, wäre es gut gemacht, falls die beiden aber echte Personen sind, solltest du ihnen individuelle Züge verleihen. Du erwähnst z.B., dass seine Frau früher mit ihm umhergezogen ist, das sollte man ihr noch ansehen und sie sollte nicht so weich wirken. Du zeichnest sie wie die liebe, sorgende Hausfrau, die alles tut, damit ihr Mann glücklich ist. Wo ist ihr Charakter? Was zeichnet sie aus? Du kannst Personen auch bereits durch die Art, wie sie sprechen, charaktersieren. Ich fände, ihr stände es besser, wenn sie seinen Abschied mit mehr Fassung hinnehmen würde, wenn sie sich einerseits zärtlich von ihm verabschiedet und andererseits ausstrahlt, dass sie hinter ihm steht und sich um Tochter und Hof kümmern wird, dass sie alles im Griff hat.

Hmm da habe ich mich tatsächlich zu sehr auf Agerion fixiert, muss ich gestehen. Eigentlich ist Livera nicht so weich, wie sie erscheint. Zwar ist sie keine Kratzbürste aus Stahlwolle, aber auch keine edle Hofdame, die den Haushalt schmeißt. War auch gewollt, dass der Abschied sie nicht ganz so sehr mitnimmt, zumindest äußerlich.

Zitat: Mir kommt es vor, als hättest du Probleme gehabt, einen Einstieg in deine Geschichte zu finden.

Aber Hallo. Ich habe immer (!) Probleme mit den Einstieg in eine meiner Geschichten. Im Kopf bin ich einfach viel zu weit. Selbst wenn ich gerade etwas komplett Neues schreibe, ohne darüber nachgedacht zu haben, rast mein Kopf einfach voran. Mein großes "Baby" hat mehr als fünfzehn Anläufe und drei Jahre gebraucht, bis ich einen zufriedenstellenden Anfang hatte, nur so als Vergleich wie schwer mir das fallen kann. Abstand davon nehmen kann ich dann nicht, ich bin permanent am grübeln. Trage aus dem Grund auch immer ein kleines Notizbuch mit mir herum. Icon_ugly


Zitat:Der Abschied zieht sich viel zu lange hin und den Figuren fehlen individuelle Merkmale, vor allem Frau und Tochter. Auch kann man sich die Hütte schwer vorstellen, du solltest versuchen, weniger die innere Verzweiflung hervorzuheben, sondern mehr die Umgebung einzubringen und über sie auch Merkmale der Welt einbringen. Zum Beispiel kannst du schreiben, dass sein Schwert in der Stadt XY geschmiedet wurde oder von dem berühmten Schmied XY. Du könntest schreiben, dass seine Frau ihr Kleid selbst genäht hat, womit du zeigst, sie besitzt handwerkliches Geschick - sind nur Beispiele, aber kleine Details machen eine Welt lebendig!

Vielleicht sollte ich das erste Kapitel unbenennen, vielleicht wird dann klar warum die Verzweiflung so im Vordergrund stand. Hängt von den Reaktionen auf das zweite Kapitel ab.

In der Regel streue ich sogar zu viel Details von der Welt ein und wollte das eben diesmal hier nicht so sehr machen. Ein zu wenig gibts also auch. Ist mir noch nie passiert. Mrgreen

Danke für die Beispiele, die haben schon sehr die Fantasie befeuert.


Zitat: So klingt erstmal alles nach x-beliebiger High Fantasy Welt. Zu einer Welt gehört aber sehr viel, du solltest die Ortsnamen ausdenken und sie immer wieder einbringen, auch wenn sie keine Rolle in der Geschichte spielen, sondern nur im Nebensatz. Aber das erzeugt Stimmung, wenn du z.B. ein Getränk aus einer bestimmten Region einbaust, was der Protagonist genießt. Als Leser will man ganz viel wissen, welche Bräuche gibt es, woran glauben die Menschen, was essen sie, was trinken sie, welche Tiere und Pflanzen gibt es, welche Landschaften (Berge, Wüsten, Wälder ...).

Ich musste bei dem Satz schmunzeln, weil ich auf meinem Schreibtisch mehrere Karten von einer anderen Welt rumfliegen habe, neben dutzenden kleinen Notizzetteln mit Plotverläufen, Skizzen von Szenen, Gekritzel von Magiesystemen ,Charakteranmerkungen und Namen für Gottheiten und Völker etc.
Wie gesagt, ich wollte es diesmal nicht zu überladen und hab es damit wohl übertrieben. Danke für die Anregungen, werde mich da definitiv dransetzen es was auszuschmücken.

Zitat:So, ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen [Bild: icon_smile.gif]

Hat mir sehr geholfen, danke dass du dich mit meinem etwas wackeligen Text auseinandergesetzt hast! Icon_smile
Hab auch gleich mehrere Ideen, die ich unbedingt einbauen möchte.


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