Es ist: 05-12-2020, 10:30
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Eliza - zwischen Schicksal und Liebe - Kapitel 5 und 6
Beitrag #1 |

Eliza - zwischen Schicksal und Liebe - Kapitel 5 und 6
Kapitel 5 - Die Verhandlung

Um möglichst bald wieder Ruhe in die Mannschaft zu bekommen, sollte bereits einen Tag später über die drei Männern ein Urteil gefällt werden. Da dem Kapitän an Bord auch die Gerichtsbarkeit obliegt, würde der Kapitän der Star of Hope über die Angeklagten zu Gericht sitzen und das Urteil fällen. Er ernannte seinen Sohn und den langjährigen Steuermann der Star of Hope zu seinen Beisitzern. Die Gerichtsverhandlung fand öffentlich an Deck statt. Den Angeklagten wurde die Anklage verlesen und bekamen die Chance sich dazu zu äußern. Die beiden älteren Männern zeigten keine wirkliche Reue, im Gegenteil. Sie äußerten sich abfällig über Frauen und lästerten darüber, dass die Star of Hope mit dem schamlosen Weibsvolk an Bord sowieso dem Teufel gehöre. Lediglich der Jüngste zeigte sich demütig und reuig. Er war gerade mal 17 Jahre alt und schwor, von beiden anderen zum Mitmachen gedrängt worden zu sein. Er beteuerte auch, an dem sexuellen Missbrauch selber nicht beteiligt gewesen zu sein, was durch entsprechende lästerliche Bemerkungen der beiden anderen Angeklagten indirekt bestätigt wurde. Zum Schluss fleht er um Gnade und sah dabei Eliza, die sich unter den Zuschauern befand, verzweifelt und hilfesuchend an. Dieser Blick berührte ihr Herz, sie glaubte seinen Beteuerungen. Sie hatte Mitleid mit dem jungen Mann. War es wirklich nur Mitleid? Oder war da noch etwas anderes, was sie dazu veranlasste, ihm großzügig zu verzeihen? Warum krampfte sich ihr Herz zusammen bei dem Gedanken, dass auch er zum Tode verurteilt werden würde?

Der Kapitän und seine beiden Beisitzer hatten sich zur Beratung zurückgezogen. Nervös wartete sie mit den Anderen an Deck auf das Urteil. Immer wieder wanderte ihr Blick auf den Jungen, der zusammengesunken und gesenktem Kopf da saß und auf die Besiegelung seines Schicksals wartete. Sie konnte nicht länger warten, sie eilte unter Deck zur Kajüte des Kapitäns. An der Tür blieb sie stehen und lauschte. Sie konnte die Männer reden hören, verstand aber nicht, wo rüber sie sprachen. Es waren Schritte zu hören und ein Stuhl wurde gerückt. Sie nahm ihren ganzen Mut zusammen und klopfte an die Tür. Die Tür wurde geöffnet und Peter Woods sah sie überrascht an. "Eliza?" Sein Gesicht verdunkelte sich: "Wir haben unser Urteil noch nicht abschließend gefällt. Was gibt es so wichtiges, dass es keinen Aufschub duldet?", fragte Peter Woods ungeduldig. "Bitte Herr, hört mich an bevor ihr euer Urteil fällt." Sie sah dabei bittend an Peter Woods vorbei den Kapitän an, der gegenüber der Tür hinter seinem Schreibtisch dass. "Peter, lass sie uns anhören.", antwortete der Kapitän und nickte Eliza zu. Zögernd ging Peter zur Seite und schloß die Tür hinter ihr. Eliza stand nun mitten im Raum, sechs Augenpaare auf sie gerichtet. "Herr, ich weiß, dass hier ein klares Urteil gesprochen werden muss. Dennoch möchte ich sie inständig darum bitten, bei dem Schiffsjungen Gnade walten zu lassen. Er bedauert zu tiefst und ich glaube ihm, dass er nur gezwungenermaßen mitgemacht hat und an der eigentlichen Schändung nicht aktiv beteiligt war." Sie sah die Männer flehend an. Von Peter Woods war nur ein verächtliches Schnauben zu hören, dann ergriff der Kapitän das Wort. "Ich finde es schon bemerkenswert, dass sich das Opfer für seinen Peiniger einsetzt. Ich weiß, dass du ein großes Herz hast, Eliza. Bedenke aber auch, dass er nun mal an der Tat beteiligt war, es nicht gemeldet und die zweite Freveltat damit auch nicht verhindert hat. Der Gerechtigkeit muss genüge getan werden." "Ja Herr, ich weiß. Doch flehe ich euch an, bei ihm wenigstens von der Todesstrafe abzusehen und Milde walten zu lassen.", sagte sie leise flehend. "Nun gut, wir werden deine Einwände bei der Urteilsfindung berücksichtigen." Wieder kam ein leicht verächtliches Schnauben von Peter Woods. "Oh, Danke Herr.", antworte sie erleichtert. "Lass uns jetzt bitte allein." Sie nickte dem Kapitän zu und verließ den Raum ohne Peter Woods noch eines Blickes zu würdigen.


Kapitel 6 - Das Urteil

Ein Raunen ging durch die an Deck auf das Urteil wartende Mannschaft der Star of Hope als nach einer gefühlten Ewigkeit der Kapitän und seine zwei Beisitzer wieder an Deck kamen. Alle waren gespannt auf das Urteil, dass nach Meinung vieler an Deck nur auf Tod durch Erhängen lauten konnte, denn auf Vergewaltigung stand die Todesstrafe. Eliza versuchte in den Gesichtern der drei Männer zu lesen wie ihr Urteil wohl lauten würde. Peter Woods sah unzufrieden aus. Eliza war nervös und sah wieder voller Sorgen auf den jungen Angeklagten, der immer noch regungslos mit gesenktem Kopf auf den Decksplanken saß. Schließlich wurde er unsanft hochgerissen. "Die Angeklagten und alle Anwesenden haben sich zur Urteilsverkündung zu erheben!", ertönte es seitens des Steuermanns. "Als Kapitän der Star of Hope vertrete ich hier das Recht und Gesetz unseres Landes an Bord. Laut unserer königlichen Rechtsprechung steht auf Vergewaltigung und Schändung die Todesstrafe." Ein Gemurmel bracht los, Eliza konnte ihren Aufschrei gerade noch unterdrücken. Sie sah wie der Schiffsjunge getroffen zusammensackte und unsanft wieder hochgerissen wurde. Die beiden anderen brachen in wilde Beschimpfungen aus. "Ruuuhe!", donnerte es übers Deck und das Gemurmel verstummte sofort und auch die beiden pöbelnden Angeklagten hielten erschrocken inne. "Daher verurteile ich die beiden Matrosen Jack Winters und Bob McLean zum Tode durch den Strang. Bei dem Jungmatrose Tom Foulder wird von der Todesstrafe abgesehen, da er zum Einen von den Mitangeklagten zur Beteiligung an den Taten gezwungen wurde und an der eigentlich Schändung nicht aktiv beteiligt war wie von ihm und nach Aussage eines Zeugen unserer Meinung nach glaubhaft gemacht werden konnte. Außerdem zeigt sich der Angeklagte zutiefst einsichtig und reumütig. Nach intensiver Beratung kamen wir zu dem Schluß, dass in diesem Fall eine Bestrafung mit 50 Peitschenhieben auf den nackten Oberkörper angemessen ist. Die Urteile sind unmittelbar zu vollstrecken." Die Urteile wurden mit einem wilden Gemurmel quittiert. Eliza war erleichtert, aber trotzdem machte sie sich um den Jungen große Sorgen. Derweil wurden zwei Henkersschlingen an dem Mast der Star of Hope befestigt. Die Angeklagten verfielen wieder in wilde Beschimpfungen auf die Frauen im Allgemeinen und Eliza im Besonderen, aber auch auf den Kapitän und die gesamte Besatzung bis die Henkersschlinge sich um ihren Hals zuzog und sie für immer verstummten. Ihre toten Körper wurden dem Meer übergeben. Danach wurde der junge Matrose mit dem Bauch zum Mast an diesem festgebunden. Bei jedem Schlag johlte die Menge und Eliza zuckte zusammen. Sie litt mit ihm, sie konnte jeden Schlag spüren, als wenn er sie selber träfe. Nach der Hälfte der Schläge verließ sie das Deck, sie konnte es nicht mehr ertragen.
Peter Woods hatte während der ganzen Urteilsverkündung und -vollstreckung Eliza beobachtet. Er war mit der Gnade für Tom Foulder nicht wirklich einverstanden gewesen, aber er würde seinem Vater nie widersprechen und irgendwie bewunderte er ihren Mut sich für andere einzusetzen. Er hatte ihre Gefühlsregungen beobachtet und wie sie mit dem Jungen mitlitt. Kopfschüttelnd sah er hinter ihr her, er konnte sie nicht wirklich verstehen wie man sich mit seinem Peiniger - ob tatsächlich aktiv beteiligt oder nicht spielte für ihn keine Rolle - so emotional verbunden fühlen konnte. Was empfand Eliza wirklich für den Jungen? Es wunderte ihn selber, warum ihm die Klärung dieser Frage so wichtig schien.


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Beitrag #2 |

RE: Eliza - zwischen Schicksal und Liebe - Kapitel 5 und 6
Hallo Eliza, 

Das ist alles viel viel zu kurz gefasst. Du könntest Diskussionen, Plädoyers für die Gerichtsverhandlung beschreiben. Vielleicht, dass der Kapitän zu Gericht sitzt und ihn auch beschreiben. 
Die Angeklagten müssten sich in wörtlicher Rede äußern.
Was geht in Eliza vor? Oder warum will sie ausgerechnet diesen Jungen beschützen? 

Vielleicht hat er sich besonders intensiv in den letzten Tagen um sie gekümmert und zwischen den beiden ist eine Art Freundschaft entstanden. Er scheint ja ihr Schwarm zu sein. Da kann sie sicher nicht glauben, dass er daran beteiligt war. 

Das ist leider alles sehr ausbaufähig, Eliza. Beschäftige dich etwas mehr mit dem Schreiben. Kommentier einige Geschichten deiner Mitstreiter hier, damit sich einfach ein Gefühl dafür bei dir entwickelt. 

Liebe Grüße Persephone

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(Friedrich Nitzsche)



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