Es ist: 22-11-2019, 08:18
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Könige der Prärie - 18. Teil
Beitrag #1 |

Könige der Prärie - 18. Teil
Katie packte Sakima am Arm. „Nein. Halt. Bitte“, flehte sie.
Sakima blieb stehen. Seine Muskeln spannten sich unter ihren Händen an.
„Die beiden haben mich doch nur besucht, weil sie wissen wollten, wie es mir geht“, fuhr Katie fort. Tapfer hielt sie jegliche Hysterie aus ihrer Stimme fern. „Das hätte doch jeder getan.“
„Der Verräter Dixon war dabei“, blieb Sakima unnachgiebig.
„Ich weiß, dass etwas nicht mit ihm stimmt“, gab Katie zu und fand ihre Worte noch stark untertrieben. „Doch er scheint Sina aufrichtig zu lieben.“
Sakimas Muskeln entspannten sich wieder. „Sollte er sich noch einmal im Stamm der Lakota blicken lassen, verliert er seinen Skalp“, drohte er knurrend.
„Das ist dein gutes Recht.“ Katie klang erschöpft.
„Warum bist du nicht mit ihnen gegangen?“ Er fragte ohne jeglichen Vorwurf, schien nur interessiert.
„Es ist schon spät“, wich Katie seiner Frage aus. „Zeit, zu schlafen.“
 Die beiden standen vor dem Zelt des Mädchens, das sich unweit der Behausung des Häuptlings befand.
„Gute Nacht“, wünschte Katie und ging hinein. Ihre Wangen brannten. Ein schales Gefühl der Enttäuschung, dass er ihr nicht gefolgt war, begleitete sie. Sie legte sich auf ihr Lager, durch den Rauchfang des Zeltes sah sie die Sterne blinken, die hier in der Wildnis zahlreicher schienen als in der Stadt. Eine Sternschnuppe flog vorbei und lächelnd wünschte sich etwas im Stillen. Die Gedanken kreisten wild durch ihren Kopf und ließen sie einfach nicht zur Ruhe kommen. Wie in einem Labyrinth endeten sie doch immer wieder bei einem. Sakima.
Seine Frage hätte sie ihm ganz leicht beantworten können. Sie war nicht ihres Schwures wegen geblieben, sondern weil sie ihn liebte.
Er war ihr wohl gefolgt, als sie solange nicht zurückkam und sicherlich hatte er auch ihr Gespräch belauscht. Seine Fragen waren so gezielt, dass es gar nicht anders sein konnte. Auch wenn er den größten Teil ihrer Diskussion mit Sina nicht verstanden hatte. Die beiden Mädchen hatten sich ihrer Muttersprache bedient, konnte er sich ausmalen, um was es sich handelte. Er hatte seinen Bogen dabei gehabt und Sakima war ein ausgezeichneter Schütze.
Katie warf sich auf die Seite. Der Schlaf wollte einfach nicht kommen so aufgekratzt und ruhelos wie sie war. Sie setzte sich auf und starrte gedankenverloren in die Dunkelheit. Der Mond war schon wieder weiter gewandert und in nicht einmal drei Stunden würde die Sonne aufgehen. Von draußen erklang das leise Zirpen der Grillen. Ein Hund bellte und wurde von einer alten kratzigen Stimme zur Ordnung gerufen. Katie stand auf und ging ruhelos in dem hohen Zelt auf und ab. Das Gespräch mit Sakima ließ ihr einfach keine Ruhe, was sie von Dixon wusste, raubte ihr den Frieden. Der Lakota hatte gewusst, dass jemand und auch wer bei ihr gewesen war. Trotzdem verzichtete er darauf, Pfeile von der Sehne seines Bogens fliegen zu lassen. Auch als er damit drohte, den ungebetenen Besuch mit seinen Kriegern zu verfolgen, ließ er sehr schnell von seinem Vorhaben ab, als sie ihn darum bat.
Dixon war und blieb ein Schurke und natürlich hatte Narbengesicht seinem Häuptling über den Vorfall vom Nachmittag Bericht erstattet.
 „Er will dich zu seiner Frau machen. Notfalls auch mit Gewalt.“ Dixons Worte kamen ihr wieder in den Sinn und ihr Herz schlug schneller, allerdings nicht aus Furcht. Katie lehnte gegen die hohe Stange, die der Mittelpunkt des Zeltes bildete und wünschte, sie wäre bei Sakima. Er musste sie ja überhaupt nicht zwingen. Sie wollte gerne bei ihm bleiben. Ihr Finger berührte die Stille am Kinn, die er umfasst hatte, als er ihr in die Augen schaute. Seine Berührung hatte Saiten in ihr zum Klingen gebracht. Eine sanfte Liebkosung und sie wollte mehr davon. Ihre Hände glitten über ihren Körper und entfachten ein hungriges Feuer, das sie nicht stillen konnte. Es sollten Sakimas Hände sein, die ihren Körper berührten. Ihre Haut sanft streichelten und sie zum Beben brachte. Er sollte die Hitze in ihrem Inneren zu einem siedenden Vulkan entfachen und er sollte ebenso empfinden.
Sie verließ ihr Zelt und ging die wenigen Schritte zu seinem. Der Morgen graute schon und schemenhaft konnte man die bunten Verzierungen des Häuptlingszeltes erkennen. Einen Moment zögerte sie noch: Was tat sie da? Im Kloster hätte sie dafür Schläge mit dem Rohrstock und strengen Karzer erhalten. Unzüchtig, hätten die Nonnen sie genannt. Eine Hure, die sich einem Wilden hingab. Mit einem kurzen Kopfschütteln wischte sie diese Gedanken beiseite. Ihre Liebe zu Sakima zählte und sonst nichts. Entschlossen schlug sie die gegerbten Häute beiseite, die das Zelt verschlossen und trat ein. Auf einem erhöhten Lager unter einer dünnen Decke lag Sakima. Seine regelmäßigen Atemzüge verrieten, dass er schlief. Sie ging neben ihm auf die Knie und schloss einen Augenblick die Augen. Es war ein sehr intimer Moment, Sakima schlafend für sich allein zu haben. Sie streckte den Arm aus und ließ ihre Fingerkuppen sanft über seine Stirn gleiten. Strich über die hohen Wangenknochen. Ihr Daumen streichelte sein rundes Kinn. Sie dachte an die charmanten Grübchen wenn er lächelte, dann legte sie den Zeigefinger auf seinen schön geschwungenen Mund. Wie oft hatte sie heimlich davon geträumt, seine Lippen zu berühren.
Sakima rührte sich nicht und Katie wurde mutiger. Ihre Hand schob die Decke ein wenig fort und streichelte den muskulösen Oberkörper des Indianers. Heute Morgen hatte sie noch die Fäden gezogen, die seine Wunde verschlossen hatten. Mehr hatte sie noch nicht berühren dürfen- bis jetzt. Ein triumphierendes Lächeln flog über ihr Gesicht. Arglos lag ihr Geliebter zu ihren Händen. Sie genoss das neue Machtgefühl. Fast war er ihr ausgeliefert und konnte sich ihrer Zärtlichkeiten nicht erwehren. Sie schob die leidige Decke ganz von ihm und atmete scharf ein. Sakima war nackt. Einen Augenblick war sie überrascht, doch dann siegte die Lust. Sie beugte sich vor und küsste ihn auf den Mund. Kostete die Süße seiner Lippen, während ihre Hand tiefer rutschte und knapp unterhalb Sakimas Bauchnabel lag. Sie war so sehr vertieft, dass sie das kurze Beben seines Körpers nicht bemerkte, während sie fortfuhr, ihn weiter heimlich zu liebkosen.
Die Oberarmmuskulatur des Lakota entspannte sich und mit einem leisen Klingen fiel sein Messer zu Boden. Katie begann, mit den Lippen seinen Hals zu liebkosen, während ihre Hand weiter nach unten rutschte. Sakima entfuhr ein leises Stöhnen, mit seiner Beherrschung war es vorbei. Plötzlich packte er Katie und riss sie in seine Arme.
„Katie“, keuchte er. „Warum bist du nicht geflohen, als du konntest?“
„Weil ich dich liebe“, wimmerte sie leise an seiner Schulter. Ungeduldig zerrte Sakima an ihrer Kleidung. Er schmiegte sein Gesicht zwischen ihre kleinen Brüste und zog das weiße Fleisch zwischen seine Lippen. Katies Atem ging in kurzen, heftigen Stößen. Sie sank zu ihm aufs Lager und dann war er ihr über ihr. Den scharfen Schmerz, der ihre Jungfräulichkeit beendete begrüßte sie beinahe wie ein langersehntes Geschenk. Sakima machte ihr seinen Körper und seinen Geist zum Geschenke und sie war bereit, beides anzunehmen.
Er schöpft lag ihr Geliebter in ihren Armen. Sein Kopf ruhte an ihrer Brust und sein Atem fühlte sich seltsam kühl auf ihrer verschwitzten Haut an. Liebevoll streichelte sie seinen Rücken.
Plötzlich stockte sie. Ihre Finger tasteten Narben, die mit Sicherheit nicht von Kämpfen herrührten. Sie löste sich aus Sakimas Armen und setzte sich auf. Das Licht der Morgensonne fiel durch den Rauchfang des Zeltes und tauchte das Innere in ein sanftes, goldenes Licht. „Wer hat dir das angetan?“, fragte sie mit rauer Stimme. Nur mühsam konnte sie Tränen des Zornes unterdrücken. Diese Narben waren Spuren, wie sie der Rohrstock hinterließ. Nur widerwillig öffnete Sakima die Augen. Noch war er gefangen vom Rausch der leidenschaftlichen Stunde mit Katie und dieses Gefühl wollte er noch einige kostbare Augenblicke bewahren, bevor er wieder in die grausame Wirklichkeit zurückkehrte.
„Das ist lange her“, murmelte er, das Gesicht an Katies Hals gepresst. Seine Lippen erzeugten wieder heiße Wellen in ihrem Innersten.
Mit aller Kraft versuchte sie, zu widerstehen. Sie war zu aufgewühlt. „Diese Male stammen doch von Stockschlägen“, erwiderte sie dumpf und entzog sich seinen Liebkosungen. „Waren das weiße Männer?“
Mit einem schweren Seufzer verabschiedete sich Sakima von seiner wohligen Traumwelt. Katie war einfach zu halsstarrig. Sie würde nicht aufgeben, bis sie die ganze Wahrheit erfahren hatte. Knurrend verzichtete er auf die sanfte Wärme ihrer weichen Rundungen und setzte sich auf. Ohne ihre Nähe fror er im kühlen Morgen und eine Gänsehaut überzog seine Unterarme. „Du gibst nicht auf, was?“ Er lächelte schief und zeigte kurz die Grübchen, die Katie so sehr an ihm liebte. „Es ist Jahre her, ich war noch ein Knabe. Mein Vater war der Häuptling der Lakota. Es tobte ein Krieg zwischen dem roten und dem weißen Mann. Die althergebrachten Gründe: Gold, Land und das schwarze Blut der Erde.“ Er zuckte mit den Achseln, als würde er nur eine einfache Geschichte erzählen. Katie schmiegte sich an seinen breiten Rücken und verbarg das Gesicht an seiner Schulter. Tapfer unterdrückte sie die aufsteigenden Tränen, Sie wollte tapfer sein und nicht schon wieder weinen.
„Schließlich konnten die Weißen den Lakota den Frieden abringen.“ Er lachte kurz bitter auf. „Was man denn so Frieden nennt und natürlich zahlten die Roten einen sehr hohen Preis dafür, dass nicht noch mehr abgeschlachtet wurden.“
Katie klammerte sich an ihn. Er spielte mit ihren Fingern, doch schien er nur körperlich bei ihr zu sein.
Nie zuvor hatte er jemals über dieses dunkle Kapitel seiner Kindheit gesprochen. Die schrecklichen Erinnerungen an die Demütigungen und Misshandlungen erfolgreich verdrängt. Sein Überlebenswille war stärker. Das und dass er sich eines Tages an seinen Peinigern rächen würde. Jetzt in Katies Armen, die ihn umschlangen und Halt gaben, brach alles aus ihm heraus, so wie ein Gebirgsbach im Frühjahr, wenn das Eis schmilzt. „Die Lakota mussten den größten Teil ihres Landes, ihrer Jagdgründe abgeben. Goldadern, die seit Generationen in unserem Besitz und nur den heiligen Männern zugänglich waren. Sie wurden von den Weißen ausgebeutet. Die Quellen des schwarzen Blutes, das einen nie versiegenden Reichtum versprach. Von meinem Vater wurde ein besonderer Tribut gefordert, damit er die Waffen gegen die Bleichgesichter ruhen lässt.“
Katie stöhnte gequält an der Schulter des Indianers auf. Sie ahnte die Antwort bereits. „Du.“
Sakima nickte grimmig. „Ich habe einige Jahre in einer Schule der Weißen verbracht. Als ihre Geisel, kaum mehr wert als die Hunde, die sie unter den Tischen mit den Resten ihrer Mahlzeit füttern.“ Seine Worte waren voller Bitterkeit. „Mein Haar wurde geschnitten und ich musste ihre Kleidung tragen. Sogar meinen Namen hatten sie mir geraubt. Wenn ich mich widersetzte, ließen sie den Stock sprechen.“
Ein Schauer jagte über Katies Rücken. Auch sie kannte die brennenden Küsse der Rute durch die Mutter Oberin zu spüren bekommen. Allerdings wurde darauf geachtet, dass keine sichtbaren Narben zurück blieben. Bis auf jenen Tag, als sie das Kloster verließ. Sie schmiegte sich noch enger an Sakima. Ihr Atem ging schwer. „Ich schäme mich, weiß zu sein“, sagte sie belegter Stimme. Die Worte lasteten schwer wie Blei auf ihr.
Sakima wandte sich zu ihr um und nahm ihr Gesicht in beide Hände. „Du bist anders. Außerdem hast du zu diesem Zeitpunkt unser Land noch nicht betreten.“
Sie lächelte traurig. „Trotzdem fühle ich mich schuldig.“
Heftig schüttelte er den Kopf. „Du hättest nichts tun können.“
„Ist das auch der Grund, warum ihr die Apachen so sehr hasst?“ Erst vor zwei Tagen war es zu einem Zwischenfall gekommen, bei dem ein Lakota zwei Finger seiner rechten Hand verlor und drei Apachenkrieger ihr Leben.
Die Liebesnacht mit Sakima hatte für Katie mit einem Schlag alles geändert. Zurück zu den Apachen durfte sie nicht kehren, denn jetzt gehörte sie endgültig zu deren Blutfeind. Auch wenn das Verhältnis zu ihrem Vater nicht so war, wie es hätte sein sollen, wollte sie dennoch seinen Segen und nicht seine Feindschaft.
Von Sakima trennen wollte sie sich auch nicht, das wäre ihr Tod gewesen. Sie liebte diesen jungen Lakota mit jeder Faser ihres Körpers und ihrer Seele. Das war alles so schrecklich kompliziert.
„Sie haben uns möglicherweise verraten“, antwortete Sakima nüchtern. „Aber unsere Feindschaft dauert wohl schon länger. Mein Großvater war noch ein junger Mann. Ich weiß nicht, warum.“ Wieder zeigten sich die Grübchen im Kinn als er schelmisch lächelte. „Alles so sinnlos.“ Er wurde ernst bei diesen Worten.
Katie küsste seine Narben. „Du musst dich ziemlich oft wiedersetzt haben“, konstatierte sie.
Sakima erwiderte ihre Zärtlichkeiten. „Ich war schon immer ein böser Junge.“
„Wie bist du ihnen eigentlich entkommen?“, wollte sie wissen. Diesmal dauerte es eine ganze Weile, ehe Sakima antwortete und Katie glaubte schon, er würde es nie tun.
„Die Bleichgesichter haben meinen Vater ermordet und damit hielt ich mich nicht mehr an den Schwur gebunden, den er ihnen gegeben hatte. Also kehrte ich zu meinem Volk zurück. Rächte meinen Vater und nahm seinen Platz als Häuptling ein.“
Er küsste Katie voller Leidenschaft. „Es war mal gut, darüber zu sprechen, aber jetzt sollten wir die Vergangenheit ruhen lassen. Wir können nicht ändern, was vor einer Dekade geschehen ist, aber wir können für die Zukunft daraus lernen.
Weise Worte für jemanden mit solch einem Schicksal, dachte Katie. Sie hätte erwartet, dass er darüber verbittert sei. Sie zog ihn wieder in ihre Arme und sie liebten sich voller Leidenschaft ein zweites Mal. Als er den Gipfel der Lust erklomm, rief er ihren Namen.
Sie lag auf ihm und benutzte seine Brust als Kissen. Draußen im Stamm war das Leben schon lange erwacht, Die Sonne stand hoch am Himmel. „Ich will dich niemals wieder verlassen“, murmelte sie an seine Schulter.
Sakima streichelte sie zärtlich. „Einmal werden wir uns noch trennen müssen“, erwiderte er ruhig. Katie verkrampfte sich unter seinen Händen. Sie hob den Kopf, das war nicht die Antwort, die sie gewünscht hatte.
„Du musst zurück zum Stamm der Apachen“, fügte er hinzu. Sie rollte sich von ihm und entzog sich seiner liebkosenden Hände.
„Du schickst mich fort?“, fragte sie ungläubig. Sein Verhalten passte nicht zusammen. Zuerst musste sie schwören, dass sie nicht davon lief und nachdem sie das Lager mit ihm geteilt hatte, stieß er sie von sich wie einen beliebigen Gegenstand, den man nicht mehr brauchte.
Sakima setzte sich ebenfalls auf. Er hatte schon geahnt, dass dieses Gespräch nicht leicht werden würde, aber es war auch der einzige Weg, wenn er mit Katie in Liebe und Frieden leben wollte. „Bitte hör mir zu“, bat er eindringlich und fasste nach ihren Händen. Ihre Haut war weiß wie frisch gefallener Schnee, als hätte das üppige rote Haar sämtliche Farbe für sich beansprucht. „Es wird nur für eine kurze Weile sein“, setzte er hinzu.
Katie schaute ihn finster an. Auf ihrer glatten Stirn stand eine steile Falte. „Wie lange soll denn diese kleine Weile dauern?“, murrte sie. „Ich liebe dich und du mich. Was ist daran verkehrt, wenn ich bei dir bleibe.“ Und deine Frau werde, fügte sie in Gedanken hinzu, doch hütete sie sich, die Worte auszusprechen.
Milde schüttelte Sakima den Kopf. „Ich werde dich bald holen kommen.“ Er machte eine kurze Pause, bevor es heftig aus ihm herausbrach. „Katie, die Zeit mit dir und auch …unsere gemeinsame Nacht hat mir gezeigt, dass es eine Wandlung geben muss. Ich bin diesen Krieg mit den Apachen müde und ich weiß, wir beide können nur glücklich werden, wenn wir den Segen deines Vaters erbitten.“
Katie gab zwar ein Schnauben von sich, doch insgeheim musste sie sich eingestehen, dass ihr die gleichen Gedanken durch den Kopf gegangen waren.“
„Wir führen einen erbitterten Krieg, der unser beider Völker noch mehr schwächt und es den Fremden leicht macht, unser Land zu stehlen“, fuhr der Lakota fort und Katie konnte ihm nicht widersprechen. Die Falte zwischen ihren Brauen verschwand und ihr Blick wurde freundlicher. Doch noch war sie nicht bereit, nachzugeben. Sie verschränkte die Arme vor der Brust und versperrte Sakima so den Blick auf ihre rosigen Brustwarzen. „Können wir jetzt etwa nicht zusammen sein, nur weil du Krieg mit den Apachen führst?“ Sie wusste, dass Sakima sie wollte. Dixon hatte es ihr bestätigt. Der Indianer wollte sie so sehr, dass er sie beinahe nicht um ihr Einverständnis gefragt hätte. Oder hatte Dixon sie letztendlich belogen, damit sie ihren Schwur brach, Zuzutrauen war es diesem Schurken. Sakima hatte sie zuerst geliebt, als gäbe es kein Morgen mehr und jetzt schob er sie ab.
Er küsste sie zärtlich. Katie war manchmal wie ein verwöhntes Kind. „Versteh mich doch“, bat er. „Nur wenn Apachen und Lakota gemeinsam die Friedenspfeife rauchen, können auch wir beide glücklich werden.“
„Was sind deine Pläne?“, fragte sie. Ihre Hand tastete nach seinen Fingern. Sie wollte sich keinen Augenblick mehr von ihm trennen. Sakima zog sie fest in die Arme und küsste sie auf die Stirn. „Vertrau mir. Alles wird gut“, versprach er.
Katie entspannte sich in seinen Armen. „Mir bleibt ja auch nichts anderes übrig und ich stimme dir voll und ganz zu. Dieser Krieg zwischen euren Völkern muss einfach enden. Hass hat noch nie zu einem glücklichen Ende geführt.“
Sie griff sich an den Hals und löste ein feines, goldenes Kettchen, das sie Sakima umlegte. Er versteifte sich einen Moment und lächelte skeptisch, als wüsste er nicht, ob er ihre Handlung gutheißen sollte.
Katie bemerkte seine Reaktion. „Ich weiß, der Gott der Weißen hat dir nicht sehr viel Glück beschert.“
Sakima gab einen zustimmenden Laut von sich. „Aber betrachte dies nicht als Zeichen der Christen, sondern als Geschenk eines Menschen, der dich von ganzen Herzen liebt.“ Mit den Lippen berührte sie seine Wange. Immer noch war sie erstaunt, wie weich seine Haut war. Sakima lächelte und berührte das goldene Kreuz, das auf seiner Brust ruhte. „Ich werde es niemals ablegen“, versprach er.
„Es soll dich beschützen, bis wir wieder vereint sind“, fügte Katie hinzu.
„Und danach?“, grinste Sakima, der sich verkneifen konnte, sie ein wenig zu necken.
„Dann übernehme ich das wieder“, antwortete sie bestimmt und boxte ihn leicht auf den Arm.

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

(Friedrich Nitzsche)



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Beitrag #2 |

RE: Könige der Prärie - 18. Teil
Hallo Persi,
 
toll, dass es weiter geht. Icon_jump
 
Zitat:„Es ist schon spät“, wich Katie seiner Frage aus. „Zeit, zu schlafen.“
 Die beiden standen vor dem Zelt des Mädchens, das sich unweit der Behausung des
 
Szenenwechsel, also bitte wiedermal eine Leerzeile einfügen. Icon_wink
 
Zitat:Eine Sternschnuppe flog vorbei und lächelnd wünschte sich etwas im Stillen.
 
sie sich etwas
 
Zitat:Auch wenn er den größten Teil ihrer Diskussion mit Sina nicht verstanden hatte. Die beiden Mädchen hatten sich ihrer Muttersprache bedient, konnte er sich ausmalen, um was es sich handelte.
 
Hmm, ich glaube es stimmt hier was mit den Kommata und Punkten nicht. Genau genommen ist der zweite Satz nämlich kein Satz. Ich denke da müsste ein Komma, statt dem Punkt hin, auch wenn der Satz dann relativ lang ist.
 
Zitat:Ihr Finger berührte die Stille am Kinn,
 
Stelle
 
Zitat:Sie genoss das neue Machtgefühl. Fast war er ihr ausgeliefert und konnte sich ihrer Zärtlichkeiten nicht erwehren.
 
Wie kommt sie darauf? Er muss doch nur aufspringen … Überhaupt frage ich mich gerade warum er nicht aufwacht, er ist immerhin ein Krieger, der ja auch immer mal damit rechnen muss im Schlaf überrascht zu werden. Icon_wink
Vielleicht wäre es eine Lösung, wenn er sich kurz regt, damit man merkt, dass er wach ist, sich aber nicht bewegt.
 
Zitat:Die Oberarmmuskulatur des Lakota entspannte sich und mit einem leisen Klingen fiel sein Messer zu Boden.
 
Wo kommt plötzich das Messer her?
 
Zitat:Sakima entfuhr ein leises Stöhnen, mit seiner Beherrschung war es vorbei.
 
Hier hast du das schön erwähnt, was ich oben meinte, du müsstest nur noch oben irgendwo erwähnen, dass er eigentlich wach ist.
 
Zitat:ihm aufs Lager und dann war er ihr über ihr.
 
Hier ist ein „ihr“ zuviel.
 
Zitat:langersehntes Geschenk. Sakima machte ihr seinen Körper und seinen Geist zum Geschenke und sie war bereit,
 
„Geschenk“ ist hier gedoppelt. Trotzdem sind beides schöne Sätze …
 
Zitat:Er schöpft lag ihr Geliebter in ihren Armen.
 
Erschöpft
 
Zitat:Ihre Finger tasteten Narben, die mit Sicherheit
 
ertasteten
 
Zitat:Auch sie kannte die brennenden Küsse der Rute durch die Mutter Oberin zu spüren bekommen.
 
Entweder: „Auch sie kannte die brennenden Küsse der Rute …“
Oder: „Auch sie hatte die brennenden Küsse der Rute zu spüren bekommen:“
 
Zitat:Draußen im Stamm war das Leben schon lange erwacht, Die Sonne stand hoch am Himmel.
 
Aus dem Komma sollte ein Punkt werden. Ah und vielleicht wieder eine Leerzeile einfügen, weil ja ein wenig Zeit vergangen ist.
 
Zitat:wenn er mit Katie in Liebe und Frieden leben wollte.
 
Irks, also das ist jetzt bisschen viel Kitsch. Ein einfaches „wenn er mit Katie zusammenleben wollte“ reicht glaube ich auch schon.
 
Zitat:Katie, die Zeit mit dir und auch …unsere gemeinsame Nacht hat mir gezeigt, dass es eine Wandlung geben muss.
 
haben mir gezeigt (sind ja zwei Sachen, die Zeit und die Nacht)
 
Zitat:Katie gab zwar ein Schnauben von sich, doch insgeheim musste sie sich eingestehen, dass ihr die gleichen Gedanken durch den Kopf gegangen waren.“
 
Hier sind die Anführungszeichen am Ende zuviel. Hmm, ich frage mich warum ihr der Segen ihres Vaters so wichtig ist, sie hat ja kein gutes Verhältnis zu ihm. Außerdem kann ich mir vorstellen, dass sie mit den Traditionen ihrer Religion nicht viel anfangen kann, weil die Nonnen sie ja so misshandelt haben. Nachvollziehbar würde ich es finden, wenn sie nach indianischen Traditionen heiraten würden. Oder du musst irgendwie nochmal ausführen, dass Katie trotzallem noch an ihrer Religion/Erziehung hängt. Kann ich mir übrigens auch gut vorstellen, sie ist ja immerhin bei Nonnen aufgewachsen ...
 
Zitat:Nur wenn Apachen und Lakota gemeinsam die Friedenspfeife rauchen, können auch wir beide glücklich werden.“
 
Das er den Krieg beenden will verstehe ich, aber warum sie nur dann zusammensein können verstehe ich nicht. Clever wäre es vielleicht, wenn Katie zurückgehen muss, damit sie ihm hilft den Krieg zu beenden, so ne Art Undercover-Spionin oder Vermitterlin oder so halt. Wenn er sie mit dieser Begründung schicken würde, würde sie wahrscheinlich gehen, eben um ihm zu helfen.
 
Zitat:der sich verkneifen konnte, sie ein wenig zu necken.
 
sich nicht verkneifen
 
Ja fein, es war ja abzusehen, dass die beiden mal zusammen im Zelt landen. Die Szene fand ich übrigens schön von dir umgesetzt, nett umschrieben, sodass du nicht zusehr ins Detail gehst, aber ich konnte mir trotzdem was vorstellen. Icon_wink Auch gut finde ich, wie du ihre Beziehhung mit dem Krieg zwischen den Lakota und den Apachen verknüpfen willst. Denn leider ist mir, wie oben schon erwähnt, so richtig die Verbindung nicht klar geworden. Sie könnte ohne weiteres einfach, wie bisher auch, bei ihm bleiben und er könnte trotzdem zu Friedensverhandlungen aufbrechen.
Nachvollziehbarer wäre es für mich, wenn er denkt, er könnte sie als Verbindungsfrau zu ihrem Vater schicken und so die Verhandlungen aufnehmen. Sakima weiß ja nicht, dass ihr Verhältnis dafür eigentich nicht gut genug ist. Aber irgendwas wird er sich in der Zeit in der sie bei ihm war ausgedacht haben, da kommt er ja nicht von jetzt gleich drauf, dass der Krieg beendet werden muss. Icon_wink
 
Bin wieder sehr gespannt, wie das weitergeht. Ich kann mir gut vorstellen, dass die beiden Stämme sich noch vertragen, weil ja auch Taim eigentlich einen vernünftigen Eindruck macht.

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #3 |

RE: Könige der Prärie - 18. Teil
Hallo Lady, 

Vielen Dank für dein fleißiges Kommentieren. ich freue mich jedes Mal wie ein Schnitzel darüber  Icon_smile . Habe auch extra für dich weitere Kapitel eingestellt und schaue zu, dass ich die Geschichte die Tage komplett eingestellt habe. Wir befinden uns auf der Zielgeraden  Icon_smile

Zitat:
Zitat:
Auch wenn er den größten Teil ihrer Diskussion mit Sina nicht verstanden hatte. Die beiden Mädchen hatten sich ihrer Muttersprache bedient, konnte er sich ausmalen, um was es sich handelte.
 
Hmm, ich glaube es stimmt hier was mit den Kommata und Punkten nicht. Genau genommen ist der zweite Satz nämlich kein Satz. Ich denke da müsste ein Komma, statt dem Punkt hin, auch wenn der Satz dann relativ lang ist.
 
Die beiden sprechen deutsch und ja, der Satz muss umgestellt werden, damit das jeder versteht  Mrgreen

Zitat:Wie kommt sie darauf? Er muss doch nur aufspringen … Überhaupt frage ich mich gerade warum er nicht aufwacht, er ist immerhin ein Krieger, der ja auch immer mal damit rechnen muss im Schlaf überrascht zu werden. [Bild: icon_wink.gif] 

Vielleicht wäre es eine Lösung, wenn er sich kurz regt, damit man merkt, dass er wach ist, sich aber nicht bewegt.
Der weiß ja, wer da ist und hält bisschen still. Das gefällt dem schon  Icon_lol Icon_lol Icon_lol und er lässt sie mal machen  Pro

Zitat:Hier hast du das schön erwähnt, was ich oben meinte, du müsstest nur noch oben irgendwo erwähnen, dass er eigentlich wach ist.
Ist aus Katies Sicht geschrieben und die glaubt, er schläft. Dann wäre auch der Überraschungsmoment für den Leser vorbei. Also, das lass ich so 

Zitat:Hier sind die Anführungszeichen am Ende zuviel. Hmm, ich frage mich warum ihr der Segen ihres Vaters so wichtig ist, sie hat ja kein gutes Verhältnis zu ihm. Außerdem kann ich mir vorstellen, dass sie mit den Traditionen ihrer Religion nicht viel anfangen kann, weil die Nonnen sie ja so misshandelt haben. Nachvollziehbar würde ich es finden, wenn sie nach indianischen Traditionen heiraten würden. Oder du musst irgendwie nochmal ausführen, dass Katie trotzallem noch an ihrer Religion/Erziehung hängt. Kann ich mir übrigens auch gut vorstellen, sie ist ja immerhin bei Nonnen aufgewachsen ...

 
Tief in ihrem Inneren liebt sie ihren Vater trotzdem und hofft, dass sie sich eines Tages versöhnen und er sie akzeptiert, wie sie ist.

Zitat:Das er den Krieg beenden will verstehe ich, aber warum sie nur dann zusammensein können verstehe ich nicht. Clever wäre es vielleicht, wenn Katie zurückgehen muss, damit sie ihm hilft den Krieg zu beenden, so ne Art Undercover-Spionin oder Vermitterlin oder so halt. Wenn er sie mit dieser Begründung schicken würde, würde sie wahrscheinlich gehen, eben um ihm zu helfen.
Sie können auch ohne Frieden zusammen sein. Was Sakima einmal abgeleckt hat, ist seins und das nimmt ihm niemand mehr weg. Aber ihre Beziehung wäre stark belastet und er will ohne diese Last in eine gemeinsame Zukunft mit Katie starten. 

Zitat:Nachvollziehbarer wäre es für mich, wenn er denkt, er könnte sie als Verbindungsfrau zu ihrem Vater schicken und so die Verhandlungen aufnehmen. Sakima weiß ja nicht, dass ihr Verhältnis dafür eigentich nicht gut genug ist. Aber irgendwas wird er sich in der Zeit in der sie bei ihm war ausgedacht haben, da kommt er ja nicht von jetzt gleich drauf, dass der Krieg beendet werden muss.
Eigentlich hatte er vorher schon keine rechte Lust mehr, sich da ewig zu kloppen, aber du weißt ja, wie stolz die Indianer sind.  Icon_confused Ich werde das so einfügen, Katie ist quasi die Schlüsselperson, die ihm den letzten Anstoß gibt. Da hat er eine gute Ausrede, warum er den ersten Schritt macht. 

Zitat:Bin wieder sehr gespannt, wie das weitergeht. Ich kann mir gut vorstellen, dass die beiden Stämme sich noch vertragen, weil ja auch Taim eigentlich einen vernünftigen Eindruck macht.
Ich würde nicht drauf wetten, es ist eine Geschichte von Persephone  Icon_wink Icon_cool

Vielen tausend dank fürs Kommentieren. 

Gruß Persephone

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

(Friedrich Nitzsche)



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