Es ist: 22-11-2019, 08:30
Es ist: 22-11-2019, 08:30 Hallo, Gast! (Registrieren)


Könige der Prärie - 20. Teil
Beitrag #1 |

Könige der Prärie - 20. Teil
Sina saß in einem Zelt, das eiligst für sie freigemacht worden war und streng von zwei gut bewaffneten Apachen bewacht wurde. Die beiden hatten den Befehl, das Mädchen sofort zu töten, wenn sie einen Fluchtversuch auch nur wagte.
Sie lächelte grimmig in die Dunkelheit. Zwei Mädchen, die einen ganzen Stamm das Fürchten gelehrt hatten, wenn solch drastische Maßnahmen ergriffen wurden.
„Es muss doch eine Möglichkeit geben, Katie und diesen Kerl zu befreien“, murmelte Sina zu sich selbst. Sie war allein. Niemand durfte zu ihr, denn jeder wusste, dass sie jede Möglichkeit genutzt hätte, die Freundin und deren Liebhaber zu befreien.
Sie steckte kurz den Kopf aus dem Zelt und augenblicklich wurden ihr zwei scharfe Speere unter die Nase gehalten. Die Apachen meinten es also sehr ernst. Die Häute, die die Wände des Zeltes bildeten, waren mittels geflochtener Seile aus Rosshaar fest im Boden verankert. Die Waffen hatte man ihr ohnehin abgenommen, so schied auch aus, ein Loch ins Leder zu schneiden.
Der ganze Stamm war auf der Hut. Jeder wusste um die enge Freundschaft der beiden Mädchen.
Yumas plötzlicher Tod hatte auch Sina betroffen gemacht. Der Junge hatte ihr mehr bedeutet, als sie vor sich selbst eingestehen wollte. Jetzt erkannte sie, dass sie ihn geliebt hatte, aber sie glaubte auch nicht, dass Sakima der hinterhältige Mörder war, wie die Apachen nur zu begierig glaubten. Die beiden hatten vielleicht miteinander gekämpft und Yuma war dem stärkeren Sakima unterlegen. Auch der Lakota war durch eine Klinge verwundet, wie ein sauber verlaufender Schnitt auf seinem Oberarm bewies.
Sina wäre den Tatsachen gerne genauer auf den Grund gegangen, doch leider saß sie in einem Gefängnis aus hohen Holzstangen und Lederhäuten fest.
Sakima war gekommen, um Katie zu seiner Frau zu machen, dass hatte die Freundin ihr erzählt. Niemals wäre er dem Wahnsinn verfallen und hätte etwas getan, das diese Pläne zunichte gemacht hatte. Entweder hatte Yuma ihn so sehr in die Ecke getrieben, dass er sich auf diese Art wehren musste oder aber es war ein Unfall gewesen. Andere Gedanken erlaubte sie sich nicht.
Nun, Sakima würde dazu nicht mehr viel sagen können. Sein Leben wärte bestenfalls noch etwa achtzehn Stunden, das hieß, wenn er die Qualen am Pfahl so lange durchhielt und nicht schon vorher starb.
Noch einmal schlug sie die Häute zurück und schaute aus dem Zelt. Sofort ließen ihre beiden spitzen Freunde wieder grüßen.
„Ich will nicht abhauen, du trauriger Ausgang einer Liebesgeschichte“, knurrte sie auf Deutsch und auf Englisch fügte sie in kühlem Ton hinzu: „Ich bin krank.“
Sie zog ein möglichst leidendes Gesicht, das den Roten kalt ließ. Er war der Schwarze Adler. Katies glühender Verehrer, der feststellen musste, dass die Angebetete einen anderen liebte. Aus seiner Enttäuschung schien er keinen großen Hehl zu machen.
„Was fehlt dir?“, schnarrte er sie an.
„Meine Freiheit“, zischte Sina in ihrer Muttersprache. „In meiner Satteltasche befindet sich eine Flasche Medizin.“ Sie gab sich allergrößte Mühe, in einem höflichen Ton zu sprechen. In Gedanken nagelte sie diesen einfältigen Krieger und seine ganze verdammte Sippe höchstpersönlich an den Marterpfahl. Ihr Hass war in den letzten Stunden so sehr gewachsen, dass sie einige kreative Ideen für diesen barbarischen Brauch beisteuern konnte. „Kann mir jemand die Flasche holen?“, knurrte sie. „Mir geht es echt besch…eiden.“
„Du meinst wohl Feuerwasser“, konstatierte der Schwarze Adler von oben herab.
„M-E-D-I-Z-I-N“, antwortete Sina gedehnt und legte eine Hand auf den Bauch, als habe sie Schmerzen. Inständig hoffte sie, einer der beiden würde seinen Platz verlassen. Vielleicht konnte sie dem anderen dann die Flasche über den Kopf ziehen und so fliehen.
Schwarzer Adler überlegte kurz. Dem weißen Mädchen schien wirklich unwohl zu sein.
„Wenn du krank bist, lasse ich den Medizinmann rufen“, schlug er schon nachgiebiger vor.
„Geh doch sterben“, schrie Sina und schlug die Häute des Zeltes zu. Drinnen sank sie erstmal auf ein Lager aus Decken. Ihre Träume von einem neuen, freien Leben in einem fernen Land waren zerbrochen. Ihre Freundin würde an dem unsäglichen Schmerz, dass ihre wahre Liebe einen so grausamen Tod starb, zerbrechen. Zwei Tränen liefen über ihre blassen Wangen. Sie fühlte sich verzweifelt, hilflos und schuldig, weil sie nichts tun konnte, das Unglück zu verhindern. Dann wollte sie dieses böse Gefühl wenigstens in Alkohol ertränken. Die Stimme des Schwarzen Adlers erklang von draußen. Er schien etwas in seiner Muttersprache zu befehlen. Eine hohe Kinderstimme antwortete. Etwas später vernahm sie leichte Schritte von Kinderfüßen und kurz darauf steckte Schwarzer Adler seinen Kopf ins Zelt. Sie bedauerte, dass sie keinen Gegenstand bei sich trug, der hart genug war, ihm über den Schädel zu ziehen. Mit angewiderter Miene hielt er ihr eine Flasche hin.
„Deine Medizin“, sagte er voller Verachtung und betonte besonders das Wort Medizin.
„Geht doch, Arschloch“, antwortete Sina auf Deutsch und erhob sich. Auf ein Wort des Dankes verzichtete sie. Stattdessen wünschte sie diesem Stamm die Masern.
Mit einem leisen Ploppen entkorkte die Flasche. Der darin enthaltene Whisky verströmte einen scharfen Geruch im Zelt. Sina rümpfte die Nase. Eigentlich mochte sie keinen Whisky. Er brannte zu sehr im Hals, vor allem dieser Fusel, den sie in Händen hielt. Egal, der Alkohol würde seine Wirkung nicht verfehlen und sie behielt Recht. Schon der erste Schluck brannte sich wohltuend durch ihren Körper und beruhigte sie. Betäubte die Trauer um Yumas Verlust und ihre Angst, vor dem was noch kommen sollte. Sie nahm noch einen tiefen Schluck und schloss die Augen, gab sich ganz den trügerischen Versprechungen des Hochprozentigen hin.
Der Alkohol legte sich wie eine Decke um ihre Sinne. Wütend ballte sie die Faust und schüttelte sie gegen den Stamm. Sie alle sollten nur zu ihrem großen Geist beten, dass sie niemals die Möglichkeit zur Rache bekam. Der Tod am Marterpfahl wäre noch das geringste Übel für alle. Für sie alle!
Der Kopf begann ihr zu schwindeln und sie trank noch einen Schluck. Trinken half zu vergessen und der grausamen Wirklichkeit zu entfliehen. Sina sank auf ihr Lager, die  Whiskyflasche hielt sie im Arm, als wäre sie ihr Liebster.
Die Lederhäute, die den Zelteingang verschlossen hielten, wurden beiseite geschlagen. Sina machte sich nicht die Mühe, die schweren Lider zu öffnen. Sie klammerte sich lediglich an der Whiskyflasche fest, deren Inhalt gegen Null tendierte. In ihrem gegenwärtigen Zustand war ihr ohnehin alles gleichgültig.
„Nun, sie ist meine Ehefrau“, hörte sie eine vertraute, raue Stimme über sich. „Da ist es wohl mein gutes Recht, dass ich sie mitnehme.“
„Sie ist auch Gast im Stamm der Apachen und steht als solcher unter ihrem Schutz“, antwortete eine zweite, ebenso bekannte Stimme, die Tom, Katies Vater gehörte. Sina grinste sarkastisch in den Schutz ihrer Decken. Immerhin konnten Gäste gehen, wann immer es ihnen beliebte.
„Ich sehe sie hier als eure Gefangene oder bewacht ihr eure Gäste immer so gut?“, sprach ihr die erste Stimme aus dem Herzen. Ihr Ehmann Antonio Dixon war gekommen und wollte sie mitnehmen. Ausgerechnet er hatte ihr noch gefehlt. Sina wusste nicht, ob dies die Wahl zwischen Pest und Cholera war. Sie drehte den beiden Männern den Rücken zu und tat, als ob sie schliefe. Verfolgte aber aufmerksam das weitere Gespräch. Der letzte Schluck Whisky floss aus der Flasche und ergoss sich über ihre Kleidung und Decken, auf denen sie lag. Sehr bald roch es in dem ganzen Zelt stark nach billigem Branntwein.
„Sie scheint zu schlafen“, stellte Tom nüchtern fest.
„Das ist mir völlig gleich“, antwortete Dixon eisig. „Sie ist meine Frau und ich verlange, dass sie mir übergeben wird.“
„Haben Sie denn einen Beweis?“, fragte Tom kühl. So einfach wollte er sich diesem Mann, der nur wenig Sympathie in ihm erwecken konnte, nicht geschlagen geben. „Im Übrigen muss das der Häuptling entscheiden.“
„Der die Totenwache für seinen Sohn hält“, fiel ihm Dixon zynisch lächelnd ins Wort. „Die Klagen schallen weit über die Prärie.“ Die letzten Worte sprach er in einem Tonfall, der wenig Anteilnahme an Taims Verlust zeigte.
Tom gab ein missmutiges Schnauben von sich. Yumas Tod schien ihm mehr Sorgen zu bereiten, als das Wohlergehen der eigenen Tochter. Trotz dass der Alkohol ihren Geist benebelte, erinnerte sich Sina erschreckend klar, wie kühl er Katie nach ihrer Rückkehr begrüßt hatte. Auch wenn sie, Sina, wusste, dass Sakima niemals die Hand gegen die geliebte Frau erheben würde, so musste Tom doch davon ausgehen, dass die Lakota seine Tochter als Feind betrachteten. Während Sina der Freundin erleichtert um den Hals gefallen war, hatte Tom ihr nur kühl die Hand gereicht. Die Entfremdung zwischen den beiden konnte man fast mit Händen greifen.
Gelangweilt zog Dixon aus seiner Brusttasche ein Papier, das er Tom reichte, der es in der Dunkelheit nicht entziffern konnte. Ihren Ring hatte Sina nach dem Streit mit Yuma weggeworfen. Diese Eheschließung war nur ein Mittel zum Zweck und hatte ihre Schuldigkeit getan. Leider hatte sie dieses Ofer völlig umsonst erbracht. Ihre Augenlider waren schwer wie Blei und die Stimmen über ihr verschwammen wie in einem dicken Nebel. Sina glitt in die Bewusstlosigkeit des schweren Rausches.
Der grelle Lichtschein einer Fackel, die das Zelt in einen bizarren Schein hüllte, bemerkte sie nur noch wie aus weiter Ferne.
Tom stieß einen Fluch aus, nachdem er das Dokument gelesen hatte. Dieses junge Mädchen war tatsächlich mit diesem widerlichen Kerl verheiratet. Er maß Dixon mit einem abschätzenden Blick. Der Mann war hochgewachsen, ebenso groß wie Tom selbst. Das schwarze Haar nach hinten gekämmt und die dunklen Augen undurchdringlich. Er mochte spanischer oder mexikanischer Abstammung sein. Tom mochte ihn nicht. Das selbstgefällige Grinsen unter dem schmalen Oberlippenbart erregte seinen Widerwillen. Sein Gefühl sagte ihm, dass dieser Mann etwas zu verbergen hatte. Doch das Gesetz war in diesem Falle auf Dixons Seite. Sina war rechtmäßig mit ihm verheiratet und als ihr Gemahl hatte er ein Recht darauf, dass sie ihm übergeben wurde. Eine gewisse Erleichterung, dass er die Verantwortung für dieses Mädchen abgeben konnte, mochte Tom nicht leugnen. Die eigene Tochter bereitete ihm schon genug Scherereien und die Mädchen waren wohl einfacher zu händeln, wenn man die trennte. Betont sorgfältig faltete er das Dokument zusammen und gab es Dixon zurück.
„Wie es scheint, sind Sie beide tatsächlich verheiratet. Ich darf Sie dann beglückwünschen.“
Dixon überging diese nicht ernstgemeinte Floskel.
„Das Recht steht eindeutig auf Ihrer Seite und ich kann Ihnen Sina nicht länger verweigern.“
„Es freut mich, dass wir uns doch noch einig wurden“, antwortete Dixon charmant.
„Vielleicht ist es auch besser, die beiden  Mädchen werden getrennt“, murmelte Tom mehr zu sich selbst. Dixon schielte ihn mit einem hintergründigen Lächeln aus den Augenwinkeln an, dann trat er zu der mittlerweile tief schlafenden Sina. Ihre Branntweinfahne hätte Tote zum Leben erweckt.
Vorsichtig schüttelte er sie an der Schulter. „Sina. Liebes.“
Seine vorgebliche zärtliche Besorgnis konnte Tom trotzdem nicht überzeugen.
„Sina, wach auf, mein Liebling.“ Nur widerwillig öffnete sie die Augen. Die ganze Welt drehte sich im wörtlichen Sinne um sie. Leicht hob Dixon sie auf den Arm. Vom Whisky war ihr so übel, dass sie sich nicht zu wehren vermochte. Sie ließ zu, dass er sie auf ihre Stute hob, die bereits gesattelt vor dem Zelt wartete.
 
Nach einer Weile, die Sina wie eine Ewigkeit vorkam, zügelte Dixon die Pferde. Silver hatte er am Zügel mit sich geführt, da ihre Reiterin sich gerade so noch im Sattel halten konnte. Vornüber gebeugt hing sie auf dem Hals ihres Pferdes und kümmerte sich nicht darum, dass das Sattelhorn sich in ihr Brustbein bohrte.
Dixon glitt vom Rücken seines Fuchshengstes  und half Sina abzusteigen. Schwach hob sie den Kopf. Grelles Licht, das von großen Öllampen kam, stach ihr in die Augen. Schwer fiel ihr Kopf an Dixons Schulter, ohne seinen Halt wäre sie zu Boden geglitten.
Er schien sie auf eine Farm gebracht zu haben.
Eine einladende große Veranda erstreckte sich vor einem großen Blockhaus. Irgendwo muhte ungeduldig eine Kuh.
Die breite Tür des Farmhauses wurde von zwei Öllampen, die so groß waren, dass sie auf dem Boden stehen mussten, beleuchtet. Für Sinas whiskytrunkenen Kopf bedeutete selbst dieser warme Lichtschein eine Qual.
Dixon rief einen Namen und sofort eilte jemand herbei.
Der dumpfe Ton schwerer Männerstiefel auf harten Boden dröhnte in ihrem Kopf und schien ihn zum Platzen zu bringen.
„Was gibt’s, Boss?“, fragte eine rohe Stimme. Er pfiff anerkennend durch die Zähne als er Sina erblickte.
„Wage es nicht, Hand an sie zu legen“, knurrte Dixon gereizt. „Bring sie in mein Schlafzimmer und gib gut auf sie Acht. Sollte sie irgendwelche Wünsche äußern, werden die auf der Stelle erfüllt. Hast du mich verstanden?“
Verwundert schaute der Mann zu Dixon auf. Er war gut ein Kopf kleiner als sein Boss. „J…ja, Boss“, antwortete er mit leichten Zittern in der Stimme. Dixon wusste sich Respekt zu verschaffen und mit dem Revolver war er verdammt schnell. Der Körper eines Kameraden vermoderte sechs Fuß unter dem Friedhof  von Roswell.
„Was ist mit dir. Boss?“, fragte der Mann und sah sich nervös um.
„Ich habe noch etwas zu erledigen. Morgen früh werde ich wieder zurück sein“, antwortete Dixon knapp.
Sina, die kaum auf den eigenen Beinen stehen konnte, hatte in dem Kerl schon einen neuen Halt gefunden, der sich allerdings als etwas schwierig gestaltete, da er nicht sehr viel größer war als sie selbst.
Dixon saß schon wieder im Sattel seines Hengstes. „Ich verlass mich auf dich, Kit“, sagte er drohend. Einen Moment später vibrierte der ausgedörrte Boden unter den galoppierenden Hufen des schweren Pferdes.
Dixon ritt zurück zum Stamm der Apachen. Er wusste, er plante eine absolute Wahnsinnstat und wenn man ihn erwischte, würde man ihn zuerst skalpieren und dann einen langsamen, qualvollen Tod am Marterpfahl sterben lassen. Direkt neben Sakima, den er zu befreien gedachte.
Niemals hätte er sich ausmalen können, dass er sein Leben für einen dreckigen Indianer riskieren würde. Eine Wandlung war in Dixon vorgegangen. Er wollte es sich selbst nicht eingestehen, aber der Moment, als er Sina zum ersten Mal begegnet war, hatte alles verändert. Der Blick aus ihren leuchtend blauen Augen hatte bewirkt, dass er danach strebte, ein besserer Mensch zu werden. Er konnte sich eines Lächelns nicht erwehren, als er an ihr Wettschießen dachte. Natürlich hätte er sich dieses kleine, naive Mädchen zusammen mit ihrem Collier, das tausende von Dollars wert war, einfach nehmen können.
Nicht einmal der Sheriff hätte eingegriffen. Dixon und seine Bande waren ebenso gefürchtet wie bekannt. Raue Kerle, denen man besser tunlichst aus dem Weg ging. Sie machten nicht nur bei den Roten kurzen Prozess, wenn sie einem begegneten. So wie dieser junge Apache, den sie an einem Baum aufhängen wollten. Fast allein hatte Sina fünf seiner besten Männer den Hintern versohlt. Sie waren davon geschlichen wie geprügelte Hunde. Er hatte die Kerle später ausgelacht und gefragt, ob sie sich jetzt schon vor jungen Mädchen fürchteten. Doch Sina war ihm nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Ihr Mut hatte ihn tief beeindruckt und so hatte er sich auf die Suche nach ihr gemacht, um sie besser kennenzulernen. Ein Unterfangen, das ihm sehr gut gelungen war. Zugegeben, sie hatte ihn ausgetrickst. So viel eiskalte Abgebrühtheit hätte er ihr dann doch nicht zugetraut, als sie in diese Ehe einwilligte und eine leidenschaftliche Hochzeitsnacht mit ihm verbrachte, die er nicht vergessen würde. Trotz ihrer Jugend und Unerfahrenheit war sie ihm ebenbürtig und das reizte ihn noch mehr an ihr, als ihre Schönheit.
Dennoch hatte er immer noch einen heimlichen Trumpf in der Hand. Die Urkunde, die Sina gestohlen hatte, war das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben war, während er eine neueren Datums besaß, aber das musste seine Frau nicht unbedingt wissen. Die Eheschließung war nun ihr Glück, nur so konnte er sie so leicht aus dem Apachendorf rausholen, bei Sakima würde sich das schon ein wenig schwieriger gestalten.
Die Liebe brachte Dixon dazu, Dinge zu, an die er früher nicht im Traum gedacht hätte, wie diese verfluchte Rothaut vor dem Martertod zu bewahren. Er spuckte aus bei dem Gedanken.
Sakimas rote Brüder hatten sich doch schon bereit erklärt, die Schmutzarbeit zu übernehmen und ihn auf traditionelle Art am Marterpfahl sterben zu lassen. Dauerte zwar etwas länger, doch Dixon wollte geduldig sein.
Die Roten rotteten sich gegenseitig aus und verhalfen so den Weißen zu noch mehr Land, Reichtum und Macht. Diese neue Welt wollte bald endgültig erobert sein. Der weiße Mann brauchte nichts mehr zu tun, als sich zurückzulehnen und abzuwarten. Hin und wieder konnte man ein wenig nachhelfen und den Vorgang ein wenig beschleunigen. Die Hauptarbeit aber taten die Indianer und ausgerechnet Dixon, der sein ganzes Erwachsenenleben gegen die Roten gekämpft und versucht hatte, sie aus ihren Jagdgründen zu vertreiben, wo es gerade passte, begab sich jetzt in höchste Lebensgefahr, um einen von ihnen zu retten. Hätte man ihn gefragt, warum er das tat, so wäre seine schlichte Antwort: „Sina!“ gewesen. Er wollte einfach, dass sie glücklich war. An diesen Altruismus musste er sich noch gewöhnen, auch wenn er hoffte, dass dies eine einmalige Sache war.
Dixon parierte seinen Hengst zu einem gemächlichen Schritt durch. Das Apachendorf war nicht mehr fern. Die Totenklage für den Häuptlingssohn hallte immer noch weit über die weite Ebene. Obwohl Dixon der Meinung war, es müsse mal genug sein, der Junge würde sich nicht mehr von seiner letzten Ruhestätte erheben. Grillen begleiteten mit ihrem Zirpen die hohen klagenden Gesänge. Irgendwo gurrte ein Kauz.
Dixon war froh um die Geräusche der Nacht, die seine eigenen übertönten. Das erleichterte ihm die Arbeit. Er ließ seinen Hengst bei der Herde der Apachenpferde zurück. Seine schwarze Kleidung ließ ihn mit der Dunkelheit geradezu verschmelzen. Wie ein Schatten huschte er ins Lager. Irgendwo am Dorfrand, an einen hohen, stabilen Pfahl gefesselt stand aufrecht Sakima. Hoch erhobenen Hauptes starrte er auf den Tod wartend in die Nacht.
Noch nie hatte Dixon die überhebliche Todessehnsucht der Rothäute verstanden. Die Ehre konnte bisweilen eine Bürde sein, ohne die es sich leichter lebte, als stolz zu sterben. Wie erwartet wurde Sakima ebenso streng bewacht, wie die beiden Mädchen. Sina war ja schon in Sicherheit. Nach Sakimas Befreiung wollte Dixon sich um Katie kümmern. Er hatte auch schon einen Plan ausgearbeitet, bei dem ihm seine Männer mit Freuden unterstützen würden. Dixon kannte seine Jungs. Die Gier ließ sie für alles andere blind werden und sie würden nicht einmal bemerken, dass sie das Mädchen befreiten.
Doch jetzt musste er sich überlegen, wie er die Wachen ablenken wollte. Er bückte sich und warf einen handtellergroßen Stein ins Gebüsch, Einer der beiden Wachen stand auf, um nachzuschauen, während sein Kamerad bei Sakima zurückblieb. Der Lakota zeigte keinerlei Reaktion. In der unbequemen Stellung war es ihm ganz und gar unmöglich, zu schlafen. Mit einem Stolz, der schon an Hochmut grenzte, starrte er in die Ferne und würdigte seine Wächter keines Blickes.
Schnell verließ Dixon sein Versteck hinter einem dornigen Strauch und schlug den Apachen nieder. Der Faustschlag kam so überraschend und hart, dass dem Mann nicht einmal Zeit blieb, auch nur einen Ton von sich zu geben. Lautlos kippte er zur Seite und wurde von Dixon ins Gebüsch gezerrt. Dann zerschnitt er rasch die Seile, die Sakima fesselten. Der zweite Apache kam zurück und rief seinem Stammesbruder etwas zu. Seine Schritte beschleunigten sich, als er keine Antwort erhielt. Dixon hieb ihm nach kurzem Kampf den Revolver an den Kopf und besinnungslos sackte der Indianer ins kurze Gras.
Immer noch klang die Totenklage für Yuma durch die Nacht. Unbeweglich stand Sakima am Pfahl, als hätte er die neugewonnene Freiheit noch nicht bemerkt. Dixon gab ihm einen kleinen Stoß in den Rücken.
„Du bist frei. Jetzt verschwinde schon, Mann“, raunte er dem Roten zu. Sein Blick schweifte nervös zu den Zelten, die sich unweit drohend in die Schwärze der Nacht erhoben. Bald würde die Sonne aufgehen und dann würde Sakimas Befreiung unweigerlich bemerkt. Zu zweit konnten sie den Apachenkriegern nicht viel entgegen setzen.
„Ein Häuptling der Lakota lässt sich nicht von einem weißen Hund befreien“, erwiderte Sakima stolz.
„Bist du denn völlig geisteskrank?“, fragte Dixon entrüstet und zwang sich, die Stimme gesenkt zu halten. „Verschwinde von hier oder glaubst du, die Apachen werden es dir noch danken, dass du ihren Häuptlingssohn getötet hast?“
Dixons Herzschlag beschleunigte sich unweigerlich. Seine Lage spitzte sich zu, je länger er hier verweilte.
„Ich werde morgen am Marterpfahl sterben und meinen Platz bei meinen Vätern in den ewigen Jagdgründen einnehmen.“ Sakima blieb stur.
„Sehr bedauerlich für Katie, denn soviel ich weiß, liebt sie dich sehr“, bemerkte Dixon trocken.
Wie eine Schlange stieß Sakimas Hand vor und packte den Weißen bei der Kehle. „Nimm ihren Namen nicht in deinen verräterischen Mund“, drohte der Indianer und drückte zu, bis es vor Dixons Augen zu flimmern begann. Er begann zu röcheln und wollte etwas erwidern, doch der Rote war stärker. Schließlich ließ er los. Keuchend rang Dixon nach Atem. Dieser rote Scheißkerl zeigte sich recht undankbar und Dixon bereute seine gute Tat schon.
„An dir mache ich mir die Hände nicht schmutzig. Es wäre keine Ehre für mich“, goss der Indianer dann auch noch Öl ins Feuer. In Dixon brodelte der Zorn, doch er beherrschte sich.
„Jetzt pass einmal gut auf, kleiner Häuptling.“ Er sprach in einem strengen Ton, wie ein Vater zu seinem ungehorsamen Sohn. Zu seiner großen Überraschung erwiderte der Lakota nichts, sondern schenkte ihm seine Aufmerksamkeit. „Du schluckst jetzt gefälligst deinen verdammten Stolz runter, wenn du Katie je wiedersehen willst, dann musst du mir einfach vertrauen.“ Er ignorierte Sakimas bitteres Auflachen und fuhr fort. „Ich habe einen Plan, bei dem es deine Aufgabe sein wird, so lange am Leben zu bleiben, bis du mit deiner geliebten Katie wieder vereint bist. Also schwing deinen verfluchten Hintern auf deinen Gaul und reite was das Zeug hält zurück zu deinem Stamm.“
Der Lakota hatte ihm ruhig zugehört. „Ich gehe nicht ohne Katie“, erwiderte er. Seine Hochnäsigkeit zeigte erste Risse.
Dixon machte eine abwehrende Handbewegung, sprach aber in einem deutlich freundlicheren Tonfall. „Du weißt, dass es schier unmöglich ist, sie aus einem Dorf voller Krieger rauszuholen. Reite zurück zu deinem Volk und warte dort. Ich werde sie dir bringen.“
„Woher weiß ich, dass ich dir vertrauen kann?“ Sakima blieb misstrauisch.
„Du hast nur diese eine Wahl, Häuptling“, antwortete Dixon müde. „Du musst es einfach tun.“
Der Lakota wurde nachdenklich. „Warum tust du das?“ Seine stolze Ablehnung war wie weggewaschen.
Dixon lachte bitter auf. „Was glaubst du denn?“
Sakima nickte ernst. „Sina hat dich zum Guten bekehrt.“
„Ich hoffe, sie kann mir eines Tages ohne diesen vorwurfsvollen Blick in die Augen schauen“, antwortete Dixon voll Bitterkeit.
Der Indianer legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Ich werde es wagen.“ Er stieß einen kurzen, scharfen Pfiff aus und ein schwarzer Schemen löste sich aus der Pferdeherde. Aus den zerschnittenen Fesseln knüpfte Sakima geschickt einen Zaum, den er seinem Hengst anlegte. Er schwang sich auf den breiten Rücken des Tieres  und reichte Dixon die Hand. „Ich danke dir“, sagte er schlicht. „Vielleicht können wir eines Tages Brüder sein.“
„Eines Tages“, bestätigte Dixon die Worte des jungen Häuptlings mit unterschwelligem Zweifel.
 

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Beitrag #2 |

RE: Könige der Prärie - 20. Teil
Hallo Persi,
 
und da bin ich wieder. Nein, mich hatten keine Banditen entführt, aber meine Zeiteinteilung ist im Moment einfach nicht ideal. Icon_panik

Zitat:Jeder wusste um die enge Freundschaft der beiden Mädchen.
 
Ich würde diesen Satz weglassen. Er sagt ja im Grunde dasselbe aus, wie oben das: „Sie hätten jede Mögichkeit genutzt die beiden zu befreien“
 
Zitat:Niemals wäre er dem Wahnsinn verfallen und hätte etwas getan, das diese Pläne zunichte gemacht hatte.
 
gemacht hätte
 
Zitat:Sein Leben wärte bestenfalls noch etwa achtzehn Stunden, das hieß, wenn er die Qualen am Pfahl so lange durchhielt und
 
hrte
 
Zitat:„Mir geht es echt besch…eiden.“
 
Ich weiss nicht, ob es so ist aber „mir geht’s bescheiden“ ist für mich gefühlt eher so eine Redewendung oder Floskel, die der Indianer nicht kennen dürfte. Ein „mir geht’s nicht gut“, am besten noch so theatralisch gehaucht wie es geht, würde mir hier besser gefallen. Icon_smile

Zitat:fernen Land waren zerbrochen. Ihre Freundin würde an dem unsäglichen Schmerz, dass ihre wahre Liebe einen so grausamen Tod starb, zerbrechen.
 
Zerbrochen/zerbrechen wirkt hier ein bisschen gedoppelt.
 
Zitat:Stattdessen wünschte sie diesem Stamm die Masern.
 
Icon_lol
 
Zitat:Ihr Ehmann Antonio Dixon
 
Ehemann
Hatte ich ja schon vermutet, dass er kommt, um sie zu retten. Viele andere Möglichkeiten blieben ja nicht. Icon_wink
 
Zitat:Leider hatte sie dieses Ofer völlig umsonst erbracht.
 
Opfer
 
Zitat:wohl einfacher zu händeln, wenn man die trennte
 
sie trennte
 
Zitat:Dixon wusste sich Respekt zu verschaffen und mit dem Revolver war er verdammt schnell. Der Körper eines Kameraden vermoderte sechs Fuß unter dem Friedhof  von Roswell.
 
Hmm, also das sich Dixon Respekt verschaffen kann, brauchst du hier eigentlich nicht nochmal extra zu erklären. Das ganze Verhalten seines Kumpels zeigt das ja deutlich, nicht zuletzt auch durch das „Boss“. Unabhängig davon mag ich aber die Andeutung mit dem Kameraden auf dem Friedhof. Pro
 
Zitat:„Was ist mit dir. Boss?“,
 
Ich glaub der Punkt kann weg.
 
Zitat:Eine Wandlung war in Dixon vorgegangen.
 
Ich mag den Satz nicht. Er erklärt genau das, was du in den folgenden Sätzen ja zeigst. Im Übrigen fällt mir ein, dass ich ja auf seine Wandlung achten sollte. So ein wenig ist dir das ja schon gelungen, denn am Anfang hatte ich echt Angst um Sina, dass er ihr was antun könnte. Inzwischen, auch wegen der Heirat, sehe ich ihn eher als ihr Beschützer. Aber, ich glaube eher, dass er das alles macht, weil er sie liebt. So eine grundsätzliche Wandlung, kann ich da nicht so richtig erkennen, zumal wir auch einfach zu wenig mit ihm zu tun hatten. Glaubwürdiger wäre es wahrscheinlich, wenn du es dabei belässt, dass er das macht, weil er Sina liebt. Icon_wink
 
Zitat:Die Liebe brachte Dixon dazu, Dinge zu, an die er früher nicht im Traum gedacht hätte, wie diese verfluchte Rothaut vor dem Martertod zu bewahren.
 
Jepp, genau das meinte ich. Bisschen ein Problem dabei ist, das wir ja nicht wissen, an was er früher noch nicht mal im Traum gedacht hätte. Icon_wink
Übrigens: Warum genau will er Sakima retten? Sina mag ihn nicht mal besonders, da wäre es logischer, wenn er Katie rettet. Oder halt Sakima retten muss, damit Katie mitkommt.
 
Zitat:Nach Sakimas Befreiung wollte Dixon sich um Katie kümmern.
 
Okay, vergiss alles, was ich gesagt habe. Icon_panik  Oder doch nicht: Vielleicht könntest du das mit Katie vorher schon erwähnen. Denn das er Katie retten will, um Sina glücklich zu machen, glaube ich dir sofort.
 
Ja, so schnell ist das Kapitel auch schon wieder zu Ende. Sehr spannend das alles, besonders weil die Situation der Mädchen so verfahren ist und Dixon der einzigste ist, der sie retten kann. Hmm, das er so dermaßen verliebt in Sina ist, war mir so nicht klar. Das müsstest du vielleicht schon bei der Szene, bevor sie Heiraten deutlich machen. Icon_confused Wir lernen Dixon ja ansonten ja nur durch die Augen der Mädchen kennen und da ist und bleibt er eben der Bandit. Andererseits ist es aber auch ein Spannungselement, dass der Leser ihn nicht gut einschätzen kann, dann überlegt man die ganze Zeit, was er vor hat und was er glaubt, welchen Vorteil er daraus ziehen kann. Ich glaub es ist schwierig, da auf genau dem richtigen Weg zu bleiben, dass er geheimnisvoll bleibt, aber auch nicht zu unglaubwürdig wird. Icon_wink Ich persönlich hätte ihn wahrscheinlich eher geheimnisvoll gelassen und den Leser weiterhin im Dunkeln gelassen, ob er Sina wirklich liebt, oder das alles nur aus Berechnung tut. Icon_fies
 
Mal sehen, wie es weitergeht. Immerhin ist Sakima noch nicht in Sicherheit und Katie auch nicht.

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #3 |

RE: Könige der Prärie - 20. Teil
Hallo Lady, 

und ich dachte schon, du wärst mit Dixon durchgebrannt  Icon_cuinlove Icon_lol

Zitat:
Zitat: schrieb:Jeder wusste um die enge Freundschaft der beiden Mädchen.
 
Ich würde diesen Satz weglassen. Er sagt ja im Grunde dasselbe aus, wie oben das: „Sie hätten jede Mögichkeit genutzt die beiden zu befreien“
 
Wird gestrichen  Icon_smile

Zitat:
Zitat: schrieb:„Mir geht es echt besch…eiden.“
 
Ich weiss nicht, ob es so ist aber „mir geht’s bescheiden“ ist für mich gefühlt eher so eine Redewendung oder Floskel, die der Indianer nicht kennen dürfte. Ein „mir geht’s nicht gut“, am besten noch so theatralisch gehaucht wie es geht, würde mir hier besser gefallen. [Bild: icon_smile.gif] 
Ist echt zu modern und wird passend abgeändert

Zitat:
Zitat:
Dixon wusste sich Respekt zu verschaffen und mit dem Revolver war er verdammt schnell. Der Körper eines Kameraden vermoderte sechs Fuß unter dem Friedhof  von Roswell.
 
Hmm, also das sich Dixon Respekt verschaffen kann, brauchst du hier eigentlich nicht nochmal extra zu erklären. Das ganze Verhalten seines Kumpels zeigt das ja deutlich, nicht zuletzt auch durch das „Boss“. Unabhängig davon mag ich aber die Andeutung mit dem Kameraden auf dem Friedhof. [Bild: icon_pro.gif] 
 
Dann streich ich den Respekt, weil dass der mit dem Revolver schnell ist und der andere unter der Erde liegt, will ich unbedingt lassen. 

Zitat:Ich mag den Satz nicht. Er erklärt genau das, was du in den folgenden Sätzen ja zeigst. Im Übrigen fällt mir ein, dass ich ja auf seine Wandlung achten sollte. So ein wenig ist dir das ja schon gelungen, denn am Anfang hatte ich echt Angst um Sina, dass er ihr was antun könnte. Inzwischen, auch wegen der Heirat, sehe ich ihn eher als ihr Beschützer. Aber, ich glaube eher, dass er das alles macht, weil er sie liebt. So eine grundsätzliche Wandlung, kann ich da nicht so richtig erkennen, zumal wir auch einfach zu wenig mit ihm zu tun hatten. Glaubwürdiger wäre es wahrscheinlich, wenn du es dabei belässt, dass er das macht, weil er Sina liebt. 
Ähm ja, das muss umformuliert werden, weil Dixon auch nicht über  Nacht zum Engel wird. Er liebt Sina und deswegen macht er das. Unabhängig davon hasst er Indianer immer noch und will ihr Land. 

Zitat:Übrigens: Warum genau will er Sakima retten? Sina mag ihn nicht mal besonders, da wäre es logischer, wenn er Katie rettet. Oder halt Sakima retten muss, damit Katie mitkommt.

 
wenn Katie glücklich ist, ist Sina es auch. Er hat die Möglichkeit dazu, alles ins Reine zu bringen. Und es ist nicht so, dass Sina den Sakima nicht mag. Sie ist ein wenig skeptisch und distanziert. Akzeptiert ihn als Mann, den ihre Freundin liebt, deswegen gehört er zur Herde und wird gerettet. (zanken kann man dann später  Mrgreen )

Zitat:Wir lernen Dixon ja ansonten ja nur durch die Augen der Mädchen kennen und da ist und bleibt er eben der Bandit. Andererseits ist es aber auch ein Spannungselement, dass der Leser ihn nicht gut einschätzen kann, dann überlegt man die ganze Zeit, was er vor hat und was er glaubt, welchen Vorteil er daraus ziehen kann. Ich glaub es ist schwierig, da auf genau dem richtigen Weg zu bleiben, dass er geheimnisvoll bleibt, aber auch nicht zu unglaubwürdig wird. [Bild: icon_wink.gif] Ich persönlich hätte ihn wahrscheinlich eher geheimnisvoll gelassen und den Leser weiterhin im Dunkeln gelassen, ob er Sina wirklich liebt, oder das alles nur aus Berechnung tut.

So soll das auch sein  Icon_smile Icon_smile
Vielen lieben Dank für dein fleißiges Kommentieren. Ihc bin auch schon fleißig am verbessern. 
Liebe Grüße Persephone

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

(Friedrich Nitzsche)



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