Es ist: 24-04-2018, 13:28
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Red und Maze (Teil 12)
Beitrag #1 |

Red und Maze (Teil 12)
Und gleich noch ein Teil ...

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Die Nacht flutete den Kern mit glühendem Neon. Red betrachtete die riesigen Werbehologramme, die mit elektronischen Gesängen die schwüle Luft durchschnitten. Blickte in die projizierten Gesichter von Androiden, die ihren zukünftigen Besitzern die Erfüllung aller Begierden versprachen. Und die nicht annähernd so echt wie Wave aussahen. Ihre leblosen Augen schienen ihn zu verfolgen. Ein fader Marketingtrick. Red schaute zu Maze, der neben ihm ging. Er trug einen schwarzblauen Oversize-Pullover, der seinen schlanken Hals betonte. Die Glasfaserkabel hingen ihm locker über die linke Schulter und verloren sich in der Seitentasche seiner Hose. Der Wirehead hing fast permanent am Netz. Wegen Phage.
Red suchte in seinem Gesicht nach einem Anzeichen, dass mit der KI etwas nicht stimmte. Dass die beiden sich stritten. Aber der Wirehead erschien unterkühlt wie immer. Er hatte kein Wort über seine mysteriöse Nachricht verloren. Da er sie versteckt hatte, wusste Phage offenbar nichts davon. Also konnte Red seinen Freund nicht darauf ansprechen. Er nahm sich vor, mit Wave über die Sache zu quatschen.
Während Red sich umschaute, überkam ihn das Gefühl, nicht hierher zu gehören. Dass jeder die Sprawl-Ratte in ihm erkannte. Seine neue Lederjacke war zwar von einem namhaften Designer, aber er sah trotzdem heruntergekommen aus. War eben sein Style. Um weniger aufzufallen, hatte er das Haar an den Seiten etwas wachsen lassen und den Irokesen gekürzt. Seine blutrote Sturmfrisur fiel inmitten der Künstlichkeit kaum auf. Maze dagegen sah aus, als würde er hierher gehören. Sein Blick glitt desinteressiert über die Menschen hinweg. Schenkte dem Werbegewitter keinerlei Beachtung. Erst als er Red ansah, hoben sich seine Mundwinkel zu einem herausfordernden Lächeln.
„Du starrst mich an“, bemerkte er.
„Na und?“
„Wave hat eine VIP-Loge reserviert.“ Maze legte den Kopf leicht schief. In seine Augen flackerte ein Versprechen, das in Reds Gehirn eine Sicherung fliegen ließ. „Damit wir das Rennen in Ruhe verfolgen können“, schob der Wirehead nach.
Und Shay in Aktion erleben. Laut der KI hatte sie gute Chancen auf den Titel. Und war eine Aussteigerin, die durch ihren Status als Gamingstar für Alterreal fast unerreichbar war. Wave glaubte, Shay könnte ihnen dabei helfen, Chrome rauszuholen.
Als sie das Stadion erreichten, staunte Red nicht schlecht. Er hatte die Capcom Arena zwar schon im TV gesehen, aber direkt davorzustehen, war krass. Wie ein gigantisches Nest aus scharfen Glasschuppen in einem intensiven, dunklen Magenta erhob sich die Fassade über dutzenden Torbögen. Auf den spiegelnden Oberflächen zerrann das Neon zu leuchtenden Schlieren. Aufgestylte und kostümierte Fans pilgerten dem Finale von Zero RMX entgegen. Einem der angesagtesten Cyberspace-Rennspiele.
Vor dem Stadion hatten sich bereits Schlangen gebildet. Maze führte sie jedoch an den Wartenden vorbei. Sie wurden mehrmals gescannt und durchgewunken. Wurden von diversen Servicemitarbeitern nach ihren Wünschen gefragt, aber der Wirehead schritt mit kühler Arroganz an ihnen vorbei. Red dagegen lehnte dankend angebotene Getränke ab und folgte Maze in die VIP-Loge. Ein lächerlich großer Raum mit perfektem Blick auf das Geschehen in der Arena. Auf einer gigantischen Bühne standen sich bereits zwei Spieler gegenüber, die Hände um ihre Gamecontroller gekrampft. Der Typ benutzte ein Lenkradimitat, während seine Gegnerin einen Tastencontroller im Retrostil umklammerte.
„Ist sie das?“, fragte Red. Er hatte keine Vorstellung davon, wie Shay aussah. Hatte sich nie mit Games beschäftigt. Liz hätte sie sicher erkannt. Hatte immer am TV geklebt und die Stars angehimmelt.  
„Nein“, meinte Maze und grinste ihn an. „Wir haben noch Zeit.“
Red schluckte. Verdammt, er legt es drauf an. Die Erregung schoss ihm heiß ins Blut. Mit zwei großen Schritten war er bei ihm. Packte ihn im Nacken und riss ihn für einen heftigen Kuss an sich. Seine Hände kratzten über Haut und Silikon. Er hob den Wirehead hoch und verfrachtete ihn auf den Glastisch. Während er ihm die Stiefel von den Füßen zerrte, legte Maze sein Deck sorgfältig neben sich. Er blieb online. Red war es egal.
Er fühlte sich wie auf Synth. Wärme flutete seine Zellen. Jede Berührung kribbelte wie ein sanfter Stromfluss unter seiner Haut. Maze legte die Arme um ihn, als er in ihn drang. Warme und kalte Finger krallten sich in seinen Nacken. Reds Atem hallte laut durch seine zerfasernden Gedanken. Synchronisierte sich mit Maze‘ Stöhnen. Er sah ihm ins Gesicht. Sah, wie er die Kontrolle verlor und die Emotionen seinen Blick verzerrten. Seine gleichgültige Fassade zertrümmerten.
„Jetzt bist du nicht so verdammt cool“, keuchte Red.
Der Wirehead stöhnte auf. „Laber … nicht rum …“
Red grinste und gab ihm den Rest. Er war grob, aber Maze gefiel es. Der Wirehead kam mit einem erstickten Schrei und sank nach hinten. Schwer atmend. Mit einem befreiten, sinnlichen Lächeln auf den blassen Lippen. Stand ihm wahnsinnig gut.
„Du machst mich fertig“, flüsterte Red. Sein Herz wollte explodieren.
Maze setzte sich auf. „Du mich auch.“
Er strich ihm mit seiner kalten Hand über die Wange. Tastete sanft über Reds Lippen. Ihre Blicke verhakten sich ineinander. In diesem Moment war der Wirehead ganz bei ihm. Seine Augen leuchteten und auch wenn sie künstlich waren, erkannte Red in ihnen genau das, was er auch fühlte. Das kann er nicht vorspielen. Und selbst wenn, er war hoffnungslos verknallt in diesen seltsamen Kerl mit der KI im Kopf.
Der perfekte Moment war vorbei, als Maze‘ Blick wieder ins Leere driftete. „Shay ist gleich dran“, sagte er tonlos. Und Red war klar: Phage hatte mal wieder alles mitbekommen.
Sie zogen sich an und schauten in die Arena, wo zwei neue Spieler einliefen. Ein Typ mit grüner Igelfrisur, der ein enges T-Shirt mit seinem eigenen Gesicht drauf trug und von begeisterten Schreien begleitet wurde. Die Hysterie prallte jedoch an seiner überheblichen Visage ab. Von der anderen Seite aus stolzierte eine junge Frau auf die Bühne, gestylt wie eine Figur aus dem Spiel. Ein glänzender Rennanzug in Schwarz und Magenta klebte an ihrer milchkaffeebraunen Haut. Das blonde Haar umrahmte ihr zartes Gesicht in filzigen Dreadlocks. Durchsetzt von neonfarbenen, schimmernden Highlights. Das Publikum feierte ihren Auftritt und als sie ihre Fans charmant anlächelte, rasteten einige komplett aus. Die Security hatte schwer mit den auf die Bühne drängenden, verkleideten Freaks zu kämpfen.
„Das ist sie also“, erkannte Red.
„Shay liebt den großen Auftritt“, erklärte Maze. „Je beliebter sie ist, desto schwieriger wird es für Alterreal, sie anzugreifen.“
Red nickte grimmig. „Dann wollen wir mal sehen, was sie drauf hat.“
Über zehn gigantische Bildschirme, die unter der Stadionkuppel verteilt waren, konnte man das Rennen verfolgen. Beide Spieler nutzten einen altmodischen Tastencontroller. Sah seltsam aus, wie ihnen die Glasfaserkabel den Nacken runterhingen. Verbunden mit ihren Decks, die still zu ihren Füßen lagen. Beide Spieler hatten die Augen geschlossen und die Finger um die Gamepads gekrampft. Auf den Bildschirmen erschien ein Countdown. Vor einer metallenen Halfpipe im Weltraum. Gespickt mit leuchtenden Speedballs, die die Fahrer einsammeln mussten, um ihre Maximalgeschwindigkeit zu erreichen.
Bereits kurz nach dem Start rammte Shay ihren Gegner brutal zur Seite. Das virtuelle Fahrzeug drehte sich mehrmals, nahm aber sofort die Verfolgung auf. Das Publikum grölte. Shay erwischte fast alle Speedballs. Ihr Gleiter raste in irrsinniger Geschwindigkeit über die kurvige Strecke, die mit fiesen Fallen aufwartete. Flammenbarrieren. Elektroschocks. Spiegelglatte Eisflächen. Der Typ holte kurz auf, aber Shay setzte sich schnell wieder ab. Überwand alle Hindernisse mit einstudierter Präzision. Die fährt wie eine Maschine.
Red war schwer beeindruckt. Und schockiert, dass sie nach diesem wahnsinnigen Rennen im Finale ihrem Gegner unterlag. Verdammt knapp nur. Für den Bruchteil einer Sekunde sah man ihr den Frust über die Niederlage an, aber dann saß ihr Lächeln wieder perfekt und sie gratulierte dem Sieger, der neben einem Pokal aus Platin auch noch eine abartig hohe Siegprämie einsteckte. Dafür hätte Red mindestens fünf Jahre auf der Straße schuften müssen. Aber dank Wave musste er sich erstmal keine Gedanken mehr um Kohle machen.
 
Sie warteten in der Loge auf Shay. Red fläzte auf dem ausladenden Sofa und zog sich einen Burger rein, während Maze total weggetreten in einem Sessel hing. Unterhielt sich mit Phage. Oder stritt mit ihm. Zumindest kam es Red so vor, als wäre die Stimmung zwischen den beiden in letzter Zeit ziemlich im Arsch. Wahrscheinlich passte es der KI nicht, dass sie Chrome retten wollten. Oder Maze hatte herausgefunden, dass Phage ein falsches Spiel spielte und ihm deshalb diese mysteriöse Nachricht geschrieben.
Red hatte gerade den letzten Bissen verdrückt und leckte sich über die Finger, als die Tür aufflog und Shay hereinstolzierte. Ihre Bodyguards im Schlepptau. Die beiden Schränke schickte sie jedoch sofort wieder raus. „Sorgt dafür, dass wir nicht gestört werden.“
Von Nahem sah ihr wildes Haar noch krasser aus. Die bunten Highlights schimmerten im kalten Licht der LED-Beleuchtung metallisch.  Red ging auf sie zu und begrüßte sie mit einem kräftigen Handschlag. „Starkes Rennen.“
Die Gamerin strahlte ihn an. Ihre honigfarbenen Augen leuchteten. „In der letzten Runde hab ichs versaut.“ Sie zuckte die Achseln. „Kann man nichts machen.“
Sie warf Maze einen Blick zu, der zumindest wieder halb anwesend zu sein schien. Der Wirehead nickte ihr kurz zu. „Hi.“
Shay erwiderte den Gruß. Konzentrierte sich aber gleich wieder auf Red. Ihr Blick glitt anerkennend über seine wilde Erscheinung. Schwarze, nietenbesetzte Lederjacke, drunter ein tief ausgeschnittenes Tanktop. Sie betrachtete eine Weile den Ansatz seiner Brustmuskeln, ehe sie ihm wieder ins Gesicht sah. „Schicke Frisur“, meinte sie schließlich und schenkte ihm ein Lächeln voll sündiger Versprechen. Allerdings checkte sie schnell, dass er nicht darauf reagierte. Sie schaute nochmal zu Maze, der sie säuerlich anfunkelte. Red musste grinsen. Der coole Wirehead war eifersüchtig.
„Verstehe, ihr seid so ein schräges Pärchen“, erkannte Shay.
Red nickte. „Kann man so sagen.“
„Nichts für ungut“, sagte sie zu Maze. „Vielleicht darf ich mal zuschauen?“       Der Wirehead hob eine Augenbraue. Red lachte. Er mochte Shay und ihre unverschämt offene Art auf Anhieb. Gute Basis für einen gemeinsamen Kampf.   „Von mir aus gern“, meinte er und schaute zu Maze, der mit den Augen rollte. Dabei waren sie sowieso nie allein.   
Shay setzte sich in den freien Sessel und schlug ihre wahnsinnig langen Beine übereinander. Red fragte sich, ob sie echt waren. „Machen wir’s kurz. Ich schulde Wave was. Eine ganze Menge sogar. Also bin ich dabei“, verkündete sie. „Aber ich will wissen, ob ihr was drauf habt. Hab keine Lust, bei einer schlecht geplanten Aktion draufzugehen.“
Dazu hatte Red auch keine Lust. „Maze ist ein grandioser Hacker und außerdem ein Insider“, erklärte Red. „Naja, und ich bin der Idiot, der Chrome rausholen wird.“
Shay lehnte sich zurück und betrachtete ihn abschätzend. „Eier hast du. Und verdammt, du bist sexy. As hell. Aber das interessiert Alterreal nicht.“
„Er wirkt nicht so, aber wenn‘s einer kann, dann er“, mischte sich Maze ein. „Red ist hart im Nehmen. Hat auf der Straße gedealt und sich bereits mehrmals mit Alterreal angelegt.“ Wow. Red verknallte sich noch ein bisschen mehr. Der Wirehead schenkte ihm sein typisches, schiefes Grinsen. „Er ist ein Wahnsinniger, den man schwer einschätzen kann.“
Shay grinste. „Ein Sprawl-Punk, alles klar. Hab ich mir gedacht. Aber er braucht Training. Rein und raus wird nicht funktionieren. Auch nicht, wenn uns ein Hacker und eine KI die Türen öffnen.“ Sie beugte sich vor und fixierte Red. „Du wirst kämpfen müssen. Gegen verbesserte Securities. Und die sind ganz schön lästig.“
„Eigene Erfahrung?“, fragte Red.
Shay nickte. In ihren honigbraunen Augen splitterten die Erinnerungen. „Sie hätten Wave fast getötet“, sagte sie mit erstickter Stimme. „Und Rook … haben sie erwischt.“
Den Namen hatte er schon einmal gehört. Damals, nachdem die KI sie am Hafen gerettet hatte. „Dieser Hacker, der Wave verstecken wollte?“, erinnerte sich Red.
„Er hat sie damals befreit“, erklärte Shay. „Wir wollten zu dritt abhauen, aber unsere Flucht endete in einem Desaster.“ Eine Träne stahl sich in ihren Augenwinkel und perlte über ihre Wange. „Eigentlich wollte Rook sie selbst rausbringen. Aber er hatte wohl ne Vorahnung oder so und hat Wave in einen Androidenkörper gesteckt. Sonst wäre sie jetzt tot.“
„Was ist mit Rook passiert?“, fragte Red.
Shays Blick brach auseinander. Sie hob die Hand und formte eine Pistole, drückte mehrmals ab. „Fünf Schüsse.“ Sie ließ die Hand sinken. „In den Kopf. „Dachten, Wave hätte sich auf seinen Speicherimplantaten versteckt.“
Red warf Maze einen Blick zu. Er war bleich geworden. „Wollten sie sie nicht zurückholen?“, fragte er leise. Vermutlich dachte er an Phage. Der Wirehead lebte nur noch, weil sie die KI hatten zurückhaben wollen.
Shay schüttelte den Kopf. „Wave hat sich’s richtig übel mit denen verscherzt. Aber das soll sie euch mal selbst erzählen. Jedenfalls verdanke ich ihr mein Leben. Sie hat mir diese Identität verschafft. Hatte die Idee, mich in der Öffentlichkeit zu verstecken. Wäre extrem ungeil für Alterreal, einen so beliebten Star wie mich zu killen.“ Sie fuhr sich in gespielter Arroganz durchs Haar. „Außerdem mach ich keinen Ärger mehr. Halte mich raus.“ Sie grinste. „Bis jetzt.“
„Und was kannst du konkret für uns tun?“, wollte Maze wissen.
Shay sah sie an, als wäre das offensichtlich. „Red kann unmöglich allein zu Alterreal gehen. Und sorry, als Hacker scheidest du aus. Also gehe ich mit.“
Red war überrascht. Das war mehr, als er zu hoffen gewagt hatte. Gleichzeitig störte es ihn, dass eine junge Frau ihn begleiten sollte. „Das ist echt cool, aber ich weiß selbst, wie bescheuert die ganze Aktion ist. Ich will dich nicht in Gefahr bringen.“
„Keine Panik“, meinte sie. „Ich hab auf so eine Gelegenheit gewartet, glaub mir. Außerdem gehen wir nicht allein.“

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #2 |

RE: Red und Maze (Teil 12)
Hallo Zack, 

Zitat:Und gleich noch ein Teil ...
Dsa ist ja auch das Mindeste, was ich verlangen kann, bei 12 Stunden Schicht  Mrgreen. Kriege ich jetzt ein Fleißsternchen?  Icon_smile

Zitat: Er trug einen schwarzblauen Oversize-Pullover, der seinen schlanken Hals betonte. 
Ziemlich auf metro getrimmt 

Also viel meckern kann ich eigentlich. Überhaupt nicht, wenn cih es recht bedenke. Es ist klar strukturiert und es fällt dem Leser leicht, sich alles vorzustellen, auch wenn er mit Cyberpunk nicht sehr vertraut ist. 

Die Figuren wirken teilweise wie Antihelden. Nicht perfekt, sondern mit einem eigenen Charakter, der das Klischee Lüge straft und sie gleich mal viel sympathischer macht, als der übliche geleckte Held. Dabei verstehst du es, einen Spannungsbogen aufzubauen, dass der Leser immer mehr davon will. 

Ich bin echt gespannt, wie sich das weiterentwickelt

Viele Grüße Persephone

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

(Friedrich Nitzsche)



Werkeverzeichnis

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Beitrag #3 |

RE: Red und Maze (Teil 12)
Ich bin jetzt mit allen bisher veröffentlichten „Red & Maze“-Teilen durch und freue mich schon auf die Nächsten.
Leider habe ich sie größtenteils ziemlich müde gelesen, also kommen jetzt keine detaillierten Anmerkungen zu Stil, Wortwahl, etc. Ich habe aber ein paar Anmerkungen zu Plot und Charakteren.
Die Geschichte ist spannend und actionreich, liest sich flüssig und hat mit Red und Wave zwei sehr einprägsame Figuren. Dass Red und Maze ein Paar sind, gefällt mir auch gut.
Wenn du die Geschichte allerdings nochmal überarbeitest, wäre es vielleicht nicht schlecht, Maze ein bisschen mehr Profil und eine klarere Motivation zu geben. Derzeit wirkt er noch etwas blass und passiv, das gilt sowohl für seine Pläne, Alterreal zu schaden, als auch für seine Beziehung zu Red, in der die Initiative so gut wie immer von Red ausgeht. Vielleicht kannst du Maze‘ Charakter, aber auch die Beziehung der beiden ein bisschen ausbauen. Derzeit scheinen sie immer entweder zu kämpfen, zu fliehen, oder Sex zu haben. Vielleicht finden die zwei ja mal Zeit für ein etwas persönlicheres Gespräch (das trotzdem davon überschattet werden kann, dass Red Phage nicht vertraut).
Die Zeit für so ein Gespräch hast du auf jeden Fall. Ich genieße zwar die kleinen, mit viel Action vollgepackten Geschichtensnacks, aber wenn ich mir „Red & Maze“ als Buch vorstelle, würde mir die Handlung etwas gehetzt erscheinen. Du könntest ein bisschen mehr Zeit auf die Entwicklung von Charakteren, Beziehungen und das beiläufige Einflechten von mehr Infos über die Welt verwenden, ohne dass dadurch unangenehme Längen entstünden. Ein paar nicht plotrelevante, aber trotzdem interessante Infos über die Charaktere (Eigenheiten, Vorlieben, Erinnerungen) würden sie wahrscheinlich noch ein bisschen tiefer und plastischer wirken lassen.  
„Red & Maze“ beschwört farbenprächtige, aber auch sehr typisch cyberpunkige Bilder herauf. Vielleicht findest du auch noch einen Weg, die Elemente deiner Welt, die „Red & Maze“ von anderen Büchern/ Filmen des Genres abheben, noch stärker herauszuarbeiten.
Oh, und eine sprachliche Anmerkung habe ich noch: Dass Red viel, teilweise auch vulgäre Umgangssprache nutzt, passt ausgezeichnet zu seinem Charakter. Gleichzeitig ist gerade Umgangssprache sehr kurzlebig und ich frage mich, ob Wörter wie „cool“ in der Zukunft, die du beschreibst, noch gängig sein werden. Womöglich wird das auch dazu führen, dass deine Geschichte weniger gut altert. Aber gleichzeitig weiß ich nicht, ob ich dir wirklich zu einer Änderung raten würde, weil diese Ausdrucksweise, wie gesagt, gut zu Red passt.
Vielleicht könntest du aber ein paar weltspezifische Slang-Begriffe erfinden. Beispiel: Wenn ich mich richtig erinnere, wird in Sandersons Mistborn-Welt, in welcher Magie auf Metallen basiert, „rusting“ als Fluch verwendet, in etwa so wie „fucking“ im Englischen. (Ich vermute zwar, dass Sanderson das vor allem gemacht hat, um „strong language“ in seinen Büchern zu vermeiden, aber es fühlt sich sehr stimmig an). Vielleicht könntest du so etwas Ähnliches versuchen. Das kann zwar schiefgehen und sich albern statt authentisch anhören, aber es wäre eventuell einer Überlegung wert.
Noch ein paar positive Bemerkungen: Wave ist toll. Und ich finde auch den Puppenmacher sehr einprägsam.


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Beitrag #4 |

RE: Red und Maze (Teil 12)
Hey Swantje,

danke für deinen Kommentar, hab gar nicht erwartet, dass du das alles schon gelesen hast Icon_smile

Die ersten hundert Seiten haben sich recht schnell aufgebaut, da fehlt tatsächlich noch einiges, was die Welt, aber auch die Charaktere betrifft. Das sind aber Sachen, die ich einarbeiten will, wenn die Story mal ganz steht, weil ich gemerkt habe, dass sich viele Ideen doch mit dem Verlauf der Handlung ändern oder auch nicht mehr / anders umsetzen lassen.

Maze ist in der Tat anfangs ein sehr passiver Charakter, das soll er auch sein. Es gibt aber auch schon weiterführende Gespräche mit Red, das kommt also noch - eventuell baue ich da aber auch bereits früher was ein, muss mal schauen. Die Kritik kam jetzt doch häufiger, dass Maze zu passiv und blass sei ... Er ist einfach ein sehr ruhiger Charakter, der innerlich mit vielem zu kämpfen hat, was erst nach und nach herauskommt. Trotzdem schaue ich mal, wie man ihm auch in den ersten Kapitel etwas mehr Profil geben kann.

Was die Sprache angeht: In die Richtung "eigene Slangwörter" hab ich auch schon gedacht, aber mir ist noch nichts eingefallen, was ich wirklich gut fand. In Shadowrun gibt es ja auch einige neu geschaffene Slangwörter, da finde ich es sehr gut gemacht ... allerdings soll diese Geschichte hier näher an unserer Gegenwart sein als z.B. Shadowrun, insofern soll die heutige Umgangssprache durchaus noch erhalten sein. Vielleicht fällt mir eine gute Variante ein, sie so zu verändern, dass man die heutige Zeit noch erkennt, aber dass es trotzdem was neues ist ...

Freut mich, dass es dir bis dahin gefallen hat Icon_smile ... 

Viele Grüße

- Zack

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #5 |

RE: Red und Maze (Teil 12)
Hey Persephone,

ohman, ich hab auch hier die Antwort vergessen. Hatte deine Kommentare damals gleich gelesen, aber keine Zeit gehabt zum Antworten ...

Schön, dass du auch als jemand, der das Genre nicht kennt, klarkommst Icon_smile ... 

Momentan überarbeite ich viel und komme auch nicht so recht weiter. Es wird also wohl noch etwas dauern, bevor es weitergeht ...

Viele Grüße

- Zack

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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