Es ist: 19-08-2018, 16:14
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The fall of sun
Beitrag #1 |

The fall of sun
Die Nacht schien kein Ende zu haben. Der Moment wurde zäh wie Brei, unendlich lang.
Sie war weg. Woanders. Irgendwo.
Nur nicht hier.
Augen geschlossen, fest zusammengepresst.
Aber da war die fremde Hand an ihrem Hals. Es roch nach Schweiß, während sie im kalten Gebüsch abseits des Bürgersteigs lag. Kleine Steine und Äste bohrten sich in ihren Rücken. Ihr Herz schlug schon gar nicht mehr schnell, hatte sich dem Nichts ergeben. Bloß nicht denken, an nichts und niemanden.
Jeden Tag aufs Neue. Jede Nacht wieder und wieder. Ohne Superhelden.
Stattdessen beugte sich der fremde Mann über sie. Sein Atem blieb wortlos. Der aufgedrückte Kuss schmeckte schal und fad. Sie konzentrierte sich darauf, so leblos wie möglich, so still wie es nur ging zu sein, nur damit es genauso schnell vorbei sein würde. Beine taub, Hände starr - bis hinter dem Rauschen in ihren Ohren plötzlich Sirenengeheul zu hören war.
Der Mann ließ ruckartig von ihr ab, schlug ihr ins Gesicht, zischte unverständliche Worte und verschwand. Kurz danach rauschte ein Polizeiwagen am Gebüsch vorbei.
Bin ich tot?, fragte sie sich, während ihre Hände langsam zur Hose wanderten. Ungeöffnet, keine klebrige Flüssigkeit auf der Oberfläche. Nichts, wie auch in ihrem Kopf, wenn man vom ihrem Herzen absah, das aus seiner Lethargie erwachte.
Die Armbanduhr begann zu piepsen. Ein roter Funke leuchtete auf dem kleinen Display auf, gefolgt von kleinen weißen Buchstaben: +++Erhöhte Herzfrequenz+++Puls über Toleranz+++Medizinischer Notfall+++Kontaktierung ärztliche Hilfe+++Kontakt fehlgeschlagen+++Hilfe nicht verfügbar+++Expertenrat: Ruhig atmen+++
Sie stand langsam auf, richtete ihre Jacke, schwang sich den schweren heruntergerissenen Rucksack wieder auf den Rücken und versuchte das Zittern aus den Händen zu kriegen. Wackelige Beine, der Autopilot im Stand-by.
Einige Sekunden dauerte es, bis sie ihrem eigenen Körper wieder trauen konnte. Dann verließ sie das Gebüsch und trat auf die Straße. Zurück zu den dunklen Häuserfassaden. Stumme Begleiter links und rechts, Zeugen einer Zeit, die seit grauer Ewigkeit monoton in der Nacht versank.
Sie presste sich zuerst an die glatten Außenwände, während sie die Straße entlang lief und dem Licht der Laternen auswich, die in einem höllischen Rotton von oben herabstrahlten und dabei dem Himmel keine Chance gaben.
Die Fenster der Erdgeschosse waren entweder zersplittert, oder mit Holzbrettern vernagelt. Die Eingänge mit dicken Metallstäben vergittert. Dahinter türmten sich dicke Stapel Zeitungen, die niemand gelesen hat. Nur von oben, aus den Wohnungen im Dachgeschoss, strömte Licht in den Himmel hinaus, gefolgt von Gelächter und Gegröle. Ab und zu warf jemand Bierdosen aus den Fenstern, die scheppernd auf dem Bürgersteig landeten.
Deshalb wechselte sie auf die Straße, auf der nur noch dann Fahrzeuge fuhren, wenn es sich um Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienste handelte. Der Rest musste den öffentlichen Nahverkehr nutzen. Private Autos gab es nicht mehr.
Das alte Kopfsteinpflaster unter ihren Stiefeln war schon lange verschwunden und hatte einem Asphaltbelag Platz gemacht, der buchstäblich jegliche Schritte verschlucken konnte. Auch die ihren, was in diesen Zeiten von Vorteil sein konnte.
Neben einem vergitterten Schaufenster blieb sie stehen. Dahinter war es leer und dunkel, aber im blutrünstigen Schein der Laterne hinter ihr konnte sie sich selbst sehen.
Klein, fast dürr, mehr Haut als Knochen, auch wenn man das unter den dicken Klamotten nicht erkennen konnte. Strähniges braunes Haar zu einem Zopf zusammengezwungen. Die Arme eng um den Körper geschlungen, und auf dem Rücken ein Rucksack, der von den Proportionen so groß war, dass sie mühelos hätte reinkrabbeln können.
Das Gesicht hatte noch den Glanz eines Mädchens, mit Sommersprossen, die hier im Halbdunkel nicht zu erkennen waren. Genauso wenig wie die Augen. Nur dunkle Löcher, die sie tot anstarrten.
Aus der Ferne war wieder Sirenengeheul zu hören. Gefolgt von einem Sammelsurium aus Geschrei und Gebrüll aus einer der angrenzenden Gassen, das sich schnell näherte. Wie jede Nacht. Wie immer.
Sie wandte sich ab, und lief weiter.

Sie wollte nicht schon wieder am alten Friedhof vorbeilaufen, der jetzt von Baugerüsten und Betonpfeilern besetzt war, und entschloss sich für eine Abkürzung.
Früher hatte sie es geliebt, durch Innenhöfe und verwinkelte Seitengassen zu gehen, sich das Leben hinter den Fassaden anzuschauen. Jetzt war es dunkel und bedrohlich. Viel zu oft waren andere Schritte zu hören, Gemurmel, oder man sah schattenhafte Umrisse, die einem nicht behagten.
Ab und zu duckte sie sich ab, versteckte sich hinter stinkenden Mülleimern oder presste sich mit klopfendem Herzen an die Türen der Hinterausgänge.
Früher. Ein Wort, ein Umstand. Eine Ahnung aus einer anderen Zeit.
Irgendwann stand sie vor einer weiteren Hintertür.
Massiver Stahl. Ein Guckloch. An der Seite ein halb verwittertes, schwer zu entzifferndes Schild mit der Aufschrift:
W hneinh t d r städtis en Heimgenos ens ha t
Daneben eine einzige Klingel, die sie mit zittrigen Fingern tief hineindrückte.
Augenblicke später hörte man dahinter das Rascheln eines Schlüsselbundes, dann öffnete sich die Tür einen Spalt weit und ein älterer Mann schaute sie mit hochgezogener Augenbraue an. Sein kantiges Gesicht schien unamüsiert zu sein.
„Bürgerin Andrea Renz“, sagte er. „Die Schließzeiten scheinen Sie vergessen zu haben.“
„Es tut mir leid, Herr Mazahn“. Ihr Gesicht blieb ausdruckslos. „Aber ich …“
Er hob die Hand und unterbrach sie.
„Interessiert mich nicht“, sagte er und öffnete die Tür ganz. „Beim nächsten Mal schlafen Sie draußen.“
Sie drückte sich an ihm vorbei in den Hausflur, stieg die spröden Stufen der Treppe empor und hielt sich krampfhaft am alten Geländer fest.
„Ihre Miete ist immer noch überfällig, Bürgerin Renz!“, rief er ihr hinterher, doch da war sie schon auf der ersten Etage, stand vor ihrer Eingangstür und fischte mit zittrigen Fingern einen Schlüsselbund heraus.
Erst nach dem dritten Versuch konnte sie die Tür endlich öffnen. Sie stieß sie auf, flog beinahe in ihre Wohnung und schlug die Tür so fest zu, dass es knallte.
Scheiß Blockwart, dachte Andrea, als sie mit ihrer Stirn erschöpft am kalten Stahl der Tür lehnte.
Die Anspannung legte sich langsam von ihr ab. Den schweren Rucksack nahm sie mit letzter Kraft von den Schultern, ließ ihn zu Boden gleiten und schob ihn mit den Stiefeln zur Seite.
Endlich. Zuhause.
Die eigene Wohnung, der Duft nach eingesperrter Freiheit, die Gewissheit der Einsamkeit, die sie niemals wollte. Hier konnte niemand sie anfassen, niemand zu etwas zwingen, was sie selbst nicht wollte. Der einzige Mensch, der einen Notfallschlüssel für alle Wohneinheiten besaß, würde freiwillig niemals auf den Gedanken kommen, ihn auch zu benutzen.
„Mazahn“, murmelte Andrea. Und sie erinnerte sich an die noch fällige Miete, die unbedingt noch bezahlt werden musste, ansonsten drohte der Rauswurf, hinaus in die kalte Welt.
Für einen Moment erinnerte sie sich an die stinkende Hand, an den fremden Mann und überlegte, ob sie duschen gehen sollte.
Freiwild, dachte sie.
Der Gedanke machte es nicht besser, aber wieder stundenlang in der engen Duschkabine zu kauern und sich das Fleisch von den Knochen zu schrubben, wie beim ersten Mal, wollte sie nicht. Außerdem fühlte sie sich sowieso permanent schmutzig und missbraucht, ohne Chance, das jemals zu entfernen.
Sie starrte den Rucksack an, gedankenverloren, dann drehte sie sich um.
Überall weiße Fliesen ohne Bodenheizung, die Wände in Grau, Mobiliar in Schwarz.
Und genauso simpel war die Raumaufteilung der Wohneinheit: Ein großes Wohnzimmer mit einer Eckcouch und einem Tisch links an der Wand; auf der anderen Seite die Küchentür, flankiert von zwei breiten Bücherregalen, in denen im linken ein alter Flachbildschirm stand. Gegenüber der Eingangstür befanden sich auf der anderen Seite zwei weitere Räume: Links das Schlafzimmer, rechts das kleine Bad. An den Wänden im Wohnzimmer hing ein Hinweisschild, auf dem verschiedene Verbotszeichen zu sehen waren:
Nicht rauchen. Keine Bilder aufhängen. Kein Besuch. Kein Alkohol. Keine Drogen. Kein Fleischverzehr. Keine laute Musik. Keine emotionalen Ausbrüche. Keine Haustiere. Keine Kopulation.
Unten drunter stand in kleinen Buchstaben etwas von 'Zuwiderhandlungen werden ...' Der Rest des Satzes war mit Post-Its überklebt.
Andrea hob den Rucksack an und schleppte ihn zur Couch, setzte sich und zog sich die Stiefel aus. Mit einer Handbewegung griff sie nach der Fernbedienung und schaltete den Fernseher ein, auf dem nach einigen Sekunden das matte Bild eines adrett gekleideten Nachrichtensprechers erschien. Mit ausdruckslosem Gesicht saß er an einem ovalen Tisch und sagte:
Berlin. Der geschäftsführende Bundeskanzler verurteilte die Kritik aus den Reihen der Bürgerbewegung, dass wohnungssuchende Inländer bei der Vergabe quotenmäßig benachteiligt würden. 'Das sind haltlose Anschuldigungen', sagte er. 'Gerade diese Leute hatten all die Jahre das Monopol auf bundesweiten Wohnraum. Jetzt mit Fingern auf Einwanderer zu zeigen, die aus ihren Ländern geflüchtet sind, ist schlichtweg infam.'
Andrea zog den Reißverschluss des Rucksacks auf, griff hinein und holte eine etikettlose braune Flasche heraus. Nachdenklich betrachtete sie den flüssigen Inhalt, bevor sie den Verschluss abschraubte und auf den Tisch warf. Sie setzte die Flasche an die Lippen und trank sie beinahe in einem Zug halbleer. Seufzend, aber mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck, wischte sie sich den Schaum vom Mund und starrte den Fernseher an.
'Brüssel. Der EU-Wirtschaftsminister betonte, dass aufgrund des hohen Energieauslastungsgrades die Einsparungen bei städtischen Leuchtmitteln mithilfe von verbindlichen Richtlinien endlich zügig umgesetzt werden müssten. Zusammen mit dem EU-Infrastrukturminister warb er für Verständnis, dass die kulturell bedingten Friedhöfe für dringend benötigten Wohnraum geräumt, und die sterblichen Überreste der Energiegewinnung zugeführt werden.'
Ihr Blick wanderte vom Nachrichtensprecher zu den Büchern und DvDs im Regal, vor denen verschiedene Bilder standen, deren Rahmen schon bessere Zeiten gesehen hatten.
'Es ist außerdem seit Monatsanfang gesetzlich klar geregelt', sagte er, 'dass auch Krankenhäuser aus dem Leben geschiedene Personen den Energiegewinnungszentren zuzuführen haben.'
Es war ein Impuls, woher auch immer er kam. Andrea stellte den Fernseher stumm, stand auf, ließ die Flasche auf dem Tisch zurück und holte die beiden Bilder aus dem Regal. Bevor sie zurückging, nahm sie einen der Filme heraus und legte die abgenutzte Scheibe in den DvD-Player. Automatisch verschwand der stumme Nachrichtensprecher und der Film begann mit rauschenden Ausschnitten.
Zurück auf der Couch zog sie ihre Beine zu sich heran, starrte auf die Bilder, die sie ehrfürchtig auf den Tisch positioniert hatte, und griff wieder zu ihrer Flasche, die sie nach dem nächsten Schluck leer auf den Boden stellte.
Sie starrte auf das linke Bild, auf dem sie als kleines Kind zu sehen war, die von einem Mann umarmt wurde. Sie trug dort ein helles Kleidchen mit Herzen und drückte ihrem Vater gerade freudig einen Kuss auf die Wange.
Auf dem anderen Bild ebenfalls ihr Vater, diesmal viel älter, stehend hinter vier Personen. Wieder sie selbst, vor zwanzig Jahren, links. Ein Mann in ihrem Alter, rechts. In der Mitte zwei Kinder, ein Junge und ein Mädchen, beide braunes gekräuseltes Haar. Bei ihr fielen Zöpfe über die Schultern nach hinten.
"Hallo", flüsterte Andrea, und es klang halberstickt, während sie wieder in den Rucksack griff und eine zweite Flasche herausholte. Mit dem Blick auf den Mann rechts im Bild schraubte sie den nächsten Verschluss ab, verharrte, und legte ihn beinahe sanft auf den Tisch zu dem anderen.
Ihr Mann. Ihre Kinder. Ihr Vater.
Als sie ansetzte, konnte sie den Blick kaum von ihnen lösen, während dahinter auf dem Fernseher ein weißhaariger Mann zu sehen war, der an den Zeigern einer großen Uhr hing, gefolgt von einem Jungen in einem DeLorean, der sehr schnell durch die Straße fuhr. Ein Blitz krachte durch den nächtlichen Himmel und näherte sich mit seinen aufgeladenen Ästen der Uhr und dem Weißhaarigen.
Andrea stellte die Flasche zwischen die beiden Bilder.
"Ich will auch zurück", flüsterte sie dem Fernseher zu, dann schaute sie auf die vergangenen Momente vor ihr auf dem Tisch. "Zurück zu euch."
In dem Moment, in dem der Blitz in die Uhr einschlug, starb der Fernseher und alle Lichter in der Wohnung. Für einen Moment war alles tot, dann zwinkerten sich die ersten Lämpchen wieder zurück ins Leben. Ein typischer Stromausfall, wie er täglich vorkam. Nur diesmal blieb der Bildschirm dunkel.
Sie fing an zu weinen, griff mit zittrigen Händen nach den beiden Bildern und fuhr mit den Fingern über die Gesichter. Abwechselnd, immer wieder. Schluchzend. Schließlich mit schwerem Schlucken und wimmernder Stimme. Gebrochen, erstickt. Sie fasste sich an die Stelle ihres Herzens, schloss die Augen, drückte die Tränen hinaus, die endlos zu fließen begannen. Ihr Mund verzog sich, und als sie wieder atmen konnte, sog sie die Luft ein, als wäre ihr Kopf die ganze Zeit unter Wasser gewesen.
"Gott ...", murmelte sie, als sich ihre Augen wieder öffneten.
Plötzlich verfinsterte sich ihr Gesicht, die Schlagader am Hals begann zu beben, und wütend griff sie nach der Flasche auf dem Tisch, schleuderte sie mit voller Wucht in die Küche, wo sie klirrend auf dem Boden zersprang.
"Scheißwelt", zischte sie schließlich, zog den Rucksack zu sich heran, packte ihn und schleuderte ihn schreiend und mit aller Kraft ebenfalls in die Küche. "NEIN!"
Es schepperte, aber diesmal lauter und zahlreicher. Eine dunkelgelbe Flüssigkeit breitete sich unter dem Rucksack auf den weißen Fliesen aus.
Sie erschrak. Für einen Moment war Stille überall. Keine Reaktion, weder von den oberen Nachbarn, noch von sonstwo.
Sie presste die Lippen zusammen, seufzte, und fasste sich an die Stirn.
"Gott Andrea", murmelte sie und schüttelte den Kopf. "Andrea ..."
Sie sackte erst auf der Couch zusammen, minutenlang, dann stand sie wieder auf. Mit versteinerter Miene ging sie in die Küche, holte ein Kehrblech und einen Lappen, fegte die Splitter zusammen und verbannte sie in den Mülleimer.
Verharrend starrte sie gedankenverloren auf die weißen Fliesen, eine gefühlte Ewigkeit lang.
Erst als das Licht wieder schwankte, erwachte sie aus ihrer Lethargie, nahm die beiden Bilder und trug sie ins Schlafzimmer, legte sie andächtig auf die unbenutzte Seite des Doppelbettes.
Andrea zog sich aus, krabbelte ins Bett, betrachtete die Vergangenheit und zog dabei die Bettdecke bis zum Kinn hoch, bevor sie weinend einschlief.

***

Zuerst war es der Geruch nach gebratenem Speck. Dann gesellte sich eine verzerrte Stimme hinzu.
"Hey, Schlafmütze."
Sie zuckte mit dem Kopf zurück, tiefer ins Kissen hinein, doch die Stimme blieb.
"Aufwachen, mein Schatz."
Schatz?
Die Stimme wurde zunehmend klarer, männlich, mit einem sanften Ton darin. Gefolgt von einem warmen Gefühl in ihrem Herzen und rauen Fingern, die ihr behutsam eine Strähne aus dem Gesicht strichen.
Sie öffnete die schweren Augenlider. Verschwommen sah sie einen Mann, der sich über sie beugte. Erst nach mehrmaligem Blinzeln, wurde das Bild schärfer. Und die Sekunden standen still im Raum.
"Kai?", flüsterten ihre Lippen, während ihre rechte Hand zu seinem Kopf wanderte und vorsichtig das Gesicht berührte. "Was ...?"
"Ich sagte, dass Dein Lieblingsfrühstück fertig ist."
Seine Haut war frisch rasiert, so weich wie ein Babypopo. Sie konnte es genau fühlen, als er ihre Finger nahm und einen Kuss auf den Handrücken drückte.
"Du bist ...", murmelte sie und schaute ihn mit großen Augen an.
"... Dein Dir angetrauter Ehemann, ja", vollendete er den Satz und grinste. Dann hielt er seine rechte Hand mit dem goldenen Ring am Finger hoch. "Sogar amtlich bestätigt."
Sie wusste noch, dass sie ihn für den Spruch immer geknufft hatte, aber jetzt starrte sie ihn einfach nur an. Mit einer Mischung aus Unglaube und Apathie.
Kai runzelte die Stirn und beugte sich ein Stück weiter zu ihr hinunter, bis seine Nasenspitze beinahe die ihre berührte.
"Du hast doch wohl nicht vergessen, dass ich ein begnadeter Gute-Laune-Frühstücksmacher bin, oder?", fragte er leise. "Mit allem, was Dein Herz begehrt."
Ihr Herz, ja, es schlug sehr deutlich hinter den Rippen und vertrieb mit jedem Schlag mehr und mehr die Lethargie aus dem Kopf, während warme Sonnenstrahlen ins Zimmer eindrangen, begleitet vom frühlingshaften Zwitschern der Vögel.
"Kai", flüsterte sie, dann schlangen sich ihre Arme um ihn und drückten ihn so fest sie nur konnten.

Es war merkwürdig, unglaublich, im tatsächlichen Sinne.
Eigentlich hätte ihr Kopf mit Schwaden aus Alkohol geflutet sein müssen, wenn man davon absah, dass dies nicht ihre kleine Wohneinheit war, sondern das einst gemeinsame Haus am Stadtrand. Weit außerhalb, mitten im Grünen, in einer kleinen Neubausiedlung. Und jetzt stand sie hier, auf dem ockerfarbenen IKEA-Teppich schaute sich selbst im Spiegel an, während sie im Schrank alte Klamotten sah, die sie schon vor langer Zeit ans städtische Kleiderverteilungsamt hatte abgeben müssen.
Träume ich? Ihr Spiegelbild hob eine Augenbraue. Das kann doch unmöglich wahr sein.
Ihre Finger berührten die hellbraune Schranktür, das Glas des Spiegels mit der alten abgebrochenen Ecke, die sehr scharf war. Zu ihrem Erstaunen fühlte es sich echt an. Echt und wirklich vorhanden.
„Bist Du wieder eingeschlafen?“, rief Kai aus dem Erdgeschoss nach oben. „Hey, Schlafmütze!“
Sie griff nach einer Jeans, einem karierten Hemd mit warmen Farben und Socken.
„Komme gleich!“
Ein Blick zum Bett, bevor sie sich anzog. Dann zum Fenster, mit der blühenden Landschaft aus grünem Wald und blühenden Kornfeldern unter einem blauen Himmel. Friedlich. Hell. Klar. Angenehm riechend.
Andrea schüttelte langsam den Kopf, obwohl sich alles normal und echt anfühlte.
Aber wie geht das?
„Schatz, die Eier werden kalt!“
„Moment!“
Schnell zog sie sich die Sachen an, trat auf den Flur und dann die Treppe hinunter. Die alten Holzbretter knirschten vertraut, so einzigartig, wie der Geruch des gebratenen Specks, der sich an ihrer Nase vorbei schlängelte.
Unten angekommen stand sie in der Küche, mit altem dunklen Holz vertäfelt und von zwei Seiten mit Fenstern flankiert, die bis zum Boden reichten. Dahinter konnte sie die Terrasse mit den zusammengeschobenen Gartenstühlen sehen, die abgedeckt an der Seite standen.
Kai wandte sich vom Herd ab, trug eine Pfanne zum Esstisch, auf dem sich zwei Gedecke befanden. Zwischen dem Korb mit den Brötchen, dem Glas mit Erdbeermarmelade und dem Teller mit Schinken stellte er sie hin, rieb sich die Hände an der Kochschürze ab und schaute Andrea nachdenklich an.
„Du siehst aus, als hättest Du Deinen Namen verloren“, meinte er. „Alles okay?“
Sie starrte ihn an, beinahe durch ihn hindurch, zum Kalender an der Wand, der das Jetzt auf ein Datum zehn Jahre vor ihrem Zu-Bett-gehen fixierte.
Zehn Jahre?, dachte sie.
Kai legte den Kopf schief und kam um den Tisch herum auf sie zu.
„Was ist los mit Dir?“, fragte er und zog sie zu sich heran, schaute ihr tief in die Augen, doch sie wandte den Blick ab, vergrub ihren Kopf in seine Schulter.
Minutenlange Unendlichkeit, mit pochendem Herz und Tränen, unkontrolliert. Bis ein kleiner Schlag durch ihren Körper fuhr und sie für einen Moment verkrampfen ließ.
"Oha, sind wir heute geladen, meine Teuerste?", fragte Kai, doch Andrea antwortete nicht. Sie atmete einfach weiter und drückte ihn so fest sie konnte.
„Verlust der Muttersprache?“, fragte er leise und strich ihr sanft übers Haar. „Bist Du etwa ein Alien, das sich als meine Frau ausgibt?“
„Quatsch“, hörte er ihre Stimme an seinem Pulli.
Er schnipste mit den Fingern.
„Ich weiß es“, meinte er. „Du hast gestern Abend auf der Party George Clooney getroffen und der hat Dich auf ein Gläschen Scotch eingeladen.“
Sie hob den Kopf und schaute ihn traurig an.
„Ich trinke doch nichts“, antwortete sie und es fühlte sich so unendlich schwer an, das zu sagen. „Niemals.“
Schweigen, unterbrochen von der Türklingel.
Die Umarmung endete in der Trennung. Kai hauchte ihr einen Kuss auf die Stirn und wandte sich ab. Man konnte es durch das milchige, längliche Glas sehen, dass sich einige Gestalten vor der Haustür aufhielten. Und als Kai sie öffnete, stürmten zwei kleine Kinder jubelnd hinein.
„Huhu Papa!“ „Das war total schön.“ „Ich muss Dir was zeigen, unbedingt.“ „Opa hat sogar mitgespielt!“ "Und verloren!"
Der angesprochene Großvater mit seinem vollen grauen Haar stand noch mit einer dampfenden Pfeife in der Hand schmunzelnd draußen, als die beiden Kinder Andrea entdeckten. Mit großen Augen und einem gemeinsamen „MAMA!“ rannten sie auf sie zu, stürzten sich wie hungrige Raubtiere auf ihre Mutter.
Emma und Peter, dachte sie. Kai. Und es fühlte sich unheimlich gut an, als müsste es genau so
sein, das Gefühl, das Glück, die Liebe und der ganze Rest. Besonders als sie ihren nach Vanille duftenden Vater an der Tür stehen sah, der zu diesem Zeitpunkt noch bei ihnen wohnte. Und Papa.

Sie hatte den Rest des Tages mit den Kindern herumgealbert, gespielt, war mit ihnen und Kai am späten Nachmittag spazieren gegangen. Abends hatten sie zusammen Peter und Emma ins Bett gebracht, mit Gute-Nacht-Geschichten und Kuschelbären.
Es waren Automatismen, die verdammt gut taten. Das Warum und Wieso tauchte dabei gar nicht auf. Erst nachts im Bett.
Sie konnte einfach nicht einschlafen, was nicht an dem aufziehenden Unwetter lag, dass sich da draußen in der Dunkelheit allmählich aufbaute. Eher daran, dass sie ihren schnarchenden Kai die ganze Zeit anstarrte. Sein friedlich schlafendes Gesicht war für sie nur schwer in Einklang zu bringen mit den letzten Bildern, auf denen er und die Kinder in ihrem Kopf gespeichert waren.
Verbrannt bis zur Unkenntlichkeit, in einem der neuen Elektrofahrzeuge. Die Rettungskräfte hatten damals nichts machen können, da durch den Unfall die Karosserie unter Hochspannung gestanden hatte. Bis zur Explosion.
Aber da liegt er, dachte sie und berührte vorsichtig seine Wange. Kann das nicht für immer sein?
Schließlich stand sie auf und ging mit tauben Beinen langsam hinunter ins Wohnzimmer, wobei sie jedes Knirschen und Knarren genoss. Unten hockte sie sich im Schneidersitz auf die Couch und blieb im Dunkeln sitzen. Immer wieder versuchte sie zu ergründen, was geschehen sei, ob es real sei, oder doch nur ein Hirngespinst ihres Geistes war. Aber alles fühlte sich echt an, von der Couch unter ihrem Hintern, dem glatten Holz des Tisches vor ihr oder dem weichen Teppich unter ihren Füßen.
Selbst ihr Körper funktionierte normal, wenn man vom fast unhörbaren Herzschlag einmal absah. Als sie sich daraufhin in den Handrücken kniff, tat es wirklich weh. Das einzige, das sie nicht ausprobierte, war aufzustehen, zur Bar im Wohnzimmerschrank zu gehen um nachzuschauen, ob dort immer noch die Flasche Southern Comfort stand. Sie hatte zwar nicht das Verlangen danach, aber sie wollte es auch nicht auf die Spitze treiben.
Und so saß sie da, wie erstarrt, zermarterte sich den Kopf über Fluxkompensatoren in DeLoreans, und kam doch zu keiner Lösung, während es draußen immer stürmischer wurde.
"Kannst Du nicht schlafen?", fragte eine Gestalt, die plötzlich im Wohnzimmer stand.
Sie erschrak.
"Papa", murmelte sie, sprang auf und umarmte ihn. "Schön, dass Du da bist."
"Wo sollte ich sonst sein?"
Sie seufzte, ließ von ihm ab und setzte sich wieder auf die Couch, während er sich einen Stuhl heranzog und sich ihr gegenüber hinsetzte.
"Was ist los?", fragte er und schaute sie schief an. "Was bedrückt Dich?"
Sie musterte ihn und seine Gesichtszüge.
"Ich ... bin verwirrt", sagte sie irgendwann.
"Weswegen?"
Andrea fing an, ihre Finger zu massieren.
"Wegen allem." Sie schaute von ihm weg zu Boden und schüttelte den Kopf. "Sind zuviele Fragen."
Er nickte leicht, dann rutschte er mit dem Stuhl ein Stück vor.
"Du bist eine kleine Sonne, weißt Du noch?", sagte er. "Du warst es schon als kleines Mädchen und wirst es immer sein. Nichts wird Dir das nehmen können."
Sie presste die Lippen zusammen.
"Stell Dir vor, ich wäre das irgendwann nicht mehr", sagte sie. "Nur noch eine Sonne, die verglüht ist."
"Dann müsste ich Dich fragen, wie es dazu gekommen ist."
"Was wenn ich das nicht sagen kann?"
"Warum solltest Du das nicht können?"
Sie ignorierte die Frage.
"Was wäre, wenn eine verglühte Sonne die Chance bekäme, weit vor dem Ende wieder neu anzufangen?" Traurigkeit machte sich auf ihrem Gesicht breit. "Sollte sie die Chance nutzen, den vorgezeichneten Weg zu ändern?" Sie hielt ihm auffordernd ihre Hände hin. "Oder muss sie alles nochmal durchleben?"
Er griff nach ihren Händen, aber bevor er antworten konnte, fuhr ein elektrischer Schlag durch sie hindurch und ließ sie erschrocken aufstöhnen.
"Scheiße", murmelte sie und rieb sich die Arme. "Das tat diesmal richtig weh."
Ihr Vater musterte sie mit zusammengekniffenen Augen.
"Diesmal?", fragte er. "Ist das heute schon mal passiert?"
Sie ballte ihre Hände vorsichtig zu Fäusten, und beobachtete, wie sich die leicht zittrigen Finger öffneten und wieder schlossen.
"Weiß nicht. Zwei-, dreimal?"
Er stand auf, ging zu den Fenstern und schaute in die Nacht hinaus. Dann wandte er sich wieder ab, beugte sich zu Andrea.
"Jede Sonne verdient eine Chance", sagte er, klopfte ihr auf die Schulter und verließ mit schnellen Schritten das Wohnzimmer.
"Wohin gehst Du?", rief sie ihm hinterher, doch er antwortete nicht. Stattdessen sah sie einen blauen leuchtenden Punkt auf dem Tisch, der sich ihr näherte. Langsam, unscheinbar, gemächlich, bis ein blauer Blitz daraus hervor zuckte und sie am Bein traf.
"AU!", schrie sie und rutschte erschrocken ein Stück höher auf die Couch. "Scheiße ..."
Der blaue Punkt war immer noch da, auf der Tischplatte. Und es gesellte sich ein zweiter auf dem Regal an der Wand gegenüber dazu. Ein dritter auf dem dunklen Fernseher. Bis es schließlich mehr als ein Dutzend waren, die sich ihr langsam durch das ganze Wohnzimmer näherten.
Sie sprang von der Couch, hüpfte um die blauen Punkte herum, die ihr langsam folgten und sie einkreisten, bis sie ausweglos in der Mitte des Wohnzimmers stand.
"Papa!" Ihre panischen Augen wurden immer größer, während ihr Herz zu rasen begann. "PAPA!"
Ihr Vater erschien im Türrahmen und machte ein erschrockenes Gesicht. Dann eilte er zu ihr, umarmte sie und winkte die anderen heran.
Kai mit freiem Oberkörper und Jogginghose. Peter mit dem Drachen Ohnezahn. Und Emma mit ihrem Kuschelteddybären.
"SCHNELL!", rief er.
Gemeinsam umarmten sie Andrea, an den Beinen, am Oberkörper, überall, als aus allen blauen Punkten im Zimmer gleichzeitig Blitze schossen ...
"Wehr Dich", rief ihr Vater. "WEHR DICH!"
... und in sie einschlugen.

***

Weiße Fliesen. Weiße Wände. Der Geruch von Desinfektionsmitteln. Und im Hintergrund das hektische Treiben der Notfallstation.
Eine Frau und ein alter Mann standen vor einer Doppeltür und schauten durch die Scheiben in den Raum dahinter. Schweigend. Nachdenklich.
Sie trug eine weiße Uniform mit Abzeichen, die sie als Krankenhelferin auswies. Er dagegen hatte normale Sachen an.
"Sie verdankt Ihnen wahrscheinlich ihr Leben", sagte die Frau schließlich. "Wenn Sie nicht gewesen wären ..."
Der Mann schaute weiter gedankenverloren durch die Scheiben.
"Das war Zufall", murmelte er. "Glück, wenn Sie so wollen."
Wieder Schweigen, dann schüttelte die Frau den Kopf.
"Das muss ja wie in einem Schlachthaus ausgesehen haben", meinte sie.
Er nickte leicht.
"Die Polizei wollte mir nicht glauben", sagte er. "Sind zuerst von einem Massaker ausgegangen."
"Schreckliche Sache."
"Eher unglaublich, aber wahr", antwortete er. "Sie ist beim Aufwischen ausgerutscht und mit dem Kopf so unglücklich aufgekommen, dass einige Hirnfunktionen ausgefallen sind. Dazu der immense Blutverlust. Sie ist ziellos durch die Wohnung geirrt, hat überall auf den Fliesen rote Spuren hinterlassen, bis sie vor ihrem Bett zusammengebrochen ist."
Die Frau schloss die Augen und seufzte.
"Mit den Bildern ihrer Familie in den Händen."
Schweigen.
"Hat Sie noch irgendwelche Angehörigen, die ich verständigen soll?", fragte sie.
Der alte Mann schüttelte den Kopf.
"Ihr Vater ist vor ein paar Jahren in einem Heim für schwer erziehbare Senioren verstorben", antwortete er. "Seitdem hatte sie niemanden mehr."
Gemeinsam verfolgten sie die maskierten Menschen im Operationsraum. Einer von ihnen schaute von den Monitoren mit den piepsenden Warngeräuschen und den flachen Kurven zu der Krankenhelferin und dem alten Mann hinaus. Dann streckte er einen Daumen hoch.
"Der Doktor versucht es noch ein letztes Mal, Herr Mazahn", übersetzte sie die Geste. "Hoffentlich klappt es."
Der alte Mann nickte.
"Entweder das und sie kann endlich ihre Miete zahlen", meinte er. "Oder sie endet im Ofen."
Die Frau drückte die Daumen ihrer Hände, die sie tief in den Taschen ihres Kittels vergraben hatte. Schweigend verfolgten sie, wie der Arzt im OP einer anderen Person an den Geräten zunickte.
Dann griff er ein letztes Mal nach den Paddles des Defibrillators.

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Edit: Es fühlt sich so an, als müsste die Geschichte hier und heute so stehen. LGD.


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Beitrag #2 |

RE: The fall of sun
Hey Dread,

freut mich, dass du deine Siegerstory hier nochmal zum Kommentieren einstellst Icon_smile ...


Zitat:Stumme Begleiter links und rechts, Zeugen einer Zeit, die seit grauer Ewigkeit monoton in der Nacht versank.

versanken


Zitat:der buchstäblich jegliche Schritte verschlucken konnte

würde das "konnte" streichen und "verschluckte" schreiben, dann doppelt sich das "konnte" nicht mit dem nächsten Satz und außerdem verschluckt der Asphal die Schritte oder er tut es nicht

Zitat:Sein kantiges Gesicht schien unamüsiert zu sein.

Das finde ich etwas unglücklich formuliert, lieber einfach "Sein kantiges Gesicht (war) unamüsiert" (das Verb kannste auch weglassen)


Zitat:Ihr Blick wanderte vom Nachrichtensprecher zu den Büchern und DvDs im Regal


DVDs (auch danach ^^)


Zitat:was nicht an dem aufziehenden Unwetter lag, dass sich da draußen in der Dunkelheit allmählich aufbaute


das sich da ...

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Das wars mit Textkram, wie immer nicht viel.

Zur Geschichte: Phu, schwer verdaulich, man könnte sagen, "wie immer", aber das wird dem nicht gerecht.  Das Thema "Unter Strom" hast du auf vielfältige Weise eingearbeitet: anfangs, als Andrea metaphorisch gesprochen unter Strom steht, dann die Stromausfälle und Energieversorgungsprobleme und natürlich das Ende ... insofern Thema perfekt getroffen und dazu noch eine gute Story geliefert. Verdient gewonnen Icon_smile

Das Ende hat mir gut gefallen, es lässt Raum für Gedanken, da der Vater noch "Wehr dich" ruft und die Szene dann kippt und Andrea dann im Krankenhaus ist. War sie einfach nur bewusstlos / tot? Hat sie alles geträumt? Oder gibt es für sie wirklich eine zweite Chance, ein alternatives Leben? 

Ich weiß, es gab eine Zeichenbegrenzung, aber mir fehlt insgesamt noch etwas Hiintergrund, eventuell kannst du das ja noch einbauen, falls du magst? Muss aber nicht sein, als Wettbewerbsbeitrag kann man das auch so stehen lassen.

Viele Grüße

- Zack

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #3 |

RE: The fall of sun
Hallo Zack.


Zitat:aber mir fehlt insgesamt noch etwas Hiintergrund, eventuell kannst du das ja noch einbauen, falls du magst? 

Im Grunde ist alles gesagt. Diese Zukunft muss nicht groß erklärt werden. Alles, was wichtig ist, steht drin.


Zitat:Phu, schwer verdaulich, man könnte sagen, "wie immer", aber das wird dem nicht gerecht.

Es basiert auf einem tatsächlichen Vorfall.
Mehr möchte ich dazu nicht sagen. Weil es schwer genug war.

Danke für Deine Meinung.
LGD.


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Beitrag #4 |

RE: The fall of sun
Hallo Dread, 

Verdient gewonnen. Ganz ehrlich. Deine Geschichte ist spannend und traurig zu gleich und ich sauge sie nicht zum ersten Mal regelrecht in mir auf. 
Das Einzige, das mir ein wenig sauer aufstößt, ist der englische Titel. Warum unbedingt englisch und kann kein deutscher sein? 

Vielleicht bisschen an den Haaren herbeigezogen, aber ich musste durchaus an Das Mädchen mit den Zündhölzern denken, das in den letzten Stunden seines Lebens ja auch schöne Dinge gesehen hat und so geht es Andrea. Mag fies klingen, aber ich wünsche ihr durchaus, dass sie nicht mehr zurück kommt und wieder mit ihrer Familie vereint ist. 

Zu meckern gibt es gar nix.  Icon_smile

Liebe Grüße

 Persephone

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

(Friedrich Nitzsche)



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Beitrag #5 |

RE: The fall of sun
Hallo Persephone.

Das Schreiben kommt mir gerade vor, wie aus einem anderen Leben. Eine Resource, eine Ölquelle, die langsam trocken wurde mit diesem Jahr. Trotzdem vielen Dank für Deine Anmerkungen, auch wenn ich sie erst jetzt gesehen habe.

Zitat:Deine Geschichte ist spannend und traurig zu gleich

Derzeit bin ich verwundert, dass viele Geschichten real werden. Genau wie diese, auch wenn hier die Realität zuerst da war. Der Verlust des Ichs, der Verlust eines Menschen, eines ganzen Lebens, ist gerade zuviel. Und am Horizont wachsen Schatten heran, die irgendwann die Nacht beherrschen.

Zitat:Warum unbedingt englisch und kann kein deutscher sein?

Das hat etwas mit dem Gefühl zu tun. Der deutsche Titel stand mal lange Zeit über dem Dokument, aber ich habe mich damit nicht wohl gefühlt. Er passte einfach nicht.

Zitat:Vielleicht bisschen an den Haaren herbeigezogen, aber ich musste durchaus an Das Mädchen mit den Zündhölzern denken, das in den letzten Stunden seines Lebens ja auch schöne Dinge gesehen hat und so geht es Andrea.

Diese unselige Geschichte hatte ich mal für einen Weihnachtskalender vorgelesen, in einem anderen Forum, das Du noch kennen dürftest. Eine Erinnerung, die ich gerne vergessen würde. Nein, sie hat nichts hiermit zu tun.

Zitat:Mag fies klingen, aber ich wünsche ihr durchaus, dass sie nicht mehr zurück kommt und wieder mit ihrer Familie vereint ist.

Das Ende, der offene Zwist, ob sie es schafft oder nicht, war als Idee zuerst da. Ich kann Dir gar nicht mehr genau sagen, wie alles zusammengekommen ist, aber wir saßen in der Küche und ich habe einfach die Bilder aneinandergereiht. Das ist dabei herausgekommen.

Zitat:Zu meckern gibt es gar nix.

Das alte Ich sagt 'Danke'.

LGD.


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Beitrag #6 |

RE: The fall of sun
"Nichts zu meckern"
"Wie immer nicht viel gefunden"
Ey Leute, hallo?!?
Kennt ihr eigentlich dei Folge von den Simpsons, wo ein neuer Arbeiter zu Homer ins Atomkraftwerk kommt und die Zustände nicht fassen kann? So fühl ich mich nämlich. Vielleicht bin ich ja der Verrückte aber in so gut wie JEDEM Satz stimmt da irgendwas nicht.
Ohne Scheiss jetzt,  es fällt mir so derbe schwer zu akzeptieren wenn alle schreiben "toll, toll" und ich nix schreiben darf!


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