Es ist: 18-10-2018, 15:41
Es ist: 18-10-2018, 15:41 Hallo, Gast! (Registrieren)


Dystopie/Cyberpunk-Indonesien (Teil XV bis XVII)
Beitrag #1 |

Dystopie/Cyberpunk-Indonesien (Teil XV bis XVII)
XV
 
Als Sadewa die Position seiner Mikrodrohne erneut überprüfte, versank der Sprawl um ihn herum bereits in das Grau der Dämmerung. Überall gewann das Licht der Hologramme an Eindringlichkeit, tränkte die hereinbrechende Dunkelheit in ein bunt leuchtendes Abbild der Realität. Sadewa betrachtete die Route der beiden Schulkinder, deren interessantes Gespräch er an der Werkstatt gegenüber der Jalan Kebon Sirih belauscht hatte und errechnete einen geeigneten Schnittpunkt, zu dem er seinen Wagen beorderte, damit er ihn dort übernehmen konnte. Das Schicksal schien ihm also doch noch gewogen. Gott hatte ihm diese beiden Kinder geschickt. Und die Prinzessin, die der Junge gefunden hatte, konnte nur Samayanti sein. Er spürte es.

Genau wie im Falle der POLRI, hatte er mit einer seiner Drohnen auch den Roller des Mädchens zu einem auf seiner Karte leuchtenden Peilsignal gemacht, dem er mühelos folgen konnte, solange er sich nicht zu zweit von seiner Beute entfernte. Das Umsteigen in seinen eigenen Wagen kostete ihn zwar wertvolle Zeit, zumal er mit dem Auto nun langsamer unterwegs war als auf einem GoJek, aber es war unerlässlich, wenn die Entführung Samayantis gelingen wollte. Neue Zuversicht ergriff Sadewa. Diesmal würde alles nach Plan laufen.

Kurz nachdem das Mädchen und ihr Beifahrer das kampung erreicht hatten, ließ Sadewa seine Überwachungsdrohne aufsteigen. Das kampung erstreckte sich entlang eines Kanals, der wie viele seiner Art vom Ciliwung, dem Fluss, der Jabo durchzog, abzweigte. Schmale Gassen, kleine Hinterhöfe, nahtlos aneinandergereihte, einfache Häuser mit ihren alten, aus dem letzten Jahrhundert stammenden Ziegeldächern, die diesem Teil des Sprawl aus der Luft gesehen seine charakteristische, rote Färbung verliehen. Zum Kanal hin nahm die Zahl dieser Häuser ab, wurde ersetzt durch schlichtere und baufälligere Gebäudestrukturen, die man aus dem zusammengesetzt hatte, was vor Ort vorzufinden gewesen war. Die Kanalisation verlief hier ohne eine strikte Abtrennung von der restlichen Infrastruktur. Schmale Rinnsale, die sich an den Straßen- und Gassenrändern wie Gräben entlangzogen und schließlich in den dreckigen Kanal mündeten. Wie feine Wunden, die man in den langsam dahinsiechenden Leib des Sprawl geschlagen hatte.
Zwischen diesem unübersichtlichen Meer an Häusern, drängten sich Moscheen mit ihren dünnen, die anderen Gebäude überragenden Minaretten und buddhistische Tempel mit ihren rot-leuchtenden Papierlaternen und den geschwungenen Pagoden-Dächern.

Die Überwachungsdrohne war ein streng militärisches Gerät. Modernste Tarn- und Spionagetechnologie verwandelte das kleine Luftfahrzeug in ein perfektes Überwachungsinstrument, das einem erfahrenen Operator wie Sadewa ungeahnte Möglichkeiten verschaffte, selbst bei der Observation eines derart unübersichtlichen Ortes wie das kampung ihn darstellte. Mit wenigen Augenbewegungen hatte Sadewa die Sensoren der Drohne auf den Roller, der sich durch die Gassen des kampung hin und her bewegte, fokussiert und gleichzeitig mit den Holos, die er von Samayanti besaß, ein Suchprofil geschaffen, um Raharjos Tochter aufzuspüren.

Die Hauptstraße, die sich scheinbar unberechenbar durch das kampung wand, erstickte an ihrem eigenen Verkehr. Knatternde Roller drängten sich an Sadewas Wagen vorbei, wechselten nicht selten einfach auf die entgegengesetzte Fahrbahn, um in waghalsigen Manövern, bei dichtem Gegenverkehr, am stockenden Strom der Fahrzeuge in ihrer eigenen Fahrtrichtung vorbeizukommen. Am Straßenrand flammten die billigen Leuchtröhren der kaki-lima-Händler auf. Die Dunkelheit hatte sich über den Sprawl gesenkt, war wie stets rasch über ihn hereingebrochen. Dann schlug die Gesichtserkennungssoftware seiner Drohne an. Sadewa verkrampfte die Hände am Steuer, als er für wenige Herzschläge lang in das feingeschnittene Gesicht Samayantis blickte, das die Frau zum Himmel empor gereckt hatte, so als suche sie in dem endlosen grauen Himmel über dem Sprawl nach Antworten. 95% Übereinstimmung, meldete ihm sein Konek, aber Sadewa wusste bereits, dass sie es war. Ungeachtet des dichten Verkehrs stoppte er seinen Wagen am Straßenrand und stieg aus. Sadewa kontrollierte die Position der Schulkinder. Sie hatten an einer Ecke gehalten, vermutlich bei einem der kleinen warung, die in ihren Auslagen Lebensmittel und Produkte des alltäglichen Bedarfs zu günstigen Preisen für die kampung-Bewohner verkauften. Er konnte es schaffen. Er war näher dran. Nicht, dass die beiden Schulkinder irgendeine Bedrohung für ihn dargestellt hätten, aber umso weniger Zeugen es gab, desto besser für ihn.

Sadewa fing zu laufen an. Er war ein guter und ausdauernder Läufer, aber selbst die sinkenden Temperaturen des Abends reichten noch immer aus, seinen Körper schon nach wenigen Minuten in Schweiß zu tränken. Er kniff die Augen zusammen, wischte den Schweiß hinfort, bog um die nächste Ecke, zog das Tempo noch einmal an, der Karte folgend, die seine Drohne aus der Luft für ihn generiert hatte und die er durch seine Kontaktlinsen hindurch in seinem Blickfeld aufleuchten sah. Dann hatte er die letzte T-Kreuzung erreicht. Er war ihr nun nahe. Sie hatte ihre Position nicht verändert, saß noch immer an der Türschwelle eines ärmlichen Hauses. Die Gasse war in Dunkelheit getaucht. Nur aus dem Haus drang etwas Licht. Sadewa zog seine Pistole. Sie lag  perfekt in seiner Hand, fühlte sich vertraut und wie ein Teil seiner selbst an. Er atmete durch, trat in die Gasse, richtete die Waffe auf sie. Im Augenwinkel musste sie die Bewegung in der Dunkelheit erkannt haben. Ihre Aufmerksamkeit verlagerte sich in das Schwarz der Gasse. Sie erstarrte.

„Keinen Laut“, sprach er ruhig, trat näher heran, bis er erkennen konnte, was sich jenseits der Türschwelle befand. Ein Mädchen stand dort, beobachtete Samayanti und erblickte dann ihn und die Waffe, die auf sie beide gerichtet war. Kein Schrei kam über Lippen des Mädchens, aber im fahlen Licht der Hausbeleuchtung sah er das Aufflackern der Angst in seinen dunklen Augen.
Er sollte es erschießen. Jetzt gleich. Sein Finger legte sich auf den Sensor des Abzugs. Die Waffe erkannte sofort seine Biometrik und sein Konek zeigte ihm die Einsatzbereitschaft in seinem Blickfeld an. Es gibt nur Feinde und Zeugen, Sadewa. Und beide stellen sie eine Bedrohung dar. Nakulas Stimme klang bedrohlich und eindringlich in seinen Gedanken, ließ ihn trotz der Hitze, die er empfand, frösteln. Nein, sagte er sich ruhig. Der Tod des Mädchens war nicht nötig. Noch nicht. Er würde sie mitnehmen, sie beide.
„Dein Konek. Wirf es mir zu“, befahl er dem Mädchen. Es zögerte kurz. Ein mutiger Zug. Doch dann nahm das Mädchen es von seinem Handgelenk und warf es zu ihm herüber.
„Aufstehen. Beide. Wir werden jetzt einen kleinen Spaziergang machen. Und sollte eine von euch beiden an Flucht denken.“
Doch er führte den Satz nicht zu Ende aus. An ihren Blicken erkannte er, dass sie ihn verstanden hatten. Dann weckte eine Bewegung am Rande seiner Wahrnehmung seine Aufmerksamkeit. Aus der anderen Richtung, aus einer schmalen Gasse heraus, traten zwei Gestalten. Der AIPTU und sein Untergebener! Er hatte versäumt, die Position des Einsatzfahrzeuges zu überprüfen! Wie hatte ihm das geschehen können?
„POLRI! Waffe fallen lassen!“, raunte die Stimme durch die Gasse. Sadewa wirbelte herum, bewegte sich schneller, als die beiden POLRI-Beamten es für möglich gehalten hätten. Die Schüsse ihrer elektronisch feuernden Waffen waren kaum zu hören. Sie feuerten zur selben Zeit. Ein Treffer riss Sadewas linke Schulter zurück, doch seine Meisterschaft im Umgang mit der Waffe ließ sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen. Der Untergebene des AIPTU hatte sofort geschossen, doch der Offizier selbst, so erkannte Sadewa nun, hatte gezögert. Ein tödlicher Fehler im Kampf gegen einen Mann, der so schnell und fähig war wie Sadewa. Seine automatische Waffe feuerte in schneller Folge. Der kräftige Körper des POLRI-Beamten wurde durch die Wucht der Einschläge nach hinten gerissen und schmetterte zu Boden. Der AIPTU hatte weniger Glück. Sadewas Schüsse waren perfekt gezielt, Resultate jahrelangen und erbarmungslosen Trainings und zahlloser Kriegseinsätze in den entlegenen Urwäldern des Archipels.  Das Gesicht des Mannes wurde aufgerissen, in Blut getränkt und deformiert. Dann brach der AIPTU wie eine von ihrem Puppenspieler fallengelassene wayang-Figur zusammen. Sofort setzte Sadewa nach. Der Mann am Boden war zäh. Schon war er dabei, seine Waffe wieder nach oben zu reißen. Das Atmen musste ihm nun schwerfallen. Das SmartMaterial seiner Uniform hatte sich sofort ausgehärtet, um die kinetische Energie des Treffers abzufangen und zu verteilen, aber die Wucht der Projektileinschläge hatte ihn dennoch zu Boden gehen lassen. Sadewa würde ihm keine Chance dazu geben, sich wieder zu erheben. Noch ehe der Mann wieder auf ihn feuern konnte, tränkte Sadewa den POLRI-Beamten mit Kugeln und zerfetzte ihm den Kopf. Sein Herzschlag ging schnell. Nur widerwillig löste sich sein Finger vom Sensorabzug. Dann wendete er den Kopf. Samayanti war verschwunden. Er biss die Zähne zusammen und lief zurück zum Hauseingang, hörte noch, wie eine rückläufige Türe aufgerissen wurde. Sofort stürmte er in das Haus, orientierte sich, ließ die Bewegungsortung seiner Drohne das Haus und seine Umgebung fokussieren. Ein Hinterausgang! Er stürzte in die Küche, erblickte die Türe, riss sie auf und fand sich in einem schmalen, dreckigen Hof wieder, der von Leinen überspannt wurde, an denen man Kleidung zum Trocknen aufgehängt hatte. Er musste sich beeilen. Das Mädchen kannte sich hier aus und mit jeder Minute, die er länger in diesem kampung blieb, stieg die Wahrscheinlichkeit, dass die POLRI eintraf, um den Tod ihrer beiden Männer zu rächen.

Sadewa, die Pistole fest umgriffen, schlug die Kleidung bei Seite und durchquerte rasch den Hof. Er blickte in Richtung der aufgestoßenen Türe vor sich, die Teil des gegenüberliegenden Gebäudes war. Doch seine Drohne zeigte ihm ein anderes Bild. Samayanti und das Mädchen waren jenseits der brüchigen Mauer, die den Hof von der nächstgelegenen Gasse abtrennte. Kluges Mädchen. Er schaute nach unten, erblickte das Loch in der Mauer, halb verdeckt durch die zum Trocknen aufgehängte Wäsche. Gerade groß genug für Samayanti, aber ganz sicher zu klein für ihn. Mit einem Satz wuchtete er seinen Körper auf die Mauer, wäre fast abgerutscht, als die rissige Oberkante abbröckelte. Dann war er mit einem Sprung auf der anderen Seite. Nur wenige Meter entfernt sah er Sayamanti und das Mädchen. Es hatte die Führung übernommen und zog die junge Frau um eine Ecke. Eine weitere Gasse, die – wie Sadewa mittels seiner Drohne erkannte – zum Kanal hinabführte. Sadewa sprintete los. Er bekam Samayantis zierlichen Körper zu packen, als diese soeben das von Müll und Schrott überwucherte Kanalufer hinabschlitterte. Diesmal schrie die Frau auf, wehrte sich nach Leibeskräften, obwohl er ihr die Pistole in den Rücken rammte. Dann holte er aus und schlug sie nieder. Vielleicht hätte das Mädchen in diesem Moment entkommen können. Vielleicht wäre sie schnell genug gewesen, sich in einem der zahlreichen Löcher zu verstecken, die der Kanal für die Ratten des Sprawl bereithielt. Aber das Mädchen blieb an Ort und Stelle, hielt Samayantis Hand auch dann noch fest umgriffen, als sie bereits in Sadewas Griff erschlaffte.
„Wenn du noch einmal davonläufst, dann erschieße ich dich. Hast du das verstanden?“, sprach er mit tödlicher Ruhe.
Das Mädchen nickte stumm.
Sadewa schulterte Samayanti und wies mit seiner Pistole in Richtung Kanal.
„Da lang“, befahl er. Sie würden am Ufer entlang gehen und sich dann bei einer der Kanalbrücken verstecken, bis sein Wagen, den er mit seinem Konek dorthin beorderte, sich durch den Stau gekämpft hatte. Es war risikoreich, aber den Weg wieder zurückzugehen, erschien Sadewa noch gefährlicher. Bald schon würden Drohnen der POLRI das kampung aus der Luft absuchen – lange, bevor es irgendwelchen Einsatzkräften gelungen war, sich durch den chaotischen Verkehr hierher zu begeben.
 
 
XVI
 
Die melancholischen, schwerfälligen Klänge des Dangdut-Ensembles, getragen vom Fundament der zweifelligen SynthKendhang, digital erweiterten Trommeln, die ursprünglich aus den uralten Gamelan-Orchestern* der javanischen Fürstenhöfe stammten, trieben wie langsame Wellen träge durch das gold-schimmernde Licht, in das die Bar getaucht war. Dangdut kam tief aus der Seele ihres Volkes – ein Synkretismus malaiischer und indischer Einflüsse, verwoben mit der Pop-Kultur des letzten Jahrhunderts und dem technischen Fortschritt des neuen Jahrtausends, dessen erstes Jahrhundert bald seine Mitte erreicht haben würde. Als habe Gus tief in ihr Inneres geblickt und dort den Schmerz und die Melancholie erkannt, die – so schien es ihr – in jedem Indonesier ruhte. Mehr noch, da sie nun dem Mann gegenübersaß, den sie einst geliebt hatte.

Starr und angespannt saß Tika in dem kalten Ledersessel. Außer dem goldenen Schein, der von der Barzeile kam, erhellten nur die gedämpften Leuchtelemente der interaktiven, würfelförmigen Tische das Innere der Bar. Gus hielt ihr die Schachtel GarudaPlatins hin, aber Tika holte ihre eigenen Zigaretten aus ihrer Handtasche, die auf der spiegelglatten Tischfläche vor ihr stand, ohne sich jedoch eine herauszunehmen. Sie brauchte nur irgendetwas für ihre Hände, die nicht so recht zu wissen schienen, wie sie sich verhalten sollten. Gus lächelte nur, zündete sich mit einem protzigen Goldfeuerzeug selbst eine Zigarette an, nachdem er die Schachtel wieder zurückgezogen hatte.

„Ich wusste, dass du noch nicht aufgehört hast“, sprach er durch den Rauch seiner Zigarette hinweg.
„Du hast wie immer eine einzigartige Art, mich daran zu erinnern, dass ich nicht perfekt bin“, erwiderte sie kühl.
„So habe ich das nicht gemeint, Ti. Gerade das ist es, was ich an dir liebe.“
Tika antwortete nicht darauf, verzog nur instinktiv leicht die Lippen, als er sie mit ihrem Spitznamen anredete. Sie war hier, um ein Geschäft abzuschließen und nicht um über eine Vergangenheit zu sprechen, die niemals wieder Gegenwart sein würde. Als sie nicht antwortete, fuhr er allerdings fort. Für ihn war dieses Thema anscheinend noch nicht abgeschlossen. Sie hätte es wissen müssen. Starke Nerven waren es, die sie brauchte, wenn sie dieses Gespräch erfolgreich beenden wollte.

„Ich bin sie leid, all diese perfekten Frauen, Ti. Die SimStim-Starletts, die Overlay-Models und Managerinnen, die doch nur ihre perfekte Rolle spielen“, schüttete er ihr sein Herz aus, aber wie immer bei Gus war nicht zu erkennen, wie ernst es ihm damit war.
„Wir alle spielen unsere Rollen, Gus. Das müsstest du doch am besten wissen“, gab sie zurück und blickte ihm dabei in die Augen. Wieder war da dieses Lächeln. Javaner beherrschten es auf mannigfaltige Art und Weise, zu jedem Anlass und jeder gesellschaftlichen Situation. Ein Lächeln, das so viel sagte wie es nichts ausdrückte. Schwer zu deuten, selbst für die Landsleute. Und Gus war besonders gut darin. Einst war sie auf dieses Lächeln hereingefallen. Tika schnaubte unmerklich.
„Du hast wie immer recht, Ti. Aber darum ging es mir nicht. Du bist echt. Eine Javanerin aus deinem guten Hause, hätte niemals so geschnaubt. Das geziemt sich nicht.“
Er lehnte sich nach vorne, ergriff das Whisky-Glas mit der gold-schimmernden Flüssigkeit darin, deren Wert mehreren Tagessätzen ihres Gehaltes entsprach.
„Und es macht mich an.“
Tika presste die Lippen zu schmalen Strichen zusammen.
„Gus … hör auf damit. Du weißt, dass es vorbei ist. Du solltest dich schämen. Was ist mit deiner Frau, und was mit deinem Kind?“
„Ach, komm schon, Ti“, winkte er ab.
„Du willst es doch auch. Ich sehe es in deinen Augen. Wir leben alle am Rand zum Untergang. Sieh dich um. Jeder weiß es. Nur du, du hast es noch nicht erkannt. Und was ist schon dabei? Wann hat man es dir zum letzten Mal so richtig besorgt, he? Oder macht es dir jetzt dieser AIPTU, den du rumkommandierst?“
Tikas Hände ballten sich zu Fäusten. Fast hätte sie die Zigarettenschachtel in ihren Fingern zerdrückt. Als Gus spürte, dass sie aufstehen wollte, griff er schnell nach ihrer Handtasche und zog sie zu sich herüber.
„Gib mir meine Tasche, Gus“, forderte sie ihn dazu auf, erhob sich und versuchte gar nicht erst, die Verachtung, die sie für ihn empfand, in ihrer Stimme zu kaschieren. Doch auf Gus hatte dies, wenn überhaupt, die gegenteilige Wirkung. Vielleicht gefiel es ihm sogar.
Gus senkte den Kopf. Tika blickte überrascht. Dieses Spiel schien neu. Oder lag etwas Echtes darin? Wer war überhaupt der echte Gus? Sie würde es wohl niemals erfahren.

„Es tut mir leid, Ti“, sprach er, die Stimme plötzlich sehr leise und zerbrechlich wirkend. Es klang ehrlich, aber Tika war sich darüber nicht ganz sicher. Sie hatte sich von ihm provozieren lassen. Sie hätte alles an ihrer kühlen Fassade abprallen lassen sollen. Aber nun war es zu spät dafür.
„Bitte, setz dich doch wieder“, sprach er ruhig und reichte ihr dabei die Tasche. Plötzlich wirkte er wie ein gebrochener Mann – ein altes Haus an der geschäftigen Jalan Sudirman, das von den Gezeiten des Sprawl gezeichnet war. Blass und abgenutzt, trotzig dem Monsun emporgereckt und doch dazu verdammt, den Niedergang, den der Moloch ihm bescherte, hilflos zu erdulden.
Tika setzte sich wieder, atmete innerlich tief durch. Sie brauchte etwas von Gus, und sie würde es bekommen.
Tika zog die Tasche zu sich und lockerte den Griff um die Schachtel, an der sich ihre Finger noch immer starr klammerten. Sie zog eine Zigarette heraus, legte sie zwischen ihren Lippen und zündete sie an, wartete darauf, dass Gus weitersprach. Sie wusste, dass er das tun würde.
„Ich bin … einfach mit den Nerven durch, Ti“, fuhr er schließlich fort, leerte das Whisky-Glas und schenkte sich gleich einen neuen ein.
„Die Geschäfte laufen schlecht, die wirtschaftliche Lage ist ziemlich angespannt. Es sind harte Zeiten.“ Tika erwiderte nichts darauf. Harte Zeiten, Gus?, bildete sich der eiskalte Gedanke wie ein Knoten in ihrem Kopf. Hast du dir die Menschen da draußen auf der Straße mal angesehen? Das, was Gus damit meinte, dass sie alle am Rande zum Untergang lebten, das war etwas ganz anderes, als das, was Tika darunter verstand.
„Und meine Familie …“, doch Gus sprach nicht weiter, brach einfach ab. Er suchte wieder ihren Blick und lächelte. Diesmal war sie gewappnet. Sie würde nicht noch einmal die Beherrschung verlieren.
„Gus, ich bin gekommen, weil ich etwas von dir möchte. Sicherlich weißt du das.“
Er nickte unmerklich.
„Ich werde dir helfen, Ti. Um der alten Zeiten willen. Aber du verstehst, dass kein Geben ohne Nehmen existiert.“

Tika schärfte ihre Konzentration und ihre Sinne. Jetzt begann die Verhandlung. Würde Gus etwas von ihr fordern, das sie ihm nicht geben konnte? Nicht geben wollte? Er dürstete danach, mit ihr zu schlafen, ihren Körper zu berühren, die Dinge zu kosten, die sie damals für ihn getan hatte. Sie spürte es und konnte es in seinen Augen lesen.
„Du weißt, was ich will, Ti“, sprach er ruhig, aber hinter diesem Lächeln, das Tika nun zu durchschauen vermochte, verbarg sich die Ungeduld der Begierde.
Tika zog an ihrer Zigarette, blies den Rauch langsam wieder zwischen ihren Lippen hervor. Diesmal war es an ihr, dieses Lächeln zu offenbaren, das Gus so gut beherrschte.
„Oh ja, das weiß ich. Und während ich es mache, wirst du mir alles erzählen, Gus. Über das MPR, die geheimen Abstimmungen und was die Abgeordneten Rachmanto und der verstorbene Raharjo damit zu tun haben.“
Gus drückte seine Zigarette in dem schweren Aschenbecher aus und nickte.
„Ich werde nichts auslassen, Ti“, versprach er.

Nur wenige Minuten später befanden sie sich in einem kleinen, aber schick eingerichteten Raum hinter der eigentlichen Bar. Sie wusste, dass es hier mehrere dieser privaten Besprechungsräumlichkeiten gab, die man für alle möglichen Zwecke buchen konnte. Teuer, aber verschwiegen. Gus befahl dem System des Raumes, ihm Prambanan zu zeigen und sofort verwandelten sich die Wände in ein täuschend echtes, animiertes Abbild der erhabenen Tempelanlage, über deren grauen Steinmonumenten die blutrote Scheibe der untergehenden Sonne schimmerte. Das Lichtsystem des Raumes fing diese Atmosphäre gekonnt ein und passte sich der Szenerie an. Eine perfekt Illusion.

Tika traf die üblichen Sicherheitsvorkehrungen und Gus machte ihr keine Probleme. Er deaktivierte sein Konek, trennte es von der Energiezelle, während Tika ihren Störsender aktivierte, um sicherzustellen, dass nichts diesen Raum verließ, das nicht dazu bestimmt war. Ohne sein Konek konnte Gus das SmartMaterial seiner Hose nicht mehr automatisch öffnen lassen, sodass er sie selbst herunterziehen musste. Er war bereits steif. Tika konnte es schon sehen, bevor er die Hose auch nur geöffnet hatte. Sie kam nahe an ihn heran. Er streckte seine Hand aus, wollte sie berühren.

„Noch nicht“, sagte sie leise, aber bestimmt, und er gehorchte ihr. Seine Hand sank wieder hinab. Die Finger ihrer linken Hand kamen nach vorne. Mit links zu essen, sich zu begrüßen, Geschenke zu überreichen – all das galt als unhöflich. Aber vielleicht war es gerade diese Unreinheit, die man der linken Hand zusprach, die Gus Fantasie entfachte, und als sich ihre Finger seinem steifen Glied näherten und es fast berührten, konnte er ein Stöhnen kaum unterdrücken. Doch Tika dachte gar nicht daran, dieses Ding zu berühren. Sie hatte Gus in eine Lage gebracht, aus der er ihr nicht mehr entkommen konnte. Blitzschnell zog sie ihre Waffe und presste die Mündung gegen sein aufgerichtetes Genital. Gus erstarrte.
„Das ist Teil des Spiels, nicht?“, fragte er mit einem deutlichen Zögern in seiner Stimme.
„Alles ist Teil des Spiels, Gus. Aber ich habe die Regeln geändert. Wenn du mir nicht sofort alles sagst, was ich wissen möchte, dann hat sich dein gutes Stück hier zum letzten Mal so aufgerichtet“, sprach sie, erneut ruhig, aber mit einer deutlichen Schärfe in ihrer Stimme.
„Du kleine Schlange … denkst du, dass du damit durchkommst? Ich werde mich an deine Vorgesetzten bei der POLRI wenden. Du weißt, dass ich die Kontakte habe“, zischte er.
„Und was willst du denen sagen? Dass ich mich geweigert habe, dir einen runterzuholen?“
Gus setzte zu einer Erwiderung an, doch plötzlich bemerkte Tika das Insekt, das in Kopfhöhe durch den Raum schwebte und direkt auf sie zuhielt. Eine Drohne! Tika sprang zurück, bemerkte zu spät, dass nicht sie, sondern Gus das Ziel war. Sie riss die Arme nach oben, dann explodierte Gus‘ Kopf vor ihr in einem Regen aus Blut und Knochen. Tika wurde durch die Detonation nach hinten gerissen und gegen die Wand geschmettert. Sie war taub, ihr dröhnte der Schädel und ihr Gleichgewichtssinn versagte. Erst dann spürte sie den Schmerz, der über sie hereinbrach wie die mächtigen, düsteren Wellen der javanischen See. Sie bäumte sich auf, versuchte, wieder Herr ihres Körpers zu werden, doch alles, was geschah, war das Herabsenken des schwarzen Schleiers, der sie einhüllte und mit sich fortnahm. Und die Lampe hinter dem wayang-Schirm* erlosch und ließ das Universum in sich zusammenfallen.
 
 
XVII
 
Letztendlich hatte es wesentlich länger gedauert, als Andrew Wu der Chief Inspector zugesichert hatte, dass es dauern würde. Zweimal hatte sie sich noch bei ihm gemeldet, und beide Male hatte er sie vertrösten müssen. Aber eine Fälschung anzufertigen, das erforderte nun einmal Zeit. Zeit, die er eigentlich nicht hatte. Zumal er gleichzeitig auf Hochtouren daran arbeiten musste, die wahren Hintergründe zu diesem Komplott aufzudecken. Denn genau das war es, für das Andrew es hielt. Eine gut geplante Verschwörung, die ihn stürzen und enthaupten sollte. Wem konnte er jetzt noch trauen? Selbst unter idealen Bedingungen blieben da nur wenige. Auf und ab war er in seinem Büro geschritten, bis er sich schließlich dazu durchgerungen hatte, Christhyne Zhang in seine Pläne einzuweihen. Die junge Programmiererin und Datenanalystin hatte wie er chinesische Wurzeln und er wusste, dass sie scharf auf den Sitz des Chef-Programmierers der Abteilung war, zu dem Andrew ihr verhelfen konnte. Sie würde ihn nicht verraten, solange er sie mit der Aussicht auf einen Karrieresprung im Konzern locken konnte. Zhang hatte für ihn die Systemdaten gefälscht und Bildmaterial generiert, das er Suryono zugeschickt hatte, um ihre Forderungen zu erfüllen. Das Material war aus Archivdaten zusammengestellt und entsprechend modifiziert worden, damit es einer ersten Überprüfung standhielt. Die Analysten der POLRI würden die Fälschung vermutlich knacken können, aber somit hatte Andrew zumindest Zeit gewonnen, um seine nächsten Schritte planen zu können.

„Sie denken zu viel nach“, hörte er Zhangs mahnende Stimme ihm gegenüber. Wu schreckte aus seinen Gedanken hoch, blickte Zhang an, die sichtlich vergnügt an ihrem TimorDream schlürfte, einem sündhaft teuren Cocktail, der erlesene Alkoholika mit dem Geschmack des Kopi Luwak kombinierte, dessen elitäre Kaffeebohnen zu horrenden Preisen im NeoGrandIndonesia oder Pacific Palace, den Super-Malls des Sprawl, verkauft wurden. Natürlich trank Zhang auf seine Kosten, ansonsten wäre sie vielleicht noch nicht einmal mit ihm in die Bar gekommen.

„Sie haben gut reden, Zhang. Ihren Kopf möchte ja auch niemand rollen sehen“, erwiderte er missmutig. „Sie wissen noch nicht mit Sicherheit, ob diese ganze Angelegenheit wirklich gegen Sie gerichtet ist“, sprach sie weiter. „Zusammen werden wir diese seltsame Geschichte schon aufklären“, schloss sie optimistisch.
„Sie …“, begann er, brach dann aber sofort ab, als er plötzlich Chief Inspector Suryono erblickte, die – hinter einem gutaussehenden Mann mittleren Alters hergehend – im hinteren Teil der Bar verschwand. Sein Herz begann zu rasen. Was machte Suryono hier?! Alles mit der Ruhe, Wu. Das war sicher nur ein Zufall. „Was haben Sie, Wu? Sie sehen aus als hätten sie einen Kurawa* gesehen.“
„Suryono ist hier“, antwortete er ihr, darum bemüht, seine Fassung schnellstmöglich wieder zurückzugewinnen. Er hatte sich ohnehin schon zu viel Blöße gegenüber Zhang gegeben, obwohl er in der Konzernhierarchie deutlich über ihr stand.
„Die Chief Inspector?“, wunderte sich Zhang, vermied es aber klugerweise in die Richtung zu schauen, in die Andrew zuvor geblickt hatte.
Andrew nickte nur knapp, kippte den Vodka hinunter, während er in seinen Gedanken bereits allerlei Spekulationen anstellte. Doch weit kam er nicht, denn plötzlich zerriss der dumpfe Knall einer Explosion den wabernden Klangteppich des DigitalDangduts in der Bar. Andrew riss seinen Kopf herum, erkannte noch im Augenwinkel, wie Zhang ängstlich zusammenzuckte und in Furcht vor einem Anschlag ihr Haupt senkte, um notfalls unter dem Tisch in Deckung gehen zu können. Aber Andrew war aus einem anderen Holz geschnitzt. Sicher, die meisten in der Abteilung hielten ihn für einen typischen Bürohengst, einen knallharten Geschäftsmann zwar, aber eher intellektuell denn physisch bedrohlich, aber wie die allerwenigsten in seiner Position, hatte er tatsächlich einmal ganz unten angefangen – bei den Kadern der Truppen, die KerisCombat Inc. stellte. Andrew war deshalb auch klar, dass dies kein islamistischer Terroranschlag war, sondern der gezielte Angriff auf eine Einzelperson. Islamisten hätten eine größere Sprengladung benutzt, höchstwahrscheinlich eine Monofaser-Splitterbombe, deren ultradünne Fragmente mühelos durch alles schnitten, was sich in ihrem Wirkungsbereich befand.

Andrew sprang auf, ließ die stromlinienförmige Attentäterwaffe, die er stets bei sich trug, per Muskelreflex aus dem versteckten Holster an seinem Unterarm schnellen. Ihm war bewusst, dass er völlig außer Übung war. Sein Metabolismus war nicht mehr auf eine Gefechtssituation eingestellt und da er mittlerweile wesentlich mehr zu verlieren hatte und die Konzerndoktrin ihm ständig im Nacken saß, auch nicht mehr so risikofreudig wie noch in jungen Jahren, aber er wollte verdammt sein, wenn die Explosion nicht mit Suryono zu tun hatte. Kurze Zeit später erreichte er die hinteren Bereiche, gerade als sich die Türe, die in den Flur mit den privaten Besprechungsräumen führte, vor ihm öffnete. Eine junge Angestellte, perfekt gestylt in ihrem enganliegenden, fließenden NeoBatik Dress, taumelte ihm entgegen, unverletzt, aber bleich und zitternd vom Schock. Er schob sie zur Seite, betrat den Flur und blickte auf die Reihe verschlossener Türenpaare. Er konnte nicht einmal erkennen, welche Räume gebucht waren und welche nicht. Verdammt! Er riss die Türe wieder auf und rief der Frau hinterher.
„Öffnen Sie den Raum von Chief Inspector Suryono, Ibu!“
Die Frau schaute perplex. In die Bar kam Bewegung. Das System forderte die Menschen über ihre Konek-Verbindung auf, die Bar aus Sicherheitsgründen zu verlassen, während das Personal dafür sorgte, dass keine Panik ausbrach.
Andrew wollte seine Forderung soeben wiederholen, als die Frau den Kopf schüttelte.
„Sie hat den Raum nicht gebucht … es war der Mann“, sprach sie verunsichert. Immerhin wusste sie nicht, wer er war und den Namen des Fremden schien sie auch nicht preisgeben zu wollen. Andrew fragte sich kurz, ob sie überhaupt Zugriff auf die Raumsysteme hatte. Er bezweifelte es.
„Ich bin Executive Officer Andrew Wu von der KerisCombat Inc.“, wies er sich aus, ließ das Holo des Konzerns aufleuchten. „Sorgen Sie dafür, dass der Raum geöffnet wird.“
Die Angestellte nickte. Andrew ging zurück, blickte sich um. Eine Ewigkeit schien zu vergehen, dann öffnete sich weiter hinter im Korridor eine Türe. Sofort lief er los, hielt seine Waffe bereit, sah gedämpftes, blutrotes Licht aus dem Zimmer strahlen. Vorsichtig warf er einen Blick hinein. Der Mann war übel zugerichtet, der Kopf bis zur Unkenntlichkeit zerfetzt. Andrew schluckte und wandte den Blick ab, bemerkte Suryono, die an der Wand neben der Türe zusammengebrochen war. Sofort beugte er sich über sie. Wenn sie hier starb, dann war er seine Probleme vielleicht los. Andererseits konnte sie eine mächtige Verbündete werden, sollte dieses tödliche Spiel sie beide auf dieselbe Seite verschlagen. Und irgendwie hatte Andrew es im Gefühl, dass dies der Fall sein könnte. Er zögerte nur kurz, ging alle möglichen Szenarien blitzschnell in Gedanken durch. Dann zog er aus seinem Notfallset die Naniten-Injektion. Neben der Waffe war es dieses Gerät, das er immer bei sich trug. Einmal im Körper, verrichteten die programmierten Naniten wie in Zeitraffer Regenerationsarbeiten und konnten selbst Schwerstverletzte vor dem sicheren Tod bewahren. Ohne noch weiter zu zögern, injizierte Andrew der Chief Inspector die Naniten-Dosis. Rasch und routiniert, so wie er es in der medizinischen Abteilung des Konzerns gelernt hatte. Weniger als zehn Minuten später war ein Team der NoSakit Corp. vor Ort und übernahm die Arbeit, die er begonnen hatte. „Sie haben ihr das Leben gerettet“, sprach der Teamleiter ihn an, aber Andrew war bereits wieder auf dem Weg in die Bar. Er wollte nur noch eines. Vodka. Viel Vodka.


...
*Gamelan = Uralte und sehr komplexe Musiktradition der javanischen Fürstenhöfe, die im 18. Jahrhundert Orchesterformationen herausbildete und unter anderem verschiedenen Gong-Instrumenten beinhaltet.
*Kurawa = Die dämonenartigen Gegenspieler der heldenhaften Pandawa Lima in den Geschichten des Wayang Kulit.
*wayang-Schirm = Im Wayang Kulit, dem javanischen Schattenspiel, wird der halbtransparente Schirm von einer Lampe beleuchtet, sodass die Schatten der Lederfiguren darauf zu erkennen sind. Der Schirm und das, was darauf zu sehen ist, stellt in der javanischen Logik das Universum (sprich: die Realität) dar, während die Zuschauer selbst und alles um sie herum nur das Abbild (der Schatten) dieser wahren Welt ist. Das "Theater" wird damit zur alleinigen Wahrheit erhoben.

Bhinneka Tunggal Ika - Unity in Diversity

Webseite des Benutzers besuchen Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Deutsche Übersetzung: MyBB.de, Powered by MyBB, © 2002-2018 MyBB Group.

Design © 2007 YOOtheme