Es ist: 27-11-2020, 07:23
Es ist: 27-11-2020, 07:23 Hallo, Gast! (Registrieren)


Überall Blut
Beitrag #81 |

RE: Überall Blut
hallo zusammen,

schön, dass sich hier etwas tut. Icon_jump

so erstmal zu bianca:

Zitat:Als er noch gelebt hatte, war er es gewesen, der es mit diesen Druckbuchstaben besetzt hatte.

irgendwie klingt das so als wäre sir john tot. :icon_gucker: wenn das wirklich so ist, dann ist es natürlich okay so, aber im moment bin ich noch irritiert. ich werd aber erstmal weiterlesen.

Zitat:vor Schreck umfallen würde, wein sein Computer wie durch Geisterhand Wörter auf den Bildschirm zauberte.

weil

Zitat:Der Kleine war noch fleißig die Spaghettis in sich hineinstopfen und würde den Schreck noch verdienen.

klingt merkwürdig. vorschlag: "und er verdiente den Schreck doch."

Zitat:Er begann mit seiner Geburt, davon, wo er gelebt, geliebt und getrogen hatte.

betrogen

Zitat:NOrmalerweise war er ein Geist

das o hat sich größer gemacht, als es sein sollte. Icon_smile

gefällt mir sehr gut, deine kleine geistergeschichte. Icon_smile sir john ist also wirklich ein toter, ein toter schriftsteller sozusagen. und jetzt hat er endlich (nach einem jahr) rausgegriegt, wie er etwas anfassen kann und beginnt zu schreiben. dabei merkt er dann, dass seine hände sichtbar geworden sind, und so kommt es dann zu dem bild.
schön, dass du hergefunden hast und den thread um die geistergeschichte bereichert hast. Icon_wink

und jetzt zu libbi:

Zitat:eine Pink Floyd inspirierte Lösung

ich habe in der letzten zeit viel pink floyd gehört und freu mich jetzt noch ein bisschen mehr auf deinen text. Icon_smile

ich würde mal sagen ein typisches libbi textchen. jedesmal wenn ich etwas von dir lese muss ich erstmal meine gedanken ordenen. nun, wir haben hier schüler, die lärm veranstalten, warum wissen sie anscheinend selbst nicht. dann finden sie die blutigen hände und es stellt sich heraus, dass ein lehrer dafür verantwortlich ist. sie flüchten dann vor ihm und seinem kunstwerk.
ich finde du hast das bild "wunderbar blutig" umgesetzt und dabei mich gleichzeitig wieder nachdenklich gestimmt, über diese schüler und ihren lehrer.

und du hast ein neues bild mitgebracht. sehr schön! danke lu und libbi fürs überbringen.
ich selbst versuche mich gerade an addis letzten bild und hoffe auch wieder bald etwas präsentieren zu können. Icon_wink

lg

Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #82 |

RE: Überall Blut
Jeronimus meldet sich nach langer Abstinenz wieder zurück, dafür mit neuem Elan.


Bild: ein Kieselsteinlabyrinth, in dessen Mitte ein Kopf liegt


Viel Spaß dabei. Ich hoffe die Fehler sind nicht zu zahlreich. Hab mir den Text kurz aus den Fingern gesaugt. Viel Spaß!



Sie wischte sich mir dem Handrücken über die Stirn, auf der sich immer mehr und schneller Schweiß sammelte. Dabei verwischte sie die Raue Erde, die ihr Gesicht wie Kriegsbemalung zierte.
Aber die Mühe hatte sich gelohnt. Dumpf schlug die Schaufel gegen das Kiefernholz des Sarges. Erst jetzt bemerkte sie, wie tief sie hatte graben müssen. Nur knapp konnte sie über den Rand schauen.
Erleichtert atmete sie aus, betrachtete die Blasen auf ihren Handflächen, die bereits brannten und es später sicher noch stärker täten.
Nur noch eine Sache war zu tun. Mit aller Kraft rammte sie die scharfe Kante des Spatens in das Holz, sodass es splitterte und wie eine klaffende Wunde wirkte. Hektisch riss sie die Bretter heraus, das Ziel direkt vor ihren Augen. Plötzlich schlug ihr ein Geruch entgegen, Verwesung und Tod schwangen mit und raubten ihr die Sinne, aber sie zögerte nur kurz, versteckte ihr Gesicht in dem hohen Kragen ihres Mantels.
Endlich war es vollbracht. Da lag er. Seine Haut blass und bläulich und im Schein des Mondes fast schön anzusehen.
Lange hatte sie gewartet auf den richtigen Moment, gezögert, verschoben, aber das morbide Verlangen war zu stark.
Lediglich eine Schaufel, versteckt im Inneren Ihres Mantels, eine Plastiktüte und das Buch hatte sie mitgenommen und ihr Haus mitten in der Nacht verlassen. Zielstrebig und verborgen im Schatten der Nacht zum Friedhof eilend.
Erneut betrachtete sie das Gesicht des Mannes, der sie in ihren Träumen verfolgte, seit sie die Nachrichten gesehen hatte.
Anthony Arons, Vergewaltiger, Mörder und Selbstmörder.
Sie musste einfach wissen was im Kopf eines solchen Mannes geschah.
Dann atmete sie tief durch und schlug zug. Nicht annähernd so eklig, wie in ihrer Vorstellung klang das Geräusch des reißendes Fleisches und brechenden Knochens.
Ohne Ekel griff sie den Schädel an den dunklen Haaren und ließ ihn in der Plastiktüte verschwinden. Schnappte sich das Werkzeug und ihr teures Buch, um sich an den Ort ihrer Wahl zu begeben. Dort würde sie alles erfahren, was ihr so in der Seele brannte.
Als sie dort ankam, schlug ihr Herz wie wild. Sie hatte alles Gefühl für Zeit verloren, dafür hörte sie jedes Rascheln lauter und näher, als es wirklich war. Nun konnte sie verschnaufen, sie hatte es geschafft.
Alles war bereit und schien unentdeckt geblieben. Genug Schutz hatten die Bäume geboten und das Kieselsteinlabyrinth im feuchten Gras lag noch genauso da, wie an dem Tag, als sie es dort geformt hatte.
Mit einem Handgriff schlug sie das Buch an der markierten Stelle auf, dann rollte sie den Kopf heraus, der auf der Seite liegen blieb, und stellt ihn mit dem kränklichen Gesicht zu sich gedreht in die Mitte der Spirale aus Kieseln.
Sie schloss die Augen und begann die Worte zu rezitieren, die sie schon so lange auswendig gelernt hatte. Ihre Finger strichen unruhig über die Seiten, ihre Worte machten sich auf den Weg durch die Höllenkreise.
Plötzlich schreckte sie ein Husten auf. Die geschlossenen toten Augen des Schädels waren aufgerissen, der Mund schmerzverzogen, der Blick Vorwurfsvoll.
„Bist du Anthony Arons?“, stotterte sie.
„Wer möchte das wissen?“ Die Lippen bewegten sich kaum. Zu tot waren Muskel und Fleisch.
„Nur eine nichtige Dienerin des Dunkeln. Bitte verzeiht, dass ich Eure Ruhe störe.“
„Was möchtest du?“
„Euer Wissen. Lasst mich teilhaben an Euren Gedanken und den Bildern, die Eure Augen gesehen haben.“
„Lege deine Hände auf meine Augen. Und wisse.“
Zaghaft legte sie ihre Hände auf den Schädel, berührte mit ihren Daumen die Augen und schloss die ihren.
Wie ein Blitz schlug es in sie ein. All die Bilder, Erinnerungen, Schmerz und Boshaftigkeit drangen durch ihren Körper. Fraßen Ihre Seele und zerquetschten ihr Herz.


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Beitrag #83 |

RE: Überall Blut
hallo jeronimus,

schön, dass du voller elan wieder hier bist. Icon_smile dann schau ich auch gleich mal, was dir zu dem bild eingefallen ist.

Zitat:Nicht annähernd so eklig, wie in ihrer Vorstellung klang das Geräusch des reißendes Fleisches und Knochens.

das klingt so, als ob der knochen auch reißen würde. also müsste es: "... und des brechenden Knochens" heißen

Zitat:Ohne Ekel griff sie den Schädel an den dunklen Haaren und ließ ihn in der Plastiktüte verschwinden. Schnappte sich das Werkzeug und ihr teures Buch, um sich an den Ort ihrer Wahl zu begeben.

der zweite satz ist eigentlich kein satz. entweder muss nach dem "verschwinden" ein komma, oder vor das "schnappte" ein "Sie"

Zitat:Dort würde sie alles erfahren, was ihr so brennend in der Seele brannte.

hier ist dir eine dopplung reingerutscht.

Zitat:Sie hatte alles Gefühl für Zeit verloren,

das liest sich seltsam. eher: "Sie hatte ihr Gefühl"

die offensichtlichen rechtschreibfehler hab ich mal aussen vor gelassen, die findest du bestimmt selbst, wenn nicht kann ich dir da gerne eine PN zukommen lassen. Icon_smile

so, deine geschichte stellt das dar, was ich mir zu dem bild als aller erstes gedacht habe. mir war die idee dann nicht "ungewöhnlich" genug, um sie umzusetzen. trotzdem hat mir deine geschichte dazu gut gefallen. dieses mädchen mit ihrem morbiden tick, fand ich recht interessant. da würde mich schon reizen mehr über sie zu erfahren. aber, gut, dazu sind wir ja nicht hier. Icon_wink
ich finde du hast die geschichte zum bild gut umgesetzt und sogar in der kürze eine recht gruselige stimmung rübergebracht.

ist das mädchen jetzt eigentlich auch tot, oder wie? allein von den erinnerungen?

hat mir gefallen.

lg

Lady

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Beitrag #84 |

RE: Überall Blut
Hallo Lady,

flott wie immer. UNd kurz zu früh, hatte im gleichen Moment einige Fehler ausgemerzt. Aber danke für den Dopplungshinweis!!! Sehr hässlich.

Zitat:so, deine geschichte stellt das dar, was ich mir zu dem bild als aller erstes gedacht habe. mir war die idee dann nicht "ungewöhnlich" genug, um sie umzusetzen.
was neues ist es nicht, aber es war das erste was mir einfiel und ich dacht, je früher ich zurück bin desto besser.

Zitat:trotzdem hat mir deine geschichte dazu gut gefallen. dieses mädchen mit ihrem morbiden tick, fand ich recht interessant. da würde mich schon reizen mehr über sie zu erfahren. aber, gut, dazu sind wir ja nicht hier. Icon_wink
ich muss sagen, dass mir das Mädchen auch gefällt. hat potential eine figur aus einem Tim Burton Film zu sein. aber die zeit, du verstehst.

Zitat:ich finde du hast die geschichte zum bild gut umgesetzt und sogar in der kürze eine recht gruselige stimmung rübergebracht.
danke. aber du findest sowieso immer etwas Gutes Icon_smile

Zitat:st das mädchen jetzt eigentlich auch tot, oder wie? allein von den erinnerungen?
In meiner Vorstellung hat sie es nicht ertragen. UNd der der letzte Satz klärt eigentlich alles, aber du darfst es gern anders interpretieren.


vielen Dank fürs Kommi und ich warte auf deinen Beitrag
Gruß
Jeronimus


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Beitrag #85 |

RE: Überall Blut
Hey Lady,

entschuldige, dass du so lange auf eine Antwort warten musstest, komm mir schon fast unhöflich vor.
Ja, Pink Floyd hab ich letzter Zeit rauf und runtergehört, da bot sich das irgendwie an oder eher: kam so. Ich liebe ja The Trial, und die ganze Wall eigentlich. Zurück zum Thema:
Freut mich, dass es blutig genug geworden ist, hab's fast vergessen, dass wir hier beim Blut sind. Bin mal gespannt, was dir zu Addis Bild einfällt Icon_smile.

LG
Libertine

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
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Beitrag #86 |

RE: Überall Blut
hallo alle zusammen,

endlich hat es mein beitrag geschafft onlinereif zu werden. es geht um das bild:
"Ein toter Teenager, der nachts in einem Wald entdeckt wird, wie er an einem Baume baumelt ". ich hab es mir mal ausgeliehen um meine waldbewohner vorstellen zu können und hoffe, dass ich dem bild dann doch noch genug aufmerksamkeit geschenkt habe. Icon_wink

also viel spaß bei meinen Baumwächtern.

lg
Lady

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Beitrag #87 |

RE: Überall Blut
Hiho,
nach sehr langer kreativer Abwesenheit stelle ich auch endlich mal wieder eine Geschichte vor. Ich wünsche euch viel Spaß damit und hoffe, dass es diesmal besser ankommt als meine "Rote Schuhe" - Geschichte. Icon_wink

Thema: Eine Tastatur und darauf zwei Hände, jedoch ohne dazugehörigen Körper.

Ein schauerliches Heulen erhob sich in die kalte Nachtluft, als der Wind über die zerklüftete Schrottlandschaft fuhr, in dem Labyrinth aus Stahl und Rost vorübergehend ein Zuhause fand, den roten Überzug der Zeit abschmirgelte und wieder in die Außenwelt entwich. Metall schob sich über Metall, dass es unangenehm knirschte, doch Piotr registrierte die Geräusche kaum mehr, so gewöhnt war er an die Kulisse in seinem Ohr. Wie jeden Tag seit zwanzig Jahren strich er auch heute wieder durch die endlos scheinende Schrottlandschaft, auf der Suche nach etwas, das er eintauschen oder zumindest für sich selbst nutzen konnte. Sein treuer Begleiter Gragrel streifte nur wenige Meter von ihm entfernt umher, die eifrige Nase immer dicht über den Boden haltend. Seit Sonnenuntergang waren sie unterwegs, unermüdlich einen Fuß vor den anderen setzend. Erfolglos.
Erst als sich bereits ein hellgrüner Streif am Himmel zeigte, die Berge aus Geröll schwarz hervorhob, begann Gragrel unruhig zu werden. Ein Zittern lief durch seinen Körper, während er heiser kläffend mit seinen Pfoten zwischen dem Schrott herumschabte.
Durch die Aussicht beflügelt, doch nicht mit leeren Händen nach Hause zu müssen, eilte Piotr zu dem Hund, schob ihn sanft beiseite und begann vorsichtig zu graben. Schon nach wenigen Sekunden stießen seine Finger auf etwas, etwas Weiches, Klammes. Unerwartetes.
Schaudernd zog Piotr seine Hände zurück. Nicht schon wieder, dachte er resigniert, während er auf seinen grausigen Fund hinabblickte. Zwei Hände, weiblich, die Nägel pink lackiert. Er schüttelte den Kopf. Wahrscheinlich wieder eine aus dem Sexdienstleistergewerbe. Was auch sonst? Sie legten es in ihrem Beruf ja geradezu darauf an, seitdem der Rat diesen als gesetzwidrig erklärt hatte. Die Frauen gingen ihrem Gewerbe nun in der Unterstadt nach, dem Ort, an dem auch der Abschaum der Stadt wohnte. Oder wohl eher hauste. Wie praktisch, dass da der passende Platz zur Entsorgung direkt vor der Haustür lag. Und wenn er das richtig sah, waren die Ratten, neben den Schaben die einzigen Sieger der Rezession, auch schon da gewesen.
Seufzend und mit einem Ausdruck leichten Ekels im Gesicht hob er die beiden Handstümpfe empor, betrachtete die von winzigen, aber scharfen Zähnen verursachten Wundränder und warf sie mit einem erneuten Schaudern beiseite. Als er erneut in das Loch schaute, blickten ihm die Reste einer Tastatur entgegen. Kleine, weiße Tasten, deren Prägung schon lange verblasst war. Trotzdem packte ihn plötzlich die alte Wut und er hieb mit seiner Faust auf das Stück Plastik, dass es nur so auseinander platze. Verfluchte Computer, verfluchtes Internet, ohne euch wäre das alles nie passiert, schrie er in Gedanken, schlug erneut zu und immer wieder, bis der Anblick seiner blutigen Knöchel ihn wieder zu Vernunft brachte. Mehrere Minuten hockte er schnaufend da. Leere in den Augen. Dann erhob er sich mühsam, winkte Gragrel an seine Seite und machte sich auf den langen Weg nach Hause. Die kronenbewährte Stirn, die aus einem der Berge ragte, wie immer als Orientierung benutzend. Die gute Lady Liberty, was für ein Glück, dass der Schrott ihre Augen verhüllt und sie nicht mit ansehen muss, zu was diese Welt verkommen ist.

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #88 |

RE: Überall Blut
Sodele, nachdem ich meinen Beitrag online gestellt hatte, war der Jero so nett, mich auf die noch fehlenden Kommentare hinzuweisen. Darum jetzt dazu ein kleines Feedback.

Nach der Reihe oder nach Alter und Etikette?
Egal, kommt ja auf dasselbe raus. Icon_wink

@ Bianca:

Zitat:Sir John MecCartney flog flüchtig über die aufgeschlagene Zeitung und runzelte die Stirn.
- *g* Vom Lesen weiß ich, dass du hier nen Geist hast, aber fliegt er wirklich auf die Zeitung oder seinen Blick? Weil wenn er drüberfliegt hat er eigentlich keine Zeit, sich über die Namen zutasten. Ach, und schottische Namen schreibt man Mac oder Mc. Icon_wink

Zitat:Kopfschüttelnd strich er mit dem Finger um den einen Namen, der ihm etwas auf dieser Seite sagte. Zum einen wollte er sich vergewissern, dass seine Augen wirklich lasen, was real dort stand, zum anderen musste er einfach über das leicht raue Papier streichen.

- *g* Gibt es denn auch unreal dastehende Namen?

Zitat:Dabei war er der Beste darin gewesen, wenn es hieß, die Worte lebendig werden zu lassen, sie zu verschlingen, verästeln, Atem in sie hineinzuhauchen.
- ich glaube, du meinst, "sie miteinander zu verschlingen", weil gegessen hat er sie ja wohl nicht. Icon_wink

Zitat:Nun, die Zeiten änderten sich.
- Hatten sich geändert.

Zitat:Ihm wären niemals diese Fehler passiert: Wortwiederholungen, Adjektivlawinen ...
*gggg*

Zitat:Seufzend legte er die Zeitung beiseite und schleppte sich hinüber zu seinem Computer.
- Warum schleppt er sich denn? Er hat ja kein Körpergewicht mehr.

Zitat:Insgeheim hoffte er, dass der kleine Junge nicht irgendwann in sein Zimmer stürmen und vor Schreck umfallen würde, weil sein Computer wie durch Geisterhand Wörter auf den Bildschirm zauberte. Aber was dachte er da? Der Kleine war noch fleißig die Spaghettis in sich hineinstopfen und würde den Schreck noch verdienen.
- Das ist irgendwie durcheinander. Entweder er würde dem Jungen tierisch gern nen Schreck einjagen, oder nicht. Icon_wink

Zitat:Sir John MecCartney stutzte, als er plötzlich auf die Tastatur blickte. Nein ... Normalerweise war er ein Geist, er sah sich nicht, er war praktisch nur ein Gedanke, der glaubte, er besäße einen eigenen Körper ... Aber da waren Hände, Finger, Sehnen, festes Fleisch auf der Tastatur!!!
- Den Teil würd ich streichen, da es etwas die Spannung nimmt und nichts Neues verrät.

Zitat:Sollte .... ? Ja, er konnte sich selber wieder ins Leben rufen. Er schrieb weiter, beschrieb seine Arme so detailgetreu, wie er sie in Erinnerung hatte, sein Gesicht, seine Augen, seine Brauen, das schüttere Haar .... Doch außer seinen Händen erschien kein weiterer Körperteil von ihm. Bedauerlich ...
Aber was brauchte er schon mehr, außer den Händen?
- Ja, da er vorher schon tippen konte, bringen ihm die Hände eigentlich eher Nachteile, da er ja nun zum Teil sichtbar ist, also vorsichtiger sein muss.
Ich weiß, dass auch diese Geschichte unter Zeitdruck entstanden ist, es liest sich jetzt nach viel Kritik, doch an sich sind es ja nur Klinigkeiten. Ich finde deine Idee sehr gut, und mit etwas mehr Zeit kannst du daraus ne richtig tolle Kurzgeschichte machen.

LG
Addi

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Beitrag #89 |

RE: Überall Blut
Hallo Adsartha,

ein sehr kaltes Setting, in das du den Fund setzt, eine kalte Welt, irgendein Überrest oder Randstück einer Zivilisation, die sich selbst zugrunde gerichtet hat - zumindest Teile von sich weit genug zu Boden drückte, um sie aus dem Sichtfeld zu bekommen.
Der erste Satz ist sehr stimmungsvoll, allerdings ist mir nicht ganz klar geworden, wie es dort nun aussieht, da du abwechselnd von einer Berg- und einer Schrottlandschaft schreibst. Am Ende erwähnst du die Berge erneut, weswegen mir "Berge aus Schrott" nicht gemeint erschienen. Da könntest du etwas deutlicher machen, ob es sich nun um richtige, also natürliche, oder künstliche, angehäufte Müllberge handelt.
Als du schreibst, dass der Hund (?) unruhig wird, dachte ich erst, es bestände Gefahr. Deswegen hat mich gewundert, dass sich Piotr (schöner Name übrigens) darüber freut. Sie finden Frauenhände auf einer Tastatur und hier zeigt sich der Kontrast zwischen der Welt oben, die Prostitution verbannt, und der Welt unten, in der nur die Verbannten leben (und sterben) - gleich, ob sie damit zurecht kommen oder nicht. An der Stelle klingt etwas an. Gefällt mir gut, wie du es rüberbringst.
Am Ende der Geschichte hatte ich allerdings das Gefühl, dir ist nichts eingefallen. Du zeigst seine Wut auf die Tastatur, den Zorn auf diese verkommene Welt, und dann? Sieht er sie nicht trotzdem als Tauschgut an? Welche Gegenstände haben überhaupt Wert "dort unten"? Wenn ich es mir recht überlege, passt das Ende eigentlich doch, was soll sonst passieren? Zumal es nur eine Übung ist.
Und als solche finde ich deinen Text gut gelungen, selbst wenn mir nicht alle angesprochenen Eigenheiten dieser Welt ganz klargeworden sind.

Ein paar Anmerkungen direkt am Text:
Zitat:die eifrige Nase immer dicht über dem Boden haltend.
nicht eher: über den Boden ?
Zitat:seitdem der hohe Rat diesen als gesetzwidrig erklärt hatte
vllt der Hohe Rat als Eigenname?
Zitat: er hieb mit seiner Faust auf das Stück Plastik, dass es nur so auseinanderplatze.
auseinander platzte
Zitat:schlug erneut zu und immer wieder, bis der Anblick der blutigen Knöchel ihn wieder zu Vernunft brachte.
Meint er die Knöchel der Frauenhand oder hat er sich seine eigenen blutig geschlagen?
Zitat:Dann erhob er sich mühsam, winkt Gragrel an seine Seite
winkte
Zitat:Die kronenbewährte Stirn, das aus einem der Berge ragte, wie immer als Orientierung benutzend.
Den Satz verstehe ich nicht *g*
Wessen Stirn? Kronenbewährt? Also wie eine Art Königsberg des Scheußlichen?
und: die aus einem ...

Liebe Grüße,
Libertine

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Beitrag #90 |

RE: Überall Blut
Hi libbi,

Zitat:ein sehr kaltes Setting, in das du den Fund setzt, eine kalte Welt, irgendein Überrest oder Randstück einer Zivilisation, die sich selbst zugrunde gerichtet hat
- Jupp, sowas machen wir Menschen ja sehr gekonnt. Icon_wink

Zitat:Der erste Satz ist sehr stimmungsvoll, allerdings ist mir nicht ganz klar geworden, wie es dort nun aussieht, da du abwechselnd von einer Berg- und einer Schrottlandschaft schreibst. Am Ende erwähnst du die Berge erneut, weswegen mir "Berge aus Schrott" nicht gemeint erschienen. Da könntest du etwas deutlicher machen, ob es sich nun um richtige, also natürliche, oder künstliche, angehäufte Müllberge handelt.
- Es ist eine Landschaft aus Schrott, ja. Ich wollt nur nicht die ganze Zeit Schrottberge schreiben. Hab aber jetzt den ersten Satz etwas verändert, damit es verständlicher ist.

Zitat:Als du schreibst, dass der Hund (?) unruhig wird, dachte ich erst, es bestände Gefahr. Deswegen hat mich gewundert, dass sich Piotr (schöner Name übrigens) darüber freut.
- Piotr freut sich, weil er denkt, die Unruhe ist auf einen guten Fund zurückzuführen.

Zitat:Sie finden Frauenhände auf einer Tastatur und hier zeigt sich der Kontrast zwischen der Welt oben, die Prostitution verbannt, und der Welt unten, in der nur die Verbannten leben (und sterben) - gleich, ob sie damit zurecht kommen oder nicht. An der Stelle klingt etwas an. Gefällt mir gut, wie du es rüberbringst.
- Danke

Zitat:Am Ende der Geschichte hatte ich allerdings das Gefühl, dir ist nichts eingefallen. Du zeigst seine Wut auf die Tastatur, den Zorn auf diese verkommene Welt, und dann? Sieht er sie nicht trotzdem als Tauschgut an? Welche Gegenstände haben überhaupt Wert "dort unten"? Wenn ich es mir recht überlege, passt das Ende eigentlich doch, was soll sonst passieren?
- Ah ja *g*
Wie gesagt, er dachte, der Hund hätte was gutes gefunden, doch stattdessen hat er wieder das schreckliche Gesicht seiner Welt gesehen und die Schuldigen, die moderne Technik, noch dazu, so dass er in Wut ausbricht. Dachte eigentlich, das kommt rüber, aber naja.

Zitat:Und als solche finde ich deinen Text gut gelungen, selbst wenn mir nicht alle angesprochenen Eigenheiten dieser Welt ganz klargeworden sind.
- Ja, ist ja auch nur ein Abriss.

So, deine Anmerkungen hab ich verbessert und das mit der Krone hab ich auch noch etwas versucht, zu erklären. Ich danke dir, für dieses hilfreiche Feedback und auch fürs Lesen.
Hab mich sehr gefreut.

LG
Adsartha
So, da die Libbi meine Reihe unterbrochen hat, nun noch mal eine ordentliche Begrüßung.
Hallo Icon_smile

Und nun zum Feedback:
@ Libbi:

Zitat:Schrien wir die Wände hinab, aus den Fenstern, zwischen den Fassaden hindurch bis zum gegenüberliegenden Anbau, von dem aus sich der Schall reflektierte und auf uns zurückfiel. alone, alone, alone, ...
- Cooler Anfang. Nur warum sprechen die Englisch?? Mrgreen

Zitat:Wir sahen nicht, was auf der anderen Seite geschah, schlugen nur die Fäuste auf die Fensterbretter, quetschten uns allesamt an den winzigen Ausguck aus dem Klassenzimmer.
- Würd hier ein "genau" ergänzen, sonst klingt es zu absolut. Irgendwas müssen sie ja sehen, sonst würden sie ja nicht so ausrasten. Icon_wink

Zitat:Uns gegenüber bewegten sich nur Schatten, hektisch durcheinander, wir sahen nicht, was geschah, fühlten nur diese Unruhe, Vorgewitterunruhe, dieses Aufbäumen dagegen.
- Das hast du davor schon gesagt, und hier stört es mich auch ein bissl, so eingeschoben. Wirkt etwas unglücklich.

Zitat: Eine Hand am Fenster, ein Körper, der sie fortriss, ein Kopf, der statt ihrer erschien, ein weiterer Körper, der auch ihn fortriss, und vielleicht hätten wir Schreie gehört, wären wir selbst nicht so laut gewesen.
Ich weiß nicht mehr, weswegen wir uns schließlich vom Fenster lösten, weswegen wir nicht mehr nur zuschauten, sondern uns durch die schmale Tür auf den Flur drängten, losrannten, die Treppen hinab und über den Schulhof, immer noch diesen Lärm in uns, der sich sonst eher in unsere Körper fraß, als aus ihnen herauszubrechen.
- Die Szene find ich toll. Durch die Kommata wirkt es auch schön hektisch, abgehackt. Icon_smile

Zitat:Wir stürmten in den zweiten Stock des Anbaus, warfen Blicke durch die Türen in die Zimmer, hinter denen selten Klassen saßen. Alle schienen ausgestürmt zu sein.
- Warum sitzen denn da selten Klassen??

Zitat:Schließlich gelangten wir an dem Zimmer an, in dem sich die Schatten zuvor bewegt hatten.
- Das doppelte "an" stört mich hier irgendwie. Wie wärs mit "gelangten wir an das Zimmer" oder "erreichten wir das Zimmer"?

Zitat:Wir traten die Tür ein, nein, traten nicht, es war mehr die Gewalt, die aus uns kam, die sie förmlich zum Einbrechen zwang, noch bevor wir sie überhaupt berührt hatten. Hinter der Tür fanden wir
Stille.
- Den letzten Satz würd ich etwas Abheben, durch nen Absatz vielleicht.

Zitat:Eine alles umfassende Stille, eine Stimmlosigkeit, die selten in einem Raum lag, den wir betreten hatten.
- "dem Raum, den wir" denn das "den" setzt ja eine Bestimmtheit vorraus, zu der das "einem" aber nicht passen will.

Zitat:Als der erste von uns die Tastatur erblickte, schrie er auf, zerschrie die Luftblase, die uns umgeben hatte, und übergab sich.
- Sehr schön formuliert.

Zitat:Wir wichen zurück, die Welle brach, und ließ uns bloßgestellt in plötzlicher Stille zurück.
- Das Komma ist zuviel.

Zitat:Ein, ein Kunstwerk?, fragte jemand.
Er nickte. Aber ein sehr ... nun, wie drückt man das aus? Ein sehr lebensnahes ...
- Das die Anführungszeichen fehlen, irritiert hier etwas.

So, interessante "Geschichte", etwas seltsam, unerklärt, verwirrend. Aber gut umgesetzt, bis auf das etwas abrupt scheinende Ende. Und ne kleine Frage hab ich auch noch. Wenn da vorher so viele Schüler waren, wo sind die dann alle?
Bin ja schon gespannt, was dir so zu den anderen Bildern einfällt.

Icon_smile

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
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Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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