Es ist: 18-09-2019, 23:51
Es ist: 18-09-2019, 23:51 Hallo, Gast! (Registrieren)


Anmerkungen zur Hartung'schen Zeitung (Live-Ticker)
Beitrag #1 |

Anmerkungen zur Hartung'schen Zeitung (Live-Ticker)
Hallo und guten Morgen zusammen.

Ich möchte es mal so beginnen lassen: Ich habe diese Anmerkungen jetzt mehrmals versucht anzufangen, aber jedes Mal spüre, dass das, was ich schreiben wollen würde, nicht mehr politisch korrekt wäre. Daher spare ich mir das und verweise - im Hinblick auf die derzeitige Berichterstattung in den Medien - auf das Folgende: Klick

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Zur Geschichte, oder 'Was-auch-immer-das-ist':
Ich hatte mir vorgenommen, täglich zu berichten, was genau vor hundert Jahren passierte. Es war planlos, das gebe ich zu, und ich wusste nicht, wohin es führt, und wo es endet. Denn die ganze Geschichte ist mit dem 11.11.1918 nicht vorbei. (Bis hierhin gab es Tote, die überschaubar waren, aber wenn wir dieses Jahr Weihnachten feiern und durch einen Spiegel hundert Jahre zurückschauen, werden wir Blut sehen. Viel Blut, das sich danach im nächsten Jahr und dem darauffolgenden auch noch, massiv ausweiten wird.)

Zuerst war nur ein chronologischer Abriss geplant, mit Daten, Zahlen, Uhrzeiten und den Namen der wichtigsten Beteiligten. Die Hartung'sche Zeitung habe ich dabei deswegen genommen, weil ich die Stadt Königsberg immer noch viel zu sehr im Kopf habe. Der Berichterstatter Frank Peters ist erfunden, soll aber durch den Hinweis auf seine Rettungsaktion an der Westfront auf Johann hinweisen, dem Hauptdarsteller der Wettbewerbsgeschichte 'Gefion'.

Allerdings habe ich die Menschen von Damals sehr präsent im Kopf, und ich habe versucht - auch wenn ich einigen davon eher abneigend gegenüberstehe - jeden individuell und nachvollziehbar darzustellen. Sowohl Friedrich Ebert, als auch Philipp Scheidemann, oder Admiral Souchon. Ich springe dabei nicht mit auf den Zug auf, den manche fahren: Sobald im Lebenslauf einer Person irgendwie ein Hinweis auf eine antisemitische Gesinnung sein könnte, dann ist (!) die betreffende Person definitiv (!) ein Nazi.

Zum Ablauf selbst ist zu sagen, dass aufgrund dramaturgischer Notwendigkeiten und einem gewissen Zeitmangel manche Ereignisse miteinander verknüpft, anders dargestellt oder Aussagen vorgezogen wurden. Beispielsweise Rainer Maria Rilke, der tatsächlich in München war, allerdings nicht mit Peters gesprochen hatte. Diese Worte dort hat er in einem Brief verwendet, in dem er über die Ereignisse schrieb. Auch die Aussage, dass 'die Hand verdorren solle, wer diesen Vertrag unterschreibe', ist erst später gefallen - als der Versailler Vertrag unterschrieben werden sollte.

Das Tau des Todes ist die Bezeichnung für Lewisit und gab es wirklich, allerdings wurde es in den USA entwickelt. Ich habe mir dazu gedacht, dass es durch die deutschen Truppen erbeutet wurde, denn sie haben - aufgrund des Mangels an Material und Verpflegung - sehr gerne viele Dinge übernommen. Beispielsweise liegengebliebene Panzer der Alliierten. Siehe:

Klick 

Klick

Das dieses Was-auch-immer-das-ist so endet, wusste ich bis zum Schluss nicht; das heißt, ich habe das Ganze sogar fast planlos beendet. (Die Fehler werde ich noch verbessern.)

Das von mir.

VGD.


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Beitrag #2 |

RE: Anmerkungen zur Hartung'schen Zeitung (Live-Ticker)
Hey Dread,

du hast immer so schnell weiterberichtet, dass ich noch gar nicht richtig mitgekommen bin, aber ich wollte hier schon mal schreiben, dass ich es ganz toll finde, wie du diese historischen Ereignisse kreativ aufgearbeitet hast Icon_smile ...

Ich hab's jetzt recht zerstückelt gelesen, weil du eben so schnell weitergepostet hast, ich muss es also nochmal im Stück lesen, aber die Form der Geschichte als Hartung'schen Zeitung gefällt mir gut (insbesondere natürlich die Aufzeichnungen von Frank Peters)!

Viele Grüße

- Zack

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #3 |

RE: Anmerkungen zur Hartung'schen Zeitung (Live-Ticker)
Hallo Zack.

Ich musste so schnell weiterberichten, weil es genauso schnell auch weiterging. Und meine Absicht war es ja, das Vorhaben "1918-2018" eins zu eins umzusetzen.

Ein besonderer Augenmerk lag auch darauf, das, was da damals passiert ist, so einfach wie es ging - aber historisch möglichst korrekt - umzusetzen. Ich weiß, dass Geschichte ermüdend und langweilig sein kann. Aber manchmal weiß man eben mehr, oder man sieht andere Sachen in einem anderen Licht.
Beispiel:
Der Bundespräsident war bei der Kranzniederlegung in London dabei, wegen des Kriegsende. Er ist von der SPD, die gleiche Partei, der vor hundert Jahren diese Last durch die (III.) Oberste Heeresleitung aufgetragen worden war. Bezeichnenderweise war auch ein Stabsoffizier beim Präsidenten. Und ebendieser Soldat legte den Kranz nieder. Wer Bilder sucht und vergleichen möchte, der findet sie auch.
Oder die Bundeskanzlerin, CDU, die genau dort stand, wo Matthias Erzberger (Zentrumspartei) den Waffenstillstandsvertrag unterzeichnete. Wenn man weiß, dass die meisten Politiker nach 1945 aus eben dieser Zentrumspartei 'rekrutiert' wurden, ergibt das ein sich abrundendes Bild.
(Völlig neutral gesagt.)

Ich bin euch noch die Quellen schuldig:
Allen voran natürlich Sebastian Haffner, Die Deutsche Revolution 1918/1919, Kindler Verlag. Daneben Janusz Piekalkiewicz, Der Erste Weltkrieg, ECON Verlag. Bezüglich der Atmosphäre der damaligen Zeit hilft auch Michael Müllers Biographie von Admiral Canaris. (Wer ein spanndendes Buch lesen möchte, über eine Person, die eigentlich wie kein anderer Mensch nicht wirklich eingeordnet werden kann - zumindest durch die 'Historiker' - der sollte es sich mal zur Brust nehmen.)
Und natürlich einige Lückeninformationen bei Tante Wiki, die aber, wie ich festgestellt habe, nicht immer genau sind.

Ein Wort noch zu Haffner. Er ist kein Historiker, das hat er immer verneint. Aber er hat, wie noch nie ein anderer Mensch in diesem Land, Geschichte so nah, so menschlich, und so verständlich rübergebracht, das man es verstehen konnte. Er unterlag auch keinen Zwängen dabei, so wie ich heute ein ums andere mal den Eindruck habe. Nein, er ist nicht nur jemand, der schreiben und erzählen kann, sondern er hat auch in den Zeiten gelebt, oder sie sehr nah wahrgenommen. Kein Historiker, aber ein historischer Mensch.
Um die Bedeutung zu unterstreichen:
Als er wegen seiner halbjüdischen Frau nach London geflohen war, musste er irgendwas tun. Als Jurist konnte er da nicht arbeiten. Außerdem war er alsbald ein Angehöriger eines feindlichen Landes. Da er vorher schon - unpolitische, manchmal auch humorvolle - Essays geschrieben hatte, und er politisch sehr aktiv im Kopf war, schrieb er 1939/1940 (!) "Germany: Jekyll&Hyde".
Das Buch ist eine Rarität. Das deutsche Original gibt es nicht mehr, es musste von der englischen Ausgabe zurückübersetzt werden. Und es war so brisant, dass sogar Winston Churchill es las und jedem seiner Kabinettsmitglieder zum Lesen auf den Tisch legte.
(!)

VGD.


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