Es ist: 19-10-2019, 01:38
Es ist: 19-10-2019, 01:38 Hallo, Gast! (Registrieren)


Auf Sparflamme
Beitrag #11 |

RE: Auf Sparflamme
Hallo

Zitat:Als jemand, der bis zum Hals in diesem Sumpf aus Schlicke und anderem Abfall steckt, müsste mir das etwas ausmachen. Doch ich habe mich schon längst mit meinem Schicksal abgefunden.

Ich bin sechzehn, dabei fühle ich mich wie eine Greisin, die es verlernt hat zu leben. Die Narben an meinem Körper zeugen von Begegnungen, die ich kein zweites Mal erleben möchte.
Diese Kämpfe sind doch für Andy Alltag und diese Begegnungen wird sie wohl wieder haben, denn sie gehören doch zu dem Kampf gegen die Monster, oder irre ich mich da? So wie sie am Anfang erzählt, kommt das rüber, als hätte sie einmal gekämpft und ist froh, dem Ganzen entronnen zu sein. Aber eigentlich ist es ja ihr tägliches Brot. 

Gruß
 Persi

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(Friedrich Nitzsche)



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Beitrag #12 |

RE: Auf Sparflamme
Zitat:Ich meine, sie hat immer noch die stille Hoffnung, dass es sich einmal ändert und als hätte sie in frühen Jahren ein anderes, besseres Leben geführt.

Vielleicht ist das Wort auch unglücklich gewählt, aber mir fällt es schwer, etwas wie Hoffnung bei Andy festzustellen (so zumindest im Kern des Charakters angedacht). In meinen Augen steht Andy für Resignation, das genaue Gegenteil von Hoffnung. Es gibt einen Vorfall in Andys Vergangenheit, der jedes Zusammentreffen mit den Morferales in den Schatten stellt, von dem Andy tiefe seelische und körperliche Narben davongetragen hat, davon ist in der von dir zitierten Stelle die Rede. Dieser eine Moment birgt das Schrecklichste, was Andy noch fürchten könnte, in sich, darum will sie ihn nie wieder erleben. Alles, was sie so erlebt, ist auch schrecklich, aber stinkt im Vergleich dagegen ab.

Wo liest du also heraus, dass sie Hoffnung hegt, es könnte eines Tages besser werden bzw. sich ändern? So wie ich es lese (und eigentlich im Sinn hatte), hat sie Angst, dass es eines Tages genauso schlimm werden könnte, wie es einmal bereits war, doch das steht diametral zu einer Hoffnung.

Zitat:So wie sie am Anfang erzählt, kommt das rüber, als hätte sie einmal gekämpft und ist froh, dem Ganzen entronnen zu sein. Aber eigentlich ist es ja ihr tägliches Brot.

Okay ich glaube, da in diesem Ausschnitt nicht genauer auf besagtes Ereignis eingegangen wird, kommt das Ganze nicht gut oder gar nicht rüber (ich glaube, Ichigos Verwirrung, was Seths Berührung unter Andys T-Shirt betrifft, rührt auch daher, weil ich nicht ausgeführt habe, welche Art von Verletzungen sich darunter befindet, die auf besagtes Ereignis zurückgeht, das Andy irreparabel geschädigt hat).

Ich glaube, eine Überarbeitung bringt Licht ins Dunkle.^^

Danke für die Erklärung!

Eine kleine Sniffu-Dröhnung

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Beitrag #13 |

RE: Auf Sparflamme
Zitat:Vielleicht ist das Wort auch unglücklich gewählt, aber mir fällt es schwer, etwas wie Hoffnung bei Andy festzustellen (so zumindest im Kern des Charakters angedacht). In meinen Augen steht Andy für Resignation, das genaue Gegenteil von Hoffnung.

Ich war mir da auch nicht ganz schlüssig. Einerseits ja. Andererseits:
1) In der Anfangspassage gibt sie ja zu verstehen, dass sie mit allen Wassern gewaschen ist und hart im Nehmen ist. Da habe ich eben auch den Überlebenskämpfer herausgelesen. Wenn sie so resigniert wäre, hätte sie dann bei dem "Ereignis" nicht einfach aufgegeben? Aber sie hat sich durch den Schmerz gekämpft und hat überlebt. Sie sagt selber, andere hätten aufgegeben, aber sie nicht. Vielleicht müsstest du dir nochmal die Stelle mit diesem "Ereignis" ansehen und überlegen, was genau Andy davon mitgenommen hat. Vielleicht könnte sie auch sagen, "Damals dachte ich noch, es gäbe etwas, für das ich weiterleben sollte. Ob ich heute den Kampf noch einmal so aufnehmen würde? Ich weiß es nicht. Ich bin entschlossen, nie wieder so schwer verwundet zu werden."
2) Ich meine, dass sie ziemliche Rachegefühle hatte, als sie gegen die Monster gekämpft hat? Vielleicht habe ich das auch zu sehr interpretiert, aber da hatte ich eben auch einen Antrieb zum weitermachen verspürt: "Ich will einfach so viele Viecher wie möglich killen." Auch ein Lebenssinn.

--> ich glaube das sind die zwei Faktoren, die die Resignation für mich beim Lesen relativiert/unterbrochen hat.

Ich muss sagen, ich finde Andy tatsächlich irgendwie verantwortungslos. Es gibt da ja Seth, der ständig wegen ihr in Gefahr gerät, und eine Gruppe von Leuten, die aufeinander angewiesen sind. Nunja. Icon_smile


Frage. Hast du die Panem-Bücher gelesen? Ich fand die Bücher extrem gut und jetzt fällt es mir gerade wieder ein. Die Protagonistin ist in den Büchern nämlich schwach, bedürftig und weiß stellenweise auch nicht, wie weitermachen. (Die Filme stellen das nicht annähernd so dar.) Ich weiß nicht, ob ich von "Resignation" sprechen würde. Jedenfalls ist das ein gutes Beispiel für eine Protagonistin, die zwar kämpft und andere beschützt, aber gleichzeitig auch in sich selbst ziemlich am kämpfen ist.

LG


ichigo

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