Es ist: 27-06-2022, 21:51
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Der Kampf
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Der Kampf
Der ewige Kampf

04:00 Uhr Morgens ich wache in meinem Bett auf und frage mich, ob es wohl heute ein guter Tag wird, ein glücklicher Tag, oder wieder ein trauriger, einsamer Tag wie jeder andere auch. Wer gewinnt heute? Das kleine Mädchen das immer so glücklich und Lebhaft ist? Oder die Depression die geprägt von Trauer, Selbsthass und Zweifel ist? Langsam strecke ich meine Beine aus dem Bett, lasse sie zu Boden gleiten und setze mich auf die Bettkante. Ich seufze einmal laut, falte meine Hände zusammen, blicke nach oben, schließe meine Augen und hoffe, dass ich heute glücklich werde. Ich ziehe meine Hausschuhe an, stehe auf, suche mühsam meine Kleidung zusammen und begebe mich ins Badezimmer. Dort angekommen blicke ich in den Spiegel und sehe ein widerliches Monster vor mir. Ich werde Wütend und fange an es anzuschreien, dann werde ich ganz still und merke wie sich meine Augen mit Tränen füllen und meine Wange hinunterfließen. Ich gleite langsam die Wand hinunter bis ich schließlich auf den Boden sitze und bitterlich weine. Eine Stimme ertönt in meinem Kopf, es ist das kleine glückliche Mädchen. „Steh auf, Kämpfe“, sagt das Mädchen. Ich blicke an die Decke, wische mir die Träne weg und ziehe mich an meinem Waschbecken nach oben. Dann ziehe ich mich aus, stelle mich in die Dusche und lasse das Wasser Tropfen für Tropfen über meinen Körper, der mit Narben übersät ist fließen. Ich stelle das Wasser aus, greife mir mein Handtuch und trockne mich langsam ab. Dann ziehe ich mich an, föhne meine Haare und lege etwas Make-up auf. Ich gehe ins Wohnzimmer dort ziehe ich meine Schuhe und meine Jacke an, nehme meine Tasche und verlasse meine Wohnung. Stufe für Stufe laufe ich hinunter und begebe mich nach draußen ins Dunkle. Schritt für Schritt laufe ich zur Arbeit, ich merke wie jeder Schritt eine Qual für mich ist. In meinem Kopf tauchen Stimmen auf immer mehr und mehr, inzwischen sind es schon so viele Stimmen das ich sie gar nicht mehr zählen kann. Sie sagen mir, dass ich umdrehen soll, wieder zurückgehen soll. Ich drehe mich um und will wieder nach Hause gehen, doch eine Stimme ertönt sie ist lauter als all die anderen Stimmen. Es ist das kleine Mädchen „geh nicht zurück, sondern nach vorne“ sagt sie und verschwindet wieder. Ich bin verwirrt und weiß nicht was ich machen soll. Schließlich höre ich auf sie und geh weiter nach vorne, weiter Richtung Arbeit. Ich bin fast da ich sehe das Haus in dem ich arbeite, sehe meine Kollegen. Mein Herz fängt an zu rasen und plötzlich bekomme ich ganz zittrige Hände und Knie. Vor dem Eingang bleibe ich stehen, atme tief durch und setze meine Maske auf. Ich gehe ins Büro begrüße meine Kollegen mit einem aufgesetzten Lächeln, dann gehe ich kurz raus, um eine zu rauchen. Ich atme nochmal tief durch und tanke neue Energie um meinen Kollegen weiterhin vorzumachen das es mir gut geht. Ich beginne mit der Arbeit und ich merke wie es mir von Zimmer zu Zimmer schlechter geht, ich fühle mich einsam obwohl ich umgeben bin von Menschen. Ich lasse mir nichts anmerken vor meinen Kollegen, meine Maske bleibt standhaft. 14:00 Uhr endlich Feierabend. Schnell begebe ich mich nach Hause, wo ich allein bin und meine Maske fallen lassen kann. Ich betrete meine Wohnung, laufe den Flur entlang und gehe in die Küche. Ich öffne mit knurrenden Magen den Kühlschrank und schaue hinein, soviel Auswahl doch ich schließe ihn wieder ohne etwas herauszunehmen. Ich blicke in die Wohnung und sehe so viel Arbeit, doch ich schaffe es nicht. Ich öffne eine Schublade, nehme mir das schärfste Messer heraus, laufe zum Sofa und setze mich. Ich lege meine Hände auf meine Oberschenkel, lehne mich nach vorne und seufze laut. Ich drehe mich wieder nach rechts, nehme das Messer und drücke die scharfe, kalte Klinge auf meine Haut, dann schaue ich zur Wand und zieh das Messer zu mir. Ich wiederhole den Vorgang immer wieder und wieder, dann blicke ich auf meinem Arm und sehe wie meine blasse Haut von Roter Farbe umschlungen wird. Ich lasse das Messer fallen und die Rote Farbe tropft mein Arm hinunter, nun ist auch der Boden damit bedeckt. Ich lege mich hin und die Rote Farbe läuft weiter und fließt auf meine Kleidung. In mir machte sich ein Gefühl der Befriedigung breit. Langsam schließe ich meine Augen und genieße das Gefühl. Plötzlich tauchen die Stimmen wieder auf. Alle sprechen durcheinander und ein Chaos breitet sich in meinen Kopf aus. „Mach weiter“! Schreien Sie „nimm das Messer“! Sagen Sie „tu dir weh“! Antworten Sie. Ich reiße meine Augen auf und schreie „verschwindet lasst mich in Ruhe“! Doch sie hören nicht auf und die Stimmen ertönen immer lauter. Ich greife mir das Messer und halt es mir an den Kopf. Ich schließe die Augen packe das Messer ganz fest an den Griff und bin bereit es zu beenden, damit die Stimmen endlich aufhören. „Nicht!“, schreit eine ganz zarte Stimme „lass Sie nicht gewinnen“. Mein Arm mit dem Messer in der Hand fängt an zu zittern, ich stehe zwischen der Entscheidung zu leben oder zu sterben. Ich öffne meine Augen und schreie laut „Scheiße“! Und lege das Messer auf den Tisch. Dann gehe ich in das Badezimmer wasche meinen Arm sauber, ziehe meine Kleidung aus und laufe in das Schlafzimmer. Ich setze mich auf das Bett und denke nach. Dann schalte ich das Licht aus, lege mich hin, weine und hoffe das das kleine Mädchen in mir, mich eines Tages befreien wird von all dem Bösen.


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