Es ist: 22-04-2019, 10:08
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Der Wandel
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Der Wandel
Der Wandel

1996 erblickte ich die Welt in einem kleinen Dorf namens Hoben. Ich wuchs in einem Elternhaus auf, geprägt von Liebe und Geborgenheit. Als 6-jähriges Mädchen konnte ich es kaum erwarten endlich in die Schule zu kommen, ich freute mich täglich darauf immer ein Stückchen näher an dem Einschulungstag zu sein. Endlich war es soweit ich kam in die Schule und deshalb machte ich mich auch besonders schick. Ich trug ein Rosafarbenes Kleid mit roten Blumen darauf, in der Hand hielt ich eine Rote Schultüte mit Hunden bedruckt, passend zu meinem Schulranzen, der ebenfalls mit Hunden verziert war. Meine Haare waren zu einem besonderen Zopf geflochten, von meiner Mutter, denn sie beherrschte eine ganz spezielle Flechttechnik. Nun standen wir alle dort und ich lernte zum ersten Mal die anderen Kinder kennen mit denen ich nun die ersten vier Jahre in einer Klasse verbringen würde. Als die ganzen Begrüßungen vorbei waren wurde jeder von uns einzeln von dem Fotografen aufgerufen, der dann schließlich von uns allen ein einzelnes Foto und ein Gruppenfoto machte. Danach stellte sich unsere zukünftige Klassenlehrerin vor und zeigte uns den gesamten Hof. Dort standen eine Schaukel aus Holz, eine Riesen große Sandkiste mit verschiedenen Utensilien zum Spielen, mehrere Eisenstangen zum Turnen und ein kleines Feld mit einem Fußballtor. Als Nächstes folgten wir unserer Lehrerin in die Klassenräume, dort zeigte sie uns unseren Raum in denen wir die vier Jahre unterrichtet werden würden. Als all dies vorbei war hatte die Uhr schließlich schon 15 Uhr und endlich durften wir mit unseren Eltern nach Hause gehen. Als es Abend wurde konnte ich es kaum abwarten endlich ins Bett zu gehen und darauf zu warten, das der Tag endlich vorbeiging, damit ich wieder zur Schule konnte. 05:30 Uhr morgens meine Mutter weckte mich, ich sprang sofort aus dem Bett und schrie „Hurra, endlich“! Dann zog ich mich schnell an und rannte nach unten „Komm Mama“, schrie ich, „beeil dich“! Rief ich ihr zu. Unten in der Küche wartete schon mein mit Liebe geschmiertes Butterbrot mit Schokoladen Aufstrich von meiner Mutter auf mich. Schnell schlang ich mein Brot hinunter und rannte in den Flur. Ich zog mir meine weißen Turnschuhe, an die an der Seite durchsichtig waren und bei jeden Schritt leuchteten, dann noch meine Jacke und meinen Schulranzen und losging es zum Bus. Angekommen in der Schule suchte ich mir meinen Platz in der Klasse, ich setzte mich nach ganz vorn, denn ich wollte alles mitbekommen was die Lehrer sagten, um somit nichts zu verpassen. Erste Stunde, Mathematik stand auf den Lehrplan „Uff“ seufzte ich rechnen mochte ich noch nie gern aber Naja auch das muss sein dachte ich und hörte genau hin um auch alles zu verstehen was die Lehrerin uns versuchte beizubringen. Die nächsten Stunden in der Schule gingen schnell rum und schon war es 12 Uhr und es war Schulschluss. Gemeinsam mit meiner Schwester, die älter war als ich warteten wir auf den Bus, der uns nach Hause brachte. Zu Hause angekommen war ich so aufgeregt und rannte schnell zu meiner Mutter und kam aus dem Redefluss gar nicht mehr raus. Ich erzählte ihr Detailliert von den einzelnen Unterrichtstunden, ich merkte gar nicht wie ich es immer und immer wieder von vorne wiederholte, doch meine Mutter unterbrach mich nicht, sondern ließ mich einfach erzählen, egal wie oft ich es wiederholte. Monate vergingen und immer noch ging ich gern zur Schule. Heute bekamen wir ein neues Mädchen in die Klasse und ausgerechnet setzte sich das neue Mädchen neben mich. In der Pause unterhielt ich mich mit dem neuen Mädchen und ich merkte wie wir gemeinsame Interessen hatten und so verabredeten wir uns gleich noch am selben Tag zum Spielen, da wir im gleichen Dorf wohnten war das mit dem verabreden sehr leicht und der weg auch nicht weit. Nun vergingen schon Wochen und Monate und unsere Freundschaft festigte sich immer mehr und wir trafen uns nun beinahe täglich. Umso schöner diese Freundschaft war, war die Schule nicht mehr so schön, denn die anderen in meiner Klasse fingen an gemein zu mir zu werden und nannten mich hässlich, fett und dumm. Desto stärker es wurde umso weniger mochte ich in die Schule gehen, doch meinen Eltern davon erzählen konnte ich auch nicht, also redete ich nur mit meiner besten Freundin darüber und vor meinen Eltern ließ ich mir nichts anmerken. Als ich in die 4. Klasse kam war ich 9 Jahre fast schon 10 und wir bekamen wieder einen neuen in unsere Klasse. Inzwischen freute ich mich überhaupt nicht mehr auf neue, denn ich hatte Angst, dass es wieder einer mehr wird, der mich ärgert. Doch dieser Junge war anders er ging auf mich zu und wir verstanden uns auf Anhieb und freundeten uns ebenfalls an. Fast ein Jahr lang hielt unsere Freundschaft, doch er traf sich mittlerweile mit den anderen, die immer gemein zu mir waren und wurde letztendlich genauso. Er wandte sich von mir ab und wollte schließlich nichts mehr mit mir zu tun haben. Ich wurde immer wütender und begriff nicht, warum alle so gemein zu mir waren, was habe ich ihnen denn getan ich verstand gar nichts mehr und wusste auch nicht wie ich mir helfen sollte. Meine beste Freundin konnte mir auch nicht helfen und sonst hatte ich niemanden, den ich um Hilfe bitten konnte oder um Rat fragen konnte. Meine Eltern konnte ich ja schließlich nicht fragen, denn wenn sie davon wüssten was bei uns in der Klasse los wäre, würden sie sich beim Direktor beschweren und dann würde alles nur noch schlimmer werden für mich, also ließ ich mir das alles gefallen und versuchte es zu ignorieren. Als ich in die 5. Klasse der Hauptschule kam, lernte ich neue Leute kennen und ich schwor mir, dass ich mir all das was ich in der Grundschule erleben musste, mir nicht mehr gefallen lassen würde und so war es auch, ich wurde selber zu jemanden der andere niedermachte damit ich selber nicht mehr zum Opfer werden würde. Ich wurde immer gemeiner und brutaler, sodass andere schon Angst hatten zur Schule zu kommen. Es ging so weit das sich ein Mädchen in meiner Klasse Selbst verletzte und versuchte sich das leben zu nehmen und das nur, weil ich sie immer niedermachte. Nun begriff ich, das ich zu einem Monster geworden bin, dass ich genauso geworden bin, wie die Kinder in der Grundschule. In Laufe der Wochen entschuldigte ich mich bei all den Schülern und schwor, dass ich mich ändern würde und dies versuchte ich auch, doch vergebens, die Probleme Zu Hause und der Stress drängten mich dazu weiterzumachen, damit niemand merkte wie instabil ich eigentlich bin. Ich bekam immer mehr Anhängerschaft denn jeder hatte Angst vor mir und keiner traute sich die Hand gegen mich zu erheben, die Angst war zu groß niedergemacht zu werden also wurde ich eine Art „Anführer“ für sie, jemand der ihnen sagte, wer zu den „coolen“ gehörte und wer niedergemacht werden würde. Inzwischen wurde ich zu einer Art Rebell und es hagelte nur noch schlechte Noten und Tadel bei mir. Auch mehrere Schulverweise bekam ich schon, doch nichts half und ich besserte mich nicht und meine Eltern waren inzwischen ebenfalls ratlos. Als ich in die letzte Klasse kam also 9. Klasse wurde mir angeboten einen Schüleraustausch mitzumachen, ich nutzte die Chance, denn alles war besser als in der Schule zu bleiben denn der Druck, der auf mir lastete war zu hoch und der Schüleraustausch war die Chance mal zu entspannen. Der Schüleraustausch ging nach Polen und er war wirklich schön, dort lernte ich andere wichtige Dinge kennen, ich lernte Zusammenhalt und das jeder Mensch gleich liebenswürdig ist egal welcher Herkunft oder Aussehen oder sonstigen Makel. Als ich nach 2 Wochen von dem Schüleraustausch zurückkam, sah ich ein neues Mädchen an unserer Schule, ein Mädchen, das ich nicht kannte und sie kam ausgerechnet in unsere Klasse. Alle warteten nur darauf, dass ich das Mädchen endlich niedermachen würde. Ich war soweit und wollte sie Mobben doch dann erinnerte ich mich daran was ich beim Schüleraustausch lernte und ich ging auf sie zu, reichte ihr die Hand und hieß sie Willkommen in unserer Klasse. Alle schauten mich verdutzt an und waren überrascht, dass ich so freundlich zu ihr war und nicht so gemein wie sonst auch immer. Letztendlich freundete ich mich mit der neuen an und begriff das jeder, wenn er nicht aufpasst schnell vom Opfer zum Täter werden könnte.


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