fbm16 – Begeisterungsstürme und Fieberschübe (21.10.2016)
Hallo liebe Die-Buchmesse-von-daheim-Verfolgende,
dann will ich mich mal an den Bericht des dritten Messetages setzen. Der hatte es echt in sich – denn er war nicht nur der terminreichste Tag, nein, zusätzlich dazu ereilte mich Donnerstagabend ein heftiger Erkältungsrückfall mit voller Breitseite. Was natürlich gerade so knapp vor den Besuchertagen richtig angenehm ist, wenn die Hallen überfüllt und überhitzt und stickig sein werden – da macht es richtig Spaß, sowieso schlecht Luft zu bekommen und regelmäßige Hustenattacken zu erleiden, die jedes Mal fast im Erstickungstod enden.
Ja, jammern auf hohem Niveau kann ich gut. Aber keine Sorge, so schnell werdet ihr mich nicht los. Und jetzt erzähle ich euch erst mal, was der Freitag so gebracht hat. Seid allerdings gewarnt, das könnte wieder etwas länger dauern ;)

Anders als ursprünglich geplant startete mein Tag schon um 09:30 Uhr beim Bloggerfrühstück von Droemer Knaur, zu dem unser Presseverlagskontakt mich am Donnerstag noch spontan eingeladen hat. Neben einigen bekannten Bloggergesichtern waren auch namhafte Autorinnen aus dem Liebesroman-Genre da, und aufgemacht war das Ganze wie eine Art SpeedDating. Ich fühlte mich nach einer sehr kurzen Nacht wie durch den Fleischwolf gedreht und beteiligte mich nicht so sehr an diesen Gesprächen. Dafür gab es aber auch die Gelegenheit, einen Blick in das kommende Droemer-Programm zu werfen, das wie immer sehr umfangreich ist.
Eine kleine Auswahl habe ich für euch notiert:
Mit "Coldworth City" von Mona Kasten und "Das Haus der gebrochenen Schwingen" von Aliette de Bodard erhält die Urban Fantasy endlich wieder Nachwuchs, denn das fehlte mir in den letzten Jahren wirklich sehr. Markus Heitz-Fans dürfen sich ebenfalls auf etwas Neues freuen – zu "Des Teufels Gebetsbuch" wird es eine sehr interessante und spannende Kampagne geben, die sich sehr spaßig anhört. Für Anhänger des Thriller-Genres gibt es ebenfalls frischen Nachschub – in Form von Sebastian Fitzek ("AchtNacht"), Steve Mosby ("Hölle auf Erden") und Veit Etzold ("Tränenbringer").
Mehr Vorschau kann man wie immer online abrufen und selbst ausgiebig stöbern gehen.
Nach ausgiebigem Klönen, Kaffee trinken und Blätterteiggebäckteilchen essen verabschiedete ich mich leider viel zu schnell, aber aus ziemlich gutem Grund. Denn vor mir lag eines meiner absoluten Highlights auf jeder Buchmesse: der Termin mit unserem Loewe-Verlagskontakt. In den letzten Jahren ist aus diesen Treffen eine schöne kleine Tradition geworden, bei der wir nicht nur das kommende, sondern immer auch das aktuelle Programm und unsere bzw. meine Meinung dazu sowieso auch private Anekdoten austauschen. Letztere behalte ich allerdings auch für mich ;)

Mitgebracht habe ich euch aber natürlich die Highlights aus dem kommenden Programm, wobei diejenigen, die mir schon länger folgen, wahrscheinlich schon ahnen, dass nahezu sämtliche angekündigten Titel in meinem Regal und damit (früher oder später *hust*) auch auf den Schattenwegen landen werden. Vorab ist aber die folgende Information vielleicht ganz interessant für meine Leser: Das Label script5 wird nach dem Erscheinen des vierten Ravenboys-Bandes "Wo das Dunkel schläft" von Maggie Stiefvater eingestellt. Diese Nachricht ist für die, die die Programmentwicklung der letzten Jahre verfolgt haben, sicherlich keine Überraschung, aber ich finde es allemal schade.
Doch halten wir uns nicht mit den negativen Dingen im Leben auf, sondern kommen zu den wichtigen und schönen Punkten aus unserem Gespräch. Viele haben schon gesehen, dass Marie Lu mit Young Elites eine neue Trilogie bei Loewe veröffentlichen wird. Der Auftakt Die Gemeinschaft der Dolche ist bereits jetzt in der Online-Vorschau zu finden und kommt Mitte Januar. Sophie Jordan legt mit Rhapsodie in Schwarz den zweiten und finalen Infernale-Band vor. Und auch Mechthild Gläser wird im Frühjahrsprogramm vertreten sein. Emma, der Faun und das vergessene Buch soll wohl einen ähnlichen Stil wie Die Buchspringer haben, was mich natürlich gleich vor Freude fast aufspringen ließ.
Dazu kommen drei neue Namen in der Jugendliteratur: Emily Trunks liefert den Lesern mit "Ich wollte nur, dass Du noch weißt ..." ein paar Nie verschickte Briefe, was mich gleich an "To All The Boys I’ve Loved Before" denken ließ. Eine Parallelwelten-Story kommt mit "Mein schönes falsches Leben" von Hilary Freeman auf den Markt und als Verlagsmitarbeiterhighlight wurde mir "Dark Noise" von Margit Ruile ans Herz gelegt. Da dieses wohl in die Richtung von "Erebos" geht, bin ich unheimlich gespannt auf diese neue deutsche Autorin. Und schließlich hat es noch ein Kinder-Comicroman auf meine Liste geschafft, nur durch sein unglaublich tolles Cover, in dessen Stil auch die Innenseiten gestaltet sein werden - "Luzifer Junior – Zu gut für die Hölle" von Jochen Till.
Nach einer Stunde, die wieder einmal wie im Flug verging, bekam ich noch kurz die Lektorin von Daphne Unruhs Zauber der Elemente-Reihe zu fassen und tauschte mich ein wenig mit ihr über "Himmelstiefe" aus. Das Gespräch war ziemlich interessant und bestätigte mir, was ich während des Lesens schon vermutet hatte. Mehr dazu verrate ich in den nächsten Tagen in meiner ausführlichen Rezension – nur so viel vorab: Es wird definitiv keine lobende Besprechung werden. Nicht einmal annähernd …
Danach hatte ich ein bisschen Zeit bis zu meinem nächsten Termin, weshalb ich mich noch mal auf den Weg zum Droemer-Stand machte und mir das versprochene Exemplar vom gerade erschienenen Dornenkleid abholte. Karen Rose macht mich immer wieder glücklich mit ihren Ladythrillern und ich kann es kaum abwarten, auch diesen Wälzer wieder zu verschlingen. Bei der Gelegenheit hielt ich auch ein kurzes Schwätzchen mit Sebastian Fitzek und seiner Frau, hielt die beiden aber nicht lange auf, da wir uns ja demnächst schon wieder auf seiner Lesetour in Hamburg sehen werden.
Weiter ging es für mich dann zu Ravensburger, wo ich es mir an der verlagseigenen Bar gemütlich machte und einen Tee trank. Und noch einen zweiten, denn leider wurde mein Termin vergessen, sodass ich euch zum kommenden Ravensburger-Programm aktuell gar nichts sagen kann :( Auch ein späteres erneutes Vorbeischauen brachte mir kein Glück, weil mein Kontakt da schon wieder im nächsten Gespräch saß. Na gut, dann eben bei der nächsten Messe – es war ja nicht so, dass der Messefreitag an diesem Punkt für mich schon zu Ende sein sollte.
Stattdessen kämpfte ich mich zum Coppenrath-Verlag durch und lernte dort die neue Ansprechpartnerin kennen, die mir nach kurzem privaten Geplauder auch das kommende Programm vorstellte. Wie immer ist das Jugendbuch-Programm recht klein, dafür aber sehr ausgewählt. Fünf Titel haben es dieses Mal in die Frühjahrsvorschau geschafft:
"Glück ist was für Anfänger" von Ortwin Ramadan geht ein wenig in die Richtung von "Ziemlich beste Freunde", "Mein Leben, mal eben" von Nikola Huppertz und "Ins Blaue hinein" von Kristina Dunker befassen sich beide mit dem Übergang vom Mädchen zum Teenager und den damit verbundenen Problemen. Mit "Fürchte die Nacht" mischt Claudia Puhlfürst einmal mehr den Jugend-Thriller auf und schließlich kommt mit "Dark Horse Mountain" von Kyra Dittmann auch der obligatorische Pferde-Fan nicht zu kurz.
Danach machte ich mich zum zweiten Mal während dieser Buchmesse auf den Weg zum emons:-Stand, wo ich dieses Mal aber bereits von unserer Pressedame erwartet wurde. Es stellte sich heraus, dass die drei Titel, die ich bereits am Donnerstag während Judiths Gespräch mit Henning in den Händen hatte und für interessant befand, genau auch die drei Bücher waren, die sich Leslie für mich notiert hatte, um sie mir vorzustellen – alle drei etwas blutiger und direkter in der Umsetzung, nämlich "Schere 9" von Isabella Archan, "Küstenkinder" von Bent Ohle und "Schwarze Angst" von Simon Bartsch. Meinem geschundenen Rücken zuliebe musste ich keines der drei direkt mitnehmen, sondern lasse mir stattdessen ein liebevoll zusammengestelltes Päckchen nach Hause schicken :D Dafür wurde ich quasi genötigt, das neue Buch von Sina Beerwald mitzunehmen, denn die saß zufällig gerade mit am Tisch und machte mir "Kräherwald" schmackhaft. Und da ich ja zu einem persönlich signierten Exemplar nicht einfach Nein sagen kann …
Von diesem Termin huschte ich dann zwei Gänge weiter zur Standfläche von Random House, wo das Blog’n’Talk stattfand. Da ich, wie schon den ganzen Tag immer wieder, zu dem Zeitpunkt einmal mehr mit einer Fieberattacke zu kämpfen hatte, war ich nicht sicher, ob das so eine gute Idee ist, aber meine zugewiesene Interview-Partnerin Anna Pfeffer - oder viel mehr die beiden – waren so lieb und begeistert und enthusiastisch, dass mein Unwohlsein schnell vergessen war. Ich ließ mir mein Exemplar von "Für dich soll’s tausend Tode regnen" signieren und zwei Fragen für ein Kurzinterview beantworten:
Frage 1: Würden Sie auch mal gern ein anderes Genre versuchen, haben sich aber nie getraut?
Antwort: Wir haben uns schon an anderen Genres versucht – unter anderem in der Fantasy, beim Liebesroman und im Kinderbuch-Bereich.
Frage 2: Wie viele Meter Bücherregale haben Sie zu Hause? Und wie wichtig ist es Ihnen, von Bücherregalen umgeben zu sein?
Antwort: Viele, viele Meter.
Ich will an dieser Stelle festhalten, dass diese Fragen nicht von mir stammen, sondern vom Verlag vorgeschlagen wurden. Aber ich habe mit den beiden schon besprochen, dass wir demnächst ein ganz entspanntes Interview per Mail führen werden, das dann auch etwas umfangreicher sein wird.
Nachdem ich diesen angenehmen "Pflichtteil" erledigt hatte, machte ich mich noch schnell auf die Suche nach Moira Frank, um mir auch ihr "Sturmflimmern" signieren zu lassen. Moira hatte ich Anfang August zufällig in Jesteburg auf dem Flohmarkt kennengelernt, als sie tatsächlich bei mir am Stand in den Bücherkisten wühlte und fündig wurde. Wir kamen irgendwie ins Gespräch und als ich ihren Namen auf der Veranstaltungseinladung sah, war klar, dass ich zumindest kurz mit ihr sprechen musste. Auch mit ihr ist demnächst ein Interview geplant, das wir aber ganz gemütlich bei einem Kaffee oder ähnlichem in Hamburg führen werden.
Obwohl es in der Runde des Blog'n'Talk wirklich lustig war, machte ich mich dann bald auf den Weg zurück ins Hostel. Abends stand noch das Galaktische Forum von Knaur Fantasy und Fischer Tor an und ich wollte mich vorher zumindest noch kurz hinlegen und ein wenig kurieren. Eigentlich stand auf dem Plan, dass ich den Tagesbericht in dieser Freizeitspanne schreibe, aber ich konnte mich dann doch nicht motivieren und schaute stattdessen einen Film und stopfte mich mit Zitrusfrüchten und Kräutertee voll, bis es an der Zeit war, sich wieder in Mantel, Schal und Schuhe zu werfen und auf den Weg zu machen. Wirklich lange blieb ich aber auch dort nicht, nach nur einem Kaltgetränk befand ich mich schon wieder auf dem Rückweg in Richtung Buch und Bett.
Da ich das Zimmer an diesem Abend und in dieser Nacht ganz für mich alleine hatte, lüftete ich einmal gründlich durch und drehte anschließend die Heizung bis zum Anschlag auf, in der Hoffnung, im Schlaf so richtig alles auszuschwitzen und mich am nächsten, am Samstagmorgen endlich besser zu fühlen. Ob dieser Plan geklappt hat, erzähle ich euch im abschließenden Messebericht, in welchem ich dann Tag 4 und 5 zusammenfassen werde. Sobald ich mich in der Lage dazu fühle, den auch tatsächlich zu schreiben ;)
Bis dahin kommt gut in die neue Woche – und bleibt gesund!
Dies ist ein Gastbeitrag von Schattenwege.net, der privaten Seite unserer Chefredakteurin Jessica.
es hat ein wenig gedauert, bis ich mich aufraffen konnte, einen Bericht zum BuchmesseConvent in Dreieich zu schreiben - was hauptsächlich daran liegt, dass ich keinen Urlaub in der Buchmessenwoche hatte und Buchmesse und BuCon zwischen meine Arbeitstage quetschen musste. Sprich: Als ich Samstag kurz vor Mitternacht wieder zu Hause war, war ich total erledigt. Aber fangen wir erst einmal von vorne an:
Nach dem netten Gespräch mit Jürgen, der die aktuelle PHANTAST-Ausgabe immer noch nicht gelesen hat, traf ich mich mit Judith und Christian Vogt. Schnell waren wir uns einig, dass wir Lesungen nicht besonders reizvoll finden (obwohl es auf dem BuchmesseConvent viele tolle Lesungen gibt) und plauderten bis die beiden zu ihrer eigenen Lesung aufbrechen mussten. Zwischendrin lief ich Kai Meyer über den Weg, der mir nochmals versicherte, wie toll er die "Space Opera" PHANTAST-Ausgabe findet (danke *was für ein Lob*), lernte Laurence Horn kennen, dessen neuer Fantasyroman "Rodinia" mir bereits im Papierverzierer-Programm auffiel, und unterhielt mich nochmals mit Henning Mützlitz, den ich bereits auf der Buchmesse getroffen hatte.
Zuerst statten wir Beltz & Gelberg einen Besuch ab und durften einen Blick auf das kommende Programm werfen. Dabei fiel uns sofort "Feuer und Feder" von Kathy MacMillan mit seinem wunderschönen Cover auf: Eine Geschichte über ein Sklavenmädchen, das Lesen und Schreiben lernt und damit zur Bedrohung für die Herrschenden wird. Außerdem wurde uns "Dark Horse" von Cecily von Ziegesar ans Herz gelegt, ein Jugendbuch über die Beziehung zwischen einem Mädchen und seinem Pferd, das auch mal eifersüchtig wird. Interessanterweise ist die Geschichte aus Sicht des Pferdes geschrieben. "Sophie im Narrenreich" von Verena Retrasch richtet sich eigentlich an jüngere Leser, soll aber mit einer sehr eigenen und süßen Fantasywelt aufwarten, die auch für ältere Leser spannend sein könnte. Mit "Strom auf der Tapete" erscheint ein verrückter Roadtrip aus den Federn von Claudia Kühn und Andrea Badey, der nur oberflächlich an "tschick" erinnern.
Am Nachmittag schauten wir bei Fischer vorbei, wobei für mich nichts wirklich Spannendes dabei war. Allerdings hatte ich nur wenig Zeit, da ich gleich weiter zu Piper musste, unserer phantastischen Rettungsinsel auf der Frankfurter Buchmesse (mehr über Fischer könnt ihr in 
Aber fangen wir mal ganz am Anfang an, nämlich bei der gestrigen Anreise. Sonst bin ich ja immer recht früh in Frankfurt, aus irgendwelchen Gründen war das dieses Jahr anders. Kann natürlich mit dem unschlagbaren Sparpreis zusammenhängen, den ich für den späteren Zug bezahlt habe. Jedenfalls war ich entgegen meiner bisherigen Messebesuche tatsächlich erst nach 18 Uhr in Frankfurt. Die Fahrt war stressfrei, die Bahn pünktlich und ich reichlich produktiv - wie eigentlich immer auf längeren Bahn- oder Busfahrten.
Pünktlich um 13:00 uhr fand ich mich dann am Stand des Arena-Verlages ein, wo die Vertreterin meiner eigentlichen Ansprechpartnerin, die allerdings ganz kurz vor der Messe grad in Mutterschutz gegangen ist, mich schon erwartete. Obwohl sie, wie gefühlt die halbe Messe, mit einer Erkältung zu kämpfen hat, hielt sie tapfer durch und stellte mir das kommende Programm vor. Allzu viel darf ich euch leider nicht wirklich verraten, weil wohl noch nichts so wirklich hundertprozentig feststeht, aber zumindest so viel: Es wird von einigen namhaften Autoren neue Titel geben, die da wären Thomas Thiemeyer, Rainer Wekwerth, Beatrix Gurian, Christoph Marzi und Alana Falk. Aber auch zwei neue Stimmen haben es auf meine Interessenliste geschafft, nämlich Timo F. mit einem autobiographischen Buch über seinen Ausstieg bei den Neonazis und S. J. Kincaid, die meines Wissens vor einigen Jahren schon bei Goldmann veröffentlicht hat.
Phew, das war jetzt doch eine ganze Menge.