
Verlag: Panini; (Februar 2025)
Softcover: 120 Seiten; 18 €
ISBN-13: 9783741642739
Genre: Superhelden
Klappentext
Wenn Robin damals überlebt hätte …
Ende der 1980er-Jahre schickte die DC Comic-Leserschaft Jason Todd, den zweiten Robin an Batmans Seite, per Telefonabstimmung in den Tod. Dieser neue Band geht nun der Frage nach, was geschehen wäre, wenn der junge Jason im Klassiker Batman: Ein Todesfall in der Familie seine verhängnisvolle Begegnung mit dem Joker überlebt hätte. So entwickelt sich nach über 25 Jahren aus dem schockierenden Meilenstein eine neue Saga über einen verunsicherten, rachsüchtigen Nachwuchshelden zwischen Finsternis und Wahnsinn – und erneut dem Joker …
Das alternative Ende eines ewigen Schockmoments der Batman-Historie, inszeniert von den Comic-Legenden J.M. DeMatteis (Justice League International, Spider-Man) und Rick Leonardi (Nightwing, Spider-Man 2099).
Rezension
In Äthiopien wurde Robin vom Joker mit einem Brecheisen beinahe umgebracht. Knapp hat er überlebt und muss erst einmal lange Zeit im Krankenhaus verbringen. Aber die Ereignisse haben tiefe Spuren in der Psyche von Jason Todd hinterlassen. Als Bruce Wayne und Alfred nicht mehr weiterwissen, sorgen sie für Hilfe. Dr. Saraswati Dev soll Jason Todd im Dev-Institut für traumatisierte Patienten behandeln und es scheint sich Erfolg anzudeuten. Dann aber bricht der Joker mal wieder aus Arkham aus, Jason Todd verschwindet aus dem Institut, um Jagd auf seinen Peiniger zu machen und Bruce Wayne läuft die Zeit davon. Denn der Joker hat etwas ganz spezielles mit dem jungen Robin vor.
Robin Lebt! beginnt gleich mit einem Schockmoment. J.M. DeMatteis enthüllt bereits auf der ersten Seite, wie der Comic enden wird. Nämlich mit Jokers Tod. Und das hat Wirkung, ist der Joker doch eine unveränderliche Konstante in den Batman-Comics. Von dort aus werden dann im Weiteren die Ereignisse aufgearbeitet, die zu diesem endgültigen Schlusspunkt geführt werden.
Startpunkt ist einer der wichtigsten Momente in der Geschichte von Batman. 1988 erschlug der Joker Jason Todd und ließ dann das Gebäude explodieren, in dem sich der damalige Robin befand.
Ob Robin leben oder sterben sollte, durften damals die Leser entscheiden. Sie entschieden, wie bekannt, dass Robin sterben sollte. An diese Stelle kehren J.M. DeMatteis und Rick Leonardi nun zurück und nehmen den anderen, alternativen Pfad, auf dem Robin überlebte.
Und was sie daraus machen ist wirklich grandios. Ein Todesfall in der Familie gilt heutzutage als eine überaus wichtige Geschichte und als ein Wendepunkt in den Batman-Comics. Ist man ehrlich liegt dies allein daran, dass Robin starb, ansonsten ist die Handlung des Klassikers eher etwas konfus und nicht wirklich gut ausgearbeitet. Jim Starlin hat sich mehr auf den großen Schockmoment damals konzentriert, als sich um eine wirklich gute Geschichte zu bemühen. Ohne den Tod von Robin würde sich vermutlich niemand mehr an diesen Comic erinnern.
Es sei denn, die Leser hätten sich dafür entschieden, Robin leben zu lassen und J.M. De Matteis hätte schon damals Robin lebt! vorgelegt. Seine Version übertrifft Jim Starlins Ein Todesfall in der Familie in allen Belangen bei Weitem. Die Geschichte ist in sich konsistent, folgt einem roten Faden und lässt einen nicht los.
Action ist zwar enthalten, sie steht jedoch nicht im Mittelpunkt und wird von J.M. De Matteis sinnvoll und unterstützend für die Charakterentwicklung eingesetzt. Denn in Robin lebt! geht es darum, was der Beinahetod von Jason Todd mit Robin, Batman und selbst dem Joker macht. Die neue Figur von Saraswati Dev ist hier der Mittler und Erzähler und da sie auch die Therapeutin von Jason Todd und Bruce Wayne ist, bekommt man viele Einblicke in deren Psyche. J.M. DeMatteis seziert die Psyche und Traumata seiner Protagonisten und er taucht tief in sie hinab. Der Schlusspunkt wird von ihm logisch herbeigeführt und so sehr er auf der ersten Seite schockt, so ist er ein noch größerer Schlag in die Magengrube, nachdem die Ereignisse der Handlung stattgefunden haben. Das letzte Bild des lebenden Jokers ist eindringlich und gibt ihm auch nochmal eine neuen Aspekt. Fast wünscht man sich, dies wäre damals die veröffentlichte Version gewesen, denn aus ihrem Ende hätten sich so viele spannende Fragen und Möglichkeiten ergeben, die der Tod Jason Todds nicht möglich gemacht hat.
Rick Leonardis Stil nähert sich auf eine moderne Art dem von Jim Aparo in Ein Todesfall in der Familie an und das fügt sich gut ins Bild des ganzen Bandes. Er erschafft eine eindringliche Atmosphäre und nutzt gerne Großaufnahmen der Gesichter um in entscheidenden Momente die Emotionen der Charaktere zu zeigen. Seine Inszenierung des entscheidenden Moments ist perfekt.
An Bonusmaterial gibt es das Originalende, die damalige Anzeige zur Abstimmung, alternative Cover und die Skizzen und die kolorierte Seite, die 1988 für das alternative Ende geplant waren.
Fazit
Braucht es nach über 35 Jahren eine alternative Version eines der ikonischsten Momente in der Geschichte Batmans? Eigentlich nicht, aber wenn dabei so etwas gutes wie Robin lebt! herauskommt, dann stellt sich die Frage auch einfach nicht. Robin lebt! ist eine unglaublich gute Geschichte, die mehr denn je auf die Psyche der Charaktere eingeht.
Pro & Contra
+ geht tief in die Charakter
+ spannende Handlung
Bewetung: ![]()
Charaktere: 4,5/5
Handlung: 4,5/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4,5/5
Literatopia-Links zu weiteren Titeln mit Batman: