
Verlag: Panini; (November 2025)
Softcover: 120 Seiten; 16 €
ISBN-13: 9783741644658
Genre: Superhelden
Klappentext
Uralte Geheimnisse
Über Jahre war Blade der tödlichste Vampirjäger der Welt. Aber die Begegnung mit dem ersten Blutsauger Varnae hat Spuren hinterlassen. Hat der Vampir in ihm überlebt? Was blieb von seiner menschlichen Seite übrig? Mehr denn je wünscht er, in Ruhe gelassen zu werden. Doch seine gewaltgeprägte Vergangenheit lässt ihn nicht los. Und schon bald findet sich der Daywalker in einem Konflikt wieder, der erneut seinen Blutdurst weckt. Im Fadenkreuz: Ein Untoter namens Van Helsing!
Der härteste Blade der Marvel-Geschichte in einer Splatter-Ausgabe für erwachsene Leser von Bryan Hill, C.F. Villa und Federica Mancin.
Rezension
Blade hat sich nach den Ereignissen mit Varnae zurückgezogen. Doch natürlich wird er nicht in Ruhe gelassen. Die Vereinigung Spellguard schickt ihm einen Boten. Blade soll in ihrem Auftrag den Vampir Pontious töten. Zunächst will er ablehnen, aber dann lässt er sich doch überzeugen.
Der Klappentext wirft gerade in Hinblick auf das Event Blood Hunt interessante Fragen auf, deren Beantwortung spannend und überraschend sein könnte. Leider widmet sich Bryan Hill, diesen aber gar nicht, auch wenn er gerne den Anschein erwecken würde. Ein tiefergehendes Gespräch von Blade reicht dafür einfach nicht aus. Vor allem da sich Blade kaum daran beteiligt. Nein, Bryan Hill geht es um Action und möglichst viel Blut, am Besten in einer einfachen Geschichte, die auch nur wieder den Anschein von Komplexität erweckt. Im Prinzip verfährt er in Blade genauso wie J.J. Abrams in seinen Filmen mit seiner sogenannten Mystery Box. Es ist eigentlich völlig unerheblich, was das Geheimnis ist, alles dient sowieso nur dazu Spannung und Action zu generieren, ohne das Geheimnis der Mystery Box jemals lüften zu müssen. Das ist schon bei Filmen ein ziemlich schlechter Stil und führte bei Star Wars zur katastrophalen Sequel-Trilogie. Aber im Film kann so manches durch die Inszenierung und bombastische Bilder herausgerissen werden. In einem typischen Superheldencomic ist das hingegen kaum möglich, auch wenn Blade hier etwas heraussticht, da er dem Zusatz Splatterausgabe mehr als gerecht wird. Wie der Name es schon sagt, geht es sehr blutig und splattrig zu. Allerdings wirkt das häufig seltsam blutleer und hat kaum einen Effekt. Deswegen wirkt diese Ausgabe dann auch irgendwie harmloser als ein Comic von Spawn, der zwar auch sehr brutal, aber eben nicht so blutig ist wie dieser Blade.
Was aber die Handlung angeht, ist diese absolut zerfahren und sprunghaft. Bryan Hill hatte fünf Ausgaben eine zusammenhängende Geschichte zu erzählen und dennoch springt die Handlung von Heft zu Heft weiter vor, ohne dass der Leser eine Chance hätte, genau mitzubekommen, wie Blade an einem neuen Ort gelandet ist. Ganz schlimm ist dieser Umstand zu Beginn des fünften Heftes. Da wäre es wirklich schön gewesen, eine Erklärung, für die Situation in der Blade ist, zu bekommen. Aber nichts kommt. Dazu gibt es Logikfehler, z.B. woher Blade Elenas Namen weiß, und Fragen über Fragen. Eine davon ist, ob Bryan Hill tatsächlich zwei Entstehungsgeschichten für Blades Widersacher in diesem Comic geschrieben und vergessen hat, eine davon wieder zu streichen. Sinn ergibt hier nicht viel, zumindest, wenn man aufmerksam liest und sich nicht von dem Blut und Splatter blenden lässt. Um es auf den Punkt zu bringen. Bryan Hill ordnet alles andere dem Blut und möglichst viel Gekröse unter und scheint sich nicht im Mindesten für eine durchdachte, nachvollziehbare Handlung zu interessieren. Alles hier wirkt wie eine schnell zu Papier gebrachte, lästige Auftragsarbeit.
Die Zeichnungen gehen in Ordnung, sind sogar vielleicht besser als sonst üblich bei Marvel. Federica Mancin liefert dabei bessere Arbeit ab als C.F. Villa dessen Bilder zu Beginn teilweise etwas zu pixelig aussehen. Der Splatteranteil sieht jedenfalls gut aus, aber die Action könnte übersichtlicher inszeniert sein. Aber so oder so bleibt es dabei, Blade sieht ganz gut aus.
Fazit
Inhaltlich ist Blade teilweise eine ziemliche Frechheit, da die Handlung zu sprunghaft und teilweise unlogisch ist. Das Versprechen hier eine Menge Splatter zu bekommen, wird allerdings eingelöst. Wem das wichtig ist und endlich mal wieder Blade als Vampirjäger sehen will, ist hier richtig. Alle anderen können diesen Band getrost auslassen. Es schmerzt zu sagen, aber das hier hat Blade nicht verdient.
Pro & Contra
+ Blade
- Logikfehler
- nur auf den Splatteraspekt konzentriert
- sprunghaft
Bewertung: ![]()
Handlung: 1/5
Charaktere: 2/5
Zeichnungen: 3,5/5
Lesespaß: 2/5
Preis/ Leistung: 2/5