Laura Kinney: Wolverine – Die ultimative Killerin (Erica Schultz, Giada Belviso)

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Verlag: Panini; (April 2026)
Softcover: 120 Seiten; 16 €
ISBN-13: 9783741647321

Genre: Superhelden


Klappentext

Wolverine mit Frauenpower!

Als X-23 war Laura Kinney die ultimative Killerin für die Leute, die sie einst aus der DNA von Wolverine erschaffen hatten. Dieses Leben hat sie längst hinter sich gelassen. Heute macht Laura sich stark für alle Mutanten, die Hilfe brauchen in einer Welt, in der ihnen mehr Hass entgegenschlägt als je zuvor. Und das tut sie als die neue Wolverine auf ihre ganz spezielle Weise – schließlich ist sie die Beste in dem , was sie tut!
Autorin Erica Schultz (Moon Knight: Schwarz, Weiß & Blut) und Zeichnerin Giada Belviso (Jackpot & Black Cat) präsentieren das neueste Kapitel im aufregenden Leben von Laura Kinney als Wolverine!


Rezension

Laura Kinney ist Wolverine. Zwar nicht der Wolverine aber eine Wolverine. Und die jüngere Ausgabe von Logan besitzt auch so gut wie alle seine Charaktereigenschaften, nur ist sie vielleicht noch etwas extremer. Aufgrund ihrer Geschichte hasst sie es, wenn Mutanten ausgenutzt werden oder ihnen jemand schadet und verfolgt dies mit einer unbändigen Wut. Dabei ist nicht gerade hilfreich, dass sie noch ziemlich jung ist und noch mehr als Logan dazu neigt, mit dem Kopf durch die Wand zu wollen.
Für den Start ihrer Soloserie stellt Erica Schultz Laura Kinney zumindest zeitweise Elektra als Daredevil zur Seite, deren Abenteuer in Die Kunst des Teufels sie ebenfalls geschrieben hat.

Du wirst viele Orte bereisen

Nach dem Zusammenbruch von Krakoa ist Laura Kinney alias Wolverine nach New York zurückgekehrt. Als sie mit Freundinnen unterwegs ist, begegnet sie am Baumhaus, einer alten Zuflucht für Mutanten und jetzt Gedenkstätte, einer verängstigten Mutantin namens Emery. Von dieser erfährt sie zwar nichts, aber sie hat in einem Versteck im Baum eine Nachricht bei einigen weiteren hinterlassen. Diese liest Laura und bekommt so Kenntnis davon, dass Emerys Bruder Ivan nach Dubai entführt wurde. Also macht sich Laura auf den Weg nach Dubai und trifft auf eine Gegnerin, die skrupellos andere Mutanten ausbeutet.
Mit Du wirst viele Orte bereisen setzt Erica Schultz den Rahmen für die neue Serie über Laura Kinney. Dementsprechend ist Lauras erste Gegenspielerin auch keine nennenswerte Herausforderung für sie. Für das, was die Geschichte sein will und soll, ist sie gut geschrieben.

Der Teufel in mir

Ein weiterer Brief im Baumhaus führt Laura auf die Spur von Waffenhändlern und das ausgerechnet zu Pier 87 in Hell´s Kitchen, dem Gebiet von Daredevil. Unweigerlich muss sie sich kurz mit Elektra auseinandersetzen, bevor sie dann gemeinsam ermitteln. Und was Wolverine und Daredevil finden, ist ungeheuerlich. Anthony, ein Mutant mit dem Spitznamen die menschliche Bombe, soll vollgepumpt mit Drogen bei einer Demo gegen die Aufhebung des Anti-Helden-Pakts in die Luft fliegen. Wolverine und Daredevil versuchen dies zu verhindern, trotzdem kommt es zur Explosion. Dies spornt Laura nur noch mehr an, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Die X-Men waren immer auch ein politischer Comic und da bildet dieser keine Ausnahme. Auch wenn dieser Aspekt, wie hier, eher in den Hintergrund für eine Thrillerhandlung tritt. Die ist ganz gut, aber nicht wirklich mitreißend, dafür ist zu früh alles klar und aufgelöst. Allerdings machen Elektras Kommentare in Richtung Laura immer wieder Spaß.

Waffenbruder

Der verrückte Wissenschaftler Hendrick Schneider hat im Zweiten Weltkrieg ein ganzes Dorf mit seinen Robotern ausgelöscht, als er daran scheiterte aus den Bewohnern Mutanten zu machen. Nun ist ihm Bucky Barnes auf die Spur gekommen und der bittet Wolverine, Laura Kinney, um Hilfe, um ihn zur Strecke zu bringen. Auf der Fahrt machen sie Bekanntschaft mit Männern, die Mutanten am Liebsten töten würden, bevor sie dann endlich auf Hendrick Schneider treffen, der wieder versucht, aus Menschen Mutanten zu machen.
Der erste Teil von Waffenbruder, der an der Tankstelle spielt, ist richtig stark und beschäftigt sich mit dem Thema des Alltagsrassismus. Da kann die zweite Hälfte der Geschichte leider nicht mithalten, da sie hauptsächlich ein Actionfeuerwerk ist, gewürzt mit etwas Charakterentwicklung auf Seiten von Laura Kinney, bei der ihr Bucky sehr hilfreich ist.

Giada Belvisos Zeichnungen gehen in Ordnung und gerade das Finale mit dem Kampf gegen die Roboter von Hendrick Schneider ist ihr wirklich gut und übersichtlich gelungen. Hier gibt es nicht viel zu meckern. Ebenso wie der Inhalt des Comics sind die Zeichnungen solider Durchschnitt und erfüllen ihren Zweck.


Fazit

Der Start in Laura Kinneys Soloserie ist ganz gut gelungen, hat jedoch noch deutlich Luft nach oben. Erica Schultz geht leider viel zu häufig auf Nummer sicher, statt sich zu trauen, ihre Leser wirklich zu fordern. Gerade mit einer Figur wie Laura Kinney wäre dies möglich. So wird dieser Auftakt allerdings nicht lange im Gedächtnis bleiben.


Pro & Contra

+ Elektras Kommentare und die Dialoge zwischen ihr und Laura
+ paar gute Ideen
+ bereitet die Bühne für potenziell spannende Geschichten

0 solide Durchschnittskost
0 leidlich spannend

Bewertung: sterne3.5

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4/5
Zeichnungen: 3,5/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 3,5/5