Strange Natives – Der Junge mit den Capiz-Augen (Paolo Herras, Carlorozy Elemente)

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Verlag: Dantes; (Oktober 2025)
Softcover: 164 Seiten; 20 €
ISBN-13: 978-3-68902-023-1

Genre: Drama


Klappentext

Nachdem er von seiner Schule einen Verweis erhalten hat, wird Francis zu seiner gestrengen Großmutter in die Provinz geschickt, die ihm Benehmen beibringen soll. Noch während sie ihm auseinandersetzt, welche Regeln in ihrem Haushalt zu befolgen sind, läuft Francis weg, um den nahegelegenen Wald zu erkunden, in dem er auf die Behausung eines Waldgeists stößt. Als umwillkommenem Eindringling wird ihm ein nicht erbetenes Gastgeschenk zuteil, nämlich die Fähigkeit, die gewöhnlichen Sterblichen verborgene Welt der Geistwesen sehen zu können.

Dies ist die Geschichte von Francis, einem fremden Einheimischen …
dem Jungen, dessen Augen aus Capiz gemacht sind.


Rezension

Francis soll nach einer Prügelei in der Schule bei seiner Großmutter Benehmen lernen. Und die hat erstmal strenge Regeln und warnt ihn davor alleine in den Wald zu gehen. Natürlich ignoriert Francis die Warnung seiner Großmutter und geht trotzdem hinein und trifft auf Naturgeister. Und damit öffnet sich ihm eine völlig neue Welt, die ihm und den meisten anderen sonst verschlossen bleibt. Und wie sich herausstellt, ist seine Großmutter mehr als nur eine einfache alte Frau.

Paolo Herras erzählt ein weiteres Mal von seiner philippinischen Heimat, den Menschen und ihrer Beziehung zu ihrer Heimat, in der sie manchmal genauso fremd sind, wie Touristen und andere Besucher. Im ersten Band der Strange Natives – Die vergessenen Erinnerungen einer vergesslichen alten Dame ging es um die alte Dame Grasya, die in ihr altes Haus zurückkehrte und sich mit ihren Erinnerungen an ihr früheres Leben auseinandersetzte. In Der Junge mit den Capiz-Augen wendet sich Paolo Herras nun der genau entgegengesetzten Altersgruppe zu. Francis lernt viel über das Land und die Natur, die ihn umgibt und findet letztendlich seinen eigenen Platz darin. Seine Geschichte erzählt Paolo Herras, ebenso wie Grasyas zuvor, wieder mit einem großen Schuss Melancholie und wie bereits im Vorgänger so lässt man die Handlung am Besten einfach auf sich wirken, als sie wirklich logisch erfassen zu wollen. Denn in Strange Natives geht es weniger darum etwas genau zu analysieren, sondern eher darum die Emotionen und die Atmosphäre in sich aufzunehmen. Und dies gelingt auch hier wieder. Allerdings nicht ganz so gut wie im Vorgänger.

Statt Jerico Marte ist Carlorozy Elemente an Paolo Herras Seite und für die Zeichnungen zuständig. Und obwohl er ein guter Zeichner ist, der auch viele Details aufs Papier bringt, sind seine Zeichnungen leider nicht so übersichtlich, wie sie es idealerweise wären, damit der Funke endgültig zum Leser überspringt. Denn hin und wieder erschlägt er einen mit seinen Bildern und es wird unübersichtlich. Und in diesen, wenn auch wenigen, Momenten verliert er dann den Leser. Vielleicht wäre es doch ganz gut gewesen, den Comic zu kolorieren statt die Zeichnungen schwarz-weiß zu halten. Das Cover zumindest spricht dafür. Ansonsten gibt es jedoch eigentlich nichts zu meckern. Wer sich auf die Geschichte einlassen kann, wird erneut ein Kleinod mit wenigen Schwächen finden.


Fazit

Der Junge mit den Capiz-Augen ist eine weitere wunderbare Erzählung über die Philippinen und die Natur und den in ihr wohnenden Geistern. Paolo Herras erzählt kraftvoll. Nur die Zeichnungen von Carlorozy könnten an wenigen Stellen gerne etwas übersichtlicher sein.


Pro & Contra

+ Götter und Natur
+ gute Zeichnungen, die manchmal etwas unübersichtlich sind
+ greift an einer Stelle den ersten Band auf

Bewertung: sterne4

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Zeichnungen: 4,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Paolo Herras:

Rezension zu Strange Natives Bd.1