Sina Brings (07.03.2026)

Interview mit Sina Brings

sina brings2026Literatopia: Hallo, Sina! Kürzlich ist bei Piper Dein Romantasy-Einzelband "Kingdom of crystal Hearts" erschienen, in dem Edelsteine eine besondere Rolle spielen. Inwiefern verleihen diese Menschen Magie? Und wie wird diese genutzt?

Sina Brings: Hallo Judith :-)

Die Edelsteine sind die Quelle der Magie der Adeligen. So können eigentlich nur Mitglieder einer adeligen Familie Magie aus den verschiedenen Edelsteinen schöpfen. Einige können nur ihre familieneigene Magie, ganz selten aber auch die Kräfte aller verschiedenen Edelsteine beherrschen. Dieses Konstrukt wird durch Elodies Einfluss im Laufe der Geschichte jedoch ins Wanken gebracht …

Literatopia: Auf Instagram ziehst Du Parallelen zwischen "Kingdom of crystal Hearts" und "Bridgerton". Auch in Deinem Roman gibt es Regency Flair, Bälle und Intrigen, doch er soll wesentlich düsterer sein. Inwiefern?

Sina Brings: Genau, ich ziehe die Verbindung zu Bridgerton meets Game of Thrones. In KocH gibt es eben auch sehr dunkle Seiten: ein verarmtes, ausgebeutetes Volk und die Adelsriege, die dafür sorgt – auch durch Betrug und Intrigen –, dass dies unbedingt so bleibt. Es wird blutig, moralisch verwerflich, während auf der nächsten Seite auch schon wieder die Rede von schillernder Magie und Edelsteinen sein kann. Ich habe diesen Kontrast beim Schreiben sehr geliebt; da ich beide Serien sehr liebe, war das einfach ein Perfect Match für mich. Eine Geschichte, wie ich sie unbedingt einmal schreiben wollte :-)

Literatopia: Deine Protagonistin Elodie hat ihre ganze Familie in den Minen verloren und sinnt auf Rache. Wie soll diese Rache aussehen? Und wie will sie ihre Ziele erreichen?

Sina Brings: Sie will den Mord am Prinzen und der Königin begehen. Sehr radikal vielleicht, jedoch entzieht der Adel dem gemeinen Volk schon seit jeher jegliche Grundlage auf ein wirklich lebenswertes Leben. Sie werden ausgebeutet und immer wieder verschwinden Menschen spurlos in den Armenvierteln. Eines Tages ergreift Elodie, die Chance, um verkleidet als Adelige am Geburtstagstunier des Prinzen in Karmenit teilzunehmen, so in die Nähe des Regimes zu kommen und endlich zuzuschlagen. Doch dann kommt alles ein bisschen anders …

Literatopia: Stell uns Prinz Rafe näher vor. Was ist er für ein Mensch? Und warum spricht er nicht?

Sina Brings: Rafe ist ein sehr bedachter Mensch, der so gar nicht dem Klischee des klassischen Märchenprinzen entsprechen will. Außerdem würde ich sagen, dass ihm sein Titel nicht sonderlich wichtig ist. Warum er nicht spricht, müsst ihr im Buch selbst herausfinden. Eines kann ich jedoch verraten: Es steckt ein düsteres Geheimnis dahinter.

Literatopia: Nach der Veröffentlichung von "Kingdom of crystal Hearts" hattest Du den "größten emotionalen Kater" Deines Lebens. Warum? Wie hast Du Dich gefühlt, als Du das erste Mal das fertige Buch in der Hand gehalten hast?

Sina Brings: Ich war von der Situation schlichtweg überfordert, da ich niemals damit gerechnet hätte, dass so viele Menschen mein Buch lesen würden – dass es so präsent und sichtbar sein würde. Das hat mich wahnsinnig gefreut, war aber zugleich absolut überwältigend, da ich es als noch ‚frische‘ und unbekannte Autorin einfach nicht erwartet hatte. Doch genau das macht es natürlich umso schöner!

Mein eigenes Buch dann endlich in den Händen zu halten, war ein unbeschreibliches Gefühl. Noch heute betrachte ich meine Exemplare voller Stolz und erinnere mich an diesen Meilenstein, um mich auch in schwierigen Phasen immer wieder zu motivieren.

Literatopia: In "Kingdom of crystal Hearts" finden sich beliebten Romantasy-Tropes wie "He falls first" und "Forbidden Romance". Was ist denn Dein persönlicher Lieblings-Trope?

Sina Brings: Mein liebster Trope ist Enemies-to-Lovers, auch wenn es wahrscheinlich mittlerweile eher so ein Basic-Trope ist und in vielen Romantasy-Büchern vorkommt. Aber den Moment, wenn aus Feindschaft und Abneigung etwas Neues entsteht, liebe ich! Wenn die Protagonisten bemerken, dass da mehr ist als das, was sie zu wissen und zu verstehen glauben. Das anfängliche Knistern, die Tension … herrlich!

Literatopia: Auf Instagram hast Du rund um das Erscheinen von "Kingdom of crystal Hearts" viele Informationen zum Buch gepostet. Wie hältst Du die Balanace zwischen "neugierig machen" und "nicht zu viel verraten"? Und wie wichtig ist Dir der Kontakt mit den Leser*innen?

Sina Brings: Ich teasere ein bisschen an und versuche ein Gefühl für die Story zu geben, zeige Dinge, die potenzielle Lesende mögen könnten und gebe die Grundpfeiler der Story preis. Meistens handele ich hier aber eher aus dem Gefühl heraus.

Ich tausche mich super gern mit Lesenden aus und freue mich immer sehr über die Gelegenheit dazu :-)

Literatopia: Auch Deine Trilogie "Of Whisper and Darkness" widmet sich menschlichen Abgründen und gefährlichen Mächten. Was reizt Dich an düsterer Fantasy?

Sina Brings: Menschliche Abgründe haben mich schon immer fasziniert, und ich liebe es, verschiedene „Was-wäre-wenn-Szenarien“ zu durchdenken. Obwohl ich mit Horrorfilmen nie viel anfangen konnte, reizen mich die psychologische Anspannung und das wachsende Grauen beim Lesen von Mystery-Thrillern – daher rührt wohl mein Hang zur „dunklen Seite“.

schattenerwachenLiteratopia: Du warst bereits in jungen Jahren eine begeisterte Geschichtenerfinderin. Wovon handelten Deine ersten selbst ausgedachten Geschichten? Und wann war für Dich klar, dass Du Deine Geschichten veröffentlichen willst?

Sina Brings: Meine erste Geschichte werde ich nie vergessen: Sie handelte von meinem Hund Mona, aus Kindertagen, und meiner Protagonistin Isabella, die auf dem Dachboden gemeinsam magische Abenteuer erleben. Irgendwo habe ich auch noch das Notizbuch dazu, und wer weiß, vielleicht überarbeite ich die Geschichte ja nochmal und ihr könnt sie irgendwann lesen …

Mir wurde klar, dass ich veröffentlichen will, als ich den ersten Band meiner Trilogie beendet hatte und überrascht war, wie gut das Feedback meiner Testlesenden war.

Ab da dachte ich: Hey, warum nicht einfach versuchen? Und siehe da, es hat geklappt! :-)

Literatopia: In Deiner Kurzbiografie heißt es, Du schreibst in jeder freien Minute an Deinen Manuskripten. Kannst Du zu jeder Tages- und Nachtzeit schreiben? Und wie organisierst Du Dich, um den Überblick über Figuren und Schauplätze zu behalten?

Sina Brings: Ich schreibe am liebsten früh am Morgen, wenn der Rest der Familie noch schläft. Dann fließen die Worte am besten und ich kann in Ruhe in meiner Welt versinken. Um Ordnung in meinem Kopf zu halten, habe ich verschiedene Notizbücher für meine Projekte, in denen ich gerne meine Gedanken festhalte.

Literatopia: Woraus ziehst Du Inspiration für Deine Geschichten?

Sina Brings: Aus allem was mich umgibt. Tatsächlich auch aus der Musik, die mich immer in die richtige Stimmung bringt. Pinterest ist auch eine wundervolle Inspirationsquelle, sowie einfach mal die Gedanken schweifen lassen und spazieren gehen.

Literatopia: Nach dem Buch ist vor dem Buch - würdest Du uns abschließend einen kleinen Ausblick auf zukünftige Veröffentlichungen geben?

Sina Brings: So ist es! Ich arbeite aktuell wieder an einem neuen Romantasy-Projekt, und hoffe, schon ganz bald mehr verraten zu dürfen :-)

Literatopia: Herzlichen Dank für das Interview!


Autorinnenfoto: Copyright by Sina Brings


Dieses Interview wurde von Judith Madera für Literatopia geführt. Alle Rechte vorbehalten.