Batman – Jenseits der Schatten (John Van Fleet, Chuck Dixon, Ann Nocenti)

batman jenseits der schatten

Verlag: Panini; (Juni 2024)
Siftcover: 272 Seiten; 30 €
ISBN-13: 9783741640315

Genre: Superhelden/ Horror


Klappentext

Unsterblichkeit und Finsternis

Dieser Band sammelt drei düstere Batman-Geschichten, die von dem Ausnahme-Künstler John Van Fleet spektakulär in Szene gesetzt wurden.

In der ersten Story muss Bruce Wayne alias Batman den Heiligen Gral vor seinem Erzfeind, dem unsterblichen Ökoterroristen Ra´s al Ghul, vor einem Kult und vor Catwoman beschützen und gerät dabei in Versuchung, die Kräfte des Grals für sich selbst zu nutzen.
In der zweiten Story spielen ägyptische Artefakte und eine unsterbliche Ägypterin mit einer tödlichen Agenda in Gotham City eine überaus gefährliche Rolle für den Dunklen Ritter und seinen jugendlichen Gefährten Robin.
Und in der dritten Story sieht Poison Ivy ihre lebenswichtigen Gewächse durch den Schatten eines Gebäudes bedroht, woraufhin einige Geschäftsmänner in Gotham an einer mysteriösen Krankheit sterben.


Rezension

Düster ist das Cover und düster geht es in den drei Geschichten von Jenseits der Schatten zu, die hier versammelt wurden und aus der Feder von Chuck Dixon und Ann Nocenti stammen. Und während diese beiden nicht bereits ausreichen würden, um gute und spannende Geschichten zu garantieren, ist John Van Fleet als Zeichner an ihrer Seite.
Alle drei Geschichten haben dabei gemeinsam, dass es immer um den Tod und das ewige Leben geht.

Der Heilige Gral

Nach einem harten, nächtlichen Einsatz, erhält Bruce Wayne ein seltsames Päckchen. Der Inhalt ist in Rindsleder eingeschlagen, trägt ein Wachssiegel und ist an Thomas Wayne adressiert. Bruce folgt der enthaltenen Einladung und trifft Lord Winsleygate, der ihm offenbart, dass Bruce Wayne der neue Hüter des Grals sein soll. In Schock nimmt Bruce den Gegenstand mit und muss feststellen, dass an der Legende des Grals mehr dran ist, als gedacht. Und schon bald kommen auch andere Parteien nach Gotham, die den Gral in ihre Finger bekommen wollen und es entbrennt ein Kampf um den vielleicht heiligsten Gegenstand der Christenheit.
Was Chuck Dixon abliefert ist einerseits eine „einfache“ Hetzjagd, aber darunter liegen tiefgründige Überlegungen zu Batman, Ra´s al Ghul, zum Glauben und vor allem zum Tod und zum ewigen Leben. Überlegungen, die in seinem Ankh noch ein weiteres Mal auf eine andere Art vorkommen.

Ankh

Immer wieder werden aus verschiedenen Sammlungen verschiedene Gegenstände ägyptischer Herkunft gestohlen. Allerdings weniger Kunstgegenstände, sondern nur Schriften. Batman ermittelt und stößt dabei sowohl auf Killer Croc, als auch auf eine ganz spezielle Diebin. Ebenso beschäftigt sich Batman mit dem Verschwinden von Milliardenerben.
Den Horror von Die Mumie verbindet Chuck Dixon hier mit einer Detektivgeschichte, die sehr vieles zu bieten hat und in der nicht immer alles so ist, wie es scheint. Das Ende ist ungewöhnlich und perfekt gesetzt für diese Überlegung über ein Leben ohne Ende.

Batman/ Poison Ivy: Schattendasein

Dan Trimbel erbaut einen riesigen Wolkenkratzer in Gotham. Der nimmt den Insassen Arkhams das Licht. Vor allem für Poison Ivy ist dies tragisch, da so ihre Pflanzen nicht wachsen können. Plötzlich beginnen die Unterstützer Trimbels zu sterben und Poison Ivy, obwohl verdächtig, ist anscheinend die einzige Person, die Batman helfen kann, diese Todesfälle aufzuklären.
Ann Nocenti beschäftigt sich in Schattendasein mit Obsessionen und wie weit sie gehen können. Auch das Thema eines Lebens im Schatten in metaphorischer und realer Hinsicht wird behandelt und abschließend setzt sich Ann Nocenti mit Leben und Tod, und wie sie zwei Seiten einer Medaille sind, auseinander. Für diesen Band ist Schattendasein der ideale Abschluss.
Die Charaktere sind durch die Bank interessant geschrieben und es gibt sogar einen neuen Charakter, der eine sinnvolle Ergänzung zum üblichen Personal bei Batman ist.

John Van Fleet zeichnet Comics nicht einfach. Er ist ein Künstler, der mehr will und so kann er beeindruckende Bilder schaffen, die nicht nur in Panoramen sein Können zeigen, sondern auch in so etwas wie Nahaufnahmen der Charaktere. Sein Stil ist ungewöhnlich und er gibt Batman, Gotham und auch der Inszenierung ein zeitloses Gefühl. Hier existieren Satellitenschüsseln, Zeppeline und Wählscheibentelefone Seite an Seite und es wirkt natürlich. Optisch ist das hier stellenweise brillant. Selbst die Kampfsequenzen sind wirklich gelungen. Da verzeiht man ihm auch einen etwas seltsam wirkenden Killer Croc.


Fazit

Eine Betrachtung von Leben und Tod im Rahmen von Batmangeschichten legen Chuck Dixon und Ann Nocenti mit Jenseits der Schatten vor. Die Geschichten sind intensiv, regen zum Nachdenken an und vereinen Anspruch mit einer Prise wohldosierten Horrors. John Van Fleet sorgt für eine geniale visuelle Umsetzung.


Pro & Contra

+ Zeichnungen von John Van Fleet
+ Geschichte mit Anspruch, dennoch spannend

Bewertung: sterne4.5

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5