
Verlag: Panini; (März 2026)
Softcover: 128 Seiten; 17 €
ISBN-13: 9783741647031
Genre: Superhelden
Klappentext
Die letzte Schlacht!
Frank Castle ist wieder da!
Er hat Monster Island dem Rücken gekehrt und ist zurück in New York. Um in den Straßen der Stadt aufzuräumen. Um Rache zu üben. Und ganz oben auf Franks Liste steht sein alter Partner Microchip! Aber auch andere Gesichter tauchen wieder auf – zwei von Franks sadistischen Feinden, die Jigsaw-Brüder! Und sie haben schon einen Plan, wie man den Punisher begrüßen könnte.
Star-Autor Rick Remender (Captain America) und das französische Zeichner-Ass Roland Boschi (Ghost Rider) inszenieren gemeinsam das blutigste Spektakel in der Geschichte des Punishers!
Rezension
Der Punisher kehrt mit Henry nach New York zurück, um Jagd auf Microchip und seine Hintermänner zu machen. Dabei zieht er eine Schneise der Verwüstung und eine Spur des Blutes. Doch das ist alles nichts gegen das, was passiert, als er auf Jigsaw und seinem ehemaligen Helfer Stuart trifft.
Schmerz ist das große Thema dieses Punisher-Comics aus der Feder von Rick Remender. Vor allem der seelische Schmerz, den Menschen anderen und sich selbst zufügen und seine Folgen für die Psyche. Zumindest gilt das, wenn nur Frank Castle betrachtet wird. Wenn man sich jedoch die gar nicht mal so heimliche eigentliche Hauptfigur in diesem brutalen und actionhaltigen Comic ansieht, dann stellt man fest, dass Blutsverwandt sich eigentlich damit beschäftigt, was blutsverwandt eigentlich bedeutet.
Bis die Geschichte an diesem Punkt angekommen ist, ist Blutsverwandt hauptsächlich ein einziges Actiongewitter, in dem Frank Castle gnadenlos und brutal tötet, um an sein Ziel zu gelangen. Dabei wird auch nie so wirklich klar, was eigentlich das Ziel von Jigsaw und Stuart ist. Ja, es ist gibt eine fadenscheinige Motivation ihres Verhaltens, aber wirklich überzeugend ist das nicht. Dafür ist immerhin ihr Plan deutlich besser und sie schaffen es tatsächlich den Killer in Frank Castle zu wecken, so dass am Ende auf keinen Fall mehr der Begriff Antiheld auf den Punisher zutrifft. Gleich der Beginn macht dies recht deutlich, aber spätestens wenn er Microchip tötet, ist der Punkt erreicht, an dem er einfach nur noch ein Killer ist. Die Ereignisse vor diesem Comic geben zwar auch genau das her, nur leider sind sie eben nicht auch im Band enthalten und so steht der Inhalt auf recht wackeligen Füßen, da eben nicht jeder eine fünfzehn Jahre alte Geschichte kennt. Nur ist diese äußerst relevant für den Punisher in Blutsverwandt. Die Handlung wird zwar am Anfang des Bandes zusammengefasst, aber das reicht nicht, damit Blutsverwandt emotionale Wucht entfalten kann.
Aber da ist auch noch Henry, der junge Helfer des Punisher, und eigentliche Hauptfigur von Blutsverwandt. Denn er muss sich zwischen seinen beiden „Vätern“ entscheiden. Jigsaw, seinem leiblichen Vater und dem Punisher, der ihn aufgenommen hat, auch wenn dieser das auch aus egoistischen Gründen tat. Henry ist der emotionale Anker in dieser Geschichte und die letzten Seiten sind im Bezug auf ihn äußerst stark geschrieben, die in einem Ende münden, das ebenso mit dem Punisher etwas versöhnt, da er noch einmal in einem etwas anderem Licht erscheinen darf.
Die Zeichnungen von Michele Bertilorenzi und Roland Boschi sind etwas rauer und transportieren die Brutalität und die Action sehr gut. Ansonsten sind ihre Actionszenen sehr übersichtlich und leicht nachzuverfolgen. Nur manchmal übertreiben sie es ein bisschen in der Darstellung der Charaktere.
Fazit
In Blutsverwandt geht der Punisher brutal und ohne Gnade gegen seine Gegner vor. Von Antiheld kann hier nicht mehr gesprochen werden und dennoch ergeht sich der Comic nicht vollkommen in Gewalt, sondern bietet mit der Geschichte um Henry einen emotionalen Kern. Blutsverwandt ist einer der besseren Punishercomics.
Pro & Contra
+ Henrys Geschichte
0 der Geschichte fehlt etwas die Klarheit
0 Vorgeschichte hätte enthalten sein müssen
Bewertung: ![]()
Handlung: 3/5
Charaktere: 3,5/5
Zeichnungen: 3,5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5