
Verlag: Panini; (April 2026)
Softcover: 120 Seiten; 16 €
ISBN-13: 9783741646911
Genre: Superhelden
Klappentext
Silbernes Schicksal
Als Silver Surfer ist Norrin Rad eines der mächtigsten Wesen in den unendlichen Weiten des Marvel-Universums. Jetzt stellt sich der kosmische Grübler jedoch dem Tod in den Weg. Denn Major Kelly Koh vom skrupellosen Bureau of Alien Neutralization erhält den Auftrag, den Silbernen zur Strecke zu bringen! Doch auch Hulks Sohn Skaar, die Fantastic Four und Galactus spielen eine Rolle im Plan der Behörde. Am Ende geht es um Leben und Tod von Silver Surfer.
Eine galaktische Marvel-Saga von Top-Autor Greg Pak (Planet Hulk, Star Wars) und Zeichner Sumit Kumar (Man-Bat: Das Monster von Gotham).
Rezension
Im Auftrag des Ban bekämpft Major Kelly Koh außerirdische Bedrohung. Zu der zählt laut ihrem Chef auch der Silver Surfer. Doch ihr Kampf mit ihm gerät in den Hintergrund als Blut von Galactus die Erde bedroht.
Der Tod von Silver Surfer alias Norrin Rad hätte eine großangelegte Geschichte mit Tiefgang und philosophischen Fragestellungen werden können. Er hätte sich mit seinem Tod auseinandersetzen können und mit der Frage, was nach dem Leben kommt oder was Leben, und alles was damit zusammenhängt, überhaupt bedeutet. J. Michael Straczynski hat dies gemeinsam mit Esad Ribic in Silver Surfer: Requiem getan und lieferte einen grandiosen Comic ab.
Nun sind also Greg Pak und Sumit Kumar an der Reihe mit ihrer Version des Todes von Norrin Rad. Und vielmehr, als dass diese Geschichte eines Silver Surfers unwürdig ist, möchte man eigentlich nicht sagen. Denn Greg Pak fällt wirklich nicht mehr ein, als Galactus auszupacken und aus Norrin Rads Tod ein einfaches Actionspektakel zu machen, in dem der Silver Surfer noch nicht mal die Hauptfigur ist. Die ist nämlich Major Kelly Koh. Eine Mary Sue, wie sie buchstäblich im Buche steht. Sie besitzt keine Fehler, sie ist die Beste in allem. Einzig etwas wütend ist sie, mehr aber auch nicht, denn im Prinzip ist sie unfehlbar. Und das nervt ungemein, da sie einfach keine Entwicklung durchmachen darf. Dass sie am Ende dem Silver Surfer hilft, anstatt ihn zu jagen, ist dabei tatsächlich keine Charakterentwicklung, sondern eine Notwendigkeit, da sie die neue Silver Surfer ist. Warum sie sich allerdings dann sofort wie ein Kleinkind aufführt, weiß wohl nur Greg Pak. Nur um es zu betonen, es spricht überhaupt nichts gegen starke Frauenfiguren, nur warum müssen sie dann wie hier in allem besser sein, als jeder andere und ohne Fehler? Das ist nicht kreativ oder interessant oder empowerment, sondern einfach langweilig, einfallslos und mehr als schlecht anbiedernd. Dabei wäre und ist eine weibliche Silver Surfer vom Konzept her durchaus interessant, nur müsste sie eben auch so geschrieben werden. Und das fehlt hier einfach. Wer perfekt ist, bevor er die kosmische Macht erhält, ist halt mit ihr auch nicht stärker oder interessanter. Greg Pak reduziert Norrin Rad und Major Kelly Koh auf den Actionanteil im Leben des Silver Surfers und das ist für eine solche Figur einfach bitter. Einen weiblichen Silver Surfer hätte man auch anders, effektiver und vor allem besser einführen müssen. Norrin Rad hätte einen besseren, emotionaleren Tod verdient und nicht einen, der nur dazu dient einen neuen Silver Surfer einzuführen, den dies ist anscheinend der einzige Grund Norrin Rad hier sterben zu lassen, auch wenn es noch ein Hintertürchen gibt, damit er zurückkommen kann. Und diese Rückkehr kann gar nicht schnell genug kommen. Denn die Figur von Major Kelly Koh ist einfach zu flach, um lange als Superheld mit kosmischer Macht bestehen zu können.
Sumit Kumar zeichnet ganz gut, wobei die Proportionen und Gesichter der Charaktere manchmal etwas seltsam wirken. Im Großen und Ganzen ist das aber guter Superheldendurchschnitt. Leider sind die einzigen epischen, beeindruckenden Bilder die Cover und die erste Splashpage jeder Ausgabe. Ansonsten sind seine Zeichnungen nicht herausragend. Wenn man sie mit den Zeichnungen eines Esad Ribic oder gar eines Moebius bei Silver Surfer vergleicht, sind sie klar eine Enttäuschung und gegenüber Michael Allred verlieren sie im Punkt der Originalität und Kreativität.
Fazit
Silver Surfers Tod ist in der Variante von Greg Pak eine einfache Enttäuschung, gerade im Vergleich mit J. Michael Straczynskis und Esad Ribics Requiem. Größter Fehler ist dabei, dass der Silver Surfer bei Greg Pak noch nicht einmal die Hauptfigur in der Geschichte seines Todes ist und mit einem absolut perfekten und generischen Charakter ersetzt wird.
Pro & Contra
+ das Cover ist gelungen
- Norrin Rad nicht Hauptfigur
- Major Kelly Koh ist unsympathisch und nervig
- Geschichte ist schwach
- Schurke ist schwach
Bewertung: ![]()
Handlung: 1/5
Charaktere: 1,5/5
Zeichnungen: 3/5
Lesespaß: 1,5/5
Preis/Leistung: 1,5/5
Literatopia-Links zu weiteren Titeln über den Silver Surfer:
Rezension zu Silver Surfer Bd.1
Rezension zu Silver Surfer: Parabel
Rezension zu Silver Surfer: Requiem
Rezension zu Silver Surfer Black – Gott der Finsternis