Star Wars – Galaktische Geschichten des Schreckens (Cavan Scott u.a.)

sw galaktischer schrecken

Verlag: Panini; (Juli 2026)
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten; 35 €
ISBN-13: 9783741649370

Genre: Science Fiction/ Horror/ Grusel


Klappentext

Es war einmal vor langer Zeit, in einer gruseligen Galaxis …

Als die Zwillingssonnen über Tatooine untergehen, versucht ein Gefangener Jabbas der Rancorgrube zu entkommen, indem er dem Verbrecherboss schaurige Geschichten über Phantomdroiden, Monster und Eisplaneten-Schnecken erzählt. Doch wird ihn das retten?

An einer stürmischen Küster auf Kef Bir warnt eine vermummte Gestalt den Freiheitskämpfer Fry vor den Schrecken, die in den Ruinen des Todessterns lauern. Von Geisterpiloten bis zu imperialen Zombies! Wird Fry die Warnung beherzigen?

Und auf Ryloth kämpfen nacheinander drei Heldengenerationen – Obi Wan Kenobi, Anakin Skywalker, Leia Organa, Luke Skywalker, Rey und Finn – gegen einen bösartigen Geist aus dem Reich der Toten, der Angst und Verzweiflung über die Galaxis bringen will.

Drei düstere Anthologien sind in dieser gebundenen Ausgabe zusammengefasst.


Rezension

Schon längst besteht das Star Wars-Universum nicht mehr nur aus Jedi, Sith und Raumschlachten. Machtgeister und die Hexen von Dathomir sind schon lange ein Teil des Universums und damit war auch schon immer die Tür zum Horror geöffnet, durch die einzelne Autoren bereits sehr früh gingen, auch wenn ihre Romane und Comics noch nicht so bezeichnet wurden. Wer in die Star Wars Legends hineinsieht, wird auf jeden Fall fündig werden. Horror hat also sozusagen eine lange Tradition bei Star Wars. Ein Autor, der sich in den letzten Jahren in diesem Bereich hervorgetan hat, ist Cavan Scott, von dem gleich drei Anthologien in dieser gebundenen Ausgabe vorliegen.

Geschichten aus der Rancorgrube

Captain Vaclav hat ein kleines Problem mit Jabba, der ihn deswegen töten lassen will. Um sein Leben zu verlängern und es vielleicht zu behalten, erzählt der Captain Jabba drei gruselige Legenden.
Der Einstieg ist mit seiner Hommage an 1001 Nacht gelungen und das Ende der Rahmenhandlung passt zu Jabba. Das hier macht bereits Spaß zu lesen und macht neugierig auf die folgenden drei Geschichten.

Geistermaschine

Der Separatistengeneral Hazameer sieht seine Kampfdroiden als reines Mittel zum Zweck, welches ohne einen zweiten Gedanken geopfert werden kann. Ein Fehler wie sich herausstellt. Denn tief in einer Zitadelle auf Malenko suchen ihn plötzlich die Geister der zerstörten Droiden heim.
Geistermaschine ist kurz, prägnant und hat sogar einen kleinen Twist am Ende zu bieten. Mehr kann von einer Kurzgeschichte nicht verlangt werden, die zudem den Horroraspekt genug Platz bietet. Juan Samus Zeichnungen sind bunt, aber seltsamerweise genau die richtige Art von Bildern für diese Geschichten und auch ansonsten sieht das richtig gut aus.

Untot oder lebendig

Ty Yorrick wird von Dro-Nal Pru engagiert, um ein Monsterproblem zu lösen. Als Ty auf dem Planeten landet, muss sie zwei Dinge feststellen: Dro-Nal Pru hat eine weitere Jägerin engagiert und Ty eine Falle gestellt. Sie soll auf dem Planeten nicht nur sterben, sondern für immer als Monster leben.
Untot oder Lebendig ist die beste Geschichte, der ersten enthaltenen Anthologie und das rührt daher, dass Cavan Scott nicht nur das Konzept der Werwölfe auf Star Wars überträgt, sondern erneut ein, zwar erwartbares, aber dennoch perfektes Ende findet. Andy Duggan liefert dazu gute Zeichnungen, die ausreichend Dynamik besitzen.

Höhle der Drachenschnecken

Auf Hoth gehen Leia, Han und Chewie seltsamen Geräuschen nach und werden dabei unterhalb der Basis Zeuge davon, wie eine Wampamutter gegen eine riesige Drachenschnecke kämpft. Sie entscheiden ihr zu helfen, wofür Han zunächst alleine zurückbleiben muss.
Die Geschichte gibt bereits nicht viel her, als ein bisschen Monsteraction, aber Rafael Pérez liefert hier locker die schlechtesten Zeichnungen des gesamten Bandes ab. Die Charaktere sind nur an ihrer Kleidung erkennbar. Gesichter kann er nicht zeichnen und Chewbacca ist eine Frechheit.

Geschichten vom Todesstern

Auf Kef Bir will Fry das Wrack des Todessterns betreten. Bevor es dazukommt, erscheint eine vermummte Gestalt und erzählt ihm zur Warnung Geschichten vom Todesstern.
Auf den ersten Blick bietet die Rahmenhandlung wenig Grusel oder Horror, doch am Ende gibt es bezüglich darauf noch eine nette Überraschung.
Ingo Römling hat neben einer weiteren Geschichte in diesem Band das Cover gezeichnet. Soo Lee war für die eigentliche Geschichte verantwortlich und arbeitet ausreichend detailreich und sein Beitrag sieht nach dem von Ingo Römling am besten aus.

Die Kreatur in der Müllpressanlage

An Bord des ersten Todessterns gibt es ein Problem. Irgendetwas ist in den Gängen verborgen. Deswegen ruft Commander Barkle Jonram Dremel, der das Wesen fangen soll. Dazu bekommt er Gefangene als Unterstützung. Doch der Auftrag stellt sich als gefährlicher heraus als gedacht.
Eine wilde Mischung aus Alien, der Blob und Godzilla wird hier von Cavan Scott angerührt, die erstaunlicherweise aufgeht. Vincenzo Riccardi hat das in sehr bunte Bilder verpackt, die ebenso wild wie die Handlung sind.

Die Wilde Staffel

Am Lebenstag erzählt der Tie-Pilot Rode seiner Partnerin Gatt an Bord des zweiten Todessterns von der Legende der Wilden Staffel. Kurz darauf gehen sie mit Commander Monne auf Patrouille und plötzlich nimmt Gatt seltsame Signale war.
Cavan Scott überträgt den Mythos der Wilden Jagd gekonnt aufs Star Wars-Universum. Fico Ossio hat dafür visuell interessante und atmosphärische Zeichnungen geschaffen.

„Wir verdoppeln unsere Bemühungen“

Der Todesstern ist noch nicht fertiggestellt und der Zeitdruck ist groß. Da fällt dem Techniker Tril Jindrax ein Ring aus dem Besitz des Imperators in die Hände, der Tote erwecken kann und sie zu willenlosen Arbeitsdrohnen macht. Zunächst läuft es gut, doch dann gerät alles aus dem Ruder und Darth Vader persönlich greift ein.
Die Geschichte über Zombies ist durchschnittlich. Weder besonders gut noch besonders schlecht. Die Zeichnungen von Juan Samu sind hier zu cartoonhaft um ernst genommen zu werden.

Die Heimsuchung des Grand Moff Tarkin

Als Grand Moff Tarkin noch jung war, ließ er seinen Bruder auf Eadu sterben. Viele Jahre später, kurz vor der Schlacht von Yavin, hört er plötzlich Stimmen und sieht Geister all seiner Opfer und der Rebellenstützpunkt kommt immer weiter in Reichweite.
Eine geradezu klassische Gruselgeschichte wird in Die Heimsuchung von Gran Moff Tarkin erzählt, diese wird von Ingo Römling in seinem unverkennbaren Stil effektiv und spannend in Szene gesetzt.

Geschichten aus den Nachtlanden

Im Gegensatz zu den vorherigen Anthologien ist Geschichten aus den Nachtlanden kein Sammelsurium aus Kurzgeschichten, sondern erzählt eine übergreifende Handlung über drei Generationen. Jedes Kapitel wurde dabei einem anderem Zeichner überlassen.

Kapitel 1

Obi-Wan und Anakin Skywalker landen auf Ryloth, um der Beerdigung von Tarmid Dall, Oberhaupt der ersten Familie der Twi´Lek, beizuwohnen. Es bleibt natürlich nicht bei einer einfachen Trauerfeier, denn Anakin hat beschlossen, Daesha, die Enkelin Tarmid Dalls, zu helfen. Sie will mit ihrem Großvater in den Nachtlanden, wie sie das Reich der Toten nennen, Kontakt aufnehmen. Dafür schleichen die beiden Kinder in die Kapelle in der Tarmid Dall aufgebahrt liegt und scheinbar klappt auch alles. Ein Geist erscheint, jedoch nicht der von Daeshas Großvater.
Das Beste kommt zum Schluss heißt es immer und in diesem Fall stimmt es, denn Kapitel Eins der Geschichten aus den Nachtlanden bietet einfach alles, was eine gute Horrorgeschichte braucht und das Ende ist wieder mal sehr gut und bereitet weitere Geschichten mit der Nachtjägerin vor.
Soo Lee ist zum zweiten Mal in diesem Band dabei und passt seinen Stil der Geschichte perfekt an.

Kapitel 2

Luke Skywalker erwacht aus Albträumen in denen Yoda ihm gesagt hat, er soll nach Rabnir gehen, um dort seinen Vater zu treffen, der noch am Leben sei. Obwohl Luke bereits weiß, dass Darth Vader sein Vater ist, bricht er überstürzt auf, in der Hoffnung, dass sich alle anderen geirrt haben. Auf Rabnir trifft er auf Daesha, die mittlerweile die Fähigkeit besitzt, mit den Toten zu sprechen und Lukes Vater beschwört. Doch dies erweist sich als Falle, denn es ist die Nacht der Albtraumkonjunktion.
Kapitel Zwei setzt die Geschichte gelungen fort, ohne sie groß zu erweitern. Allerdings spielt die Rückkehr von Daesha eine wichtige Rolle und sie hat in der Zwischenzeit eine Entwicklung durchgemacht. Cavan Scott macht dies bisher sehr gut, jetzt kommt es ganz darauf an, wie er die Geschichte über Hitanaga und den Skywalkers abschließt. Vincenzo Riccardi ist für die Albtraumsequenzen der ideale Zeichner.

Kapitel 3

Ein Notruf führt Leia, Finn, Rey und C3PO nach Aaloth. Allerdings wurde der Notruf nicht von den Bewohnern Aaloths geschickt. Dafür treffen sie auf Daesha, die mittlerweile dort lebt und sich bemüht die Gesellschaft auf die Nachtländerin, Hitanaga, vorzubereiten. Außerdem ist es wieder die Zeit der Albtraumkonjunktion und Hitanaga hat einen neuen Plan, endgültig in die Welt zu gelangen.
Von der wahren Gestalt Hitanagas abgesehen, sind die Zeichnungen fast genauso schlecht wie bei In der Höhle der Drachenschnecken. Ansonsten bringt Cavan Scott seine Geschichte zu einem runden Ende, dass unter den Zeichnungen zu leiden hat, da ihnen auch sämtliche Dynamik und interessanten visuellen Einfälle abgehen.


Fazit

Die Geschichten in Star Wars – Galaktische Geschichten des Schreckens reichen inhaltlich von durchschnittlich bis sehr gut. Eine wirklich schlechte gibt es nicht. Leider kann dies nicht über die Zeichnungen gesagt werden. Die Zeichnungen von Rafael Pérez und Robert Hack sind absolute Tiefpunkte.


Pro & Contra

+ Geschichten aus den Nachtlanden erzählt eine interessante Geschichte über drei Generationen
+ Ingo Römling ist als Zeichner mit dabei
+ Hardcover

- Zeichnungen von Robert Hack und Rafael Pérez

Bewertung: sterne4

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/ Leistung: 4,5/5