Klinge & Blutmagie - Dunkler Pakt (Kaja Evert)

klinge und blutmagie dukler pakt

WunderZeilen Verlag (September 2025)
Paperback, 446 Seiten, 17,99 EUR
ISBN: 978-3988670687

Genre: Dark Fantasy / Dark Romantasy


Klappentext

Kannst du deinen Feind lieben?

Sie könnten das perfekte Paar sein, doch ihre Liebe steht unter einem düsteren Stern. Der rebellische Schwarzmagier Nino und Kjeld, der gesetzestreue Inquisitor, sind in einem gefährlichen Spiel aus Anziehung und tödlichen Geheimnissen gefangen.
Sonst macht die Inquisition mit Schwarzmagiern kurzen Prozess, doch Nino unterbreitet sie ein Angebot: Arbeitet er für sie, kann er an Kjelds Seite bleiben. Aber der Preis ist hoch. Durch Fesseln seiner Magie beraubt, kämpft Nino nicht nur gegen die strengen Gesetze der Inquisition, sondern auch um seine Liebe zu Kjeld.
Als dunkle Mächte die Hauptstadt bedrohen, wächst der Verdacht, dass Nino ein Verräter ist. Sogar Kjeld zweifelt an ihm …


Rezension

“Dunkler Pakt“ führt die Geschichte aus „Klinge & Blutmagie“ weiter: Inquisitionskrieger Kjeld hat kaum Zeit, den Schwarzmagier Nino zu vermissen, denn dieser steht unverhofft vor seiner Tür. Er will die Großmeisterin um die Erlaubnis bitten, die Akademie des Freien Geister wieder eröffnen zu dürfen. Nino möchte seine dunkle Magie weiter erforschen und dies auch anderen Schwarzmagiern ermöglichen. Die Inquisition zwingt magisch Begabte, Lizenzen zu erwerben und geht hart gegen Schwarzmagier vor, die sie als gefährlich und als Feinde betrachtet. Kjeld hat durch Nino erfahren, dass Schwarzmagie nicht nur Schaden anrichtet, und unterstützt seinen Geliebten – doch er steht auch treu zu den Gesetzen der Inquisition, die Nino Fesseln aufzwingt und seiner Bitte nur Gehör schenken will, wenn er seine Vertrauenswürdigkeit beweist. Vorurteile und Missverständnisse führen unweigerlich zur Katastrophe, die die Beziehung zwischen Kjeld und Nino auf eine harte Probe stellt. Beide müssen über ihre Grenzen gehen, um ein finsteres Geheimnis innerhalb der Inquisition zu enthüllen und einen Dämon zurück in seine Welt zu schicken …

“Klinge & Blutmagie“ funktioniert als Einzelroman, der damit endet, dass die Protagonisten Kjeld und Nino erst einmal getrennte Wege gehen. Dabei könnte man es belassen, doch wer die beiden ins Herz geschlossen hat, will natürlich ihr Wiedersehen erleben. „Dunkler Pakt“ erfüllt diesen Wunsch. Zwar kann man die Geschichte durchaus ohne Vorkenntnisse lesen, da wichtige Ereignisse aus dem ersten Band angesprochen werden, doch man wird sicherlich mehr Freude daran haben, wenn man Kjeld und Nino bereits kennengelernt hat. So versteht man auch ihre Zerrissenheit besser: Kjeld hat bereits einige seiner Vorurteile abgebaut und heftige Gefühle für Nino entwickelt, doch er ist innerhalb der Inquisition aufgewachsen und hinterfragt ihre Gesetze nicht. Seine Liebe zu Nino bringt ihn immer wieder in innere und äußere Konflikte, ebenso wie sein Wunsch, Nino zu seinem Magier machen, der mit ihm gemeinsam gegen Dämonen kämpft. Der rebellische und freiheitsliebende Nino fügt sich widerwillig den Regeln der Inquisition, um mit Kjeld zusammen sein zu können und weil dies seine einzige Chance ist, seine Akademie wieder zu eröffnen. Doch die Vorurteile, die ihm entgegenschlagen, machen es Nino unmöglich, sich zu beweisen. Zudem trägt er ein dunkles Geheimnis mit sich herum, das unweigerlich zu seiner Verurteilung führen würde. Also schweigt er, was alles nur schlimmer macht.

“Dunkler Pakt“ macht deutlich, dass Liebe allein nicht alle Vorurteile auf magische Weise verschwinden lässt. Kjeld und Nino sind beide geprägt durch ihre Erziehung und Erfahrungen und auch wenn sie sich bemühen, den anderen zu verstehen, müssen sie immer wieder von Neuem über ihre Schatten springen – was nicht immer gelingt. Das Umfeld macht es ihnen zudem schwer, denn die Inquisition gibt Nino keine echte Chance, sondern wartet nur darauf, dass er einen Fehler macht. Kjeld hat zwar erkannt, dass Nino kein Feind ist, doch es fällt ihm noch immer schwer, nicht alle anderen Schwarzmagier automatisch als Feinde zu betrachten. Er sieht Nino als Ausnahme und ihre Meinungen driften stark auseinander, wenn sie anderen Schwarzmagiern begegnen. Nino will dabei oftmals zu sehr das Gute in anderen sehen, während Kjeld sich weigert, die Schatten innerhalb der Inquisition zu sehen. Beide werden auf schmerzhafte Weise eines Besseren belehrt.

Im Verlauf der Handlung müssen Kjeld und Nino viel Arbeit in ihre Beziehung stecken. Sie erkennen ihre Fehler und ziehen daraus Konsequenzen, doch so manches Mal ist es fast zu spät und man ärgert sich, dass sie einander zunächst nicht genug vertrauen können – auch wenn es absolut nachvollziehbar ist, warum sie aneinander zweifeln. Vor allem Kjeld macht dabei eine enorme Entwicklung durch und schafft es so, zugleich in Ungnade zu fallen und seinen Prinzipien treu zu bleiben. „Dunkler Pakt“ enthält viele Graustufen: Was „gut“ und „böse“ ist, hängt vom Betrachter ab, und in dieser düsteren Fantasywelt sind weder Inquisition noch Schwarzmagier wirklich „gut“ oder „böse“. Selbst ein Dämon wandelt sich hier von der Verkörperung des Bösen zu einem Wesen, das seiner Welt entrissen wurde und das schlicht fremdartig und unbegreiflich ist, aber dadurch nicht weniger gefährlich.

“Dunkler Pakt“ wartet mit neuen, spannenden Nebenfiguren auf, wobei Quint heraussticht, den man bereits aus dem ersten Band kennt – wo er jedoch schnell außer Gefecht gesetzt wurde. Er verdankt Kjeld sein Leben und hat großen Respekt vor ihm, auch weil dieser sich um den jungen Magier kümmert. Quint leidet seit seiner Begegnung mit einem Dämon unter Schwerhörigkeit und kann seine Feuermagie nicht mehr richtig kontrollieren, was ihn tief verunsichert. Quint ist jung, etwas naiv und stürmisch und reift im Verlauf der Handlung spürbar. Anfangs hasst er Nino und versteht nicht, dass Kjeld den Feind unterstützt, doch er erkennt, wie viel Nino Kjeld bedeutet und warum. Viele Sympathiepunkt dürften zudem Großmeisterin Arendine Brakker, die im Rollstuhl sitzt, und Ninos alte Meisterin Valesca einheimsen. Interessant sind auch eine Schwarzmagierin und ihr Ritter, wobei diese in der zweiten Romanhälfte zu sehr in Klischees abdriften.

“Klinge & Blutmagie“ hatte eine recht geradlinige, durchweg spannende Handlung, die die Protagonisten immer wieder in Lebensgefahr gebracht hat. Auch in „Dunkler Pakt“ erfahren die beiden viel Gewalt und müssen viele Angriffe und Verletzungen überstehen, doch die Handlung konzentriert sich mehr auf die unterschiedlichen Beziehungen von Kjeld und Nino zu den verschiedenen Nebenfiguren. Auch ist die Liebe hier schon da, wird jedoch immer wieder auf die Probe gestellt. Die heftige Verliebtheit wandelt sich so allmählich in echte Liebe. So ist die Handlung ein Auf und Ab mit einigen schwer erträglichen Momenten, einigen herzerwärmenden Szenen, blutiger Action und ein bisschen Erotik. In der düsteren Fantasywelt gäbe es wohl noch viel zu entdecken, doch mit dem Ende kann man leben. 


Fazit

”Dunkler Pakt“ stellt die Liebe zwischen Inquisitionskrieger Kjeld und Schwarzmagier Nino auf mehrere harte Proben und zwischen Dämonenbeschwörungen und dunklen Geheimnissen verlieren sie einander fast. Der Roman lebt von der Entwicklung der Figuren und die vielen finsteren Momente lassen sich durch den auflockernden Humor besser ertragen.


Pro und Contra

+ blutige Dark Fantasy mit Dämonen und Schwarzmagie
+ die Verliebtheit von Kjeld und Nino entwickelt sich zu Liebe
+ neue spannende Nebenfiguren
+ finstere Geheimnisse der Inquisition
+ auflockernder Humor
+ viele Graustufen mit bösen und schönen Überraschungen

o Vorkenntnisse sind nicht zwingend notwendig, erhöhen den Lesespaß aber deutlich

- Handlung verliert sich teils zu sehr im gegenseitigen Misstrauen

Wertungsterne4

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4/5