
Emons Verlag (2025)
253 Seiten, 14,00 EUR
ISBN: 978-3-7408-2463-1
Genre: Regionalkrimi
Klappentext
Tod, tödlicher, Niederrhein Humorvolle Krimiunterhaltung mit viel Lokalkolorit und einer Prise Gesellschaftskritik. Eigentlich sollte Privatermittler Lukas Born herausfinden, wer dem Bauern Gerd Heitkamp ans Leder will. Doch kaum hat er den Auftrag angenommen, liegt sein Klient auch schon mausetot auf der Wiese – genau dort, wo Heitkamp am Vorabend gegen die Auskiesung von Ackerland demonstriert hat. Warum wollte er mitten in der Nacht nach Hause laufen? Wem ist er unterwegs begegnet? Und vor allem: Welches Geheimnis hat er mit in den Tod genommen?
Rezension
Lukas Born arbeitet als Privatdetektiv. Er soll herausfinden, wer den Bauern Gerd Heitkamp umbringen will. Doch kaum hat er den Auftrag angenommen, hat der sich auch schon erledigt – Heitkamp liegt tot, ermordet, um genau zu sein, auf einer Wiese, und zwar genau dort, wo Heitkamp am Abend zuvor gegen die Auskiesung von Ackerland demonstriert hat. Welches Geheimnis nahm er mit ins Grab?
Kohl stammt vom Niederrhein. Er wurde 1961 in der Ortschaft Alpen geboren. Er arbeitet als freier Journalist und schreibt regelmäßig Beiträge für renommierte Tageszeitungen wie die NRZ, WAZ und die Rheinische Post sowie für den Hörfunk. Bevor er 2002 hauptberuflich mit dem Schreiben begann, arbeitete er in sehr unterschiedlichen Berufen – unter anderem als Postbeamter, Taxifahrer, Partnervermittler, Kinobetreiber und Friedhofshelfer. "Jede Menge Kies" ist schon der 6. Band um Born.
Die Vorgehensweise ist dabei klassisch. Das Buch ist ein Regionalkrimi vom Niederrhein. Orte sind wiedererkennbar. Der (geplante) Kiesabbau, um den es hier geht, ist tatsächlich ein Zankapfel vor Ort.
Born ist so der Typ „verkrachter Bulle“. Er ist ein suspendierter Polizeibeamter, der auf einem Campingplatz lebt. Seine Noch-Ex-Frau, von der er getrennt lebt, ist aktive Polizistin. Born hat eine Freundin.
Er hat eine ehrenamtliche SoKo, die ihn bei der Arbeit unterstützt. Hier steht der Computerfreak Eddy in diesem Fall im Vordergrund, der mit seinen Hosentaschentelefonkenntnissen hilft.
Es gibt eine Nebenhandlung: Das Ehepaar Born brachte Winand Geenen für 16 Jahre unschuldig hinter Gitter, für einen Mord, den er nachweislich nicht begangen hatte. Geenen wird jetzt freigelassen. Wird er sich rächen? Ob es hierfür ein reales Vorbild gibt, ist unbekannt. Lukas Born und seine Frau Julia geraten jedenfalls in Panik. Wird Geenen ihrem Sohn Bastian etwas antun?
Da ihm keine Forensik zur Verfügung steht, leistet Born klassische Ermittlungsarbeit – Zeugenbefragungen, Ortsbesichtigungen, halbseidene Hilfestellungen von Eddy.
Das Ende ist modern. Es gibt kein Geständnis des Täters = Mörders, sondern actionreiche, spannende Unterhaltung. Eine Agatha Christie hätte das anders gemacht. Bei ihr wäre lang und breit erzählt worden, was wann wie passiert ist. Aber das waren ja auch andere (kriminalliterarische) Zeiten.
Ein Fazit ist schnell gehogen. Dies ist gut lesbare, moderne Kriminalliteratur.
Dies ist eine Gastrezension von Andreas Rüdig, herzlichen Dank!