Mit offenen Karten - Ein Fall für Poirot (Agatha Christie)

mit offenen karten

Hoffmann und Campe Verlag (2016)
250 Seiten, 14,00 EUR
ISBN: 978-3455-65151-2

Genre: Krimi


Klappentext

Hercule Poirot und drei seiner Ermittlerkollegen erhalten eine Einladung zu einer exklusiven Partie Bridge. Der Gastgeber aber, ein für seine kuriosen Vorlieben bekannter Gentleman, hat einen ganz besonderen Abend geplant. Denn angeblich handelt es sich bei allen vier Spielern im Nebenzimmer um Mörder auf freiem Fuß. Als der letzte Stich gemacht ist, wird der Gastgeber tot in seinem Sessel aufgefunden, und Poirot weiß: einer seiner Mitspieler muss ihn umgebracht haben.


Rezension

Der mysteriöse und vornamenlose Mr. Shaitana ist sehr reich. Er kann es sich finanziell erlauben, seltene Sammlerstücke zusammenzutragen. Dazu gehören auch Mörder, die irgendwie nie für ihre Taten verurteilt werden konnten – die Polizei war nicht in der Lage, sie zu überführen. Eines Tages veranstaltet Mr. Shaitana einen Bridge-Abend. Vier Mörder sowie vier Kriminalisten sind eingeladen. Ein Ereignis, das der Gastgeber nicht überleben wird.

Dies ist der 20. Kriminalroman der englischen Schriftstellerin und der 13. Fall für Poirot. Und was für einer! Die Handlung ist ganz auf ihn zugeschnitten. Obwohl er in einem Nebenraum sitzt, bekommt er die eigentliche Tat nicht mit, muss sie also rekonstruieren. Poirot muss seine berühmten „kleinen grauen Zellen“ anstrengen. Ihm stehen nämlich nur die Aufzeichnungen der Bridge-Partien zur Verfügung.

Der Aufbau ist klassisch.  Poirot hat als Detektiv eine Aufgabe gestellt bekommen, er arbeitet sich dann daran ab und liefert die korrekte Lösung.

Das englischsprachige Original ist im Jahre 1936 erschienen, kann also zum Zeitpunkt, als diese Buchbesprechung erscheint, seinen 90. Geburtstag feiern. Ob man einem Buch – bei diesem hohen Geburtstag – zum Ehrentag gratuliert? Keine Ahnung; sicher ist aber, dass die deutschsprachige Übersetzung schon zwei Jahre später (also 1938) auf den Markt kam - und hier nun in neuer Übersetzung vorliegt.

Kann man hier von dem klassischen Kampf "Gut gegen Böse" sprechen? Damit würde man Christie sicherlich zu viel des Guten tun. Die Autorin bietet hier eine gut konstruierte, spannende sowie gut lesbare Handlung; klassisch dabei: Die Zahl der möglichen Täter ist extrem überschaubar.

Überraschend ist eher, dass das Buch zu den unbekannteren Werken der Christie gehört. Es hätte schon mehr Aufmerksamkeit verdient.


Dies ist eine Gastrezension von Andreas Rüdig, herzlichen Dank!

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