
Atlantik (2020)
Taschenbuch, 256 Seiten, 14,00 EUR
ISBN : 978-3455008746
Genre: Kriminalroman
Klappentext
Schwarze Magie oder tödlicher Hokuspokus?
Eine Reihe von Todesfällen lässt dem Historiker Mark Easterbrook, der eigentlich nur in Ruhe sein Buch schreiben möchte, keine Ruhe. Als im Schuh eines ermordeten Pfarrers eine Namensliste gefunden wird, auf der sich auch die Namen einiger kürzlich Verstorbener finden, ist er sich sicher, dass diese Menschen keineswegs eines natürlichen Todes gestorben sind. Doch welche Rolle spielt »Das fahle Pferd«, ein ehemaliger Gasthof, in dem angeblich schwarze Magie praktiziert wird? Mark Easterbrook muss dem Mörder eine gewagte Falle stellen, um ihn zu enttarnen.
Rezension
Mark Easterbrook ist Historiker. Er möchte eigentlich nur ungestört sein Fachbuch zu Ende schreiben. Eine Reihe von Todesfällen lässt ihm aber keine Ruhe. Als im Schuh eines ermordeten Landpfarrers eine Namensliste gefunden wird, befinden sich darauf die Namen einer kürzlich Verstorbener darauf. Mark ist sich sicher, dass diese Menschen keines natürlichen Todes gestorben sind, sondern ermordet wurden.
Welche Rolle spielt dabei „das fahle Pferd“ ? Dies ist ein ehemaliger Gasthof, in dem angeblich schwarze Magie praktiziert wird.
Das englischsprachige Original stammt aus dem Jahre 1961, die deutsche Übersetzung schon aus dem Jahre 1962. Das fahle Pferd ist das Pferd des vierten Apokalyptischen Reiters, des Todes.
Dies ist mal kein Roman von Hercule Poirot oder Miss Marple. Inspektor Lejeune von der örtlichen Polizei leitet offiziell die Ermittlungen; er bleibt eine blasse Figur. Die Handlung wird teilweise aus der Ich-Perspektive von Easterbrook erzählt, teilweise blickt ein außenstehender Betrachter auf die Handlung.
Die erfolgreiche Schriftstellerin Ariadne Oliver kennen wir aus dem Vorgängerroman „Wiedersehen mit Mrs. Oliver“. Sie spielt hier eine gewisse Rolle – und sei es nur, dass sie mehrfach auf den Vorgängerroman verweist.
Dies ist einer der unbekannteren Kriminalromane der englischen Kriminalschriftstellerin. Was nicht am Fehlen von Poirot oder Miss Marple liegt. Christie macht hier einen Schlenker in Bereiche wie Spiritismus, Okkultismus und schwarze Magie. Kann man Menschen durch Gedankenfernübertragung töten? Oder ihnen im Unterbewusstsein jeglichen Lebenswillen rauben? Fragen wie diese werden hier – quasi als Geschäftsmodell – behandelt.
In der literaturwissenschaftlichen Theorie gibt es die These, dass dieses ungewöhnliche Konstrukt daher rührt, dass Christie zwischenzeitig die Themen ausgegangen seien – sie war schließlich seit den `20er Jahren literarisch aktiv. Liebe, Hass Zorn, Eifersucht, wirtschaftliche Diskrepanzen – das sind gängige Motive für Gewaltverbrechen. Da eine spannende Alternative zu finden, ist nicht immer leicht.
Wer klassische Kriminalromane (nicht nur die der Christie) mag, hält hiermit ein gut lesbares Exemplar in den Händen.
Dies ist eine Gastrezension von Andreas Rüdig, herzlichen Dank!
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