
Carlsen (Februar 2026)
ca. 246 Seiten, 18,00 EUR
ISBN: 978-3-551-80560-7
Genre: Drama, Horror, Mystery, Science Fiction
Klappentext
Der Lockruf einer zerstörerischen Substanz…
Vier Fremde, ein Ziel – doch statt des gemeinsamen Suizids steht ihnen eine Reise in die Abgründe des menschlichen Geistes bevor. Unerklärliche Phänomene und eine verstörende Verbindung zwischen Leben und Tod reißen die Gruppe immer tiefer in einen Strudel aus Angst und Wahnsinn.
Junji Itos surrealer Blick auf Größenwahn & Habgier!
Rezension
Vier Menschen, die sich nur aus einem Forum kennen, verabreden sich für ein gemeinsames letztes Abenteuer. Tableou, Pitan, Baratchi und Marseau (so ihre Nicknames) wollen gemeinsam sterben. Während sie im Auto zu ihrem Ziel fahren, entscheiden sie sich, sich einander vorzustellen und ihre Beweggründe zu erklären. Dabei fällt auf, dass sie sehr ähnliche Gründe haben. Marseau hat eine unerklärliche Angst vor der Zukunft. Pitan arbeitet in einem Labor, wo man einen Roboter nach seinem Vorbild erschaffen hat, der nun versucht seinen Platz einzunehmen. Baratchi hat eine verunstaltete Gesichtshälfte. Und Tableou sieht seit einiger Zeit ständig einen Doppelgänger von sich, was ein Beweis für seinen baldigen Tod ist, davon ist er überzeugt.
Während der Fahrt nimmt Marseau allerdings einige Ungereimtheiten wahr. Erst überholt sie ein Auto, von dem Marseau schwören könnte, dass Doppelgänger ihrer drei Begleiter darin gesessen wären, außerdem behauptet Baratchi, dass ihre Entstellung auf der falschen Gesichtshälfte wäre und sie scheint kein Spiegelbild zu besitzen. Nachdem sie angehalten haben und die anderen dabei sind alles vorzubereiten, nimmt sie Tableou zur Seite und erzählt ihm von ihren Beobachtungen. Dieser bestärkt sie noch als er darauf hinweist, dass von Pitan seltsame, mechanische Geräusche kommen. Beide beschließen, dass sie fliehen sollten und laufen los. Doch die anderen beiden verfolgen sie. Panisch wirft Marseau mit einem Stein nach Baratchi, woraufhin diese zersplittert wie ein Spiegel. Tableou hingegen wird von Pitan eingeholt und erstochen – wodurch er aber nur wie ein Ballon zerplatzt. Marseau rennt weiter und erreicht ein Auto, in dem sie ihre drei Begleiter bewusstlos liegen sieht. Marseau hatte sich versehentlich den drei Doppelgängern angeschlossen, während die anderen ohne sie aufgebrochen waren, da sie vermeintlich nicht aufgetaucht war. In ihrer Panik weckt sie die drei auf und erklärt ihnen, was passiert war. Zusammen beschließen sie, dass sie ihr Vorhaben erst mal verschieben sollten nach allem, was passiert war. Doch die seltsamen Ereignisse sind noch lange nicht überstanden …
„Black Paradox“ erzählt eine sehr abgehobene Horrorgeschichte, die das Thema Selbstmord fast nur ankratzt und sehr schnell in fremde Welten und unerklärlichen Phänomenen abdriftet. Anfangs wirken die Begründungen für den Selbstmord banal und fast schon wie selbst eingeredet. Aber dass diese dann real werden, macht es schlagartig erschreckend. Doch scheinbar merken auch die Charaktere selbst, wie banal ihre Begründungen wirken, denn sie lassen sich recht einfach davon abhalten, ihr Vorhaben durchzuziehen. Sie fangen an sich zu misstrauen, sich zu hintergehen und werden habgierig, wodurch sie vergessen, dass sie nicht mehr leben wollten. Noch mehr, als weitere Charaktere sich einmischen und ihre eigenen Ziele verfolgen. Am Ende wird eine Zukunft skizziert, die man verhindern sollte, doch scheinbar tut dies niemand … Und so bleibt die Story bis zum Schluss geheimnisvoll.
Nach der Hauptstory wird noch eine kleine Nebenstory erzählt von einer Frau, die Fremde abschleckt und sie dadurch mit einem tödlichen Virus infiziert. Auch hier ist das Hauptaugenmerk auf den Horror und das Verwirren der Leser gerichtet und weniger darauf, alles aufzulösen. Man erfährt nur bedingt etwas zu den Hintergründen der Charaktere. Und ihre Entwicklungen gehen eher ins Negative, während sie anfangen sich gegenseitig zu hintergehen. Marseau wirkt noch als die Vernünftigste, doch was bringt ihr das unter all den anderen verdorbenen Charakteren?
Die Zeichnungen passen zur Story. Sie sind sehr dunkel gehalten und wirken eher schräg. Besonders in Bewegungen wirken die Charaktere unmenschlich. Die Zeichnungen sind schlicht gehalten, aber abwechslungsreich gestaltet. Hintergründe und Horrorelemente wurden hingegen mit viel Sorgfalt gezeichnet. Das alles befindet sich in einem Hardcover Buch mit größerem Format als übliche Manga.
Fazit
„Black Paradox“ passt hervorragend zum Stil von Junji Ito und dürfte allen Fans gefallen.
Pro & Contra
+ passende Zeichnungen
+ Hardcover Version
+ detaillierte Horrorelemente
+ Charakteraufbau
- wenige Storyauflösungen
- schräge Zeichnungen
Bewertung: ![]()
Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4/5
Zeichnungen: 3,5/5
Lesespaß: 3/5
Preis/Leistung: 3/5