
Hayabusa (Juli 2026)
ca. 290 Seiten, 10,00 EUR
ISBN: 978-3-551-62627-1
Genre: Yaoi
Klappentext
Polizist Alan wird von düsteren Träumen verfolgt – Träumen voller Sehnsucht nach dem Mann, den er niemals lieben dürfte. Doch als einer dieser Träume Wirklichkeit zu werden scheint, steht er plötzlich einem geflügelten Fremden gegenüber, der sein Gesicht trägt.
Ein gefallener Engel, der sich das nimmt, was er zu verdienen glaubt …
Rezension
Schon seit einigen Nächten schreckt Alan aus erschreckend realistischen, feuchten Träumen auf. Immer wieder träumt er davon, dass sein ehemaliger Kollege, Gerry, ihn nimmt. Das ist das, was Alan sich wünscht und doch weiß er, dass es niemals dazu kommen würde oder kommen dürfte. Nur schwer kann er sich auf die Arbeit konzentrieren. Er ist vollkommen übermüdet und seine Gedanken kreisen immer um Gerry. Aber das darf er nicht! Doch weiterhin hat er jede Nacht diese Träume und sie werden immer realistischer … Bis er eines Nachts hochschreckt und vor sich ein Wesen sieht – mit Gerrys Gesicht, aber mit Flügeln. Es stellt sich ihm als Gerry vor und erklärt, dass es sich von Alan ernähren würde. Und nicht nur das, scheinbar kann niemand anders außer Alan dieses Wesen sehen.
Panik macht sich in ihm breit. Doch entziehen kann er sich diesem Wesen nicht. Er wird von ihm in eine Traumwelt entführt und gefügig gemacht. Schließlich weiß Alan selbst nicht mehr, ob er gezwungen wird oder es freiwillig mit macht. Dieses Gesicht scheint alle seine Blockaden zu lösen. Doch das vor ihm ist nicht Gerry – es handelt sich um einen gefallenen Engel. Und obwohl das Alan Angst machen sollte, so steht er bereits unter dessen Bann. Der gefallene Engel scheint mehr Gefallen an Alan gefunden zu haben als geplant. Denn obwohl er eigentlich nur Nahrung suchen sollte, fängt er an, Alan in seinem Alltag als Polizist zu begleiten – und zu beschützen. Doch wie werden andere Menschen das aufnehmen? Und wo führt diese Beziehung hin?
„Black Sheep Astray“ ist ein Einzelband, der zeigt, wie Alans Leben sich durch das Auftauchen des gefallenen Engels verändert. Dadurch ist wenig Raum, um Themen zu dem gefallenen Engel näher zu erläutern. Was genau ist es, was ihn nährt? Wie hängen die anderen gefallenen Engel und Wesen zusammen, die kurze Auftritte haben, aber nie weiter erläutert werden? Auch die Vergangenheit mit Gerry wird mehr angerissen – wieviel war da wirklich und was war nur Alans Wunsch?
Während sehr viel Zeit darauf verwendet wird das Kennenlernen der beiden aufzubauen und die Entstehung ihrer Verbindung zu erläutern, nimmt das Ende dafür ordentlich an Fahrt auf. Sehr schnell überschlagen sich die Ereignisse und die Charaktere treffen Entscheidungen, die für den Leser sehr plötzlich kommen. Die Story wird sehr schnell so dramatisch, dass es eigentlich nur noch einen Weg gibt. Von vornherein wehrt sich Alan sehr wenig gegen das, was ihm da geschieht. Natürlich, anfangs hält er alles nur für einen Traum – einen, den er sich sogar wünschen würde. Aber auch nachdem er bemerkt, dass es das nicht ist – gibt er nur schwache Widerworte. Der gefallene Engel hingegen weiß von Anfang an genau, was er will und holt sich auch genau das. Nicht wirklich klar wird, wieso er gerade an Alan so viel Interesse hat – aber vielleicht ist das einfach eine Frage von Seelenverwandtschaft.
Die Zeichnungen sind sehr gelungen. Passend zur Story sind sie teilweise etwas düster. Und obwohl Alan und Gerry eine ähnliche Frisur haben, sind ihre Gesichtsausdrücke so gut gestaltet, dass man sie nicht verwechselt. Bewegungen sind sehr gut umgesetzt und wirken dynamisch. Emotionen werden sehr gut transportiert.
Fazit
„Black Sheep Astray“ ist ein schöner, kürzerer Genuss für Liebhaber von etwas düstereren Liebesgeschichten.
Pro & Contra
+ abwechslungsreiche Charaktere
+ passende Stimmung
+ ordentliche Zeichnungen
- teilweise unbeantwortete Fragen
Bewertung: ![]()
Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3/5